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Samstag, den 29. März 1930.

Stadtratsjißung

Gießener Zeitung

am Donnerstag, den 27. März 1930.

Die an Verhandlungspunkten sehr reiche Tagesordnung wickelte sich im großen und ganzen reibungslos ab. Es handelte sich auch fast durchweg um kleinere Vorlagen, denen man glaubte, selbst mit dem ungedeckten Defizit im Haushaltsplan des lau­fenden Jahres zustimmen zu dürfen. Dieser Haushaltsplan liegt den Fraktionen zur Zeit im Entwurf zur Beratung vor, die nächste Stadtratssitzung wird auf alle Fälle mehr auf Kampf eingestellt sein. In der vorgestrigen Situng wurden nur ge­Vorpostengeplänkel. Fühler ausgestreckt

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Sigungsbericht.

Am Magistratstisch fehlen der Herr Oberbürgermeister und der Beigeordnete Klingspor. Auch im Saal ist manche Lücke. Die Verhandlungen leitet Herr Bürgermeister Dr. Seib.

Dem Verkehrsverein

werden auf Gesuch weitere 1000 Rmf. Zuschuß für 1929 zu den Kosten der Herstellung je eines großen und kleinen Führers, von Stadtplänen und eines Hotel- und Gaststättenverzeichnisses be­willigt. Der Antrag wurde gegen eine kommunistische Stimme angenommen. Zu diesem Punkt sprach nach dem Berichterstatter, Stadtratsmitglied Horn, Stadtratsmitglied Schwieder, der die eminent wichtige Arbeit des hiesigen Verkehrsvereins in inter­essanten Ausführungen näher schilderte und betonte, daß von Jahr zu Jahr der Fremdenbesuch nach Gießen wachse, daß die Schönheiten unserer Stadt und seiner Umgebung langsam auch weiteren Kreisen bekannt werden. Der Redner schloß mit dem Appell, Mitglieder für den Verkehrsverein zu werben, um ihn auch finanziell unabhängig zu machen und trotzdem im kommen­den Jahre statt 10 000 Rmt. lieber 15 000 Rmk. für Verkehrs­werbung in den städtischen Haushaltsplan einzustellen.

Die Volkshochschule

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An der Debatte beteiligten sich noch die Stadtratsmitglieder Fischer, Horn, Mann und Nicolaus. Der Antrag des Finanz­ausschusses wurde dann gegen die Stimmen der Wirtschaftl. Ver­einigung angenommen.

bat( Tagesordnung Punkt 2) gleichfalls um Gewährung wei­terer städtischer Zuschüsse. Der Referent Stadtratsmitglied Leop. Mayer, begründete den vorliegenden Antrag des Finanz Ausschusses. Die Volkshochschule Gießen verlangte, da der Zu­schuß des Staates für 1929 2900 Rmt. betrage, den gleichen Zu­schuß auch von der Stadt und zwar für 1929 und 1930. Für 1929 war ursprünglich 1200 Rmt. zur Verfügung gestellt, 1700 Rmt. wurden mithin nachgefordert. Der Finanzausschuß aber glaubte in Anbetracht unserer angespannten Finanzlage für 1929 nur 1200 Rmt. nachbewilligen zu können und für 1930 vor den Etatsverhandlungen noch nichts versprechen zu können. Gegen den Antrag sprach der Führer der Wirtschaftl. Vereini­gung, Stadtratsmitglied Nicolaus, der betonte, daß die Volks­hochschule z. Zt. von Bevölkerungskreisen frequentiert würde, die ruhig einen Teil der Mehrunkosten tragen könnten. ratsmitglied Dr. Gumbel( S.) wendet sich in längeren Ausfüh­rungen gegen diesen Standpunkt. Interessant waren seine Auf­schlüsse über den Besuch dieses Instituts: 1926: 305 Hörer, 1927: 393 Hörer, 1928: 378 Hörer und 1929: 491 Hörer, davon sind 15 Prozent noch nicht 20 Jahre und 60 Prozent zwischen 20 und 30 Jahre alt, und wie der Redner meinte, setzt sich der Besucher­freis aus allen Bevölkerungsschichten zusammen.

