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Samstag, den 20. Dezember 1930.

Der Südwestdeutsche Rundfunk

bezieht seine neuen Senderäume.

Am 7. Dezember 1923 wurde die Südwestdeutsche Rundfunk- Gesellschaft gegründet. Nach sieben Jahren, am 15. Dezember 1930, werden die neuen Besprechungsräume in Betrieb genommen, die offizielle Eröffnung ist auf den 21. Dezember festgelegt. Während in dem Jahre 1923 Büro und Besprechungsräume einen Flächenraum von ganzen 56 qm einnahmen, spielt sich der Gesamtbetrieb des Südwestfunks, mit Ausnahme des technischen Betriebs, am Sender Heiligenstod nunmehr auf ca. 4000 qm ab. Die neuen Besprechungsräume, die hoffentlich alle an sie geknüpften Erwartungen erfüllen, sind nach den neuesten Erfahrungen auf akustischem Gebiet errichtet worden. Die Zahl der Räume, die zu Sendezwecken zur Verfügung stehen, ist wesentlich vergrößert worden. Von besonderer Notwendigkeit war die Erstellung eines wirklich brauch= baren, großen Sendesaales, um musikalische Veranstaltungen von größerem Ausmaß einwandfrei wiederzugeben.

Als besondere Neuerung muß beachtet werden, daß an Stelle von bisher zwei verwandten Mikrophonhauptver­stärkern, nunmehr vier solcher Verstärker verwendet wer­den. Einen Ausbau auf Grund der neuesten Erfahrungen haben vor allen Dingen auch die regietechnischen Einrich­tungen erhalten. Wenn nun noch im kommenden Jahre die bereits bekannt gewordene Verstärkung des Frankfurter Senders und der Ausbau des Gleichwellennetzes im Be­zirk des Südwestdeutschen Rundfunks durchgeführt ist, wird auf funttechnischem Gebiet alles getan sein, um den Empfang in allen Teilen des Bezirkes durchgreifend zu verbessern und zu verstärken.

,, Gießener Zeitung"

Nr. 101

Gesamtansicht des neuen Sendehauses des Südwest­deutschen Rundfunks in Frankfurt a. M.

Blick in den großen Sendesaal des Südwestdeutschen Rundfunks, Frankfurt a. M. Im Hintergrund die Orgel, darunter die schalldichten Regiezellen.

Der Hausbesitzerverein Gießen

hatte bekanntlich in der letzten Nummer der Hessischen Haus­besizer- Zeitung" zum Besuch einer von der Mittelstandspartei für die am 11. Dezember nach dem großen Saale des Café Leib angesetzten Steuerprotestversammlung eingeladen. Die unter dem Vorsitz des Stadtverordneten Nicolaus sehr gut verlaufene Ver­sammlung war zahlreich besucht. Nach dem interessanten Vor­trag des Steuersachverständigen Graetz aus Darmstadt wurde folgende Entschließung einstimmig angenommen:

Gießen, den 9. Dezember 1930

An das Hessische Staatsministerium, Darmstadt. Nachstehend gestatten wir uns, eine Resolution zur Kennt­nis zu bringen, die in einer am 9. Dezember 1930 stattgefun­denen Versammlung der Wirtschaftspartei einstimmig ange­nommen wurde:

1. Wir Teilnehmer der heutigen Protestversammlung der Wirtschaftspartei erheben schärfsten Protest dagegen, daß unter dem Deckmantel der Vereinfachung durch Beibehal­tung überholter Besteuerungsgrundlagen bei der Gewerbe­steuer 1930 den Steuerpflichtigen ungerechtfertigte Bela­stungen aufgebürdet werden.

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2. Wir protestieren dagegen, daß Bettelei um Billigkeit an­stelle klarer Rechtsansprüche gesetzt werden soll.

3. Wir protestieren gegen Erhöhung der Grund- und Sonder steuern, weil dadurch die durch die Notverordnungen der Reichsregierung in Aussicht gestellten Steuer- Ermäßigun­gen illusorisch gemacht werden.

4. Wir protestieren dagegen, daß der ohnehin entrechtete und überlastete Hausbesitz noch weiter belastet wird und

Neue Bücher.

