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Mittwoch, den 31. Dezember 1930.

haben; des weiteren ist es aber auch geboten, bisher noch nicht vom Bezirkseilverkehr erfaßte Strecken in dieser zeitgemäßen Wei­se zu bedienen. Es sollte auch die Main- Weser- Bahn, zwischen Bad Nauheim und Gießen, von der neuen Einrichtung Vorteile haben. Um zweifel zu vermeiden, sei betont, daß auch die au­ßerhalb des engeren Rahmens des Bezirkseilzugsverkehrs be­stehenden dringenden Verkehrswünsche, u. a. Einlegung eines Gilzugspaares auf der Strede Gießen- Fulda, der Erschlie­Bung der Mainlinie durch Einführung dreiklassiger Schnellzüge vom Rhein- Main- Gebiet über Unter- und Oberfranken nach Sachsen, der Einlegung neuer Tagesschnellzüge zwischen dem Rhein- Main- Gebiet und Berlin sowie Hamburg, und andere der Reichsbahn bereits übermittelte Anregungen der gleichen fürsorg­lichen Behandlung bedürfen.

Der Bezirkseilverkehr wird, folgerichtig und großzügig aus­gebaut, in gleicher Weise der Reichsbahn wie dem reisenden Pub­likum zum Vorteil gereichen. Wie Reichsbahndirektor Baum­garten von der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn in seinen Aufsatz ,, Ueber die Grundlage des Personenzugfahrplans der Deutschen Reichsbahn" in der von der Schriftleitung der ,, Verkehrstechnischen Woche" herausgegebenen Schrift ,, Der Per­sonenzugdienst" ausführt, haben die Eilzüge ,, dank ihrer straffen Durchführung wesentlich an Verkehr gewonnen. Sie sind", so stellt der genannte Verfasser fest ,,, für kürzere Schnellreisen eine beliebte Zuggattung geworden. Durch diese Entwicklung ist der Voranschlag bei den Fahrpreiszuschlägen im Eilzugsverkehr von den wirklichen Einnahmen übertroffen worden." Von der glei= chen besonders maßgebenden Seite des entscheidenden Fahrplan­dezernenten der obersten Instanz der Reichsbahn wird a. a. D. festgstellt, daß im Jahr 1913 auf Schnell- und Eilzüge 24,3% im Jahre 1929 nur 20,5% der gefahrenen Zugkilometer ent= fiel. Auch diese Zahlen sprechen dafür, die Zahl der schnellfuhren­den Züge wesentlich zu erhöhen.

Der aus Anlaß des Jahreswechsels ausgesprochene Wunsch der an einer zeitgemäßen Verkehrsentwickelung interessierten Kreise im Rhein- Main- Gebiet geht dahin, die zuständigen Stel­len der Reichsbahn möchten in klarer Erkenntnis der Zeichen der Zeit in Weiterverfolgung des erfreulicherweise eingeschlage= nen Weges den Entschluß fassen, im Jahre 1931 den Bezirks­eilverkehr im Rhein- Main- Gebiet durch Einlegung einer größe­ren Anzahl neuer schnellfahrender leichter Eilzüge auszubauen und hierdurch den Verkehr auf dem Schienenweg kräftig zu be= leben.

Lokales.

Silvester.

Ein Jahr ist abgerollt. Wie ein bunter Filmstreifen. Aber wir waren nicht bloß Zuschauer. Wir sind unmittelbar beteiligt gewesen In Freud und Leid. Und das Leid war manchmal das Häufigere. Eine Rückschau am letzten Tage des Jahres fann von manchen ganz schweren Dingen reden. Persönlich und auch in Volk und Vaterland haben wir dergleichen erlebt, und es könnte einem da wohl bittere Stimmung kommen. Aber das Grübeln und Grämen schafft es nicht. Wir wollen uns dadurch den Altjahrsabend nicht verderben. Ein fröhlicher Herzensklang ist schöner, ist besser. Und dazu ein Glas Punsch im Familien­kreise oder sonst in behaglich vergnügter Gesellschaft warum denn nicht?

Silvester ist kein Feiertag. Und doch, wenn das erleuchtete Gotteshaus gegen Abend seine Pforten öffnet, dann kommen viele, viele Menschen, um noch einmal im alten Jahr einen Klang des Ewigen zu erleben. Noch stehen die Christbäume in der Kirche, und wie leuchtender Weihnachtsschimmer liegt's über der feierlichen Stunde. Man wird eine Weile still mit all seinen Fragen und Plagen. Etwas Verklärendes und Versöhnendes ist im Tiefsten der Seele. Und dann heben die Glocken an zum ersten Gruß ans neue Jahr! Von Turm zu Turm geht das Schwingen und Klingen. Ein Altes ist vorüber, ein neues steigt auf. Und das Singen und Brausen der Neujahrsglocken soll ein Auf und Empor verkündigen Stirb und Werde!

