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Nr.67

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Samstag, den 23. August 1930.

,, Gießener Zeitung"

Stadtverordneteniißung am Mittwoch, den 20. August 1930.

Der Stadtrat beschäftigte sich in dieser Sigung in mehrstün­diger Beratung erneut mit der Deckung des Fehlbetrages im Haushaltsplan für 1930, nachdem der frühere Deckungsbeschluß nicht die Zustimmung der Regierung gefunden hatte. Geplant war ursprünglich eine 2prozentige Mieterhöhung, deren Ertrag als kommunaler Aufschlag zur Grundsteuer vom bebauten Grundbesitz wieder weggesteuert werden sollte.

Der Oberbürgermeister eröffnete die Verhandlungen mit folgenden Ausführungen:

Die vom Stadtrat bei Beratung des Voranschlags am 20. Mai 1930 beschlossene Erhöhung der gesetzlichen Miete, die mit Erhöhung der Gebäudesteuer verbunden war, ist von dem Herrn Minister für Arbeit und Wirtschaft nicht genehmigt wor­den.

Aus diesem Grund hat der Stadtrat erneut über den Ausgleich des Voranschlags für das Rj. 1930 zu beschließen.

Die Dedungsvorschläge, die ich zu diesem Zwecke dem Fi­nanz- Ausschuß unterbreitet habe, sind von diesem in der Haupt­sache abgelehnt worden, wie ja Finanz- Ausschuß und Stadtrat in den letzten Jahren besonders hinsichtlich der Ausgleichung des Voranschlags sich immer weiter von derjenigen Finanz­politik entfernt haben, die ich für richtig halte.

Ich habe dem Finanz- Ausschuß vorgeschlagen, außer einer weiteren mäßigen Heranziehung der Betriebsüberschüsse der städtischen Werke, die Realsteuern in sehr geringem Ausmaße zu erhöhen, nämlich die Steuer vom Gewerbeertrag von 220 auf 240, die Steuer vom Gewerbekapital von 55 auf 60 und die Gebäudesteuer von 25 auf 30 Rpfg. Die vom Stadtrat in den letzten Jahren beliebte Niedrighaltung der Realsteuersätze und zwar beträchtlich unter dem Durchschnitt aller anderen hes­sischen Städte, selbst der kleinsten, halte ich für ungerechtfertigt und schädlich für die städtischen Finanzen. Wenn z. B. in den fleinen oberhessischen Nachbarstädten Friedberg und Bad Nau­heim Gewerbesteuersätze von 344 und 300 in Geltung sind, so bedeutet ein Gewerbesteuersatz von 240 Rpfg. für Gießen gewiß feine unbillige Belastung. Der Finanz- Ausschuß hat die Steuer vom Gewerbeertrag jedoch nur auf 230 Rpfg. erhöht, eine Er­höhung der Steuer vom Gewerbekapital abgelehnt und die Ge­bäudesteuer nur um 2 Pfg., nämlich auf 27 Pfg. erhöht.

Auch in der Frage, wie von den durch die Reichsverordnung vom 26. Juli 1930 eröffneten neuen Steuern Gebrauch zu machen sei, ist der Finanzausschuß von meiner Auffassung ab­gewichen. Ich habe dem Finanzausschuß vorgeschlagen, für das laufende Rechnungsjahr zunächst die Biersteuer zu erheben und für das Rechnungsjahr 1931 im Falle der Not die Bürgersteuer zu erschließen. Die Biersteuer stellt gewissermaßen eine frei­willige Belastung dar, die jeder umgehen kann; diese Steuer erfordert zudem für die Verwaltung keinerlei Mehrarbeit. Die Bürgersteuer dagegen ist trotz ihrer Staffelung eine unsoziale Kopfsteuer, die von der Finanzwirtschaft längst zum alten Eisen geworfen ist und für die praktische Finanzpolitik nur als aller­äußerster Notbehelf in Betracht kommen kann; ihre Veran­lagung, Erhebung und Beitreibung wird erhebliche Mehrarbeit verursachen. Der Finanzausschuß hat jedoch die Einführung der Biersteuer abgelehnt und die Erhebung der Bürgersteuer schon jetzt beschlossen, obwohl die notwendigen Ausführungsbestim­mungen des hessischen Staates noch nicht erlassen sind.

Die Anträge, die der Finanzausschuß zur Ausgleichung des Voranschlags stellt, sind aus der Tagesordnung ersichtlich. Es ist Aufgabe des Stadtrats, hierüber endgültig zu beschließen.

