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Mittwoch, den 29. Oftober 1930.

Hesseu- Kassel und die oberhessischen Kreise Alsfeld und Lauterbach.

Wie wir der Presse entnehmen, sprach vor dem Frankfurter Rundfunk der Kasseler Regierungspräsident Dr. Friedensburg über das Thema Hessen- Kassel und Südwestdeutschland". Außer der Bejahung der Zusammengehörigkeit des engeren Rhein­Maingebiets finden wir in seinen Ausführungen erneut die Feststellung, daß man in den Kasseler offiziellen Kreisen trotz so vieler Verbindungen zwischen Kassel und Frankfurt auch jetzt noch nicht gewillt ist, mit dem Rhein- Main- Gebiet zusammen in einem großen Reichsland Hessen oder Hessen- Nassau aufzu­gehen, das die zusammengehörigen Gebiete zwischen Diemel und Neckar, zwischen Rhön- Spessart und Hunsrück- Westerwald zu einer natürlichen Einheit zusammenfaßt, sondern daß man auch ferner neben einem Gesamthessen um Frankfurt, einem Hessen­Kassel um Kassel ein Sonderdasein erhalten will. Außerdem aber hat Dr. Friedensurg in seinem Vortrag nach den vor­liegenden Pressemeldungen folgendes ausgeführt:

Hessen- Kassel wird sich selbstverständlich damit abfinden müssen, daß im Fall einer Reichsreform die nach geographischer Lage und Stammeseigenart der Bevölkerung zum Rhein- Main­Gebiet gehörenden Teile südlich der Wasserscheide, also etwa die Kreise Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern zum Rhein- Main­Gebiet fallen. In Oberhessen würden die Kreise Lauterbach und Alsfeld nördlich der Wasserscheide des Vogelsbergs kaum als zum Rhein- Main- Gebiet zugehörig angesehen werden können und ihre natürliche Zugehörigkeit zu Hessen- Kassel sinden. Allein durch diesen Umtausch würde eine sehr zweckmäßige und gesunde Abrundung des Gebietsteile erreicht. Ein kleiner Zuwachs ist für Hessen- Kassel aus dem Nordteil des zu Nassau gehörigen Kreises Biedenkopf zu erwarten.

Demgegenüber haben wir festzustellen, daß die Kreise Lauter­bach und Alsfeld untrennbare Bestandteile der Provinz Ober­Hessen bilden. Wie niemals einer Trennung der drei hessischen Provinzen das Wort geredet werden kann, die zu einer geschicht­lichen und auch wirtschaftlichen Einheit zusammengewachsen sind, so kann auch niemals einer Abtrennung der Kreise Lauterbach und Alsfeld von Oberhessen zugunsten eines Hessen- Kassel das Wort geredet werden. Die Wasserscheide allein kann niemals als ausschlaggebend bezeichnet werden. Beide Kreise sind durch Geschichte, kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen auf das Engste mit den übrigen Teilen der Provinz Oberhessen und da­mit mit dem übrigen Volksstaat Hessen verknüpft. Die Bahn­linie Fulda- Alsfeld- Gießen und Lauterbach- Stedheim- Vilbel= Frankfurt verbinden die beiden Kreise mit der Provinzhaupt­stadt Gießen und mit dem Wirtschaftszentrum Frankfurt und machen auch sie neben allen andern kulturellen und geschicht­lichen Beziehungen, obwohl jenseits der Wasserscheide liegend, zu Bestandteilen des Rhein- Main- Gebiets. Die Menschen dies­seits und jenseits des Oberwaldes sind desselben hessisch- frän­fischen Stammes, sie haben seit Jahrhunderten mit einander zum größten Teile dieselbe Landgrafschaft Hessen- Darmstadt ge= bildet. Soweit sie ehemals zu reichsritterschaftlichen oder geist­lichen Gebieten zählten, haben sie bereits damals an den haupt­sächlichen Ereignissen der Hessen- darmstädtischen Geschichte aus Gründen der gemeinsamen Landschaft teilgenommen und sind seit der Säkularisierung und Mediatisierung zu Beginn des vorigen Jahrhunderts mit den althessischen Gebieten zur Ein­heit verschmolzen.

Das Gold in der Reichsbank. Unsere Währung ruht auf einem starken Goldfundament. Die Wochenberichte der Reichsbank geben darüber im sachlichen,

Feuergefahr im Wohnhaus

und ihre Verhütung.

