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Samstag, den 19. April 1930.

öffentlichen Sparkassen von 204 Millionen Reichsmart entspricht rund der Hälfte des Vorkriegsbestandes. Für den Wohnungs­bau haben die Sparkassen bis Ende 1929 nicht weniger als 44 Millionen Reichsmark zur Verfügung gestellt.

Nierstein. Infolge einer Beschädigung muß die Rhein­fähre Nierstein ausgebessert werden. Die Beförderung von leichten Fahrzeugen und Personen erfolgt mittels einer Nähe, während schwere Lastwagen einige Tage lang nicht befördert werden können.

Selbstmordversuch eines Siebzehnjährigen. Frankfurt a. M. Ein junger Mensch von 17 Jahren hat am Karfreitag im Verlauf eines Wortwechsels einen Revolver ergriffen und sich einen Schuß in den Kopf beigebracht. In schwerverlettem Zustand wurde er nach dem Städtischen Kranken­hause verbracht.

Oberursel. Vom 14. bis 16. Juni ds. Js., 8 Tage nach Pfingsten, findet hier die Hauptversammlung des Gewerbe­vereins für Nassau statt. Mit dieser Tagung verbunden ist eine Gewerbeschau des heimischen Handwerks und der Industrie. Gleichzeitig begeht der Oberurseler Handwerker- und Gewerbe­verein die Feier des 80. Gründungsjahres.

Laurenburg. Die neue Lahnbrüde wurde fertiggestellt und vom Bezirksverband übernommen. Die Tragfähigkeit beträgt 120 Tonnen.

Osterflüge über den Westerwald.

Montabaur. Erstmalig findet an Ostern auf dem Wester­wald ein Flugtag statt, der als Vorspiel zu den Montabaurer Veranstaltungen aus Anlaß des tausendjährigen Bestehens der Stadt angesehen werden kann.

Ein Ehepaar bei einem Brande erstickt. Fehrenbach( Kr. Hildburghausen), 17. April. In Fehren­bach weckte am Donnerstag früh 23 Uhr das Feuerhorn das schlafende Dorf. Es. brannten die Sägemühle und das Wohn­haus des Kistenfabrikanten Heinrich Müller lichterloh. Lei­der sind bei dem Brande der Verlust von zwei Menschenleben zu beklagen. Denn unglücklicherweise konnten sich die hochbetagten Schwiegereltern des Besizers nicht retten.

Baden- Baden. Die allgemeine ärztliche Gesellschaft für Psychotherapie hält vom 26. bis 29. April 1930 in Baden- Baden ihren fünften allgemeinen ärztlichen Kongreß für Psychotherapie ab, der im Anschluß an den Psychiater- Kongreß in Stuttgart stattfindet. Näheres teilt auf Anfrage der Geschäftsführer der Gesellschaft, Oberarzt Dr. Walter Cimbal, Altona- Elbe, Stadtkrankenhaus, mit.

Volksmusik und Singschultag in Bochum- Essen.

Das Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht, Berlin, in Verbindung mit dem Reichsverband deutscher Tonkünstler und Musiklehrer e. V. veranstaltete am 10. und 11. April in Bochum und am 12. und 13. April in Essen ein Volksmusik­und Singschultag. Prof. Jöde- Berlin. wies auf die kulturelle Bedeutung der Volksmusik- und Singschulen hin. Oberschulrat Göze Hamburg besprach die sozialen Aufgaben der Volks­musik und Singschulen. Der Gründer der ,, Augsburger Sing­schule", Albert Greiner, besprach das Thema: Grundsätzliches über Singschulen". Die Essener Tagungen dienten der Aus­sprache bezgl. der Zusammenarbeit der Volksmusik- und Sing­schulen mit Schule und Behörde, mit Jugendorganisationen, mit Berufsmusikerschaft und Konservatorien.

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Zusammenbruch des Halleschen Heimstättenbaubundes.

Halle, 17. April. Der Gründer des Heimstättenbaubundes Halle, Generaldirektor Terhorst, ist verhaftet worden. Die Kri­minalpolizei hat große Schwindeleien Terhorsts aufgedeckt. Der Heimstättenbaubund, der Mitglieder in ganz Deutschland, so­wie in der Schweiz und Desterreich besitzt, steht unmittelbar vor dem Konkurs.

Im Februar, in der Generalversammlung, ließen sich jedoch seine Schwindeleien, die mindestens 170 000 Rmt. betragen, nicht länger verbergen.

180 Ruberboote verbrannt.

Berlin. In Grünau brach in einem Bootshause aus noch nicht aufgeklärter Ursache Feuer aus, das sich mit großer Schnel­ligkeit auf zwei benachbarte Bootshäuser ausdehnte. Die drei Bootshäuser mit insgesamt 180 Ruderbooten sind völlig vernich­tet worden.

Man beachte

die billigen Sommerpreise!

,, Gießener Zettang

Sechs Personen durch einen wahnsinnigen Seemann verlegt.

