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Samstag, den 28. März 1928.

,, Gießener Zeitung"

Aufwertungsforderung aus besseren Zeiten und der Mietwert| jubelnden Volkes. Das Echo war das kreuziget ihn". der eigenen Wohnung, der aber keine Bareinnahme bedeutet.

Wie lange wird sich noch dieses Stenersystem halten, wel­ches schon jetzt Tausende von wertvollen Existenzen vernichtet hat.

Das Recht zur Berichtigung der Steuererklärung.

Zwar verlangte die letthin abgegebene Einkommensteuer­Erklärung von dem Steuerpflichtigen die unterschriftliche Ver­sicherung, seine Angaben nach bestem Wissen und Gewissen gemacht zu haben. Die Versicherung behindert jedoch ein Fi­nanzamt keineswegs an der Beanstandung der Angaben. Be weise dafür erbrachte das Vorjahr hunderttausendfach. Das gleiche Recht zur Berichtigung besitzt aber auch der Steuer­pflichtige. Klar und deutlich sagt§ 67 der Reichsabgabenord­nung: ,, Soweit die Steuerbehörde noch nicht entschieden hat, kann der Steuerpflichtige seine bereits abgegebene Steuererklä rung ergänzen oder berichtigen."

Befand sich z. B. ein Steuerpflichtiger bei Ermittlung seines Gewinnes in Unkenntnis über die ihm zustehenden Ab­züge zur Milderung der Steuer, erhielt er darüber erst nach­träglich Aufklärung, oder hatte er versehentlich sein Einkom­men viel zu hoch angegeben, oder war ihm sonst ein Fehler un­terlaufen, dann beantrage er unverzüglich eine Berichtigung der Steuererklärung zu seinen Gunsten.

Aber auch im umgekehrten Falle, nämlich wenn er nach­träglich einsieht, sein steuerpflichtiges Einkommen zu niedrig angegeben zu haben. Ob solches aus bloßer Fahrlässigkeit oder aus bewußter Absicht erfolgte, bleibt sich gleich. Für jeden Fall besteht eine Strafgefahr, welche sich nur durch schleunige Berichtigung der Steuererklärung, durch sogenannte Tätige Rene" abivenden läßt. Und zwar bestimmt das§ 374 Abs. 1 der R.- Abg. Drdn.:,,Wer in den Fällen der§§ 359, 367, 371 bis 373, bevor er angezeigt oder eine Untersuchung gegen ihn eingeleitet ist, unrichtige oder unvollständige Angaben bei der Steuerbehörde, ohne dazu durch eine unmittelbare Gefahr der Entdeckung veranlaßt zu sein, berichtigt oder ergänzt, oder un­terlassene Angaben nachholt, bleibt insoweit straffrei."

Des weiteren empfiehlt sich ein Nachtrag zur Steuer­erklärung für solche Gewerbetreibende, deren Geschäftsgewinn sich unterhalb der amtlichen Durchschnitts- oder Richtsätze be­wegt.

Lokales.

Sonntagsgedanken.

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Die

selben Menschen riefen es: am Palmsonntag das Hosianna und wenige Tage schon darauf ,, ans Kreuz mit ihm". Dieselben Menschen, die heute frohloden und ihm Treue schwören, dieselben verleugnen und verhöhnen ihn wenige Tage später. Dieselben Augen, die heute in strahlender Begeisterung ihm zuleuchten,

Sprühen später Sohn und Haß.

Ist es im Leben anders? Weiß nicht jeder eine Er­zählung von Liebe und Treue, von Feindschaft und Haß? Wer hörte nicht schon Versicherungen von Treue und war wenige Tage schon darauf verlassen von allen? Wer sah sich in schönen Tagen nicht schon umringt von vielen Freunden, die alle verschwunden waren, als die Zeiten trübe für ihn wurden? Ist das ein anderer Betrug als der des Volkes von Jerusalem? Wir haben oft schon nur mit den Lippen geschworen und das Herz hat nein dazu gesagt.

Der Sonntagsschreiber.

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Festigkeit.

Nun finden in der österlichen Zeit wieder überall im Lande die Konfirmationen statt. Seit Jahrhunderten ist das so. Und es gibt nur wenig Menschen, die nicht einen tiefen Eindruc und etwas bleibendes für ihr Leben von dieser Stunde gehabt hätten.

