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Mittwoch, den 26. November 1930.

Gießener Zeitung"

Surnen, Sport und Spiel.

Wie stehen die Spiele im Bezirk?

Die Bezirksliga begann mit ihren Spielen am 31. August und hat am 23. November die Vorrunde bis auf das Spiel Kur­hessen Kassel SV. 05 Einbeck, das zweimal verlegt werden mußte, durchgeführt. Das letzte Treffen am vergangenen

-

Sonntag, Hermannia Kassel gegen Sport Kassel, brachte dem Platzverein einen Sieg von 2: 1 ein. Unter Berücksichtigung der Spruchbammer- Entscheidung, daß das Spiel Germania Fulda gegen Hessen Hersfeld 2: 1 wegen Mitwirkung eines nicht spiel­berechtigten Spielers für Fulda verloren sei, stellt sich der Ta­bessenstand zurzeit so dar:

Verein

VfB- K. Marburg

Spiele gew, unent. verl. Tore Punkte 1 29:13 14: 2 18: 6 11: 5 10: 6 8: 8 6:10

1422200

1554

ة

Hermannia Kassel

Germania Fulda

Spielverein Kassel

Vereine

F. C. Großalmerode

S. E. 05 Göttingen

Hessen Kassel

Spiele gew. unent verl. Tore Puukte

777667.

42

2200202

Wie man sieht, sind die Vereine der Spitzengruppe im Ge­fecht; von dem Ausgang fann daher der Stand der Tabelle schon start beeinflußt werden, so daß alle Beteiligten energisch um Sieg und Punkte ringen werden. Eine Voraussage ist daher schwierig und am besten zu unterlassen.

-

In der Nordgruppe dominiert der vorjährige Bezirksmeister SC. 03 Kassel; er wird sich wohl auch den Vorrang nicht ablau­fen lassen. Um die nächsten Plätze dürften sich wohl Kurhessen Kassel und SC. 05 Göttingen streiten, wenn auch Großalmerode und die Kasseler Hessen sich allerdings start abgefallenen nicht so leicht verdrängen lassen wollen. Der FC. Grone hat bisher das Recht seiner Zugehörigkeit zur höchsten Spielklasse nicht unter Beweis stellen können. Von der Göttinger Spiel­pereinigung ist man enttäuscht, dagegen darf man Einbed noch lange nicht ausschalten; vielleicht entpuppt sie sich als Ueber­raschungsmannschaft.

Spiele am 30. November:

SC. 05 Göttingen- SC. 03 Kassel

Großalmerode Hessen 09 Katell,

Kurhessen Kassel Spielogg. Göttingen,

Einbed Grone.

-

Die 1. Bezirksklasse

spielt bekanntlich in vier Gruppen: Lahn, Kassel, Südhannover und Fulda. Die Lahngruppe weist am Schluß der Vorrunde fol­genden Stand auf:

Verein

Spiele gew. unent. veil.

Tore Punkte

VfB. Wizenhausen

8

0

2

26:14 12: 4

VfB. Northeim

7

5

1

1

24: 5 11: 3

SV. Bad Lauterberg 8

4

1

3

15:12 9: 7

Germ. Osterode

8

4

0

4

15:12 8: 8

Bol. Holzminden

7

3

1

3

15:15 7: 7

Spusp. Northeim

8

1

4

14:21 7: 9

Blau- Weiß Göttingen 8

B

1

4

13:24 7: 9

8

2

2

4 11:18, 6:10

8

1

6 8:20

3:13

Syr. Einbeck

SC. Weende

Die Gruppe Fulda ist seit Anfang November schon in die Nachrunde eingetreten; leider fehlen verschiedene Resultate der letzten Spiele, so daß nur die Ausstellung einer Tabelle bis Schluß der Vorrunde möglich ist:

Viktoria Elm S. V. Alsfeld F. V. Horas S. V. Neuhof

VfL. Lauterbach

F. V. Bebra

F. V Schlüchtern

Germania Sterbfritz

2288

3 20:14 8: 6

Spiele gem. unent. verl. Tore Punkte

7 5

1

1 19:10 11: 3

7

4

1

2 24:15 9: 5

7

4

1

18:11 9: 5

7

0

B

1

3 19:13 7: 7

7

3

1

3

16:16 7: 7

7

2

1

4

9:21 5: 0

7 0 0

7

7:32 0:14

777777

Inzwischen haben sich aber in der Spitzengruppe die Ver­hältnisse derart geändert, daß Neuhof an zweiter Stelle steht, so daß man überhaupt noch nicht weiß, wer das Rennen machen wird, da mehrere Vereine gleich oder nahe beieinander liegen. 2. Bezirksklasse.