Stadt

Aus dem Dorf Beuern bei Gießen.

Punkt 3: Der im Voranschlag des Lyzeums für 1929 für Reinigungszwecke eingestellte Kredit von 2600 Rmf. wurde um 383,28 Rmf. erweitert( Lohnerhöhungen und längeres Schul­jahr).

( Zeitbetrachtungen, Heimische Erwerbsarten). ( Eigentumsrecht vorbehalten). Von Wilh. Arnold 5. zu Bewern. 3. Fortsetzung.

Punkt 4: Der im Haushaltsplan für 1929 für, Wasserbe­darf" des Schlachthofes vorgesehene Kredit wird um 6500 Rmk. erweitert.

Punkt 5: Nachbewilligt werden für die Kosten der uschäd­lichen Beseitigung des untauglich befundenen Fleisches auf dem Schlachthof 500 Rmt..

Punkt 6: Der Kredit für die Sanitätswache auf dem Vieh­marktplatz für 1929 wird um 190 Rmf. erhöht.

Punkt 7: Der Kredit zum Ausbau des Parkplates für Vieh­transportwagen auf dem Viehmarktplatz am Güterbahnhof wird um 3000 Rmf. erweitert. Die Krediterweiterung ist dadurch nötig geworden, daß neben den geplanten Planierungsarbeiten auch eine Schotter- und Schlackenaufschüttung notwendig ist. Erhöhung der Müllabfuhrgebühren

Bei der Förderung der Manganerze war der mit eingelager­te Eisenacker völlig unbeachtet geblieben und vernichtet worden. Zwei hiesige Bergleute, Fr. Arnold und Kd. Damm, unternah­men die Ausbeute desselben, die ihnen bis zum Jahre 1889 einen freilich nicht immer überreichlichen Verdienst brachte. Die Güte des geförderten Materials war verschieden( der sogenannte Goldacker durchzog nur in dünnen Schichten dasselbe). In Bahn­wagenladungen ging die Abfuhr nach Butzbach, wo in den Ocker­mühlen des Fabrikanten Küchel die Verarbeitung erfolgte.

ist der nächste Punkt der Tagesordnung. Hierzu liegt folgender Antrag des Finanzausschusses vor:

,, Um die Kosten für die Müllabfuhr voll zu decken, wer­den die Müllabfuhrgebühren ab 1. 4. 30 von 0,92 Pfg. für 100 Pfg. Grundmiete auf 1,16 Pfg. für 100 Pfg. Grund­miete erhöht."

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Der Referent, Stadtratsmitglied Goerz, teilt mit, daß die Erhöhung der Löhne und weiterer Unkosten und uneinbringliche Rückstände(!) ein Defizit von ca. 10 000 Rmf. zur Folge hätten. Dieses solle durch die Erhöhung für die Zukunft ausgeglichen werden.- Stadtratsmitglied Mann( S.) lehnt die Vorlage ab, da seine Fraktion grundsätzlich gegen diese Abgabe sei, die vor Stadtratsmitglied dem Kriege in der Miete einbegriffe war. Nicolaus korrigiert zunächst seinen Vorredner, der sehr wohl wisse, daß das, was er behaupte, nicht den Tatsachen entspreche, denn vor dem Kriege wurde die Müllabfuhr aus Steuermitteln der Städte, erhoben als Zuschlag zur allgemeinen Einkommen­Steuer, bezahlt. Es sei im übrigen nicht mehr wie Recht, wenn jeder die Unkosten decke, die er mit verursache. In die De­batte greifen noch kurz ein die Stadträte Lodz( N.-S.), Lepper ( K.) und Mann( S.). Der Antrag wird dann gegen die Stim­men der Linken angenommen.