Früher sprach man wohl davon, daß jetzt die Kinder ,, ins Leben hinaus treten. Solange Schulentlassung, Berufswahl und-beginn mit der Konfirmation zusammenfielen, nicht selten auch Trennung vom Elternhaus, mochte das zutreffen. Aber heute? Mehr wie einmal spüren wir die Hilflosigkeit dieser Kinder gegenüber dem wildgewordenen Leben. Das Leben mit seinen vielen Arbeitssuchenden will sie gar nicht haben, und stößt sie in den Winkel! Zerrt an ihrer Seele! Wenn wir diese Kinder nach zwei, drei Jahren wiedersehen, was ist aus ihnen geworden? Die Wirklichkeit redet eine zu traurige Sprache. Gewöhnlich sind in diesem Alter die Mädchen noch mehr in Gefahr abzugleiten, als die Jungen.

Unter solchen Ausblicken bekommt die Konfirmation und die ernste Seelenführung in der Vorbereitungszeit besondere Be­deutung. Es wird nötig sein, daß die Eltern sich dessen bewußt werden, daß die Konfirmation nur der Anfang, nicht das Ende, der eigentlichen Bewährungszeit ist. Daß den Kindern nur ge­wissermaßen der religiöse und sittliche Rohstoff gegeben ist, den sie selbst jetzt bearbeiten müssen. Die Kinder aber müssen wis­sen, daß das Leben die Probe aufs Exempel ihrer Reise bildet. Ihnen gilt das Wort: ,, Tut Fleiß, eure Berufung und Erwäh­lung festzumachen". Festigkeit! Im schwankenden Strom, im brausenden Wind, auf schwierigem Weg, in unsicherer Umge= bung, bei schwacher Kraft, im Kampf mit sich selbst, in den Lockungen des Leichtssinns, in der Auflösung der Lebensnormen, im Müßiggang, der aller Laster Anfang ist, in der politischen Hezze, kurzum im Leben, wie es nun einmal heute den Menschen anfaßt! Festigkeit! Konfirmieren heißt ja fest oder, firm" machen. Möchte es gelingen, alle die jungen Menschen, die zur Konfirmation kommen, festzumachen, oder, was viel besser ist, in ihnen den Willen zu wecken, selbst ihre Berufung und Erwäh= lung festzumachen".

,, Die Treue, sie ist doch kein leerer Wahn" so bekennt der Dichter, nachdem die gewaltige Macht einer Freundestreue ihn erschüttert hatte. Eine Fülle von Frieden und Glück be­gleitet immer die Treue. Wo sie auch immer fehlt, da kann es teine Liebe geben und keine Freundschaft. Warum rede ich gerade heute von der Treue? Heute am Palmsonntag? Jch höre die Hosiannarufe in den Straßen Jerusalems. Ich sehe die jauchzende Menge, Tücher und Palmzweige, ich sehe die Wogen der Freude und Volksgunst emporschlagen, die dem ein­ziehenden Heiland gelten. Treue klang aus dem Hosianna del Sie ist unsere letzte Hoffnung!

Frühling.

Es will nun wieder Frühling werden Ganz leise flüstert es mein Blut. Wie träume ich doch jetzt so gerne Von Plätzchen, wo ich einst geruht.

Wohl schmilzt der Schnee von allen Dächern Und manches Reis wird wach und blüht, Indes die warme Sonne scheinet Und mich so fragend weich umglüht.

Ich seh die Mädchen stehn und warten Im Part, gelehnt an einem Baum, Es liegt in ihrem bleichen Lächeln Der erste ungeahnte Traum.

Die Kinder lassen Drachen steigen Und bauen Schlösser in den Sand, Die Fenster stehen weit geöffnet Hinein ins weite Sonnenland.

Der Gärtner überstreicht die Bänke, Ein Bettler prüft die Krüden aus, Die Spazzen schrein aus allen Nestern, Die Welt ist wie ein Bienenhaus.

In diesen wehverlor'nen Tagen Fiel in mein Herz ein welter Gruß. Weil ich an allem Wunderbaren So abseits still vorüber muß.

Josef M. Bernegger.

