.49.
popular
er inter
cheinende stefan Heilung
gronij
durch di
Berlag in
Her Nor er dur en 3wed
der ein
egen eine
ehrsbüros B., Ber
Sießen.
zneiber:
rlangen ſten am
ist die eue Er Die Rede
hnlichen ten. Go fungen Leiden
mie der
Senufjes. d gut."
rgraben en nicht Beld für daß die
ist nur
nur an
ngsreic icht der Stadt an
als das Zuberci
in Gast Fleischlo jerung biele
men an
chte ber
danab
unange
Früh
Dir
C
en dat
mmen
cen er
m. Sie
eitege
hon ge
as Beste
alkoholi
auf die
je unge
für eine
Der Arz
WK30
F
er
US
der
en
er
fe
Gießener Zeitung
Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.
43. Jahrg.
-
Politische Rundschau.
( Gießener Tageblatt)
Die Regierungsparteien haben im Reichstag einen Gesezentwurf über Verlängerung des Nothaushalts bis zum 31. Juli beantragt.
Die Deutsche Reichspost will im Rahmen der Notgesetze demnächst umfangreiche Bestellungen über das etatmäßig vorgesehene Programm hinaus an die in Frage kommenden Industriezweige erteilen. Die Verhandlungen sind inzwischen so weit gediehen, daß sich der Verwaltungsrat der Reichspost be> reits in einer Sigung am kommenden Freitag mit der Angelegenheit beschäftigen wird.
Die Vertreter der Spitzenverbände der Arbeitgeber sind bei Fertsegung ihrer Verhandlungen über die Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit zu dem Ergebnis gekommen, daß es notwendig ist, diese Fragen im Reichswirtschaftsrat, in dem sämtliche Wirtschaftskreise vertreten sind, zu erörtern.
Aus einer amtlichen Zusammenstellung ergibt sich, daß die Kosten der Rheinlandbesetzung vom Inkrafttreten des Waffenstillstandes bis zum 30. 6. 1930 sich auf rund 6,6 Milliarden Mark belaufen.
Außenminister Briand hatte heute eine Unterredung mit dem Oberkommandierenden der Besatzungstruppen im Rheinlande, General Guillaumont. Dieser soll dem Außenminister bestätigt haben, daß die Räumung, wie vorgesehen, bis zum 30. Juni beendet sein wird.
Die Besatzungsbehörde hat bis heute ihre Truppen aus Oppenheim, Alzey, Frankfurt- Höchst, Oberstein, Jdar, Türkismühle, Birkenfeld, Kirn, Bingen und Worms völlig zurückge30 gen.
Dr. Eckener hat den Reichsverkehrsminister von Guérard eufgesucht. In einer kürzeren Unterredung wurden alle brennenden Fragen der Luftschiffahrt im Anschluß an die neuen erfolgreichen Flüge des Luftschiffes„ Graf Zeppelin" erörtert.
Die thüringische Gesamtregierung befaßte sich nochmals mit der Sperrung der Polizeizuschüsse durch das Reichsinnenministerium. Die Klage gegen diese Maßnahme beim Staatsgerichtshof soll noch in dieser Woche nach Leipzig abgehen.
Der Direktor des Internationalen Arbeitsamtes, Thomas, hielt in Genf eine Rede über die Tätigkeit und die Fortschritte der Internationalen Arbeiterorganisation. Er stellte fest, daß bisher 321 Ratifizierungen von internationalen Arbeitsabkommen vorliegen.
Senator Shipstead aus Minnesota hat im amerikanischen Kongreß eine Vorlage eingebracht, in der er die Einberufung einer neutralen Kommission fordert, um den Artikel 231 des Versailler Friedensvertrages über Deutschlands Alleinschuld am Weltkriege zu widerrufen.
Der republikanische Abgeordnete Johnson, der Vorsitzende des amerikanischen Einwanderungsausschusses, hat einen Antrag eingebracht, in dem eine Herabsehung der europäischen Einwanderungsquoten um 50 v. H. gefordert wird. Johnson glaubt, damit den amerikanischen Arbeitslosen zu helfen.
Ministerpräsident Macdonald teilte im Unterhaus das Ergebnis der Kabinetts besprechungen über die Religionskrise in Malta mit. Die fälligen Wahlen zum Parlament werden ver: schoben. Die Verfassung werde vorübergehend außer Kraft gejegt.
Die Finanzkrise.