Die Hauptgefahrenquelle für einen Brandausbruch in unseren Wohnhäusern bilden die Heiz- und Kochanlagen, da in ihnen schon betriebsmäßig Feuer gebrannt wird. Brände, die mit diesen Anlagen in Verbindung stehen, haben manch: mal in der baulichen Anlage, meistens aber in unsachgemäßer Bedienung und Wartung ihren Ursprung. Nicht umsonst verlangt die Baupolizei, daß die Fußböden unter den Defen und Feuerstätten und vor ihren Heiz- und Aschenöffnungen gegen Feuersgefahr gesichert sein sollen, daß Defen und Rauch­rohre mit genügendem Abstand von verpuztem oder gar frei­liegendem Holzwerk aufgestellt werden müssen. Und doch, wie häufig kann man beobachten, daß ein nach der Bauab­nahme aufgestellter eiserner Dfen ohne jede Sicherung unmit­telbar auf dem hölzernen Fußboden steht, daß vor der Heizöff­nung das Dfenblech fehlt. Häufiger noch wird man finden, daß brennbare Möbelstücke unmittelbar neben den Ofen ge­stellt werden. Bei scharfem Heizen ist es dann unvermeidlich, daß die in der Nähe stehenden Gegenstände schon durch die strahlende Wärme der heißen Dfenwände in Brand geraten. Fehlt vor dem Ofen das Dfenblech oder der Dfenvorsezer, so kann jedes aus der Feuerung fallende glühende Kohlenteilchen den Fußboden in Brand setzen.

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,, Gießener Zeitung"

flaren Ziffernbild eindeutig Aufschluß. Mitte Oktober belief sich darnach der Goldbestand der Reichsbank auf 2,18 Milliarden RM. Das sind, um es in einer Gewichtsmenge auszudrücken, nicht weniger als 15 660 3entner Gold, die zum Teil als Bar­ren, zum Teil in Form in- und ausländischer Goldmünzen in den Kellern des deutschen Zentralnoteninstituts lagern; nur ein verhältnismäßig kleiner Teil ruht als Golddepot bei aus­ländischen Zentralnotenbanken. Neben diesem Goldvorrat ver­fügt die Reichsbank noch über einen Bestand besonders hoch­wertiger Devisen, die als Deckungsgrundlage für die umlaufenden Reichsbanknoten etwa dem Golde gleichstehen. Der Bestand an solchen deckungsfähigen Devisen betrug Mitte Oktober 1930:

174 Millionen.

Ueberblickt man die Entwicklung seit der Währungsstabili­sierung, so ist eine beträchtliche Zunahme des Goldvorrats un­verkennbar: Mitte Oktober 1924, vor sechs Jahren also, ver­fügte die Reichsbank nur über 818 Millionen, um die gleiche Zeit des Jahre 1927 bereits über 2,01 Milliarden und am 15. Oftober 1929 über 1,56 Milliarden Gold und Deckungs­devisen. Es handelt sich dabei jedoch nicht um ein organisch Monate stagnierender und rückläufi­gleichmäßiges Wachstum

ger Bewegung sind, verursacht durch volks- und weltwirtschaft­liche Ereignisse, keineswegs ausgeblieben. Ueberdies kann der Goldbestand in gewissem Sinn auch als ein bewegliches Instru= ment der Reichsbankpolitik gelten. Goldsendungen der Reichs­bank ins Ausland z. B., wie sie in den letzten Wochen zu be= obachten waren, bieten keinen Anlaß zur Beunruhigung. Solche Goldexporte dienen lediglich dazu, die geringen Kursschwankun­gen, denen alle Währungen, auch der amerikanische Dollar und das englische Pfund, im internationalen Geldverkehr unterwor fen sind, nach oben oder unten, auszugleichen.

