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Nr. 34

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Mittwoch, den 29. April 1931.

Holland

-

Gießener Zeitung"

Turnen, Sport und

Deutschland 1: 1( 1: 0)

Der Fußball- Länderkampf gegen Holland hat dem Deutschen Fußball- Bund ein besseres Ergebnis gebracht, als man auf Grund der deutschen Mannschaftsaufstellung erwartete. Gegen die sehr starte, sorgfältig ausgewählte und vorbereitete holländische Na­tionalmannschaft erzielte die deutsche Elf ein durchaus ehren­volles Unentschieden von 1: 1. Man muß zugeben, daß ein besse= res Ergebnis für die Deutschen nicht verdient gewesen wäre, denn die Niederländer waren ihnen durchaus ebenbürtig, und im Spielverlauf hatten sie sogar ein leichtes Plus. Sie waren schneller als ihr Gegner und griffen meist auch zügiger und ent­schlossener an. Man darf auch sagen, daß Deutschland mit einem anderen Tormann als Kreß die Partie sicher glatt verloren hätte, denn der Frankfurter hielt wieder in einer überragenden Form alles, was nur auf sein Tor tam. Als er in der 30. Minute der ersten Halbzeit doch einmal geschlagen wurde, da fam der Schuß aus einem für Kreß unübersichtlichen Gedränge. Uebrigens war dieses Führungstor der Holländer auch verdient, denn sie hatten in der ersten Halbzeit mehr vom Spiel. Zu Beginn der zweiten Halbzeit drängte Deutschland, dann wurde der Kampf ausgeglichener, und gegen Schluß lag Holland wieder mehr im Angriff. Schlösser erzielte den Ausgleich. Die 6000 deutschen Schlachtenbummler unter den 32 000 Zuschauern freu­ten sich sehr, sie jubelten auch schon, als Lachner wenig später ein zweites Tor schoß, aber die Freude war verfrüht, der Schieds­richter erkannte auf ,, Abseits".

Die deutsche Mannschaft in dieser Ausstellung hat uns also nicht enttäuscht. Es gab natürlich Schwächen, so vor allem im Sturm, wo die rechte Seite recht schwach war und wo eigentlich nur Richard Hofmann genügte. Sehr nett spielte die Läufer­reihe, deren bester Mann der unermüdliche Schaffer Knöpfle war, und auch die Verteidigung war gut. Sie hatte allerdings auch in Kreß einen zuverlässigen Mann hinter sich.

Die Entscheidung des 2. deutschen Tores als Abseitstor"

Aus Gießen und Umgegend.

1900 Gießen- Alsfeld 1: 2( 1: 1).

Pünktlich um 3 Uhr öffneten sich die Schleusen des Himmels und ein Platzregen mit Sagelschauern verwandelte das Spiel­feld in eine masurische Seenplatte. Mit halbstündiger Verspä tung versuchte man es doch, wenn auch von schönem" Fußball feine Rede mehr sein konnte. Technische Feinheiten blieben aus, waren auch zwedlos. Durch Tempo wollte man dieses Manquo ausgleichen, und dabei erwiesen die Gäste sich als die besseren, und konnten dadurch die Partie für sich entscheiden. Die 1900er warteten wieder mit einer neu zusammengestellten Mannschaft auf, die stark verjüngt war. Die Gäste waren durchweg stabiler. Spielleiter war Philipp- Gr.- Bused, der das Spiel auf dem schwierigen Platz anstandslos unter Dach und Fach brachte. Nach zunächst leicht überlegenem Spiel der Plazmannschaft fonnte Schmidt( HL.) eine Vorlage Lipferts zum 1. Tor für die Blau- Weißen einsenden. Mit Elan gingen die Gäste vom Mittel­anstoß wieder in den Kampf und glichen 2 Minuten später durch ihren HL. wieder aus. Sad im 1900er Tor ließ den Ball unter sich hindurch ins Netz rollen. Bis zum Seitenwechsel gab es nichts mehr außer verpaßten Torgelegenheiten. In der 2. Halb­zeigte sich mehr und mehr, daß die A.er das bessere Steh­vermögen besaßen. Ein Mißverständnis zwischen dem schwach abwehrenden Sad und dem RL. Schlarb verhalf dann den Als­feldern zu ihrem übrigens verdienten Siegestor. Die restlichen 10 Minuten änderten an diesem Spielausgang nichts mehr.

