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Mittwoch, den 30. Juli 1930.

Lokales.

Erntezeit!

Von Dipl.- Landwirt Dr. P. Lieb.

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Immer gleich und doch ewig neu steht wieder das Bild des Hochsommers vor unserem Auge: flimmernde Luft über dem wogenden Gold des Aehrenfeldes, strotzende Fülle, die der Sichel entgegenreift dem Tode entgegen, ja, doch auch der Erfül­lung entgegen, der ,, Ernte" entgegen. Und wenn dann die Zeit gekommen ist, wie fröhlich klingt das Dengeln der Sensen durch's Dorf, wie frohlockt der blinkende Stahl, den arbeitsgewohnte Männerarme im unermüdlichen Takte schwingen, zischend fährt er im Morgentau durch die Halme, die demütig sich neigen, schwer liegt hinter der rüstig fortschreitenden Reihe der Män­ner der goldene Segen, die Frucht eines mühereichen Jahres. Dann regen sich fleißig die Hände der Frauen, sie raffen und binden das Gemähte, sie richten die Gefallenen noch einmal auf freilich jetzt in wohlgeordneten Puppen, die als schnur­gerade Reihe den Weg der Männer bezeichnen. Wenn dann die Kleinen voll stolz die gefüllten Krüge zum Vesper hinaus­bringen, dann überschaut man zufriedenen Auges die Arbeit, und mit frischem Mut geht's weiter, immer weiter, oft bis in die sinkende Nacht.

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Freilich, nicht immer ist die Ernte eitel Freude. Mancher besorgte Blick gilt etwa einem Acer, auf dem der Plazregen die Aehren niedergebogen hat, oder der unter der Trockenheit Schaden leiden mußte. Und hier der Acker des Nachbaren steht in strotzender Fülle, doch der eigene daneben zeigt mageres, fümmerliches Wachstum. Was ist der Grund? Da gilt's zu überlegen. War etwa das Saatgut nicht richtig behandelt? Und wenn ja, war der Boden vielleicht nicht imstande, das herzu­geben, was wir von ihm verlangen konnten? Vielleicht fehlte es ihm an Stickstoff, so daß die Pflanzen im Stroh zurückbleiben mußten! Das trübt die Erntefreude, wenn sich der Bauer sagen muß ,, Sätt ich doch!", und der einzige Trost ist, daß er etwas Daraus gelernt hat, und es im nächsten Jahre bestimmt nicht wieder versäumen wird, solange es Zeit ist, seinen Feldern die nötigen Düngergaben zuzuführen, nachzuhelfen, wo es fehlt; denn das ist ein eisernes Naturgesetz, mangelt es der Pflanze auch nur an ,, einem" ihrer notwendigen Aufbaustoffe, so nützt ihr der größte Ueberschuß an anderen Nährstoffen nichts, sie wird nicht vollwertig werden. Nun, Gott sei Dank, meist ist solch bittere Erfahrung nicht notwendig. Der Landwirt denkt heute wirtschaftlich. Er weiß, wieviel für ihn, der nur einmal im Jahre erntet, von dem Ausfall dieser Ernte abhängt, und tut rechtzeitig das Seine.

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Sofort nach dem Abernten wird er das Land leicht schälen wenige Zentimeter tief genügen nach der alten Bauern­regel: Der Pflug soll am Erntewagen hängen." Das kann sogar noch geschehen, solange das Getreide noch steht. Man fährt mit dem Schälpflug oder Kultivator durch die Reihen, um das Land aufzureißen. Der Zweckt dieser Verrichtung ist ohne weiteres klar: im Boden haben sich haarfeine Kanälchen gebi!= det, durch die das Wasser an die Oberfläche steigen kann, um

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,, Gießener Zeitung"

hier natürlich zu verdunsten. Die trockene Krume wirkt hier wie ein Fließpapier, das immer wieder Feuchtigkeit aus den tieferen Schichten nach oben saugt, so daß der Boden tief aus­trocknen muß. Durch das Lockern aber werden diese feinen Haar­röhrchen zerstört. Das Wasser kann nicht mehr aufsteigen, und jetzt, isoliert" die obere Schicht das Darunterliegende.

