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Nr. 41.

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Samstag, den 24. Mai 1930.

Lokales.

Sonntagsgedanken.

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Ein seltsam Spiel treibt Sonne und Weiter in den ersten Tagen des jungen Frühlings. Da leuchtet das herrliche Blau des Himmels und überstrahlt von lachender Eonne redt sich alles in Wonne, was das lebt. Die Luft ist berauschend find Beilchentage. Und der Mensch, der mit Erdenlast so schwer bedrüdte, er glaubt schon, es nahe ein einziges unendliches Fest, in das die Ereignisse des Alltags eingebettet sind, um niemand mehr weh gu tun. Wie ein fröhlicher Aufstieg auf einen jonni­gen Gipfel des Jahres scheinen diese Frühlingstage. Aber eines Morgens plötzlich wacht man nicht mehr mit der Mor­gensonne, auf draußen heuli der Wind und wilter Regen schlägt auf Fenster und Strazen. Und der böse Sturm zaust an den verborgenen Blumenköpfchen und der alte Regen­tropfen liegt auf ihnen wie eine Träne auf trauernden Kinder­augen. Aber nicht lange und die Sonne tehrt wieder. wieder auch verschwindet sie gibi Hoffnung und Freude und nimmt sie von dannen.

-

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Auch im Leben der Menschen wechselt die Helle und die Finsternis die Liebe und der Haß. Die Berge und Täler, tie Tiere und die Menschen, alle untereinander sieht die Ju­Aber den schönen Schlummer der gend in Liebe verbunden. und das Kindheit wedt grausam Verstand und Erkennen

Gießener Zeitung

mehr. Es ist das alles auch sehr verschieden. Mancher tommt in jungen auf den Gipfel seines Schaffens. Manchem gelingt es erst im anhebenden Greijenalter der große Wurf, wie dem Geistesriesen Immanuel Kant, dessen Alterswerte den eigent= lichen Weltruhm brachten. Um das Noch nicht!" und Nicht mehr!" rankt sich eine ganze Psychologie des Lebens, und das Entscheidente ist ja so oft das Praktische und Warmherzige am Leben, an diesem wirklichen Leben, das oft anders verläuft, als die flügsten Formeln und Berechnungen es wahr haben wollten!

Straßensperrungen

Die in der Gemeinde Winnen gelegene Straße im Zuge der Straße Grünberg- Ebsdorf Marburg wird ab 25. Mai ds. Js. auf die Dauer von drei Tagen für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleirung erfolgt über Kesselbach Rüddingshausen­Wermertshausen- Roßberg.

* Hohes Alter. Morgen feiert als älteste Einwohnerin un­serer Stadt Frau Pfarrer Prewschen Wwe., ihren 94. Ge­burtstag.

* Maienblasen. Beim Maienblasen heute um 7 Uhr vom Turm der Johanniskirche lommen folgende Lieder zum Vor­trag: ,, Bringt her dem Herren Lob und Ehr" ,,, Gottvertrauen" und ,, Von des Rheines Strand".

*

Borsicht! Fleischvergiftungen. In den Sommermonaten häufen sich erfahrungsgemäß die Erkrankungen infolge Genus= erste Erwachen sieht Zerrissenheit, Haz und Getrenniheit. Dieses nicht einwandfreier Nahrungsmittel, insbesondere werden Freude am Leben wird kleiner. Aber da kommt das Besinnen auf die Gaben des Herzens und wieder lacht ein frohes Leben in Liebe. Ein ewiger Wechsel! Wenn zu früh die Sonne alles gewedt im Frühling, dann kommen die falten Schauer. Und ehe jie das junge Keimen vernichten, lacht zur rechten Zeit noch die Sonne. Zuviel des Glüdes gäbe uns Liebe allein, dayum wedt der Haß uns auf. Und wenn Zwietracht und Bitterkeit uns wieder gemahnt, dann iritt die Liebe versöhnend vor uns.

Es wird niemals enden dies ewige Wechseln! Aber in uns ist die Gewißheit: Einmal bricht die Sonne im Frühling für immer dem Feinde den Naden, der Sturm über Deutsch­lands Gaue wird sich legen, wenn wir Deutschen wieder mehr zur Natur zurüdkehren, wieder mehr Freude an der Sonne haben. Und einmal auch wird Ruhe in unserem Herzen, wenn es selber heimgegangen zur Ruhe, zur ewigen Liebe.

