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Nr. 10

Mittwoch, den 24. Dezember 1930.

,, Gießener Zeitung"

Surnen, Sport und Spiel.

-

BfB. Gießen Sport Kassel 1: 1( 0: 1).

Diesmal sind die Pessimisten im Unrecht geblieben. Aber auch die Optimisten können sich nicht rühmen, Recht behalten zu haben, denn sie hatten wohl auf einen knappen Sieg der Rajjelaner getippt. Man muß sich noch einmal daran erinnern, daß die Grün- Weißen in ihren letzten großen Kämpfen nur Mißerfolge erlitten hatten. Selbst VfB.er hatten von ihrer Elf feine allzu gute Meinung. Im Gegensatz dazu wurde die Stärke der Kasseler Elf gerühmt. Aber im Fußball ist be­fanntlich nichts unmöglich, das mußten wir an diesem Sonntag in noch anderen Spielen der ersten Bezirksklasse erleben. Der Kampf auf dem Waldsportplatz entwickelte sich ganz anders, als man gedacht hatte. Die Gießener Elf war bestimmt nicht schlech­ter als die Gäste. Das erkannten auch die Zuschauer ca. 6 bis 700- an, die manche Aktion mit ehrlich anerkennendem Beifall begleiteten. Zuweilen glaubte man allerdings auch, sich über das harte Spiel auf beiden Seiten etwas entrüsten zu müssen, das vielfach schlimmer aussah, als es tatsächlich war und auch zum Teil durch den besonders im Mittelfeld des Plazzes stark vereisten Boden verursacht wurde, wodurch der eine oder andere Spieler nicht mehr im Lauf einhalten konnte und Zusammenstöße hierdurch verursacht wurden. Auch war es eine höchst unnötige Aufregung, denn die Kasseler spielten auch nicht gerade weich, und der Gießener Besucher mußte sich sogar darüber freuen, daß die VfB.- Elf diesmal nicht nur einen Kampf zeigte, sondern sich auch mit dem nötigen Elan einsetzte. Der Kampf überschritt aber nie die gebotenen Grenzen, dafür jorgte schon der Schiedsrichter Christ von Horas, der das Treffen stets sicher in der Hand hatte.

BfB.:

Die Akteure: Balser

Kreß I

Bingel

Frid

Preis

Mattern

Roß

Henrichs Haupt Graẞmeier Trebing

Kreß III Leuthäuser Sandes

Kleinke Sauerbier

Glwein

Weinmeister

A. Richardt

Köhler Wiesendorf Sport Kassel:

Sturm Gehandicapt!

Die VfB.- Mannschaft hatte in der zweiten Spielhälfte einen Ausfall in dem alten Kämpen Kleinke zu beklagen, der mit

Fußball.

Ergebnisse aus dem Bezirk.

Verein

VfB- K. Marburg

Bezirksliga und Bezirksklassen.

VfB. Gießen Sport Kassel 1: 1( 0: 1) Spielverein Kassel Kurhessen Marburg 8: 3 Spiele gew. unent. verl. Tore Puntte 35:26 16: 6 15: 9 13 9 11: 7

11 8

0

3

Sport Kassel

12 6

3

3

34 20

Hessen- Hersfeld

11

4

5

2

17:11

Borussia Fulda

9 5

18: 8

Spielvercin Kassel

10

4

25:24

V. f. B. Geßen

11

18:28

Hermannia Kassel

10

24:30

8:12

Germania Fulda

10

11 23

7:13

10

14:26

6:14

Odershausen

Großalmerode

SC. 03 Kassel

-

-

4332

56566

BELLI212

Spielogg. Göttingen 0: 3

Einbed 05 8: 0

Verein

EC. 03 Kassel

10

7

Großalmerode

11

6

SC. 05 Göttingen

9

Kurhessen- Kassel

8

4

bessen 09 Kassel

9

S2. 05 Einbeck

9

3

Spvgg. Göttingen

9

2

FC. Grone

9

0

9:11 9:13

Spiele gew. unent. verl. Tore Punkie 45:18 16: 4 22:21 15: 7 37:17 10: 8 25:13 10: 6 19:23 8.10 15:28 7:11 16:28 6:12 9:40 2:16

12425567

23020122

SC. Weylar Laubach, L. n. angetr.