Um Belfort.

Allezeit hat die Burgundische Pforte", die Trouce de Belfort", die Lücke" zwischen den Vogesen und dem Schweizer Jura militärisch eine große Bedeutung besessen Dem ent­sprachen auf deutscher Seite die Maßnahmen, die gegen An­griffe aus diefer Lager- Festung heraus unsererseits getroffen wurden. Straßburg und die starten Befestigung des Isteiner Klotzes" waren in erster Linie dazu ausersehen. die Abwehr zu bilden. Ueberdies hatte man in der letzten Militär- Konvention, die mit Italien am 10. März 1914 also fünf Monate vor dem Ausbruche des Weltkrieges abgeschlossen wurde. vereinbart, daß Italien drei Armeekorps und zwei Kavallerie- Divisionen an den linken deutschen Flügel schaffen sollte; nach der früheren Abmachung waren jogar fünf Armeekorps und zwei Kavallerie­Divisionen vorgesehen gewesen. Alles ein Beweis dafür, welche Bedeutung man gerade diesem südlichsten Teil der deutschen Front beimaß.

Bekanntlich hat im Jahre 1871 im deutschen Hauptquartier die Absicht bestanden, Belfort zu behalten. Um dieses Ziel haben zwischen Bismard, Jules Favre und Adolphe Thiers scharfe Auseinandersetzungen stattgefunden. Die Festung Bel fort, die seit dem 3. November 1870 belagert wurde, hielt sich unter dem energischen Kommandanten, dem Pionier- Obersten Denfert- Rochereau, bis zum 16. Februar 1871.

Bourbatis großangelegter Entjazz- Versuch, den Bismard ..cine neue levée en masse" nannte, scheiterte an dem Heldenmut des tapferen Korps des Generals v. Werder in der dreitägigen Schlacht an der Lisaine vom 16. bis 18. Januar 1871. Ein Heer von 150 000 Mann stürmte gegen die 43 000 des Generals von Werder an; am 18. Januar abends jah Bourbati die Un­möglichkeit ein, die deutsche Abwehrstellung zu durchbrechen. Gleichzeitig empfing er die Nachricht vom Anmarsche der deut­

Die Jugend soll festwerden, wie die harte Zeit sie braucht! Dr. Berger Darmstadt.

schen ,, Süd- Armee" unter General von Manteuffel. Die Deut­schen hatten an der Lisaine 60 Offiziere und 1586 Mann, die Franzosen gegen 8000 Tote und Verwundete verloren. Die stra­tegische Folge war: Fortsetzung der bedrohten Belagerung von Belfort, Deckung des Elsaß, Sicherung der Verbindung der deut­schen Heere vor Paris. Welche Besorgnisse im deutschen Haupt­quartier angesichts des Marsches der zahlenmäßig weit über­legenen Armee Bourbakis zum Entsatze von Belfort herrschte, beweist uns ein Eintrag des Kronprinzen Friedrich Wilhelm in sein Tagebuch am 10. Januar 1871: ,, Wir müssen uns mit nüch­terner Seele darüber klar werden, daß bei Belfort augenblick= lich die Dinge am ernstesten stehen, und daß ein Unglück, wel­ches Werder träfe, unserer ganzen Kriegführung eine Wendung geben tönnte, solange Paris sich nicht ergibt, wozu bis jetzt noch nicht die mindeste Aussicht vorhanden zu sein scheint."( Kaiser Friedrich III., Kriegstagebuch 1870-71, von Heinrich Otto Meis­ner, Verlag K. F. Koehler, Leipzig, 1926, S. 321.) Dankbar erkannte Kaiser Wilhelm I. den gewaltigen Erfolg des wade­ren Generals v. Werder und seines tapferen Korps in seiner Depesche vom 20. Januar 1871 an: Die heldenmütige, drei­tägige, siegreiche Verteidigung Ihrer Position, eine belagerte Festung im Rücken, ist eine der größten Waffentaten aller Zeiten." Drei Tage vorher, am 17. Januar, berichtet der Kron­prinz: Des Königs Stimmung ist bereits so gedrückt, daß er es sich nicht ausreden läßt, man werde gerade im Augenblic seiner Einsetzung als Kaiser die schlimmsten Nachrichten von den Vogesen erhalten"( ebenda S. 333); am 18. Januar aber jubelt der Kronprinz: ,, Belfort und das Elsaß sind also nicht mehr be­droht; dies danken wir den deutschen Truppen unter General v. Werders Führung, die einen glänzenden und sehr gewichtigen Erfolg unter schweren Umständen errangen. Gottlob, daß es so gekommen!"

