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Nr.7

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Samstag, den 27. September 1930.

Die Umlagen und die Sondergebäudesteuer

der Stadt.

Die endgültigen Steuersäge für das Rechnungsjahr 1929 und die vorläufigen Steuersätze für das Rechnungsjahr 1930. Auf je 100 Mark Steuerwert:

1. der Gebäude und Bauplätze 25 Rpf. für 1929, 27 Rpf. für 1930 2. des land- und Forstwirtschaftlich genutzten Grundbesitzes 35 Rpf. für 1929, 35 Rpf. für 1930

3. a) auf je 100 RM. des Gewerbekapitals 55 Rpf. für 1929, 55 Rpf. für 1930

b) auf je 100 RM. des Gewerbeertrags 220 Rpf. für 1929, 220 Rpf. für 1930

14. auf je 1 RM. des staatlichen Sondergebäudesteuersolls von den Steuerwerten:

a) bis 7000 RM. 52,60 Rpf. für 1929, 52,60 Rpf. für 1930 b) über 7000 RM. 45,93 Rpf für 1929, 45,93 Rpf. für 1930. Die Aufrechnung der für das Rechnungsjahr 1930 zu ent richtenden vorläufigen Steuerbeträge auf die endgültig fest= zusetzenden Steuern bleibt vorbehalten.

Die Ausschläge dieser Umlagen erfolgen auf der Grundlage der für das Rechnungsjahr 1929 endgültig festgesetzten Steuer­werte. Ueber die endgültige Jahressteuerschuld 1929 und sich hiernach ergebende Erhöhung oder Ermäßigung der vorläufigen Jahressteuerschuld wird dem Steuerpflichtigen ein endgültiger Steuerbescheid, der mit dem Steuerbescheid über die vorläufi­gen Steuern für 1930 zu verbinden ist, zugestellt.

Die vorläufige Steuer für 1930 wird in sechs Zielen, je­weils zum 25. der Monate Mai, Juli, September, November 1930, Januar und März 1931 erhoben. Ueber die Fälligkeit der einzelnen Ziele erfolgt noch besondere Bekanntmachung.

* Postbeförderung mit Segelflugzeug. Mit Genehmigung der Reichspost findet am 5. Oktober eine Beförderung von Postkarten und Briefen mit Segelflugzeug von der Herchen­hainer Höhe im Vogelsberg nach einer Reichspoststation statt. Die Postsachen müssen ordnungsgemäß freigemacht werden. Karten sind mit einer, Briefe mit zwei Segelflugpost- Zusatz­marken zu je 25 Pfg. zu versehen. Die Segelflug- Wertzeichen sind von der, 1. Hessischen Segelflugpost, Offenbach a. M. 36" gegen Voreinsendung des Betrages zuzüglich Rückporto erhält lich. Die Auflieferung der Segelflugsendungen hat bis zum 2. Oktober durch Zusendung der Postsachen in ordnungsmäßig freigemachtem Umschlag mit der Aufschrift: 1. Hessische Segel­flugpost Herchenhain, Post Grebenhain zu erfolgen.

Oeffentliche Bausparkassen.

Die auf Veranlassung des Deutschen Sparkassen- und Giro­verbandes und der öffentlichen Sparkassen seit einiger Zeit ar­beitenden Oeffentlichen Bausparkassen, die den Landeskommu­nalbanken und Girozentralen angeschlossen sind( bei uns der Landeskommunalbant- Girozentrale für Hessen in Darmstadt) haben bis 30. Juli ds. Js. 8000 Verträge für mehr als 60 Mil­lionen Reichsmart abgeschlossen. Hierauf wurden bisher über 5% Millionen Reichsmark eingezahlt und an 623 Bausparer verteilt, also der 12. Teil der insgesamt abgeschlossenen Ver­tragssummen, was ein sehr günstiges Verhältnis ist. Wenn auch ein Teil der zugeteilten Beträge für Ablösung teurer Hypothe= fen Verwendung fand, so wurde doch der weitaus größte Teil zur Errichtung von Neubauten benutzt, so daß die Oeffentlichen Bausparkassen bereits in der kurzen Zeit ihres Bestehens den Wohnungsbau mit nicht unbeträchtlichen Mitteln gefördert haben.

Büdo

für alle Schuhe

Flurnamen der Gemarkung Beuern.

Von Wilhelm Arnold- Beuern.

