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Samstag, den 28. Juni 1930.

Lokales.

Die Pläne für die Errichtung einer Othopädischen Klinik in Gießen. wurden in der Sitzung des Gesamivorstandes des Hessischen Für jorgevereins für Krüppel e. V. in Darmstadt am 16. Mai ds. Js. nach Entwürfen des Herrn Stadtbaurats Gravert- Gießen end­gültig genehmigt und, so schreibt man uns, weiter beschlossen, daß mit dem Bau alsbald begonnen wird. Die noch fehlenden Mittel hofft man zum größten Teil aus der jetzt überall im Lande im Gange befindlichen Haussammlung aufzubringen. Versäume niemand, sein Scherflein beizutragen, denn die da­durch ermöglichte entsprechende Ausbildung der Aerzte bedeutet die Minderung des Krüppelelends in unserem Lande. Gleich­zeitig wurde auch eine Abgrenzung der Tätigkeit der beiden in Hessen in der Krüppelfürsorge tätigen Verbände, des Hessischen Landesvereins für Innere Mission und des Hessischen Fürsorge­vereins für Krüppel, durch eine Vereinbarung mit dem Zweck gedeihlicher Zusammenarbeit erreicht. Während der Hessische Fürsorgeverein für Krüppel seine seitherige Tätigkeit auf dem Gebiete der Heilsürsorge und der nicht anstaltsmäßigen Berufs­einschulung Verkrüppelter beibehält, wird er auf dem Gebiete des Anstaltsfürsorge die klinische Arbeit in dem neuen Institut ( Universitätsklinik) in Gießen übernehmen und dort nur solche Lehrwerkstätten schaffen, die für den klinischen Betrieb nötig sind, während der Hessische Landesverein für Innere Mission in seiner Anstalt in Nieder- Ramstadt in der Hauptsache die erzieherische Arbeit und die anstaltsmäßige Berufseinschulung tätigt. So wird durch gegenseitige Unteritüsurg die Arbeit zum Besten der leidenden Menschheit gefördert werden. Auf den Lehrstuhl für Orthopädie in Gießen wurde inzwischen durch den Herrn Minister für Kultus und Bildungswesen, Herr Prof. Dr. Peter Bitzen aus München berufen. Herr Professor Pitzen ist 45 Jahre ait und 8 Jahre lang als Assistent und Oberarzt an der orthopädischen Klinik in München tätig gewesen. Von seinen zahlreichen Arbeiten sei zunächst eine sehr sorgfältige anatomi­sche Untersuchung über die Entwicklung des oberen Femurendes hervorgehoben. Eine andere Arbeit, die auf zahlreichen Tier­experimenten beruht, beschäftigt sich mit der Verhütung von Verwachjungen und mit der künstlichen Erzeugung von straffen Bindegeweben, soweit es für die Behandlung orthopädischer Lei­den in Betracht kommt. Beide Arbeiten gelten für grundlegend. In den letzten Jahren hat sich Professor Pizzen viel mit Proble= men der mechanischen Orthopädie und mit dem Studium der Röntgenbilder in der Orthopädie beschäftigt. Da sich bei Pro­fessor Pizen hervorragende wissenschaftliche Tüchtigkeit mit lie­benswürdigem, den Kvanten gegenüber freundlichem Wesen ver­bindet, dürfte die Berufung für unsere Universität und für un­ser Land einen bedeutenden Gewinn darstellen. Herr Professor Pizzen hat inzwischen seine Tätigkeit aufgenommen und behandelt bis zur Fertigstellung der Klinik durch freundliches Entgegen­kommen des Herrn Professor Dr. Poppert in der chirurgischen Klinik in Gießen. Der Hessische Krüppelfürsorgeverein, der sich seit Jahren um die Schaffung des Lehrstuhls und um die Er­richtung der Universitätsklinik bemüht und nun die Freude hat, das Werk reifen zu sehen, hat den hervorragenden Gelehrten und Arzt zu seinem stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

Deutscher Jugendtag in Gießen am 29. Juni. Alljährlich hat die Jugend des DFB. und der DSB. an einem der letzten Sonntage des Juni ihr eigenes Fest. Zu Hun­derttausenden ziehen die Sportjungen aus allen Städten und Dörfern des Reiches hinaus auf die Spiel- und Sportpläge, um dort im frohen und ritterlichen Kampf die jungen Kräfte zu messen, die jungen Leiber zu stählen im Kampf um den Sieg. So ist es auch Sonntag wieder. Ueberall kämpfen u. spielen in diesen Tagen auf allen Plätzen die deutschen Jungen. Ueber­all gehen die Kampfrufe über die Scharen, die in hellem Schritt vor die Tore eilen.

