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Samstag, den 1. Oktober 1932.

Lokales.

Sonntagsgedanken.

Des Herbstes Zauberhand hat farbenfroh die Welt wieder bemalt und was gestern noch im grünen Sommerkleide dastand, erstrahlt heute in tausend bunten Farben. Braun und gelb und rot glüht es aus den Zweigen und Früchte fallen uns in Den Schoß von dem, was vor kurzem noch Blüte war. Schon fällt ein Blatt nach dem andern ab; auf herbstlich stillen Gar­tenwegen legen sie sich sacht zur Ruhe und bald stehen die Bäume fahl und bloß und bald ist wieder das Ende da von diesem Jahre. So ist der Lauf der Zeit, und so wechseln auch im Menschenleben schöne und sonnige Tage mit grauen und finsteren. Aber nicht klagen soll der Mensch, sondern hoffen; denn selbst das kleinste Blümlein, das im Herbst erblaßt, hat den Glauben, daß bald am Frühlingsmorgen über'm Hang die Sonne es wieder füssen wird. Und wenn dein Herz gramverstimmt ist, so dente an den Baum und an den Strauch, die auch nicht klagen, wenn jetzt der Herbst ihnen die Blätter raubt. Denn wie diesen unser Herrgott zur rechten Stunde sie nimmt und wieder gibt, so heilt auch dir dein Gott zur rechten Zeit des Herzens Wunde. Auch trübe Wochen fliehen und gehen vorüber wie der Winter. Dann wacht ein neuer Frühling wieder auf und die Welt wird wieder grünen und blühen. Der Sonntagsschreiber.

Die Fahnen werden geholt.

Die Einleitung zum 1. Hessischen Grenadiertag das Ab­holen der alten Fahnen der hessischen Regimenter 115, 116 und 118am gestrigen Nachmittag hatte eine große Menschenmenge auf die Beine gebracht. Schon auf dem Hinwege der Ehren­pompagnie zum Bahnhof begleitete eine große Schar unsere 15er; die Fußsteige waren in allen Straßen dichtbevölkert und am Bahnhof war ein Durchkommen fast unmöglich. Der Empfang der 9 alten ruhmreiden Fahnen war ein feierlicher und selten eindrucksvoller Aft.

Was ist das für eine Begeisterung?! ,, Soldaten kommen!" schallt es in allen Gassen und es erinnert uns an Deutschlands große Zeit, wo eine Welt in Waffen uns konnte nicht nieder­siegen. Es fühlt sich alles eins beim Anblid unserer grauen Grenadiere. So soll es immer sein! K.

Gießener Zeitung"

* Diebstähle. Gestohlen wurden aus einem Garten auf der Insel eine 5 Meter lange Leiter, aus einem Hofe zwei Fahrradjättel, ein Boschdynamo, ein Photoapparat und auf dem Viehmarkt ein braunes Kalb. Sachdienliche Angaben er­bittet die Kriminalpolizei.

* Straßensperre. Während der Dauer der Herbstmesse vom 3. bis einschl. 9. Oftober 1932 wird die Kirchstraße zwischen Neu­stadt und Wetzsteingasse täglich von 11 Uhr ab für den gesamten Durchgangsverkehr polizeilich gesperrt.

* Offenhalten der Ladengeschäfte.

Das Polizeiamt

teilt mit: ,, Auf Grund des§ 105 b der Reichsgewerbeord­nung in der Fassung der Verordnung vom 5. Februar 1919 ist für alle Geschäftszweige des Handelsgewerbes in der Stadt Gießen der Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsstellen, die Be­schäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern am Sonn­

Eine militärische Ausstellung in der Kaserne. Im Rahmen des Grenadiertages in Gießen findet Dom 30. September bis 2. Oftober 1932 eine militärische Ausstellung in der Exerzierhalle in der Neuen Kaserne statt, deren Besich­tigung für Inhaber der allgemeinen Eintrittskarte fostenlos gestattet und zu empfehlen ist. Die Ausstellung gibt einen Ueber­blick über die gesamte Ausrüstung mit Waffen und Geräten, über die ein Infanterie- Bataillon verfügt. Die Wirkungsweise der Waffen wird an Lehrgewehren und durch dort befindliche Unter­offiziere erläutert. Eine Zusammenstellung über die zuständige Nachrichten, Pionier- und Sanitätsausstattung vervollständigt das Bild. Die Ausstellung ist vom 30. September von 14 Uhr ab der Bevölkerung zugänglich.

