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Mittwoch, der 19. November 1930.

Frage, wie die während der kommenden Generation durch Kriegstribut ohnedies geschwächte deutsche Volksvirtschaft bei immer weiterem Herabsinken der erzeugenden und immer wei­terem Ansteigen der verbrauchenden Hände lebensfähig bleiben soll, ist doch das eine bestimmt voraussehbar eine Ver= mietfrise ungeheuerlichen Ausmaßes."

Die Folgen dieser Erscheinungen auf dem Gebiet der Be­völkerungsbewegung machen sich in den Großstädten bereits in der oben von der Frankfurter Zeitung" geschilderten Weise be­merkbar. Dieselbe Erscheinung tritt aber auch mehr und mehr in den Mittel- und Kleinstädten zu Tage. So berichtet Wies­baden über einen Leerstand von mehr als 400 Wohnungen über 4 Zimmer und Läden. Auch in Darmstadt stehen große Woh­nungen zum Teil leer oder sie können nur zu Sätzen, die teil­weise unter der Friedensmiete liegen, vermietet werden. In noch größerem Maße ist das in Mainz der Fall, und aus anderen hessischen Städten wird uns ähnliches berichtet.

Die wirtschaftlichen Verhältnisse zwingen viele Mieter, ihren Aufwand an Wohnungsmiete erheblich einzuschränken und die Krisis auf dem Groß- Wohnungsmarkt wird einen noch größeren Umfang annehmen, sobald die Möglichkeit besteht, in kleinere oder billigere Wohnungen umzusiedeln. Dieses Beſtre­ben scheitert 3. 3t. vielfach noch an dem mangelnden Angebot der billigeren Wohnungen. Sobald diese Möglichkeit gegeben ist, wird wieder das aus der Vorkriegszeit noch so bekannte Feilschen um den Mietpreis beginnen. Der Vermieter wird dann wieder vor die Wahl gestellt werden, entweder den Miet­preis herabzusetzen oder das Risiko einzugehen, daß ihm die Wohnung leersteht. Die Gefahr für den Vermieter ist aber heute noch viel größer als in der Vorkriegszeit, wo er nicht mit den hohen Steuern zu rechnen hatte.

Was hier inbezug auf die großen Wohnungen ausgeführt wurde, gilt in gleichem Maße auch für die Geschäftsräume. Auch hier haben sich die Verhältnisse in kürzester Zeit grundlegend geändert. Teuere Läden sind heute meist nur noch unter dem Friedensmietpreis anzubringen, während man sich vor etwa zwei Jahren noch gegenseitig überbot. Durch die Konkurrenz großer Konzerne in den Hauptgeschäftsstraßen wird den Einzel­kaufleuten die Existenzmöglichkeit mehr und mehr erschwert. Die Konzernfirmen und Warenhäuser schädigen also nicht nur den privaten Handel, sie schädigen auch den Hausbesitz dadurch, daß sie durch die Wegnahme der Kundschaft die Existenz seiner Ladenmieter untergraben. Mit der Entwertung der Läden sinkt naturgemäß auch der Wert des Hauses.

Die Wirtschaftskrisis wirkt sich in letzter Linie immer beim Hausbesitz aus. Zur Zeit geschieht das bei den großen Woh­nungen durch Leerstehen, bei den kleinen Wohnungen wird häufig die Miete schuldig geblieben. Es kommt zur Räumungs­klage und zur Exmission. Neben den nicht unerheblichen Kosten geht ein solcher Vorfall nicht ohne Verlust von mindestens sechs Monatsmieten ab.

Die Jahr um Jahr zurückgehende Bevölkerungszahl wird zur Folge haben, daß die Vermietskrisis in einigen Jahren auch auf die Kleinwohnungen übergreift. Wir steuern mit der aller­größten Wahrscheinlichkeit denselben Verhältnissen auf dem Wohnungsmarkt entgegen, wie wir sie noch aus der Vorkriegs­zeit kennen, die ersten Anzeichen sind bereits vorhanden. Statt einer Wohnungsnot haben wir dann wieder die Vermieternot, nur mit dem Unterschied, daß sich keine Regierung, selbst nicht die ,, schutzfreundliche" hessische Regierung, bereitfinden wird, ein Vermieterschutzgesetz gegen ungerechtfertigte Kündigungen und Mietpreisdrückerei zu erlassen. Man wird, nachdem der Ver­mieter jahrelang während der Wohnungsnot ausgenutzt worden ist, ihn sich, wenn die Verhältnisse wieder umgekehrt, selbst über­lassen, und da er in der zurückliegenden Zeit keine Reserven ansammeln konnte, vielmehr vielfach Schulden machen mußte so ist er wieder der wirtschaftlich Schwächere und wird nach­geben müssen, weil er die Miete unbedingt braucht.