Gesellschaftsspiele:

-

-

Sportverein Wetzlar Löhnberg 4: 3( 1: 2) Germania Fulda Kurhessen Kassel 1: 6 SpVgg. Eschwege Hessen Preußen Kassel 2: 2 Blauweiß Göttingen Sp. u. Sp. Northeim 2: 5 VfB. Northeim Pol. SpV. Holzminden 3: 5 SC. 05 Göttingen 2: 8

SC. Weende

Gau Gießen Weglar.

A

Lollar 1. Wiesed 1. 1: 2( 1: 2)

VfB. Gießen 2. Daubringen 1. 3: 1

-

Holzhausen 1. Bissenberg Steinberg 1. Stangenrod Dutenhofen Garbenheim Braunfels 2. Nauborn 2. Niederbiel 1.

Harbach

Wieseck 2.

Jugend:

-

Oberbiel 1. 4: 1( 3: 0) Steindorf 5: 1

-

Ettingshausen 1. 9: 2( 1: 2) Homberg 2: 1( 2: 1)

SpV. Wetzlar 3., Schiri n. angetr.

VfB. Gießen 3. 8: 1

SpV. Wehlar 4. 12: 1

Büblingshausen 1. 5: 3( 6.)

Holzhausen 2. 3: 1( 3: 1)

Wetterfeld 1: 3

Steinberg 2. 3: 7

Weklarer SpV. 1. Büblingshausen 1. 5: 2

1900 Gießen 2.

-

Gladenbach 1. 2: 4( 2: 2) 1900 Gießen 3. VfB.-K. Marburg 2. 0: 4 Klein- Linden Großen- Bused 0:12( 0: 6) Gau Marburg.

Frankenberg 1.- Cölbe 1. 1: 5( 0: 2)

Wommelshausen 1.

-

Weidenhausen 1. 9: 2( 6: 0) Dreihausen 1. 1: 6( 0: 1) Cappel 1. Germ. Marburg 2. 5: 4( 3: 4)( V.) Friedensdorf 1. Dautphe 1. 4: 1( 3: 0) Wommelshausen 2. 2: 3( 1: 0) Goßfelden 3: 1 Niederwalgern 2: 1

Wehrda 1. Marbach 1. 1: 6 VfB.-K. Marburg 2.

Dernbach

Sintershausen 1.

Oberrosphe

Frankenberg 2.

Lohra

Jugend:

-

Cölbe 2. 4: 2( 2: 2)

Michelbach 1. Wehrda 2. 3: 0

Mornshausen 4: 3

Odershausen 1.- VfB. Kurhessen Marburg 1. 3: 1 Germania Marburg 1.- 1900 Gießen 1. 3: 2( 1: 1) Friedensdorf Dautphe 8: 1( 4: 1)

Wehrda 1. Marbach 4: 2

Erdhausen Endhausen 3: 0 Germania Marburg 3.

Haiger 2.

Wehrda 2. 12: 0 Gau DilI. Allendorf 2. 1: 3( 0: 1)

Haiger 1. Allendorf 1. 1: 0( 0: 0)

einer schweren Knieverlegung nur noch in dem Spielfeld umher­humpelie und manche seiner so sehr gefürchteten Flanten nicht mehr hereinbringen fonnte. Sonst wäre der Spielausgang viel= leicht ein anderer geworden!

Wie die Tore fielen.

