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Samstag, den 19. November 1932

Nr. 46

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,, Gießener Zeitung"

Stilles Gedenken.

Zum Totensonntag!

Lofales.

Der Tag der Toten.

Nr. 46

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An der Margareten Os bewilligt. Für den htung einer Drudluft Reinigungsapparates Erneuerungsstodes des Reparatur und In Bafferwert; Pflasterung ur der beiden Schut Bused. Für das Ar­

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ch Hause zu fahren? S ichtet."

Uebers Grab hinaus...

Ein Tag im Jahr, jener düsteren Jahreszeit, die wie keine andere den Menschen an die Vergänglichkeit alles Jrdischen mahnt, ist dem Gedenken unserer teuren Toten gewidmet. Es ist ein Tag der Trauer, der Erinnerungen. Und für alle darüber hinaus ein Tag ernster Besinnung und Einkehr. Gewaltig steht vor uns die Pflicht dem Leben und den Lebenden gegen­über, das Vermächtnis unserer teuren Dahingegangenen!

In diesen grauen, nassen Novembertagen tommen mit dem Fest der Toten für uns alle Stunden, in denen wir hinüberden­len ,, ins unentdeckte Land, aus des Bezirks kein Wandrer wieder­

ttag in Köln. Das Spiel lehrt!" Keiner ist unter uns, der in diesen ernsten Stunden der

muß es unbedingt höre zwölf Uhr nach Orleans

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ich zu spät. Jch fön

Besinnung nicht um Menschen trauern, die ihm einst nahe stan= den und ohne deren Hilfe, Liebe, Freundschaft er heute den harten Kampf des Lebens allein auszufechten hat.

en: Jah bleibe hier neute, er beansprucht mehr denn je den ganzen Menschen, den

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ht. Bater hat etwas genartige Bemerkung vo

Gerade für uns moderne Menschen hat der Totensonntag besondere Bedeutung. Denn der schwere Existenzkampf von vollen Einsatz seiner Kräfte. Und allzu leicht folgt daraus, daß man aus diesem Grunde den Sinn des Lebens im allein Zwed­

... Sie haben ihm dod mäßigen, im Materiellen sieht. Die Not zwingt die Menschen,

sflügen damals?"

Sulein."

ausschließlich vorwärts zu schauen. Zum Erinnern, zum Er­lennen bleibt keine Zeit. Es ist das Totenfest, das mit seiner

nicht zu. Dann hat fie dunklen Mahnung an die verschlossenen Herzen pocht: gedenke,

t. Einerlei. Aljo Senn daß du sterblich bist!

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Diefen Augenblid benuger

leicht sagen Sie noch:

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lich wirken, weil mein bejten, Sie üben jest Stellen Sie fich mal iratsantrag machen... j

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( Fortjehung folgt)

Als Bestätigung alter Weisheit erscheint es, wenn heute, da das Leben weniger erstrebenswert ist denn je, der Kampf darum auch erbitterter denn je zuvor geführt wird. Die Mensch­heit fühlt Tod und Vernichtung im Naden und wehrt sich bis zur Verzweiflung. Wir leben also angesichts des Todes aber ist es ein richtiges Leben? Der Tod ist ein Ding, um deffentwillen man das Leben liebt, sagt Hebbel.

Das wahre Leben jedoch angesichts des Todes heißt: werde wesentlich! Nicht jenes Hasten und Jagen nach dem Erfolg des Augenblics, das unsere Zeit auszeichnet, nicht der blinde

Die große Lichtfülle der

Kampf um Alltägliches, der wütende Einsatz für nichtige, ver­gängliche Dinge sollte das Ergebnis unseres Lebens angesichts des Todes sein. Die Erkenntnis, daß für jene große, göttliche und lebenspendende Kraft des Universums ,, tausend Jahre wie ein Tag sind", und daß dennoch ein jedes kleine Menschenleben als unetbehrliches Glied der gewaltigen Kette des Lebens ein­gefügt ist, sollte uns die rechte Besinnung geben: wesentlich werden! Das Wichtige, Unsterbliche erkennen, den Schein ver­achten, das Zufällige gering schätzen und über dem Persönlichen die großen Gedanken der Ewigkeit fühlen!

In dieser wesentlichen Erkenntnis beschlossen, liegt auch ein redftes Gedenken für unsere teuren Toten: Erinnerung, Hoff­nung und Verantwortung!

Der Erinnerung sind viele stille Stunden gewidmet, Stun­den, in denen wir uns in Trauer und Wehmut zurückrufen, was uns die teuren Dahingegangenen bedeuteten. Wieviel an Güte und Liebe wir verloren und wieviel wir unsererseits ihnen gegenüber versäumten. Diese Erkenntnis ist nicht unfrucht­bar. Sie gibt uns eine neue, wertvolle Einstellung jenen Lieben gegenüber, die uns blieben. Neue Kraft zu dulden und zu ver­stehen und immer erneut die Fähigkeit, zu lieben!

Und aus der innigen, fortdauernden Verbundenheit mit ihnen erwächst uns eine Hoffnung: die Hoffnung, ihnen einſt gleich werden zu können. Wir haben ein Vorbild, dessen Rein­heit uns teine noch so schwere Zeit trüben kann. Jm Sinne der teuren Toten zu leben, ist Pflicht und Aufgabe. Nicht Worte, nicht Tränen fönnen angesichts des Todes trösten-nur Taten, nur Werke!

