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Nr. 31.

Gamstag, be

Gießener Zeitung

Die Ergebnisse der Untersuchungen des Enquete Ausschusses über das Handwert. Lionen me., auf die Eifen- und Metallhandwerke 2824 Mil­

Samstag, den 19. April 1930.

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19 510 Großhandwerksbetriebe. 760 000 Handwerkslehrlinge. 7,8 Millionen Deutsche leben vom Handwerk. Gesamtumsatz des Handwerks 20,6 Milliarden Rmt. 3 Milliarden Rmt. für Löhne.

1 300 000 Handwerksbetriebe.

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auf die Handwerke der Steine und Erden 184 Mil­lionen Rmk., auf die chemischen Handwerkszweige 7,5 Millio nen Rmk., auf die Textilhandwerke 69 Millionen Rmk., auf die Lederhandwerke 307 Millionen Rmk., auf die Holz- und Schnitzstoffhandwerke 1874 Millionen Rmk., auf die Nah­rungsmittelhandwerke 7662 Millionen Rmk., auf die Beklei­dungs- und Reinigungshandwerke 3216 Millionen Rmk. und auf die Bauhandwerke 4094 Millionen Rmk. Der Verede lungswert des Handwerks konnte bei der Vielgestaltigkeit der Güter und Leistungen, bei der Mannigfaltigkeit der Verbin­dungen mit dem Handel und der außerordentlichen Verschieden­heit der Lohn- und Materialanteile exakt nicht festgestellt wer den. Die Handwerksgruppe berechnet auf Grund der Einzel­erhebungen bei einer größeren Zahl von typischen Handwerks­zweigen, daß etwa 10-12 Milliarden Rmk. von dem Gesamt­umsag auf Werkstoffe und 3 Milliarden Kmk. auf die Löhne

Einwohner 32,1 bis 45, in Württemberg 27,4 bis 36,4 und in Baden 22,3 bis 32,5 Handwerksbetriebe. Außerhalb der Handwerkswirtschaft wurden von der Handwerksgruppe für Be­triebs- und Fabrikhandwerker 2 466 032 Personen gezählt, während innerhalb der Handwerkswirtschaft einschließlich der Berufszugehörigen 7871 628 Personen oder 12,6 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung ihr Brot finden, erhebt sich unter Einschluß der Betriebs- und Fabrikhandwerker die Zahl der mittelbar oder unmittelbar mit dem Handwerk verbundenen Be­völkerung auf 12 472 273 Personen oder rund 20 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Infolge des kleinbetrieblichen Aufbaues und der außer­ordentlichen Mannigfaltigkeit der Handwerkswirtschaft ist das Handwerk bisher als geschlossene Wirtschaftsgruppe wenig durchforscht worden. Die in den goer Jahren des vorigen Jahr­hunderts durchgeführten Untersuchungen des Vereins für So zialpolitik über die Lage des Handwerks in Deutschland haben lediglich die Lage einzelner Handwerkszweige an bestimmten Dr ten beleuchten können. Die zunehmende Erkenntnis des Hand werks selbst über den praktischen Wert handwerkswirtschaftlicher Untersuchungen hat dem Enquete- Ausschuß, der unter dem Vor­sitz von Staatspräsident a. D. Professor Dr. Hummel in die Untersuchungen über das Handwerk eintrat, die erfolgreiche Durchführung seiner umfassenden Forschungsarbeiten erleichtert, deren Ergebnisse zu einer grundlegenden Revision früherer Ur­teile über das Handwerk führten. Die Untersuchungen des Ausschusses bauen auf einer mit erheblichem Zeit- und Arbeits­aufwand verbundenen Zählung des Handwerks auf, eine Sta­tistik, die umso größere Beachtung verdient, als die bisherigen Betriebszählungen von der Annahme ausgingen, daß sich das Handwerk im wesentlichen mit dem Kleingewerbe, d. h. mit Betrieben bis zu 10 beschäftigten Personen, deckte. Das Zab ,, moderne" Städter für seine Ansprüche mehr Handwerksarbeit lenmaterial des Ausschusses gibt für das gesamte, nach 61 Wirtschaftsgebieten, rund 100 Handwerkszweigen, 8 Betriebs­größenklassen und 4 Personengruppen gegliederte Handwerk eine erschöpfende Auskunft, wobei die kleineren Handwerkszweige ebenso wie die größeren erfaßt wurden. Diese statistischen Er­