Kritik: Die Gäste hatten einen vorzüglichen Tormann, eine gleichgute Verteidigung und Läuferreihe. Der Sturm fummelte zu viel. Am besten waren noch die Außenstürmer. Bei der Platz­mannschaft fonnte als Ganzes nur die Verteidigung gefallen. Alle anderen Mannschaftsteile wiesen Schwächen auf. Sad im Tor war unsicher, Schlarb in der Läuferreihe zeigte feinen Spiel­aufbau. Im Sturm fielen die Außen aus, Enders fonnte über­zu schwach. Die anderen Spieler zeigten gute Einzelleistungen.

wurde von einem großen Teil des Publikums mit starkem Pro- haupt keinen Ball halten, Günther war auf RA. förperlich viel

test aufgenommen, und tatsächlich war sie auch sehr zweifelhaft. Ueberhaupt konnten die Abseitsentscheidungen des Schweden Bergquist oft wenig gefallen. In der Zahl der Eckbälle hatte Deutschland mit 11: 5 ein deutliches Plus, jedoch spiegelt die­ses Verhältnis den Spielverlauf nicht. Bergquist- Schweden hatte als Schiedsrichter feinen guten Tag.

Westdeutsche Fußballmeisterschaft.

Am Sonntag fand in Aachen das einzige Spiel des Tages um die Meisterschaft in der Gruppe 3( Endrunde) statt, wobei Alemannia Aachen trotz besserer Gesamtleistung, aber infolge mangelnder Schußfreude und Treffsicherheit mit 2: 5( 0: 1) gegen BfB. Bielefeld verlor; die Tabelle zeigt nun diesen Stand: Die Vereine in folgender Reihenfolge: Fortuna Düsseldorf mit 3: 1 Punkten, VfB. Bielefeld mit 3: 1 Puntten, Meidericher SV. mit 2: 2 Punkten, und Alemannia Aachen mit 0: 4 Punkten.

Die Entscheidung um die Plätze wird daher wahrschein= lich am 3. Mai fallen; an diesem Tage spielen in Düsseldorf: Fortuna Düsseldorf Alemannia Aachen, in Bielefeld: VfB. Bielefeld Meidericher SV.

Da die zwei Vereine, die jetzt schon in Front liegen, das Glück haben, am Heimatsort antreten zu können, darf man ihnen wohl die größeren Siegesaussichten einräumen.

Am 10. Mai soll schon die Vorrunde um die Deutsche Meister­schaft beginnen; es sind zunächst vier Spiele angesetzt, da in mehreren Verbänden die Vertreter bis dahin noch nicht ermittelt find. So ist z. B. Süddeutschland ganz spielfrei gelassen, wahr= scheinlich weil dieser Verband eine Hinausschiebung der Vor­runde auf den 17. Mai beantragt hatte. Sonderbarerweise hat man ausgerechnet den dritten Vertreter von Westdeutschland schon für ein Spiel am 10. Mai bestimmt; er kann aber bis dahin noch garnicht gemeldet sein. Selbst wenn bestenfalls am 3. Mai die drei Vertreter der Meisterrunde festgestellt werden, muß der Dritte doch erst noch gegen den Meister aus der Runde der Ta­bellenzweiten, d. i. Schwarz- Weiß Barmen, antreten, und das erfordert noch einen Spieltag, also mindestens den 10. Mai.

Ergebnisse aus dem Bezirk.

Bezirk:

VfB. Kurhessen Marb. Darmstadt 98 3: 5( 2: 2) Germania Marburg Horas 7: 1( 4: 1) 1900 Gießen Spv. 06 Alsfeld 1: 2( 1: 1) Wiesenbach Wallau 2: 1( 0: 0)

Breidenbach

Ehringshausen

Kurhessen Kasset

Hessen 09 Kassel

Bottenhorn ausgef.

Wetzl. SpV. 3: 5( 3: 2)

Hermannia Kassel 7: 3( 3: 1) Sport Kassel 4: 2( 2: 2) Göttingen 05 Borussia Fulda 1: 2( 1: 1) Tura Kassel Niederzwehren 2: 0( 0: 0)

Corbach BV. Kassel 06 8: 1( 4: 0)

Spogg. Göttingen Sp.u.Sp. Northeim 2: 0( 1: 0) Großalmerode Hessen- Hersfeld 5: 0( 2: 0)

Germania Fulda

Schupo Kassel

Wissenbach 1.