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Noch nicht!

Der, Sonntagsschreiber.

Nicht mehr!

Viele schauen heute sehnsüchtig in die Ferne, ob denn nicht Doch einmal eine bessere Zeit für unser armes Deutschland tom­amen möchte. Aber es läßt sich nichts Bestimmtes verheißen und es läßt sich gar nichts erzwingen. Man kann nur sagen und betonen: Noch nicht!... Und da sind andere, die stehen mund tlagen mit rüdwärts gewandter Sehnsucht. In freundlich­sten Bildern steigen ihnen die alten Zeiten auf, und der Zau­bet ganz persönlicher Erinnerungen webt so eigen mit. Da legt sich das ganze Empfinden schwermütig und tränenverschleiert in die Worte: Nicht mehr!.. Die 3arten und Empfindsamen schwanken wohl bald nach der einen, bald nach der anderen Sehnsuchtsmelodie durch die rauben Alltagsstunden. Aber es wäre besser, sie hätten es nicht nur mit dem Grübeln und Träu men zu tun, fondern sie faßten fest zu beim Tatsächlichen und Wirklichen, beim Möglichen und Erreichbaren. Die Spannung zwischen dem Noch nicht!" und dem ,, Nicht mehr!" tann na­türlich nicht durch ein paar klingende Worte gelöst werden. Um jo mehr hilft die ruhige, tägliche Pflichterfüllung und das da­mit verwandte realidealistische Hoffen.

Erkrankungen nach dem Genuß nicht frischen Hackfleisches viel­fach beobachtet. Aus diesem Grund ist in den Fleischverkaufs­ordnungen das Verbot enthalten, Hackfleisch während der wär­meren Jahreszeit auf Vorrat herzustellen und feilzuhalten und vorgeschrieben, daß solches Fleisch bei Bedarf stets frisch zu be­reiten ist. Die Polizeiorgane sind angewiesen worden, die Durchführung dieser Vorschrift genau zu überwachen. Die Be­völkerung wird auf die Gefahren ausdrücklich hingewiesen, die mit dem Genuß nicht frischen Hackfleisches, insbesondere von Pferden, verbunden sind, und es wird empfohlen, nur solches Hackfleisch zu kaufen, das vor den Augen des Käufers frisch zubereitet wird.

Kirchen- Gesangvereins- Jahresfest. Die evangelischen Kirchen- Gesangvereine des Defanats Gießen halten am Sonn­tag, den 25. Mai, ab nachmittags 2 Uhr, in Kloster Arnsburg bei Lich ihr Jahresfest ab. Der Festgottesdienst ist um 2 Uhr und wird von Herrn Pfarrer Hartmann- Alten- Bused ge= halten.

* Tagung der Hessischen Handwerkskammer. Die Hessische Handwerkskammer hält ihre diesjährige Hauptversammlung am tommenden Montag im Stadtratssaal in Darmstadt ab. Ne­ben zahlreichen Berufsfragen, der Lehrlingsausbildung usw. stehen auf der Tagesordnung die Rechnungsablage 1928 und der Voranschlag für 1930.

Nr. 41.

Aus Rah und Fern.

Bahnwünsche aus dem Vogelsberg. Hartmannshain. Die Verbindung Frankfurts mit dem hohen Vogelsberg bedarf noch einiger Verkehrswünsche. Go die Frage der Sonntagsfarten von Hartmannshain nach Frank­furt. Von Frankfurt aus beschließt man diese Vergünstigung bereits seit längerer Zeit, während Hartmanshain, das doch auch Interesse am Verkehr mit der Mainstadt hat, noch hierauf wartet. Gewünscht wird ferner auch, daß der lange Aufenthalt der Vogelsbergzüge in Vilbel, Altenstadt, Heldenbergen, Stod heim und Gedern etwas abgekürzt werde. Der Bahnbau Bir­stein Hartmannshain als Fortsetzung der Wächtersbach- Bir­steiner Kleinbahn nähert sich seinem Beginn.