Der Jugendtag ist der Tag, an dem einmal alle zusammen­

Zwölf Jahre Rheinlandnot.

Ein Rückblick.

Von Dr. Erich Stock.

Ende November 1918. Vor ein paar Tagen hatte sich Deutsch­land unter das harte Joch des Waffenstillstandes beugen müssen. Die Schredknisse des Krieges tannte das Rheinland. Feindliche Flugzeuggeschwader, endlose Lazarettzüge, Verstümmelte auf den Straßen alltägliche Eindrücke in den vergangenen Jahren. Fern lag aber immer der Kriegsschauplatz. Der eiserne Ring des deutschen Feldheeres schützte die Weſtgrenze.

Der Ring zerbrach. Ueber die Reichsgrenzen fluteten die deutschen Heere, die in dem übermächtigen Ansturm so lange standgehalten hatten. In leidlicher Ordnung ging es über die Hochebenen der Eifel und des Hunsrücks, durch die Flußtäler der Mosel und der Nahe. Ueber den Rhein.

Drei Wochen nach dem Waffenstillstand, am 1. Dezember, rückten die Vorhuten der Foch'schen 50 Divisionen über die Reichsgrenze, die für die Besetzung des Rheinlands bestimmt waren. Eine mehr als zehnjährige Leidenszeit begann. Von Anfang an ließen die Franzosen feinen Zweifel, daß sie einen unabhängigen Rheinstaat in Anlehnung an die Westmächte auf­richten wollten.

In einem Zeitalter, das von dem Selbstbestimmungsrecht der Völker schwärmte, fonnte man nicht gut mit einem Feder­strich den Willen der Bevölkerung beugen. Clemenceau und seine militärischen Helfer versuchten daher feinere Methoden, um zum Ziel zu gelangen. Sie inszenierten am 1. Juni 1919 in Speyer den ersten Separatistenputsch. In Wiesbaden rief gleichzeitig Dr. Dorten unter dem Schutz der französischen Ba­jonette die ,, Rheinische Republik" aus, von der kein Rheinländer etwas wissen wollte.

Als die Abtrennungsversuche mit Hilfe des Militärs schei= terten, griff man zu anderen Methoden. Am 1. Januar 1920 übernahm der Zivilist Paul Tirard das Präsidium der Inter­alliierten Rheinlandkommission. Mit Hilfe seines Ordonnanz­systems, durch die Sureté und durch die offenkundige Bevor­zugung der Separatisten suchte er die deutsche Verwaltung im be etzten Gebiet langsam zu unterhöhlen. Gegen den Zerstörungs­willen Tirards schlossen sich die politischen Parteien im Rhein­land fester als je zusammen. In Königswinter verpflichteten fie ich im Jahre 1920, an die staatsrechtliche Stellung des Rhein­landes nicht zu rühren, so lange noch ein fremder Soldat am Rhein stünde.

,, Gießener Zettang

treten, an dem einmal alle spüren, daß sie Kameraden sind, daß ihre Sportgegnerschaft eine wahrhaft ritterliche ist und daß sie im Grunde alle zueinander gehören. Der Jugendtag schlägt Brücken von Mannschaft zu Mannschaft, von Verein zu Ver­ein. Er ist kein Kampftag im üblichen Sinn, sondern ein Fest! Ja, ein Fest, das Freude und Jubel, Frohsinn und Kraft atmen soll! So wechseln, je nach den örtlichen Verhältnissen verschie­den, auch Spiele und Kämpfe in bunter Folge. Fußball, Hand­ball, Leichtathletik, Gymnastik, und wo es besonders gut geht, findet ein Festspiel statt. An vielen Orten wird der Jugend­tag mit Wanderfahrten verbunden nach schönen Orten, vielfach treffen sich verschiedene Vereine oder die Vereine eines Gaues oder Bezirkes an größeren Plätzen zu größerer Feier. Alles das hebt den Jugendtag heraus aus der Ebene bloßen Kampfes um des Sieges willen oder gar der Tore. Er soll ein wahr haftes Fest des deutschen Jungvoltes sein und werden, ein Fest in Freiheit und Sonne, in Wald und Wiese und auf den Kampf­bahnen unserer Sportplätze. Er soll ein Fest sein, auf dem es nicht so sehr auf den unbedingten Erfolg ankommt, sondern da­rauf, daß ehrbar gekämpft werde. Es soll froh hergehen statt verbissen, und über allem soll eine heitere Lust liegen. Go kommt es nicht auf die Höchstleistungen an, nicht auf Rekorde und Meisterschaften, sondern auf ein frohes und gelöstes Spie­len, auf ein zwedfreies Kämpfen, das sich einmal mehr des Kampfes selber freuen will, statt immer nur an den Sieg zu

denken.