8 7 0

Borussia Fulda

85

2

Hessen- Hersfeld

8 3

1

11: 7

Sport Kassel

3

B

18 14

Odershausen

2

4

11:13

4

18:23

6:10

V. f. B. Geizen

3

12:21

6:10

r,( 4% Uhr

8

3

10 21

6:10

ender Tages

8

2

1

12:21

5:11

jowie Bereit

S. E. 03 Kassel

52

0

30:13

12: 2

7

16:13

10: 4

7

4

3

27:10

8: 6

Stadt Gie

7

4

3

16:16

8: 6

Kurhessen Kassel

2

2

16:11

g einer Bier

S. V. 05 Einbeck

6

3

13:12

6: 6 6: 6

S. Vgg. Göttingen

7

1

F. C. Grone

7

4 10:22 007 7:38

4:10

Verein

Spiele gew. unent. verl.

0:14

Der städtijde

Germania Marburg Wallau

6

5

1

0

6

3

3

0

Tore Punkte 22: 4 11: 1 17:10 9: 3

6

3

0

3

13:17

6: 6

6

2

1

3

11:12

5: 7

6

2

0

4

11:15

4: 8

6 2

0

4

13:20

4: 8

Dillenbung

7

6

1 0 36: 8 13: 1

61

1

4

8:17

3: 9

Burg

7

5

1 1

20: 8 11: 3

Sechshelden

7

4

1

2

25:13 9: 5

Niederscheld

7

4

0

3

19:21 8: 6

Manderbach

7

3

0

4

17:21 6: 8

Merkenbach

7

2

0

5

10:20 4:10

7

1

1

5

14:26 3:11

7

1

0.

6 16:40

2:12

In der 2. Bezirksklasse hat nur der Gau Dill die Vorrunde erledigt. Hier sehen wir Dillenburg ungeschlagen an der Spitze, dicht gefolgt von Burg. In die Spitzengruppe gehört weiter Sechshelden und Niederscheld, die wohl auch in der Nachrunde ihre Plätze behalten dürften. Wir tippen auf Dillenburg, Burg, Sechshelden als Tabellenspitze. Am wenigsten in den Liga- Be­trieb hat sich Offdilln gefunden. Verein

Spiele gew. unent. verl. Tore

Punkte

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14

Allgemein wird die Südgruppe für stärker als die Nord­gruppe gehalten, was auch schon aus der geringeren Puntte­differenz zwischen den einzelnen Vereinen hervorgeht. Ob die­ses Verhältnis so bleibt, oder ob sich im Laufe der Nachrunde der eine und andere Verein mehr aus der Masse herausschält, ist abzuwarten. Am beständigsten hat sich bisher BfB.-K. Mar burg erwiesen; wenn er so weiter macht, wird er zweifellos die Führung behalten, die er jetzt schon mit drei Punkten Vorsprung innehat. Borussia Fulda konnte bisher die Leistungen, die man Don ihr erhoffte, nicht aufbringen; vielleicht wird die Mann­schaft nun beständiger, so daß sie noch ernstlich in den Kampf um die Gruppenmeisterschaft eingreifen kann. Hersfeld entpuppte sich als ein starker Gegner, der besonders zuhause gefährlich ist, aber auch auswärts gute Erfolge zu erzielen versteht und seiner Rampftraft den dritten Plaz mit Recht verdankt. Von den Kasseler Vereinen scheinen Sport und Hermannia nach an­fänglicher Schwächeperiode nun den aufsteigenden Ast betreten zu haben; mit ihnen ist sicherlich noch sehr zu rechnen. Umgekehrt geht es dem BfB. Gießen; sein Start war vielversprechend, wenn auch nicht immer überzeugend, wie man es von den letzten Ge­sellschaftsspielen her erwarten durfte; dann aber trat eine Re­aftion ein, die ihn stark zurüdwarf; sollte hieran nicht die an­haltende Umstellung und Neubesetzung der Mannschaft, also ein unzeitiges Ausprobieren die Hauptschuld tragen? Unberechen­bar ist Odershausen, dessen, nach den ersten Spielen entstandener Nimbus der Unbesiegbarkeit auf eigenem Plage durch das letzte Spiel( gegen Germania Fulda 1: 3) viel an Glanz verloren hat; jedenfalls dürfte sich diese Elf einen guten Mittelplat fichern. Germania Fulda ist durch den Verlust der beiden Punkte ( siehe oben) start zurüdgefallen, hat aber das Zeug in sich, aus eigener Kraft eine höhere Stufe der Tabellenreiter zu erreichen. Ganz aus der Rolle gefallen ist bisher Spielverein Kassel, den man vorher als Favorit für die Gruppenmeisterschaft betrachtet hatte; ob es ihm gelingt, von dem Schwanzende wegzukommen? Am 30. November beginnt die Nachrunde mit drei Spielen: Sport Kassel BiB.-K. Marburg, BiB. Gießen Hessen Hersfeld, Borussia Fulda Hermannia Kassel.

