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Mittwoch, den 29. Januar 1930.

Der Kampf war fair. Odershausen hat verdient sein letz­tes Verbandstreffen in dieser Saison gewonnen.

BfB. Gießen 1. B.-Kl.

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Weglarer SV. 1. B.-I. 3: 3( 3: 0).

Beide Mannschaften waren pünktlich zur Stelle, doch der Schiedsrichter fehlte. Ob nun hier die Behörde oder der Schiri versagte, läßt sich zur Zeit nicht feststellen. Schiri Noll- VFR. Lich pfiff auf Anfordern des Platzvereins an, Wetzlar prote­stierte hiergegen. Trotzdem kam das Spiel mit halbstündiger Verspätung zustande. In der ersten Halbzeit war VfB. tonan­gebend und erzielte in kurzen Abständen drei Tore. Bei der zweiten Halbzeit konnte man nach der vom VfB. vorgeführten Spielweise mit einer hohen Niederlage der Wetzlarer rechnen. Doch es tam anders. In der 14. Minute vor Schluß erzielte Wetzlar das erste Tor und schoß zwei Minuten später zum 2. Tore ein. Aus einem Edball konnte Wetzlar das Ausgleichstor erzielen. Die letzten Minuten versuchte VfB. noch mit aller Energie den Sieg an sich zu bringen, doch beim Schlußpfiff des Schiri Noll, der seiner Aufgabe in allen Teilen gerecht wurde, stand die Partie Remis. Hel.

Heuchelheim 2. Bekl. Aẞlar 2. Bkl. 2: 2( 1: 1) Edenverhältnis 4: 1.

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Ein schönes Spiel, ohne Unfairnis. Warum können nicht alle Verbandsspiele in diesem Rahmen ausgetragen werden?! Der Schiedsrichter Kreiling, VfB. Gießen, war in seinen Das Spiel. Der Anstoß sah Entscheidungen äußerst korrekt. die Gäste sofort im Angriff, doch an der Heuchelh. Verteidigung scheiterte er. Die nächsten 20 Minuten sah man einen schnellen, Spannenden Kampf, in welchem beide Torhüter zu tun bekamen. Dann winkte der Plazelf der erste Torerfolg. In der 21. Min. schloß Arnold ein schönes Dreiinnenspiel mit einem Torschuß ab. In schnellem, weitmaschigem Flügelspiel kamen die Gäste des öfteren vor das heimische Tor und vier Minuten vor der Paise schoß der Halbrechte einen vom Heuchelh. Torhüter abgeschlagenen Flankenball im Nachschuß zum Ausgleich ein. In der zweiten Hälfte wird nur noch auf Sieg gespielt. Ja, es glaubte schon alles an einen Sieg der Gäste, als ein in den Strafraum ge= schossener, hoher Ball vom Aẞl. Halblinken plötzlich eingelenkt wurde. 2: 1 für Aßlar. Doch nicht lange dauerte die Freude, denn schon 4 Minuten später war es wieder Arnold, der scharf und plaziert zum Ausgleich in die rechte Torecke schoß. Weiter ging es mit noch mehr Tempo. Noch 7 Minuten. Tempo, Tempo ruft das Publikum und plötzlich ist Arnold durch, der linke Ver­teidger ist schnell umspielt, alles schreit schon Tor doch in dem­selben Moment wirft sich der rechte Gäste- Verteidiger dazwischen und Arnold machte mit dem Boden Bekanntschaft. Den Elfmeter durfte der noch in Aufregung befindliche Stürmer niemals schie= ßen. So tam es, daß noch kurz vor Schluß das Siegestor dem Gästetorhüter in die Hände geschossen wurde. Bald beendete Der Schlußpfiff einen spannenden Kampf, bei welchem das Re­sultat Unentschieden dem Spielverlauf gerecht war. L.