Es lagen zur Ausgleichung des Haushaltsplanes folgende Anträge vor:

1. Voranschlag der Stadt Gießen und der städtischen Neben­tassen für das Rj. 1930.

Es liegen folgende Anträge des Finanzausschusses vor: 1. Antrag. Der Zuschuß zur Wohlfahrtspflege( VIII, 1') wird statt auf 843 000 RM. auf 863 000 RM. festgesetzt. Mehr­ausgabe: 20 000 RM.

2. Der Reservefonds( IX. 5) wird statt auf 70 593,05 RM. auf 100 000 RM. festgesetzt. Mehrausgabe: 29 406,95 RM. 3. Antrag. Der Stadtratsbeschluß vom 20. Mai 1930, wonach die Grundsteuer von Gebäuden unter der Bedingung er

Gorlice.

Der vorliegende Band 30 der im Verlage von Gerhard Stalling, Oldenburg i. O., erscheinenden Schriftfolge Schlach­ten des Weltkrieges", Gorlice, schildert diesen siegreichen durch­bruchsangriff deutscher und österreichisch- ungarischer Verbände am 2. Mai 1915. Dieser, wie ein Blitz auf die russische Front herniedersausende Vernichtungsschlag bildete die Einleitung zu der großen Offensive der Verbündeten an der östlichen Kampf­front während des Sommers 1915. Der Verfasser, Oberstleut­nant a. D. Oskar Tile v. Kalm, Archivrat und Mitglied des Reichsarchivs, war während dieser Operationen der Gene­ralstabsoffizier der 82. Ref.- Div., die an besonders entscheidender Stelle gegen Gorlice selbst zum Einsatz gelangte. In dem Wi­derstreit der Meinungen der Heeresleitungen der Mittelmächte, ob man den im Frühjahr 1915 im Stellungskrieg erstarrten Fronten durch Wiederaufnahme der Offensive mit verfügbar werdenden deutschen Reserven auf dem westlichen oder östlichen Kriegsschauplatz neuen Auftrieb geben sollte, machten sich die Erfordernisse der Ostfront, die schwere Notlage des österreichisch­ungarischen Verbündeten in den Karpathen, zwingend geltend. Die Entstehung des Entschlusses, bei Gorlice die feindliche Front zu durchbrechen, wird in dem vorliegenden Bande auf Grund eingehender Aftenstudien geschildert. General v. Falkenhayn übernahm das Wagnis, der Westfront für diese Operation nam­hafte Kräfte zu entziehen, ihm gebührt auch das Verdienst für diesen kühnen Entschluß.

Der Band 30 umfaßt die Darstellung des eigentlichen tak­tischen Durchbruchsangriffs am 2. Mai, die Fortsetzung der Schlacht am 3. Mai und die Kämpfe am 4. Mai, die zur Vol­lendung des Durchbruchs führten und die Bahn frei machten für die operative Auswirkung dieses Erfolges. Zu dem eigentlichen Durchbruchsstoß wurde die deutsche 11. Armee unter dem Gene= raloberst v. Madensen als Oberbefehlshaber und mit Oberst v. Seedt als Chef des Generalstabes angesetzt. Sie bestand aus der 11. bayerischen und 119. Inf.- Div., dem 41 Res.- Korps( 81. und 82. Res.- Div.), dem Garde- Korps. dem 10. Armeekorps und dem österr.- ung. 6. Korps( österr.- ung. 12. Jnf.- Div. und kgl. ung. 39. Honv.- Div.). Außerdem waren die rechts und links anschließenden österreichisch- ungarischen 3. und 4. Armee( hierbei die deutsche 47. Res.- Div.) bei dem Angriff und den anschließen­den Operationen beteiligt.

Die umfassenden Vorbereitungen für diese erste große Durch­bruchsschlacht des Weltkrieges werden in ihrer Vielseitigkeit dar­

höht wird, daß die gesetzliche Miete von 120 Prozent auf 122 Prozent der Friedensmiete erhöht wird, wird aufge­hoben. Wenigereinnahme: 100 000 RM.