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Nr. 25.

plan vorgesehenen neuen Straßen erhalten folgende Bezeich nungen: Schwarzlachweg, Am Sandfeld und Werraſtraße.

Punkt 12: Die Ortssagung betr. die Erhebung von Gebüh ren für die Reinigung der Straßen und Plätze in der Stadt Gießen erhält in§ 1 nach Satz 1 folgenden Zusatz:

Punkt 9: Ein Gesuch der Studentenhilfe um Erlaß der Kosten der Einfahrt zur Garage des neuen Studentenhauses in Höhe von 426,73 Rmt. wird genehmigt( gegen 1 kommunistische Stimme). Die Kosten werden auf die Stadtkasse übernommen. Punkt 10: Die Aenderung der Bau- und Straßenfluchtlinie im Hollerweg entsprechend dem Plan des Vermessungsamtes vom Januar 1930 wird genehmigt.

Durch Zufall entdeckte zuletzt der bei dem Bergwerksunter­nehmer Petri aus Gießen beschäftigte Bergarbeiter Fr. Arnold das Kieselgurlager im Pfarrwäldchen, das dort an einer Stelle zu Tage trat. Das der Pfarrei gehörige Gelände erwarb ein Herr Wildenhain, gleichfalls aus Gießen, um den Preis von 10 000 Rmt. Da er jedoch die Mittel zum Betriebe nicht be= saß, ging dasselbe durch Kauf in den Besitz eines Engländers, des Sohnes des Bergwerksdirektors Wilson zu Gießen über. Mit großem Aufwand hat derselbe das über 20 Meter mächtige La­ger erschlossen. Der geplante Verkauf an eine Gesellschaft zer­schlug sich aber, da man über die Höhe der Summe sich nicht einigen konnte. Dann kam der Krieg. Wilson ging nach Ca­nada. Fast wäre das Werk der Beschlagnahme durch den Staat verfallen. Wie man hört, ging es aber deshalb nicht an, weil eine gewisse Gewerkschaft Klaus Ansprüche darauf erhob. Seit­dem ruht das Werk.

Punkt 11: Die Ortsbausagung zum Bebauungsplan über das Schwarzlachgebiet wird genehmigt. Die in dem Bebauungs­

. dies gilt( die Zahlungspflicht der Anwohner. D. Red.) auch dann, wenn zwischen Grundstück und der Straße eine öffentlichen Zwecken dienende Grundfläche( z. B. Anlagen, Böschungen, Gräben usw.) liegt.

Hiermit ist eine Lücke in der betreffenden Satzung geschlos= sen. Unbillige Härten, die an einigen Stellen der Nord- und Südanlage vorliegen werden, können forrigert werden. Nach längerer Debatte, an der sich die Herren Launspach, Fischer, Dr. Hamm und Loeber beteiligen, findet der Zusatz einstimmige An­nahme.

Punkt 13: Der Antrag des Betriebsausschusses:

Der Wasserversorgung der Gemeinde Lindenstruth durch das Wasserwerk Gießen, nachdem der neue Wasserbehälter bei Annerod gebaut ist, wird zugestimmt,

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fand einstimmige Annahme. Der Wasserverbauch der Ge­meinde Lindenstruth beträcht im Jahre nicht mehr, wie ein Tagesverbrauch der Stadt Gießen.

Punkt 14: Dem Baugesuch des Hch. Schmall zur Errichtung einer Halle in der Bootshausstraße unter Befreiung von§ 5 des Ortsbaustatutes vom 6. 7. 88 wird entsprochen.

Vergebung von Arbeiten und Lieferungen.

