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Nr. 22.

Mittwoch, d

Mittwoch, den 19. März 1930.

als sein Kollege, der die ihm angebotene Aushilfsarbeit abgelehnt und lieber arbeitslos geblieben ist. Diese Art der Berechnung je höher der Lohn in den letzten drei Monaten, desto höher die Unterstützung auf der einen und die Bestrafung der gelegentlichen, z. B. nur mehrtägigen Arbeit mit neuer Wartezeit und möglicherweise dann geringerer Unterstützung andererseits verschiebt den ganzen Sinn und Zweck der Versicherung, der im Schutz der unverschuldet arbeits­los Gewordenen bestehen soll.

Die Maschen des Versicherungsgesetzes sind so weit, daß Arbeitsschen immer durchschlüpft

und immer sich noch gut belohnen läßt, während das wahrhaft vorhandene Arbeitselend durch nichts gebessert wird. Eine Reform ist nötig, die der Leistung wieder den ersten Platz einräumt. Denn Leistung verdient Belohnung, nicht aber Ge­Dr. D. schicklichkeit im Ausnutzen unzureichender Gesetze.

Niedrigere Lebenshaltungskosten.

,, Gießener Zettang

Marcell Salzer.

Berlin. Professor Marcell Salzer, der weithin bekannte deutsche Vortragskünstler, ist am Montag nachmittag in seiner Villa in Lichterfelde nach einem längeren Herzleiden sanft ent­schlafen. Salzer, ein gebürtiger Wiener, ist 56 Jahre alt ge= worden.

Professor Horneffer in Leipzig.

Der bekannte Kämpfer gegen den Marxismus als Jdee hat in Leipzig weitere Erfolge errungen. Wir entnehmen den ,, Leipziger N. N." im Auszug folgenden Bericht.

Die von Professor Dr. E. Horneffer- Gießen angekündigte Vortragsreihe ,, Der Sozialismus und der Existenzkampf der deutschen Wirtschaft" hat, wie es zu erwarten war, auch in Leip­zig einen großen Kreis politisch und wirtschaftlich interessierter Zuhörer angezogen. Der Festsaal des Central- Theaters war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Professor Horneffer am Mon­tagabend seine Vortragsreihe mit dem Thema Privatwirtschaft und Sozialismus einleitete. Und jeder der vielen Hunderte, die seinen auch in der Form glänzenden Ausführungen folgten, hat sicherlich mit freudiger Genugtuung diesen großangelegten und trefflich gelungenen Versuch begrüßt, den Marxismus als Jdee zu bekämpfen und dem Sozialismus die andere, bürgerliche Ideologie entgegenzusetzen. Man mag erkenntnistheoretisch darüber streiten, wie weit Sätze, die aussagen, was sein soll,

Unter dem Druck der allgemein rückgängigen Konjunktur zeigen bereits seit Jahresfrist die Preise einen ständigen Rück­gang. Während der vom Statistischen Reichsamt ermittelte Großhandelsindex noch im Juli 1928 sich auf 141,60 Prozent ( 1913100) belief, ergab sich für den Dezember des gleichen Jahres bereits eine Richtzahl von 139,90 Prozent, für den Juli 1929 von 137,80 Prozent und für den Dezember 1929 von 134,30 Prozent. Zu Beginn des laufenden Jahres hat sich der Preis­rückgang in besonders scharfem Tempo fortgesetzt. Der Groß­handelsinder für Januar beträgt 132,30 Prozent und für Fe­bruar 129,30 Prozent. Da Veränderungen des Großhandels­preisniveaus sich erfahrungsgemäß erst später in den Klein­handelspreisen, demgemäß also auf den Lebenshaltungsindex, auswirken, dürfte mit einer weiteren Verbilligung der Lebens­haltung zu rechnen sein. Der Lebenshaltungsindex des Stati­stischen Reichsamts zeigt einen Rückgang erst etwa seit März 1929. Im Mai 1928 belief er sich auf 150,60 Prozent, im De­zember 1928 auf 152,70 Prozent und im März 1929 auf 156,50 Prozent. Von diesem Zeitpunkt ab ist er mit geringen Ab­weichungen rückläufig. Für den November 1929 ergab sich ein Lebenshaltungsindex von 153,00 Prozent, für Dezember von 152,60 Prozent, für den Januar dieses Jahres von 151,60 Pro­zent und für den Februar dieses Jahres von 150,30 Prozent. Die in dieser Senkung der Lebenshaltungskosten zum Ausdruck tommende Steigerung des Reallohnes ist leider begleitet von einem gewaltigen Anschwellen der Arbeitslosenziffer. Sollten die hier zweifellos bestehenden Zusammenhänge nicht zu den= fen geben?