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1900 Gießen 2.- SV. Wezlar 2. 3: 4( 1: 1) Zum letzten Verbandsspiel mußte 1900 mit Ersatz gegen den Altmeister antreten. W. gewann das Spiel verdient, da sein Zuspiel genauer und selbst die ältesten Leute eifriger waren, als die Blau- Weißen. Die Verteidiger und der Torwart waren bis auf einige Schnitzer gut. Die Läuferreihe konnte nicht ganz befriedigen. Der Sturm war schlecht; er verstand es nicht die Bälle aufzunehmen und richtig zu verwerten. Bei Wetzlar waren der Torhüter, der linke Verteidiger und die Läufer die besten Leute. Der Schiedsrichter Jox- Ettingshausen hatte es leicht dei dem fairen Spiel beider Mannschaften und leitete gut.

Lollar 1. Daubringen 1. 4:: 0( 2: 0).

Ueber 800 Zuschauer und ein schönes Spiel. Die ersten Mi­nuten ist offenes Feldspiel, dann findet sich Lollar besser und und kann durch Hammel in der 22. Minute in Führung gehen. In der 32. Minute schießt Schmidt für Lollar zum zweiten Male ein. Bis zur Halbzeit leisteten Schermuly als Verteidiger und Wißmann als Mittelläufer für Daubringen einen unbezwing­lichen Widerstand. Nach der Pause wird Daubr. besser und versucht Lollars Verteidigung zu schlagen. Aber umsonst. Lollar nimmt das Heft wieder in die Hand. Lollars Mittelläufer gibt dem Rechtsaußen eine schöne Vorlage, dieser flankt und Frank lenkt zum dritten Tore ein. Lollar reißt sich zum Endspurt zu= fammen und kann 7 Minuten vor Schluß durch Frank zum 4. Male erfolgreich sein. Kritik: Lollar stellt seine besten Leute in Torwart, Verteidigung und Mittelläufer. Daubr. ge= samte Mannschaft gab ihr äußerstes her, nur der Torwart hätte das 3. und 4. Tor vermeiden können.

Grünberg 1. Niederweisel 1. 3: 1( 2: 1). Grünberg war bei Anpfiff nur mit 9 Mann zur Stelle, welches die Gäste ausnutzten, und sofort in Führung gingen. Als die Gr. Mannschaft vervollständigt war, fiel der Ausgleich und

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ein wenig später sogar 2: 1 für Gr. Nach Halbzeit erzielte der Linksaußen das 3. Tor. Schiri Scharf- Wetzlar leitete gut. Steinberg 1. VfB. 08 Gießen 3. 3: 1( 1: 1). Steinberg hatte eine bessere Gesamtleistung. Auch Gießen zeigte in dieser Begegnung, daß es ein sehr ernst zu nehmender Gegner ist.

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Nieder- Ohmen 2. 3: 3( 1: 2).

Grünberg 2. Der angesetzte Schiri blieb wieder einmal fern. Man einigte sich auf einen Herrn vom Platzverein. Niederohmen legte ge= waltig los und erzielte bis Halbzeit 2 Tore, denen Grünberg durch seinen Mittelstürmer einen Erfolg entgegensetzte. Nach Seitenwechsel lag Grünberg bis 10 Minuten vor Schluß mit 3: 2 in Führung. Dann stellten die Gäste die Partie noch remis.

Tagung der Postsportler.

Am 8. und 9. Februar tagt im Berliner Post- Stadion die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Post- Sportvereine. Zur Stär­fung der Mitgliederzahlen der alten deutschen Sportverbände sind alle bestehenden Sportabteilungen den Fachverbänden des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen angemeldet wor­den. Die Tagungsversammlung wird sich mit einer Reihe bren= nend gewordener Fragen beschäftigen.

Aus Nah und Fern.

Nieder- Ramstadt. Wegen mangelnder Aufträge ist das hiesige Werk der Odenwälder Hartsteinindustrie mit Beginn der Woche stillgelegt worden. Dadurch sind 110 Arbeiter, die zum Teil schon jahrzehntelang in den Steinbrüchen tätig waren, erwerbslos geworden.

Gelnhausen. Die Kreisbauernschaft und der Junglandbund des Kreises Gelnhausen haben ihre Mitglieder zum 17. Februar zur Generalversammlung einberufen, die in Gelnhausen statt­findet.

Der neue Kurdirektor von Bad Orb.