3. Fortsetzung.

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Verläßt man ,, unter der Biege"( Wegbiege) die Kreisstraße und folgt dem Weg nach Reiskirchen, so haben wir zur Linken ,, die Morgenhölle", entstellt aus ,, Markhalde", Grenzhalde". Gie wird umsäumt von dem jetzt zur Gemarkung Reiskirchen ge= hörigen ,, Wilshäuserwald", ehemaligem Bestandteil des aus: gegangenen Dörfchens gleichen Namens. Rechts des erwähnten Weges dehnt sich das Niederfeld" aus, die Unterbenennung ,, am weißen Stein" führt wohl auf einen Zehntenstein zurück, die zum Teil aus dem farbigen Treifer Quarzit gefertigt waren. Auf der Höhe des Reiskirchener Berges begrenzen sich die Ge­markungen von drei Dörfern: Beuern, Reiskirchen und Großen= Bused. Ihnen gemeinsam ist die Benennung des dortigen Ge­ländes: die Drauschel",( Laubwerf, Gebüsch). Von hier aus hat man eine prächtige Umschau über die Gemarkung und weiterhin. Auch das eben schon erwähnte ,, Niederfeld" war noch in neuerer Zeit mit Hecken und Gebüsch überwuchert. ,, In den Dörfeln", dieser Flurname an der Südgrenze unserer Ge­markung erinnert noch an das einstmalige Bestehen eines Dörf: chens( Dörfeln, Dorfeld) in der Nähe. Der Name kommt 1467 zum letztenmal vor. Auch der von Beuern herabkommende Bach im Tal hieß früher die Dörfelsbach. Folgen wir dem­selben in der Nichtung nach dem Dorf, so haben wir linkssei­tig einen Wiesengrund, die ,, Balserwiese" genannt. Jeden­falls haftete der Name ursprünglich nur an dem dortigen Hof­grundstück( jetzt im Besitz der Familie Rabenau in Großen­Buseck), die später auch die hochadelige, Münchische Wiese" hieß und zu der angrenzenden Neumühle" gehörte. Diese ist auf dem sogen. Pfaffenkopf erbaut, welcher, wie der gegenüberlie­gende ,, Klostergarten"( jetzt nicht mehr gebräuchlich) einst flö­sterlicher Besitz gewesen sein muß. Als ältester Besitzer erscheint um 1530 die Familie von Windhausen zu Winnerod, dann folgt die Buseckische Linie von Münsch. Von deren Erben die Adeligen v. Schenk und v. 3wierlein, ging fie 1843 durch Ver­fauf an eine hiesige Familie( Belloff) über. Später wurde sie zum Großbetrieb umgebaut. An den Pfaffenkopf" stößt links der Hohebruch", rechts ,, das Mommenrod" 15)( kaum noch ge­bräuchlich). Nahe dem Ort ist noch zu erwähnen ,, die Scheffels­

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,, Gießener Zeitung"

Aus Nah und Fern.

Kriegsbeschädigtentagung in Lauterbach.

Eine gut besuchie Versammlung der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen der Kriegerkameradschaft Hassia" fand am vergangenen Sonntag in Lauterbach statt, an der auch eine Anzahl Vertreter der Behörden teilnahmen. Nach dem Bericht, den Herr Oberleutnant Krömmelbein- Darmstadt gab, sind z. 3t. rund 16 000 Kriegsbeschädigte in der Hassia" organisiert, wo­von auf Oberhessen 5350 entfallen. Herr Bonhardt- Gießen be­richtete über das Fürsorgewesen der Hassia" in Oberhessen. Herr Regierungsrat Firnhaber- Berlin hielt einen interessanten Vortrag über den neuesten Stand der Versorgung, die Not­verordnung und die Novellen zum Reichsversorgungsgesetz und zum Verfahrensgesetz.

Butzbach. Zu dem am Donnerstag hier abgehaltenen Schweinemarkt waren 394 Ferkel angefahren. Die gebotenen Preise waren recht niedrig und es verblieb ein Ueberstand. Büdingen. Unmittelbar nach der Trauung hat der Klapper­storch ein junges Paar mit einem Hochzeitsgeschenk beehrt.

