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Samstag, den 21. Juni 1930.

senden. Auch zu anderer Zeit ist es ratsam, eine Verpackung anzuwenden, bei der der Inhalt so gesichert ist, daß eine Be­schädigung anderer Sendungen nicht vorkommen kann.

* Ergänzung der Verkehrsordnung für die Stadt. Durch Polizeiverordnung vom 10. Mai 1930 sind noch folgende Stra= Ben zu Einbahnstraßen bestimmt worden: Kleine Mühlgasse von Neustadt bis Mühlstraße, Goethestroße von Südanlage bis Lud­wigstraße, Am Nahrungsberg von Licher Straße bis Bismard­straße, Leihgesterner Weg von Rodthohl bis Röntgenstraße, Rodthohl von Wilhelmstraße bis Friedrichstraße, Straße ab Wegegabel 600 Meter südlich Schiffenberg in nördlicher Rich­tung über Punkt 166,2( 200 Meter östlich Schiffenberg), Punkt 212,5( 700 Meter nördlich Schiffenberg) bis Wegegabe bei Puntt 196,5( 1 Kilometer nordwestlich Schiffenberg). sprechende Sperrschilder und Richtungspfeile sind angebracht. Das Befahren der genannten Einbahnstraßen ist nur in der Pfeilrichtung gestattet. Zuwiderhandlungen werden mit Geld­strafen bis zu 150 Mart, im Uneinbringlichkeitsfalle mit Haft bestraft.

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Straßensperre. Der schmale Teil des Kirchenplages zwi­schen Marktplatz und Kaplaneigasse wird ab Montag, den 23. Juni 1930, mittags 12 Uhr, bis zum Mittwoch gegen Abend, wegen Gleisarbeiten der elektrischen Straßenbahn für jeglichen Fuhrwerksverkehr gesperrt. Die aufgestellten Sperr- und Um­leitungsschilder sind zu beachten.

* Straßensperre. Wegen Anschlußarbeiten des Elektrizi­tätswertes in der Goethestraße wird diese am 24. Juni 1930 zwischen der Johannesstraße und dem Seltersweg von 5 bis 12 Uhr vormittags für jeglichen Fahrverkehr gesperrt.

* Straßensperre. Wegen Ausführung von Gleisumbau am Bahnübergang wird die Provinzialstraße Villingen- Rupperts­burg vom 28. Juni von 6 Uhr vormittags bis 12 Uhr mittags für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung über Nonnen­roth- Röthges- Wetterfeld.

* Aus der evangelischen Kirche. Das Landeskirchenamt hat angeordnete, daß am kommenden Sonntag, den 29. Juni, in Uebereinstimmung mit dem Evangelischen Kirchenausschuß für Deutschland zum Gedächtnis an die Augsburgische Konfes= fion alle kirchlichen Gebäude, soweit als möglich, mit Kirchen­fahnen beflaggt werden und um 4 Uhr nachmittags eine Vier­telstunde mit den Glocken geläutet wird.

* Schülerzeichenwettbewerb. Der von der Hessischen Wan­derausstellung Gesungheitspflege und soziale Fürsorge in Ver­bindung mit dem Hessischen Ministerium für Kultus und Bil­dungswesen ausgeschriebene Zeichenwettbewerb für die hessi­sche Schuljugend, zur Erlangung eines Entwurfes für ein Schülerdiplom, hat überall großen Widerhall gefunden. Die Zahl der eingesandten Entwürfe beträgt über 600. Die Ar­beiten werden später in verschiedenen hessischen Städten zur all­gemeinen Besichtigung ausgestellt. Die Schulleitungen und Schüler erhalten eine schriftliche Mitteilung über den Ausgang des Wettbewerbs.

* Fackelzug. Die Studentenschaft veranstaltet am morgi­gen Sonntag abend einen Fackelzug nach dem Bismarckturm. Der Zug nimmt gegen 8.15 Uhr an der Universität seinen An­fang.