Geradezu grotest bei diesen Aussichten mutet es aber an, daß sich Gelehrte und Ungelehrte die Köpfe nach einem künftigen ,, Sozialen Mietrecht" zerbrechen. Ein Mietrecht, das bestimmt sein soll, dem Hausbesitzer das Verfügungsrecht über sein Haus dauernd einzuengen, dagegen dem Mieter freie Hand zu lassen. Der Mieter kann solange wohnen, als es ihm paßt und darf ausziehen, wenn es dem Hausbesitzer nichi paßt. Das heißt man in Deutschland dann soziales" Mietrecht, man bezeichnet es aber treffender als sozialdemokratisches" Mietrecht, wenn von Recht in diesem Zusammenhang überhaupt noch gesprochen werden kann.

Aus all diesem möchten wir für heute nur die eine Frage herausschälen: Für was hat man eigentlich noch die Wohnungs­zwangswirtschaft?

Preisabbau im Einzelhandel.

Die in der Deffentlichkeit vertretene Forderung der Ten­kung der Einzelhandelspreise ist mit einer Kritik an der gegen­wärtigen Preisstellung des Einzelhandels verbunden, die von irrigen Voraussetzungen ausgeht und vor allem übersieht, daß schon eine ganze Reihe wichtiger Preissenkungen im Laufe der letzten Monate erfolgt sind. Soweit es sich um eine Kritik der Brot und Fleischpreise handelt, muß darauf hingewiesen wer­den, daß diese Waren nicht vom Einzelhandel, sondern vom Handwerk vertrieben werden und daher bezüglich der Unkosten und Kalkulation anders zu bewerten sind, als die im Einzel­handel geführten Waren.

Bereits seit über einem Jahre ist eine Senkung der Preise im Einzelhandel im Gange, die natürlich in den einzelnen Branchen und auch bei den einzelnen Artikeln einen verschiedenen Verlauf genommen hat. Selbstverständlich können nicht alle Waren automatisch im Preise zurückgehen. Ausnahmen werden immer vorkommen, besonders bei Waren, deren Preisbildung wesentlich durch hohe Zölle beeinflußt wird. Tatsache aber ist es, daß in folgenden, als Beispielen herausgegriffenen Branchen, die Preise für den hauptsächlichsten Artikel gegenüber 1928/29 folgende Senkungen erfahren haben:

Lebensmittel, Puz- und Waschmittel 10-20% Tertilwaren 10-20%

Herren- und Damenkonfektion Schuhwaren und Leder

15-35 10-25%

%

,, Gießener Zeitung"

Haushaltungsartikel, Kleineisenwaren usw. bis zu 30%

Die starke Verbilligung der Kartoffelpreise gegenüber dem Vorjahre darf als bekannt vorausgesetzt werden, ebenso die durch die Presse bekanntgewordenen Senkungen der Marken­artikelpreise wie z. B. Persil, Sunlicht, Kathreiner, Kornfrank und viele andere. Die Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst und auch die Speisefette, Margarine usw., ebenso Kaffee, Dele und Kon­serven. Palmin, Rama und die Haferprodukte, sofern sie Markenartikelpackungen sind, haben im Preise noch nicht nach gegeben. Dies sind aber Artikel, deren Preis von dem Erzeuger, nicht etwa vom Einzelhandel festgesetzt wird.

Es wäre wirklich wünschenswert, wenn das Publikum ein­mal in allen Branchen die im Vorjahr angelegten Preise mit den jetzigen Preisen für Waren gleicher Qualität vergleichen

Es würde zu der überraschenden Feststellung kommen, daß sich bei einem großen Teil der im Einzelhandel vertriebenen Artikel der Peisabbau von selbst und ohne großes Geschrei in der Deffentlichkeit vollzogen hat.