Harbach( Kr. Gießen). Zur Feldbereinigung der Gemarkung liegt der Kommissionsbeschluß vom 20. Februar ds. Js., Ziff. 7, bis zum 29. Mai 1930 auf der Bürgermeisterei zur Einsicht offen.

Jlbeshausen( Kreis Lauterbach). Der Kriegerverein be geht am 31. Mai und 1. Juni sein 40. Stiftungsfest, verbun den mit dem Bezirkskriegerfest des Bezirks Herbstein der Krie­gerkameradschaft, Hassia".

Ein neuer Sprudel in Bilbel.

Bilbel. In Vilbel wurde ein neuer Sprudel erbohrt, der ausgezeichnetes tohlensäurehaltiges Wasser zutage fördern soll. Die Neubohrung ist auf preußischer Seite.

Darmstadt. Der Oberbürgermeister veröffentlicht einen Aufruf anläßlich der 600- Jahrfeier der Stadt und bittet um Spenden für die Künstlerhilfe.

Lampertheim. Der Ortsgewerbeverein feiert am 24. Mai sein 25jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlaß wird eine Ge­werbeausstellung vom 24. bis 29. Mai veranstaltet.

Dreieichenhain. Eine Burgbeleuchtung mit Brillantfeuer­wert wird Samstag, 31. Mai, durchgeführt. Bei ungünstiger Witterung ist Verschiebung auf acht Tage später.

Bingen. Ein Bismardtag wird am 13. und 14. September hier auf der Luisenhöhe abgehalten.

Rüdesheim. Die nächste Umgebung des Niederwalddent­mals ist immer noch so verwüstet wie unmittelbar nach der Ab­berufung durch die französischen Förster, Reichstagsanfragen sollen das bessern.

Eine Diebesbande in Frankfurt a. M. verhaftet. Nahezu ein Jahr lang haben mehrere Arbeiter eines Frant­furter Werkes planmäßig Autoteile gestohlen und mit Hilfe von Hehlern gut verkauft. Mehr als 1600 Zündkerzen gingen den unehrlichen Weg. Im Zusammenhang damit hat die Polizei jezt 7 Personen verhaftet.

Oberursel. Eine Industrie- und Gewerbeschau findet in Verbindung mit der 80. Hauptversammlung des Gewerbevereins für Nassau vom 14. bis 17. Juni statt.

Koblenz. Die diesjährige Bundestagung des Deutschen

* Hessischer Jugendfeiertag. Der hessische Minister für Kultus und Bildungswesen hat angeordnet, den diesjährigen Jugendtag nicht wie üblich am 24. Juni, sondern am 1. Juli Offiziersbundes findet vom 25. bis 28. Mai in Koblenz statt. stattfinden zu lassen und ihn unter den Gesichtspunkt der Rhein­landbefreiung zu stellen.Y

Hessische Evangelische Bereinigung. Die Hessische Evan­gelische Vereinigung( Friedberger Konferenz) wird am Diens­tag vor Pfingsten, 3. Juni, nachmittags 2 Uhr, im Hospiz Kro­nenhof, Frankfurt a. M., Scharnhorststraße, ihre diesjährige Hauptversammlung halten Im Mittelpunkt der Tagung steht die wichtige, die firchliche Deffentlichkeit auch bei uns stark be= wegende Frage des irgendwie gearteten Zusammenschlusses der evangelischen Landeskirchen von Hessen- Darmstadt, Hessen­Kassel, Hessen- Nassau, Frankfurt und Waldeck. In den kompli= zierten Fragenkomplex werden zwei Kenner einführen: die Her­ren Universitäts- Professor D. Cordier Gießen und Landes­firchenrat D. Waiz Darmstadt.