* Schiffenbergfeier. Die 800- Jahrfeier ist am 5. und 6. Juli auf dem Schiffenberg.

* Aus dem Stadttheater. Am Dienstag, den 24. Juni, fin­det auf Veranlassung der hiesigen Ortsgruppe des Vereins für das Deutschtum im Ausland( VDA) eine Wiederholung des Dramas Flieg Roter Adler von Tirol" von Fred Angermeyer bei sehr ermäßigten Preisen statt.

* Konzertverein. Ein Volkskonzert findet am Donnerstag, den 26. Juni, abends 8 Uhr, in der Stadtkirche unter Leitung von Dr. St. Temesvary statt. Weiter wirkt mit der Orchester­verein 1908, das Collegium musicum der Universität und Herr Johannes Nebeling als Organist. arturs de somnion

* Männerturnverein. Am morgigen Sonntag ist Turngang nach Braunfels. Abfahrt 6.46 Uhr( Sonntagskarte).

* Ein fahrender Gesell'. Am Samstag, den 28. Juni, wird ein ,, fahrender Geselle", ein Redner mit mächtiger Stimme un= sere Stadt besuchen. Seine Sprache ist so kräftig, daß er in 3 Km. Entfernung sogar noch zu vernehmen ist. Dieser Wan­derredner ist ein Großlautsprecher- Automobil von Siemens & Halske in Berlin, das bei großen Veranstaltungen und Maj­

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Sechssitzige Pullman- Limousine

,, Gießener Zettung"

senversammlungen öfters auftritt. Es führt außer einem Großlautsprecher, der trichterlos ist, ein Mikrophon zum Bespre­chen, eine Verstärkeranlage und die zugehörigen Stromerzeu= gungsanlagen mit sich.

Aus Nah und Fern.

Schotten. Das Motorradrennen ,, Rund um Schotten", das einzig große Motorradrennen in Hessen und Hessen- Nassau, ist nunmehr von der Obersten Motorradsportbehörde in Berlin und von dem Hessischen Ministerium des Innern genehmigt worden. Das Rennen findet statt als Meisterschaftslauf für sämtliche Klassen; Deutschlands beste Fahrer werden sich also hier ein Stelldichein geben. Es findet außerdem noch ein Rennen mit Seitenwagen für internationale Lizenzfahrer statt und ein Ren­nen für Ausweisfahrer aller Klassen. Eine Reihe von Nennun= gen liegen bereits vor, so daß jetzt schon die Gewähr für einen guten Sport gegeben ist. Die Provinzialdirektion Oberhessen läßt zur Zeit die Rennstrecke herstellen, speziell für das Rennen werden einige besonders gefährliche Kurven verbreitert und er­höht, Unebenheiten in der Straßendecke werden ausgeglichen. Zahlreiche Kurven und große Höhenunterschiede machen die Strecke zu einer der interessantesten Deutschlands,

Lauterbach, 20. 6. Heute vormittag gegen 4 Uhr wurde auf dem Bahngleis zwischen Lauterbach und Angersbach auf der Strecke Alsfeld- Fulda ine ältere Frau tot aufgefunden. Ver­mutlich handelt es sich um eine Frau Lippmann aus Lauten­hausen.

Büdingen. Büdingen veranstaltet vom 21. bis 24. Juni zu Ehren der 600- Jahrfeier der Verleihung der Marktrechte durch den deutschen Kaiser Ludwig den Bayer einen Jubiläumsmarkt mit großem Volksfest.

Darmstadt. Ein Zollinspektor hat 3500 Mark unterschla­gen, um sie für den Hauskauf zu verwenden. Er wurde zu 7 Monate Gefängnis verurteilt.