-

-

Kartelle und Arbeitsmarkt.

Seit dem Erlasse der Kartellverordnung bemüht sich die Regierung eifrig, die unwirtschaftlichen Preis­bindungen durch die Kartelle einer eingehenden Nach­prüfung zu unterziehen, um auf diese Weise ihr Scherf­lein zu dem von ihr selbst verschiedentlich und besonders in der programmatischen Erklärung vom 13. Juni be­grüßten und als das Haupterfordernis des Tages be­zeichneten Breisabbau beizutragen. Bisher haben die auf Anweisung der Regierung vom Reichswirtschafts­rat beranlaßten Untersuchungen nicht das mindeste Be­lastungsmaterial gegen die Kartelle ergeben: insbeson­dere haben sich die gegen das ostelbische Braunkohlen­syndikat erhobenen Vorwürfe als gegenstandslos heraus­gestellt. Bei der ganzen Diskussion über die Kartell­preise hat man nun aber von Seiten der Regierung einen sehr wichtigen Punkt völlig übersehen Die straffe Organisation zahlreicher Produzenten oder Händler soll bekanntlich dazu dienen, auch die noch an der Grenze der Rentabilität stehenden, am teuersten arbeitenden Betriebe durch Sicherung eines angemessenen Gewinnes am Leben zu erhalten. Vom Standpunkt der reinen Selbstkostenprüfung wird die Preisbildung dieser Grenz­betriebe taum zu beanstanden sein, während sie vom Standpunkte einer rationellen Volkswirtschaftspolitik weniger verteidigungswert sein mag. Eine Preissenkung wird in diesen Fällen meistens möglich sein, wenn die Produktion auf die besten Betriebe konzentriert wird. Die Nebenwirkung einer solchen Maßregel liegt jedoch auf dem Gebiete des Arbeitsmarktes. Die Grenzge­biete werden ausgeschaltet und damit zahlreiche Eristen­zen der Arbeitslosigkeit überantwortet. Aehnlich wie in der Produktion liegt es natürlich auch beim Handel. Der einzelne Händler wird leicht beweisen können, daß seine Preise bei den gegenwärtigen Selbstkosten nur ein Inappes Auskommen ermöglichen. Niemand aber wird behaupten wollen, daß der gesamte Handelsapparat den Anspruch rationellster Gestaltung erheben kann. Sowohl in den Kartellen der Produktion wie auch in dem durch Breisbindungen geschütten Handel werden Funktionen gewahrt, die man vielleicht mit der produktiven Er­werbslosenfürsorge vergleichen kann. Angesichts dieser Zusammenhänge muß man sich nun entscheiden, welches Biel man im Augenblick verfolgen will Steht die Preis­fenkung im Vordergrund, so ist die Auflösung fartell­Auflugter mäßiger Breisbindungen folgerichtig, wenngleich man nicht vergessen darf, daß die Kapitalverluste, die durch die Ausschaltung der Grenzbetriebe entstehen, gerade in Beiten der Depression bedenklich sind und daß ferner die aus dem Stillschweigen sich ergebenden vermehrten Sozialen Lasten die Selbstlosten aller übrigen Betriebe Steigern. Will man bagagen in einer Periode der größ­

1900 Gießen Wiesenbach

Sp. V. Wetzlar Breidenbach Frohnhausen

Auffallend ist hier das gute Abschneiden der Vereine aus dem Marburger Hinterland, von denen besonders Wallau sich hervortut; sie werden den städtischen Vereinen gewiß auch wei­terhin die Trauben ziemlich hoch hängen. Gerade dadurch ist es ganz unmöglich, ein Bild der Zukunft zu entwerfen, das den fommenden Tatsachen entsprechen würde. Schon der erste Spiel­tag der Nachrunde( 30. November) bringt drei wichtige Begeg­Germania Marburg FC. Wiesenbach, Weglarer SpB.FB. Wallau,

nungen:

-

FV. Breidenbach- Spielvgg. 1900 Gießen. Wie sie ausgehen werden, wissen wir erst am Sonntagabend. Die Gruppe Kassel mit 10 Vereinen beendet ihre Vorrunde erst Mitte Dezember. Zurzeit zeigt sie diese Reihenfolge: Verein Spiele gew. unent, verl. 75

FV. Melsungen Tura Kassel

B. V. 06 Kassel

6

8

42

Sportfreunde Warburg 7 Sportfr. Kassel

188877

Hessen- Preußen- Kassel Sptogg.Niederzwehren 6

S. B. Corbach

S V. Fritzlar

V. f. R. Kassel

-7 6

44553200

3.