Soll Stoppelfruchtbau getrieben werden, sei es zur Grün­düngung oder zu Futterzwecken, so ist der immerhin etwas müde Boden für eine Auffrischung seiner Kräfte durch Stick­stoffdüngung sehr dankbar; denn hier kommt es ja hauptsächlich auf die Masse an, und diese Pflanzen ,, masse" kann durch kleine Stidstoffabgaben sehr gesteigert werden. Bei der im Hochsommer meist trockenen Witterung empfiehlt sich der Kalksalpeter, der außerordentlich leicht wasserlöslich ist( 2 bis 3 3tr. je Hektar). So darf der Landwirt über die Freude an einer reichen Ernte nicht die Fürsorge für die Zukunft vergessen. Er muß den Tag nützen, um sein Kapital den Boden nicht brach liegen zu lassen. Er muß diesen Boden pflegen mit Klugheit und Liebe, und er muß das kostbare Saatgut, das er ihm an­vertrauen will, richtig behandeln, und den Verderb schützen. Bald schon muß das Wintergetreide in den Boden( dem übrigens eine Düngung, etwa mit Nitrophosta, auch mächtig auf die Beine helfen kann), und der Herbst ist unvermerkt da mit sei­nem neuen Segen und mit neuer Arbeit, neuer Freude und neuer Sorge.

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* Die beantragte Mieterhöhung für Gießen nicht genehmigt. Von dem hessischen Ministerium des Innern ist bei dem hie­sigen Kreisamt jetzt die Mitteilung eingegangen, daß der Herr Minister für Arbeit und Wirtschaft eine Erhöhung der geseh­lichen Miete in der Stadt Gießen nicht billigen könne.

* 90 Jahre alt. Der Rentner Ludwig Kattrein, ein geborener Gießener, feierte gestern seinen 90. Geburtstag. Kattrein ist besonders in Turnkreisen eine sehr bekannte Per­sönlichkeit.

* Ein Gießener unter den besten Schüßen Deutschlands. Den 11. goldenen Konkurrenzbecher im Schnellfeuerschießen konnte Herr Heinrich Appel vom Schützenverein bei dem 3. Zt. in Köln stattfindenden Deutschen Bundesschießen mit der feinen Leistung von 120 Punkten in 20 Minuten erringen.

Nr. 60.

31. Juli, abends 8.30 Uhr, im Hotel Hindenburg", Mitglieder versammlung.

* Goethe- Bund. Der Gießener Ferienkurs veranstalte morgen, Donnerstag abend, einen Vortragsabend von Isolde Kurz.

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Barfußgehen ist gesund. Kinder sind zu beneiden darum, wenn sie barfuß gehen dürfen, weil sie dadurch einen außer ordentlich wertvollen Gesundheitsschutz erwerben. Die Gesund heit des Zentralnervensystems hängt zu einem großen Teil vo der Zuleitung der normalen Reize ab. Der Sonnenstrahl z. B, der auf der Hand jenes wohlige Gefühl der Wärme erzeugt, das falte Wasser, dessen belebende Wirkung beim Baden, bei der Abwaschung und besonders nach stärkeren Anstrengungen so | deutlich zu spüren ist, wirken dadurch, daß sie auf die Haut­nerven einen fühlbaren Reiz ausüben, der dann weiter nach Gehirn und Rückenmark geleitet wird. Solche Reize braucht das Nervensystem. Vor allem gibt es kaum ein besseres ab: leitendes und beruhigenderes" Mittel für die Kopfnerven als Barfußgehen. Auch die Magennerven werden durch das Barfuß­gehen wohltätig beeinflußt.

* Die Staubbekämpfung, ein dringendes Erfordernis der Volkshygiene und ähnliche Themen bilden den Gegen­stand der Verhandlungen auf der am Sonnabend und Sonntag, den 2. und 3. August in Marburg stattfindenden Tagurig des Landesverbandes Mitteldeutschland des Zentral­verbandes der Reinigungs- Instituts- Unternehmer Deutschlands, unter Vorsitz des Herrn Obermeisters Buhl= Kassel.

* Rindermarkt. Auf dem hiesigen Rindermarkt am Mon­tag waren 1087 Stüd Großvieh und 187 Kälber aufgetrieben. Es verblieb ein geringer Ueberſtand.