Hamburg, 18. 4. Ein aufregender Vorfall spielte sich am Donnerstag abend zwischen 20 und 21 Uhr an der Steintor­brüde in Hamburg ab. Ein irrsinnig gewordener Seemann zog plötzlich einen Revolver und feuerte wahllos in die Straßen­passanten hinein. Als der Revolver leer geschossen war, stach er zum Entsetzen der Vorübergehenden wild um sich. Zwei Frauen wurden durch Messerstiche und Schüsse verletzt. Vier weitere Personen erlitten ebenfalls Verlegungen. Der Täter, der 46 Jahre alte Seemann Räsch, konnte erst nach Hinzukom­men mehrerer Ordnungspolizeibeamten überwältigt werden. Die schwerverletzten Personen mußten ins Krankenhaus geschafft werden.

Zwanzig Todesopfer.

Athen, 18. 4. Bei dem gestrigen Erdbeben wurden nach den bisher eingetroffenen Meldungen zwanzig Personen ge= tötet und zahlreiche schwer verletzt. Die große Zahl der Opfer ist darauf zurückzuführen, daß sich zur Zeit des Bebens ein gro­ßer Teil der Bevölkerung in den Kirchen befand.

38 Personen bei einer Explosion getötet. Lissabon, 18. 4. Nach hier eingetroffenen Meldungen aus der portugiesischen Kolonie Macao wurden 38 Personen, in der Mehrzahl Frauen, bei einer Explosion einer Fabrik auf der klei­nen Insel Tapia getötet.

Heuschrecken stören den Eisenbahnverkehr.

Die Heuschreckenplage in Marokko wird täglich unerträg licher. In Larache hat sich ein mehrere Kilometer langer Heu­schreckenschwarm auf dem Eisenbahndamm niedergelassen und jeden Zugverkehr unmöglich gemacht. Die Regierung hat Mili­tär entsandt, um die Schädlinge zu vernichten.

Guter Außenhandel mit Nutzkraftwagen. Die monatlichen Nachweise des statistischen Amtes über den Außenhandel Deutschlands zeigen, daß im vergangenen Jahr der Absatz an Nuzkraftwagen wiederum gestiegen ist. Trotzdem sich viele Staaten durch hohe Zollmauern schützen. Kürzlich ge­lang es der Daimler- Benz A- G., Gaggenau, einen namhaften Auftrag in Kommunal- Fahrzeugen nach dem Balkan zu tätigen

ein gutes Zeichen dafür, daß die deutsche Ware trotz aller Hindernisse auf dem Marsch ist, sich wieder Geltung zu ver­schaffen.

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Eisenbahnreise oder Dampferfahrt

was ist billiger?

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Ein Rechenmeister, der ein Stündchen lang nichts besseres zu tun hatte, suchte der Lösung dieser Frage an einem be= stimmten Beispiel näher zu kommen. Nehmen wir an, es wird eine große Atlantische Inselfahrt veranstaltet: Hamburg­Guernsey Azoren Madeira Teneriffa Gran Canaria Lissabon Isle of Wight Hamburg, eine Schiffsrundrise Don, nehmen wir an, 25 Tagen Dauer. Nun tann man im all­gemeinen, das werden unsere Reiseonkel bestätigen, eine Stunde Eisenbahnfahrt im D- Zug( bescheiden nur 3. Klasse) mit rund 3 M ansetzen. 25 Reisetage 600 Stunden würden also mit der Eisenbahn das schöne Sümmchen von 1800 M verschlingen. Das ist aber nur die reine Fahrt; dabei ist noch keine Verpfle= gung. Würde man diese nur mit 15 M pro Tag: 375 M hin­zurechnen, so kämen wir schon bei 2175 M an. Man kann aber doch praktisch genommen nicht Tag und Nacht mit der Bahn fahren, oder es fämen noch 25 Schlafwagengebühren dazu. Um das zu ermöglichen, könnte man nicht 3. Klasse, sondern müßte 2. Klasse fahren. Es würde dann unter Hinzufügung der Land­ausflüge, Nachtlogis und Verpflegung die Summe von etwas über 3000 M herauskommen. Und was kostet demgegenüber die Teilnahme an obiger großer Inselrundfahrt in Wirklichkeit? Das gewählte Beispiel ist nämlich kein Phantasiegebilde. Man kann die ganze Reise auf dem bekannten luxuriös ausgestatie­ten Vergnügungsdampfer Oceana" der Hapag, übrigens dem einzigen deutschen Dampfer, der nur für Vergnügungsfahrten verwendet wird, schon für 895 M machen, und da sind neben voller Verpflegung auch sämtliche Landausflüge einbegriffen. Genannte Inselfahrt ist die 17. Gesellschaftsreise, die der be= fannte Journalisten- und Schriftstellerverein Urheberschutz E. V., Berlin W 30, Luitpoldstraße 32, für den Herbst ds. Js. festge= legt hat. Prospekte und Schiffspläne werden durch genannten Verein auf Wunsch kostenlos zugesandt.

Heizi

Fit helles oder dunkles Bier

nahrhafter?

Nr. 31.