Es gibt Dinge, die nicht zu ändern sind, und mit denen man sich schließlich abfinden muß. Das Vergangene läßt sich niche wiederbringen. Frische, strahlende Jugend wenn sie einmal vorüber ist, dann ist sie vorüber. Will ein Welterer oder Alter durch künstliche Mittelchen allerlei Jugend vortäu­schen, so wirkt das allgemath lächerlich. Aber der Alternde braucht noch nicht ein nuzlo es Wrad zu sein. Und wiederum, sammlung statt. wer noch nicht die Lebenshöhe erflomm, wer noch nichi seine Gaben und Gräfte entfalten fonnte, dem braucht nicht gleich angst und bange zu werden, als gelänge es nun überhaupt nicht

gelang ihm nach langwieriger und saurer Arbeit zunächst seine Augenbinde abzustreifen und die Fesseln zu lösen. Die Pferde standen in einiger Entfernung vom Wagen abgehängt und hat ten Futter zum Fressen vorliegen. Da die Aussagen des Postil­Tons und seines Begleiters vor dem Landgericht zu Gladenbach über den Hergang der Tat sich teilweise widersprachen, wurden beide zunächst in Haft behalten.

Vorstehende Schilderung ist den Erzählungen von E. Ewald und J. Brumm Der Postraub in der Subach" entnommen. Die letztere erschien 1901 in der Zeitschrift ,, Nassovia" zu Wies­baden. In dem Schlußkapitel derselben wird die Hinrichtung der Räuber auf dem Marktplatz zu Gießen erzählt; es sei an dieser Stelle im vollen Wortlaut abgedrudt. Inwieweit die mündliche Ueberlieferung einer Zuschauerin richtig steht, daß bei der vorlegten Enthauptung der Sohn des Scharfrichters, der die Prozedur vollzogen haben soll, gezittert und fehlgeschla­gen, so daß ihm darauf der Vater einen Badenstreich gegeben und die beiden letzten Delinquenten selbst enthauptet habe, ver­mag vielleicht einer der Leser anzugeben. Ebenso eine münd­liche Mitteilung, daß die Prozedur auf dem Trieb stattgefunden hat.

Es war ein trüber Herbsttag, der 7. Oktober 1824, der Tag, welcher zur Vollstreckung des Urteils bestimmt worden war.

war.

Ein undurchdringlicher Nebel lagerte über der Lahnstadt Gießen, die heute als Reiseziel Tausender von Bewohnern der Provinz Oberhessen und des hessischen Hinterlandes auseriehen In den Straßen der Stadt war faum durchzukommen, so dicht stand die Menge. Von der Neugier getrieben, wollten alle dem tieftraurigen Schauspiel zusehen, das auf dem Markt­play der Stadt sich vollziehen sollte.

Bereits einige Tage vorher war der Kriminalrichter Danz im Gefängnis erschienen, um den ängstlich harrenden Verurteils ten von dem traurigen Geschick, das ihnen berorstand, Kenntnis

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* Verein Volkshochschule e. V. Am Mittwoch, den 28. Mai, abends 8 Uhr, findet in der Oberrealschule eine Mitgliederver­

* Eisenbahnverein. Die diesjährige Vereinsausflüge fin den am 1. Juni und 6. Juli nach Koblenz statt 3ur Mitfahrt berechtigt sind nur die Mitglieder und ihre Angehörigen.

zu geben. Zu dem Zwede wurden die Verurteilten in den Ge­richtssaal geführt, ihre Fesseln wurden gelöst und ein militäri­scher Ring um sie geschlossen.

Der Richter trat vor; langsam entfaltete er das Blatt, er­wartungsvoll hingen die Blicke der Verbrecher am Munde des Il hingen die Blide Richters. 24 Stunde

In gedämpftem Tone sprach er: In 3 mal 24 Stunden werdet Ihr durchs Schwert vom Leben zum Tode gebracht; be= reitet Euch darauf vor und söhnt Euch mit Gott und den Men­schen aus."

Waren sie noch mit dem Hoffnungsgedanken eingetreten, der Landesfürst fönne Gnade für Recht ergehen lassen, so drüdte einige, nachdem sie die nackte Wahrheit erfahren, der Schmerz so sehr darnieder, daß sie am ganzen Leibe zitterten; anderer bemächtigte sich die Wut der Verzweiflung. Jakob Geiz stürzie sich wie ein Rasender auf den Richter, und bloß mit Mühe ge­lang es, ihn von einem neuen Verbrechen abzuhalten.

Sie wurden zurüd in ihre Zellen gebracht und verbrachten die drei Tage, die ihnen noch zugestanden waren, im Beisein mehrerer Geistlichen. Stadtpfarrer Dr. Engel, Inspektor Brummhardt aus Langgöns und Pfarrer Stard aus Ostheim spendeten ihnen den Trost der Religion

So tam der letzte Tag, die letzte Stunde ihres Lebens

heran. Auf dem Marktplatze stand das Schaffot, con Soldaten um­geben, hinter welchen die Volksmenge Ausstellung genommen haite.