Ein Kind richtig zu beschäftigen ist eine Kunst. Hier wollen nun die neuen Einzelhefte des Verlags Vobach eine Brücke schlagen und helfend eingreifen. Da ist zunächst das Heft Spieltiere zum Selbstmachen" für kleine und große Kinder ( Nr. 225: 1.20 Mark). Das zweite Heft, Selbstzuarbeitendes Spielzeug für Knaben und Mädchen"( Nr. 226: 1.20 Mark), zeigt die Anfertigung der begehrenswertesten Objekte für das Kind. Das letzte der drei Heste wendet sich nur an Mädchen, es is betitel: Büppchens Kleidung"( Nr. 227: 1.20 Mark). Zwei weitere Hefte der Serie Vobachs Handarbeithefte vervollständi­gen die Reihe der Stoffmalhefte. Bunte Liebhaberkünfte" ( Nr. 148: 1.30 Mart). Obwohl dieses Heft keine Vorlagen für Stoffmalereien selbst bringt, veranschaulicht es mit Stoffmal­farben hergestellte Gegenstände für den praktischen Gebrauch. ,, 150 neue Modelle für die Stoffmalerei"( Relief- und Lasur­malerei)( Nr. 149: 0.95 Mark), bringt Allenneue Anregungen und Formen für vielerlei Verwendungsmöglichkeiten. Diese reich; illustrierten Hefte sind in jeder Buchhandlung erhältlich.

Gesellschaft und Mede. Mit Gesellschaftskultur und Mode beschäftigen sich die reichillustrierten Artikel in dem soeben er­schienenen neuen Heft der ,, Eleganten Welt", das in Form und Inhalt wieder vorbildlich ausgestattet ist.

Sterne als Führer? Wenn man in klaren Nächten zum siernenübersäten Himmel ausschaut, dann ist es, als verlöre sich wirklich der Blick in die Unendlichkeit. Fragen werden da laut. Ueber dieses Thema bringt das Heft 51 der ,, Woche" einen sehr interessanten Aufsatz.

Sorgen und Hoffnungen" lautet die Ueberschrift eines Auf­satzes in der neuesten Nummer von Das Heft", die Zeitschrift der Frau, in dem der Verfasser einen unparteiischen Ueberblick über die politischen Ereignisse des Jahres 1930 gibt.

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Die Nr. 51 der Münchener Illustrierten Presse ist die Weih­nachtsnummer. In ihr findet der Leser die Auflösung des gro­sen Preisausschreibens Das Allerneueste doch von wann? Wer zieht die Damen richtig an?" Der Bilderteil dieses Heftes ist besonders schön gelungen.

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Wintersport und Winterkuren in Württemberg. Drei in ihrer Art sehr verschiedene Berggebiete sind es, welche mit ihrer Winterpracht locken: Der württ. Schwarzwald, das Pla­teaugebirge der Schwäbischen Alb und das württ. Allgäu. Eine kleine bildgeschmückte Druckschrift, welche bei den Reisebüros und beim Verkehrsverband Württemberg- Hohenzollern in Stutt­pari- Hauptbahnhof kostenlos erhältlich ist, gibt hierüber Aus­

5. daß die Mieten zwecks Steuererhöhung in den Zeiten der Arbeitslosigkeit, des Lohn- und Gehaltsabbaus und der Vergleiche und Pleiten noch weiter gesteigert werden sollen. 6. Wir protestieren dagegen, daß die Preissenkungsaktion mit Mitteln durchgeführt wird, die jeder Sachkenntnis entbeh­ren und nur wirtschaftliche Schädigungen durch Zurück- kunft. haltung der Käufer nach sich ziehen.

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7. Wir erwarten vielmehr, daß nun endlich die längst in Aussicht gestellten Sparmaßnahmen durchgeführt werden und daß nicht nur wieder die geringsten Kategorien der Staatsdiener in ganz unglaublicher Weise in ihren ohne­hin bescheidenen Bezügen geschmälert werden. Abbau der Ministerien, Entlassung der politischen Beamten und Wie­derherstellung eines beruflich vorgebildeten Beamtentums sind die Forderungen der gesamten Bevölkerung Hessens.

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Reichspräsident tag den preußischer empfangen.

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Die Zahl der 3977 000 Personen. 2362 000.

Die Reichstag hat im Reichstag schaft eingebracht. 1. ein Vollstreckung führung des Entid Rechtsverhältnisse Zur Unterstü Reichsregierung h Readtermäßigung und Lebenmittels Die Beendigu Thüringen durch und in ganz Thü Für die Zeit dnschließlich hat und Versammlun els 123 Abjat I zeipräsidenten v rationsverbote Ein Zollfri in aller Schärf Die joeben

Das neue deutsche Wörterbuch. Unter besonderer Berück­sichtigung der Rechtschreibung sowie der Herkunft, Bedeutung und Fügung der Wörter, auch der Lehn- und Fremdwörter. Von Dr. Theodor Matthias. Fünfte, vermehrte Auflage, bearbeitet von Joseph Lammert und Karl Quenzel. Leipzig 1931, Hesse & Becker Verlag. 442 Seiten. In Leinen gebunden 2,85 Rmt.

Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen.

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