Der gestörte Schlaf auf der Meerestiefe.

Von U- Steuermann Graßl.

Wir entnehmen diese anschauliche Schilderung aus dem gefahrvollen Leben der U- Bootbesatzungen dem soeben bei der Union Deutsche Verlagsgesellschaft in Stuttgart erschienenen Buch Wir leben noch! Deutsche Seehel= den im U- Bootkampf.

Der Kommandant beschloß nun, mit dem Boot auf Grund zu gehen, um der überanstrengten Mannschaft eine wohlverdiente Ruhe zu gewähren.

Wir tauchten unter und legten uns in dem minenfreien Wasser ungefähr in einer Entfernung von 3 Seemeilen von Kap Flamborough- Head auf Grund. Bald schnarchte die stark übermüdete Mannschaft in hohen und tiefen Tönen. Nur der Steuermann mußte sich noch seinen nautischen Berechnungen wid­

men.

Tiefste Stille umgab den emsig Schaffenden. Wohl eine Stunde mag er so ungestört seine Aufzeichnungen eingetragen haben, als er plötzlich seine Arbeit unterbrach und aufhorchte.

Geräusch! Schraubengeräusch! Aus südlicher Richtung! Wie in Stein gemeißelt stand er da und lauschte. Immer näher kam das Geräusch; immer deutlicher wurde es.

Zerstörer! durchzuckte es den Steuermann, und rasch eilte er zum Kommandanten, um ihn aus dem Schlafe aufzurütteln. ,, Na?"

Herr Kapitänleutnant, dicke Luft über uns!" ,, Was ist denn los?"

" Jawohl, dicke Luft über uns!" schrie der Steuermann. Und schon gingen die Schlepptrossen des feindlichen Bewa­chers über unser Boot hinweg. Glück, Schweineglück hatten wir. Sicher hatte der Gegner die Sprengbombe, die auf elektrischem Wege entzündet wird, nicht eingestellt gehabt. Auf jeden Fall war die Gefahr für den Augenblick vorüber.

Doch schon nach, zwanzig Minuten vernahm man dasselbe Geräusch, nur diesmal aus nördlicher Richtung.

Immer näher kam der Zerstörer, und plötzlich rasselte er mit hellem Schraubenwirbel über unser Boot hinweg. Ein Rud im Boot. Das Boot fliegt in die Höhe; dann stürzt es plötzlich jählings in die Tiefe und prallt mit ungeheurem Getöse auf dem Grunde auf. Teller und Tassen und überhaupt alles Beweg­liche fliegt von Tischen und Bänken, und die Mannschaft tugelt durcheinander.

Als wieder Ruhe eingetreten war und jeder seine Knochen gezählt und geprüft hatte, schaute sich einer nach dem andern

,, Gießener Zeitung"

Der Gießener Kreis- Haushalt verabschiedet.

Der Kreistag verabschiedete den Haushaltsvoranschlag für 1931, der mit 983 766 Mark gegenüber 1 036537 Mark im Vor­jahre abschließt und eine Kürzung von 6 Prozent aufweist. Eine lebhafte Debatte rief ein Antrag des Landbundes auf Strei­chung des Zuschusses von 3000 Mark für das Stadttheater her­vor. Landgerichtsdirektor Schudt( DVP.) betonte unter Zustim= mung der Demokraten und Sozialdemokraten die Leistungen des Theaters und die Tätigkeit der Intendanz. Der Antrag wurde abgelehnt. Hervorzuheben ist die Erklärung des Kreisdirektors, daß die Kreisverwaltung die Abschaffung der Nebenbeschäftigung ihrer Beamten durchgeführt habe. Eine Steuererhöhung sieht der Voranschlag nicht vor. Gleichzeitig wurde der Fall des Kreiskassendirektors Kauß erledigt, nach dessen Tod ein Fehlbe= trag von 70 000 Mark entdeckt wurde, über dessen Verbleib ver­geblich nachgeforscht wurde, so daß der Betrag als verloren an­zusehen ist.