4. Antrag. Der nach den Anträgen 1-3 sich ergebende Fehl= betrag von 149 409,95 RM. wird wie folgt gedeckt: a) Die Steuer vom Gewerbeertrag wird statt auf 220 auf 230 Rpfg. je 100 RM. Steuerwert festgesetzt. Mehr­einnahme: 8 700 RM.

b) Die Grundsteuer von bebauten Grundstücken und Bau­plägen wird statt auf 25 auf 27 Rpfg. je 100 RM. Steuerwert festgesetzt. Mehreinnahme: 22 000 RM.

c) Die Grundsteuer vom land- und forstwirtschaftlich ge= nugten Grundstücken wird wie bisher auf 35 Rpfg. je 100 RM. Steuerwert festgesetzt.

d) Der Betriebsüberschuß des Elektrizitätswerkes wird statt auf 310 000 auf 338 000 RM. festgesetzt. Mehr­einnahme: 28 000 RM.

e) Der Betriebsüberschuß des Gaswerks wird statt auf 235 000 auf 240 000 RM. festgesetzt. Mehreinnahme: 5000 RM.

f) Der Betriebsüberschuß des Wasserwerks wird statt auf 150 000 auf 157 706,95 RM. festgesetzt. Mehreinnahme: 7 706,95 RM.

g) Auf Grund der Verordnung des Herrn Reichspräsiden= ten vom 26. Juli 1930 wird die Bürgersteuer nach Maß­gabe der Ausführungsbestimmungen des Hessischen Staates erhoben. Einnahme: 78 000 RM.

5. Antrag. Die Voranschläge der städtischen Nebenkassen wer­den entsprechend geändert.

Alle Anträge fanden größtenteils gegen die Linke An­nahme, bis auf Antrag 4a, der mit den Stimmen der Bürger­lichen abgelehnt wurde.

Die zu diesem Punkte von den Fraktionsführern gehaltenen Etatsreden waren schon sehr stark von den kommenden Wahlen beeinflußt und riefen zahlreiche Debattenredner auf den Plan. Die übrige Tagesordnung erledigte sich rasch.

2. Antrag des Finanzausschusses, betr. Akkumulatoren- Batterie für die Telephonanlage im Stadthaus Bergstraße. Die Kosten wurden bewilligt.

3. Erlaß einer Polizeiverordnung betr. die Einrichtung und den Betrieb des Nugviehmarktes in Gießen. Dem Erlaß wurde zugestimmt.

4. Gesuche um Erlaubnis um Schankwirtschaftsbetrieb. Die Anträge zu diesem Punkte wurden angenommen.

5. Vertrag über die Wasserversorgung der Gemeinde Linden struth. Dem Vertrag wird zugestimmt.

Nr. 67.

13. Bergebung von Arbeiten und Lieferungen. Den vorgeschlagenen Firmen werden auf Antrag des Be­triebsausschusses notwendige Arbeiten und Lieferungen über­tragen.

14. Krediterweiterungen.

Aus laufenden Mitteln werden einzelne Kredite bewilligt. 15. Notstandsarbeiten für Erwerbslose des Wohlfahrtsamts. Zu diesem Zwecke werden 50 000 RM. zur Verfügung ge­stellt.

16. Mitteilungen der Stadtverwaltung.

Unter diesem Punkt wird einem Antrag der Verwaltung zugestimmt, die Garantie für 12000 RM. für eine Zeppelin­landung in Gießen zu übernehmen.

Lokales.

Sonntagsgedanken.

Es ist, als wenn sich mächtige Tore öffnen würden, wenn die Woche in der Großstadt zu Ende ist und die Menschen durch sie hinausströmen in die freie schöne Gotteswelt. Lustige Ge­sellen, lachende Mädchen und selbst die Alten mit frohen Ge­sichtern schütteln den Staub der engen Gassen ab und sehnen sich nach Luft, Sonne und Freiheit. Oft denke ich, wenn ich so einen frischen Wanderburschen sehe, an das Glück, das auch so leichten Schrittes kommt und lachend in das Auge grüßt. Da breiten wir vor dem leichten Wanderburschen die Arme aus und fassen und halten ihn. Aber eh' wir daran denken, ist er schon wieder von uns gezogen. Ein unstäter Geselle das Glück. Ueberall kehrt er ein, dort länger, hier wieder kürzer. Und was er mitbringt, macht die Menschen froh und heiter, manchmal auch übermütig und verwöhnt. Wenn er dann abzieht, läßt er nur allzu oft bittere Enttäuschung zurüd. Nirgends will dieser Wanderbursche lange bleiben. Da hilft auch kein Bitten und Betteln. Das Glüd kommt und geht, wie der dort oben es be­stimmt hat. Warum also kiagen? Es kommt ja auch zu dir, lang oder nur flüchtig, aber es kann nicht gerufen werden. Wenn es aber dann kommt, dann sei vorsichtig mit diesem Gast auf Erden. Und doch kannst du, wenn das wahre Glüd einmal zu dir kommt, das mit seinem Schein nicht die Menschen narrt, es an dich fesseln. Tief aber mußt du es in deinem Herzen ver­schließen und wahren, damit es nicht Scheinglück, sondern dein inneres Glück bedeutet. Und wenn du dieses Glück dauernd ge= fesselt hast, dann können des Lebens Wechselfälle die klare See deines Innern nimmer mehr beunruhigen. Dieses Glück kommt aber nicht lachend zu dir, sondern hat ernste Züge. Erst wenn es in deine Herzenstammer eingezogen ist, dann wird es dich erheben in wahrer Freude über die Sorgen des Alltags. Und Der Sonntagsschreiber.