Es darf ferner darauf hingewiesen werden, daß der Reichs­inder für die Lebenshaltung gegen das Vorjahr um rund 7% gefallen ist, woran die Preissenkungen für Gegenstände des täg­lichen Bedarfs hervorragenden Anteil haben. Daß dieses nicht noch stärker in Erscheinung tritt, ist auf die ganz entgegengesette Bewegung bei Steuern, Strom, Gas- und Wasserpreisen zurückzuführen.

Selbstverständlich ist der Einzelhandel auch fernerhin bereit, die Preise überall noch weiter zu senken. Voraussetzung hierzu ist zweierlei: einerseits die Senkung der Preise der Vorlieferan­ten des Einzelhandels, andererseits die Möglichkeit einer Herab­minderung der eigenen fixen Unkosten. Leider ist aber der Um­sazrückgang gegenüber dem Vorjahr viel schneller vor sich gegangen, als die Senkung der Unkosten, die nach einer Er­hebung der Forschungsstelle für den Handel gegenüber dem Vor­jahr im Reichsdurchschnitt nur 1,1% beträgt, also kaum spür bar ist.

Lokales.

Lungenentzündung.

Die Uebergangsjahreszeiten, Herbst und Frühling, bringen meist gehäufte Erkrankungen an Lungenentzündung, mitunter im Anschluß an Grippe. Auch jetzt bemerkt man wieder ein An­steigen der Grippekrankheit. Man kann diesen Leiden nicht mit Sicherheit vorbeugen. Wenn auch wetterfeste Kleidung, beson­ders wasserdichte Beschuhung, sehr nützlich ist und wenn man auch besonders das Stehen und Warten im Freien bei feuchtem, windigen Wetter möglichst, namentlich nach Erhizung im war­men Raum oder nach schnellem Gehen vermeiden soll, so kann doch durch Anhusten von Kranken in menschengefüllten Räumen die Krankheit übertragen werden. Deshalb ist von größter Wichtigkeit, schon die ersten Zeichen von Grippe oder Lungen­entzündung zu beachten und sofort ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen; denn es stehen seit neuerer Zeit Mittel zur Ver­fügung, die, im Beginn der Erkrankung angewendet, mit geradezu zauberhafter Schnelligkeit die Gefahr beseitigen kön­nen. Sie wirken aber in dieser Weise nur im Anfang und be­dürfen peinlich genauer ärztlicher Ueberwachung. Die ersten Zeichen der Grippe sind Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und mitunter Uebelkeit. Die Lungenentzündung kündigt sich durch heftigen Schüttelfrost, Bruststiche und Hustenreiz an. So­bald diese Zeichen sich bemerkbar machen, wende man sich unver­züglich an den Arzt.

Das Nuzviehhofprojekt.

Ober- Veterinärrat Dr. Monnard gab in einer Versamm­lung einen eingehenden Bericht über die projektierte Viehhof= anlage. Er betonte den großen Wert der Stadt als Vieh­umschlagsplatz für Süd- und Norddeutschland, das nach Lübeck und Friedrichsfelde- Berlin mit 29 019 Stüd Auftrieb an 26 Markttagen gegenüber 50 Markttagen der anderen Plätze zah­lenmäßig an dritter Stelle im Reich steht, und den Wert einer Viehhofanlage, wie sie jetzt errichtet werden soll, nachdem auch die finanzielle Seite einer günstigen Lösung entgegengeht. In einer regen Aussprache unterstrich der Vorsitzende des Vieh­handelsrereins. Sternbeg Reiskirchen, die Dringlichkeit der Errichtung, da Gießen ein Viehmarkt für jede Gattung sei und an Zuspruch erheblich gewinnen werde. Der Vorsitzende der Stadtratsfraktion der D. Vp., Kaufmann Horn, beleuch­tete die finanzielle Seite des 2-2,4 Millionen betragenden Pro­jektes, für dessen Ausführung die Stadtverwaltung sich stets ein­gesetzt hatte und dessen Finanzierung jetzt gesichert scheint, so daß im Frühjahr mit den Arbeiten begonnen werden soll.

* Die Kinderbeihilfen der hessischen Staatsbeamten, die im Frühjahr 1930 aufgehoben wurden, sollen für Kinder von 16 bis 21 Jahren bald wieder gewährt werden. Beamte, deren Kinder noch nicht 16 Jahre alt waren, als die Zulagen gestri­chen wurden, sollen ausgeschlossen sein.