Nächste Schweinezählung findet im Einvernehmen mit dem Statistischen Reichsamt und den statistischen Landesämtern am 1. September 1930, die nächste Zwischenzählung für Schweine und für nicht beschaupflichtige Hausschlachtungsschweine" für die Zeit vom 1. Juli bis 31. August statt.

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Heimatvereinigung Schiffenberg.

Donnerstag, den

Mobilmachung vor 60 Jahren: Juli 1870! timmung aussprechen, zum zweiten Puntte wies er auf die vor­

Der 19. Juli 1930 war ein zwiefacher Tag ernsten Gedenkens und stiller Rückschau. Einhundertzwanzig Jahre sind ver­strichen, seit in den Vormittagsstunden des 19. Juli 1810 Preu­Bens vielgeliebte Königin Luise auf ihrem Schmerzenslager im Schlosse zu Hohen- Zierig die letzten Worte sprach: Herr Jesu, mach's furz" und segnend ihre rechte Hand auf die Köpfe ihrer vor ihrem Sterbebett knieenden beiden Aeltesten", ihres Friz und ihres Wilhelm legte. Mit 34 Jahren schied die edle Frau von ihrem Gatten und ihrer heißgeliebten Kinderschar!

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Und am 60. Todestag der verklärten Mutter am 19. Juli 1870 steht im stillen Mausoleum zu Charlottenburg im ern­sten Gebet der ehrwürdige, greise König Wilhelm, in Erinne rung an jenen Tag in Hohen- Zierig versunken, und holt sich Kraft und Stärke für jenen Krieg, aus dem er als Deutsch­lands Kaiser hervorgehen sollte! Neben ihm der hochgewachsene, blonde Rede, sein Sohn, der Sieger von Königgräz, bald als ,, unser Frizz", der Liebling des ganzen Voltes. Er hat uns über jene Stunde im Mausoleum zu Charlottenburg berichtet:

,, Mit dem König fuhr ich nach Charlottenburg, wo wir längere Zeit und recht beklommenen Herzens am Sarge der Großeltern beteten. Beim Hinaustreten sagte ich meinem Vater, daß ein Kampf, der unter solchen Umständen be gonnen werde, gelingen müsse. Ich hoffe zu Gott, daß ich richtig vorausgesagt habe."

nommen werde. Der König ließ zum ersten Punkte seine Zu­mittags abgegebene Erklärung hin. Benedetti bestand auf einer Audienz, die der König höflich, aber bestimmt ablehnte. Was er heute morgen gesagt habe, wäre sein letztes Wort in dieser Angelegenheit und er könne sich lediglich darauf berufen." Am folgenden Tage, am 14. Juli, ließ Benedetti dem König melden, daß er abzureisen gedente und sich vorher von ihm verabschieden wolle. Der König, welcher an diesem Tage zur Königin nach Koblenz fuhr, empfing den Grafen auf dem Emser Bahnhof, aber, wie es in der amtlichen Depesche Benedettis heißt:

