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Samstag, den 24. Mai 1930.

wirtschaft und Industrie bewog, das Opfer der Belastung durch Rentenbankbriefe auf sich zu nehmen. Ihm zur Seite trat Schacht, der großartige Finanzpraktiker, der die lediglich auf ein landwirtschaftliches Produkt gestützte Roggenmarkt Helffe richs in die auf Gold basierte Rentenmark umwandelte. Sein Verdienst war der Erfolg des neuen Geldes, das er in sicherer und verständiger Weise dem Volke zuführte.)

,, Gießener Zeitung"

darauf an, ob die Oppositionsparteien wiederum das Mittel der Obstruktion anwandten, um das Haus beschlußunfähig zu machen. Dieser Fall trat auch tatsächlich ein. Von den Re­gierungsparteien wurden nur 181 Karten abgegeben, die Oppo­sition gab feine Karten ab. Damit ergab sich Beschlußunfähig­keit und der Gegenstand war für die weitere Beratung erledigt. Bei der Schlußabstimmung über den Etat als Ganzes erlitt die preußische Regierung eine zweite, entscheidende Niederlage. Da die Oppositionsparteien bei der Abstimmung auch diesmal fernblieben, ergab sich wiederum die Beschlußunfähigkeit des Hauses.

So hatte die düstere Zeit der Inflation im November 1923 ihr Ende erreicht. Mit ihr war die Epoche der inneren Un­ruhen und Erschütterungen abgeschlossen. Das goldene Zeit­alter wirtschaftlicher, kultureller, politischer und krimineller Verbrechen, die alle letzten Endes ihre Quelle in der Inflation hatten, war vorüber. Den Franzosen wurde das Recht ent­zogen, weitere Quälereien gegen Deutschland zu verüben. In seiner tiefsten Not fand Deutschland durch die Tatkraft und Einsicht hervorragender Männer und den Opfermut seiner staatserhaltenden Schichten wieder den Mut und die Kraft, sich zu erheben; es eröffnete sich ihm ein Ausblick in hoffnungs­vollere, ruhigere Zeiten. Das deutsche Volk hatte den Weg durch eine finstere und blutige Nacht zurückgelegt, aus seinem Innern strömte der gewaltige Wille, zurückzukehren zur Ruhe und Ordnung, dessen erstes Manifest die Einführung der Ren= tenmart war. Der Besitzende und der Arbeitende betrachteten dieses Ereignis in gleicher Weise als eine Befreiung, als eine Erlösung: Befreiung von jenen Inflationsparasiten, den Raff­fes, Erlösung von jener grausamen, zermürbenden Seelennot, stündlich über dem Abgrund der individuellen Vernichtung zu schweben.

Befreiungsamnestie gesichert.

Berlin. Die demokratische Reichstagsfraktion hat jetzt auch trot grundsätzlicher Bedenken beschlossen, den von den anderen Regierungsparteien vorgeschlagenen Amnestieantrag zu unter­

stützen.

Keine französischen Beamten nach dem 30. Juni im Rheinland.

Die gewaltigen Gummen

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der Hauszinssteuer.

Die Hauszinssteuer, ein Kind der Inflationszeit und heute ein anscheinend fester Bestand des deutschen Steuersystems, ist neben der Gewerbesteuer die am stärksten bekämpfte Steuer.

Paris. Auf Grund einer Vereinbarung, die zwischen der deutschen und französischen Regierung getroffen wurde, werden nach dem 30. Juni keinerlei franzöſiſche Zivilbeamie mehr im Rheinlande bleiben. Auch die Feststellung etwaiger Schäden, die durch die französischen Truppen in den von ihnen bewohnten bürgerlichen Quartieren verursacht worden sein könnten, wird bis zum 30. Juni vollendet sein, so daß sich das weitere Ver­bleiben französischer Beamten erübrigt.

Nr. 41.

Unzweckmäßige und unrentable Nebenbetriebe.