Kraftpost- Sonderfahrten

aus Anlaß des 1. Hessischen Grenadiertages.

tag, den 2. Oktober 1932, in der Zeit von 12 bis 14.30 und von 16.30 bis 18 Uhr gestattet."

Nr. 39

Aus Nah und Fern.

Bad Nauheim. Das Herz- und Rheumabad hat auch in diesem Jahre ganzjährigen Kurbetrieb. Die Kurabgabe beträgt vom 1. Oftober 1932 ab 15.- RM.

Bad Nauheim. Bis zum 29. September betrug der Gesamt­besuch 23 151 Gäste, darunter 3766 Ausländer. Anwesend waren an diesem Tage 1821 Gäste.

Bezugsp

Lauterbach. Jhren 80. Geburtstag fonnte Freifrau Therese Riedesel zu Eisenbach, die Witwe des verstorbenen Majors Redaktionsid Friedrich Niedesel zu Eisenbach, geb. Gräfin von Bernstorfendung nich auf Schloß Eisenbach begehen.

25 Jahre Staatl. Materialprüfungsanstalt. Darmstadt. Am 1. Oktober sind es 25 Jahre, daß die Staatl. Materialprüfungsanstalt von Geh. Bäurat Prof. Dr. Ing. e. h. Dr. h. c. Berndt gegründet wurde. Trotz der schwie rigen Wirtschaftslage konnte die Staatliche Materialprüfungs anstalt Darmstadt auch in den letzten Jahren mit Unterstützung des hessischen Staates und zahlreicher Firmen und wissenschaft

14. Ja

Po

Das Rei

* Evangel.- Kirchl. Landes- Jugendamt. Die Diensträume des Evangel.- Kirchl. Jugendamtes( Landes- Jugendpfarramt) befin­den sich ab 1. Oftober 1932 in Darmstadt, Neckarstraße 161, Fernruf: 4710, Postscheckkonto: Frankfurt- Main 624 65, Sprechlicher Verbände immer weiter ausgebaut werden. So verfügt wirtschaftliche stunden von 8 bis 12 Uhr vormittags, außer Samstags.

* ,, Das Jugendbuch der Völker". Bei der Eröffnung der Abteilung Das Jugendbuch der Völker" des Instituts für Völkerpädagogit" in Mainz findet ein Kongreß für Jugend­literatur statt. Vertreter aller Interessengruppen berichten über die Not ihres Teilgebietes. Die Verhandlungen beginnen am Sonntag, den 2. Oktober, 11 Uhr. Ein Dichterabend beschließt am 4. Oktober den Kongreß.

Am Samstagabend werden für alle von Gießen aus ver­fehrenden Kraftpostlinien um 23.15 Uhr an der Volkshalle Om­nibusse bereitgestellt werden, um den Besuchern des Grenadier­festes Gelegenheit zu geben, nach Beendigung des Biwaks und des Zapfenstreiches nach ihren Wohnorten zurückzukehren. Zum Besuche der Veranstaltungen am Sonntagvormittag( 10 Uhr Feldgottesdienst und 11 Uhr Parade) werden mehrere Sonder­fahrten eingerichtet.

*

* Dienstjubiläum. Sein 25- jähriges Dienstjubiläum begeht heute der Zuchtverwalter Gustav Konrad Richtberg beim Landwirtschaftskammer- Ausschuß der Provinz Oberhessen. Herr Richtberg, der fast seit Anfang des Bestehens der Kammer die­ser angehört, erfreut sich in weitesten Kreisen der Tierzüchter und Landbevölkerung großer Beliebtheit.

Eẞkultur und Lichtkultur.

Selbst in sehr gepflegten, modern ausgestatteten Wohnun­gen fann man oft bei einem gelegentlichen Blick in die Küche feststellen, daß bis hierher die Bestrebungen moderner Wohn­kultur nicht vorgedrungen sind. Vor allem in bezug auf die Beleuchtung, die ja einen der Hauptfaktoren moderner Be­haglichkeit darstellt, sieht es hier meist rückständig und, was noch schlimmer ist, düster und ungemütlich aus: unter einem als Reflektor gänzlich unzulänglichen flachen Teller pendelt eine blendende Klarglaslampe von der Deckenmitte herab, als ein­zige Beleuchtung, genau so wie in den ersten Anfängen des elektrischen Lichts, als man von Lichtwirtschaft und verfeinerter Lichtkultur, von sinngemäßen Reflektoren und insbesondere von den Erfordernissen einer zweckmäßigen Arbeitsraumbeleuchtung noch nichts wußte.