Auf dem Turm der Stadtkirche schlug es eben 8 Uhr. Ein schwarz behängter Tisch wurde in die Schranken ge­tragen und sechs schwarz umhüllte Stühle an denselben gestellt.

Bald darauf erschien Kriminalrichter Danz mit zwei Ge­richtssekretären und den Verteidigern der Verurteilten. Er ge­bot Ruhe, und bald herrschte lautlose Stille. In kurzen Zü­

Bad Ems. Das 30. mm für Gelehrte und Künstler

in Bad Ems sieht am der zehnjährigen Wiederkehr seines Bestehens entgegen. Das Heim, ein der Preußischen Domänenverwaltung gehörendes und einzig im Kurpart ge> legenes Haus ist dem Verein von Herrn Minister Braun am 30. Mai 1920 als Anstaltsgebäude überwiesen worden. Auf­genommen werden minderbemittelte oder in wirtschaftliche Not geratene furbedürftige Akademiker, Schriftsteller, Journalisten, Philologen, Juristen, Aerzte, Zahnärzte, Apotheker, Ingenieure, Architekten, Chemiker, Lehrer sowie Künstler ohne Unterschied des Bekenntnisses. Der Pensionspreis beträgt 5 bis 7 RM. ie nach der Wahl des Zimmers. Aufnahmegesuche sind an den Vorstand zu richten..

Kloster Eberbach( Rheingau). Die vor wenigen Jahren aus freier Wildbahn in einem geräumigen Wildzwinger" in der Domänen- Kellerei Kloster Eberbach eingesetzten Wildschweine haben in diesem Jahre wieder ansehnlichen Familienzuwachs Don 11 munteren Frischlingen erhalten. Für jeden Naturfreund und Tierliebhaber ist es eine Freude, das lebhafte Gebahren die­fer jungen Tiere zu beobachten. Der jetzt 4jährige Eber hat sich

gen gab der Richter ein Bild des verwegenen Raubzuges und legte die Gründe dar, die zu dem Urteil geführt, das nunmehr vollstreckt werden sollte.

Inzwischen mahnten dieGeistlichen die Gefangenen zu ern­ster Reue angesichts des nahen Todes und empfahlen sie unter herzlichen Gebeten der Gnade Gottes.

Nachdem das heilige Abendmal genommen, verließen sie die Geistlichen auf turze Zeit. Es schlug 9 Uhr, da erschien das Militär im Gefängnishof. Die gefesselten Verbrecher wurden herausgeführt, und unter dem Geläute des Armefünderglöckleins schritt der traurige Zug langsam der Richtstätte zu.

Nachdem sie dort angekommen und entfesselt worden waren, stellten sie sich Hand in Hand an der Längsseite des Tisches auf, und der Richter rief ihnen nochmals ihr Verbrechen ins Gedächtnis und sagte ihnen, daß die Todesstunde gekom­men fei.

Aus der Lade des Tisches zog er alsdann ihre Todesstäbe hervor, zerbrach einen nach dem anderen und warf ihnen die Stüde zu Füßen.

er Richter,

,, So", sprach der Richter, Henker walten Sie ihres Amtes." Nochmals fnieten die Verurteilten nieder, flehten Gott um Gnade an und schwankten dann aufs Schaffot.

Ader war der erste, der gerichtet wurde; ihm folgte Wege, der ruhig den Todesstreich empfing.

Hierauf tam die Reihe an Jakob Geiz. Fest umschlungen ein er­lag er in den Armen seines Vaters und Bruders greifendes Bild und nahm Abschied von ihnen; dann fiel sein Haupt und wenige Augenblicke später das feines Bruders.

Zuleti bestieg tränenden Auges, vom Schmerz übermannt, taum noch Herr seiner Sinne, der alte Hans Jakob Geiz das Blutgerüst, um das alte Haupt auf den Bod zu legen, auf dem er eben seine Kinder hatte verbluten sehen. Still ging die Menge auseinander.