Offenbach 1.

Viktoria Urberach 2: 2( 2: 0) Sportfr. Kassel 4: 1( 1: 1)

Offdilln 1. 0: 2( 0: 1) Niederscheld 1. 3: 0

Altenburg Niederaula 5: 3 Frohnhausen 3: 5( 2: 2)

Gladenbach

Frankenberg Wetter 3: 3

Wommelshausen Marbach 6: 0

Gau Gießen Weglar.

Butzbach 1. Gr. Karben 2: 5( 0: 3)

Löhnberg Weilburg 2: 1( 1: 0) Gr. Bused 1. Steinberg 4: 1

VFB. Gießen 2.

FC. Daubringen 4: 0

Lollar 1. Niederweisel 1. 2: 0 abgebr. Leihgestern 1.

Grünberg

Butzbach 2.

Steinbach

1900 Gießen 2. 2: 1( 1: 1) abgebr. Leusel 5: 0

Groß- Karben 2. 1: 1 Ettingshausen 2: 6( 1: 4)

Löhnberg 2. Weilburg 2. 3: 0( 2: 0) Ehringshausen 2. Weyl. SpV. 3. 2: 3( 2: 1) Stodhausen 1.- Holzhausen 1. 0: 1( 0: 0) Braunfels 1. Bissenberg 1. 3: 1( 3: 1) abgebr. Büblingshausen 1. Burgsolms 1. 1: 7 Oberndorf 1.- Steindorf 1. 3: 5 Leun 1. Niederbiel 1. 2: 1

Dutenhofen Hermannstein ausgef. Holzhausen 2. Tiefenbach 1. 7: 0 Stockhausen 2. Allendorf 2. 2: 1( 1: 1)

Ulrichstein Nidda 2: 5

Steinbach 2.

Ettingshausen 2. 1: 3( 1: 2)

Lollar 2. Wiesed 2. W. n. ang. Löhnberg AH. Weilburg AH. 1: 3( 1: 1)

1900 Gießen 1. Jgd. Alsfeld 1. Jgd. 2: 2 Butzbach 1. Jgd. Friedberg 1. Jgd. 1: 1 Grünberg Jgd. Leusel Jgd. 3: 0 Löhnberg Jgd. Weilburg Jgd. 2: 2( 1: 0) Bissenberg Jgd. 0: 0

Braunfels Jgd.

1900 Gießen 2. Jgd. 1900 Gießen 3. Jgd.

Lollar 1. Jgd. 0: 0 Garbenteich Jgd. 2: 0( 0: 0)

1900 Gießen Schüler Lollar Schüler 5: 1. Nauborn Sch. Weyl. SpV. Sch. 1: 2 Butzbach Sch. Wiesed Sch. 1: 1

Aus Lollar.

In Lollar standen sich Lollars 1. und Niederweisels 1. M. gegenüber. Das Spiel wurde nur bis Halbzeit durchgeführt, wobei L. Mannschaft mit 2: 0 in Führung gegen die mit 9 Mann angetretenen Niederweiseler lag.( Gewitter.) Lollars 2. wartete vergeblich auf Wiesecks 2. Die 1. Jugend löste in Gießen ein Gesellschaftsrückspiel gegen 1900 2. ein. Lollar trat nur mit 10 Mann an und holte ein ehrenvolles 0: 0 heraus. Die neu zusammengestellte 1. Schülermannschaft spielte gleichfalls gegen 1900 1. Schüler, und verlor gegen die förperlich stärkeren 1900er mit 5: 1. Ein L.er Verteidiger verursachte dabei ein Selbsttor.

Leihgestern 1.1900 Gießen 2. 2: 1( 1: 1).

1900 mußte dieses Spiel mit einigen Ersazleuten und zehn Mann bestreiten. L. hatte auch einige neue Spiele in der Mann­schaft. 1900 begann mit schönen Kombinationszügen, denen aber der Torschuß fehlte. Die Plagherren tamen nach und nach auf und das Spiel wurde verteilt. L. konnte durch einen Strafstoß in Führung gehen; doch die Gäste glichen auf eine Flanke von links durch ihren HR. aus. Nach der Pause spielte 1900 mit dem Wind; aber nach neun Minuten wurde das Spiel wegen Regen abgebrochen, nachdem L. durch einen krassen Fehler der Gießener Hintermannschaft das 2: 1 erzielt hatte. Der Aus= gang des Spieles bei Weiterführung wäre offen gewesen.

