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Nr. 9

Gamstag, de

Samstag, den 22. November 1930.

Man fragt sich weiter, ob es im Jahre der Rheinlandbefreiung wirklich unerläßlich gewesen ist, der Stadt Bingen ihr Haupt­zollamt zu nehmen und dem Bingener Handel und Verkehr hier­durch neue Kosten und neuen Umstand zu verursachen.

Es ließe sich sehr viel mehr sagen über hessische Not und hessische Erwartungen. Schließen möchte ich aber mit dem Ausdruck der bestimmten Zuversicht, daß die verantwortlichen Stellen des Reiches bei ruhiger Ueberlegung und sobald die Sanierung der Finanzen greifbare Gestalt angenommen hat, sich auf das besinnen, was sie selbst bei jeder früheren Gelegen­heit als notwendig und als Ehrenpflicht anerkannt haben: An eine angemessene Fortdauer der Reichshilfe für die Gebiete, auf denen mit die schwersten Folgen des unglücklichen Krieges und seiner Liquidation lasten.

Zwischenbilanz.

Heute bereits die Ergebnisse der Preissenkungsaktion zu­sammenfassend beurteilen, ihr Soll und Haben prüfend abwägen zu wollen, wäre verfrüht. Dazu sind die Dinge noch zu sehr im Fluß. Eins kann jedoch schon grundsätzlich festgestellt werden: die gefährliche Erstarrung der Preisentwicklung in Deutschland ist durch diese Aktion verhindert worden. Bresche wurde gelegt in alte Preismauern die den Strom des Warenumsatzes be­hindern. Unter dem wachsenden Druck der öffentlichen Mei­nung ist die Preissenkung, die im Verlauf der Wirtschaftskrise zunächst in schärfster Form auf den Weltstoffmärkten hervortrat und sich allmählich auch auf das Großhandelspreisniveau im Inlande auswirkte, vorwärts getrieben worden bis zu den Einzelhandelspreisen. Sie liegen heute gleichsam im Trommel­feuer der öffentlichen Diskussion. Und, da Preiskalkulation und Kostenfaktoren im Geschäftsleben in Wechselwirkung stehen, verbreitert sich die Diskussionsbasis zwangsläufig und erstreckt sich auf immer neue Preisvorgänge( z. B. Frachten, elektrischer Strom usw.). Ein Keil treibt den andern.

,, Gießener Zeitung"

immer diejenigen Gruppen am stärksten beteiligt, in denen Handwerk und Kleinunternehmungen eine besondere Rolle spie­len: Bekleidungsgewerbe, Holz- und Schnitzstoffgewerbe und Baugewerbe. Gegenüber den Vorjahren sind hier keine wich­tigen Veränderungen zu verzeichnen.

Von größter Tragweite ist die Preisentwicklung der Grund­stoffe, insbesondere der Kohle und des Eisens. Ihre Verbilli­gung schafft unentbehrliche Voraussetzungen für eine Wirtschafts­gesundung. Unter diesem Gesichtswinkel gesehen sind folgende Preisabschläge von großer Bedeutung: bei Kohlen um 6%, bei Holz um 17-20%, bei Walzwerkserzeugnissen um 3%. Jn­folge der Verbilligung der Brennstoffen ist ferner der Baukosten­index seit Jaunar dieses Jahres um 11% zurüdgegangen. Da­rüber hinaus sind schließlich auch bei einigen andern wichtigen Warengruppen Preisermäßigungen zu buchen, z. B. bei Eisen­waren um 3%-10%, bei Linoleum um etwa 5,3%, bei Papier um 8-10% u. a. m.

Ueber die Entwickung der Konkursverfahren in der vor­hergehenden Zeit gibt die nachstehende Zusammenstellung Aus­kunft:

Das stärkste Beharrungsvermögen zeigen noch die Einzel­handelspreise. Dabei sind gerade hier die örtlichen Unterschiede besonders groß: Kostenfaktoren und Preiskalkulation im Einzel­handel schwanken von Ortschaft zu Ortschaft, ja bereits zwischen einzelnen Stadtteilen, Straßenzügen, Geschäften. Verhältnis­mäßig gleichartig liegen die Dinge noch bei den sogenannten preisgebundenen Markenartikeln, die zum Teil durch hohe Preis­spannen besonders verteuert werden.