Alsfeld. Am 4. und 5. Oktober findet hier die diesjährige Tagung des Hessischen Handwerks und Gewerbeverbandes statt. Für Samstag, den 4. Oktober, ist eine Tagung des Landes­ausschusses vorgesehen. Die Hauptversammlung folgt Sonntag, den 5. Oktober, vormittags um 10 Uhr. Bei dieser Gelegenheit sprechen Dr. Wagner- Marburg über ,, Bedeutung und Aufgaben des deutschen Handwerks in der wirtschaftlichen und politischen Krisis in der Gegenwart", Syndikus Dr. Vierrath Berlin über ,, Ausstieg oder Niedergang, Schicksalsfragen des deutschen Hand­

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14tägige Schließung der Opelwerke.

Rüsselsheim. Aus Gründen der Inventuraufnahme werden die Betrieb der Adam Opel A.-G. ab 15. Oktober vorübergehend geschlossen. Der allgemeine Betrieb wird am 1. November wie. der aufgenommen.

Bensheim. Die allgemeine Weinlese hat am Donnerstag hier ihren Anfang genommen. Für Auerbach ist der allgemeine Herbst auf Montag, den 29. September, festgesetzt.

Darmstadt. Der Flugverkehr wird vom 30. September bis 1. 4. 1931 eingestellt. Für die restlichen vier Freiflüge der Luft­hansa hat sich niemand mehr gemeldet.

Herborn. Im Felde bei Kleingladenbach kam das drei. jährige Töchterchen der Familie Wagner einem glimmenden Feuer zu nahe, so daß die Kleidung in Brand geriet. Obwohl sofort Hilfe zur Stelle war, erlitt das Kind so schwere Brand­verletzungen, daß es alsbald verstarb.

Fulda. Bereits zum dritten Male binnen kurzer Zeit ist der Kreisort Veitsteinbach von einem schweren Schadenfeuer heimgesucht worden. In der Nacht vom Mittwoch zum Donners­tag brach in der Scheune des Sägewerkbesizers Pappert ein Feuer aus, das auch auf die Stallungen und die Nachbarge­bäude übergriff. Hierbei sind sämtliche Erntevorräte verbrannt.

Köln. In Köln ist eine Buchhalterin, die schon seit 14 Jah­ren bei einer hiesigen Firma tätig ist, festgenommen worden, weil sie bei ihrer Firma seit Januar ds. Js. Unterschlagungen in Höhe von 100 000 Mark begangen hat.

Heidelberg. Das Heidelberger Stadttheater wurde für drei Jahre an den Intendanten Hahn übertragen. Er erhält das Ge­bäude, den Fundus und das Orchester sowie den auf 25 000 Mark herabgesetzten Betrag für die Heizung und Beleuchtung.

wiese"( wahrscheinlich nach einem Eigennamen benannt ,,, die Stiegelswiese" 16) und die Tränkwiese" am alten Bachgraben.

Höheren Alters wie die Neumühle, ist die Dorfmühle. Nach einem, im Staatsarchiv bewahrten Kaufbrief erscheinen als äl­teste Besitzer die Herren Schenk v. Schweinsberg, von denen sie durch Verkauf an Georg Phil. v. Bused um 1650 überging. Nach Erlöschen der Buseckischen Linie von Brand und der Veräuße­rung des Brandgutes kam die( ganerbliche) Mühle in bürger­liche Hände. Auf die Familie Lepper folgte die Familie Bel­loff, die das neue Mühl- und Wohngebäude und den Teich auf dem sogen. ,, Katzenloch" erstehen ließ. Die Mönchmühle ver­dankt dem Kloster Arnsbung ihre Entstehung. 1630 wird sie zum erstenmal urkundlich erwähnt. Wie die Neumühle war auch sie in Erbleihe ausgetan. 1832 wurde sie durch Kauf von der Familie Wolf von Treis erworben. Zurzeit ist die Familie Sommerlad Eigentümerin der Mühle. Die Krebsmühle ist die einzige bürgerliche Gründung unten den Mühlen Beuerns, und nur von ihr wissen wir Genaueres über ihre Entstehung. Nach einer verbürgten Urkunde ist sie von einem gewissen Mathäus Mohlenarz um 1580 erbaut worden. Spätere Be­sitzer waren Glieder der Familie Hermann und Lindenstruth. Gegenwärtiger Eigentümer: 5. Fiedler.

