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Nr. 49.

Samstag, den 21. Juni 1930.

Ausländische Erfolge der deutschen Automobilindustrie.

Auch in diesem Jahre war der Concours d'Elégance für Automobile in Wien, der am 6. Juni stattfand, wieder ein gro ßes gesellschaftliches und sportliches Ereignis. Neben den österreichischen Automobilmarken nahmen auch eine große An­zahl der bekannten internationalen Weltmarken an diesem Schönheitswettbewerb teil. Die deutsche Automobilindustrie war insbesonder durch Mercedes- Benz vertreten. Alle vorge­führten Wagen wurden preisgekrönt. Einer dieser Wa­gen, ein Nürburg- Achtzylinder mit Original- Sindelfinger- Ka­rosserie erhielt die höchste Auszeichnung, das Goldene Band". Außerdem wurden an Mercedes- Benz 4 erste, 3 zweite und 2 dritte Preise verliehen.

Neue Bücher.

Schicksalswende. Von der Marne bis zur Vesle 1918. Band 35 der vom Reichsarchiv herausgegebenen Schriften> folge ,, Schlachten des Weltkrieges". Bearbeiter: Archivrat Al­fred Stenger. Druck und Verlag von Gerhard Stalling, Ol­denburg i. O. Preis in Halbl. 5,50 RM., Halbleder 8 RM.­

Jmmer weitere Rationalisierung im Bergbau.

Gießener Zeitung

Der vorliegende Band setzt, unmittelbar an den Band 34( ,, Der letzte deutsche Angriff, Reims 1918") anschließend, die Schilde rung der Kampfereignisse des Jahres 1918 fort. Auch der vor­liegende Band schildert die Kampfereignisse in einem wesentlich größeren Rahmen, als dies bei der Mehrzahl der vorhergegange­nen Bände der Schriftfolge der Fall gewesen ist. Besonderer Wert ist auch hier wieder auf die Darstellung der Tätigkeit der mittleren und oberen Führung gelegt, auch die Feindseite ist in dieser Hinsicht verhältnismäßig eingehend behandelt. Den Schluß des Bandes bildet eine Reihe von Betrachtungen, in denen der Verfasser sich über die Gründe klar zu werden sucht, die zu dem Gelingen der vom Gegner erstrebten Ueberraschung sowie in der physischen und psychischen Ueberanstrengung der an der Angriffsfront eingesetzten deutschen Divisionen.

,, Sommer- Sonnen- Stunden", eine stimmungsvolle Plau­derei mit entzückenden Fotos finden wir in der neuen Nr. 13 der Frauen- Zeitschrift Das Heft". Diese ganze Nummer ist auf den schönen Sommer abgestimmt.

1000 Jahreseier Islands. Jsland hat in seiner 1000­| jährigen Entwicklung wechselvolle Schicksale erlebt. Lesen Sie

Der soeben erschienene Jahresbericht des Vereins für die bergbaulichen Interessen ist vor manchen ähn­lichen Berichten dadurch ausgezeichnet, daß er zwar den Ernst unserer gegenwärtigen Wirtschaftslage, der sich ja gerade beim Steinkohlenbergbau in besonders verhäng­nisvoller Weise auswirkt, anerkennt, aber von immer weiteren Fortschritten der Mechanisierung im Bergbau zu berichten weiß und dadurch ein auch für fachlich nicht unmittelbar interessierte Kreise bemerkenswertes Zeug­nis für den ungebrochenen Schaffensdrang des deutschen Bergbaues ablegt. Der Bericht hebt hervor, daß die jüngste technische Entwicklung sich ebenso wie in den Vorjahren unter dem Druck der schweren steuerlichen und sozialen Lasten sowie der hohen Löhne und Mate­rialkosten einerseits und des ausländischen, besonders des britischen Wettbewerbs andererseits weiter in der der Richtung vollzog, Mittel und Wege zu suchen, die eine Betriebskostensenkung zum Ziele haben. Nach wie bor beherrschten dementsprechend einige große betriebs­wirtschaftlich- technische Maßnahmen die ganze Entwid­lung, nämlich in erster Linie die Zusammenlegung be­nachbarter Schachtanlagen zu Großförderanlagen und die Betriebszusammenfassung sowie alle damit zusam­menhängenden Fragen, die vervollkommnete Mechani­sierung besonders im Flözbetrieb und in der Blind­schachtförderung sowie schließlich die Normung. Hand in Hand damit gingen ebenfalls zwecks Betriebskosten­verminderung, teils von diesen Maßnahmen mehr oder weniger abhängige, teils auch gar nicht damit im Zu­sammenhang stehende Verbesserungen. Die Zusammen­legung benachbarter Schachtanlagen hatte nicht immer die gleichen Zwecke. In einigen Fällen sollte mit der Zusammenlegung hauptsächlich vermieden werden, daß veraltete Tagesanlagen zu erneuern waren. In ande­ren Fällen handelte es sich jedoch in erster Linie darum, durch weitestgehende Ausnutzung der gesamten Anlagen der Hauptförderschächte die Wirtschaftlichkeit des Unter­tagebetriebes zu steigern. Naturgemäß sind aber auch hier der Zusammenlegung Grenzen gesezt, die sich z. B. in der Länge der Hauptverbindungswege zwischen den einzelnen Schachtanlagen, dem lichten Durchmesser der Hauptförderschächte u. a. zeigen. Auch im Kokereibe­trieb fann, wie der Bericht weiter ausführt, die sich durd, Neubau von Höchstleistungskokereien, äußernde Rationalisierung im großen und ganzen als abgeschlos­sen gelten. Die wenigen Neubauten des letzten Berichts­jahres sind hauptsächlich als Abrundungsmaßnahmen zu werten. Insgesamt sind im Ruhrbergbau seit Herbst 1926 rund 4000 neue Defen mit etwa 55 500 Kubik­meter nugbarem Ofenraum in Betrieb genommen wor den; ihre jährliche Leistungsfähigkeit ist auf etwa 16,5 Mill. Tonnen Koks anzufeten. Auch die Gasfernver­