Auf den Vorrat der Reichsbank an Gold und Deckungs­devisen baut sich der Umlauf an Reichsbanknoten auf. Er schwankt je nach dem Zahlungsmittelbedarf der Wirtschaft, pflegt in Zeiten günstiger Konjunktur höher zu sein, als wäh­rend einer Krise. Eine starke, unübersteigbare Schranke ver­hindert jedoch zu jeder Zeit die beliebige Ausweitung des Reichsbanknotenumlaufs: die strengen Deckungsvorschriften des Reichsbankgesetzes. Dort wird nämlich bestimmt, daß die um­laufenden Reichsbanknoten zu 40 Prozent durch Gold und deckungsfähige Devisen gedeckt sein müssen. Eine genaue Kon­trolle wacht über die Innehaltung dieser Bestimmung; ihr äußeres Zeichen, der Kontrollstempel, ist auf jeder Reichsbank­note rechts unten zu finden. Dieser Stempel bietet die Garan­tie für jedermann, daß die vorgeschriebene Golddeckung vorhan­den ist. Tatsächlich ist nun das Deckungsverhältnis bisher immer günstiger gewesen, als es das Gesetz selbst worsieht. Die Reichs: banknoten z. B., die am 15. Oktober ds. Js. umliefen, waren zu 56,2 Prozent durch Gold und deckungsfähige Devisen gedeckt. Der tiefste Stand der Notendeckung lag im Mai 1929 mit 41,0 Prozent; der höchste Stand im Januar 1927 mit 78,5 Prozent erreichte fast das doppelte des gesetzlichen Deckungsverhältnisses.

Wichtiger Erlaẞ Ungarns.

Die ungarnische Regierung hat wie soeben dem ,, Deut­schen Wirtschaftverein" aus Ungarn gemeldet wird eine Ver­ordnung erlassen, durch die eine Einfuhr ausländischer Erzeug­isse und ihre Verwendung in den Schulen unmöglich gemacht wird.

Angesichts des starken Verbrauchs vornehmlich tschechischer Schulbedarfsartikel aus Holz an den deutschen Schulen und Hochschulen ist den Kultusministerien der deutschen Länder ein ähnliches Vorgehen dringend anzuraten. Oder wollen wir uns fleiner zeigen als Ungarn?

Innern befindliche Glut aber schon den Kasten und wahrschein­lich auch den darunter befindlichen Fußboden in Brand gesezt, so daß der unachtsamen Hausfrau neben dem materiellen Scha­den auch noch ein Prozeß wegen fahrlässiger Brandstiftung droht. Gar manche Hausfrau begeht immer wieder einmal den Fehler, ein schlecht brennendes Fener im Ofen oder Herd durch Petroleum anzufachen! Zu oft kommt es dabei vor, daß die Flamme zurückschlägt und den Inhalt des ganzen Petroleumbehälters in Brand setzt. In der Aufregung wird dann der Behälter auf den Boden geworfen, das brennende Petroleum fließt aus, und im Augenblick steht der ganze Raum in Flammen. Man gieße daher niemals brennende Flüssig­keiten ins Feuer, ein Stückchen Feueranzünder ist nicht teuer und tut die gleichen Dienste, ohne Gefahren mit sich zu bringen.

Die weit verbreitete Gewohnheit, den Gaskocher durch einen Gummischlauch mit der Gasleitung zu verbinden, hat schon manchen Küchenbrand im Gefolge gehabt. Wie häufig kommt es doch vor, daß die Gasflamme zurückschlägt, ohne daß dies sogleich von der Hausfrau bemerkt wird. Die zurück: geschlagene Flamme ist nun keineswegs erloschen, das Gas brennt vielmehr jetzt nicht mehr im Kocher, sondern an der Zuführungsstelle zum Kocher und erhist diese Stelle ganz außerordentlich. Da sich hier nun auch der Schlauchanschluß befindet, wird dieser ebenfalls miterhizt; dadurch schmilzt der Gummischlauch und fällt vom Kocher ab, während die Gas­flamme nunmehr aus dem Schlauch herausbrennt. Natürlich wird dann alles in ihrem Hitzebereich liegende brennbare Ma­terial mit in Brand gesetzt. Den sichersten Schuß hiergegen bietet ein fester Rohranschluß des Gaskochers an die Gasleitung. Da der Kocher in der Küche nicht herumgetragen zu werden braucht, sollte er entweder auf der Herdplatte oder besser noch auf einem an der Wand befestigten eisernen Konsol seinen stän­digen Platz haben und durch eiserne Rohre mit der Gasleitung direkt in Verbindung stehen.