Bei Erledigung dieses Punktes der Tagesordnung entspinnt sich eine Debatte über rein grundsägliche Fragen. Stadtrats­mitglied Becker bittet die Stadtverwaltung, sich bei Vergebungen an die Reichsverdingungsordnung zu halten, wonach nicht un­bedingt dem billigsten Anbieter der Zuschlag zu erteilen ist, sondern von den zu vergebenden Stellen zu prüfen ist, ob bei dem abgegebenen Preis ein angemessener Gewinn für den Bie­ter bleibt. Beigeordneter Dr. Hamm stellt fest, daß nach diesem Stadtratsmitglied Prinzip schon dauernd verfahren wird. Launspach rügt die scharfen, von der Stadt bei Arbeitsvergebun­gen gestellten Bedingungen. Das gleiche stellt auch Stadtrats­mitglied Löber fest, der viele Mißstände aber auch auf die man­gelnde Solidarität der Handwerker selbst zurückführt. Stadtratsmitglied Lenz verlangt Ueberarbeitung der Arbeits­bedingungen. Beigeordneter Dr. Hamm betont, daß die schar­fen Bedingungen in den Arbeitsverträgen nicht für den anstän­digen Handwerker bestimmt seien, ihre Aufstellung sei aber im Laufe der Zeit nötig geworden, um die Interessen der Allge­meinheit gegen weniger anständige Handwerker wahrzunehmen. Aber bei berechtigten Klagen könne man Milderungen vor­nehmen.

Ganz sichere Belege für das Bestehen einer Ziegelei finden sich erst zu Anfang des vorigen Jahrhunderts und zwar ist es die von Heuchelheim stammende Familie Volkmann, die einen Brennofen und ein Trockenhaus am Hagenbachsberg erbaute, dort, wo es noch heute ,, bei der alten Ziegelhütte" heißt. Das Wohnhaus befand sich in der Mezzeng im Ort. Um diese Zeit bescheinigt Heinrich Volkmann von Beuern den Empfang eines Betrages für gelieferte Ziegel.( Aus Großen- Busecker Kosten­rechnungen). Im Jahre 1848 wurden die Ziegelei- Gebäulichkei­ten in der Hagenbach abgetragen und auf die Azenwiese ver­setzt. Die Gründe dafür waren wohl der entlegene und ungün­stige Standort in der Hagenbach und die Schwierigkeit der Her­beischaffung des Materials. Zwei Söhne Heinrich Volksmanns, Philipp und Wilhelm, betrieben das Handwerk weiter. Die Verhältnisse des ersteren aber gingen in der Folge sehr zurück, sodaß er sich entschließen mußte, nach Amerika auszuwandern. Dadurch wurde aber auch sein Bruder Wilhelm in Mitleiden­schaft gezogen. Die Haftung für Reisegeld und eine Bürgschaft von 1000 Gulden überlasteten auch ihn so, daß er mit der ge= samten Familie seinen weiteren Lebensunterhalt in der fernen Hauptstadt Frankreichs suchen mußte.

Als eine der ältesten Verdienstquellen an hiesigem Ort ist noch der Ziegelhüttenbetrieb zu erwähnen. Es liegen Gründe vor, die auf Herstellung von Ziegeln schon im 18. Jahrhundert schließen lassen. Der jetzige Ziegelei besitzer Lindenstruth bewahrt einen Dachziegel mit der Aufschrift Friedrich Bergens und der Jahreszahl 1745, der am Ziegenberg gefunden worden sein soll. Einen ähnlichen Ziegel besitzt der Schuster Keil in Fünfhausen, einem Ortsteil Beuerns, auf seinem Hausdach, der von der alten Hofscheuer stammen soll. Die letztere wurde um das Ende des 18. Jahrhunderts abgetragen. Auch das Pfarrhaus war um jene Zeit schon mit Ziegeln gedeckt. Das Schwalbachische Wohnhaus in der Mezzeng hatte, wie aufgefundene Scherben zeigen, eine Bedachung mit Falzziegeln. Sonst war die Strohbedachung noch allgemein. Die Benennung Ziegelberg, sowie Spuren von Lehmabgrabungen nach den Azenwiesengärten hin, unterstützen die Vermutung, daß damals schon, vielleicht ein ganz geringer Betrieb daselbst bestanden hat. Die Familie Bergens war zuge­zogen und in der Borngasse in einem Nebenhäuschen( jetzt abge­tragen und zur Ph. Lindenstruthschen Hofreite gehörig) wohnhaft.