Berlin. Die Verhandlungen über die zukünftige Steuerpolitik der Reichsregierung, die Montag und Dienstag stattge= funden haben, bestätigen nur erneut, daß die sachlichen Gegenjätze zwischen den Fraktionen, nicht zuletzt auch zwischen der Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei und der Reichsregierung nach wie vor bestehen und für den Gang der VerhandLungen, die Dienstag zwischen dem Reichskanzler und Dr. Schoi; stattgefunden haben, sind keineswegs der Ausgangspunkt für ein Kompromiß gewesen, sondern haben im Gegenteil die Meinungsverschiedenheiten nur schärfer in Erscheinung treten lassen. Der Kanzler hat wiederum Dr. Scholz die Vizekanzlerschaft ange= boten, aber Dr. Scholz hat erneut abgelehnt.
Druck und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M.
Mittwoch, den 25. Juni 1930
der ganzen Lage ist es kein Wunder, daß die Möglichkeit, den Artikel 48 in Wirksamkeit treten zu lassen, wieder lebhaft erörtert wird. Falls sich im Reichstag feine Mehrheit für ein Ermächtigungsgesetz zusammenfindet, dann bleibt eben nichts anderes übrig, als mit dem Artikel 48 den letzten noch gangbaren Weg zu beschreiten. Das Plenum des Reichstages arbeitet inzwischen an der Erledigung des Haushaltsplanes weiter, jedoch ist es ganz ausgeschlossen, daß der Termin bis zum 1. Juli inne gehalten wird. Amtlich verlautet bereits, daß eine Verlänge rung des Notgesetzes für den Haushaltplan erforderlich sein dürfte.
Vor der Hand hält die Deutsche Volkspartei noch an ihren bekanntgegebenen Forderungen fest, vor allem an der Erhebung Der Kopfsteuer für Länder und Gemeinden und fünf Prozent Abstrich an den Ueberweisungen. Ebenso lehnt sie jedes Notcpfer ab. Unter diesen Umständen schwebt auch das Schicksal des Reichsaußenministers völlig in der Luft, falls es zu keiner Ginigung kommt. Wird man bei einem Bruch Curtius als ... Ueberparteiischen" im Kabinett belassen oder zurückziehen?
Wie perwirrt die Lage ist, geht auch daraus hervor, daß im Parlament bereits von neuen Vorschlägen gesprochen wird, die im Umlaufe sind. So heißt es, daß eine allgemeine 10prozentige Ginkommensteuererhöhung für alle Einkommen über 8000 RM. e ingeführt werden solle, neben ihr ein zweiprozentiges Notopfer mit gewissen Erleichterungen für alle Beamten. Auch die Schankverzehrsteuer wird jetzt wieder genannt, die sowohl dem Reiche, als auch den Ländern zugute kommen soll. Angesichts
Das Kabinett einig.
Berlin. Im Laufe des Dienstag hat das Reichskabinett in langer Sitzung eingehend über das Deckungsprogramm beraten. Minister Dietrich hat seine Ansichten vorgetragen und anscheinend ist auch eine wesentliche Annäherung zwischen Brüning und Dietrich erfolgt. Man beurteilt in politischen Kreisen die Lage etwas günstiger, da Dietrich die übrigen Kabinettsmitglieder davon überzeugt haben soll, daß wesentliche Abstriche am Etat durchaus möglich seien. Das sogenannte Notopfer wird voraussichtlich dahingehend geändert werden, daß| ein allgemeiner Zuschlag zur Einkommensteuer erhoben wird, wobei der Zuschlag für die Beamten höher als für die übrigen Steuerpflichtigen sein wird.
Erhebliche Streichungen
im Etat des Auswärtigen Amtes.
Berlin. Der Haushaltsausschuß des Reichstages nahm Dienstag eine Reihe erheblicher Streichungen am Etat des Auswärtigen Amtes vor. Zunächst wurden die drei Botschafterposten in Rio de Janeiro, Santiago und Buenos Aires gegen die Stimmen der Demokraten und der Deutschen Volkspartei gestrichen. Ein Antrag, auch den Botschafterposten beim Heiligen Stuhl zu streichen, wurde abgelehnt. Am Besoldungsplan des Auswärtigen Amtes wurden rund 2 750 000 Mark gestrichen. Bei den persönlichen Verwaltungsausgaben für die Vertretung des Reiches im Auslande wurden rund 500 000 Mark gestrichen. Es soll in Tirana lediglich ein Konsulat errichtet werden.