Die Verluste, die das Handwerk als Folge der Indu­strialisierung der deutschen Wirtschaft in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlitten hat, hat es nicht wieder ganz einholen können. Andererseits hat aber gerade die industrielle Entwicklung und die in ihrem Gefolge eingetretene Verdichtung der deutschen Bevölkerung dem Handwerk neue Arbeitsgebiete erschlossen. Im Gegensatz zu der früheren Auffassung vom Handwerk als einem vornehmlich kleinstädtischen und ländlichen Gewerbe, stellt der Enquete- Ausschuß ausdrücklich fest, daß der

gebnisse zwingen zu einer anderen Beurteilung des Handwerks

als die des Vereins für Sozialpolitik vor mehr als 30 Jahren.

braucht als der einfacher lebende Landbewohner.

Nach dem Bericht des Enquete- Ausschusses sind die Gren­zen zwischen Industrie und Handwerk heute flüssiger denn je. Trozdem ist das Aufkommen derjenigen Betriebsgröße, die man für die klare Scheidung industrieller und handwerklicher Pro­in die neue Gruppe des Großhandwerks einreiht, ein Beweis duktionsweise. Diese läßt mit ihrem verstärkten Uebergang vom Lohn zum Preiswerk, von produktiver zu leitender kaufmänni­scher Meistertätigkeit die Modernisierung des Handwerks deut lich erkennen, das auch über die Versorgung des Binnenmarktes hinaus für den deutschen Export wieder eine steigende und bisher kaum gewürdigte Bedeutung gewinnt. Nach Ueberzeugung der Handwerksgruppe kann heute nicht mehr von einer ,, kon­stitutionellen Erkrankung" des gesamten Handwerks gesprochen werden. Es hat sich im letzten Menschenalter vielmehr stärker als man erwarten konnte, konsolidiert, allerdings leidet das

Der heutige Handwerksbetrieb ist mit dem Handwerksbe­trieb zu Ende des 19. Jahrhunderts kaum vergleichbar. Die technische Verfassung des Handwerks wurde grundlegend ver­ändert durch die Einführung des Elektromotors. Nach den

Untersuchungen des Enquete- Ausschusses werden im Handwerk Handwerk ebenso wie die anderen Wirtschaftsgruppen unter der

2 Millionen PS. verwandt, ohne daß hierdurch weder eine Ausschaltung noch eine Ersetzung der gelernten Gesellen durch ungelernte Arbeiter in nennenswertem Ausmaße erfolgte.

In volkswirtschaftlicher Hinsicht ist das Handwerk auch heute noch das wichtigste Rekrutierungsgebiet für die gelernten Kräfte der Wirtschaft. Während die amtlichen Erhebungen nur

allgemeinen Wirtschaftskrise, die sich in den einzelnen Hand­werkszweigen jedoch infolge der Vielgestaltigkeit der Güter und Leistungen unterschiedlich auswirkt.

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Ueber diese Untersuchungen des Handwerks hat der En­quete- Ausschuß im Verlage von E. S. Mittler& Sohn, Berlin SW. 68, Kochstr. 68, soeben ein großangelegtes, vier­

bändiges Werk über das deutsche Handwerk veröffentlicht. Der 1. Band enthält den vom 3. Unterausschuß des Enquete- Aus­schusses verabschiedeten Generalbericht, der zusammenfassend das gesamte deutsche Handwerk und die wichtigsten Veränderungen in seiner technischen und betriebswirtschaftlichen Verfassung, so­wie in seiner Konkurrenzlage behandelt. Der 2. Band bringt die Ergebnisse der zum erstenmal durchgeführten Handwerks­statistik für rund 100 Handwerkszweige. Im 3. Band werden uisse über das Bäcker, Konditor, Fleischer, Schneider-, Schuh­die Schlußberichte und die systematischen Vernehmungsergeb­macher- und Buchbinder- Handwerk veröffentlicht. Der 4. Band enthält die Schlußberichte und systematisch bearbeiteten Ver­nehmungsergebnisse für das Sattler-, Schmiede-, Tischler-, Zim­merer, Elektro- Installations- und Klempner- Handwerk.