* Vom Polizeiamt. Polizeinspektor Schaub ist zufolge Verfügung des Herrn Ministers des Innern mit Wirkung vom 1. Oktober ds. Js. zum Polizeiamt Darmstadt versetzt. Der allseits beliebte Beamte tam am 1. Dezember 1922 von Darm­stadt kommend zum Polizeiamt Gießen. In den Jahren 1922 bis 1930 war er Leiter des aus organisatorischen Gründen auf­gehobenen 3. Polizei- Bezirks in der Kirchstraße. Alsdann wurde er mit Dienstverrichtung zum Polizeiamt fommandiert. Das Polizeiamt sieht den geschätzten Beamten nur ungern scheiden und wünscht ihm an seinem neuen Dienstort das Aller­beste.

Die Küche ist ja aber zweifellos ein Arbeitsraum, für den die ausreichende, richtige Beleuchtung nicht weniger wichtig ist, als etwa für ein Büro oder eine Werkstatt. Eine reichliche, gleichmäßige, blendungsfreie Allgemeinbeleuchtung durch eine einfache aber zwedmäßige konstruierte Leuchte ist hier erforder­lich und außerdem entsprechendes Zusatzlicht an den einzelnen Arbeitsplätzen, als die hier der Herd, der Spültisch und der Küchentisch, an dem die Speisen zugerichtet werden, in Frage tommen. Ohne die richtige Beleuchtung kann in der Küche, so wenig wie in einem anderen Arbeitsraum, wirklich vollwer­tiges geleistet werden, ja, die Möglichkeit der verschiedensten Versehen infolge einer mangelnden Uebersicht ist in der Küche vielleicht besonders groß: Vergreifen in den Speisezutaten, un­zulängliche Reinlichkeit, Geschirrbruch usw. Die großen oder kleinen Küchenkatastrophen sind ja jedermann hinlänglich be­fannt.

* Die Diebstähle im Schlachthaus aufgeklärt. Seit etwa einem halben Jahre wurden im hiesigen Schlachthaus in kleineren Zeit­abständen größere Fleischmengen, wie halbe Schweine, Rinder­bugstüde usw. gestohlen. Trotz genauer Kontrolle durch die Schlachthausverwaltung wurden am Mittwoch wieder ein Rinds= und ein Kalbsbug entwendet. Am Donnerstag gelang es end­lich der Kriminalpolizei im Verein mit der Schlachthausver­waltung den Täter zu fassen, der noch ein Teil des am Tage vorher entwendeten Fleisches in seinem Betrieb hatte. Es han delt sich um den 21jährigen Metzger W. P. aus Großen- Linden.

Verlangt beim Einkauf nur deutsche Waren

die Anstalt heute über alle neuzeitlichen Prüfeinrichtungen für faffen. die wichtigsten Werkstoffe. Aus Anlaß des 25- jährigen Be Das poli stehens der Materialprüfungsanstalt findet am 29. Oktober Konferenz ge 1932 eine in einfachem Rahmen gehaltene Feier in der Tech: die entscheide nischen Hochschule statt. Aus leit

Bad Lippspringe. Das Arminiusbad in Bad Lippspringe englische Weg konnte in diesem Jahre sein hundertjähriges Bestehen feiern. baldigen Zuid Mit Rücksicht auf die Zeitverhältnisse fand nur eine akademische Regelung der Festveranstaltung statt.

Darüber hinaus sollte man aber auch die Behaglichkeits­werte nicht außer acht lassen, die eine gute Beleuchtung in den Küchenraum bringt. Die Küche soll doch für die Hausfrau oder Köchin ein möglichst angenehmer Aufenthalt sein; und außer­dem ist es nicht einzusehen, warum gerade dieser Raum, in dem aus den rohen Speisezutaten die schönsten Erzeugnisse ver­feinerter Eßkultur bereitet werden, barbarisch mit einer pri­mitiven Lichtquelle erhellt werden soll, statt mit zeitgemäß ver­feinerten, guten Leuchten.

Aniversal­Reichssteuer- Kajjebuch

- mehrfach gesetzlich geschützt

Albin Klein

Gießen

Deutsche Wochen im Südwestfunt.

Neue Bücher.

Zum Ab

wiftandes w rigt: Das begrüßen wir

Sirtschaft.