Nicht nur die wehmütige Trauer um das, was wir an Güte und Liebe mit ihnen verloren haben, sollte ihnen gelten. Den schönsten Dank, das ehrenvollste Gedenken weihen wir ihnen, wenn wir ihr Vermächtnis erkennen und ihre Taten und Ge= danken in ihrem Geiste fortführen. Nur der Mensch ist wahrhaft tot, dessen Lebenswert niemand fortsetzt.

Im Garten blühen die letzten Blumen. Es ist gerade, als wenn der Herrgott sie bestimmt hätte, daß sie noch den Gottes­ader schmüden sollen am Tag der Toten. Um so sammeln wir all' die bunte Pracht des Herbstes zu Sträußen und Kränzen, die wir unseren Lieben im Friedhof bringen wollen.

Fest der Toten. Alte Wunden brechen wieder auf und altes Leid weint neue Tränen. Wo immer auf Erden ein Band der Liebe sich um Menschen schlingt, da steht neben dem Glück auch das Leid. Und wo der Tod dann dieses Band löst, da quält das Heimweh die erdgebundene Seele. Voll bitterer Sehn­sucht blicken wir dann in unbekannte, nur geahnte Höhe, wo wir den Geist unserer Lieben wähnen. Und auf dem Kirchhof legen wir an ihren Gräbern die letzten Blumen des Jahres nieder. Einsame Friedhöfe wandeln sich in Blumengärten, über denen die Liebe wacht. Geweihte Liebe- neben der nur stille, schwei­gende Trauer Platz hat.

Gerade die heutige Zeit bitterer Not weist Totentrauer in ruhige Bahnen. Das Hasten des Alltags schweigt dort in jenen dunklen Grüften und Gräbern, und da gibt es feine Sorge mehr: ,, was werden wir essen, trinken und womit werden wir uns fleiden". Der schwache Körper, der so oft den Flug der Seele gehemmt hat, ist ihr nicht mehr hinderlich. Sie ist frei und verklärt. Das Göttliche, wonach sie verzehrend gesucht und gestrebt hatte, ist erreicht, und selig ruht die arme Erdenseele. Warum flaget ihr, Väter, Mütter, Kinder und Freunde? Wei­net nicht über sie, die den Frieden gefunden haben, sondern weinet über euch, die ihr die Last dieses Lebens noch zu tragen habt. Sie gingen nur voran. Ueber eine kleine Weile werden auch wir leidlos, friedvoll und selig schlummern.

Der Sonntagsschreiber.

* Die mittlere Justizlaufbahn. Vom hessischen Justizmini­sterium wird darauf hingewiesen, daß Gesuche um Zulassung von Anwärtern für die Laufbahn des gehobenen mittleren Ju­stizdienstes zur Zeit zwecklos sind. Die Laufbahn ist noch ge­sperrt. Vormerkungen werden nicht vorgenommen.

Das

* Gewerbelegitimationstarten für das Kj. 1933. Kreisamt macht auf die Neuausstellungen von Wandergewerbe­scheinen und Legitimationstarten für das Rj. 1933 aufmert­sam, wobei besonders zu beachten ist: Wandergewerbescheine und Legitimationsfarten gelten jeweils nur bis zum 31. De­zember. Zu Beginn des neuen Jahres häufen sich meistens die Anträge derart, daß sich die Ausfertigung der neuen Aus­weise verzögert. Es erscheint daher unerläßlich, schon jetzt die Anträge auf Neuerteilung der Scheine zu stellen. Nur bei recht­zeitiger Antragsstellung kann Gewähr dafür übernommen wer­den, daß die Scheine bei Gebrauch zur Verfügung stehen.

* Ungültiger Dienstausweis. Der Dienstausweis Nr. 123 des Kriminalinspektors Sambaß, ausgestellt am 1. September 1930 vom Polizeiamt Worms, ist verloren gegangen. Er be­rechtigte gleichzeitig zum Führen von Schußwaffen. Der Dienst­ausweis ist vom Polizeiamt für ungültig erklärt.

* Straßensperre, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil­Club E. V.( A. v. D.), Gießen. Die Sperrungen auf den Pro­vinzialstraßenstreden Altenstadt- Lindheim, sowie Selters- Orten­berg sind aufgehoben.

* Bei uns zu Lande auf dem Lande. Es gibt nur wenige Gebiete in Deutschland, in denen sich ursprüngliches Volkstum in voller Reinheit erhalten hat. Zu diesen Gebieten zählt auch das kleine Schwälmer Land. In dem Zyklus Bei uns zu Lande auf dem Lande" wird nun der Südwestfunt am Samstag, dem 26. November, 19.30 Uhr, versuchen, durch einen Schall­plattenhörbericht etwas von dem Leben und dem Wesen der Schwälmer seinen Hörern lebendig zu machen.

* Haushaltungsfurs. Der am 15. Januar 1933 beginnende Haushaltungs- Kursus im Erholungsheim Orbishöhe" in Zwingenburg a. d. B. wird in diesem Jahre auf mehrfachen Wunsch auf ein viertel Jahr verlängert, schließt also am 8. April.

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