Die Industrie ist besonders im Laufe der letzten 10 Jahre vielfach dazu übergegangen, ihren Hauptbetrieben Nebenbe­triebe anzugliedern, die die Inanspruchnahme anderer freier Gewerbe, insbesondere des Handwerks, überflüssig mauen sollen. Wir finden da Hausschlossereien, Haustischlereien, Hausklemp: nereien, Malerwerkstätten, Buchbindereien und dergl. mehr. Ein besonderer Sport scheint die Gründung von Hausdrucke­reien zu sein. Hier spielt zweifellos eine gewisse Großmanns­sucht eine Rolle. Es flingt nach etwas, wenn man sogen fann: hergestellt in der Hausdruckerei. Aber gerade für die Errichtung einer Hausdruckerei dürften die Vorteile, die damit für den Hauptbetrieb verbunden sind, sehr zweifelhaft sein. Zunächst kostet die Einrichtung einer solchen Hausdruckerei sehr viel Geld. Dann ist die Beschaffung geeigneten Personals und die Beurteilung der Leistungsfähigkeit dieses Personals mit Schwierigkeiten verknüpft. Handelt es sich nicht um einen größeren Hausbetrieb, so muß ein Mann gefunden werden, der gefunden werd möglichst gleichzeitig Sezer und Drucker ist, der aber auch künst­lerische Qualitäten mitbringt, der Papierkenner und imstande ist, die Betriebsmittel in Ordnung zu halien.

Es sollen hier nicht im einzelnen die vielen Angriffspunkte gegen die Hauszinssteuer, sondern nur ihr finanzielles Gesicht dargestellt werden. Ueber die Höhe der Hauszinssteuer im Verhältnis zur Grundsteuer in Preußen und ferner über drei für allgemeine Finanzzwecke und für Neuwohnungsbau ver­wandte Prozentjähe unterrichtet die folgende Tabelle. In den übrigen deutschen Ländern ist die Art der Verteilung zum Teil anders geregelt, wie aus nachstehender Zusammenstellung, bei der die Gesamthöhe der Hauszinssteuer in Hundertsätzen der Friedensmiete ausgedrückt ist, hervorgeht:

Die Flugzeughallen versteigert. Mainz. In der Amtsstube des französischen Armeeober­zahlmeisters für die Rheinarmee in Mainz sind Donnerstag 25 Flugzeughallen in Griesheim b. Darmstadt, Lachen- Speier­dorf und Frohnerhof b. Kaiserslautern auf Abbruch versteigert worden. Ein in letzter Stunde von der hessischen Regierung unternommener Schritt ist erfolglos geblieben.

Sanierung der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung

1. 4. 24-30. 6. 24

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100

100

1.10. 24-31, 3. 25.

600

250

100

250

1. 4. 25-31.3. 26

700

350

100

250

1. 4. 26-30. 6. 26

900

450

150

300

1. 7. 26-31. 3. 27 seit 1. 4. 27

1000

500

166,67

1200

600

200

Gesamthöhe d. für Hauszinssteuer Wohnungsbau

333,33 200 filt algem. Finanzbedarf

in%

in%

in%

50

26

51

30

21

Württemberg

39,75

19,5

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36

18,4

17,6

42

18,76

23,24

47,35 47

15,87 27

31,66

20

Das Reichsarbeitsministerium legt bei dem beabsichtigten Sanierungsvorschlag der Reichsanstalt lediglich eine Durch­schnittsziffer von 1,5 Mill. Haupiunterstützungsempfängern zu= grunde. Dazu kommen allerdings noch 2-300 000 Krisenunter­stützungsempfänger. Die geplante Sanierung wird spätestens am 1. Juli in Kraft treten.

Statt Eid

Feierliche Beteuerung

Im Strafrechtsausschuß des Reichstages wurde am Freitag mit 17 gegen 10 Stimmen beschlossen, daß an die Stelle des Eides die feierliche Beteuerung" und an Stelle des Mein­eides ,, die falsche feierliche Beteuerung" gesetzt werden soll.