Darmstadt. Die Besucherzahl der Technischen Hochschule Darmstadt hat mit 2885 gegenüber dem vorjährigen Sommer­semester mit 2759 wiederum eine Steigerung erfahren. Dillenburg. Der Bergmann Reuter stürzte in einen 80 Meter tiefen Schacht und blieb mit zerschmetterten Gliedern tot liegen.

1000- Jahrfeier im Westerwald.

Höhn. Die durch ihren Braunkohlenbergbau und das Elek­trizitätswerk ,, Westerwald" bekannte Ortschaft Höhn im Ober­westerwald kann ebenso wie Montaubaur und Selters in die­sem Jahre auf eine urkundlich nachweisbare 1000jährige Ver­gangenheit zurückblicken.

Nr. 49.

Göttingen. In den letzten Tagen machten hier zwei Stu= denen ihrem Leben ein Ende. Als Ursache des Selbstmordes konnte in beiden Fällen wirtschaftliche Not festgestellt werden. Mannheim. Beim Baden im Rhein sind am Donnerstag nicht weniger als sechs in Mannheim wohnende Personen, da­runter drei Schulkinder, ertrunken. Im nahen Frankenthal er­tranken, ebenfalls beim Baden im Rhein, drei junge Männer. Katastrophaler Erdrutsch in Essen- West.

Essen, 20. Juni. Ein furchtbares Unglück ereignete sich gestern an der Neubaukolonie in der Helmholzstraße. Um etwa 20.30 Uhr gab plötzlich vor einem Haus der Straße das Erd­reich nach und es entstand ein riesiger Krater, der ungefähr 12 bis 15 Meter tief ist und etwa 15 Meter im Durchmesser hat. Ein auf der Straße spielendes Kind wurde in die Tiefe ge­rissen. Die Bemühungen der städtischen Feuerwehr, das Kind zu bergen, mußten als aussichtslos aufgegeben werden, zumal, da die Erdsturzgefahr noch nicht endgültig beseitigt ist.

Düsseldorf. Jm Rhein ertranken vier junge Männer im Alter von 18 bis 19 Jahren beim Baden. Zwei weitere Opfer forderte ein Paddelboot- Unglüd.

Eine Stadt, die ihre Steuern senkt.

Bad Liebenwerda. Die Stadt Bad Liebenwerda ist in der glücklichen Lage, die Steuern für das neue Haushaltsjahr senken zu können. Die Steuern werden in sämtlichen Steuer­arten um 10 bis 20 Prozent herabgesetzt. Ferner wurde be­schlossen, aus dem Aufkommen an Hauszinssteuerhypotheken in diesem Jahre vier Doppelwohnhäuser mit insgesamt acht Woh­nungen zu errichten.

Schwerer Unfall des Generals a. D. v. Wildenbruch. Berlin. Der 84jährige Generalleutnant a. D. Ludwig v. Wildenbruch wurde vor dem Hause Bülowstraße 23 von einer Straßenbahn überfahren. Er erlitt schwere Verletzungen am Kopf und eine Gehirnerschütterung und wurde ins Kranken­haus geschafft; dort liegt er in bedenklichem Zustand darnieder. Generalleutnant a. D. Ludwig v. Wildenbruch ist ein Sohn des Gesandten und außerordentlichen bevollmächtigten Ministers Louis v. Wildenbruch und ein Enkel des bei Saalfeld gefalle= nen Prinzen Ferdinand von Preußen.

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Ein ganzer Straßenzug zusammengebrochen. Brüssel, 20. Juni. Im Laufe der Nacht ereignete sich in Gilly, im Kohlenbezirk von Chaleroi, ein Erdrutsch, durch den 9 Häuser mit ihren Nebengelassen völlig zerstört wurden. Ein Verlust an Menschenleben ist nicht zu beklagen, dagegen ist eine Menge Kleinvieh umgekommen.