6. Die Kosten der Wasserversorgung der Gemeinde Lindenstruth. du wirst zufrieden sein. Die Kosten wurden genehmigt.

7. Vertrag über die Wasserversorgung der Gemeinde Heuchel­heim. Auch dieser Nachtragsvertrag wird gebilligt.

8. Errichtung von städtischen Kleinwohnungen in der ver­längerten Schottstraße.

Es sollen insgesamt 36 Kleinwohnungen gebaut werden, die 220 000 RM. kosten werden. 98 000 RM. werden zinsverbil­ligend von der Regierung übernommen. Die restlichen 120 000 RM. sollen auf dem Anleihemarkt hereingebracht werden. 9. Uebernahme von Bürgschaften.

Es werden eine Reihe von Bürgschaften seitens der Stadt übernommen.

10. Nachtrag zum Ortsbaustatut der Stadt Gießen( Verbot der Errichtung von Anlagen nach§ 16 der Gewerbeordnung im Arbeitsviertel der Landesuniversität). Der Nachtrag wird genehmigt.

11. Beitritt der Stadt Gießen zum Regionalplanungsverband. Der Beitritt wird beschlossen und die erforderlichen Mittel bewilligt.

12. Baugesuche.

Den vorliegenden Gesuchen um Befreiung von einzelnen Vorschriften des Ortsbaustatuts wird mit einer Ausnahme zugestimmt.

gestellt. Hierbei finden die durch das Gebirgsvorland der Kar­parthen gegebenen großen Schwierigkeiten für den Aufmarsch und den Einsatz so starker Truppenverbände auf schmalem Raum, für das Instellungbringen der zahlreichen Batterien aller Ka­liber und für die Versorgung der Angriffsfront, namentlich mit dem großen Munitionsvorrat, eine gerechte Würdigung. Das rechtzeitige Gelingen des Gesamtaufmarsches der Angriffsgrmee stellt eine besonders anerkennenswerte Leistung der Führung und der Truppe, namentlich aller Artillerie- und Nachschub­formationen, dar.

Die eingehende Schilderung der taktischen Vorgänge im Durchbruchskampf am 2. Mai beruht auf dem bei dem Reichs= archio befindlichen urkundlichen Material, das durch Teilneh­merberichte von Angehörigen aller am Sturm beteiligten Regi­menter ergänzt werden konnte. Soweit möglich, sind solche Originalberichte in die Darstellung eingearbeitet und haben dazu beigetragen, die Schilderung besonders lebenswahr zu ge­stalten. Die taktischen Vorgänge an diesem ersten Kampftage werden ganz besonderes Interesse erwecken, da hier zum ersten Male der frontale, zum vollen Durchbruch führende Angriffs­fampf eine eingehende und zutreffende Darstellung erfährt. Das Ineinandergreifen der taktischen Führung aller Grade tritt klar in die Erscheinung. Das innige Zusammenwirken der Artillerie mit der Infanterie bildete hierbei die Vorbedingung des Er­folges. Dementsprechend ist die entscheidende Tätigkeit der Feld- und schweren Artillerie herausgearbeitet und mit dem Sturmansah und der Fortführung des Angriffs der Infanterie Die eingehende Schilderung dieses eng verwoben worden. Kampftages ist ein hohes Lied deutscher Führungsleistung, auch des untersten Grades, und der opfervollen Tapferkeit der Truppe bis zu den kleinsten Verbänden. Die beigegebene Karte des Angriffsraumes mit Einzeichnung auch der kleinsten Verbände und jeder einzelnen Batterie gibt ein flares Bild des Aufmar­sches und des Kräfteeinsatzes zum Sturm. Ansichtsskizzen aller Teile der Angriffsfront, nach Originalen gefertigt, geben dem Leser ein plastisches Bild und sind geeignet, die Darstellung be­sonders zu beleben.