Das Hintertrio von 1900 war gut und schuldlos an der Niederlage. Die beiden Außenläufer versagten. Der Sturm fombinierte gut, schoß aber nicht früh genug. Der HR. drip­pelt zu lange. Die Mannschaft hat sich aber in Anbetracht der obigen Umstände gut geschlagen. Leihgestern war nicht in der früheren Form. Gut waren der linke Verteidiger, rechter und Mittelläufer und LA. Schiedsrichter Schulz- Butzbach gut.

Steinbach 1.

Ettingshausen 1. 2: 6( 1: 4).

Steinbach 2. Ettingshausen 2. 1: 3( 1: 2).

Die beiden ersten Mannschaften traten mit zahlreichem Ersatz an und lieferten sich einen fairen, spannenden Kampf. Die Gäste wählten den Wind zum Bundesgenossen und lagen schon nach 25 Minuten Spieldauer mit 4 Toren in Führung, denen die Plazbesizer bis zur Pause nur eins entgegenzusetzen vermochten. Auch nach dem Wechsel hatte Ettingshausen mehr vom Spiel. Die Gäste waren noch zweimal und der Gastgeber noch einmal erfolgreich. Steinbach stellte eine ziemlich ausgeglichene Elf. Bei den Gästen überragte besonders der neue Mittelstürmer Görnert. Vor dem 1. Mannschaftsspiel spielten die 2. Mannschaften beider Vereine. Die junge Gästeelf setzte ihren Siegeszua fort und schlug nach durchweg überlegenem Spiele, die körperlich stärkeren Steinbacher mit 3: 1( 2: 1) Toren. Vorspiel 3: 0 für Ettingshausen.

Ehringshausen 1. Ehringshausen 2.

Weglar 1. 3: 5( 3: 2). Weglar 3. 2: 3( 2: 1).

Nauborn Sch. Weglar Sch. 1: 2 w. Regen abgebr. Ehringshausens 2. Elf, Meister ihrer Klasse hatte das Vor­spiel in Wetzlar 4: 1 gewonnen. Trozdem W. mit kompletter 3. M. antrat, sah es nach den ersten 5 Min. aus, als ob Ehr. den Sieg wiederholen würde, denn zu dieser Zeit lagen sie bereits 2: 0 in Führung. Nach der Drangperiode von Ehr. tam Weklar langsam auf. Lange war das Spiel ausgeglichen ohne weitere Erfolge. Bis endlich Fischer 1 Tor für W. aufholte. Nach der Pause änderte sich wie im Vorspiel das Bild zu Gunsten der W.,

Spiel.

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doch konnten sie diesesmal ihre Ueberlegenheit in 2 weiteren Toren zum Ausdrud bringen.

Anschließend betraten die beiden ersten Mannschaften das Feld. Wetzlar hatte für Verteidigung und Torhüter Ersatz ein­gestellt, welcher aber voll genügte, Chr. mußte Langenbach er­setzen. Das Spiel war mustergültig, schöne flache Kombinatio nen wurden von beiden Seiten gezeigt. Nach kurzer Spielzeit ging W. durch Schaan, welcher sich mit Wohlgemuth sehr gut verstand, in Führung. Ehr. ist etwas im Vorteil, fann aus­gleichen und bis kurz vor der Pause auf 3: 1 erhöhen, denen aber Friedrich noch ein Tor f. W. entgegensetzt. Nach der Halbzeit ist das Spiel zunächst noch ausgeglichen, bis sich allmählich W. durch besseres Zusammenspiel überlegen zeigt, Friedrich gelingt endlich der Ausgleich durch sein plazierten flachen Schuß. Noch 10 Minuten sind zu spielen, W. geht zum Endspurt über. Diehl Ehr. geht in die Verteidigung zur Verstärkung, aber Wohlgemuth gelingt trotzdem das Siegestor und Friedrich, heute außerordent lich gut in Form, kann noch wenige Minuten vor Schluß auf 5: 3 f. W. erhöhen. Für den kommenden Sonntag hat Weklar wieder etwas großes vor, denn die Offenbacher Riders sind mit tompletter erster Mannschaft verpflichtet. W.3.W.

Club- Kampf in Löhnberg gegen Weilburg.

Löhnberg 1. Jugend Löhnberg 2. Mannsch.

Löhnberg Alte Herren

Löhnberg Liga- M.