Jahr

Eröffnete Konkurs verfahren

Durchschnitt 1909/1913 8936

1924

1925

1926

1927. 1928 1929

Wegen Maße= mangels abge= lehnte Konkurs

anträge

2 598

6 187

I 847

11 380

3 425

12 034

3 795

5702

2 168

8 120

ΙΟ ΟΟΙ

2 475 3 179

Konkurse insgesamt

II 534 8 034 14 805

15 829 7 870 10 595 13 180

Die öffentliche Verschuldung im Deutschen Reich. Die vom Statistischen Reichsamt herausgegebene Zeit­schrift ,, Wirtschaft und Statistik" bringt in ihrem ersten Juniheft dieses Jahres interessante Zahlen über die öffent­liche Verschuldung im Deutschen Reiche am 31. März 1928 und am 31. Dezember 1929. Diesen Angaben liegen die Ergebnisse der Reichsfinanzstatistik zugrunde, die zum ersten Mal einen zusammenhängenden Ueberblick über die Arten, Bedingungen und die Verwendung der öffentlichen Schulden und die im behandelten Zeitraum eingetretenen Ver­änderungen geben. leber die öffentlichen Schulden 31. März 1928 und am 31. Dezember 1929 gibt nachstehende Tabelle Auskunft: in v. H. Stand in v. H des Ge­am des Ge= 31. März samtbe: 31. Dezem- samtbe­ber 1929 trages 9 351,1 45,40 1 842,9 8,95

Vom Standpunkte des Verbrauchers gesehen, liegt das Kern­problem des Preisabbaus bei den Lebensmitteln des Massen­bedarfs. Es ist daher für den Fortgang der Preissenkungs­aktion von entscheidender Bedeutung, daß der Deutsche Städte­tag und die Stadtverwaltungen ihre Unterstü.ung nicht ver­sagen und mit darauf hinwirken, daß die allgemeinen Gesstäfts­unkosten- Steuern, sozialen Unkosten, Licht, Wasser usw. geringer werden.

Die Konkurse und Vergleichsverfahren

Reich

Länder

im Deutschen Reich im Jahre 1929. Einer Veröffentlichung des Statistischen Reichsamts zu­folge wurden im Jahre 1929 13 180 Konkurse gezählt( da­runter 10 001 eröffnete Konkurse und 3 179 wegen Masse­mangels abgelehnte Anträge auf Konkurseröffnung). Die Zahl der Vergleichsverfahren betrug 5 001. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Konkurszahl um 24 v. H., die Zahl der Vergleichsverfahren um 59 v. H. erhöht. Der Konjunktur­rückgang drückt sich in diesen Zahlen eindeutig aus. Weniger deutlich ist allerdings in dieser Beziehung die Bewegung in­nerhalb des Jahres, die stark saisonmäßig durch die Lage der Gerichtsferien bestimmt ist.

Wie in allen Jahren entfällt rd. die Hälfte der Insol­venzen auf das Handelsgewerbe. Von der Produktion sind wie

Die toten Helden mahnen.

Freudig zog ich mit ihnen aus

Mit Sang und Klang,

Zu schützen Land, Weib, Kind und Haus

Im Waffengang.

Siegend santen sie in den Sand,

Ich mußt bestehen,

Des Vaterlandes Schmach und Schand

Und Not zu sehen.

Rebel nezzen mit Todesschweiß

Das Land fürbaß,

Ringsum im Lande tobet heiß

Der Bruderhaß.

Sehet, nun quillt aus des Nebelflor Düsterem Schein

Blut'ger, zerfetzter Geister Chor

Endlose Reih'n.

Von Millionen Wunden strömt Herzblut hervor,

Von Millionen Lippen dröhnt Schaurig der Chor:

,, Freudig zogen wir für euch aus

Mit Sang und Klang,

Hauchten für euch unser Leben aus

Im Waffengang.

Weh' dem Volk, das sich nicht finden läßt

Hansestädte( einschl. ihrer Gemeinden) Gemeinden und Gemeindeverbände davon Großstädte: Insgesamt

Stand

am

I

Vermehrung der Ausfuhr allein kann aber nicht die Ueber schüsse bringen, die zur Abdeckung unserer Schulden nötig sind. Es muß auch eine Verminderung der Einfuhr

1928

7 130,7

I 297,6

trages 48,84 8,89

395,5

5 774,7

2 360,7

14 598,6

576,9 39,56 8 827,0 16,17 4 100,4 100,00 20 598,0 ( in Millionen RM).