darüber nach. Es steht in der Woche". Heft 25 dieser populär­sten deutschen Zeitschrift enthält noch eine Reihe weiterer inter­essanter Beiträge.

Kritik und Aufbau, eine dreimal monatlich erscheinende Zeitschrift( 3. Jahrgang) für Heil-, Rechts- und Lebensreform, bringt in ihrer Nummer 16 beachtenswerte neue Mitteilungen u. a. Aufsätze über die Hochfrequenzbehandlung bei chronischen Krankheiten. Das illustrierte Heft kostet monatlich, durch die Post bezogen, 1,86 RM. Probehefte versendet der Verlag in Frankfurt a. M., Niddastraße 81-83.

Torgung macht erhebliche Fortschritte. Während am 1. März 1928 erst 805 000 Kubikmeter je Arbeitstag abgesezt wurden, waren es am 1. März 1929 bereits 1958 000 Rubikmeter, was einer Absatzsteigerung von 140% entspricht. Das Gasneh im Innern des Ruhr­gebiets wurde weiter vervollkommnet und diente im wesentlichen dem Energieausgleich, vor allem dem Stark­gasbedarf der Großabnehmer, wie Konzernhüttenwerke und dergl Der Bau der Ausfall- Ferngasleitung machte erhebliche Fortschritte. Es gelang, die Versorgungs­leitun des Südneges bis Niederschelden vorzustrecken. Der Bau der Leitung in Richtung auf die Stadt Han­nover in einer Gesamtlänge von 180 Kilometern wurde fertiggestellt, so daß mit der Belieferung Hannovers schon in Kürze gerechnet werden kann. Bei diesem Bau, der an mehreren Stellen gleichzeitig in Angriff genom­men wurde, ist die weitgehende Verwendung von neu­zeitlichen Baugeräten, wie Grabenbagger und dergl., bemerkenswert, die einen mittleren täglichen Fortschritt des Baus von rund 1000 Metern ermöglichten. Schließ­lich ist für das Westnet die Verlegung des Rheindükers bei Köln als wichtiger Bauabschnitt zu vermerken. Das Leitungsnetz der Ruhrgas A. G. hatte Anfang März cine Gesamtlänge von 850 Kilometern. So zeigt sich überall trotz der Schwierigkeiten der Gegenwart beim Bergbau Tatendrang, Entwicklung und Fortschritt.

Arzneipshchose oder gesunde Lebensweise? Aeskulap.

Die deutschen Nordsee- Bäder. Der Verband Deutscher Nord­seebäder e. V. hat wieder einen allgemeinen Führer durch die deutschen Nordseebäder" herausgebracht und hat den Zweck, den Reisenden in kurzer Form über die Einrichtungen der ein­zelnen Bäder zu informieren. Der Führer fann gegen eine Schutzgebühr von 20 Pfg. durch alle Reise- und Verkehrsbüros bezw. durch den Verband Deutscher Nordseebäder e. V., Ber­lin W. 8, Wilhelmstraße 45, bezogen werden.