Noch keine acht Tage waren vergangen, seit jener Morgen­stunde in den Kuranlagen zu Ems, von der ein schlechter Ge­denkstein später Kunde gab: 13. Juli 1870, 9 Uhr 10 Minuten Morgens. An jenem Tage war Frankreichs Botschafter, der torsische Graf Vincent Benedetti, der seit dem November 1864 die französischen Interessen in Berlin vertrat und sich seit über fünf Jahren des besonderen Wohlwollens des Königs erfreute, mit jener Forderung an den greisen Monarchen herangetreten, die den äußeren Anstoß zum Kriege gab. In der Begleitung des Königs befand sich nur sein Flügeladjutant Graf Lehndorff Der Monarch, sichtbar über den bisherigen, allem Anschein nach glücklichen Verlauf der Angelegenheit erfreut, reichte dem Ge­sandten leutselig die Hand, gab ihm zugleich ein Extrablatt der Kölnischen Zeitung", in welchem die Verzichtleistung des Prinzen Leopold auf die spanische Königstrone mitgeteilt war, und bemerkte dabei, daß er heute ein entsprechendes Schreiben aus Sigmaringen erwarte. Graf Benedetti erwähnte, daß er die Nachricht schon gestern abend aus Paris erhalten habe, und fam, als der König meinte, die Sache sei damit erledigt, seine Aufträge" zu sprechen. Auf das äußerste erstaunt, hörte König Wilhelm die unerhörte Zumutung an: Jch soll mich also für alle Zukunft, ein für allemal binden?" sagte er dann. ,, Darauf kann ich nicht eingehen." Der Gesandte wurde immer dringender, schließlich wiederholte der König ruhig, aber sehr energisch, daß er unmöglich der französischen Regierung eine derartige neue und ganz unerwartete Zusicherung machen könne. Damit verabschiedete er sich von dem Grafen Benedetti. Troh alledem erbat der Gesandte um die Mittagsstunde noch eine Audienz. Infolgedessen sandte der König, der nach dem Vor­gefallenen sicher keinen Grund zu solchem Entgegenkommen hatte, seinen Flügeladjutanten, den Prinzen Anton Radziwill, um 2 Uhr nachmittags zu Benedetti mit der Mitteilung, daß er die briefliche Bestätigung des Fürsten von Hohenzollern aus Sigmaringen über den Verzicht des Prinzen Leopold erhalten habe. Hiermit sähe er die Angelegenheit als erledigt an. Graf Benedetti verlangte nochmals eine Audienz, um im Auftrage des französischen Ministers des Aeußeren, des Herzogs von Gra= mont, die Forderung zu stellen, die Verzichtleistung des Prinzen von Hohenzollern zu genehmigen und die Versicherung zu ertei­len, daß auch in Zukunft die Kandidatur nicht mehr aufge=

,, Er beschränkte sich darauf, zu sagen, daß er mir weiter nichts mitzuteilen habe und daß alle weiteren Verhand­lungen seitens seiner Regierung geführt werden würden." Am 15. Juli reiste der König von Ems nach Berlin. Der Telegraph hatte die Nachricht von den Vorgängen bereits ver­breitet. Ueberall strömten die Menschen zu den Stationen, die der König passierte. Ein wahrer Triumphzug! Erst durch das vor vier Jahren annektierte Herzogtum Nassau! Jubel und Begeisterung! Dann Weglar, die alte preußische ,, Enklave", von wo im Jahre 1866 die Division Beyer ihren Siegesmarsch begonnen, die Garnison seiner 8. Rheinischen Jäger, die vier Wochen später bei Gravelotte durch die Erstürmung von St. Hubert sich ein Ruhmesdenkmal für alle Zeiten aufrichten sollten. Dann Gießen, Kassel, Göttingen. Ueberall helle Begeisterung. Auf dem Bahnhof in Burg schallte dem König zum ersten Male das Lied entgegen, welches zum wahren Kriegslied der deutschen Streiter werden sollte, Schneckenburgers prächtiges Rheinlied: ,, Die Wacht am Rhein"!

Bis Brandenburg waren dem obersten Kriegsherrn der Kronprinz, Bismard, Roon und Moltke entgegengefahren, um ihm über die Lage Vortrag zu halten. Inzwischen sammelten sich auf dem damaligen Bahnsteig des provisorischen Potsdamer Bahnhofs diejenigen Personen, welche den König bei seiner Heimkehr zu empfangen hatten. Außerhalb des Bahnhofs aber drängte sich eine begeisterte Volksmenge Kopf an Kopf. In= zwischen war der Unterstaatssekretär von Thile mit den neuesten Depeschen, die von Paris eingegangen waren, auf dem Bahn­hof eingetroffen. Der Kronprinz erzählt:

Straßensperrung,

de Sch.

mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil- Club E. V.( A. v. D.), Die Provinzialstraße Hartmannshain- Gedern wird ab 30. Juli 1930 für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Ober- Seemen- Voltartshain.

Die Strecke Rigfeld- Hörgenau im Zuge der Hauptstraße Grünberg- Ulrichstein- Lauterbach wird ab 1. August 1930 für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Hopfmanns feld- Frischborn.

Aus Nah und Fern.

Allendorf a. d. Lda. Die Bürgermeisterwahl brachte von 836 Wahlberechtigten 737 Stimmen zusammen. Postassistent a. D. Friedrich Schneider erhielt 465, Landwirt Ludwig Becker 258 Stimmen, 14 Stimmen waren ungültig. Somit ist Schneider zum Bürgermeister gewählt.