Ueber den Köpfen der jungen Kämpfer wehen die Wimpel flatternd an den Speeren. In diesem Jahre erhält jeder teil­nehmende Verein einen grün- weißen Jugendtagswimpel. Möge er mit den anderen Wimpeln vor den Jungen herflattern in die Kämpfe zu immer neuen Siegen; zu kämpfen, aus denen neue Kraft wächst, in denen die jungen Leiber sich stählen und härten zu männlicher Kraft und Größe! Möge er aber auch führen zu einem wahrhaft ritterlichen jungen Leben, denn das ist eines der Dinge, die das Deutschland von heute und das von morgen am nötigsten hat! Das sei unser Wunsch zum Tag der deutschen Sportjugend!

Sonntagsgedanken.

Die Wanderlust hat mich heute hinausgetrieben, hinaus in Gottes schöne Welt. Feierstunden in der Natur sollten es sein und doch sah ich überall Arbeit. Wohin ich auch blickte, ihr begegnete ich ihr. Sprossende Saat, reifende Ernte Sinnbilder der Arbeit. Ich sehe die Furche, die der blinkende Pflug gezogen und denke an die vielen Tropfen Schweiß, mit denen der Landmann die Erde düngte. Und das junge Gräs­lein schon mußte drängen und schaffen, bis es die schwere Scholle durchbrochen und sich der ewigen, gütigen Sonne freuen darf. Und dort drüben im Walde erzählt ein Baumriese seine Lebens­geschichte und nebenan stand ich staunend vor dem gewaltigen Bau der kleinen Ameisen Wie können doch Menschen glauben, daß die Arbeit ein Fluch sei! Wie kann der Geist noch zwei­feln, daß des Lebens Zwed Arbeit sei! Doch diese Sonntags­wanderung hat mich noch mehr gelehrt. Aus den brotgebähren­den Furchen der Aecker erhebt sich ein zwitscherndes Stimm­chen, schwillt an, immer lauter und jubelnder. Eine Lerche eigt aufwärts zum Sonnenlicht, um höher, immer jubelnder wird ihr Singen. Dann geht auch sie zur Arbeit. Mit frohem Lied hat sie ihr Tagewerf begonnen. Mein Sonntagswandern war wieder einmal ein Schultag des Lebens.

Der Sonntagsschreiber.

* Der neue Rektor. Für das Amtsjahr 1930-31 wurde der ordentliche Prosessor Dr. jur. Otto Eger zum Rektor der Lan­desuniversität Gießen gewählt.

* Der 1. Juli schulfrei. Der hessische Minister für Kultus und Bildungswesen hat angeordnet, daß aus Anlaß der am 30. Juni erfolgenden vollständigen Räumung des besetzten Ge­bietes in sämtlichen öffentlichen Schulen Hessens der Unterricht ausfallen und an seiner Stelle eine der historischen Bedeutung des Tages entsprechende Schulfeier zu veranstalten ist.

Große Erwartungen knüpften die Franzosen an ihre Sant­tionspolitik. 1921 schritten sie sogar zur vorübergehenden Be­setzung von Frankfurt und zur dauernden von Düsseldorf und Duisburg. Die Sanktionsfreunde in Frankreich erlangten erst recht das Uebergewicht, als Anfang 1922 Poincaré wieder die Ministerpräsidentschaft übernahm. Um Pfänder zu holen", rückten am 11. Januar 1923 französische Ingenieure mit den er­forderlichen Truppen unter General Degoutte in das Ruhrgebiet

ein.