Bad Orb. In der letzten Aufsichtsratssitzung der Bad- Orb­Gesellschaft wurde Dr. med. K. Reible aus Nürnberg zum Kur­direktor von Bad Orb gewählt.

Rhein- Mainische Verkehrs- Arbeitsgemeinschaft Wiesbaden. Auf Anregung des Naussauischen Verkehrs­verbandes ist die Bildung einer Rhein- Mainischen Verkehrs­Arbeitsgemeinschaft erfolgt. Diese Arbeitsgemeinschaft, in der die den rhein- mainischen Städten gemeinsamen Fragen des Verkehrs, Verkehrspropaganda, Kongreßverteilung, Eisenbahn­und Kleinbahnwesen, sowie Automobilangelegenheiten behan­delt werden sollen, soll noch für dieses Jahr ihre Arbeit aufneh men. Man steht auf dem Standpunkt, daß für diese wichtigen Fragen Landesgrenzen keine Rolle spielen sollten.

Koblenz. Die Staatsanwaltschaft hat gegen das Urteil im Bestechungsprozeß Dunkel und Genossen Berufung eingelegt.

Fünf Personen stürzen in den Rhein. Emmerich. Der Lotse Heinrich Schmitz aus Emmerich ist abends mit seinem Boot tötlich verunglückt. Schmitz' Boot stieß ungefähr in der Mitte des Stromes gegen einen Schleppstrang und tippte stark zur Seite, wobei der Lotse und vier Schiffer in den Rhein geschleudert wurden. Während die Schiffer ge= rettet werden konnten, kam Schmitz nicht wieder an die Ober­fläche.

Riesenbrand in Braunschweig.

Im Warenlager der Gerloffschen Zuckergroßhandlung in Braunschweig, mit der große Speicheranlagen für Braunschwei ger Großhandels- und Industriefirmen verbunden sind, brach am Dienstagmorgen, den 28. Januar, Großfeuer aus, das sich, durch Dstwind getrieben, auf benachbarte Gebäude aus­dehnte. Nach fast siebenstündigem Kampfe, bei dem die ge­samte Braunschweiger Berufs- und freiwillige Feuerwehr, sowie die Schupo eingesetzt werden mußte, ist es gelungen, des Feuers Herr zu werden. Der Schaden wird auf mindestens eine Million geschäßt. Verbrannt sind unter anderem für 450 000 Rmt. Konserven, ferner viel Rohzucker und Baum­wollwaren. Ferner verbrannten Fette, Margarine, Dele, Lacke und Farben.

Ein Zuchthausurteil nach 16 Jahren aufgehoben.

Die Straffammer Oldenburg hat in der Strafsache gegen Adolf Lehing, Engelbert Schmidt und Louis Schmidt im Wie: deraufnahmeverfahren ohne erneute Hauptverhandlung das Ur­teil des Schwurgerichts Oldenburg vom 27. Juni 1914 aufgeho­ben und die Angeklagten freigesprochen. 7% Jahre Strafe ha­ben sie verbüßt. Die Straffammer hat angenommen, daß die Angeklagten die Tat nicht begangen haben und daß sie in feiner Weise daran beteiligt gewesen sind. Deshalb ist durch

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Nr. 8.

Beschluß die Staatstasse bestimmt worden, den Angeklagten eine Entschädigung zu zahlen.

97 Jahre alt und noch nie einen Arzt in Anspruch genommen,

Riesa( Sa.), 28. 1. Frau Johanne Rosine Starke konnte ihren 97. Geburtstag begehen. Die Greisin hat während ihres langen Lebenslaufes no.h nie einen Arzt gebraucht.

Die letzte Inhaberin des E. K. von 1870/71. Die Witwe Charlotte Ambos aus Homburg- Saar ist 80 Jahre alt gestorben. Sie hatte im Feldzug von 1870/71 ein gro kes Lazarett geleitet.

Brand in einem Kinderheim in Kowno.