Bad Nauheim. Einen Madonnenaltar stiftete ein hollän discher Kurgast für die katholische Kirche.

Die Wormser Januar- Unruhen. Darmstadt, 29. 7. In der gestrigen und heutigen Sitzung, der 12. und 13. Sizung, wurden die Beweisaufnahmen zu Ende geführt. In einer dreistündigen Anklcgerede hat gestern der Staatsanwalt gegen die Angeklagten Strafen beantragt, welche über die in der ersten Instanz gefällten hinausgehen! Für den Landtagsabgeordneten Müller, Frankfurt, beantragte er statt 1 Jahr 3 Monate Zuchthaus, 1 Jahr 9 Monate. Die an­deren Angeklagten wurden entsprechend bedacht. Rechtsanwalt Dr. Steinschneider- Frankfurt verteidigte seine Angeklag­ten in einer vierstündigen Rede. Das Urteil wird morgen verkündet.

,, Als wir auf dem provisorischen Bahnhof( Potsdam) an­tamen, raunte mir Herr von Thile sofort ins Ohr, der Krieg sei in Paris durch Oliver bereits erklärt, zugleich ward Sei­ner Majestät der telegraphische Wortlaut der Rede Olivers im Wartezimmer überreicht, welcher teinen Zweifel mehr ließ, daß der Krieg beschlossen war. Ich mußte das Telegramm laut vorlesen, worauf der König zu Graf Bismard, den Ge­neralen Roon und Moltke sagte, nunmehr müßte wohl das 7. und 8. Armeekorps mobil gemacht werden, da sicherlich die Franzosen nach 24 Stunden vor Mainz eintreffen würden. Jch drang aber in Seine Majestät, sofort die Mobilmachung der gesamten Armee, Landwehr und Marine zu befehlen, weil unter diesen Umständen keine Zeit zu verlieren sei. Der Kö­nig ging dann darauf ein und befahl die Mobilmachung noch im Wartezimmer( unter dem historischen Kronleuchter stehend), welche Nachricht ich sofort dem auf dem Perron harrenden Publikum verkündete. Der König umarmte mich in tiefer Bewegung; wir beide fühlten, daß wir uns zu einem Kampf um die heiligsten Güter, vielleicht um die Existenz des Vater­landes zu rüsten hatten, einen Kampf, der mit Strömen edelsten Blutes unserer Landsleute ausgefochten werden mußte. Darauf bestieg der König mit mir den Wagen. Kopf an Kopf stand die Menge vom Bahnhof bis zum Königs- Palais, ununterbrochen die stürmischsten Rufe ausstoßend, die von der Begeisterung für den bevorstehenden Kampf Zeugnis gaben. Tiefgerührt sprach der alte König die schlichten Worte: ,, Das ist ja ganz wie 1813!"

Büdo

flüssig

für den feinen Schuh

Mittwoch, den 30

Internation

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Bei den am Son Difcher Beteiligung d fit- Wettkämpfen tam laufene Veranstaltun fich der Düsseldorfer jarjen Endlamps, b In feinem Merger ve

Inzwischen trat im Kriegsministerium Roon mit den Ge­neralen von Moltke, von Podbielski und einigen anderen Offi­zieren zu einer Besprechung und Vorbereitung der erforderlichen Maßnahmen zusammen. Alsdann erfolgte der letzte entschei­dende Vortrag beim König, nachdem inzwischen aus Paris die Meldung von der Einberufung der Reserven und Mobilgarden eingetroffen war. Bald, nachdem Moltke und Roon gegen Mit­ternacht das Palais verlassen hatten, flog der von Roon ge­schriebene kurze Befehl durch den Telegraphen hinaus: Die Armee ist planmäßig mobil zu machen." Am 16. Juli erließ der Bayern- König von Schloß Berg aus, wo er 16 Jahre später so tragisch enden sollte, den Mobilmachungsbefehl

Treu dem Allianz- Vertrag, für welchen ich mein fönig­liches Wort verpfändet, werde ich mit meinem mächtigen Bundesgenossen für die Ehre Deutschlands und damit für die Ehre Bayerns einstehen."

