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Mittwoch, den 23. April 1930.

Aus Löhnberg.

Karfreitag: Löhnberg 2. Weilburg 2. 3: 1( 1: 1) 1. Osterfeiertag: Löhnberg Jgd. Niedershausen Jgd. 4: 2( 2: 1) Löhnberg 1. Niedershausen 1. 1: 1( 1: 0).

2. Osterfeiertag: Weilburg 2. Löhnberg 2. 5: 2( 2: 2).

Die beiden zweiten von Löhnberg und Weilburg trafen sich zum Gesellschaftsspiel, wo Löhnberg zu einem glatten Siege fam. Konnte Weilburg in der 1. Halbzeit noch eine ent­sprechende Partie liefern, so klappte es in der 2. Halbzeit gänz= lich zusammen. Weilburg kam nicht mehr über die Mittellinie. Aber trotzdem gelang es Löhnbergs Sturm nicht, zu Toren zu lommen, da es auf der einen Seite zu viel kombinierte, wäh­rend auf der anderen Seite sich Weilburgs Tormann sehr tap­fer hielt.

Am 1. Ostertag. Jm Spiel der Jugend konnten die Löhn­berger einmal mehr siegen. Anschließend begann das Spiel der 1. Mannschaften. Es ging gleich hart auf hart. Niedershau­sen wollie den schlechten Eindruck vom Karfreitag etwas per­wischen. Löhnberg konnte durch einen Fehler von der Niedersh. Hintermannschaft durch den Rechtsaußen in Führung gehen und tann den Vorsprung auch die ganze Halbzeit halten. Nach Wie­derbeginn dasselbe Bild. Man fämpft hart um den Sieg. Nie­dershausen kann ausgleichen. Der Löhnberger Hüter hätte das Leder unbedingt halten müssen. Langsam verrinnt die Zeit. Löhnberg greift nochmals energisch an, aber Niedershausens Schlußdreieck ist auf der Hut und kann immer in letzter Minute rettend eingreifen. Mit dem Schlußpfiff trennt man sich mit dem nichterwarteten Resultat.

2 Ostertag. Weilburg 2. und Löhnberg 2. lieferten sich vor dem Spiel der Pokalmannschaft des FSV. Frankfurt einen schö­nen und spannenden Kampf den Löhnberg mit 5: 2 bei großem Pech verlor.

Sinn 1. Burg 1. 4: 0( 1: 0).

Auf diese Begegnung war man gespannt. Burg trat mit vier Mann Ersatz an. Gleich nach dem Anstoß ging Burg durch schönes Zusammenspiel durch und funkte aus allen Lagen auf den Sinner Kasten. Sinn fand sich dann und es wurde sogar leicht überlegen.

Der Sinner Mittelläufer Paul war in Hochform und zer­störte alle Angriffe Burgs. Mit einem wuchtigen Schuß, der unhaltbar war, brachte er die Führung an Sinn, hüben und drüben wurden die schönsten Sachen versiebt. Die Sinner Hin­termannschaft war in Hochform und wehrte alle gegnerischen Durchbrüche geschickt ab.

Nach Wiederanstoß schien es, als wenn sich das Blatt wen­den wollte, wenn nicht der ausgezeichnete Mittelläufer von Sinn gewesen wäre, der für drei Mann schaffte. Immer und immer wieder riß er den Sturm in die gegnerische Spielhälfte. Sinn drängte und drängte und konnte noch drei weitere Treffer er­zielen. Burg setzte nun zum Endspurt an, aber es war nichts mehr zu machen. Ja, der Ehrentreffer blieb ihnen noch versagt. Der Kampfgeist von der Sinner Elf hat das Endresultat mit 4: 0 entschieden.

Aus Nauborn.