Noch aber hielt sich das so zäh verteidigte Belfort!

Am 23. Januar erschien Jules Favre bei Bismard, um mit ihm über die Kapitulation von Paris und über einen Frie= densabschluß in Verhandlung zu treten. Bismard war dazu bereit. Am nächsten Tage wurden die Verhandlungen fortgesetzt. Bekanntlich war Garibaldi auf dem südöstlichen Kriegsschau­play, in dessen Mittelpunkt die Kämpfe um Belfort standen, erschienen und beteiligte sich mit seinen Freischaren am Kriege gegen Deutschland. Bismard war demgemäß mit Recht über die unmotivierte Einmischung Garibaldis entrüstet. Das fam gelegentlich der Verhandlungen am 24. Januar 1871 zum Aus: druck. Nach dem Mittagessen bot Bismard auf einer Unter­tasse Havanna- Zigarren an. Favre erklärte, er rauche nie. Bis­mard entgegnete: Sie haben unrecht. Die Zigarre ist eine Ablenkung; der blaue Rauch, der in Ringeln aufsteigt, erfreut uns, stimmt uns versöhnlicher, man ist glücklich, das Auge ist gefesselt, die Hand ist beschäftigt, der Geruchsinn befriedigt. Man ist geneigt sich Zugeständnisse zu machen Und unser, der Diplomaten ganzes Geschäft besteht ja darin, sich fortwährend gegenseitig Zugeständnisse zu machen. Wenn Sie nicht rauchen, haben Sie vor mir einen Vorteil: Sie sind gewedter; Sie sind geneigter aufzubrausen und der ersten Bewegung nachzugeben." Nach diesen Worten lam die Rede auf Garibaldi und dessen bei Dijon stehende Armee. Mit blizenden, zornfunkelnden Augen verlangte Bismard, ,, ihm den Garibaldi und seine Armee zu überlassen. Er ist keiner der Jhrigen! Möge er sich gegen un­sere Truppen allein herauswideln." Favre rief, das sei un­möglich. Man habe Garibaldis freiwillig angebotene Dienste anfangs abgelehnt, aber nachdem er nun einmal zum französi= schen General ernannt und in die Falten der dreifarbigen Fahne aufgenommen sei, lönne man ihn nicht im Stiche lassen. Bis­mart wurde erregte. Er legte die Zigarre weg schlug mit dem

Nr. 25.

Sehr schön! Auch gestern war der Tag la, da konnte niemand daran tippen: da war Sonne, da war Bläue, da war Milde -da lief so mancher Herr ganz ohne Paletot durchs Stadtgetriebe, und jene jüngere Dame, die schon ihre neue Garderobe auf der schlanken Linie trug, ging mindestens ein duzendmal den Seltersweg auf und ab zehn von Neid vergilbte Freundinnen war ihr Erfolg. Die fleineren Leute aber, die Hosenmähe und die Schulanfänger, trieben sich vor dem Hause hin und her.

Samstag, den 28.

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Chormeister Lehrer Görlach tödlich verunglückt. Auf der Rodheimerstraße kam es gestern abend gegen 8 Uhr zu einem recht bedauerlichen, schweren Verkehrsunfall, dem der in nah und fern, besonders in Sängerkreisen allseits beliebte und bekannte Chormeister der Gießener ,, Bauern" zum Opfer fiel. Lehrer Görlach befand sich mit seinem Fahrrad auf dem Wege nach Heuchelheim, zur Singstunde eines dortigen Gesang vereins, den er auch leitete. Bei der Gärtnerei Schröck wurde er von einem Personenkraftwagen aus Leun, der mit abgeblen­deten Lampen fuhr, da gleichzeitig zwei Kraftfahrzeuge ent­gegenfamen, erfaßt und auf den Kühler geschleudert und noch unter das rechte Hinterrad gebracht, wobei er derartige innere Verletzungen davontrug, daß der Tod sofort eintrat.. Der Fahrer des Personenkraftwagens gibt an, daß er von den in Richtung Gießen fahrenden Kraftfahrzeugen derart geblendet worden sei, daß er den radfahrenden Lehrer Görlach nicht gesehen habe.