45. Balneologentongreß in Bad Elster. Die Balneologische Gesellschaft in Berlin veranstaltet ihren 45. Balneologenkongreß vom 9. bis 13. April 1930 in Bad Elster in Sachsen. Die Hauptthemata der Tagung befassen sich mit der wieder aktuell gewordenen Frage der Wirkung des Eisens in den Heilquellen, den modernen Bestrebungen der Unter­suchung und Wirkung der Heilmoore, sowie der Krankenernäh­rung im Kurort. Der Tagung in Elster geht eine Besichtigung der Universitätskliniken von Leipzig vorauf und folgt ein Be­such der Radiumbäder Brambach und Oberschlema, sowie der Lungenheilstätten Reiboldsgrün und Carolagrün. Nähere Auskunft erteilt der Generalsekretär Dr. Max Hirsch, Ber­lin W. 35, Steglitzerstr. 66.

Schulmusikalische Tagung in Kassel.

Das Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht veran= staltet in Verbindung mit der Stadt Kassel, dem Mitteldeut­schen Sängerbund E. V., dem Arbeitersängerbund, Gau Kur­Hessen, Süd- Hannover und dem Mitteldeutschen Chormeister­verband vom 31. Mai bis 4. Juni 1930 eine schulmusikalische Tagung in Kassel. Die Tagung findet im Anschluß an das Mitteldeutsche Sängerbundesfest statt.

Aus dem Dorf Beuern bei Gießen.

23. 26. MARZ

KOLNER MESSE

TEXTIL HAUS- UND KUCHENGERÄTE

WOHN BEDARF

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SONDERGRUPPEN 23.- 26.MÄRZ: Deutsche Seide Neuzeitliche Wäsche behandlung. Moderner Schaufensterbedarf Land- und Wassersport Auslandgruppen 23.- 28. MÄRZ: Technik im Handwerk Gas für Industrie und Gewerbe 23.MARZ- 9.APRIL: Lehrschau Holz

Lokales.

* Allgemeine Schulferien beim Abzug der Besagung. Der Hessische Landeslehrerverein hat bei der Regierung beantragt, aus Anlaß der Befreiung des Rheinlandes von der fremden Besetzung allgemeine Schulferien anzusetzen. Eine Anregung, die voraussichtlich von der Regierung verwirklicht werden wird. * Nach der amtlichen Nachweisung über den Stand der Maul- und Klauenseuche im Volksstaat Hessen war am 1. März nur im Kreis Groß- Gerau ein Gehöft verseucht.

* Neue Kraftomnibuslinien im Lahngebiet. Am 1. April eröffnet die Reichspost eine neue Kraftomnibuslinie im Lahn­gebiet, die von Gießen über Launsbach nach Wismar im nord­östlichen Teil des Kreises Wetzlar führen wird. Bis auf weite­res finden drei Fahrten täglich in jeder Richtung statt. Durch diese neue Linie erfährt die nordöstliche Ecke des Kreises Wetzlar eine weitere, lang ersehnte Verkehrsaufschließung.