Weilburg 1. Jugend 2: 2( 1: 0). Weilburg 2. Mannsch. 3: 0( 2: 0). Weilburg Alte Herren 1: 3( 1: 1). Weilburg Liga- M. 2: 1( 1: 0). Den Spielbeginn eröffnete die Jugend. Beide Mannschaf= ten waren ziemlich gleichwertig. Alsdann betraten die 2. Mann­schaften den Play. Der Sieg der 2. M. war vollauf verdient und hätte dem Spielverlauf nach weit höher ausfallen können. Nur einmal hatte W. Gelegenheit, ein Tor zu schießen, aber 2. Torhüter leitete zur Ede und dann hatte W. nicht mehr viel zu bestellen. Alle noch so gut gemeinte Vorstöße scheiterten an der guten L. Hintermannschaft. Der heimische Sturm war im Zusammenspiel gut, tombinierte allerdings vor dem Tor zu viel und fand einen guten Hüter im gegnerischen Tor. Schiri Klee­mann leitete beide Spiele gut. Im Anschluß hieran betraten die Alten das Feld. In der ersten Halbzeit war das Spiel verteilt. W. erzielte das erste Tor und 2. konnte turze Zeit darauf durch Prachtschuß ausgleichen. Nach Seitenwechsel wie vorher, viele Gelegenheiten auf beiden Seiten werden ausgelassen. Gegen Schluß ist W. überlegen und kommt noch zu 2 verdienten Tref= fern. Reichlich spät war es geworden, als die Ligisten den Platz betraten. 2. spielte zunächst mit dem Wind und war dauernd überlegen, kam aber vorerst zu feinem Torerfolg. Der W. Hüter hielt übrigens vorzüglich. Bis furz vor Halbzeit ein scharfer Schuß vom Tormann abprallte und der Nachschuß als Führungstreffer saß. Bis auf einige Edbälle für L., deren einen der Gästehüter im Fallen noch in letzter Sefunde rettete, änderte sich nichts mehr bis Halbzeit. Nach Seitenwechsel spielte W. mit dem Wind, konnte aber nie gefährlich werden. In der 20. Minute fiel unverhofft das Ausgleichstor für W. Ungefähr aus 30 Meter Entfernung fam ein scharfer Schuß auf L. Tox. Der Tormann fing, der Ball entgleitet aber seinen Händen, und der Nachschuß faß. Das Spiel war eine Zeitlang ausgeglichen, bis furz vor Schluß L. wieder ständig im Angriff lag. Im An schluß an eine der vielen Ecken fiel der Siegestreffer durch Kopfball für L. Schiri Grünewald leitete vorzüglich. Bis auf Kleinigkeiten wurden alle Spiele anständig zu Ende geführt. Stodhausen i.

-

Holzhausen 1. 0: 1( 0: 0), Stodhausen 2. Willendorf 2. 2: 1( 1: 1).

Im Plakettenspiel standen sich Stockh. 1. und Holzh. 1. gegen­über St. in der 1. Viertelstunde nur mit 9 Mann spielend, toante bei ausgeglichenem Spiel die Partie bis zur Halbzeit 0: 0 halten. Holzhausen konnte in der 2. Halbzeit als der Glücklichere den einzigen Treffer dieses Spieles erzielen und somit das Spiel für sich gewinnen. Man lieferte sich ein faires Spiel, das unter der bewährten Leitung von Schiri Willer, Wetzlar, stand. Im Gesellschaftsspiel trafen sich Stockh. 2. und Allendorfs 2. Mannschaft. Allendorf konnte furz nach Beginn mit einem Treffer in Führung gehen, dem Stockh. noch vor Halb­zeit den Ausgleich entgegensetzen konnte. In der 2. Spielhälfte fonnte dann Stockh. durch seinen Mittelst. Heinz zum Siegestor einsenden.

Der Fußballer und Sportler werden wanderfreudig.

In einem Bericht über die letzte Sikung des gemeinsamen Jugendausschusses des Deutschen Fußballbundes und der Deut­fdjen Sportbehörde für Leichtathletik heißt es u. a.:

,, Ebenso wird auch wegen der in ihm liegenden Werte das Wandern erneut empfohlen. Die Vereine sollen mehr als bisher veranlaßt werden, die Mitgliedschaft im Reichs­verband für Deutsche Jugendherbergen zu erwerben und in den Gauen lebhaft an den diesen Verband bewegenden Fragen mitzuarbeiten."