Die sächsischen Landtagswahlen.
1. Sozialdemokraten
2. Nationalsozialisten
3. Kommunisten
4. Wirtschaftspartei mit Zentrum 5. Deutsche Volkspartei
( Neueste Nachrichten)
Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reklame- Petitzeile 96 Pfg. Plazzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung.
Nummer 50
versagen in der Praxis eben ganz erbärmlich, die sander gesparten Groschen der Nichtsozialisten fordern sie, um die einst so stolzen Herren und Anhänger der Sozialdemokraten zu er= nähren.
Die Bürgerlichen haben auch in Sachsen gezeigt, daß die Hauptsache für den Deutschen, wie vor 2000 Jahren schon, noch immer uneinigkeit, Rechthaberei und erbärmliche Kleinigkeitsfrämerei ist. Man lese nur die Kritik in vielen bürgerlichen Zeitungen, lese, wie jede Partei sich selbst herausstreicht. Achtung aber muß man vor den Nationalsozialisten hegen. Die Angst der Gegner vor dieser Partei ist grenzenlos und geht ins Lächerliche. Die Männer, die immer Freiheit predigten und die Monarchie deshalb gestürzt haben, schreien jetzt mach Ausnahmegesetzen. Das wirtschaftliche Programm der Nazis enthält unstreitig große wirtschaftliche Irrtümer, die gegen Grundgesetze verstoßen, was aber liegt dem Wähler daran? Er wählt wie vordem die Sozialisten nach dem Gefühl, er will von ekelhaften Partei- und Parlamentslügen frei werden. Furchtlos und treu aber gehen die Nazis voran, sie sadeln und paktieren nicht ,,, Entweder- Oder" sprechen sie, sie sind eine Sturmkolonne und darin liegt ein sehr großer Teil ihrer Erfolge.
Reichsarbeitsminister Stegerwald über Finanz- und Sozialpolitik.
20 Prozent der Bevölkerung bekommt öffentliche Unterstügung. Nach Ausführungen des Reichsarbeitsministers Dr. H. c. Stegerwald werden zur Zeit für die Bedürfnisse des Reiches, der Länder und der Gemeinden, sowie für die Sozialversicherung im Jahre 23 Milliarden aufgebracht. Davon entfallen 3 Milliarden auf die äußeren und inneren Kriegslasten, ein Betrag also, mit dem in den nächsten Jahren auf jeden Fall gerechnet werden muß, während von den restlichen 20 Milliarden nach Stegerwalds Ueberzeugung in der nächsten Zeit nahezu eine Milliarde Mark und bei einer einfacheren und klaren Staatsorganisation auf die Dauer 1½ bis 2 Milliarden Mark erspart werden könnten.
Ueber die Aufteilung der vorgenannten 20 Milliarden gab Stegerwald interessante Aufschlüsse. Es entfallen auf soziale Zwecke und Pensionen 12,2 Milliarden, nämlich auf Sozialversicherung einschl. Arbeitslosen6 Milliarden RM versicherung und Arbeitslosenfürsorge auf Kriegsbeschäd. ohne Offizierspensionen 1,5 auf Wohlfahrtspflege
Die Ergebnisse:
355 552
Stimmen Size 1929 871 327 32( 33) 376 742 14( 5) 13( 12)
1,3
276 702
10( 11)
227 319
8( 13)
auf Beamtenpensionen u. Hinterbliebenenversorgung in Reich, Ländern, Provinzen, Gemeinden, Reichsbahn, Reichspost und Offizierspensionen
1,9
6. Deutsche Nationale Volkspartei
124 300
7. Sächsisches Landvolk
120 497
5
8. Demokraten
83 671 57 408
( 8) ( 5) 3( 4)
Gesundheitswesen
0,5
und Wohnbewirtschaftung auf Grund der
Hauszinssteuer
1
2
( 0)
44 142
( 3)
39 351
2
( 0)
Beamtengehälter( ohne Reichsbahn und Reichspost, die dafür 2,5 Milliard. verausgaben, aber einschl. der Bezüge des Klerus und der Angestellten der Sozialversicherung mit je 500 Millionen RM) erfordern
9. Christl.- soz. Volksdienst
10. Volksrechtpartei
11. Volksnat. Reichsvereinigung
22
Ca. 35 000 Stimmen entfielen auf zwei Splitterparteien, sie reichten zu keinem Sitz.