* Am Ortsausgang von Dutenhofen ereignete sich am Sonn­tag kurz nach 18 Uhr ein Motorradunfall. Der Kraftfahrer Willy Lotz kam auf seinem Motorrad in der Fahrtrichtung nach Wetzlar angefahren, als ihm plötzlich das 6 Jahre alte Bübchen Willy Paul direkt in die Maschine hineinlief, obwohl der Mo­torradler durch starkes Bremsen versucht hatte, sein Fahrzeug sofort zum Stehen zu bringen. Das Bübchen trug bei dem Zu­sammenprall einen schweren Schädelbruch und einen doppelten Unterschenkelbruch davon, der Motorradler erlitt bei dem Sturz Kopfverlegungen und Quetschungen. Die Verunglückten wurden der Chirurgischen Klinik zugeführt. Der Motorradler hat sich wieder nach Hause begeben. Den Motorradler soll keine Schuld treffen.

Anspruch darauf erheben können, als wissenschaftliche Wahr­heiten zu gelien, oder wie weit sie sich auf den Glauben gründen, es bleibt Horneffers unbestreitbares Verdienst, wenn er das Bürgertum auffordert, sich auf die geistigen Grundlagen seiner Weltanschauung zu besinnen, mit denen es die materielle Jdeen­welt des Sozialismus bekämpfen kann.

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* Molkerei- und Milchgenossenschaften. Bekanntlich steht eine Bestimmung des kommenden Milchgesetzes in Aussicht, nach der es den Landwirten verboten ist, in der bisherigen Art und Weise Sammelmilch zu verkaufen. Es ergibt sich die zwingende Notwendigkeit für die Landwirtschaft, sich allenthalben zu Mol­ferei und Milchliefergenossenschaften zusammenzuschließen.

Am Schlusse seines mehrstündigen, mit stürmischem Beifall aufgenommenen Vortrages ging Professor Horneffer noch auf einige praktische Fragen ein. Er kritisierte mit Recht die Aus­wirkung der gegenwärtigen Sozialpolitik, die die Selbstverant­wortung des Einzelnen vernichte, wandte sich gegen die Haus­zinssteuer, die überhaupt nur zu rechtfertigen sei, wenn ihr Er­trag ausschließlich dem Wohnungsbau zugeführt werde, und kennzeichnete das Umsichgreifen der öffentlichen Hand und die gegenwärtige Steuerpolitik als eine Sozialisierung und Ent­eignung ohne Entschädigung!

( Zeitbetrachtungen, Heimische Erwerbsarten). ( Eigentumsrecht vorbehalten). Von Wilh. Arnold 5. zu Bewern. ( Da die nachstehenden originellen Ausführungen nicht bloß für die engere Heimat, sondern auch dar­über hinaus für die weitere Umgebung ohne Zweifel großen kulturgeschichtlichen Wert besitzen, bringen wir sie gern zum Abdruck. Der schlichte, aber hoch­begabte Verfasser, genannt ,, Arrms Wellem", d. Adams Wilhelm, tann mit vollem Recht die lebendige Chronik des Buseder Tals genannt werden). In der gegenwärtigen Zeit der Not, des wirtschaftlichen Niedergangs und des Steuer- und Abgabendruckes, die ihre Ur­sache in dem ungünstigen Abschluß des Krieges, der Revolution und dem uns aufgezwungenen Schmachfrieden haben, übersieht man, daß unser deutsches Vaterland auch früher wiederholt un­ter den Folgen und Nachwirkungen von ungünstigen Friedens­abschlüssen sehr zu leiden hatte. Die Zeiten nach dem 30jähri= gen und 7jährigen Kriege bieten in mancher Beziehung das= selbe Bild, ja verraten noch traurigere Züge. Auch der be­rüchtigte Wiener Frieden von 1815 gebar Unheilvolles in sei­nem Schoße und warf düstere Schatten voraus. Die Diplomatie hatte es verstanden, uns so einzuschnüren, daß wir politisch lahm­gelegt und jeder wirtschaftliche Ausschwung unterbunden war. Unter der allgemeinen Verdienst- und Verkehrslosigkeit litten die unteren Volksmassen, Steuern und Abgaben, besonders die Kriegsschulden bedrückten die Besitzenden. Mancher Berufs= stand, mancher Geschäftsmann wünschte wieder die Kriegszeiten zurück, in denen, bei allem Ueblen, doch Leben, Verkehr und Erwerbsmöglichkeiten gewesen waren.