* Zu Handelsrichtern ernannt. Ernannt wurden Kommer­zienrat Adolf Klingspor, Kaufmann Josef Sauer, Bank­direktor Ludwig Grießbauer, Fabrikdirektor Peter Thomé, Kaufmann Louis Hirsch in Friedberg, Direktor Karl Wieland in Butzbach zu Handelsrichtern; Fabrikant Georg Schuchardt, Kaufmann Leopold Mayer, Kaufmann Karl Fr. L. Hinkel in Vilbel zu Ergänzungsrichtern bei der Kammer für Handelssachen des Landgerichts der Provinz Ober­hessen für die Zeit vom 1. Januar 1931 bis 31. Dezember 1933.

* Aufgehobene Straßensperre. Die Sperrung der Straße Gießen- Daubringen vom Abzweig der Straße Gießen Lollar wird ab 17. November, die Sperrung der Ortsdurchfahrt Grün­berg im Zuge der Straße Gießen- Alsfeld ab 22. November 1930 aufgehoben.

* Aus dem Stadttheater. Als Fremdenvorstellung wird heute im Außer- Abonnement Lehar's Operette Das Land des Lächelns" gegeben.

* Marineverein. Heute, Mittwoch, ist von 4 Uhr ab auf dem Bootshaus Konzert.

Totensonntag im Rundfunk.

Der 23. November steht im Südwestdeutschen Rundfunk ganz

Nr. 92

im Zeichen des Totensonntags. Mit einer literarischen Ver­anstaltung, der Wiedergabe der Leichenrede des Perikles zum Gedächtnis der Gefallenen des peloponnesischen Krieges, die von Rudolf G. Binding aus dem griechischen Text des Thukydides übersetzt wurde, beginnen die Darbietungen dieser ernsten Art. Es folgen darauf zwei Totenfeiern, sodann die Uebertragung einer Feierstunde aus der Trauerhalle des Sachsenhäuser Fried­hofs. Auch das Konzert: Geistliche Musik", das nachmittags von Karlsruhe übertragen wird, steht ganz im Rahmen des Totensonntags. Zu einer jährlich sich wiederholenden Einrich­tung ist die Verlesung aus Briefen Gefallener geworden, dies mal liest Prof. Dr. Witkop aus den Kriegsbriefen gefallener Studenten. Als Abschluß dieser der Totenehrung gewidmeten Veranstaltungen erfolgt aus einem Privathaus in Stuttgart die Uebertragung einer musikalischen Totengedenkfeier. Jungdeutsche Kundgebung.

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Im Anschluß an eine Führertagung des Jungdeutschen Or dens, zu der etwa 600 Ordensbrüder und schwestern erschienen waren, fand eine Kundgebung des Jungdeutschen Ordens und der Volksnationalen Reichsvereinigung statt. In ihr sprach der Hochmeister des Ordens, der auch zugleich der Reichsführer der V. R. ist.

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Hess. Landesverband für evangelische Kinderpflege. Am Sonntag, den 9., und Montag, den 10. November, ver­sammelte sich der Hess. Landesverband für evangelische Kinder­pflege zu seiner 6. Tagung, die zum erstenmal in Oberhessen, in Gießen, stattfand. Die starke Teilnahme der Mitglieder als auch der Gemeinde bewies ein großes Interesse sowohl an der Sache, als auch an den aktuellen Themen der Redner. Festgottesdienst hielt Pfarrer Bender aus Nonnenweier. Abends sammelte sich ein engerer Kreis im vollbesetzten Ge­meindesaal der Johannisgemeinde. Pfarrer Bender sprach über ,, Die Grundlagen unserer Arbeit". Der Redner legte dar, wie troz aller Anfechtungen von weltanschaulicher, staatlicher und pädagogischer Seite die evang. Kinderpflege ihre Daseinsberech tigung nicht verloren hat. Der Abend schloß mit einem leben­digen und interessanten Bericht des Pastors v. Wicht aus Berlin, dem Vorsitzenden der Reichsvereinigung evang. Kinder­pflegeverbände, über das 100jährige Jubiläum der ältesten Kin derbewahrungsanstalt Berlins und deren Gründung vor 100 Jahren. Der 2. Tag begann mit einer Vorstandssitzung, an die sich unmittelbar die Hauptversammlung anschloß. Nach einer furzen Morgenandacht, gehalten von Herrn Oberkirchenrat D. Wagner, begrüßte Herr Landesjugendpfarrer v. d. Au als Vorsitzender des Hess. Landesverbandes für evang. Kinder­pflege die Anwesenden, insbesondere die erschienenen Vertreter der kirchlichen, staatlichen und städtischen Behörden. Dann folgte die Zuhörerschaft mit großer Aufmerksamkeit dem Vortrag des Pastors v. Wicht über Die Erziehungsziele der Gegenwart.".