* Universität. Dem ordentlichen Professor Dr. Rudolf Her­zog wurde vom Präsidium der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft die zur Erinnerung an ihr zehnjähriges Bestehen geschaffene Medaille verliehen.

* Abführung der Bürgersteuer. Nach den maßgebenden Be­stimmungen hat der Arbeitgeber die Bürgersteuer bei Lohn­empfängern in zwei gleichen Raten bei der ersten auf den 10. Januar 1931 und 10. März 1931 folgenden Lohnzahlung ein­zubehalten. In den Fällen der Lohnzahlung für Zeiträume von nicht mehr als einer Woche kann der Abzug auf die Loon­zahlungen in der Zeit vom 11. bis 24. Januar 1931, bezw. 11. bis 24. März 1931 verteilt werden.

*

Für Aufwertungshypotheken! Die erste Woche des neuen Jahres bringt einen wichtigen Termin. Bis zum 3. Januar müssen die Aufwertungshypotheken gekündigt sein, sofern Gläu= biger oder Schuldner Interesse an der rechtlichen Rückzahlung haben.

* Die Landkrankenkasse Gießen- Land bezieht mit Jahres­wechsel eigene Geschäftsräume im Gebäude der Commerz- und Privatbank Eingang Goethestraße.

* Sparmaßnahmen der Eisenbahnverwaltung führen am 1. Januar zur Aufhebung von 5 Bahnmeistereien: Laubach, Büdingen, Nidda 2, Grebenau und Hartmannshain.

* Stadttheater. Heute abend gelangt die Posse ,, Robert und Bertram" in newer Inszenierung zur Aufführung. Das Haus dürfte ausverkauft sein. Am Neujahrstag ,, Die drei Mus­fetiere", Operette von Schanzer und Welisch, Musik von Benatzky. * Die Frühjahrsmesse ist von der Stadtverwaltung auf den 12. bis 19. April 1931 festgesetzt.

* Völlige Sonntagsruhe im Handelsgewerbe fordern die Nationalsozialisten in einer Reichstagseingabe.

Aus Nah und Fern.

Weitere Staatskommissare in Hessen.

Nachdem bereits für Worms und Osthofen der Staatskom­missar bestellt ist, wurde jetzt für die Stadt Bensheim Regie­rungsrat Wolf vom Kreisamt Groß- Gerau und für die Gemeinde Lampertheim und Bürstadt Regierungsrat Bohnhardt vom Kreisamt Worms zu Staatskommissaren ernannt.

Kommunisten belästigen den Mainzer Bischof.

Wie erst jetzt bekannt wird, wurde der Mainzer Bischof Dr. Maria Hugo nach der Heimkehr von der Weihnachtsmesse unter­wegs von Kommunisten belästigt. Ein in seiner Begleitung befindlicher junger Geistlicher konnte die Angreifer vom Bischof fernhalten. Auf Hilferufe suchten die Kommunisten das Weite. Der Mainzer Bischof hat in den letzten Tagen eine Reihe von Drohbriefen erhalten, so an einem Tage über fünfzig Stück. Der Borfall beschäftigt die Polizeibehörden.

90 000 Mart geraubt.

Am Dienstagvormittag wurde einem Kassenboten in Mainz auf offener Straße die Aktentasche mit 90 000 Mark Inhalt von

um. Alle waren mit dem bloßen Schrecken davongekommen. Doch ein neuer Schreck durchfuhr uns. Hatte der Gegner nicht gar un­ser Beot so beschädigt, daß ein Weiterfahren unmöglich wird? Waren wir womöglich lebendig begraben.

Ein unheimlicher Gedanke!

Der Bootskörper wurde genau auf seine Dichtigkeit unter­sucht; nirgends konnte eine Beschädigung festgestellt werden. Nun ging es an die Prüfung der einzelnen Maschinen und Ma­schinenteilchen. Wir atmeten auf, als der Kommandant be­kanntgab, daß zwar die beiden Sehrohre, das Haupt- und das Reserverohr, stark beschädigt und umgebogen, das Boot jedoch im übrigen vollkommen unversehrt sei. Nun drängte es aber aber jeden, von dieser Unglücksstätte fortzukommen. Freilich an ein Auftauchen an dieser Stelle war nicht zu denken, und da die Sehrohre nicht mehr ausgefahren werden konnten, fehlten uns eigentlich die Augen. 30 Knoten liefen wir unter Wasser ab, bis wir es endlich wagten, vorsichtig über Wasser zu gehen. Sogleich suchten unsere scharfen Augen die nahe und ferne Um­gebung ab. Keine Gefahr!