* Werbewoche des Schuhmacherhandwerks. Anläßlich der zur Zeit laufenden Werbewoche des deutschen Schuhmacher- Hand­werks, wird heute um 20 Uhr im Café Leib ein öffentlicher Lichtbildervortrag stattfinden, der dem Thema Fußleiden und ihre Behandlung" gewidmet ist. Der Vortrag wird bei freiem Eintritt gehalten.

* Stadttheater- Abonnement. Das Stadttheater erinnert an die Einlösung des 7. Abschnitts des Stadttheater- Abonnements. * ,, Der Fliegende Holländer" im Stadttheater. Am Frei­tag, 21. März, findet ein einmaliges Gastspiel der Oper des Darmstädter Landestheaters statt. Zur Aufführung gelangt in der Erstaufführungsbesehung Der fliegende Holländer" in der Neuinszenierung von Renato Mordo.

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* Der Rentnerbund ladet seine Mitglieder für Donnerstag nachmittags zur Jahreshauptversammlung ins Kath. Vereins­haus.

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* Der Motorsportclub veranstaltet am kommenden Sonntag sein alljährliches Anfahren mit Punktewertung. Abfahrt 1 Uhr am Hotel Hopfeld. Ziel: Braunfels.

* Demokratischer Parteitag. Wie nunmehr feststeht, wird der außerordentliche Parteitag der Demokratischen Partei Hes­sens am Sonntag, den 6. April, in Frankfurt a. M. stattfinden. * Der 5. hessische Kleingärtnertag findet am 13. Juli in Darmstadt statt.

* Aerztlicher Fortbildungskursus. In der Zeit vom 31. März bis 5. April 1930 finden in Wiesbaden ärztliche Fortbil­dungskurse über das Thema Umstimmung als Behandlungs­weg" unmittelbar vor der 42. Tagung der Deutschen Gesellschaft für innere Medizin statt. Näheres ist durch Herrn Dr. Strakosch, Wiesbaden, Webergasse 31, zu erfahren.

* Bund angestellter Akademiker technis- naturwissenschaft­licher Berufe e. V. Der Bund hält seine diesjährige 11. Spre­chertagung am Sonnabend, den 22. März 1930 in Berlin im Plenarsaal des Reichswirtschaftsrats ab.

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In der Folge flaute der Auswandererstrom nach Amerika merklich ab, um sich nach der Weltstadt an der Seine zu ergie­ßen. Eine ganze Anzahl hiesiger Familien siedelten sich meist in einem gewissen Stadteil( la Vilet) dortselbst an, in der Regel nicht in der Absicht, dauernden Aufenthalt zu nehmen, sondern nach kürzerer oder längerer Zeit, mit den gemachten Ersparnissen in die Heimat zurückzukehren. Außer Beuern wa­ren es besonders die Dörfer Ober- und Nieder- Ohmen, Flen sungen, Niedergemünden, Jlsdorf, die einen starken Anteil an der Verdienstsuche in Frankreichs Hauptstadt hatten. Man be griff die Teilnehmer schlechthin unter der Bezeichnung die Pariser". Der deutsch- französische Krieg von 1870-71 brachte sie aber bei seinem Ausbruch in die Heimat zurück. Später kehrte ein Teil nach Paris zurück und im Jahre 1900, gelegentlich der Pariser Weltausstellung, suchte ein Oberhesse die Landsleute, die auf dem Hügel wohnten und vom Pfarrer Anthes betreut wurden, auf. Die Männer waren alle auf die Arbeit gegangen. Es gab aber für die Frauen ein nicht geringes Staunen, als sie in ihrem oberhessischen Dialekt angeredet wurden. Familie zeigte mit Stolz dem Landsmann ein paar fette Kühe, die sie mitten in der Weltstadt hielt.