Das ist ein hochwichtiger Beschluß, den alle Wanderfreunde soweit wie eben möglich auswerten sollten. Es gilt, in den ört­lichen Vereinen, bei denen meist noch recht erhebliche Schwierig­feiten zu überwinden sind, vor allem den Sinn für das Wan­dern zu weden.

Jugendtag im deutschen Fußballbund!

Wie alljährlich, so hält auch dieses Jahr der Deutsche Fuß­ball- Bund gemeinschaftlich mit der Deutschen Sportbehörde seinen ,, Jugendtag" ab.

In vielen Teilen des Reichs findet der Tag am 3. Mai statt. Der Sport der Aktiven ruht zum größten Teil: die Jugend hat die Pläge für sich allein.

An diesem Tage sollen die Jugendlichen beider Verbände einmal vor der Deffentlichkeit Kunde geben von ihrem meist im Verborgenen vor sich gehenden Leben und Treiben. Sie sollen in großer Zahl den Tag erfüllen mit Spiel und Sport, mit Kampf und frohem Leben.

Sie sollen Kunde geben von dem Schwung und der neuen Jugendbegeisterung, von der unverbrauchten und blühenden Kraft ihrer jungen, fampfbegeisterten Herzen! Sie sollen und wollen einmal vor allem Volt zeigen, was sie an Kraft der Leiber und Mut, Zucht und Fröhlichkeit der Seelen erwarben in Sport und frohem Spiel.

Sie wollen vor allem Volke zeigen, wie die Leibesübungen stark und groß und lebendig machen und erhalten! Sie wollen unter Alt und Jung werben für ein neues, vernünftiges Leibes­leben, das Voraussetzung und erstes Erfordernis der deutschen Volkskraft ist.

Der Sport ist der beste Apotheker; er spart Deutschland viele Millionen, bewahrt Gesundheit und Kraft und macht die Kran­fenhäuser leer und überflüssig. Auch das wollen sie zeigen, denn es sind diese Vorteile vernünftiger Leibesübung viel zu wenig be und geachtet.

Sie wollen zeigen, wie Sport mehr ist als bloße Fererei und gewöhnlicher Zeitvertreib. Sie wollen Kunde geben von der Kraft und Gesundheit, von der Freude und den blanken Augen, die die Leibesübung gibt.

Jugend und Sport gehören zusammen wie die Form zu ihrem Inhalt! Der Sport ist die Form modernen Jugendlebens. In ihm findet die Jugend was sie sucht: Kampf, Sieg und Spiel! Sie findet Freude, Lust und Leben.

Sie sucht den Kampf! Jeder Junge will, wenn er voll Le­benskraft ist, ringen und fämpfen. Er will die wachsenden Kräfte messen, mit denen der Kameraden. Er will streiten und ringen und über den Gegner triumphieren in hartem Kampf!

Ein Junge, der nicht fämpfen will, der als Zwölfjähriger nicht von großen Taten träumt und als Vierzehnjähriger die Sporthelden nicht verehrt, ist nicht gesund. Es fehlt ihm eine Seite jugendlichen Wesens! Jungen müssen wagen und schlagen, wollen streiten und reiten um den Sieg!

Sieg will jeder Junge. Der Erste sein im Kampf ums blaue Band der Schnelligkeit. Der Beste sein im Ringen um den Siegerkranz. Ist dieser Wille zum Sieg nicht das Abbild und die erste Sehnsucht, in siegreichem Kampf das Leben zu bezwin­gen? So sollen unjere Jungen fämpfen und ringen! Wer Kräfte fühlt, der soll die Kräfte regen!

Es ist grundfalsch zu sagen, Sport sei Lurus. Er ist für die Alten wie für die Jungen so nötig wie das tägliche Brot. Er gießt, recht betrieben. Stahl in die Leiber, härtet die schmalen Knaben empor, reift und stählt sie rank und tüchtig.

Und wie wächst aus dem Sport Freude und Lust! Aber welche Freude, und welche Luft! Sport der Jungen ist Ueber­windung der zweifelhaften Vergnügungen unserer Zeit.

So faßt die Jungen Sport treiben. Laßt sie ringen und tämpfen und streiten, und nach dem Lorbeer greifen! Am ,, Ju gendtag" seht sie euch, an, draußen auf den Plägen; haltet euch den Tag frei.