Einmütig weigerte sich die Bevölkerung, für die fremde Sol­dateska irgend etwas zu tun. Mit Ingrimm sahen die Fran­zofen die Wirkungen des ,, passiven Widerstandes". Man wendet Gewalt an, wirft zu Hunderien unschuldige Männer und Frauen ins Gefängnis. Hunderttausende weist man aus, als die Ge­fangnisse die Abgeurteilten gar nicht mehr fassen tönnen. Man unterbindet mit den schärfsten Maßnahmen den Verkehr mit dem Mutterland, nimmt die Bahnen in eigene Regie und beschlag­nahmt die Geldtransporte, die Berlin für die Arbeitslosen schickt. Der größte Teil aller Arbeitnehmer im Westen lebt im Sommer 1923 von Reichsmitteln. Es ist flar: lange fann das Reich diesen Zustand nicht ertragen. Schrecklich wütet im Lande die Inflation.

Die Folgen im Rheinland: Verzweiflung und Mutlosigkeit. Man raunt da und dort: Das Reich hat uns im Stich gelassen. Gestützt auf die Unzufriedenen, bereiteten die Separatisten einen großen Schlag vor. Nach einem blutigen Vorspiel in Düsseldorf besetzten in der Morgenfrühe des 21. Oktober Separatistenscharen in Aachen alle öffentlichen Gebäude. Im Kaisersaal des Rat­hauses ruft Leo Deders die Rheinische Republik" aus. Der Aachener Separtistensturm gibt für das ganze besetzte Gebiet das Signal zum Losschlagen. Jn Bonn, in Koblenz, in Wies­baden, überall flackert die Flamme des Separatistenaufruhrs, von Franzosen und Belgiern geschürt. In Koblenz bilden Dr. Dorten und Matthes die provisorische Regierung", und in der Pfalz verkündet man die ,, autonome Republik".

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In einmütiger Empörung erhob sich im Augenblick der höch­sten Gefahr das rheinische Volk. Deutsche Schuhwehren, Män­ner ohne Unterschied der Parteien, vertrieben in wenigen Wochen die fremden Horden. Anfang 1924 war die Separa­tistenherrschaft überall, zuletzt in der Pfalz, endgültig ge­brochen.

Wenn das Rheinland nach elfjähriger Besetzung- vier frei wird, so Jahre eher, als der Friedensvertrag vorsieht verdankt es das in erster Linie der unermüdlichen Arbeit der verantwortlichen deutschen Staatsmänner. Es ist kein Zufall,

Nr. 51.

* Straftammer. Ein Chauffeur war wegen fahrlässiger Körperverletzung in angetrunkenem Zustand vom Amtsgericht zu drei Wochen Gefängnis verurteilt. Die Straflammer er­höhte in der Berufungsverhandlung die Strafe auf vier Wochen.

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Strafkammer. Zwei junge, vorbestrafte Hausierer aus Hanau verübten einen Diebstahl. Sie wurden zu 12 bezw. 6 Monaten Gefängnis bestraft.

* Luftpostverkehr. Vom 1. Mai ab ist unsere Stadt an den unmittelbaren Luftpostverkehr wieder angeschlossen wor den. Mit dem um 8.20 Uhr hier ankommenden( Richtung Richtung Frankfurt a. M.) und um 8.30 Uhr hier abgehenden ( Richtung Hannover), sowie mit dem um 18.25 Uhr hier an­kommenden( Richtung Hannover) und um 18.35 Uhr( Richtung Frankfurt am Main) und um 8.30 Uhr hier abgehenden sendungen( gewöhnliche und eingeschrieben Briefe, Postanwei­jungen und Pakete mit der Bezeichnung ,, Luftpost") weiterbe­fördert.

* Sängerkundgebung. Auf der morgen früh auf dem Land­graf- Philipp- Platz stattfindenden Kundgebung der vereinigten Gießener Männergesangvereine für das deutsche Lied werden Chöre unter Leitung von Chormeister Otto Görlach und Musik­vorträge des Orchestervereins zu Gehör gebracht.

* Der Oberhessische Posaunenchorverband hält morgen in unserer Stadt ein großes Posaunenfest ab, das mit einem Mis­sionsgottesdienst auf der Waldbühne abschließt.

* Volfsvortrag aus der deutschen Geschichte. Archivdirek­tor Prof. Dr. Dietrich hält morgen in Obersteinberg an der Deutschen Wacht" einen Vortrag: Gleiberg Gießen- Schif fenberg. Bei schlechtem Wetter findet der Vortrag in der Kirchenhalle des Schiffenbergs statt.

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* Die 118er treffen sich erstmalig nach dem Kriege zu einer großen Wiedersehensfeier am 12. und 13. Juli im freien Worms.