1222221040

102236

Offenbach Offdiln Im Gau Marburg stehen noch einige Spiele in der Vorrunde aus. Die Spigengruppe liegt aber schon fest vor. Der alte Liga­verein Gladenbach hat bisher das Rennen gemacht, allerdings dicht gefolgt von ernsten Konkurrenten. Diese Gruppe ist über­haupt allgemein sehr spielstart. Wer zum Schluß Tabellenerster wird, wissen die Götter. Spiele gew. unent. verl.

Verein

S. C. Gladenbach Wommelshausen

9

7 1

1

Tore Punkte 35:20 15: 3.

9

2

1

26:15 14: 4

Tore Punkte

S. V. Feudingen

41:20 13: 5

Sp. u. Sp. Bottenhorn 9

27:17 12: 6

16: 9

11: 3

FB. Marbach

9

42

3

22:23 10: 8

13: 4

10: 2

Heffen" Frankenberg

8

3

2

25:24

8: 8

18:12 10: 6

8

2 0

6

9:19

4:12

VfB. Wetter

7

4

Biedenkopf

7.

7

14:28 19:35 10:27 2:14

4:10

2:14

19:17 8: 6 13:13 8: 8 12:12 8: 8 14: 6 7: 5 13:17 4:10 11:19 4:10 5:25 0:12

In der Gruppe Südhannover steht noch eine amtliche Ent­scheidung zu dem Spiel Polizei Holzminden VfB. Northeim aus; im übrigen ist die Vorrunde beendet. Sie hat folgende Resultate herausgebracht:

ten Arbeitslosigkeit jede Maßnahme vermeiden, die den Arbeitsmarkt noch weiter verschlechtert, so ist natürlich größte Vorsicht bei der Behandlung von Preisbindun­gen geboten. Es ist eben ein innerer Widerspruch, wenn man vom Staate gleichzeitig scharfe Maßnahmen gegen die Kartelle und eine Zurüddrängung der Arbeitslosig­feit verlangt, etwa gar mit Arbeitsbeschaffungspro grammen Seltsamerweise scheinen die Gewerkschaften, die die hohe gegenwärtige Arbeitslosigkeit mit Vorliebe auf den seinerzeit gerade von ihnen selbst gewünschten Rationalisierungsprozeß der letzten Jahre zurückzufüh­ren, sich nicht zu vergegenwärtigen, daß die von ihnen geforderte Auflösung der Kartelle und die daraus fol­gende Ausschaltung der Grenzbetriebe in Industrie und Handel durchaus nichts anderes ist, als die von ihnen jett bekämpfte Rationalisierung. Man kann diesen Pro­zeß wünschen und beschleunigen, wie man auch die tech­nische Rationalisierung begrüßt hatte, aber man fann nicht die Rationalisierung unter dem Vorzeichen der Kartellbekämpfung fortsehen und die Folgen dann wic­der auf andere Leute abschieben.

Arbeitszeitverkürzung und Arbeitslosigkeit.

Nach der Entschließung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion und des Bundesausschusses des ADGB. scheint man in diesen Kreisen davon auszu­gehen, daß eine Belebung der deutschen Wirtschaft und eine Einordnung jezt brachliegender Arbeitskräfte am besten erreicht werden kann, durch eine allgemeine ge­segliche Verkürzung der Arbeitszeit. Dieser nicht neue Vorschlag scheint auf den ersten Blid bestechend. läßt sich nicht verkennen, daß eine allgemeine Ver­fürzung der Arbeitszeit zu einer Neueinstellung von Arbeitskräften in einem gewissen, allerdings sehr be­schränkten Umfange führen würde. Leider erweist sich dieser Weg aber bei näherer Prüfung als nicht geeignet zur Lösung des Arbeitslosenproblems. Selbst wenn die jetzt noch beschäftigte Arbeiterschaft das schwere Opfer einer Arbeitszeitverkürzung von 48 auf 40 Wochen­Stunden ohne Lohnausgleich auf sich nehmen würde, so würde dadurch lediglich eine Verschiebung zwischen der Kauffraft der bisher noch beschäftigt gebliebenen Arbeitnehmer zugunsten der bisher arbeitslos geweſenen und nun neu eingestellten Kräfte, nicht aber eine Er­

böhung der Gesamtkaufkraft erreicht. Die bisher in

Arbeit Stehenden würden ein volles Sechstel ihrer Kaufkraft verlieren, und der dadurch freiwerdende Lohn fände zur Bezahlung der nun in die Betriebe eintre­tenden Arbeiter Verwendung. Anders Täge es nur, wenn man den Unternehmungen die Zahlung eines Lohnausgleichs zumuten tönnte. Daß das unter den