2,71

2,80 42,85

19,91 100,00

пет

Am Himm Stern um Ste Die Nacht wei verkündet. Jm über das Wiej wie jonit g Sonntagmo Gloden und da tag ift's. tagsstille liegt heute noch ein weißen Teppich tet, so hell fol

erreicht werden, die bei zweckmäßigerer Gestaltung unserer Gr nährungswirtschaft und einer den nationalen Belangen Rech nung tragenden Einstellung der Verbraucher möglich ist. Ein weiteres Feld fruchtversprechender Arbeit eröffnet sich, wenn im Zusammenwirken aller Berufs- und Bevölkerungskreise die Deckung des einheimischen Bedarfs in höherem Maße als bisher der inländischen Produktion zugeführt wird. Das gilt für die Erzeugnisse der deutschen industriellen Art, vor allem aber für die des deutschen Bodens und der deutschen Vieh- und Fleischwirtschaft. Unter Zurückstellung der Meinungsverschie denheiten über sonstige Fragen müssen die Bestrebungen unter stügt werden, die durch vermehrte Anpassung an die Erforder nisse des Marktes Herstellung und Absah landwirtschaftlicher Qualitätserzeugnisse fördern sollen.

Der größte öffentliche Schuldner ist somit das Reich, auf das am 31. März 1928 48,8 Prozent und am 31. Dezember 1929 45,4 Prozent der aufgenommenen Kredite entfallen. Die Gesamtverschuldung ist in dem angegebenen Zeitraum von rund 14,6 Milliarden RM auf 20,6 Milliarden RM gestiegen. Ihre Höhe wird bedingt durch den Umfang der Vorkriegs­und Kriegsschulden und sodann durch die seit der Stabilisierung neu eingegangenen Verbindlichkeiten.

Wenn Gott es sucht;

Weh' euch, wenn ihr die Toten vergeßt,

Dann seid verflucht!"

J. Haußner, Worms.

Zum Vergleiche sei nachstehende Tabelle über die Ver­schuldung aus dem Jahre 1914 angefügt. An den damaligen gesamten öffentlichen Schulden mit 32,6 Milliarden Mark waren beteiligt:

das Reich mit

4 917,9 Mill. RM oder 15,1 v. H. die Bundesstaaten mit 16 840,4 Mill. RM oder 51,7 v. H. die Gemeinden und Ge­

meindeverbände mit 10 800,0 Mill RM oder 33,2 v. H.

In Deutschland besteht eine Vorliebe für das Fremde, sie zeigt sich auch darin, daß

Die aus der gegenwärtigen Verschuldung herrührende Zin­senlast dürfte bei den heute höheren Zinssäßen die Vorkriegs­höhe bereits überschritten haben.

Den Verbrauch ausländischer Genußmittel und Luxuswaren einschränken.

aus dem Auslande stammende oder als fremdländisch an gepriesene Waren vor den einheimischen vielfach bevorzugt werden, selbst dann, wenn sie der fremden oder unter fremder Flagge segelnden in Güte und Preis nicht nachstehen oder ihnen sogar überlegen sind. Diese Einstellung weiter deutscher Kreise hat dazu beigetragen, die Absazkrisis zu verschärfen, unter de fast alle heimischen Erwerbszweige leiden. Sie steigert die Arbeitslosigkeit, die wie ein schwerer Alb auf Staat und Wirtschaft lastet, Not und Elend in zahllose Familien trägt und der deutschen Arbeit und damit dem wertvollsten Aktivum der deutschen Volkswirtschaft schweren Schaden bringt. Die Zurücksetzung der inländischen Ware durch deutsche Käufer und Verkäufer, die sich der Einstellung ihrer Kunden anpassen, schadet aber auch dem Ruf der deutschen Ware und damit unserer auf Qualität gestellten Exportpropaganda.