Eine ungleich größere Gefahrenquelle, als sie die eben ge= schilderten baulichen Mängel darstellen, liegt in dem häufig zu beobachtenden sorglosen Verhalten der Hausfrauen selber. Nasse Wäsche wird zum Trocknen so über dem Kochherd aufgehängt, daß sie herabfallen und sich an der heißen Herdplatte entzün den kann oder von den Flammen des darunter brennenden Gas­herdes erfaßt wird. Betten werden über Stuhllehnen gelegt und zum Anwärmen an den geheizten Dfen gestellt, wobei sie dann leicht mit den heißen Eisenteilen des Dfens in Berüh rung kommen und anbrennen können. Der Kohlenkasten in der Küche steht vielfach unmittelbar unter dem Aschenloch der Herdfeuerung, so daß jeder herausfallende Funke zwischen die Kohlen oder in den Kohlenstaub fällt und ihn zur Entzündung| fließen; es wird infolgedessen, da es seine Wärme nicht, wie bringt. Um nicht den schweren Ascheimer in der Wohnung herumtragen zu müssen, wird nur zu häufig noch mit Glut ver­mischte Asche in Holzkisten oder gar Pappkartons gefüllt und in irgend eine Ecke abgestellt, um dann gelegentlich in den Ascheimer entleert zu werden; inzwischen hat dann die im

Fast täglich berichtet uns die Brandchronik von einem Brande, der durch elektrisch geheizte Bügeleisen verursacht wurde. Vergißt nämlich die Hausfrau nach beendetem Plät­ten das Bügeleisen auszuschalten, wird ihm dauernd Strom zu­

beim Plätten an die feuchte Wäsche usw. abgeben kann, im Laufe der Zeit immer heißer und heißer, bis es schließlich glüht und in diesem Zustande dann seine Unterlage, falls sie verbrenn­lich ist, in Brand setzt. Es sollte daher jeder Hausfrau fesi stehende Regel sein, einmal das Plätteisen nur auf einer die

Kürzung der Direktorengehälter

Nr. 86

Mittwoch, den

bei der Berliner Verkehrsgesellschaft. Berlin, 28. 10. Bei der Berliner Verkehrsgesellschaft soll noch in dieser Woche über den Abbau der Direktorengehälter Beschluß gefaßt werden. So sollen das Gehalt des bisher mit 150 000 Mt. bezahlten Leiters der Straßenbahn auf 60 000 Mt. und die Bezüge der anderen Direktoren von 72 000 auf 30 000 Mt. herabgesetzt werden.

Amtsenthebung fommunistischer Bürgermeister in Thüringen.

Das thüringische Staatsministerium hat vor einiger Zeit sämtlichen Staats-, Kreis- und Gemeindebeamten die Zugehörig­

Erg

Bezirksliga und

Kurheffen Seffen Se Sport 03

Verein

BB- K. Marburg

keit zur Kommunistischen Partei verboten. Auf Grund dieses Boruffia Fulda Erlasses sind Disziplinarverfahren mit dem Ziel der Dienstent: Sport Staffel

lassung eingeleitet sind. So sind die kommunistischen Bürger­meister von Ruhla, Elgersburg und Gräfenhain vorläufig ihres Amtes enthoben worden.

Rund 200 Millionen RM. Ersparnisse durch die Senkung der Kohlenpreise.

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Die Ruhrkohlenpreise sollen ab 1. Dezember um 6. Prozent ermäßigt werden. Falls, wie man hofft, diese Preissenbung auf den gesamten deutschen Kohlenabsatz ausgedehnt werden solle, würde sich nach einer Darstellung des Instituts für Konjunktur­forschung dadurch für die Industrie eine Verringerung der Be­triebskosten um schätzungsweise 100 Millionen RM., für den Konsum eine Minderung der Ausgaben für Hausbrandkohle um 90 bis 100 Millionen RM. ergeben. Dabei handelt es sich nur um die unmittelbaren Wirkungen. Die zum Teil noch viel weitergehenden mittelbaren Erleichterungen für die Gesamt­wirtschaft lassen sich nicht einmal annäherungsweise abschätzen.

Fremdenschutz in den Wangtse- Städten. Schanghai, 28. Oktober. Angesichts des ständig zunehmen­den Bandenterrors und dauernder Gewalttaten in den meisten Häfen des Yangtse werden sich demnächst sämtliche fremden Kon­suln der ausländischen Mächte zu einer Konferenz zusammen­finden, um eine gemeinsame Aktion zum Schutze des Lebens und des Eigentums der Fremden zu unternehmen.