Nach längerer Pause kam wieder ein Spiel des Gießener VfB. mit dem hiesigen BC. zustande. Zuerst trat die hiesige 2. gegen die Gäste 3. an und konnte nach fairem Spiel 5: 2 ge= winnen. War das Spiel noch bei günstigem Wetter ausgetra­gen worden, so öffnete der Himmel im Verlaufe des 2. Spieles alle Schleusen, und es muß die sportliche Begeisterung, hierbei auszuhalten, für Spieler und Zuschauer hoch angerechnet wer­den. Die 2. Mannschaft der Gäste gewann verdient gegen die hiesige 1. mit 5: 1. Hervorzuheben sei die gute Kombinations­technik bei den Gästen, trok schlechen Wetters. Bei den Hiesigen war die Verteidigung in guter Form. Keuß- Azlar schieds­richterte gut.

1. Osterfeiertag: Bürgeln 1. Cölbe 1. 4: 2.

2. Osterfeiertag: Cölbe 1. 1900 Gießen 2. 2: 0. Cölbe 2. 1900 Gießen 3. 3: 3.

Am 1. Ostertage weilte Cölbe 1. in Bürgeln und verlor bei sehr schlechten Platzverhältnissen 4: 2. Gegen 1900 Gießen wurde am 2. Ostertag mit der 1. Elf ein 2: 0- Sieg und mit der 2. ein Unentschieden herausgeholt. Bei etwas Glüd hätte der Sieg der 1. Mannschaft höher ausfallen müssen. Schiedsrichter Seip Odershausen war gut.

*

Medenbach 1. Fehl- Rizenhaufen1. 0: 2( 0: 0). Am 1. Ostertag hatte Medenbach die 1. Elf Fehl- Ritzenhau­sen als Gast. Medenbachs Mannschaft konnte an dem Resultat nichts ändern, denn Fehl- Ritzenhausen war die bessere Mann­schaft.

Sirzenhain 1. Medenbach 1. 2: 2.

Am 2. Ostertag weilte Medenbach in Hirzenhain und konnte ein Unentschieden mit nach Hause nehmen.

Velbert 1. Jgd. Aklar 1. Jgd. 1: 3( 0: 3).

Das Fußballtreffen der obigen Fußballmannschaften bil­dete den einzigen Punkt des Osterspielprogramms in Ağlar. Die Jugend bot eine ausgeglichene, spielfreudige Mannschaft. Trotz des Standes von 3: 0 ließ der Kameradschaftsgeist dieser Jungens weder Hader noch Gleichgültigkeit aufkommen. Deswegen war ihnen das Ehrentor schon von Herzen zu gönnen. Zu dem äußerst fairen Spielverlauf beigetragen hat auch der Schieds­richter, Herr Pid aus Löhnberg.