Seit Jahren streben die Krankenkassen in immer stärkerem Maße nach sparsamer Verordnungsweise, mit der Begründung, daß viele Erkrankungen ohne An­wendung kostspieliger Arzneien heilen. Dem stimmt unter Umständen gern jeder Arzt zu, nur der Kranke hört es mit saurer Miene. Er steht auf dem Stand­punkt, er müsse ein Rezept für Tabletten und dergl. be­tommen, sonst hätte er gar nicht zum Arzt zu gehen brauchen. Die Verordnung einer Diät, der Enthalt­samkeit von Tabak, Alkohol usw. hält er für unwesent­lich oder undurchführbar. Jedes Mittel, das Anforde­rungen an Zeit, Geduld und Energie des Kranken stellt, ist unsympathisch. Die Tablette wird geschluckt und der Dienst an der Gesundheit ist beendet. Das ist bequem, doch auf die Dauer nicht immer unschädlich.

Gewiß ist es für einen Menschen, der am Tage in der Fabrik oder im Büro angestrengt arbeitet, schwer, die Zeit zu finden zu Atemübungen, Gymnastik, zu Waschungen oder besonderer Zubereitung der Mahl­zeit. Es fehlt die Energie, den toten Punkt zu über­winden, denn meist sind es ja die energielosen Men­schen, die Tablettenfreunde sind und die gerade anderer Mittel bedürften. Sie kennen die neuesten Mittel und

Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. wissen oft besser als der Arzt, welche das Arzneiver­ordnungsbuch zuläßt und welche nicht. Sie verlangen bei einer Fingerquetschung und bei etwas Husten am liebsten gleich eine Röntgenaufnahme. Das ist die Schattenseite der aktuellen Aufklärung über neue Er­rungenschaften der Medizin. Niemals ist dabei die Rede davon, daß es auch Mittel gibt, die dem gewöhnlichen Sterblichen für billiges Geld gute Dienste leisten. So wird viel Geld verschwendet bei leichten Erkrankungen auf Wunsch des Kranken, das bei schweren Leiden wieder am anderen Orte fehlt.

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Die Regieru entwurf über B Juli beantragt. Die Deutiche demnächst umfang geichene Progra duftriezweige ert weit gediehen, d reits in einer G gelegenheit beidh Die Vertrete Fortiehung ihrer Arbeitslosigkeit i, dieje Frage Wirtschaftstreife

Deshalb ist die andere Seite der Dekonomie der Gesundheit die Frage der Ernährung und des Genusses. In allem muß es heißen: Lieber wenig und gut." Schlechte Nahrungsmittel in großer Menge untergraben die Gesundheit und reichen in einen Mengen nicht aus Der Einwand darf nicht gelten, daß kein Geld für eine zweckmäßige Ernährung vorhanden sei, daß die Gemüse- Obst- Kost teurer sei als Fleisch. Das ist nur für eine kurze Zeit im Jahre richtig. Es liegt nur an der Kunst der Hausfrau, die Gerichte abwechslungsreich zu gestalten, und diese Kunst sollte doch noch nicht der Bergangenheit angehören. Dabei bietet die Stadt an Obst und Gemüsen oft eine größere Auswahl, als das Land. Nur Ueberlegung und Sorgfalt in der Zuberei tung ist hier außerordentlich wichtig.

Für die Menschen, die gezwungen sind in Gast­stätten zu essen, ist es noch sehr schwierig, sich fleischlos oder fleischarm zu ernähren. Auch hier sind Besserungs­bestrebungen im Gange. Es gibt bereits in vielen Städten Restaurants, die besondere Diätformen an­bieten, und je mehr die Gäste fleischlose Gerichte ver­langen, desto schneller werden die Wirte sich danach richten.

Wenn wir aber immerhin das Mittagessen unange tastet lassen, so ist es doch ein leichtes, zum Frühstüc und Abendbrot das Fleisch zu meiden. Lassen wir Wurst und Schinken beiseite und legen statt dessen Radieschen, Rettig, Tomaten auf das Brot. Oder wir essen das einfache Butterbrot mit irgendeiner Frucht zusammen. Wie Pilze aus der Erde sind zahlreiche Broschüren er­schienen, die diese Fragen eingehender behandeln. Sie entfalten eine segensreiche Wirkung zu gesundheitsge­mäßer Lebensweise.

Ein Wort über die Genußmittel. Muß schon ge= raucht und getrunken werden, so ist auch hier das Beste gerade gut genug. Die billigen Zigaretten und alkoholi­schen Getränke wirken geradezu verheerend auf die Boltsgefundheit. Sie wirken umso schädlicher, je unge­sunder die Ernährung ist.

Wenig, aber gut!" Das ist der Leitfaz für eine gefunde Lebensweise und die Befreiung von der Arz­neipsychose, die es zu überwinden gilt.

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Sonntag, den 22. Juni 1930 Uhr: Großer Trachtenzug( Schligerländer-, Schwäl­

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mer, Hüttenberger, Herbsteiner-, Oberhes­sische-, Kurhessische und Rhöntrachten, ca. 20 Festwagen.)

Auf dem Festplat Tänze der einzelnen Trach­tengruppen, Quadrille des Reitervereins in historischer Uniform

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