Der Volkswirtschaftliche Aufklärungsdienst, Berlin W 30, Viktoria Luise- Play 12, 1, wendet sich mit nachstehendem Aufruf an die Deffentlichkeit:

Durch die Annahme des Young- Planes ist die Erfülluny der uns aufgebürdeten Tributleistungen in erhöhtem Maße unter unsere eigene Verantwortung gestellt worden. Die deut­sche Volkswirtschaft ist gezwungen, den außenpolitischen Bin­dungen entsprechend, ihre Kräfte auf das äußerste anzuspannen und planvoll weiter zu entwickeln.

Die Produktionskraft des Landes muß gesteigert und noch mehr als bisher für den Export nugbar gemacht werden. Eine

Not und Gorg wir sehen. De

Bilderbuch, da darum wollen ja durch den Berg. Auch in Heilige G die Kronen sch

Wer seinem Volke mit Verantwortung gegenübersteht, muß sich darüber klar sein, was es bedeutet, wenn der aus ländischen Ware der Vorzug vor dem Erzeugnis deutschen Fleißes gegeben wird. Dem Verbraucher soll nicht das Recht bestritten werden, diejenige Ware zu wählen, die nach Quali tät, Ausstattung und Preis die beste ist. Der heimischen Ware gebührt aber unter allen Umständen dann der Vorzug, wenn fic bei gleichem Preis und gleicher Ausstattung in gleicher Güte wie die ausländische geboten wird.

Die Lage, in der sich die deutsche Wirtschaft befindet, läßt aber auch eine Einschränkung des ständig steigenden Ver brauchs ausländischer Genußmittel und Luxuswaren geboten erscheinen. Hier sollten gerade diejenigen Kreise, denen Bildung und Einkommen eine bevorzugte Stellung geben, mit gutem Beispiel vorangehen.

Um den breitesten Schichten unserer Bevölkerung die Notwendigkeiten, die sich aus unserer Wirtschaftslage ergeben, zur Kenntnis zu bringen, bedarf es einer umfangreichen Auf klärungsarbeit. Sie soll dem Verbraucher die Verantwortung die er für die deutsche Volkswirtschaft trägt, zum Bewußtsein bringen. Aufklärung tut aber auch in den Kreisen der Produ zenten not. Hier heißt es, Qualitätsleistung und Anpassung an die berechtigten Forderungen und den Geschmack des Konsu menten durch aufklärende Propaganda fördern zu helfen.

hinein leuchtet Nähe dieser S Der liebe Wie schön

Diese Aufklärungsarbeit durchzuführen, hat sich der ,, Volkswirtschaftliche Aufklärungsdienst" zum Ziel gesetzt. Er will frei und unabhängig, unbeeinflußt durch politische oder privatwirtschaftliche Einstellung und Interessen, sein weitgestecktes Ziel in enger Zusammenarbeit mit Landwirtschaft, Handwerk, Industrie und Handel, mit der Presse und den Drganisationen der Endverbraucher erreichen. Für seine ausschließlich dem Dienst an der deutschen Gesamt wirtschaft gewidmete Arbeit bedarf er der tätigen Mitarbeit und Unterstützung aller Bevölkerungskreise.

Das deutsche Handwerk kann grundsäßlich die geforderte Einschränkung überflüssiger ausländischer Waren nur billigen und ebenso den beabsichtigten Maßnahmen des Volkswirtschaft lichen Aufklärungsdienstes seine Zustimmung geben. Wir emp fehlen den einzelnen Handwerksmeistern, den gegebenen An regungen Beachtung zu schenken, sowie den handwerklichen Drganisationen, als Mitglied dem Volkswirtschaftlichen Auf klärungsdienst beizutreten und seine Tätigkeit nach Kräften zu unterstützen.

Zur Erinnerung an den Überfall von Chatillon öischen Loire- Armee die Spitze zu bieten. sur Seine vor sechzig Jahren am 19. Nov. 1870.

Der Ueberfall von Chatillon sur Seine hat vor sechzig Jah­ren großes Aussehen erregt.

Der Alte von Caprera", der italienische Freiheitsheld Ga­ribaldi, hatte sich bekanntlich auf die Seite Frankreichs gestellt. Ein merkwürdiger Gesinnungswechsel! Drei Jahre vorher hat­ten die Franzosen an ihm und seinen Freischaren bei Mentana ihre Chassepots probiert. Garibaldi war der erbittertſte Geg­ner des dritten Napoleons und Frankreichs; er konnte ihnen nicht vergessen, daß sie Italiens Ohnmacht benutzt hatten, um sich seine Heimatprovinz Savoyen und Nizza anzueignen. Und nun tam dieser Mann als Helfer in der Not und bot Frankreich seinen Degen an!