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Wezlar FSV. Frankfurt( Pokalelf) 0: 2( 0: 0). Nach den letzten Niederlagen rechnete man allgemein mit einer hohen Niederlage der Weklarer. Der Vorstand versöhnte aber in höchster Zeit die Spieler in einer besonderen Vorst inds­situng, so daß die erste Elf wieder nach langer Zeit wie folgt auf den Plan trat: Szuskaisti, Benner, Benner 2, Waldschmidt, Jirl, Nel Waldschmidt, Zimmermann, Emmerich, Lemmer, Hertstein. Schon bald nach Beginn merkt man, daß die Frank­furter eine Mannschaft zur Stelle hatten, die mit allen Wassern gewaschen war. Wenn das Resultat trotzdem nur 2: 0 lautet, so ist dies nur darauf zurückzuführen, daß die Weglarer in außer­gewöhnlich guter Form spielten, besonders ihr Schlußtrio mit den Gebr. Benner bestand die harte Probe glänzend. Es soll nicht damit gesagt sein, daß diese nun bedeutend mehr zu tun hatten als ihre Gegenüber, und das ist es gerade, was den Wetzlarern den großen Verdienst gibt, daß das Spiel vollkom= men offen und ausgeglichen durchgeführt wurde! Wenn man bedenkt, daß die Weklarer 2 Elfmeter verschossen und die Frank­furter einen solchen verwandelten, so kann man mit Recht be­haupten, ein Unentschieden hätte dem Spielverlauf eher ent­sprochen, denn was die Frankfurter in Stellungsspiel und Ball­funststückchen voraus hatten, glichen die Einheimischen durch Eifer urd Schnelligkeit aus. Nur ihrem elanvollen Spiel haben sie es zu verdanken, daß Frankfurt nach verteiltem Spiel bis zur Pause zu keinen Erfolgen kommen konnten. Nach dieser glaubte man die Wetzlarer ermattet, aber auch dies war nicht der Fall, denn der faire Kampf wogte hin und her, ganz vereinzelt klare Torgelegenheiten vor beiden Toren bringend, da sich das Spiel meistens im Mittelfeld abwickelte. Die Angriffe wurden von beiden Seiten geschickt vorgetragen, um dann immer und immer wieder von den Verteidigern gestoppt zu werden. Schon war die Mitte der zweiten Hälfte gekommen und immer noch Null zu Null. Die Weglarer gaben sich schon der Hoffnung hin, daß die Frankfurter hier nicht gewinnen würden. Und dann kam der große Moment, wo man noch mehr zu hoffen wagte, der Sieg war greifbar! Emmerich hatte den herauslaufenden Torwart überspielt, zögerte aber eine Zehntelsekunde, wird von Cearsar gelegt Elfmeter für Wezlar. Benner I legt sich inzwischen den Ball zurecht, ein wuchtiger Schlag, der Ball saust über die Latte, der Traum ist aus. Frankfurt merkt, was es geschlagen hat, muß sein ganzes Können restlos aufbieten, um zum Angriff zu kommen. Die Benners wollen aber keinen Erfolg zulassen, sie sind in Hochform. Aber einen Angriff können sie nicht mehr erlaubt unterbinden. Elfmeter für Frankfurt. Man hat hier und rich­keine Angst, daß der Ball sein Ziel verfehlen wird tig, Hundt jagt den Ball unheimlich scharf, flach neben dem linken Pfosten ins Nez, doch einer stand nicht hinter der Straf­raumgrenze. Wiederholung! Wird der Ball dieselbe Richtung nehmen? Nein, er landet in der rechten Ecke, halbhoch, bei etwas schnellerem Start für Szuskolski haltbar, aber Frankfurt führt. Wezlar läßt aber nicht nach, liegt sogar etwas mehr im Angriff. Das Resultat ist für W. so ehrenvoll, daß sich noch eine ganze Hingabe lohnt, im Wetzlarer Sturm machen sich aber jetzt Ermüdungserscheinungen bemerkbar, nur Emmerich ist es, der dem Tempo weiter gewachsen bleibt, er will mit letter Kraft den verdienten Ausgleich schaffen, wird aber wieder regel­widrig gehindert. Nur noch wenige Minuten Spielzeit- Elf­meter für Weylar, der Ausgleich hängt in der Luft. Diesesmal tritt Emmerich placiert, aber etwas zu schwach, der Frankfurter Hüter hält glänzend im Werfen! Frankfurt kommt durch, ihr Halbrechter kommt zum Schuß, scharf sitzt der Ball zum einzig regulären Tor im Weglarer Kasten. Die rechte Sturmseite Hertstein steht viel frei, wird aber zu wenig bedient. Zwei ein­zige Vorlagen, die denselben frei vor das Frankfurter Tor brin­gen, werden versiebt, dann ist ein großes Spiel zu Ende, welches den Zuschauern die Erwartungen voll und ganz bot. Für den nicht erschienenen Schiri sprang Volkmar- Wetzlar ein, und leitete forrekt.

Sarnau 1. Jgd. Wormatia Worms 1. Jgd. 2: 3.

Sarnau tomb. VfB. Wetter tomb. 8: 1.