Nach dem am 2. Mai erfolgten tiefen Einbruch in die feind­liche start befestigte Dauerstellung stellte die Forthegung der Schlacht am 3. Mai die Führung und Truppe vor neue Auf­gaben. Auch hier wurde trotz Verstärkung der russischen Kampf­front und z. T. sehr harter Kämpfe ein voller Erfolg erzielt. Am 4. Mai brachten dann vor allem die Kämpfe des rechten Flügels der 11. Armee unter Führung des Generals v. Emm­rich die Entscheidung. Hier zerriß der Kampfzusammenhang des

* Falsche Hundertmarkscheine. Von den im Umlauf befind­lichen Rentenbankscheinen über 100 RM. ist eine Fälschung fest­gestellt worden. Das Papier ist etwas stärker als das echte und fettig im Griff. Das Wasserzeichen ist durch einen dunklen Auf­druck unter Aussparung des Musters erzielt, darüber ist hauch­dünnes Papier geklebt. Für die Ermittlung der Falschmünzer­werkstatt hat die Deutsche Rentenbank eine Belohnung bis 3000 RM. ausgesetzt.

* Zu den Wahlen. Vom Sonntag, 24. August, bis einschließ­lich Sonntag, 31. August, liegt für die kommende Reichstags= wahl im Stadthause Bergstraße 20- 3immer Nr. 13 die Stimmfartei zur Einsichtnahme offen.

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* Tödlicher Unfall. In der Nach vom Donnerstag zum Frei­tag ist der Rangierarbeiter Seuling aus Wieseck ein Opfer seines Berufes geworden. Eine ablaufende Wagengruppe auf dem hiesigen Güterbahnhof erfaßte ihn und überfuhr ihn. Er war auf der Stelle tot.

* Auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise brach in dem Ge­treidespeicher des Landwirts Heistermann auf der Marbur gerstraße Feuer aus, das schnell um sich griff. Trotz der eifrigen Bemühungen der Feuerwehr ist die in dem großen Schober ge­

Feindes, und unverzüglich stießen nun bayerische Truppen in fühnem Vorstoß tief in den vom Feind entblößten Raum hinein und machten damit die Bahn frei für den Einsatz der noch unberührten frischen 20. Infanterie- Division.

Die Möglichkeit der operativen Auswirkung der bisherigen großen Kampferfolge war somit gegeben. Es galt, unmittelbar nördlich der Karpathenfront unentwegt weiter nach Osten vorzustoßen, um die russische Karpathenfront zum Einsturz zu bringen und damit die österr.- ung. Front von dem auf ihr lastenden lähmenden Druck zu befreien. Im weiteren Verlauf dieser Operationen, der vom Verfasser skizziert wird, hatten schon nach 12 Tagen sieben Armeen der verbündeten Heere auf über 300 Kilometer Frontbreite die Verfolgung des geschlagenen Feindes aufgenommen. Durch den Entschluß der Obersten Heeresleitung, nunmehr eine dauernde Lähmung der russischen Offensivkraft herbeizuführen, wuchs sich diese deutsch­österreichische Offensive noch weiter aus, bis schließlich die ge­jamte seindliche Front zwischen den Karpathen und der Ostsee zusammenbrach und der Russe seine Armeen tief in das Innere seines Landes auf die kürzeste Linie zwischen Rumänien und der Dünamündung zurückführte. Aber nicht nur in diesem operati­ren Erfolg allein liegt die hohe Bedeutung des Durchbruchs von Gorlice. Damals haben auch die schlummernden revolutio­nären Strömungen in der zerschlagenen russischen Armee Bo­den gewonnen. Sie machten schließlich im Jahre 1917 die Rus­sen völlig wehrlos und führten damit das Ausscheiden Rußlands aus dem Zweifrontenkrieg der Mittelmächte herbei.

So ist der Durchbruch von Gorlice der größte operative Wendepunkt in der Kriegsführung des Ostens geworden. Die Darstellung der Feindseite nach den neuesten russischen Quellen trägt zum Verständnis der Operationen in hohem Maße bei.

In einer Schlußbetrachtung werden die bei Gorlice gewon­nenen Erfahrungen für die Führung von Durchbruchstämpfen eingehend erörtert. Der moderne Masseneinsatz der Artillerie und der neuzeitliche Begriff der Schwerpunktstaktik wird aus diesen Erfahrungen entwidelt.

Genaue Kriegsgliederungen aller beteiligten öster.- ung. und russischen Verbände, unter Angabe der Gefechtsstärken und Ge­schützahlen sind beigefügt. Eine Uebersicht bringt Angaben über die eigenen Verluste und die Beutezahlen.

Generalfeldmarschall von Mackensen hat sein aus den Tagen von Gorlice stammendes Bild zur Ausschmückung des Bandes zur Verfügung gestellt.