Oster- Postkarten. Gedrudte einfache Osterkarten, die in Größe, Form und Papierstärke den Bestimmungen für Post­farten entsprechen und ohne Umschlag versandt werden, unter: liegen einer ermäßigten Gebühr. In diesen Karten dürfen außer den sogenannten Absenderangaben( Absendungstag, Name, Stand und Wohnort nebst Wohnung des Absenders) noch weitere 5 Wörter, die mit dem gedruckten Wortlaut im Zusammenhang stehen müssen, handschriftlich hinzugefügt wer den. Als solche zulässigen Nachtragungen gelten z. B. die üblichen Zusätze sendet", Jhre", Dein Freund" ,,, sendet Dir", ,, sendet mit besten Grüßen Jhre" usw. Die Gebühr beträgt sowohl im Ortsbereich des Aufgabeortes als auch im inner­deutschen Fernverkehr sowie im Verkehr mit der Freien Stadt Danzig, Litauen und Memelgebiet, Luxemburg und Desterreich für einfache Karten( ohne Umschlag versandt) 3 Rpf., für Kar ten in offenem Umschlag bis 20 g 4 Rpf.

* Lohnsteuererstattung für 1930. Die Frist zur Einreichung der Lohnsteuererstattungsanträge für das Kalenderjahr 1930 läuft mit dem 31. März 1931 ab. Anträge, die nach dem 31. März 1931 eingereicht werden, können keine Berücksichtigung mehr finden. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, daß sämt liche Steuerkarten für 1930 mit und ohne Verdienstbescheini gung und die Steuermarkenblätter an die zuständigen Finanz­ämter sofort abzuliefern sind.

* Hessische Landwirtschaftskammer. Die diesjährige Haupt­versammlung findet am Dienstag, den 31. März, vormittags 9 Uhr, in Darmstadt im Sitzungssaale des Landeskirchentages statt.

* Stromlieferung. Der auf 20 Jahre bemessene Stromliefe rungsvertrag, den seinerzeit der hessische Staat mit der Provinz

Zeigefinger auf den Tisch und rief: Ich muß den Garibaldi doch haben, denn ich will ihn in Berlin umherführen lassen mit der Inschrift auf dem Rüden: Das ist die Dankbarkeit Italiens". Nach allem, was wir für diese Leute getan haben. Es ist unanständig." Da reichte Capitain Graf d'Herisson, Fav res Begleiter, dem zürnenden Bismard mit halb lächelndem, halb bittendem Ausdrud die Untertasse mit den zwei übrigen Zigarren hin. Einige Augenblid jah Bismard erstaunt auf die Bewegung. Dann verstand er, was der Graf meinte. Die Zornesflamme erlosch in seinem Auge. Sie haben recht, Herr Hauptmann", sagte er ,,, es ist überflüssig, sich zu ärgern. Das führt zu nichts, im Gegenteil!" Bekanntlich wurde dann der füdöstliche Kriegsschauplay, also die Armee Bourbatis und Garibaldis, in der Tat vom Waffenstillstand ausgenommen, wenigstens bis zum 1. Februar, wo ihr Schicksal sich bereits ent schieden hatte. Am 21. Februar fam Thiers, der Präsident der Republik, begleitet von Jules Favre, nach Versailles, wo er von Bismard ohne weiteres eine Verlängerung des Waffen­stillstandes bewilligt erhielt, zugleich aber auch als Friedens bedingungen die Abtretung des Elsaß mit Belfort, der Festung Metz und eines beträchtlichen Teiles von Lothringen, die Zah lung von sechs Milliarden und den Einzug der Deutschen in Paris erfuhr. Bekanntlich gelang es den Franzosen, eine Mil liarde abzuhandeln und die Deutschen zum Verzicht auf Belfort zu bewegen. Die stundenlangen Debatten bewegten sich zunächst um die Grenze bei Belfort ohne Erfolg für die Franzosen. Den weiteren Verlauf hat unser großer Kanzler selbst in der Reichstagsrede vom 11. Januar 1887 gefchildert: Es war Herr Thiers, der mir sagte: Eines fönnen wir geben: Belfort oder Metz. Ich habe mich darauf mit unseren militärischen Auto­ritäten, vor allem mit meinem vor mir sitzenden Freunde( dem Grafen Moltke, der Reichstags- Abgeordneter war) besprochen: können wir darauf eingehen, eins von beiden zu missen? und habe darauf die Antwort erhalten: Belfort ja! Meß ist hun derttausend Mann wert, die Frage ist die, ob wir hunderttau send Mann schwächer sein wollen, wie die Franzosen, wenn der Krieg wieder ausbricht, oder nicht. Daraufhin habe ich gesagt: Nehmen wir Mek."