Unter dieser Ueberschrift hat neuerdings ein Artikel Ver­breitung gefunden, dessen Behauptungen vom heutigen Etande der Wissenschaft. wie von der Erfahrung des praktischen Lebens aus recht fragwürdig erscheint. Die Frage, ob helles oder dunkles Bier mehr Nährwert hat, ist im Gegensatze zu jenen Ausführungen vielmehr dahin zu beantworten, daß der Nähr­wert sowohl des hellen wie auch des dunklen Bieres recht be­scheiden ist. 5 bis 6 Prozent Malz( Extraktstoffe"), neben der ganzen überwiegenden Menge Wasser und 3 bis 5 Prozent Al­fohol, und daß diese geringe Menge Nährwert im Verhältnis sehr teuer, weit teuerer als in den üblichen Nahrungsmitteln zu stehen kommt. Noch ganz abgesehen von dem nicht unverfäng­lichen Alkoholgehalt des Bieres, da man doch, wenn sein ge= ringer Rährwert zur Geltung kommen soll, recht viel davon ge­nießen muß. Die Behauptung, daß Bier Voltsnahrungsmittel sei, bezeichnete schon vor Jahrzehnten der Professor der Physio­logie Rosenthal in Erlangen, als eine ,, frivole Unwahrheit"; der Arme, der auch nur 10 Pfg. täglich für Bier ausgibt, macht sich einer Verschwendung schuldig, da er für dasselbe Geld z. B. in Form von Mehl mehr als das Zehnfache kaufen kann. ,, Welche Stirn gehört dazu", schreibt ein anderer namhafter Arzt, heute dem allgemein anerkannten Resultat der Wissen­schaft gegenüber zu behaupten, daß das Bier dem Brot überle= gen sei". Und der Berliner Hygieniker Prof Dr. Grotjahn sagt: Der Mann, der das gerade in Arbeiterkreisen gern ge= glaubte Schlagwort, Bier sei flüssiges Brot" erfunden hat, verdient, zur absoluten Entziehung des Brotes auf Lebenszeit und täglichen Einverleibung von mindestens 10 Liter Bier ver­urteilt zu werden" Dies der Standpunkt von Ernährungs- und Gesundheits- Fachleuten zu der sehr kühnen Behauptung am Schlusse jenes Artikels, daß ,, der Nuzeffekt des Bieres nach dem heutigen Stand der Ernährungswissenschaft sogar etwas höher liege, als die ernährungsphysiologische Nutzbarkeit des Brotes". Eine Behauptung, die im übrigen ja schon durch den gesunden Sch. Menschenverstand gerichtet wird.

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Neue Bücher.

Wo das Südlicht flammt. Von Tryggve Gran. Scotts letzte Südpol- Expedition und was ich dabei erlebte. Einzig be= rechtigte deutsche Ausgabe. Aus dem Norwegischen von Dr. Adrian Mohr. Mit 8 Illustrationen und einer Kartenskizze. Volksverband der Bücherfreunde, Wegweiser- Verlag G. m. b. H., Berlin- Charlottenburg 2,-. Der tragische Verlauf der Süd­pol- Expedition des Kapitän Scott( 1911-12) ist noch heute in aller Menschen Erinnerung. Der Verfasser hat der Expedition angehört. Auf Befehl des Führers hat er sie vor der letzten Etappe verlassen müssen. Er war es auch, der später mit eini­gen Begleitern das Zelt der toten Kameraden fand und die Leichen Scotts, Bowers und Wilsons bestattete. Seine Schilde= rung läßt das Drama der Expedition Scott in furchtbarer Na­turwahrheit und ergreifender Schlichtheit der Sprache vor uns abrollen. Preis in Halbleder gebunden 4 Rmk.

Betleidungs- Reform. Eine neue Zeitschrift erscheint unter diesem Titel als Monatsschrift für neue Männerkleidung in aller Welt bei dem Reform- Verlag Karl Schmidle, Ebersberg bei München. Bezugspreis vierteljährlich 1,50 Rmf

Eine neue Zeitschrift, Gärungslose Früchteverwertung", von den beteiligten Kreisen mit Spannung erwartet, füllt ohne Zweifel bei dem zunehmenden Verständnis für den hohen Ge­sundheits-, Nähr- und Genußwert des flüssigen Obstes" eine bisher fühlbare Lücke aus. Soeben ist im Verlag ,, Auf der Wacht", Berlin- Dahlem, die erste Nummer dieser Zeitschrift er­schienen. Diese wird herausgegeben von Prof. Dr. Kochs, von der staatl. Lehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau, Berlin­Dahlem, dem Obstbaulehrer J. Baumann, dem Leiter der Lehr­und Versuchsanstalt für gärungslose Früchteverwertung in Ober­erlenbach und Dr. H. Polzer von der Hauptgeschäftsstelle für gärungslose Früchteverwertung, Berlin- Dahlem. Die Zeitschrift will der Praxis in Haus und Schule, in Anstalt und Verwer­tungsbetrieb dienen und ist das Organ des Landesausschusses für gärungslose Früchteverwertung, sie tostet, zweimonatlich er Sch.. scheinend, 3 Mt. im Jahr.

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