544 617 Handwerkslehrlinge ermittelten, hat die Handwerks­gruppe für das Jahr 1926 und zur Erhärtung ihrer abweichen­den Feststellungen nochmals für Ende 1928 über 760 000 Handwerkslehrlinge festgestellt. Infolge der verstärkten In betriebnahme von Kraft- und Arbeitsmaschinen ist aber gleich­zeitig die Produktionskraft des einzelnen Handwerksbetriebes meist gewachsen. Dieses Wachsen der Produktivkräfte bedingte eine verstärkte Investition von Anlagekapitalien und bei der teilweise durch die Industriekonkurrenz erzwungenen Notwendig­keit einer Reihen- und Vorratsherstellung auch eine Vermeh­rung von Betriebskapitalien. Für die Befriedigung des ge= werblichen Bedarfs berechnet die Handwerksgruppe die Gesamt­summe der aufgenommenen Kredite auf etwa 2 Milliarden Reichsmark. Das bedeutet, daß etwa ein Zehntel des gesamten Handwerksumsages mit fremden Kapitalien getätigt wird.

Die Untersuchungen des Enquete- Ausschusses stellen für das Jahr 1926 I 307 876 Handwerksbetriebe mit 1 320 515 Inhabern, 1517 046 Gesellen, 766 666 Lehrlingen und 109 325 Angestellten fest. Von den 1 852 737 Betrieben in der Gewerbeabteilung B ,, Industrie und Handwerk", entfallen rund 70,5 Prozent auf Handwerksbetriebe; von den 12,7 Mil­lionen beschäftigten Personen dieser Gewerbegruppe werden 3,7 Millionen oder 29,3 Prozent in Handwerksbetrieben beschäftigt. Das Handwerk ist nach wie vor die Domäne des selbständigen Unternehmertumus und hat als solche für die soziale Klassenbil dung besonders in der Nachkriegszeit, in der in Industrie und Handel die Unternehmungskonzentration ständig fortschreitet, eine gesteigerte Bedeutung erhalten. Unter Ausscheidung der Hausgewerbetreibenden wurden in der Gewerbeabteilung B Industrie u. Handwerk" bei der amtlichen Zählung 1 517 001 Betriebsleiter gezählt, davon entfielen 1 320 505 oder 87 Pro­zent auf selbständige Handwerker. In Anbetracht der Bevöl ferungsentwicklung und dem großkapitalistischen Zuge der Zeit, kann nicht nur von einem Stillstand des Rückganges, sondern im Gegenteil von einer relativen Aufwärtsentwicklung des Handwerks gesprochen werden.

urden

Die Grundlage der Kalkulation bilden heute vielfach Sche­mata der Innungen und Verbände, die entweder Richtpreise oder Material, Unkosten, Gewinnzuschläge und Meisterlohnsäße enthalten. Kartelle auf vertragsmäßiger Grundlage von der Handwerksgruppe nur in wenigen Handwerkszweigen, wie z. B. bei dem Schmiedehandwerk, festgestellt. Um so siar­kere Bedeutung haben dagegen formlose Preisabreden unter den einzelnen Handwerksmeistern, deren Wirkung jedoch stark herab­gesetzt wird durch die scharfe Konkurrenz innerhalb des Hand­werks. Die Prüfungen des Enquete- Ausschusses yaben er­geben, daß Lohn-, Zins- und Steuerkosten, ebenso auch die sozia len Lasten eine beträchtliche Steigerung erfahren haben.

Nach den Erhebungen der Handwerksgruppe entfallen rund 80 Prozent sämtlicher Handwerksbetriebe auf 19 wich tige Handwerkszweige. Die Zahl der beschäftigten Personen ist besonders hoch im Schneiderhandwerk mit 437 893 Personen, Maurerhandwerk mit 421 576 Personen, Tischlerhandwerk mit 296 888 Personen, Bäckerhandwerk mit 243 013 Perso­nen, Schuhmacherhandwerk mit 221 225 Personen, Fleischer handwerk mit 189 264 Personen und im Malerhandwerk mit 187 802 Personen. Die weitaus meisten Handwerksbetriebe sind Kleinbetriebe. Auf Betriebe bis zu 3 Gesellen entfallen 94 Prozent, auf Betriebe ohne Gesellen 62,8 Prozent der er­faßten Handwerksbetriebe. Andererseits besteht eine größere Zahl von Großhandwerksbetrieben, als auf Grund der amt­lichen Statistiken bisher angenommen wurde. So sind durch die Bestandsaufnahme der Handwerksgruppe nicht weniger als 19 510 Großhandwerksbetriebe gezählt worden.

Auch mit der Fräge der Dichte des Handwerks hat sich der Enquete- Ausschuß beschäftigt. Am ausgeprägtesten ist der handwerkliche Charakter der Wirtschaft noch in Süd- und Süd­westdeutschland. So entfallen z. B. in Bayern auf je 1000

Oster- Gedanken.

