Samstag, den 18. Oktober 1930.
Arbeitslosigkeit
ein internationales Problem.
Die Arbeitslosigkeit ist zweifellos die härteste Folge der Weltwirtschaftskrise. Sie hat sich zur Schicksalsfrage insbesondere der großen Industrievölker entwickelt. Aber auch die Länder mit vorwiegender Agrarwirtschaft sind zum Teil von steigender Arbeitsnot start bedrängt. Kanada und Argentinien 3. B., die Hauptausfuhrländer für Weizen, zeigen eine überdurchschnittliche Höhe der Arbeitslosenziffern im wesentlichen eine Folge der Weizenabsatzkrisis in der Welt. Im ganzen gesehen, hat die internationale Arbeitslosigkeit somit einen taum jemals erreichten Umfang angenommen. Bereits Mitte dieses Jahres konnte man bei überschläglicher Berechnung mit rund 11 Millionen Arbeitslosen in der Welt rechnen, im Vergleich zu rund 5 Millionen um die Mitte des Jahres 1929.
Unter den Ländern Europas steht Deutschland mit seiner Zahl der Arbeitslosen an der Spitze. Mitte September dieses Jahres suchten bereits über 3 Millionen vergeblich Arbeit im Vergleich zu 1,4 Millionen zur entsprechenden Zeit des Vorjahres. Dabei ist alle Anzeichen sprechen dafür- der Höhepunkt voraussichtlich noch nicht erreicht: die Flut der Arbeitslosigkeit droht noch weiter zu steigen, und zwar nicht allein infolge der Krise, sondern auch im Zusammenhang mit dem saisonmäßigen Nachlassen des Bedarfs an Arbeitskräften in den Herbst- und Wintermonaten. Und was neben den erschreckend hohen Arbeitslosenziffern noch besonders ins Gewicht fällt, das ist die überdurchschnittlich lange Dauer der Stellungslosigkeit bei der Mehrzahl der Arbeitsuchenden.
Nicht viel anders sieht es in England aus, das unter der Arbeitslosigkeit bereits seit vielen Jahren gleichsam als einem traditionellen Uebel besonders zu leider hatte. Auch hier hat sich die Zahl der Arbeitslosen im letzten Jahr ebenfalls gewaltig vermehrt. Ende September 1929 belief sie sich auf rund 1,2 Millionen, am 22. September 1930 wurden hingegen nicht weniger als 2,2 Millionen Erwerbslose gezählt. Auch Belgien hat bisher steigende Arbeitslosenziffern gemeldet. Und in den Bereinigten Staaten schätzt man die Zahl der Arbeitslosen gegenwärtig auf etwa 5--6 Millionen.
Eine gewisse Anzahl von Industriezweigen hat in allen Ländern nahezu gleichmäßig zu leiden, und zwar sind es regelmäßig die Zweige, die am stärksten international verflochten sind. So weist z. B. die Textilindustrie eine starke Arbeitslosigkeit auf. Ebenso können die metallverarbeitende und die Maschinenindustrie nirgends mit woller Produktionskapazität arbeiten. Und schließlich wird auch das Transportgewerbe, namentlich die Schiffahrt, von der Weltwirtschaftskrise überall in Mitleidenschaft gezogen.
Die hessische Beamtenschaft protestiert gegen die Beamtenhezze. Darmstadt, 16. Oktober. Der Gesamtvorstand des Hessischen Beamtenbundes hat eine Entschließung gefaßt, in der es u. a. heißt:
,, Die hessischen Staatsbeamten, Polizeibeamten und Leh
Lohn und Arbeitszeit in der
amerikanischen Eiſenindustrie.