Zitronen monatelang haltbar.

Es ist lästig, wegen jeder Zitrone zum Kaufmann schicken zu müssen, aber einen größeren Vorrat davon kann sich die Hausfrau auch nicht zulegen, denn sehr bald zeigt die Schale, auf die es ja am meisten ankommt, häßliche Schimmelflede, die Früchte schrumpfen und sind bald für den Kehrrichteimer reif. Da ist es sehr vorteilhaft, sich in irgend einer Ecke ein Torf­mullkistchen( auch eine Schublade ist geeignet) anzulegen, in dem sich Zitronen, wenn sie ganz von Torfmull umgeben sind, Dant der keimtötenden Wirkung dieses Materials, monatelang hal­ten. Man verwendet hierzu den sogenannten Moostorfmull der heute auch in kleinen Mengen zu haben ist. Dr. P. Lieb.

Aus Nab Nah und Fern.

Darmstadt. In einer Pressebesprechung teilte der Ober­bürgermeister mit, daß für 1930 mit einem Fehlbetrag von 400 000 Mt. zu rechnen sei. Man beabsichtige die Einführung der erhöhten Biersteuer, der Getränkesteuer und der Bürgersteuer. Von einer Erhöhung der Realsteuer will man absehen. Darmstadt. Die Hegemag und die Wog übernehmen die in Schwierigkeiten geratene Nassauische Heimstätte Frankfurt. Darmstadt. Die Metzger, die schon vor 14 Tagen den Schweinepreis um 20 Pfennig herabsetzten, senkten um weitere 5 Pfennig.

Mainz. Hier sind Arbeitnehmer der Bauschlosser, der Spengler, der Installateure und der Elektriker wegen der vom Schlichtungsausschuß ausgesprochenen Lohnabzüge in den Streik

getreten.

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Mainz. Der Deutsche Automobilhändlerverein, Ortsgruppe Mainz, veranstaltet vom 19. bis 23. November eine Verkaufs= messe für gebrauchte Kraftfahrzeuge.

Der neue Bürgermeister von Weglar. Weziar, 18. November. In der gestrigen Stadtverordneten­sigung wurde der bisherige Beigeordnete der Stadt Wetzlar, Dr. Hugo Bangert, der bereits seit einigen Wochen interimistisch die Geschäfte der Verwaltung führt, zum Bürgermeister gewählt. Für seine Wahl wurden insgesamt 16 Stimmen abgegeben, darunter 15 bürgerliche und eine sozialdemokratische. Die übri­gen zehn sozialdemokratischen Stadtverordneten enthielten sich der Stimme.

Herborn, 18. November. In der Ortschaft Bottenhorn stürzte der Landwirt Christian Hermann II. in der Scheune seines Anwesens von der Leiter. Er erlitt einen Schädelbruch und verstarb nach Einlieferung in das Krankenhaus.

Deutsches Denkmal in die Lust gesprengt. Kattowig. Das Denkmal des Grafen Reden, des Mitschöp fers der oberschlesischen Industrie, das im Jahre 1874 zum An­denken an das 100jährige Jubiläum der Friedrichgrube bei Tar­nowitz errichtet wurde, ist von polnischen Aufständischen in die Luft gesprengt worden.

Schwerer Grubenbrand.

Kattowig, 18. November. Auf der Saturn- Grube bei Sos nowice entstand gestern nachmittag eine Kohlengasexplosion, die einen Brand verursachte, der sich schnell über drei Felder verbreitete und die gesamie Belegschaft stark gefährdete. Dieser gelang es, bis auf zwei Mann, sich rechtzeitig zu retten. Die zwei zurückgebliebenen Bergleute konnten nur noch als Leichen geborgen werden. Außerdem verbrannten noch 23 Pferde.

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