Die am 1. Feiertag gegen Germania Marburg spielende Jugend von Worms, war am 2. Feiertag Gast in Sarnau. Beide Jugendmannschaften lieferten ein wirklich schönes Spiel. Hier möchte man sagen, habt Dank Jhr Jugendlichen und zeigt es den Alten, wie man anständig fämpft. Dem Spielverlauf hätte ein Unentschieden entsprochen. Auch verschenkte Sarnau anstän digerweise einen Elfmeter.

Anschließend fand das Spiel, der auf beiden Seiten start ersatzgeschwächten 1. Mannschaften von Sarnau und Wetter statt. Besonderes wurde in diesem Spiel nicht geboten. Am besten gefallen fonnte der linke Verteidiger Klein von Sarnau, der mit seinen 30 Jahren ein prächtiger Sportsmann ist, sowie der Mittelstürmer, der den übrigen Ersatzsturm gut führte.

*

Vorschau für Gießen.

Samstag, den 26. April: Alemannia Worms

VfB. 08. Die bekannte Mannschaft von Alemannia Worms gastiert am fommenden Samstag auf dem Waldsportplag. Die Mann­schaft, die unter dem Training des bekannten Nürnberger Re­präsentativen Huber steht, errang in den diesjährigen Verbands­spielen gegen namhafte Gegner, wie Wormatia, Sportv. Wies­baden, Mainz 05 ,, u. a. einen guten Plaz in der oberen Hälfte der Tabelle. Sie pflegt das bekannte flache süddeutsche Kom­binationsspiel und zeichnet sich besonders durch Schnelligkeit aus. Der Mannschaft gehören mehrere bekannte repräsentative Spieler an. Die Gäste errangen in letzter Zeit einige bedeut fame Siege gegen gute Mannschaften, so wurde u. a. Union Nic derrad in Niederrad 5: 2 geschlagen, ferner verloren die Fuldaer Borussen zweimal 3: 0.

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Nr. 32.

Weitere Hinausschiebung der Bindung der Länder und Gemeinden an die Einheitswerte.

Durch das Gesetz vom 23. Mai 1929 ist bekanntlich die Bin­dung der Länder und Gemeinden an die nach dem Reichsbe­wertungsgesetz festgestellten Einheitswerte bis zum Ende des Jahres 1929 hinausgeschoben worden. Wie in der Begründung zu diesem Gesetz ausgeführt worden war, sollte durch die Hin­ausschiebung der Bindung eine doppelte Umstellung des Real­steuerrechts in den Ländern und Gemeinden vermieden werden, die ihre Realsteuern nach dem Merkmal des Wertes erheben. eine Anpassung an das Reichsbewertungsgesetz jedoch im Hin­blick auf die im Entwurf des Steuervereinheitlichungsgesetzes vorgesehene Neuregelung des Realsteuerrechts noch nicht vorge­nommen haben. Bei dieser Hinausschiebung wurde davon aus­gegangen, daß das Steuervereinheitlichungsgesetz bis Ende 1929 verabschiedet sein werde. Da diese Voraussetzung nicht einge­treten ist, ist jetzt soeben dem Reichstag ein Gesetzentwurf( Drud­sache Nr. 1764) zugegangen, in dem eine Hinausschiebung der Bindung der Länder und Gemeinden an die nach dem Reichs­bewertungsgesetz festgestellten Einheitswerte um ein weiteres Jahr vorgeschlagen wird.

Der Gesetzentwurf ist dem Steuerausschuß des Reichstages zur Beratung überwiesen worden.

Wachsende deutsche Automobilausfuhr nach der Schweiz. Die deutsche Automobilindustrie hat im vergangenen Jahre auf dem in wahrstem Sinne international eingestellten Schwei­zer Markt mehr und mehr Boden gewonnen und ihre Ausfuhr nach der Schweiz erheblich steigern können. Insbesondere sind es die deutschen Qualitätsfabrikate, die in der Schweiz wieder stark gefragt sind. Es ist kennzeichnend, daß 40 Prozent aller im Jahre 1929 in die Schweiz gelieferten deutschen Wagen die Marke Mercedes- Benz tragen.

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