Wissen Sie schon

daß in Bad Homburg vom 22. bis 29. Juni von der Kur­verwaltung eine große Festwoche mit Schauspielen, Opern und Balletts veranstaltet wird?;

Frankfurt a. M. Zur Hebung der Verkehrsdisziplin wird... daß es der Kurverwaltung Bad Mergentheim gelungen hier eine Verkehrswoche abgehalten.

Höchst. Der Schützenverein 1366 feiert vom 5. bis 9. Juli sein 570jähriges Bestehen und weiht zugleich eine neue Schützenhalle ein.

ist, die bekannte Wiener Deutschmeisterkapelle zu verpflichten? Am 24. Juni wird ein großes Abendkonzert, verbunden mit Illumination des gesamten Kurparkes stattfinden;

.. daß die Goldene Jubiläumsregatte in Bad Ems am 22.

Kassel. Ein 20facher Brandstifter wurde in einem 21jähri- Juni stattfindet? Das Meldeergebnis zu den 17 Rennen die­gen Hausburschen verhaftet.

ser 50. Emser Regatta ist mit 29 Vereinen, 95 Booten und 551 Ruderern sehr gut;

... daß in Wiesbaden Mitte Juli das Befreiungsfestspiel ,, Deutschlands Strom", eine vom Reichskunstwart Dr. Redslob gestaltete chorische Dichtung von mehreren tausend Schulkindern zur Wiedergabe gelangen soll?

Landstraßen- Kursus des Deutschen Landkreistages.

Am 13, und 14. Juni fand in der Technischen Hochschule Berlin- Charlottenburg der Landstraßen- Kursus des Land­freistages statt, der von über 300 leitenden Verwaltungs- und technischen Beamten der Landkreise besucht war. Das hier be­

Von der Motorradklubgründung in den Tod. Kassel. Ein folgenschweres Motorradunglück ereignete sich in der Nacht in der Wilhelmshöher Allee in Kassel. Eine neuen Motorradklub Anzahl Motorradfahrer hatten einen Hessen" gegründet und diese Gründung mit einem Kommers in Wilhelmshöhe gefeiert. Auf dem Nachhausewege fuhr der Kaufmann Helmut Schleypen, der den Sohn des Hotel­besitzers Kilian auf dem Soziussite hatte, mit hoher Geschwin digkeit einen anderen Motorradfahrer an, verlor dadurch die Herrschaft über sein Motorrad und riß einen Gas- Kandelaber um. Er flog dadurch mit seiner schweren Maschine schräg übersprochene Arbeitsgebiet ist für die Landkreise deshalb so wich­die ganze Straße, wobei der Mitfahrer Kilian einen Bruch der Der Fahrer Schleypen Wirbelsäule erlitt und sofort tot war. wurde ebenfalls schwer verletzt. Seine Verlegungen sind lebens­gefährlich. Der angefahrene Motorradfahrer, namens Ludwig, ist ebenfalls schwer verletzt dem Krankenhaus zugeführt worden. Bebra. Als ein Fuhrwerksbesitzer mit drei Lehrlingen aus einer Lehmgrube Lehm holen wollte, lösten sich Lehmmassen und begruben die drei Burschen unter sich. Zwei Lehrlinge konnten nur als Leichen geborgen werden, der dritte kam mit einer schweren Bruſtquetschung und Armbrüchen davon.

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tig, weil sie mehr als 100 000 Kilometer Landstraßen zu ver­walten haben. Kreisbaurat Dr. Kurz- Jüterbog sprach über die für die Landkreise zur Zeit wichtigste Art der Straßen- Herstel­lung und Unterhaltung, d. h. über Oberflächenbehandlungen mit Teer und Asphalt, insbesondere über die wirtschaftliche Seite. Die schweren und mittelschweren modernen Decken be­sprach Ministerialrat Vilbig, München. Die Tagung bot in gedrängter Kürze den Teilnehmern außerordentliche Anregun­gen, die dem Straßenbau und damit der Gesamtwirtschaft zu= gute kommen.

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