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Verschwundene Gewann- und Flurbezeichnungen zu Beuern find folgende: Sommersweid", Seilbächersgarten"( wahr­scheinlich nach Eingewanderten von Ober- und Unterseilbach benannt) ,,, Pikehannessegarten" am Katzenloch ,,, Berggarten" am roten Holzberg, der Pfarrei gehörig, Mühlenweg" durch den Bechelsgarten nach der Neumühle, Sittichacker" unter der Drauschel( der Sittichacker ist eine Zuwendung Wilh. Christophs v. Bused an die Pfarrei), Bechelsgarten"( Bechtolsgarten), ,, Bornelsegarten", Jörgader", der Pfarrei gehörig, bewahren die Namen der Stifter. Die Kastenäder sind noch Reste von dem

15) Fast dem Gedenken des Voltes entschwunden ist das Mit Momm oder Mommenrod in der Nähe der Neumühle. Mumm bezeichnete man ein Didicht an einer Wasserstelle. Von Mommel, ungeschlachte, permummen, verhüllen. Mundartlich übermäßig verhüllte Frauengestalt. An solchen Dertlichkeiten dachte man sich auch den Aufenthalt von Wassergeistern, den Wasserminnen und sonstigen Wesen. Die Wassermön ruft", jagt man in Medlenburg. Mummelsee in Bayern, Mombach in Rheinhessen, Mombach in de Senne.

16) Stiege. Um das Befahren eines Fußpfades zu verhin dern, legte man über denselben eine Stein- oder Holzplatte auf.

Starter Erdölausbruch.

Nr. 77.

Berlin, 26. 9. Wie aus Hannover gemeldet wird, stellt sich der gewaltige Erdölausbruch auf der Gewerkschaft Elerath in Nienhagen als die Erschließung einer neuen bedeutenden Erd­ölquelle heraus. wie sie bis heute in Deutschland noch nicht fest­gestellt wurde. Der Auftrieb in dieser Bohrung ist so stark, daß sich trok Abgliederung der Sonde mit den besten technischen Mitteln das Del in bedeutenden Mengen zwischen den Rohren durchquetscht. Es laufen stündlich bis zu 16 Tonnen selbständig heraus.

Auch ein Zeichen der Arbeitslosigkeit in Amerika. Die Stadt Neu- York hat im August ihren öffentlichen Ar­beitsnachweis eröffnet. Gleich am ersten Tage hatten sich gegen 2000 Erwerbslose eingefunden, während nur etwa 50 Arbeit­geber Stellenangebote eingereicht hatten. Die Mehrzahl der Bewerber stammte aus Neu- York. Die Zeitdauer ihrer Arbeits­losigkeit schwankte zwischen drei und vierzehn Wochen. Viele hatten früher gute Stellungen bekleidet und wiesen besondere Fachkenntnisse auf, alle waren in ihren Ansprüchen sehr be. scheiden.

Der Grüne Schreden" des Herrn Wallace. Zu den vor kurzem in der deutschen Presse berichteten Ent­hüllungen über den Roman ,, Der grüne Schrecken", die Edgar Wallace peinlich geworden sind, teilt uns der Deutsche Fichte­Bund, Hamburg, folgendes mit: Die englische und schwedische Ausgabe seines Romans enthalten so gehässige Deutschfeindlich­feiten, daß man es nicht begreift, wie dieser Roman, wenn auch zurechtgestutzt, in Deutschland erscheinen konnte. Wallace erklärt nun, daß sein Roman im Jahre 1917 in England erschienen sei. Im gleichen Jahre sei auch der Haßgesang" von Lissauer er­schienen. Er besitze an dem Roman keinerlei Rechte mehr. Eine Neuauflage der englischen Fassung habe er vor Jahren unter­sagt und die veränderte deutsche Ausgabe zur Grundlage für die Uebersetzung in fremde Sprachen bestimmt. Niemand habe nach dem Kriege die Sache Deutschlands leidenschaftlicher ver­treten als er. Der Versailler Vertrag sei für ihn ein Doku­ment der Ungerechtigkeit. Dazu ist zu sagen: Eine Parallele zwischen dem nicht 1917 sondern 1914 erschienenen Lissauerschen ,, Haßgesang" und dem ,, Grünen Schrecken" des Herrn Wallace ist schon aus dem Grunde nicht zu ziehen, weil der Haßgesang" niemals in verfälschter Uebersetzung heraustam. Auch das von Wallace angegebene Erscheinungsjahr 1917 muß nach der Hand­lung des Grünen Schreckens" angezweifelt werden. Der Ro­man spielt, wie aus seinem Inhalt deutlich hervorgeht, na ch dem Weltkriege. Die angeblichen deutschen Gaunereien sollen Vergeltungsmaßnahmen für den verlorenen Weltkrieg sein, wird doch ausdrücklich bemerkt, daß die alten Zeppelinhallen von der deutschen Regierung als Speicher für Kornwucher herge­richtet würden. Der Deutschenhaß, der im Auslande heute noch durch diese Machwerke des Herrn Wallace geschürt wird, ist nicht durch die bloße Behauptung seiner Deutschfreundlichkeit aus der Welt zu schaffen. Im Gegensatz zu seiner Erklärung trägt die schwedische Ausgabe des Grünen Schreckens" den Vermerk: Autorisierte Uebersetzung aus dem englischen Origi­nal. Stockholm 1930. Sle wird also heute noch verkauft. Ueb­rigens dürfte der Fall auch wohl einzig dastehen, daß ein eng­lischer Autor für sein Werk statt der Ursprache die deutsche Uebersetzung als Vorlage für andere Sprachen bestimmt. Wir könnten das Bekenntnis des Herrn Wallace über die Unhalt­barkeit des Versailler Diktats als Zeichen seiner Bekehrung hinnehmen, wenn er nunmehr statt vieler Worte sich zur Tat entschlösse und der durch ihn veranlaßten Verhetzung des Aus­landes Einhalt geböte. Dieses dürfte ihm durch einen geringen Bruchteil seiner aus Deutschland bezogenen Honorare leicht ermöglicht werden.