zu:

Auch

Dann stimmte man ohne Debatte folgenden Vergebungen

a) Die restlichen Maurer-, Beton- und Eisenbetonarbeiten zur Herstellung des Schalt- und Transformatorenhauses für das Eelektrizitätswerk werden der Firma Rinn- Gießen für 14 994,50 Rmf. übertragen.

Gamstag, de

gleichen Objekt

Preise von 352

b) Die ftah Tiefert die Firm e) für die 2 ferung von Herd Worms zum Pre

b) Die Schlosserarbeiten zum gleichen Objekt führen aus: Teil 1 Schlossermeister Kunz für 6446,96 Rmt., Teil 2 Schlosser­meister Braun für 5105 Rmt., Teil 3 Schlosservereinigung Gie­ßen für 12 273 Rmt.

Das Anwesen auf der Azenwiese, in welchem Phil. Volk­mann bereits eine Wirtschaft eingerichtet hatte, ging durch Ver­steigerung an einen gewissen Zörb aus Heuchelheim über. Nach­lässigkeit im Betrieb und Hang zur Trunkenheit sollen die we­sentlichen Ursachen seines wirtschaftlichen Zusammenbruches ge= wesen sein. Indessen ist es seinen Nachkommen jenseits des Ozeans wieder gelungen, hochzukommen. Eine angeblich sehr reiche Tochter J. Ph. Volksmanns besuchte vor einigen Jahren wieder einmal im Auto die Heimat. Auch die Familie seines Bruders Wilhelm hat sich wieder empor gearbeitet, der spätere Kriegsgräberwärter bei St. Privat Konrad V. hinterließ bei seinem 1907 erfolgten Tote ein Vermögen von etwa 60--70 000 Rmt. Von Philipp Volkmann erwarb das Anwesen sein Schwa­ger H. A. Lindenstruth, der neue Einrichtungen schuf und den Ziegelbetrieb zur höchsten Entfaltung brachte. Durch den Um­bau des Brennofens ging aber die seither mitgeübte Kalkbren­nerei verloren, dagegen war es aber für das örtliche Bauwesen von Wichtigkeit, daß sich Lindenstruth bezl. dessen Sohn und Nachfolger Wilhelm nun mit der Herstellung von Feldbrand­steinen( links der Buseckerhohl) bis kurz vor dem Krieg befaßte. Während der Kriegsjahre mußte der Betrieb eingestellt werden und erst in diesem Jahr( 1920) konnte derselbe wieder aufge­nommen werden.

c) Das Liefern und Einlegen von Riffelblechabdeckungen zum

Welteren noch bekannten Stro ächer herstellten. Unser letzter Dachmann Stein war ein altes prächtiges Original. Er litt 3. B. nicht, daß ich mich beim Ofen wärmte. Verdirb dir deine Natur nicht", pflegte er zu sagen. Er hatte den schönen Beina­men ,, Der Gipser". Ob das mit seinem Handwerk zusammen­hing? Eines der letzten Beuerner Gebäude, das ein Strohdach zierte, habe ich in einer Zeichnung festgehalten.

Ueber das Decken der Dächer in der ältesten, Zeit sind wir bloß auf Vermutungen angewiesen. Man scheint Holzschindel geformt und auf den Truttern" aufgehängt und mit kleinen Strohseilen befestigt zu haben, worauf wohl die Namen Dächs­ler und Strohmänner zurückzuführen scheint. Später treten dann die Namen Dachmänner" auf( vielerorts auch Schober" ge= nannt), die mit großer Geschicklichkeit und Sauberkeit die uns

f) Betr. Wa von Schleudergu

zum Pretje von

g) Die Herste Regnungsjahr 19 Don 8098 Rmt. D

Buntt 16 der a) für die Ka

der Türen 125 R

b) für das anitalt und Wi 4000 Rmf.;

c) für Initan 1500 Rmt.; d) für Neupf 100 Rmf.;

e) für Berei Erwerbsloje 10 00 Zu diesem Dag zur Zeit 25 insgesamt monat welche Gegenlei Möglichkeit, eini wozu die Ausge dergestalte, daß noch 2-4 Mar