* Schafflers Wettervorhersage für Juli 1930. Jm Juli und August wird das Azorenhoch zeitweise einen breiten Strom subtropischer Warmluftströmung über ganz Mitteleuropa her­vorrufen, hoch nach Norden hinauf. Sehr heiße Schönwetter­perioden von glücklicherweise nicht langer Dauer werden die Folge sein. Nach Unwettern tritt anfangs Juli allmählich Es wird heiter, Aufheiterung und Temperaturanstieg ein. sommerlich warm und trocken. Am 8. Juli besonderer Schlecht­wettertag wahrscheinlich. Kurz vor Monatsmitte lebhafte Ge­wittertätigkeit. Von Nordwest vordringende kühle Luftmassen bringen Temperaturfall und Regen. Beginn der zweiten Juli­hälfte veränderlich, dann erneut warm und trocken. In der letzten Juliwoche stehen nach großer Hitze wieder Unwetter in Aussicht. Etwa vom 30. Juli an Wiedereintritt sommerlichen ( Josef Schaffler, Oberwölz, Stmt.)

Wetters.

Aus Rab und Fern.

Hungen. Die Erben des hier vor kurzem verstorbenen Bergwerksdirektor Schiffmann haben die reichhaltigen, eroti­schen Sammlungen des Verstorbenen der hiesigen Volksschule als Anschauungsmaterial vermacht.

Hungen. Am Sonntag, den 6. Jult, feiert der Gesangver­ein ,, Liederkranz" das Fest seiner 2. Fahnenweihe verbunden mit dem Bundesfest des Horloff- Wettertalsängerbundes.

Königstein i. T. Am 13. Juli gelangi hier das Freilicht­spiel ,, Der Freiheitsbaum" zur Aufführung, für das die Vor­bereitungen durch den Arbeitsausschuß in vollem Gange sind. Lindenfels i. Odw. Am 12., 13. und 14. Juli findet das Lindenfelser Burgfest statt. Es will der Erhaltung und Belebung des Odenwälder Volkstums dienen.

Das von mir entworfene

Universal- Vereinskaffebuch

erleichtert den Verbands- und Vereinsrechnern die Ein­tragungen der Einnahmen und Ausgaben außerordentlich.

Albin Plein in Gießen.

| daß dem toten Stresemann in der Stunde der Rheinlandbefrei­ung in Mainz ein Ehrenmal gesetzt wird. Keiner hat sich so leidenschaftlich wie er für die Befreiung des Rheinlands einge­jetzt. Seiner muß man gedenken, wenn heute auf den Gebäuden die schwarz- rot- goldenen Reichsfahnen wieder hochgezogen werden.

Seine Befreiung verdankt aber das Rheinland nicht zuletzt auch sich selber. Jm Rheinländer ist trotz allem Ungemach kein Haß gegen die Feinde zurückgeblieben. Er hat, als es darauf antam, allen gezeigt, daß er für immer Deutscher bleiben will. Es fann fein Zweifel sein: Auf die Fremden hat diese Treue der Rheinländer zum Reich Eindrud gemacht. Es wäre lächerlich gewesen, dem Lande einen fremden Willen aufzuwingen, das so überzeugende Beweise seiner Reichsanhänglichkeit gebracht hatte.

Aus der Not von gestern ist dem Rheinland eine neue, tief verpflichtende Aufgabe für morgen erwachsen: Mittler zu sein zwischen den Gegnern von ehemals, Wegbereiter einer echten Verständigung, die allein den Erdball von neuem, schweren Leid bewahren kann.

Kampfruf!

Von Ernst Fuhry. Hört ihr der Kolonnen Schritt? All ihr Jungen, schreitet mit! Zieht mit uns auf grünen Plan, Rampf und harter Streit hebt an! Laßt zurück der Mauern Grau, Zieht mit uns im Morgentau, In den Kampf mit hellem Lied: All ihr Jungen, kämpfet mit!

Schlanker Leib spannt seine Kraft Federnd wie des Speeres Schaft, Flatternd winkt ein Siegesband, Kämpfend greift es uns're Hand! Reiner sei ein feiger Wicht Der nicht tämpft und redlich ficht! Jeder baue feine Kraft Auf zu junger Meisterschaft! Schwenkt in die Kolonne ein: Jeder muß ein Streiter sein! Helles Lied und fester Schritt, Kommt, ihr Jungen, ziehet mit!