Der Kladderadatsch" jubelte dem edlen Wittelsbacher zu: Er gab zuerst die Marschbefehle,

Er schwankte teinen Augenblick,

Sein Wort flang jeder deutschen Seele Wie unsrer Zukunft Festmusit."

Am 16. Juli machte Baden, am 17. Juli Württemberg, mo­bil. Am 19. Juli erklärte der sächsische Minister von Friesen im Bundestag namens sämtlicher Bundes- Regierungen:

,, Frankreich will den Krieg! Möge er denn möglichst schnell und träftig geführt werden." Auch eines Wortes des im Jahre 1866 entthronten Herzogs Adolf von Nassau sei gedacht, der auf Napoleons ,, freundnach­barliches Anerbietungen" die hochherzige Antwort gab:

Ich danke Eurer Majestät; soeben habe ich meine Dienste dem König von Preußen angeboten." So stand Alldeutschland, Volk und Fürsten, einmütig zum Kampfe auf! König Wilhelm rief in seiner Thronrede am 19. Juli mit tiefbewegter Stimme dem Reichsiag zu:

Wir werden nach dem Beispiel unserer Väter für unsere Freiheit und für unser Recht gegen die Gewalt fremder Eroberer fämpfen, und in diesem Kampf, in dem wir kein anderes Ziel verfolgen, als den Frieden Europas dauernd zu sichern, wird Gott mit uns sein, wie er mit unseren Vätern war." Der zeitgenössische Geschichtsschreiber, Heinrich von Sybel. hat einst über die Juli- Tage des Jahres 1870 geurteilt: ,, Wer in Deutschland das Glück gehabt hat, diese ersten Tage der nationalen Auferstehung zu erleben, wird ihr Andenken als heiligen Schatz sein Leben lang im Herzen bewahren" wie wir den 1. August 1914!

Dr. Ludwig Roth.

Wahres aus Meg.

Das Rampfgericht 30

and disqualifizierte die Franzosen von all traten.

( Man könnte zu nicht zum ersten Mal Bor der Eröffnung d nem Türhüter des S

Kirchgang bei Montigny. Sergt. K. der 7. Komp. führt 40 Kirchgänger, größtenteils Refruten. Vor der Kirche letzte Instruktion. Er läßt seine Schäflein stramm stehen und er mahnt sie folgendermaßen: Jetzt zu zweien formieren, leise hineingehen, Helm abnehmen, in die Bänke verschwinden. Beim Gebet Helm vor die Schnauze, leise bis 20 zählen. Während der Predigt nicht dösen, immer feste Entfernung schätzen, von der Bank bis zur Orgel, bis zum Altar, bis zur Kanzel.

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eine folemne, also fe Franzosen recht schlech Eröffnung die franzö ficht bekam, schloß fie mit in den Olympia

Derselbe Sergeant, bekannt durch seinen trodenen Humor, ließ eines Tages seine Korporalschaft antreten. Als sich alles in strammer Haltung versammelt hatte, verkündete er mit lauter Stimme: ,, Rührt Euch! Vortreten, wer musikalisch ist!" Jeder witterte natürlich einen Druckposten, und zaghaft traten hintereinander sechs Mann vor. Sergeant K. notierte gewis­senhaft ihre Namen und sagte dann: Schön, dann tönnt Ihr Euch mal bei Unteroffizier Sch. melden und das Klavier von seiner Stube in das Unteroffizier- Kasino tragen!"

Das Fest brachte überlegen war der G dorf im Laufe über den Hürdenlauf, Kift Soffmeister das Sp Staffel und Eintrach raschend ist, daß van ichlagen fonnte. E Meisterschaften brach gleicher Weise versag Eintracht Frankfurt schlagen lassen mußte eine ganz untergeord liche Erfolge zu ver Amsterdam( 1928), Frankreich zurück; d gewann.

100 Meter: 1. va dorf 10,8; 3. C 110 Meter Hürden 16,1.

400 Meter: 1. Rifte 800 Meter: 1. Lefe Leunig Frant

5000 Meter: 1.9 Olympische Staffe

Aachen 3: 52,2; 3. Dreimal 1000 Met Biermal 100 Mete Brustbreit zuri Weitsprung: 1. de

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