In einem anahme de

Um Manneschre, von Gustav Schröer. Verlag C. Bertels mann in Gütersloh. 360 S. Preis geb. RM. 4.40. 3u haben in jeder Buchhandlung. Was für Rudolf Herzog der Nieder rhein, ist für Gustav Schröer das thüringische Bauernland Roje sowie Wieder hat der hochbegabte Erzähler einen schlichten, ernständiger S heiteren, wuchtigen und in sich abgeschlossenen Bauern roman ge regierung fein schrieben. Gustav Schröer hat manches vorzügliche Heimatbud tioniert werde von gesamtdeutscher Geltung geschaffen, dieses ist eins seiner besten.

Wie im vergangenen Herbst veranstalten auch in diesem Jahre wieder die verschiedensten wirtschaftlichen Verbände im gesamten Gebiet des Reiches ,, Deutsche Wochen". Ihre Aufgabe soll sein: Die Bevölkerung auf den Wert und die Güte der ver­schiedenartigsten deutschen Waren hinzuweisen, die entgegen immer noch bestehenden Vorurteilen besser wie größtenteils ebenso billig sind, wie gleiche Erzeugnisse des Auslandes.

Der Südwestdeutsche Rundfunk veranstaltet im Rahmen dieser Deutschen Wochen eine Reihe besonderer Vorträge, auf die im Nachstehenden besonders hingewiesen sei: 4. Oktober

11. Oktober

18. Oftober

19. Oftober

22. Oftober

28. Oftober

18.50 Uhr: ,, Deutsche Wochen 1932", von Dr. Fr. Langsdorf, Frankfurt a. M.

18.50 Uhr: Der deutsche Obst- und Gemüsebau,

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Möglichkeiten zu einer Qualitäts- und Absagsteige= rung", von Gartenbaudir. Lange, Frankfurt a. M. 18.50 Uhr: ,, Rationalisierungsbewegung Handwerk", von Dr. Wagner, Wiesbaden.

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Im Rön ein Sport- und Gesellschaftsroman. Buch Nr. 16: Jlse Leug: liner Sonder ,, Glüd und Ruh"; ein zarter Liebesroman. Buch Nr. 17: Keiler u. Mannhof: Das Todesspiel der Draga Maschin"; eine wahr heitsgemäße Schilderung des erschütternden Schicksals der scho nen Draga, die bei dem entsetzlichen Blutbad von Belgrad eine tragischen Tod fand.

18.45 Uhr: Rundfunkgespräch: Stadt u. Land", von Karl Hepp, Vors. der Landwirtschaftskammer Wiesbaden und Prof. Dr. Neumark.

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18.50 Uhr: Industrie und Landwirtschaft zur Frage der Stärkung des Binnenmarktes", von Dr. H. Fabian, Frankburt a. M.- Nied.

Zusammenit am 29. Aug choijen und Die fün

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and Redaktio

Ueber die neue Mode orientiert Sie eingehend das soeben fin verurteil erschienene neueste Heft der Eleganten Welt". Effektvolle Auf Reichstagsa nahmen und Zeichnungen geben dazu illustrative Erläuterungen Sozialdemokr Das Urbild des Uncle Sam". Von Präsident Lincold gung der R der durch seinen Befreiungskampf die populärste Persönlichkei Amerikas wurde und den man wegen seiner langen hageren Geberschlesischen stalt ,, Uncle Sam" nannte, erzählt die neue ,, Woche" Ein Hotel für Kinder. Soeben wurde das erste deutsch durchsuchung Kinderhotel in Berlin eröffnet. Es ist eine Gründung der Ju In versch gendfürsorge, die den Kindern und Eltern das Reisen erleich aussuchungen tern will. Einen Einblick in die Arbeit dieses nützlichen und Bersonen wur fröhlichen Hotels gibt ein Bilderartikel in der neuen Numme der Münchner Illustrierten( Nr. 40).

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Zur Beile

her erhalten; das ist ein Bereich, der für gute Sprach- uendel fanden

Musitübertragungen genügt. Es werden aber immer

mandlungen ita

Großsender in Betrieb genommen. An jedem Empfangsort werden fonnte.

demzufolge jetzt zahlreiche Sender lautstark zu hören; um einzeln ohne gegenseitiges Mittönen zu empfangen, muß be

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moderne Empfänger sehr trennscharf sein. Die neuen Siemegierung und Empfänger haben eine 9 Kiloherz- Trennschärfe; Nah- Szirt der Reid Fernempfang mit ihnen bietet deshalb immer Freude und stens 1000 2 Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen Millionen RM

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