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* Bom Schöffen Urtundenfälscher etc. Lenbefibers aus Daue Tidh milde mit 1 Ja Geldstrafe bestraft. Warnung. In Denkmal der Deutscher jammelt, mit der un engen Zusammenarbei verfitätsrat und dem Studentenburje e. V." des Buchpreises an di tige Studenten abgefü gedachten Stellen ste wird gebeten, Mitte Rettorat der Univerji * Stadttheater. abend Jonsons Komö Bojaunenchorfe Verbandes Oberheiser genten Boller- Lange gehören dem Verba Pfarrer Lenz- Gießen

* Bortrag. Auf Schulgesellschaft spricht

Dr. Mombert übe Konzertverein.

findet am Montag a des hier nicht mehr u statt. Dem Künstler Befud des Konzertes * Spielerverein lung hält am lomm Pestalozzischule ihre

* Pferdemarkt.

272 Pferde und 28 schwere Pferde bester were Tiere 700 bis und Tiere geringerer Geldknappheit war da hinterlies Ueberstand. verbunden, bei der za * Schafflers Wett beginn veränderliches Wetterlag wahrscheinli

lidhen Wetters mit der Der zweiten Aprilwod Temperatur bis Ende peraturrüdgang, trüb, elnd, Ablühlung bis Dung zu befferem, zu andauernd, mit einer

Des Monates werden weiter, Temperaturr * Buttermilch a wahrhaft erfrischende Eiweiß, mineralische angenehm würzigen milch empfohlen, weil Sehr gefundes Geträn auf den Körper ein u Schwarzbrotfmitte o milch eine gesunde un geistigen Arbeitern je

So ist Belfort bei Frankreich geblieben. Die Festung selbit hatte sich bis zum 16. Februar gehalten. Bismard hatte in den Verhandlungen mit Jules Favre über die Verlängerung des Waffenstillstandes Anfang Februar die Bedingung der Uebergabe Belforts gestellt. Darauf erhielt Oberst Denfert durch Vermittlung des General- Leutnants von Tresdow, der die Belagerungs- Armee vor Belfort befehligte, am 14. Februar eine Depesche der französischen Regierung, worin ihm angesichts der obwaltenden Umstände die Uebergabe der Festung unter ehrenvollen Bedingungen anheimgestellt werde. Sofort trat Waffenruhe ein; die Verhandlungen begannen. Am 16. Fe bruar wurde der Rapitulationsvertrag unterzeichnet. Die Gat nison erhielt in Anerkennung ihrer tapferen Verteidigung freien Abzug mit Waffen und Gepäd, sowie mit ihren sämtlichen Feldgeschützen, alle friegerischen Ehren wurden ihr von dem ritterlichen Sieger erwiesen. Am 18. Februar zog die Be jagung, die ein Viertel ihres Bestandes eingebüßt hatte, 12 000 Mann stark, ab; General- Leutnant von Tresdow hielt am pleichen Tage seinen Einzug in die so lange und so heiß um tämpfte Festurg.

Sowohl in dem Präliminar wie in dem Friedensvertrage wurde bestimmt, daß Belfort von den deutschen Truppen besetzt bleiben sollte, bis auch der letzte Rest der Kriegs- Entschädigung von Frankreich bezahlt sei.

Am 2. August 1873 wurde Belfort von den deutschen Trup pen geräumt. Dr. Ludwig Roth.

Die Feuerlösche

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