zogen". Eine Auswanderung nach Amerika setzte vornehmlich in den 1840er Jahren ein. Fünf Geschwister aus der finder­reichen Familie Henß aus Beuern entschlossen sich, jenseits des Ozeans ein neues Heim zu gründen. Vier Glieder der zurück­gelassenen Angehörigen folgten später nach. Um 1820 waren schon zwei Gebrüder Gerhard, die aus Steinbach hierher in die Familie des Gemmeschreibers"( Gemeindeschr.) Henß ge­heiratet hatten, nach Philadelphia und Germanstown ausge­wandert. Beide wurden steinalt, zur Verwunderung ihrer Nach­kommen, und doch war das hohe Alter sowie das körperliche Hochmaß der beiden eine Mitgift der Vorfahren. Diese waren meistens über 80 Jahre alt geworden und von der Großmutter der beiden steht in dem Buche von Wagner, Denkwürdigkeiten aus dem Vaterlande" 1834 folgendes zu lesen: Am 30ten März 1784 ist zu Steinbach, einem 1 Stunde von Gießen entfern­ten Dorfe, die Bäuerin Marie Dorothea Gerhard geb. Schnei­der im 93. Jahre verstorben. Sie lebte 51 Jahre in einer ver­gnügten Ehe, war niemals frank, hatte durch Fleiß und Ord­nung ein ansehnliches Vermögen erworben, und behielt ihre Sinne, ihren Verstand und ihre Munterbeit bis zu ihrem Ende. Sie hatte 9 Kinder und von diesen 57 Enkel, und 52 Urenkel erlebt. Mein Kind", so soll sie oft gesagt haben, verrate niemand deines Herzens Geheimnisse". Auch folgendes soll sie oft zum Besten gegeben haben: Jm Kloster Arnsburg war ein= mal ein Pfaffe, der hatte einen solch langen Bart, daß, wenn er die Treppe hinauf ging, er darauf trat".( Auf die Treppe natürlich!). Von dem jüdischen Teil der Beuerner unserer Be­völkerung schoben anfangs der 1860er Jahre die Familien Ro­senstock und die Reichels, ferner die drei Gebrüder Griesheim nach dem gelobten Land im fernen Westen ab. Soweit bekannt geworden ist, haben alle diese Ausgewanderten drüben Unter­halt und Auskommen gefunden, einige sind sogar zu Wohlstand und behäbigem Reichtum gelangt. Einzelne aus unserer nähe­ren Umgebung hat auch die Kunde von Goldfunden nach dem fernen Wunderland Californien gelodt. 1847 entschloß sich der spätere Beuerner Bürgermeister Wilh. Conrad aus Clim­bach, im Verein mit anderen zu der damals so überaus schwie­rigen und gefahrvollen Reise dorthin.

Verfolgen wir die Lage und Verhältnisse jener Zeit in un­sever näheren Umgebung, so finden wir, daß trotz der Not der Zeit die Bevölkerung sich mehrte und ein Teil derselben seinen Unterhalt nicht mehr fand, der sich nun zur Auswanderung ver­anlaßt sah. Einzelne Fälle werden uns zwar schon aus dem vorhergehenden Jahrhundert berichtet, so von einem Joh. Stein aus Beuern, der verarmt und überschuldet ,,, nach Rußland ge­

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Ein Versuch, die Anfertigung von Holzwaren nach Beuern zu verpflanzen, scheiterte. Es war ein Erwerbszweig der hie­sigen Familie Walther, gewöhnlich mit dem Beinamen ,, Gusche" genannt, der denselben unternahm. Man zog gelernte Arbei­ter aus dem Schlitzerland heran. Eine Zeilang schien der Be­trieb auch lebenskräftig zu werden. Die Unternehmer vertrie­ben die Waren in der Umgegend; aber bald stellte sich heraus, daß sie schlecht gewirtschaftet und sich allerlei hatten zuschulden kommen lassen, sodaß die Polizei nach ihnen fahndete und sie bei Nacht und Nebel nach Amerika fliehen mußten. Die zwei Gebrüder, der Guschhannes und Guscheeberhard, ihres Hand werfs eigentlich Schneider, tauchten drüben auf dem goldenen Boden desselben wieder auf und ein später übergesegelter Beuer­ner( Heinrich Feußer) hat sie daselbst besucht und eine zeitlang Arbeit bei ihnen genommen.

( Fortsetzung folgt.)

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