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Gießener Zeitung"

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Freidank Schulz

Des Jahres letzte Stunde

Ertönt mit ernstem Schlag. Singt, singt von Herzens Grunde, Und wünscht ihm Segen nach. Zu jenen grauen Jahren Entfloh es, welche waren.

Es brachte Freud' und Kummer viel, Und führt uns näher an das Ziel. Ja, Freud' und Kummer bracht' es viel, Und führt uns näher an das Ziel. In stetem Wechsel kreiset Die flügelschnelle Zeit: Sie blühet, altert, greiset Und wird Vergangenheit. Kaum stammeln dunkle Schriften Auf ihren morschen Grüften,

Und Schönheit, Reichtum, Ehr' und Macht Sinkt mit der Zeit in öde Nacht.

Sind wir noch alle lebend, Wer heute vor dem Jahr, In Lebensfülle strebend, Mit Freunden fröhlich war? Ach, mancher ist geschieden Und liegt und schläft in Frieden! Klingt an und wünschet Ruh' hinab In unsrer Freunde stilles Grab.

Wer weiß, wie mancher modert Ums Jahr, versenkt ins Grab! Unangemeldet fodert

Der Tod die Menschen ab. Trotz lauem Frühlingswetter Wehn oft verwelkte Blätter.

Wer nach bleibt, wünscht dem lieben Freund Im stillen Grabe Ruh' und weint. Der gute Mensch nur schließet Die Augen ruhig zu;

Mit frohem Traum versüßet Ihm Gott des Grabes Ruh'.

Er schlummert furzen Schlummer Nach dieses Lebens Kummer;

Dann wedt ihn Gott, von Glanz erhellt, Zur Wonne einer bessern Welt!

Auf, Brüder, frohen Mutes,

Auch wenn uns Trennung droht! Wer gut ist, findet Gutes

Im Leben und im Tod.

Dort sammeln wir uns wieder Und singen Wonnelieder! Klingt an und: gut sein immerdar! Sei unser Wunsch zum neuen Jahr.