15. November.
von Besonnenheit und Objectivität, dass sie mehr
nach subjectiven Animositäten als auf Grund einer
vorurtheilsfreien Prüfung des wahren Sachverhaltes voreilig ihre Entscheidung treffen und dass sie da, wo ihnen die tiefere Finsicht und eigene Er- fahrung fehlt, statt mit Thatsachen, mit Personen
zu argumentiren versuchen, die manchmal sach⸗
lich ebenso wenig informirt sind, als diejenigen, welche sich auf sie berufen. In solcher Lage mag dann ein Wort wie„Impfenthusiast“ oder
ein ähnlicher Kraftausdruck sehr willkommen sein, laterale Wand der Ventrikel bilden, waren stark
um ihn anstatt eines sachlichen Beweises in die Welt zu schicken. Der Werth oder Unwerth solcher knabenhafter Leistungen liegt für den nüchternen Sachverständigen so nahe, dass eine weitere Aeusserung hierüber unnöthig erscheint.
lI. Cholesteatomcysten in den Seitenventrikeln
eines dummkollerigen Pferdes. Von V. Haas, Kreis- und Stadtthierarzt zu Metz.
Am 14. September 1886 wurde in das hie-
sige Schlachthaus ein gut genährter ca. 14 Jahre
alter Rappwallach zur Schlachtung gebracht. Der Besitzer hatte das Thier wegen schon lange bestchendem Dummkoller zeigte auch diese Krankheitserscheinungen voll- kommen.
Das Pferd wurde ausgeschlachtet und nach
knirschte das
verkauft und dasselbe
Thiermedicinische Rundschau ete. 41
höhle fiel aus den Ventrikeln je eine etwa hühnereigrosse, etwas plattgedrückte, gelblich- graue, an einigen Stellen knotige, an anderen Stellen weichere Noubildung heraus, welche ge- nau die Form dieser Höhlen hatte. Der eine Rand, welcher gegen das Septum seine Lage hatte, sowie der äussere, waren glatt, der hintere an die Ammonhörner anstossende war mit abge- rissenen Theilen des Adergeflechtes(Plexus choricidei lat.) besetzt.
Die Stellen der Hemisphären, welche die atrophirt, so dass sie bei der Manipulation der Herausnahme des Gehirns aus der Schädelhöhle durchgebrochen und die Cysten durchgleiten liessen.
Bei der Vornahme einer näheren Untersuchung Messer beim Anschneiden, des- gleichen bei dem Anstechen mit der Präparir- nadel; die Schnittfläche war sehr saftreich und zeigte eine theils grauweise, glänzende, theils schmutzigbraune, ziemlich feste körnige Masse; an einzelnen Stellen befanden sich haselnuss- grosse Colloideysten mit gelblich-gallertartigem Inhalt.
Bei der mikroskopischen Untersuchung mit 700 und 1200 facher Vergrösserung waren atro- phische und meist zertrümmerte Epidermiszellen, einige rund und ohne Kronen, dann freie Kerne, Fetttröpfehen und eine grosse Menge Cholestearin- crystalle nachzuweisen.
Die Beschaffenheit der umhüllenden Wand
der Herausnahme des Gehirns aus der Schädel- war derjenigen der atheromatösen Neubildungen
Nach einem weiteren Vortrage des Herrn
Prof. Bardeleben-Jena über„Hand und Fuss?. der sich leider nicht im Auszuge wiedergeben lässt, wurde die erste allgemeine Sitzung ge- schlossen.
Am Abend desselben Tages vereinigte ein
sammlung, Geh.-Rath Virchow toastete auf die Gäste, Dr. Salem Pascha, der Leibarzt des Vicekönigs von Aegypten, auf die deutsche Wissenschaft u. s. w. In angenehmster Weise
wurde die Tischunterhaltung durch Gesangsvor-
träge hervorragender Künstler gewürzt. Viel Freude und Bewunderung erregten die der Ver-
glänzendes Festessen nicht weniger als 2500 Mitglieder und Theilnehmer mit ihren Damen im Wintergarten des Centralhotel. Die Tafeln waren „nach Sectionen“ geordnet, damit die engeren Fachgenossen zusammensitzen konnten. An zwei grossen Tischen hatten das Präsidium des Con- gresses und die geladenen Ehrengäste Platz ge-
sammlung gewidmeten Tischlieder und die künst- lerisch ausgestattete Tischkarte. FEs war die Nacht schon angebrochen, als die Tafel ihrem Ende nahte.
Sonntag früh fand dann, vom schönsten Wetter begünstigt, die vom Berliner Vacht-Club veran-
nommen. Der
ähnlichen auch dadurch auszeichnete, dass auf einer„Instruction für die Tischordnung“ genau vorgeschrieben war, wann gegessen, applaudirt und servirt werden sollte. Silentium wurde stets durch electrisches Glockensignal vom Tische des Vorstandes aus geschafft. Geh.-Rath Hoffmann brachte das Hoch auf den Kaiser aus. Unter-
staatssecretär Lucanus und Prof. Heidenhain
s prachen auf das Gedeihn der Naturforscher-Ver-
„Finzugsmarsch der Güste aus Tannenhäuser“ leitete das Mahl ein, das sich vor
staltete Segel-Regatta auf dem Müggelsee statt. Der Abend dieses Tages fand dann wieder einen grossen Theil der Milglieder und Theilnehmer in der zu Ehren der Versammlung von Sr. Majestät gnädigst gewährten Festvorstellung„die Walküre“ im Opernhause beisammen. Ein andrer Theil war zur Vorstellung„die Journalisten“ ins Schauspielhaus geladen.
Während dann der Montag ganz der Thätig- keit in den Sectionen gewidmet war, versammelte sich auf Finladung des Herrn Prof. Dr. Stricker
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