Von Josef Stollreiter- Stettin.

Erneuerung des Kohlensyndikats.

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Essen, 18. 4. Die Zechenbesigerversammlung hat die Er­neuerung des Kohlensyndikats beschlossen. Der Erneuerungs­vertrag läuft auf 10 Jahre, doch beträgt die Laufzeit praktisch nur ein Jahr, da der Vertrag nach einem Jahr gekündigt wer­den kann, wenn bis dahin keine Regelung in der Umbagefrage erzielt ist.

Das Ladengeschäft hat weit über die bereits früher handel treibenden Nahrungsmittelhandwerke Bedeutung gewonnen. Vielfach, so z. B. bei den Uhrmachern, Optikern und Buch­bindern hat es sogar den Werkstattbetrieb in den Hintergrund gedrängt. Etwa 80 Prozent aller Buchbinder u unterhalten ein Papier- und Schreibwarengeschäft.

Der Gesamtumsatz des Handwerks wird für das Jahr 1928/29 mit 20,6 Milliarden Rmk. oder 14 bis 16 Prozent des volkswirtschaftlichen Gesamtumsages angenommen. Davon

Ostern ist wieder da! Das Fest des Frühlings und der feimenden Kraft, das Fest des großen, brausenden Erwachens! Mutter Sonne kommt wieder voll Liebe und Güte zu ihren Menschenkindern. Feierlich rauschen ihre goldenen Flügel über die Felder. Das Samenkorn in der Scholle jauchzt sehnsüchtig nach Entfaltung, und die Menschenkinder schauen auferstehungs­trunken in Gottes Angesicht. Freudig streifen wir den ernſten, schwerblütigen Wintermenschen ab und baden die Seele in Liebe, che wir uns strahlend umgürten mit dem Feierkleide des flingenden Frühlings.

Der englische Staatshaushalt angenommen. London, 17. April. Die dreitägige Aussprache über den Haushaltplan Snowdens wurde am Mittwochabend im Unter­haus abgeschlossen und der Haushalt angenommen. Der kon­servative Abgeordnete Bourne brachte einen Antrag ein, die Todesstrafe für Fahnenflucht wieder einzuführen. Der Antrag wurde mit 194 gegen 50 Stimmen abgelehnt.

tums Säfte trinken, daß das letzte Blatt am zerhauenen Stamme, die letzte, schwer verharrschende Wunde wieder Sonne herein­läßt, wieder grünt und alle deutschen Aeste sich recken in das strömende Licht.

Und du vor allem, deutsches Volk, du Herzvolk der Welt! Du brauchst namenlos viel Liebe, namenlos viel Freude und Sonnenschein in dem gewaltigen Ernst deiner unmenschlichen Riesenarbeit für Feindesrechnung und Feindeswillkür!

Eines brauchen wir Deutschen vor allem: Glauben an un­sere kommende Auferstehung, den Glauben zu uns selbst!

Handelsvertreter und Umsatzsteuer.

Bei den Schlußabstimmungen im Reichstage über die Steuervorlage ist ein Antrag der Regierungsparteien angenom­men worden, der Makler und Handelsvertreter bis zu einem Bruttoeinkommen von 18 000 Rmt. von der Umsatzsteuer be= freit. utbil

lern. Ob aber das Wetter schön sei oder nicht, der Trubel ist jedesmal ein fabelhafter, insbesondere in London. Von dort aus fahren oder wandern Hunderttausende ins Freie. Aber es kommen auch Hunderttausende aus der Umgebung oder aus entfernteren Städten an, wozu noch die Hunderttausend treten, die in der Stadt bleiben und die Straßen durchziehen, um von Sammlung zu Sammlung oder von Vergnügungsort zu Ver­gnügungsort zu wandern, oder sich zu Volksmeetings oder nach einem der zahlreichen öffentlichen Parks, Gärten und dergl. zu begehen. Alle Geschäfte sind gesperrt, mit Ausnahme der Tabakläden, Speisehäuser, Schänken und Zuckerbäckereien. Und alle Angestellten selbst die Briefträger - feiern, mit Aus­nahme der Eisenbahn-, Omnibus-, Pferdebahn- Gesellschaften, ferner der Mietwagenkutscher, der Kellner usw. Wahrscheinlich werden diese an den Feiertagen am stärksten beschäftigten und ganz besonders nützlichen Mitglieder der Gesellschaft für den Entgang ihrer Erholungsgelegenheit anderweit entschädigt. Während z. B. der Derbyiag, der ja ebenfalls ein nationaler Festtag ist, nur von einer Minderheit mitgemacht werden kann, die ihr Alltagsberuf nicht daran verhindert, können die aller­meisten, sofern sie Lust dazu haben, die ,, Bank holidays" mit­machen.

