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nung, nach welcher der Eigner oder Capitän eines Schiffes, das Passagiere ladet, vor seiner Abreise Beweise bringen muß, daß es auf 90 Tage mit Proviant und Wasser für die volle Zahl der Pas sagiere versehen ist, und in den vereinigten Staa ten besteht ein anderes sehr löbliches Gesetz, dem folge ein Schiff nach Verhältniß seiner Tonnen größe in der Anzahl der Passagiere beschränkt ist. Durch diese Verordnungen ist der Passagier hin länglich gegen Mangel geschützt, selbst wenn eine Neise ungewöhnlich lang seyn sollte. Auch in Hol land sind von der Regierung ähnliche Verordnungen zum Schutze von Auswanderern erlassen.

Die meisten Neisen von Amsterdam, Notter dam oder Bremen hierher werden innerhalb 50 Ta gen zurückgelegt. Wenn der Passagier mehr als gewöhnliche Bequemlichkeit haben will, so wird er sich am Einschiffungsorte manche Kleinigkeiten an schaffen können, worüber ihm sein Commissionär Nath ertheilt. Neiset man mit Kindern, so möchte es rathsam seyn, einige leicht verdauliche Speisen, als getrocknetes Obst u. dgl. mitzunehmen, da die Schiffskost derb und schwer ist.

Zur Reise hierher möchten wir vorzugsweise das Frühjahr empfehlen, damit der Einwanderer hier nicht sogleich nach Ankunft dem strengen Winter entgegen gehe. Die Reise ist dann gewöhnlich kür zer und hier an der Küste nicht so beschwerlich, als in den drückend heißen Sommermonaten. Ist es aber die Absicht des Emigranten, sich nach New orleans einzuschiffen, um von dort bequemer und mit weniger Kosten auf Dampfböden seine Reise Strohm aufwärts nach den westlicheren Staaten Arkansas, Mis souri, Illinois, Indiana ooer Michigan zu vollen den, so ist die fruͤhzeitige Abreise um so mehr zu empfehlen, weil es im Sommer und Herbst an den Ufern des Missisippi mehr oder weniger ungesund ist. Wer seine Abreise nach Neworleans nicht vor Mitte Mai antreten kann, thut dann besser, sie bis spät im Herbst zu verschieben, die Fahrt nach jenem Hafen bringt ihn bald in ein milderes Klima als er verläßt.

Hier angekommen thut der Passagier wohl, nicht Jeden, der sich ihm aufdrangt, zu seinem Ver trauten zu machen, sondern wenn er Nath oder ärztliche Hülfe bedarf, sich an einen der Beamten der deutschen Gesellschaft zu wenden, oder auch sei⸗

nen Capitän zu fragen, der ihm besser rathen wird, als unnütze Subjecte, die ihn ihres eigenen Vor, theils willen so et belästigen.

Zum Transport seiner Effecten findet er am Landungsplatze Wagen, die regelmäßig ins Innere fahren; die Frachten sind für die Entfernung mäßig. Trifft er hier in sehr heißer Jahreszeit ein, so ist ihm besondere Vorsicht anzuempfehlen; er kleide sich dann leicht und richte sich in dieser Hinsicht nach den Eingebornen, laufe nicht unnöthiger Weise in der Mittagssonne herum, sondern benutze dazu lie, ber den frühen Morgen oder Abend. Er hüte sich vor unmäßigem Genuß von Obst, vor vielem be sonders kaltem Trinken, und stille seinen Dürst nur mäßig und langsam. Wir haben hier schon zu viele Beispiele von Unglück gesehen, das durch Unacht⸗ samkeit der Art hervorgebracht wurde, und ganz leicht mit gewöhnlicher Vorsicht hätte vermieden wer den koͤnnen.

Die Reinlichkeit des Körpers und der Kleidung, welche aller Orten eine sehr zu empfehlende Tugend ist, gehört in warmen Klimaten zu der Pflicht der Selbsterhaltung. Wir konnen solche nicht dringend genug der geringeren Classe unserer Landsleute, die nach Amerika herüber kommen, anempfehlen. Sie ist nicht nur der Gesundheit halber nothwendig, son dern auch zugleich ein offener Empfehlungsbrief.

Fragt man uns, auf welche Weise der Passa⸗ gier seine Gelder herüber schaffen soll, so können wir darauf eine richtige Antwort geben Sind es nicht mehr als ein paar hundert Thaler, so wird es am leichtesten seyn, er bringt spanische und ame⸗ rikanische ganze und halbe Thaler mit, oder auch Brabanter Kronenthaler, französische 5 Frankenstücke und Goldmünzen, die jetzt hier zu einem günstigen Course gewechselt werden, aber ja nicht preußische Thaler, bei denen er stets verliert..

Am üblichsten ist es, daß der Passagier Wechsel von sicheren Handlungshäusern mitbringt, und das ist gut. Mitunter haben wir aber auch gesehen, daß er Wechsel auf entfernte Plätze, sogar New orleans hat, bei denen er hier auf ein paar Pro⸗ zent Schaden rechnen muß. Ist der Betrag bedeu⸗ tend, so würde sich wahrscheinlich der Einwanderer eben so gut stehen, wenn er seine Gelder in Eu ropa bei einem sichern Hause deponirte, und von solchem Accreditiv Briefe mit hierher brachte, um alsdann dagegen von hier trassiren zu können. Wech⸗ sel auf Rotterdam, Amsterdam, Bremen, Hamburg und London sind hier immer zu begeben.

(Fortsetzung folgt.)

Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch und Steindruckerei.

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