Beide Mannschaften zeigen zuerst noch ein unsicheres Spiel. Die Gießener Verteidigung bekam in den ersten Minuten reich­lich zu tun. Dann kommt der Sturm blitzschnell nach einem befreienden Abschlag von Kreß I nach vorne, doch Mattern_ver= schießt diese seltene Gelegenheit knapp neben die Latte. Schon in den nächsten Minuten schien aber auch ein Erfolg der Kasseler unvermeidbar, aber Balser rettete sicher. Dann ließ das Tempo etwas nach und der Ball wanderte rauf und runter. Bei einem Vorstoß der Gäste war Kreß I nicht auf seinem Platz und der Halbrechte von Sport tonnie zum Tor einsenden. Allmählich fand sich der Gießener Sturm besser, doch sein Handeln vorm Tor war nicht schnell genug; immer wieder waren die Kasseler Läufer und die beiden schnellen Verteidiger am Ball. Gegen Schluß der Halbzeit setzten die Grün- Weißen noch einmal zu einem Generalsturm ein, doch nichts wollte gelingen, dazu kam noch großes Pech.

Nach der Pause hielt diese Ueberlegenheit an und in der 60. Minute schoß Mattern den Ausgleich. Nun kam mehr Schwung in die Reihen beider Mannschaften und die Angriffe mehrten sich. Dann sette gegen Spielende ein fräftiger End­spurt der Gäste ein, aber es blieb bei dem gerechten Unentschie­den. Besonders der linke Kasseler Flügel fam jetzt oft gefähr­lich vor das VfB.- Tor. Auch merkte man, daß sich die Heimischen schon ziemlich ausgegeben hatten. Doch nur eine Ede war die Ausbeute.

Kritik.

Balser- Bingel- Kreß I bildeten ein gutes Abwehrbollwerk. Die Läuferreihe war unermüdlich tätig. Henrichs bot eine rie= sige Arbeitsleistung. Im Sturm haperte es öfters. Preis auf Rechtsaußen ist noch nicht routiniert genug, auch im Abseits stand er zuviel. Kleinke auf dem linken Flügel ist stets noch einer der besten Spieler der Mannschaft, wenn er auch, wie schon erwähnt, in der zweiten Hälfte fast ausfiel. Haupt ist wiesel­flint, aber nicht schußfreudig genug. Mattern hat Anlage und auch den nötigen Drang nach vorne, aber nicht überstürzen. Leut­häuser war technisch gut. Bei den Gästen war feiner schlecht. Kljr. Besonders die Verteidigung schlug sich sehr tapfer.

Aus Gießen und Umgegend.

Aus Lollar.

Hier standen sich am Sonntag Wiesecks erste und Lollars erste Mannschaften gegenüber. In der ersten Halbzeit ein ver­teiltes Spiel. Wiesed geht bald nach dem Anstoß in Führung. und schießt nicht viel später ein zweites Tor. Lollar geht nun aus sich heraus. Der Halbrechte schießt an dem herausgelaufe= nen Wieseder Torhüter zum einzigen Gegentreffer ein. Nach der Pause ist Lollar stark überlegen und kann Wiesed in seine Hälfte zurückdrängen, aber an dem Resultat ändert sich nichts mehr. Lollars Linksaußen war gut, der Rechtsaußen dagegen hatte einen schlechten Tag. Die übrige Mannschaft spielte einen guten Durchschnitt- Fußball. Bei Wieseck war der Tormann der beste Mann. Der Schiedsrichter Busch- Buzzbach war gut. Steinberg 1. Ettingshausen 9: 2( 1: 2)

=

Am Sonntag hatten die Teutonen den A- Klassenmeister in der Gruppe Grünberg zu einem Freundschaftsspiel zu Gast. Schon in den ersten 10 Minuten führte Ettingshausen mit 2: 0. Diese Ueberraschung machte die Steinberger Mannschaft nervös, was sich hauptsächlich bei dem Mittelläufer häufig bemerkbar machte. Bis zum Seitenwechsel konnte dann Steinberg das Resultat auf 1: 2 stellen. Dann zeigte Steinberg einen ganz anderen Kampf­geist und man sah ein wunderbares Zuspiel zwischen dem Links­außen und seinem Nebenmann, die hauptsächlich das Spiel in der zweiten Halbzeit so hoch gewannen halfen. Trotz der hohen Niederlage fämpfte Ettingshausen noch bis zum Schluß. Schiri Bed VfB. Gießen leitete sehr korrekt.

Die zweite Mannschaft spielte in Wiesed gegen die dortige 2. Mannschaft des Turnvereins( Sportabteilung) und konnte mit 7: 3 zu Hause ankommen.