Eintracht Allendorf

F. C. Laasphe

-88

1666432111

1210220200

277

Gleiche harte Kämpfe einander gleichwertiger Mannschaften sehen wir im Gau Gießen- Wetzlar. In der Klasse spielen zum ersten Male Löhnberg. Großen- Bused, Weilburg und Laubach. Die Tabelle führt z. 3t. Löhnberg. Ob die Mannschaft sich aber gegen die alten Kämpen Niedergirmes und Butzbach halten wird, ist fraglich. Auch Ehringshausen tönnte bei Gestaltung der Spikengruppe noch ein sehr ernstes Wörtchen mitreden Großen­Bused hat bisher auch gut abgeschnitten und darf zufrieden sein.

führen

heutigen Verhältnissen ausgeschlossen ist, darüber be­steht allgemeine Einigkeit. Zu dem kommt noch, daß das Anwendungsgebiet der Arbeitszeitverkürzung an sich überaus beschränkt ist. Das typische Beispiel, daß Arbeitszeitverkürzung zur Anlegung neuer Arbeiter tann, war bisher die Umwandlung bes Zweischichten in das Dreischichtensystem. Sie bedeutete allerdings eine starke finanzielle Belastung der Eisen­industrie, die durch die Nationalisierung aufgeholt werden mußte und nur durch sie erträglich war. Heute schaltet von vornherein jeder Plan aus, der die Lohn­und überhaupt die Betriebskosten für die Wirtschaft vermehrt. Ferner schalten alle die Betriebsfälle aus, in denen technische Anlagen die Produktion erzeugen und eine Verkürzung der Arbeitszeit also ohne weiteres die Produktion verringert, während eine Vermehrung der die Anlagen bedienenden Belegschaften unmöglich ist, da die über den alten Bestand eingestellten Arbeits­fräfte nicht verwandt werden können. Was nütt es beispielsweise einem Walzwerk, die Arbeitszeit zu ver­ringern und dafür mehr Arbeiter an die Walzen zu stellen? Sie sind dort unnük, die Walzen aber produ­zieren weniger Zum dritten schalten alle Betriebs­fälle aus, in denen bereits Kurzarbeit eingetreten ist, und deren Zahl ist nicht gering. Schon dieser kurze Ueberschlag beweist also, daß für eine Behebung der Ar­beitslosigkeit durch Verkürzung der Arbeitszeit nur ein sehr schmaler Diskussionsraum übrig bleibt. Mit allgemeiner Berkürzung der Arbeitszeit ist also eine Hilfe nicht zu erzielen. Diese kann nur gebracht werden durch eine allmähliche Senfung unseres Preisniveaus, und diese ist wiederum in vielen Wirtschaftszweigen nicht möglich, wenn an dem Lohnniveau festgehalten wird, wie es sich in den Jahren der aufsteigenden Kon­junktur unter dem Einfluß ausländischer Kapitalzu­flüsse herausgebildet hat. Der in verständigem Rahmen durchzuführende Lohnabbau ist die Voraussetzung für die Hebung der Kaufkraft des gesamten Boltes und für eine Minderung unserer gesamten wirtschaftlichen Not. Das gilt natürlich nur unter der Vorausseßung, daß der Lohnabbau von einem Preisabbau begleitet ist. Lohn- und Preisabbau vereint würden die Gesamtkauf­kraft des Volfes steigern, insbesondere aller der Volks­schichten, die am Lohnabbau nicht beteiligt sind, wie die Millionen der Arbeitslosen, Kleinrentner, Sozialrent­ner, Kriegshinterbliebenen, also aller derer, die heute von der so spärlichen Sonne des deutschen Lebens aus­geschlossen sind. Bei dem allen handelt es sich nicht darum, die Löhne schematisch abzubauen, sondern nur die Löhne zu fenten, deren Höhe mit unserer allge­meinen wirtschaftlichen Entwidlung nicht überall im Einklang steht.