Von den 13 Parteien waren von vornherein 6 Splitterparteien, die weit unter 100 000 Stimmen geblieben sind, überflüssig. Es ist schade für sie und die andern, daß man diesen Gernegroßen den Mund nicht stopfen kann. Sie sind und bleiben verrannt und unbelehrbar. Man sollte von Rechts wegen allgemein ihre Namen nicht mehr nennen, wie man ja jetzt faum noch von der Demokratischen Partei spricht. Sie hat sich überlebt. Sie verschwindet unter ihrem alten Namen, womit nicht etwa gesagt sein soll, daß ein paar grundsätzliche Anschauungen und Ziele dieser. Partei weil natürlich und selbstverständlich feinen dauernden Bestand behielten.
-
Die übrigen 6 Parteien in Sachsen fann man, wie überall, nach zwei Seiten scheiden: Marristen und Bürgerliche, Inter
nationale und Nationale.
Die Margisten haben das Industrieland Sachsen jahrzehntelang beunruhigt, hatten die große Mehrheit an Stimmen. Mit der Revolution mußten sie Farbe bekennen, und siehe da, selbst die wenigen weitsichtigeren und gerecht urteilenden Führer dieser Partei haben jetzt auf Grund der Tatsachen die Ueberzeugung gewonnen, daß die Lehre Mary's falsch war, die Ziele des Marxismus unerreichbar sind und bleiben. Allein die Wähler haben noch fast zur Hälfte sozialistisch gewählt. Die Partei ist eben in allen möglichen Formen( Konsumvereine, Krankenkassen, Gewerkschaften) organisiert worden und hat dadurch auf Kosten der anderen Stände unzweifelhaft Vorteile. Abgenommen aber haben die Marxisten an Stimmenzahl, der Sozialismus ist zum Stillstand gekommen, nicht mehr angriffslustig. Das hat die sächsische Wahl trotz aller Redereien der sozialistischen Blätter ergeben und wird die in guten Stellen sitzenden Obergenossen weislich veranlassen, die Pläne der Diktatur der Lohnarbeiterklasse fallen zu lassen. Eine Frage jetzt, wo die Gewerbebetriebe einer nach dem andern zusammen, brechen warum übernimmt jetzt die einst so großsprecherische Partei der Genossen diese Betriebe nicht in eigene Regie? Sie
5,25
1
An den Gesamtausgaben von 23 Milliarden RИ sind be teiligt: soziale Zwede einschließlich Beamtenpensionen mit 48,8 v. H., Wirtschaft und Verkehr mit 10 v. H., die Beamtengehälter mit 22,4 v. H., die allgemeinen Ausgaben mit 14,3 v. H. und der Rest mit 4,5 v. H.
Besonders interessant sind Stegerwalds Ausführungen über den Umfang unserer Sozial- und Wohlfahrtsausgaben. Danach bekommen gegenwärtig in Deutschland aus öffentlichen Mitteln ( überall einschließlich der renten und unterstützungsberechtigten Familienangehörigen):
1. Arbeitslose
2. Renten aus der Invaliden, Angestellten und Knappschaftsversicherung
3. Kriegsbeschädigte 4. Wohlfahrtspflege 5. Unfallrentner 6. Pensionäre
Das macht zusammen
4,2 Milliarden RN
3,8
2,4
1,5
1
1
13,9 Milliarden RM
Nach Abzug der Doppelzahlungen verbleiben über 12 Millionen Menschen oder 20 v. H. des deutschen Volkes, die Zuwendungen aus öffentlichen rechtlichen Mitteln erhalten. Diese Angaben sprechen eine deutliche Sprache. Stegerwald hat sie gemacht, um darzulegen, daß für die unteren Volksschichten nicht schlecht gesorgt werde. Es ist die Frage berechtigt, ob das deutsche Volkseinkommen eine so weitgehende Fürsorge überhaupt tragen kann. Wenn bei 14 Milliarden sozialen und Wohlfahrtsausgaben damit ein Fünftel des Volkseinkommens in Anspruch genommen wird und damit ein Verbrauch erfolgt, dem keine produktiven Gegenleistungen gegenüberstehen, dann ist es zwetfelhaft, ob bei dieser und der hinzutretenden Reparationsbelastung Deutschland exportfähig sein kann. Und die Ausfuhr unserer Erzeugnisse ist doch die Voraussetzung der Erfüllung unserer Reparationsverpflichtungen.