102 Kinder haben schwere Rauchvergiftungen erlitten. Eine schwere Feuersbrunst, die um Mitternacht ausbrach, hat das jüdische Kinderheim am 27. Januar bis auf die Grund­mauern vernichtet. Unter den Kindern brach eine furchtbare Panik aus, und nur mit allergrößter Mühe gelang es, die 150 Insassen zu retten. 102 Kinder haben schwere Rauch­vergiftungen erlitten.

Wieder ein Fliegerunglück in Nordamerika. Kansas( City), 28. 1. In der Nähe der Stadt Kansas er­eignete sich gestern abend ein schweres Flugzeugunglück. Passagiere und der Pilot wurden getötet.

Scharlachepidemie in Täbris.

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Teheran, 23. Jan. Von einer furchtbaren Scharlachepidimie wird die wichtige Handelsstadt Täbris heimgesucht. Nach den Feststellungen amerikanischer Aerzte sind nicht weniger als 3000 Menschen in den letzten vierzehn Tagen der Seuche zum Opfer gefallen. Das ganze Geschäftsleben ruht, was bereits ein beträchtliches Sinken der persischen Währung zur Folge gehabt hat.

Schweres Grubenunglück auf Formosa. Tokio, 28. 1. Wie aus Formosa gemeldet wird, ereignete sich dort ein schweres Grubenunglück, bei dem 200 Bergarbeiter verletzt wurden. Bisher konnten erst 34 gerettet werden.

Annehmbare Bezüge.

Die Aufsichtsratsmitglieder der J. G. Farbenindustrie er­hielten für das verflossene Jahr die nette Summe von 3,2 Mil­lionen Mark heraus. Es nicht bekannt, ob die Verteilung gleich­mäßig geschieht. Ist dies der Fall, dann erhält jedes Mitglied pro Jahr 65 000 Rmt. Diese Entschädigung wird an Leute be­zahlt, deren Tätigkeit sich zum Teil in der Teilnahme an den Sizungen erschöpft. Auf alle Fälle kann man diese Aufsichts­ratsmitglieder in der gegenwärtigen Zeit zu den Glückspilzen rechnen. Die letzte Generalversammlung lehnte eine Kürzung dieser Bezüge ab.

Neue Bücher.

Der Alkoholmißbrauch", von Geh. Mediz.- Rat Dr. Mar Fischer, Verlag Auf der Wacht", Berlin- Dahlem, Kreis 3, M. Die vorliegende Arbeit erscheint als Heft 1 der wirt­schaftlichen Veröffentlichungen zur Alkoholfrage. Sie ist im Kaiser- Wilhelm- Institut für Anthropologie, menschliche Erb­lehre und Eugenik entstanden. Der Verfasser behandelt auf 72 Seiten alle Gebiete, die für den Alkoholmißbrauch irgendwie, von Bedeutung sind; es berührt außerordentlich sympathisch, daß er, ohne die Wissenschaftlichkeit seiner Darstellung irgend­wie notleiden zu lassen, sich einer flaren, flüssigen Sprache be­fleißigte, die die Schrift auch für den Laien verständlich macht. Schätzenswert ist weiter, daß er sich in gleicher Weise vor Ueber­treibungen und Unterschätzungen fernhält.

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Roulette auf chinesisch. Wie mag es in chinesischen Spiel­höllen aussehen? Lesen Sie die ,, Woche", Heft 5.

Das schöne Heim. Februarheft 1930. F. Bruckmann A.-G. München. Hundert schöne und praktische Dinge für unser Heim" kündigt der Umschlag des neuen Heftes an. Es ist tatsächlich eine geschmackssichere Auswahl aller in das Gebiet der Wohnungskunst einschlägigen Dinge, die wir in vorzüglichen Abbildungen sehen.

Auch

Schafflers Wettervorhersage für Februar 1930. der Monat Februar verspricht nicht so streng zu werden, wie der vorjährige war und läßt feine den ganzen Monat an­dauernde Kälte befürchten. Zu Beginn des Monats infolge Druckverschiebungen wechselndes Wetter mit Niederschlägen, in Mitteldeutschland und den Küstengebieten stürmisch, allgemeine Bewölbungszunahme, Niederschläge. Bald darauf Frost und Schnee. Wetterlage andauernd bis etwa zum Mo­natsende.

Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen.

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