Allein Garibaldi ereiferte sich weniger für Frankreich als für die Republik. Und weniger für die französische Republik als für die Welt- Republik, deren Morgenrot ihm jetzt zu leuch­ten schien,

In Frankreich setzte man die größten Hoffnungen auf ihn. ,, D, er kommt!"- rief der Minister Crémieux aus und schlug die Augen zum Himmel emporer kommt; nun fehlt uns nichts mehr." Und er kam, nicht einmal allein. Er brachte seine Söhne und Schwiegersöhne und eine Menge Freiheits­tämpfer in roten Hemden. Als Hauptquartier erkor sich Gari­baldi zunächst Aufun; am 9. November langte er an. Seine Streitmacht, die den stolzen Namen Vogesen- Armee" erhielt, war zu dieser Zeit noch recht bescheiden: eintausend Mann brachte er mit, fünftausend folgten nach, verschiedene kleinere Abteilun­gen sammelten sich erst. Garibaldi bildete vier Brigaden. Die vierte bekam sein jüngster Sohn Riciotti. Der zählte erst 23 Jahre, hatte aber an der Seite seines Vaters schon in man­chem Strauß mitgefochten. Die Brigade war die schwächste, sie bestand aus sieben Kompagnien von sehr verschiedener Stärke und zählte im ganzen 600 Mann und einige Reiter.

In jenen Tagen rückte die Armee des Prinzen Friedrich

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Infolge Wiejed jeit und Gärten Wassermenge auch die an Wetter und

Karl nach der Kapitulation von Metz nach Westen, um der fran linken Flügels, das 10. Korps, marschierte in der Zeit vom 13. bis 16. November durch Chatillon. Dem tommandierenden General von Voigt- Rheez fiel die leidenschaftlich erregte Stim mung der Bevölkerung auf und er erließ bereits am 13. Nov. den Befehl an die nachrückenden Staffeln: Chatillon ist e seit heute früh von französischen Truppen geräumt. Bewaf nete Banden sind in den umliegenden Wäldern festgestellt. Die Haltung der Bewohner ist eine feindselige. Marode in Chatik lon zurückzulassen, ist daher unzulässig. Sie sind auf Wagen nachzuführen."

Am 17. November hatte der schon erwähnte jüngste Sohn Garibaldis, Riciotti, den Ort Montbard erreicht und beschloß einen Handstreich auf Chatillon sur Seine. Am 18. November rückte er bis Coulmiers le Sec vor; am anderen Morgen um 5 Uhr traf er vor Chatillon ein.

Diesen Ort hielten seit dem 17. November drei Kompag nien des Landwehr- Bataillons Unna" und eine Schwadron des 5. Reserve- Husaren- Regiments, unter Oberst Lettgau be setzt. Die drei Kompagnien Unna" zählten zusammen 460 Mann, die Schwadron 94 Pferde.

Die während der Nacht vorgeschobenen Infanterie- Feld wachen und Kavallerie- Patrouillen waren am 19. November morgens soeben wieder eingerückt, als um 6.15 Uhr die Frei scharen in zwei Kolonnen gegen Chatillon vorgingen. Die n griffskolonnen zählten nach Angabe des Generalstabswerks 400 Mann. Nach den ersten Schüssen des am Stadt- Eingang t henden Postens wurde zwar sofort alarmiert, aber die sich sam melnden Wehrleute erhielten bereits Feuer aus den Häusern, viele wurden noch in denselben überrascht. Es entspann li ein heftiger Straßenkampf, in welchem das Preußische Detache ment die von ihm verteidigte Mairie und Präfektur zunächt noch behauptete. Erst auf die Nachricht, daß der Feind dur eine umfassung den Rückzug nach Chateau Vilain bedrohe, be gann Oberst Lettgau den auf dem linken Seine- Ufer liegenden Stadt- Teil zu räumen.

Im Tagebuche des damaligen Kronprinzen Friedrich Wil

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