Die Verabschiedung des preußischen Haushalts verhindert.

Bayern Sachsen

24

Fürs erste, so lange das Material neu ist, mögen die Er­zeugnisse dieser Hausdruckerei ein gutes Aussehen haben und modernen Ansprüchen genügen. Will die Hausdruckerei auf der Höhe bleiben, muß sie wie jede andere Druckerei, ständig Neu­anschaffungen von Schriften, Materialien, evtl. auch von Ma­schinen vornehmen.

Baden Thüringen Hessen Hamburg Das Aufkommen der Hauszinssteuer in Preußen betrug insgesamt für den Staat und für die Gemeinden in den Jahren: 1924 626 Mill. Rmt., davon

Im Preußischen Landtag fiel am Freitag die Entscheidung über die Verdoppelung der Grundvermögenssteuer. Der Ent­scheidung sah man mit großer Spannung enigegen. Alles kam

Der Postraub in der Subach.

1925 817 Mill. Rmf.,

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In der Regel wird die Feststellung der Gestehungskosten eines solchen Hausbetriebes sehr lückenhaft gemacht. Anteile, wie Verzinsung, Abschreibung, Miete, Heizung, Licht werden vielfach nicht in Rechnung gestellt. Dem Leiter dieses Haus­betriebes liegt natürlich daran, dem Hauptbetrieb gegenüber gut dazustehen. Gelingt ihm dies bezüglich der Qualität nicht, so soll wenigstens die Billigkeit der gelieferten Arbeiten be wiesen werden. Meist wird bei der Gründung von Haus druckereien nicht genügend überlegt, ob denn dieser Nebenbe­trieb auch voll beschäftigt werden kann. Ist das nicht der Fall, so werden Ersparnisse durch die eigene Herstellung der im Hauptbetrieb benötigten Drucksachen nicht erzielt werden. Eine Hausdruckerei ist erst von einem gewissen Umfange an ren­tabel, und dann auch nur, wenn die volle Besäftigung garan= tiert ist. Geht aber eine Hausdruckerei dazu über, bei Mangel an Beschäftigung fremde Aufträge oder solche für die Kund­schaft des Hauptbetriebes herbeizuholen, so begibt sie sich auf einen gefährlichen Weg. Es ist eine alta, Erfahrung, daß das Einsetzen aller Kräfte für den Hauptbetrieb viel gewinnbrin­gender und vorteilhafter ist, als die Verzettelung in allen mög­lichen Nebenbetrieben. Viele größere Industrie- Unternehmun gen haben diese Erfahrung machen müssen und haben unter nicht unbedeutenden Verlusten solche Nebenbetriebe, insbesondere Hausdruckereien, wieder abgeschafft. In der Regel legen auch die Arbeiten aus solchen Hausbetrieben Zeugnis davon ab, daß für die Schaffung fachtechnisch einwandfreier Drudsachen mehr nötig ist als ein Durchschnittsbuchdrucker, eine Tiegeldrud: oder Schnellpresse und ein Rasten mit Schrift. was

für den Staat 300 Mill. Rmt. für die Gemeinden 326 Mill. Rmt. Staat 467 Mill. Rmt. für die Gemeinden 350 Mill. Rmt.

1926 986 Mill. Rmt, davon

für den Staat 483 Mill. Rmt. für die Gemeinden 503 Mill. Rmf.

1927 1059 Mill. Rmt., davon

für den Staat 490 Mill. Rmf für die Gemeinden 569 Mill. Rmt. Zur Zeit besteht die Gefahr, daß angesichts der katastropha­len Lage der öffentlichen Finanzen die Hauszinssteuererträge noch mehr als bisher für allgemeine Verwaltungszwecke ver­pulvert werden.