Der Landfreistag zum Regierungsprogramm. Ebenso wie in den Städten bedroht auch in den Land­freisen das Anwachsen der Wohlfahrtserwerbslosenlasten die Finanzgestaltung. Eine Reihe von Kreisen sind sehr schwer betroffen. Im Vergleich zur selben Zeit des Vorjahres sind Steigerungen der Wohlfahrtslasten von 900 bis 1000% nicht selten. Diesen Landkreisen und ihren Gliedgemeinden kann mit der Bürgerabgabe und der Getränkesteuer nicht geholfen werden. Hier muß vielmehr Hilfe auf dem Wege über Dota­tionen Platz greifen. Die Bestimmungen über die Krisenfür­sorge sind nicht ausreichend. Sie bedeuten für das Land vie lerorts feine Erleichterung, sondern eine Vermehrung der Fürsorgelasten. Dasselbe gilt von der Einschränkung der Unterstützungsdauer auf 32 beŋw. 45 Wochen. Die Reichs­regierung wird sich der Erkenntnis nicht verschließen können, daß dem flachen Lande ebenso geholfen werden muß wie den Städten. Die Organe des Deutschen Landkreistages stehen auf dem Standpunkt, daß das künftige Sanierungs- und Finanzprogramm der Reichsregierung für das Problem der Krisenfürsorge und der Wohlfahrtserwerbslosigkeit eine Lösung sinden muß, die den Gemeinden und Gemeindeverbänden ge stattet, diese Krisenzeit ohne Schaden zu überwinden.

Wärme schlecht leitenden Unterlage, z. B. Asbestplatte, Stein­gutteller abzustellen und ferner, bei jedem auch noch so kurzen Verlassen des Plätteisens den Strom auszuschalten.

Brennt in einer Wohnung die Sicherung der elektrischen Leitung mehrmals nacheinander durch, ohne daß die Ursache kenntlich ist, lasse man sich nicht verleiten, die schadhafte Siche rung etwa durch einen starken Draht zu ersetzen, der dem erhöhten Stromdurchgang Widerstand leistet. In solchen Fällen ist die durchgebrannte Sicherung das Alarmsignal da für, daß in der elektrischen Anlage irgendeine schadhafte Stelle ist, die die Ursache eines Brandes werden kann. Wenn man den Fehler nicht selbst beheben kann, wende man sich umgehend an seinen Installateur oder an das stromliefernde Elektrizitäte

werk.

Gar mancher Unglücksfall tritt beim Reinigen mit Ben zin ein, wenn dies in einem Raume vorgenommen wird, in dem sich ein offen brennendes Feuer, z. B. ein Gaskocher, eiserne Dfen oder Kochherd befindet. Wie bekannt, verdunstet Benzin sehr schnell, namentlich wenn es wie beim Reinigen zwischen Stoffen gerieben wird. Die Benzindämpfe, die schwerer al Luft sind, sinken zu Boden und werden durch die Zugwirkung brennenden Feuers nach diesem hingezogen; in Berührung mit der Flamme entzünden sie sich sehr leicht und können bei einem bestimmten Mischungsverhältnis mit Luft sehr leicht schwer Explosionen auslösen.

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Wer Zündhölzer so aufbewahrt, daß sie seinen Kinder als willkommenes Spielzeug greifbar sind, darf sich nicht wun dern, wenn sein Hausrat eines Tages in Flammen aufgeht. Wer da glaubt, vor dem Einschlafen unbedingt noch eine Z garette rauchen zu müssen, soll dies wenigstens nicht im Bett Nur zu häufig schon ist der Fall eingetreten, daß der Raucher darüber einschlief, daß die glimmende Zigarette seiner Hand entfiel und nach einiger Zeit sein Bett in Brand setzte. Der Unvorsichtige selbst konnte froh sein, wenn er neben dem. materiellen Schaden mit einigen leichten Brandwunden davon

fun.

fam.

Wer auf seinem Boden und im Keller kein elektrische Licht und dort gelegentlich auch im Dunkeln zu tun hat, sollt sich für diesen Zweck eine geschlossene Laterne, besser noch eine elektrische Taschenlampe beschaffen, auf keinen Fall aber, auc wenn sein Aufenthalt nur kurze Zeit dauert, ein Zündholz zur Beleuchtung benußen. Nur zu leicht wird ein solches nach der Benußung sorglos fortgeworfen, ohne daß man sich davon über zeugt, ob es auch schon erloschen und wohin es gefallen ist.

1900

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