ehemaligen Kastengut, welche 1.3. unverkäuflich waren.

Der Ortsnahme Beuern" weist auf ein hohes Alter un­serer Heimstätte hin. Beuern, Buren, Büren leitet sich ab von althochdeutsch bur oder pur*): Bau, Haus, Wohnung. Das Zeitwort Buwan, buan bedeutet ebensowohl bauen( das Haus, den Acker), als auch wohnen**). Im ersteren Sinne haben wir noch das Wort Bauer, in letzterem Nachbar( althochdeutsch gaburi, der Mitwohnende, mittelhochdeutsch nahgebur, später nachbaur, ferner neuhochdeutsch Vogelbauer. Wie Gießen die Vereinfachung von ursprünglich ze den Gizzen oder Geizzen ( Wassertiefen) ist, so führt Beuern auf ze den buoron, zu den Häusern, zurück. In einer fuldischen Urkunde aus dem 8. Jahr­hundert kommt neben Bused der Ortsname Bramaren vor, wahrscheinlich entstellte oder verschriebene Form für Beuern Erstes sicheres Vorkommen Beuerns findet sich in den späteren Urkunden des Klosters Arnsburg aus dem 13. Jahrhundert. Einfach tommt sonst m. W. der Ortsname Beuern nur noch zweimal vor, Beuern bei Gensungen und Beuern auf dem Eichsfelde, in Zusammensehungen dagegen mehrfach: oberdeutsch: Blaubeuren, Otto- Benedictbeuren usw.; niederdeutsch: Jbben­büren, Wesselbüren auf Ditmarschen.

Mit dieser Aufstellung steht im scheinbaren Widerspruch die Tatsache, daß es auch unbebaute u. unbewohnte Stellen u. Dert­lichkeiten gibt, an denen der Name Beuern haftet oder gehaftet hat, so( nach Landau) 1000 Schritte, nordwestlich von Kirch­hain auf einem 12 Fuß hohen Hügel am rechten Ufer der Wohra. Jm Saalbuch des ehem. Amtes Burggemünden vom Jahre 1582 fand Pfarrer Schid- Burggemünden den alten Flur­namen in der Gemarkung Bleidenrod ,, auf den Beuern"*) und in Bezug darauf, daß die fragliche Stelle am Zusammenfluß der Ohm und der Felda sich befindet, glaubt er schließen zu dürfen, daß ,, auf den Beuern"= ,, auf den Wassern" zu deu­ten sei, wozu er noch feltisch bior( Wasser) heranzog. Indessen ist jedoch nicht ausgeschlossen, daß man es in den vorliegenden Fällen nicht doch mit einstigen Wohnstätten zu tun hat und wie könnte man sich die Zusammensetzungen mit Eigennamen, wie Otto- oder Benedictbeuern anders denken als bewohnte Stät­ten? Schluß folgt.

*) Im Hildebrandslied, 20 und 21: her furlaet in lante, futilla sitten, prut in bure.

**) Ter in himile puet. Notter Psalmus II. 9.