Am 1. Feiertag empfängt die 1. Mannschaft der Teutonen die zweite Mannschaft der Germania Marburg zu einem Pro­pagandaspiel.

-

1900 Gießen 1. Jgd. 3: 2( 1: 1). Germania Marburg 1. Jgd. 1900 schickte eine recht schwache Mannschaft nach Marburg, die aber bei etwas mehr Energie und Siegeswillen doch noch einen Sieg hätte heimbringen können.

Kleinlinden Jgd. Großen- Bused Jgd. 0:12( 0: 6). Der FC. 1926 Großen- Bused verpflichtete seine Jugend noch in letzter Minute zu einem Gesellschaftsspiel bei dem wie­der neu aufgenommenen FC. 1927 Klein- Linden. Das Spiel selbst litt unter den denkbar ungünstigsten Plagverhältnissen. Trotzdem war das Spiel spannend und jederzeit fair. Die Gäste

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waren den Einheimischen in allem überlegen; ihr Sturm ver­gaß aus nicht zu schießen. Kleinlinden war trotzdem kampf­freudig bis zum letzten Moment.

1900 Gießen 2. Jgd. Gladenbach 1. Jgd. 2: 4( 2: 2). Zunächst sah es noch nicht nach einem Sieg der Favoriten­mannschaft des Gaues Marburg aus. Nach 15 Minuten lagen die 1900er 2: 0 in Führung. Dann aber fanden die Gäste sich langsam zusammen und wurden zusehends besser, so daß das Ergebnis immerhin für die Gießener noch schmeichelhaft ist.

1900 Gießen 3. Jgd.- VfV. Kurh. Marburg 2. Jgd. 0: 4. VB. Marburg war dauernd überlegen und konnte leicht gewinnen.

Aus der Untergruppe Grünberg.

Stangenrod 1. Homberg 1. 2: 1( 2: 1).

Am Sonntag weilten die Germanen" von Homberg in Stangenrod. Nachdem das Vorspiel Homberg hoch gewann, setzte diesmal Stangenrod alle Kräfte ein und brachte es fertig, den Spizenführer der Tabelle zu schlagen. Schiedsrichter­Walbott Steinberg leitete zu bester Zufriedenheit.

Aus Ettingshausen.

Die erste Mannschaft des Sportvereins Ettingshausen weilte am Sonntag mit Ersatz zu einem Gesellschaftsspiel in Stein­berg und verlor hoch mit 9: 2. Der Sportplatz befand sich nicht in bester Verfassung. In der ersten Halbzeit führien beide Mannschaften ein schönes, offenes Spiel vor, wobei die Gäste die Glüdlicheren waren und mit dem Halbzeitspfiff 2: 1 führten. Kurz nach Seitenwechsel glich Steinberg aus. Ettingshausen, das sich bis dahin glänzend geschlagen hatte, wurde nun durch Verletzungen des Mittelläufers und des linken Läufers, welche diese zeitweise zum Ausscheiden zwangen, derart geschwächt, daß Steinberg das Spiel vollkommen zu seinen Gunsten ent= scheiden konnte, indem die tapferen Teutonen" noch 7 Tore schossen.

Wandere auch im Winter.

Schön ist die Natur im Mai, wenn es allenthalben grünt und sprießt, wenn Frühlingswonne in leuchtenden Farben und hellen Vogelliedern Ausdruck findet. Dann muß jeder Mensch oft hinaus in den Wald, um die sprühende Freudigkeit, die diese Jahreszeit kennzeichnet, mitzuerleben. Schön ist es auch, wenn die Sommersonne die warme Luft über der blühenden Heide erzittern macht. In bläuliche Dunstschleier versant die Sonne. Jeder wird die wundersame, beruhigende Sommerabendstille empfunden haben, während Heimchen zirpten und Glühwürm­chen ihr Liebesspiel trieben. Herrlich ist der Wald, wenn un­gestüme Herbstwinde die bunten Blätter von den Bäumen schütteln. Mehr und mehr sieht dann der Naturfreund seine Lieblinge den Wald verlassen. Und doch freut er sich an der herben Schönheit der Natur im Herbst.