Deutschland selbst ist Christus, ist von allen Völkern des Erdballs ans Kreuz geschlagen, verhöhnt und verspottet. Kei­ner ist, der nicht einen Schlag wider den schwerwunden Leib Deutschlands geführt und noch immer nach Gutdünken und Laune zu führen sich vermißt! Das ganze deutsche Volk, mit allen seinen verwirrten Parteien, ist von den Nationen der Erde gekreuzigt, damit aus dem todwunden, in tausend Schmer. zen zerrissenen Leibe einmal die echte Freiheit, die echte, un­versiegbare Liebe, der wahre Völkerfrühling grüne!

Und wie Christus einst auferstand, so wird auch Deutsch­land einmal auferstehen aus ungeheurer und fürchterlicher Schmerzensnot. Dann aber wird ein deutsches, wonniges Ostern über den Erdball läuten und Glück und Sonne werden über den deutschen Gauen sein.

Ostern ist da! Der Städter wandelt seligen Fußes hinaus in die junge, sprossende Gottesnatur, und aus allen seinen Schritten klingt es wie Jubelgesang, in dessen Takte ein jeder Blutstropfen freudig einstimmt: Landvolk, du glückliches, seliges, gottesodemumrauschtes! So leuchtet es uns entgegen aus allen Dörfern, aus allen Höfen und von allen Feldern. Und wie das deutsche Märchen, das prächtige deutsche Volkslied, die ganze deutsche Volkskraft draußen im flachen, leuchtenden Lande wurzeln, so wächst da draußen auch; unsere Zukunft, un­ser Aufstieg, unser sieghaftes Licht. Weite Wälder schreiten wie ein ungeheures Heer Entzückter hinein in den brennenden, glü­henden, wogenden Purpur des Ostermorgenhimmels, der feurig und aufgewühlt errötet, wo seine Brust in endloser Ferne das wonnendurchbrauste Wunderweib Erde berührt

Ostersonne! leuchte hinein ins weite, deutsche Land, daß es auffunkelt in gleißendem Lichte, aus dessen unendlicher Fülle uns wieder ein starkes, einiges, prächtiges Deutschland wachse!

Osterfest heißt Fest des Werdens, Auferstehungsfest der Ar­beit in der Sonne, im funkelnden Lichte. Auferstehungsfest der warmen, beseelten Härte, die allen Stürmen, allen Wettern trotzt und den Boden abgibt, aus dem die Wurzeln des Deutsch­

Der Ostermontag

ist einer von den vier britischen Bankfeiertagen" des Jahres. Vor etwa 60 Jahren wurde er, sowie der Pfingstmontag, der zweite Weihtag und der erste Montag im August durch ein eigenes Gesetz zu weltlichen Feiertagen( ,, bank holidays") ge­macht. Hierzu führte die Absicht, den Angestellten aller Kate­gorien Gelegenheit zu geben, Vergnügungen nachzugehen, die ihnen des Sonntags, wo sie Zeit haben, nicht zugänglich sind, namentlich der Besuch von Theatern, Konzerten, Unterhaltungs­lokalen, Volkspalästen usw. Natürlich werden auch diese Tage oft durch Regen oder Nebel verdorben, namentlich den Ausflüg­

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Ein tostbares Ostergeschenk.

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Im Jahre 1867 brachte Bismard zu Ostern seinem kaiser­lichen Herrn, Wilhelm I., als Geschenk einen Adler, der auf seinem Neste saß. Hob man den Adler ab, so sah man in dem Neste ein Ei liegen mit der Aufschrift, Das geeinte Deutsche Reich". Kopfschüttelnd meinte der König, als er die Inschrift gelesen hatte: Das dürfte wohl ein Kuckucksei sein". Aber Bismard sprach darauf leuchtenden Auges: Majestät, ein Kudud legt seine Eier nicht in ein Adlernest". Und Bismarc sollte Recht behalten. Denn nach der Kaiserproklamation in Versailles erinnerte sich Wilhelm I. an Bismarcks Geschenk und meinte lächelnd zu ihm: Es ist also doch kein Kuckucksei ge­wesen".

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