Nun steuerten wir mit äußerster Kraft südwärts, erreichten bald die Terschellinger Bank und fuhren, als die Schatten der Dämmerung heraufkrochen, die holländische Küste entlang. Wohl leuchtete uns der Mond durch die bald da, bald dort aufstei­genden Nebelschwaden, er ermöglichte es aber auch dem Gegner, uns zu verfolgen. Eine Torpedobootflotille, im Nebel kaum erkennbar, entdeckte uns glücklicherweise nicht. Da ein Brum­men über uns, ein feindlicher Flieger. Ein zweiter und noch cin dritter gesellten sich dazu. Bald befanden wir uns in einem Herenkessel, aus dem wir nur mit Hilfe der Nebelschwaden, die sich zwischen uns und unsere Verfolger legten, unversehrt her­austamen. 10 Seemeilen vor der Einfahrt in den Brüggekanal sicherten deutsche Wachtboote. Der Schein des hellbeleuchteten Wandelaar- Feuerschiffes erleichterte uns die Einsteuerung in den

Kanal.

In der Werft angekommen, wurde die Mannschaft auf zwölf Stunden beurlaubt und die beiden Sehrohre durch neue ersetzt.

Gesunde Küche im Januar.

Die Zusammensetzung einer für den Körper gesunden Kost macht der Hausfrau im Januar ganz besonders große Schwie­rigkeiten, zumal jetzt frisches Gemüse kaum mehr zu haben ist und heimisches, billiges Obst fast gänzlich fehlt. Viele Hausfrauen machen es sich daher bequem und bevorzugen im Januar den Fleischgenuß. Das Fleisch der Schlachttiere ist der Haupt­

Nr. 104.

zwei Burschen geraubt. Die beiden Täter fuhren in einem Auto an den Boten heran, entrissen ihm die Tasche und fuhren dann schleunigst davon. Einer der Räuber hat auf hinzukommende Straßenpassanten Schüsse abgegeben. Das Auto ist in Bonn entdeckt worden.

Rüsselsheim. Als Weihnachtsgeschenk haben die Opelwerte für ihre über 21 Jahre alten Arbeiter und Angestellten mit ei­ner großen deutschen Versicherungsgesellschaft einen Lebens: versicherungsvertrag in Höhe von 2500 Mark in der Weise ab­geschlossen, daß die erste Monatsprämie von den Opelwerken voll eingezahlt und die späteren Monatsprämien zum Teil von den Opelwerken getragen werden.

Staatskommissar auch für Orb in Aussicht.

In der letzten Sitzung der städtischen Körperschaften fand eine Prüfung der Kassenlage der Stadt Bad Orb durch den zuständigen Kommunaldezernenten statt. Sie fand ihren Ab­schluß in einem Magistratsbeschluß, die Zuschläge für das Etatsjahr 1930 bei der Grundvermögensteuer und bei der Ge­werbesteuer zu erhöhen und nach den Notverordnungen des Reichspräsidenten die Bürgersteuer ab 1. Dezember 1930 und weiterhin die erhöhte Biersteuer einzuführen. Die Einführung der Getränke, Bier- und Bürgersteuer wurden aber abgelehnt. und damit dürfte der Staatskommissiar auch für Bad Orb nicht mehr abzuwenden sein.

Frankfurt a. M. Der Konkurs der Schumann- Theater G. m. b. H. ist eröffnet. Das Theater wird von den Künstlern auf eigene Rechnung weitergeführt.

Ludwigshafen. Beim Oppauer Werk der J. G.- Farben haben ein Hilfsmeister und ein Meister bis zu 130 000 Doppel­zentner Kalksalpeter im Laufe der Jahre verschoben.

Noch ein Staatskommissar.

Freiendiez. Die Gemeinde Freiendiez hatte als erste Ge­meinde des Unterlahnkreises vor einigen Wochen mit knapper Stimmen.mehrheit die Bürgersteuer beschlossen. Wegen eines Fermfehlers fam die Vorlage nochmals vor die Gemeindever­tretung und wurde nun mit allen anderen Deckungsvorschlägen abgelehnt. Zum Ausgleich des Fehlbetrages von 22000 RM. ist in der Person des Kreissekretärs Hans Böhm- Diez der Staatskommissar für Freiendiez ernannt worden.