Ueber drei Mill. Hl. Bier- Mehrproduktion. ehr vorliege

Nach der nunmehr vorliegenden amtlichen Statistik sind im Rechnungsjahre 1929 in den deutschen Brauereien insgesamt 10 554 618 Dz. Malz( i. V. 9861 693 D3.) und 120 431 Dz. Zuder­stoff und Farbebier( 79.189 D3) verwendet worden. Die Ge­samtbierversteuerung betrug 58,06 Mill. Hektoliter gegen 54,99 Hl. im Vorjahre. Hierron entfallen 53,5( 50,89) Mill. Hl. auf untergäriges Vollbier, 1,92( 1,66) Mill. 51. auf obergäriges Vollbier und 1,67( 1,44) Mill. Hl. auf obergäriges Einfachbier.

Am 19. Mai 1822 überfielen acht vermummte Männer das Postwägelchen, das den Brief- und Geldverkehr zwischen dem Hinterland, den Städtchen Biedenkopf und Gladenbach mit der Provinzialhauptstadt Gießen vermittelte. Sie überwältigten den Postknecht und den mit einem Gewehr versehenen Land­schützen, der das Wägelchen begleitete, und raubten 19 Geld­sendungen mit zusammen 10 466 Gulden 51 Kreuzer Inhalt. Lange blieben alle Versuche zur Ermittelung der Verbrecher fruchilos. Doch endlich konnte man die Täter einen nach dem endern verhaften und überführen. Einem derselben, David Briel, gelang es, sich noch rechtzeitig durch die Flucht ins Aus land zu retten. Ein zweiter, namens Volk, der insofern im Spiel war, als er vor der Abfahrt des Kärrnchens aus Gladen­bach aus der Flinte des Landschützen heimlich das Blei ent­fernt hatte, schoß sich eine Kugel ins Herz, als er in die Kaserne zu Gießen gebracht wurde. Ein dritter Teilnehmer am Rom­plott, namens Soldan, erhängte sich im Criminalgefängnis. Den übrigen wurde im Großh. Hofgericht am Brand der Prozeß ge= macht und folgendes Urteil gefällt: In Untersuchungssachen gegen Hans Jacob Geiz, Heinrich Geiz, Jakob Geiz, Jost Wege und Ludwig Acer, sämtlich von Krombach, wird auf amtspflich­tiges Verhör, geführte Vertheidigung und aus den Acten er­stattete Vorträge hierdurch zu Recht erkannt:

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Bestimmungsmenfuren strafbar.

Am Donnerstag wurde vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Berlin 1 die Frage verhandelt, ob Bestimmungs mensuren als Zweikampf mit tödlichen Waffen im Sinne des Strafgesetzes zu bewerten sind. Es handelt sich um die An­flage gegen zehn Mitglieder der Burschenschaft Teutonia" in Berlin in der Berufungsinstanz. Das Schöffengericht Berlin­Mitte hatte seinerzeit die Angeklagten freigesprochen und in der Urteilsbegründung ausdrücklich hervorgehoben, daß sich das Gericht damit in einen, bewußten und gewollten Gegensatz zum Reichsgericht stelle.

In der gestrigen Verhandlung hob die Strafkammer das freisprechende Urteil des Schöffengerichts auf und verurteilte die Angeklagten wegen Zweikampf zu je drei Monaten Festungshaft.

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Pfingsten wollten sie es abermals in der Subach versuchen, aber dadurch abgehalten, daß Jost Wege von Krombach,

zu Darmstadt wurde verworfen und das Urteil vom Großherzog er später aus dem Blage eintras, die Nachricht brachte, daß

Die eingelegte Berufung an das Oberappellationsgericht bestätigt.

Der Anstister dieses Straßenraubes war der Handelsmann David Briel, der zuerst erit den als verwegener Menſch und Wild­dieb bekannten, zu Biedenkopf dienenden Knecht Jacob Geiz zu der Tat überredete. Diesem gelang es nach und nach, seinen Vater und Bruder, sowie die anderen Kumpanen zu gewinnen. Zu Marburg wurden Masken, Perücken, falsche Bärte und Fast­nachtsgewänder gelauft, auch Pulver und Bei angeschafft. Sechsmal waren die Teilnehmer zur Begehung des Verbrechens ausgegangen; allein jedesmal trat ein Hindernis in den Weg.

daß dieselben wegen des an dem Gladenbacher Geldkarren begangenen Straßenraubes, durch das Schwert vom Leben zum Tod zu bringen, sodann in den Ersatz der Unter­suchungskosten und der an dem geraubten Geld fehlenden Summe unter solidarischer Verbindlichkeit zu verurtheilen ſeien.