Ob der Wald nicht auch im Winter schön ist? Ja, er ist es. Mehr noch als schön ist er dem, der ihn kennt. Denn der den Winterwald erstorben nannte, fennt ihn nicht. Gleich in den leeren Aesten der ersten Bäume wirst du emsige Meisen und Goldhähnchen turnen sehen. Unermüdlich klingeln sie mit ihren zarten Stimmchen. An rissigen Bäumen rutscht der stahl­Das rauhe Geschrei der blaue Kleiber( Spechtmeise) hinauf. Krähen, das Rätschen der Eichelhäher und das unverkennbare ,, Güd- Güd- Güd" der Spechte mußt du zu hören bekommen. Bei einigem Glück kannst du am Bach den bunten, seltsamen Eis­vogel beobachten, im Nadelwald zumeist den Kreuzschnabel, und sonst noch manchen eigenartigen Zuzügler aus dem Norden. Auf die Fährten im Schnee wirst du ohne weiteres oft achthaben. Insbesondere bei Neuschnee findest du manchmal deutliche Spuren von Tieren, von denen du nicht ahntest, daß sie jener Wald noch beherbergt. Dort schnürte ohne Zweifel ein Fuchs. Das erkennst du an den regelmäßig hintereinander gesetzten Spuren und der stellenweise von der Lunte abgestreiften Schnee­decke. Flucht- und Hoppelfährten von Hasen oder Kaninchen ver­laufen überall kreuz und quer. Vielleicht findest du eine Stelle, an der der Fuchs einen dieser flinken Gesellen erwischte, wo er am gefrorenen See eine überwinternde Ente riß, oder wo ein Marder oder ein Jltis jagte. Wenn Reh- oder Hochwild vor­handen ist, wird dir erst der Winterwald Gelegenheit geben, den Bestand der Arten zu bestimmen. Das Wild ist nun zutrau­licher. Viel leichter als sonst kannst du dann den Bock, die Ricken, den guten Hirsch oder gar einen Keiler zu Gesicht bekom­men. Es kommt aber auch der Augenblid, da wird weit und breit kein Laut zu hören sein. Der weiche Schnee verschlingt auch deine Tritte. Starr und still ragen die Bäume in das tiefe Schweigen. Dann genieße die herrliche Ruhe und erfreue dich an der glizernden Helligkeit ringsum, an den did bereiften Aesten und den wunderlichen Formen der tiefverschneiten Tan­nen mit ihren bläulichen Schatten.

Darum: Sobald das Wetter es zuläßt, streife am Samstag­nachmittag oder am Sonntag durch den Wintermärchenwald.

Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen.

Weihnachten 1930.

Von Jahr zu Jahr werden die Verhältnisse, unter denen wir zum Weihnachtsfeste rüsten, ernster und trostloser. Die Weltwirtschaftskrise und mangelnde wirtschafts- und sozialpolitische Einsicht bringen von Woche zu Woche, von Tag zu Tag mehr und mehr unserer Mitbürger um ihre tägliche Arbeit und damit um ihr Lettes.

Es hält schwer unter solchen Umständen ein ,, fröhliches Weihnachten" hinauszurufen. Das Echo tönnte von vielen Stellen sehr verzerrt, sehr schwach oder gar nicht wiederkehren.

Und trotzdem tun wir es! In der Gewißheit, daß es in unseren Leserkreisen teine ver­bitterten Menschen gibt, sondern, daß der Einzelne die genügende Elastizität und den Optimis­mus hat, auch über schlechte Tage hinweg zu kommen. Und in der festen Gewißheit, daß dort, wo alles fehlt, den Weihnachtstag aus dem grauen Einerlei des Alltags herauszuheben, treue Nächstenliebe fest zugreift und hilft und damit das Weihnachtsfest zu dem machen, was es sein soll- zum Feste der Liebe.

-

Frohe Weihnachten!"

Verlag u. Schriftleitung der Gießener Zeitung".