Friedberg. Ein ous Frankfurt stammender Zugführer stürzte von einem auf der Ausfahrt aus dem hiesigen Bahnhof befind­lichen Zuge. Die beim Sturz erhaltenen Verletzungen am Kopfe machten die Ueberführung des Zugführers ins Bürgerhospital crforderlich.

Zwei Staatskommissare für Bielefeld ernannt.

Mit der Begründung, daß die Stadt Bielefeld die zur Deckung des Fehlbetrages im städtischen Haushalt notwendigen Steuererhöhungen und neuen Steuern nicht beschlossen habe, sind als Staatskommissare für den Magistrat Regierungsrat Reinighaus in Minden und als Staatskommissar für die Stadt­verordnetenversammlung Otrregierungsrat Löffede ernannt worden. Der Staatskommissar für den Magistrat hat sofort im Aufsichtswege für das Jahr 1930 die Einführung der Bürger­steuer, sowie mit Wirkung ab 1. Januar 1931 die Erhöhung der Biersteuer auf das Doppelte und die Erhebung einer Gemeinde­getränkesteuer verfügt. Die erforderlichen Genehmigungen des Bezirksausschusses und des Oberpräsidenten waren der Ver­ordnung gleich beigefügt.

Eisenach. Der 20 jährige Segelflieger Mätte von der Flie gergruppe Eisenach stürzte aus beträchtlicher Höhe ab und wurde unter den Trümmern des Apparates tot geborgen.

Glückliche Gemeinden.

Aus dem neuesten Statistischen Jahrbuch Badens ist u. a. Folgendes zu lesen: Im Jahre 1928 gab es in Baden noch 43 Gemeinden, in denen keine Gemeindesteuern erhoben wurde! Allerdings sind es nur Gemeinden mit unter 4000 Einwohnern. 1924 war die Gesamtzahl der gemeindesteuerfreien Gemeinden noch 62.

Druckarbeiten

liefert

bigst Albin Klein, Giessen.

eiweißträger unserer Nahrung und als solches daher nicht zu entbehren, allein im Uebermaß genossen, belastet es den Stoff­wechsel mit überschüssiger Säure und führt so zu vermehrter Schlackenbildung, zur Ablagerung von Harnsäuren, Salzen u. a. m. Dadurch wird der Entstehung von Krankheiten, wie z B. der Gicht, der Blutgefäßverkalkung, ja wohl auch der Nervosität unserer Zeit mindestens Vorschub geleistet. Weißes oder schwarzes Fleisch sind dabei ziemlich gleichwertig. Der Rat des Arztes an die Hausfrauen geht also dahin, maßzuhalten und zum Nutzen der Gesundheit 1-2 fleischfreie Tage in der Woche einzuhalten. Dazu sei aber bemerkt, daß Wurstwaren gleichfalls ,, Fleisch" darstellen. Mit dem erwähnten Vorbehalt ist der Genuß von Fischen zu empfehlen, die sich wie z. B. Schellfisch, Kabeljau, Hering, Bückling u. a. durch ihre Preis­würdigkeit auszeichnen.

Zu Fleisch und Fisch gehört unbedingt die Kartoffel, die an sich sehr nahrhaft ist und geeignet, den durch den Fleisch­genus hervorgerufenen Säureüberschuß auszugleichen..

In gleichem Sinne wirkt die Milch, die deshalb mit Vor­teil nicht nur getrunken, sondern auch zur Speisezubereitung benutzt werden sollte. Sie eignet sich für fleischlose Tage z. B. Ueberhaupt ganz besonders zur Herstellung von Milchreis. stellt der Reis ein Nahrungsmittel dar, das auf Grund seines hohen Gehaltes an Mehlstoffen und der ungemein großen Mannigfaltigkeit seiner Darreichungsform im Küchenzettel der Hausfrauen eine viel größere Wertschätzung verdiente. Sehr schmackhaft und den Säureüberschuß ausgleichend ist die Ver­abreichung von Reis mit Früchten oder Fruchtsäften. Von Früchten der Saison kann im Januar mit Vorteil von Winter­äpfeln, aber ganz besonders von Mandarinen, Apfelsinen und Zitronen Gebrauch gemacht werden. Aepfel, Mandarinen, Apfelsinen und Zitronen führen uns nämlich die jetzt in der Nahrung nur spärlich enthaltenen Vitamine zu, und wenn auch der Bedeutung der Vitamine vielfach übertriebener Wert zu­gemessen wird, so wird man doch auf ihre geflissentliche Zufuhr besonders bei der Ernährung des Kindes nicht verzichten dürfen. Dr. C. K.

Mittwo