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Thiermedicinische Rundschau etc.
1886/87. No. 6.
paralyse vorgeschlagen hat,—„refrigeratorische“ meines Erachtens noch ausserordentlich bedürf-
nennen, um sie als das, was sie unserer Meinung nach sind, kurz und bündig zu kennzeichnen. Der Gebrauch der Wörter„Rheumatismus“ und „rheumatisch“ bliebe dann umgekehrt für die- jenigen Krankheitsfälle reservirt, die unserer Meinung nach nicht pure durch Erkältung, sondern durch eine besondere Art miasmatischer Infection entstanden sind— eben diejenige, die unter Anderem auch den acuten Gelenkrheumatismus— das Prototyp rheumatischer Prkrankung!— er- zeugt, und die einer specifschen Therapie zu- gänglich ist. Allerdings handelt es sich, meine Herren, bei diesem Vorschlage nur um Wörter und um deren Gebrauch: da es aber der löbliche Zweck des Wortes ist, nicht sowohl dort sich einzustellen, wo die Begriffe fehlen, sondern um- gekehrt da einzutreten, wo es gilt, vorhandenen Begriffen eine klarere Fassung zu verleihen und sie damit unserem Vorstellungslepen eindringlicher einzuprägen, so scheint mir eine etwas genauere Nomenclatur auf diesem Gebiete denn doch nicht ganz überflüssig zu sein.
Indem ich hiermit meine Mittheilung beendige, möchte ich Sie, meine Herrn, noch ganz besonders bitten, das, was ich gesagt, für nichts Anderes als einen bescheidenen Versuch vorläufiger Orienti- rung ansehen zu wollen— auf einem Terrain der Pathologie, auf dem wir der näheren Orientirung durch künftige Beobachtungen und Forschungen
tig sind.
In der Discussion macht Herr Professor Edlefsen(Kiel) darauf aufmerksam, dass auf- fallend häufig Neuralgien in„Reumatismushäusern“ vorgekommen sind, und dass auch die Vertheilung der Neuralgieerkrankungen auf die Jahresab- schnitte eine sehr ähnliche ist, wie peim acuten Gelenkrheumatismus, während sie von derjenigen der Bronchitis(als Erkältungskrankheit) durchaus abweicht.
Chirurgie. Zur Therapie des Hufkrebses. Von Pitz Separatdruck aus der deutschen Zeitschrift für Thier- medicin. Bd. XII. 1886.)
Bekanntlich hat Nocard von der schon früher in Fachkreisen erörterten Auffassung aus- gehend, der Strahlenkrebs sei parasitärer Natur, eine streng antiseptische Behandlung zur Besei- tigung des Leidens versucht. Nachdem in einem alten Falle von Strahlenkrebs die kranken Stellen freigelegt waren, wurde 2 ½ Stunde lang mit grosser Kraft der Strahl eines Dampfstäubers, der 1000 Sublimatlösung enthielt, auf die Schlen- fläche des hochgebundenen Fusses geleitet. Nachher wurde mit Jodoformäther irrigirt und das Thier dann ohne Verband und Eisen in eine
d. die einheitiche Benennung der Militär- Veterinäre in den deutschen Bundesstaaten unter Berücksichtigung ihrer für alle Zweige der Ve- terinär-Medizin erlangten Approbation berechtigt ist“.
Der ständige Ausschuss wird beauftragt. diese Resolution in einer motivirten Eingabe dem Fürsten Reichskanzler zu überreichen.
Wir sind der festen und sichersten Ueber- zeugung, dass, wenn in dem entwickelten und in vorstehender Resolution zum Ausdruck gekommenen Sinne die Bestrebungen und Wünsche Berück- sichtigung tnden, auch die Anforderungen pei Autnahme als Studirender ganz erheblich andere sein können, ohne die Frequen?z zu schädigen. Mag man dann von diesen Studirenden nicht allein bestandenes Apiturientenexamen auf Real- schule oder Gymnasium fordern, sondern mag man, wie bei der militär-ärztlichen Laufpahn und der Post, ein sehr gutes zurückgelegtes Examen— Pispens von der mündlichen Prüfung— beanspruchen, es wird gewiss kein Mangel ein- treten, wenn die Studirenden von vorne herein eine den Anforderungen entsprechende Stellung und später eine befriedigende und eine sicherer werdende Existenz in Aussicht haben. Dei Staat aber würde die tüchtigsten Kräfte dauernder
fesseln, erhöhte Ansprüche an ihre Leistungen stellen und erwarten können.
Pamit wollen wir schliessen. Weiter als die Apsicht war, hat die Besprechung Ausdehnung genommen. Jedenfalls lag den Prörterungen nicht das Motiv zu Grunde, lediglich Kritik zu üben, sondern auch gleichzeitig den Versuch zu machen, Mittel und Wege zur Aenderung zu suchen und anzugeben. Auf der anderen Seite dienen die Erörterungen auch dazu, in nicht orientirten Kreisen unrichtiges Urtheil über die Vor- und Ausbildung der Militär-Vetarinäre zu beseitigen. Lasen wir doch jüngst noch von einem zu Pasteur gereisten nichtdeutschen Gelehrten den Ausspruch. dass die franzõsischen Veterinärs die beste Purchbildung erfahren. Solchen Urtheilen gegenüber können wir wohl ohne Ueberhebung und nur auf die an- geführten Thatsachen hinweisend aussprechen. dass, mag die äussere Stellung auch noch Manches, in der Entwicklung begründet. zu wünschen übrig lassen, bezüglich der Vorbildung, wissenschaft- lichen Purchbildung und weiteren Fortbildung werden die deutschen Militär-Veterinäre und Ve- terinäre Peutschlands überhaupt in erster Reihe genannt zu werden verdienen und auch genannt werden. 6. Sel