So geschehen: Gießen, den 25. März 1924."

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sich kein Geld auf dem Wagen befinde. Nun beschlossen sie zum 7. Male die Ausführung und zwar am 1. Pfingstfeiertage 1822. Früh morgens um 2 Uhr fanden sich die Teilnehmer in der Su­bach zusammen und trafen ihre Vorbereitungen. Von der Höhe des dortigen Hohlweges meldete gegen Mittag der Posten das Nahen des Wagens. Als dieser auf Sprungweite herangekom­men war, stürzte einige der vermummien Räuber auf den Land­schützen, der zwar auf die Angreifer schoß, aber ohne Erfolg, fesselten ihn und darnach den Postillon und schleppten unter Drohungen beide in den Wald. Den Wagen fuhr man dann ins Gebüsch, warf den Kasten herunter, holte die Art und ver­suchte den Deckel des Kastens einzuschlagen. Da zerbrach der Stiel derselben. Man schnitt die auf dem Wagen befindliche Art ab und hieb auf den Deckel, der nun bald zersprengt war. Mit den geraubten Geldbeuteln gingen sie nach verschiedenen Seiten auseinander. Ein großer Sad mit Geld, der zu schwer war, um ihn

Auf den 1. Weihnachtstag 1821 wollten sie den Bostwagen zum erstenmal in der Gegend von Eifa angreifen. Als sie auf dem Wege dorihin nach Edelshausen tamen, erhielten sie einen Brief, daß jetzt aus der Sache nichts werden könne, da zwei Landschützen den Wagen begleiteten. Nun blieb die Sache ruhig bis zum Frühjahr 1822, wo sie wieder die Tat in der Gegend von Eifa auszuführen beschlossen. Da jedoch auf dem Hinweg Schnee gefallen war, und sie deshalb befürchteten, durch die Spur verraten zu werden, so tehrten sie auch diesmal unver= richteter Sache zurück. Nach Verlauf einiger Zeit gingen sie nochmals in die nämliche Gegend; aber auch diesmal wurde aus der Sache nichts, weil sie sich im Wald verfehlt hatten. Kurz vor Ostern gingen sie dann in die Subach, einem verrufenen Hohlweg, etwa eine Stunde von Mornshausen bei Gladenbach, von wo sie unverrichteter Sache abziehen mußien, weil das Geldkärrnchen an diesem Tage in Gladenbach blieb. Nach Ostern begaben sie sich in den Krofdorfer Wald und lauerten da auf die Ankunft des Wagens, konnten aber wegen der vielen Re­fruten, die von der Musterung kommend, sich bei dem Postwagen befanden, ihr Vorhaben nicht ausführen. Drei Wochen vor

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sie im Geiz'schen Hause zu Krombach zusammen und teilten die Beute. Auf den Kopf entfielen ungefähr 800 Gulden. Nach der Teilung verließ einer der Komplizen einmal die Stube und inzwischen bestahlen ihn die anderen um 100 Gulden. Einige vergruben einen Teil ihres Geldes, und als man später nach ab­gelegiem Geständnis an den von ihnen bezeichneten Stellen nachsuchte, fand man noch etwa 1500 Gulden vor.

Von den beiden bei dem Ueberfall gefesselten Leuten hörte zuerst der Postillon, nachdem sich die Räuber entfernt hat­ten, in seiner Nähe die Klagetöne seines Gefährten. Er rief ihn an und wälzte sich auf dessen Bitten zu ihm hinüber. Es

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