Auch Mühlärzte gab es zu Beuern. An dem Hause des letz ten Vertreters dieses Standes( namens Lepper) war seither noch das handwerkliche Wappen, ein Rad mit Beil angebracht. Schon 1580 und noch früher begegnet man in alten Akten einem Math. Mollnarzt; er hat die Krebsmühle erbaut. Nach der Ueberliefe rung steht diese Mühle jetzt an dritter Stelle. Das konnte ich mir lange nicht erklären, fand es aber in einer Urkunde( in Me moriale usw.) bestätigt. Der brave Müller hat sein ,, Molnchen" abgebrochen und anderwärts wieder aufgerichtet, geriet aber darüber in Streit mit den Ganerben, die die Wasserrechte de saßen. Von dem eben erwähnten Mathäus Mollnarzt kommen auch noch Nachkommen( Hans M. usw.), vor. Merkwürdig, wie manche Familien ihr übernommenes Handwerk oder Gewerbe auch im Namen bewahrt haben. Ein Beispiel dafür bietet auch der Name ,, Benner". Die Vorfahren haben Züber, Eimer, Büt ten und Fäßer gebunden, alles reiflich überlegt.

und Beigeordn nähere Erläut Vorlage. De f) für Um abjaugevorrid Schule werden g) für die Straße werden Rmt. zur Verfi h) desgleic Schillerstraße 2

Unter den Erwerbsarten einer früheren Zeit war wohl der Handel mit Blutegeln einer der schwierigsten. Recht anschaulich schildert O. Glaubrecht in seiner Erzählung ,, Anna, die Blutegel händlerin" die damit verbundenen Mühseligkeiten, Beschwerden und Gefahren. Als hiesige Teilnehmer werden überliefert: cin gewisser Schneider( Vetter des jetzt noch lebenden Christoph Keil), der Vater des letzteren, gewöhnlich der alte Schusterkeil genannt, und Weimar, der alte Schäferhannes. Die beiden er ſten holten die Egel nur in Polen; den Vertrieb nach dem We sten, nach Holland oder Belgien, übernahm ein gewisser Stein in der Hintergasse. Zu Unterbessingen bei Lich sind heute noch die Reste der Gruben zu sehen, in denen die Blutegel verwahrt wurden. Sie wurden in Kästen mit weichem Moos versandt. Zu Gießen in dem kleinen Häuschen des Gärtner Becker in der Kaiserallee befand sich auch eine Niederlage für Blutegel. Herr Stein aus der Hintergasse soll natürlich bei dem Verkauf an be ſten abgeschnitten haben. Der genannte Schäferhannes foll außer den Blutegeln auch noch eine Frau mitgebracht haben. Es wird erzählt, daß er derselben in ihrer Heimat vorgespiegelt habe, wie reich sein Vater daheim sei, wie sie 2 Pferde und eine Herde Schafe hätten. Als sie nun auf den Stirnberg kamen erblickten sie auch eine weidende Herde auf dem gegenüber lie genden Steinerberg. Siehe, das sind unsere Schafe" sagte er. Nach andern sahen bei ihrer Ankunft vor der väterlichen Woh nung zwei große Hunde zum Hofe heraus. Kaspar, sind das euere beiden Pferde?", fragte die Frau. Jawohl", erwiderte

er.

Fortsetzung folgt.

Puntt 17: Trägerschaft d Maschinenbau 750 Rmf. betr gefehen, um Buntt 1 schaft der K nenbauschule

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