Einsicht, daß die Weltwirtschaftskrise nur dann bekämpft werden kann, wenn es gelingt, das gesamte internationale Preisniveau zu senken, und daß diese Senkung ohne eine Herabseßung der Arbeitskosten undenkbar ist, beginnt sich auch in den Ländern, die bisher als die Länder der hohen Löhne galten, mehr und mehr durchzusetzen, vor allem in den Vereinigten Staaten und England. So hat der Direktor des eisenindustriellen Konjunkturforschungsbüros der Universität New York, Dr. Lewis H. Haney, kürzlich im Rahmen einer Untersuchung über Lohnhöhe und Konjunktur die Frage gestellt:
Warum zählt man jezt nicht höhere Löhne, um das Geschäft besser zu gestalten? Warum bringt man die fvitheren Ansichten, daß höhere Löhne die Kaufkraft steigern und das Geschäft günstig beeinflussen, jetzt nicht zur praktischen Anwendung? Dr. H. Haney fügt selbst sofort hinzu, daß heute die amerikanischen Eisenindustriellen erwiderten, sie könnten unmöglich zu einer Lohnsteigerung zu diesem Zwede übergehen, weil die Preise zu niedrig und die Verdienste schon zu sehr herabgedrückt seien. Höhere Löhne würden sie nur zu einer Schließung der Betriebe zwingen. Tatsächlich hat denn auch die amerikanische Wirtschaft in vielen Industrien die Löhne bereits gesenkt, eine Tatsache, die die„ llsine" in Nr. 34 vom 23. August mit der Bemerkung begleitet:„ Es droht von dieser Seite der durch Lohnsenkunger verbesserten Konkurrenzlage Ameritas eine große Gefahr, und man darf sich nicht verhehlen, daß alle unsere europäischen Industrien versuchen müssen, billiger zu produzieren." Auch in England ist das Problem der Lohnsenkung schon seit langem akut. Bericht der„ Vossischen Zeitung" vom 27. 8. 1930. Die Weltsorge der Arbeitslosigkeit" stellt hierzu fest, daß der Normallohn des organisierten englischen Arbeiters heute noch 50 sh. pro Woche ausmache, daß aber die Führer der großen englischen Industrien, die auf den Massenerport und auf den Wettbewerb auf dem Weltmarkt angewiesen sind, die Auffassung ver treten, daß 35 sh. in Zukunft der Normallohn sein werde, bei dem es möglich sein würde, für englische Waren wieder eine leidliche Absatzchance außerhalb Englands in Aussicht zu stellen. Man sieht, die amerikanische Eisenindustrie ist auf demselben Standpunkt angelangt, den die deutsche Eisenindustrie bereits seit Jahren vertritt und um den der deutsche Bergbau jetzt eben rämpft. Löhne sind eben nur der Preis der Arbeit und können nur mit den Erlösen bezahlt werden, die für die mit dieser Arbeit hergestellten Fabrikate erzielt werden. In England sind verschiedentlich Lohnsenkungen nicht nur durchgeführt, sondern sogat freiwillig von den Gewerkschaften, die dort offenbar die weltwirtschaftliche Verflochtenheit der nationalen Industrien besonders klar einsehen, angeboten worden. In diesem Zusammenhange ist die Frage der Arbeits
,, Gießener Zeitung"
Nr. 83
rer müssen mit Entrüstung feststellen, daß die Reichsregie-| ständigen Grundbuchamt zu stellen. Zuständig ist das Grund rung der augenblicklichen Stimmung gegen die Beamtenschaft durch eine weitere Kürzung der Beamtengehälter Rechnung tragen will. Der Hessische Beamtenbund warnt vor der sinnlosen, in allgemeine Voltsverhezung ausartenden Beamtenheze und fordert von der Regierung Schutz der Beamtenschaft. An der ungünstigen Entwicklung der finanziellen Lage sind nicht die Bamten und ihre Bezüge schult Tye hessische Beamtenschaft fordert eingreifende Verfassungs- und Verwaltungsreform, scharfste Maßnahmen zur Unterbindung der Steuer- und Kapitalflucht, Beschaffung von Arbeit und Unterstützung, Einleitung einer ehrlich gemeintén und rücksichtslos durchgeführten Preissenkung und Senkung der Zinsspanne, bevor eine weitere, einseitige und ungerechte Belastung der Beamtenschaft überhaupt in Erwägung gezogen wird."
buchamt, von dem das Grundbuch für das belastete Grundstüd geführt wird. Wird der Antrag nicht rechtzeitig gestellt, so er lischt das aufgewertete Recht am Grundstück und wird, soweit es noch im Grundbuch eingetragen ist, von Amts wegen gelöscht.
Gehaltstürzungen.
Berlin. Sämtlichen Angestellten( Nichtbeamten) der Reichsbehörden wird grundsätzlich zum 31. März 1931 friſtgemäß gekündigt werden. Diese Maßnahme verfolgt den Zweck, neue Arbeitsverträge abzuschließen, die eine Kürzung der Einkommen um durchschnittlich 6 v. H. vorsieht.
Aufdeckung einer Spionageorganisation in Bukarest.
Bukarest, 17. Oktober. Die politische Polizei hat eine weitverzweigte Spionageorganisation aufgedeckt und fünfzig Angehörige der Organisation verhaftet. Die Spione sollen im Dienste Sowjetrußlands gestanden haben. In der Provinz wurden 35 Mitglieder der Organisation festgenommen. Nur ein ganz kleiner Teil der Agenten konnte nach dem Ausland fliehen. Bei Haussuchungen wurden verschiedene photographische Kopien von militärischen Geheimdokumenten gefunden.
Deutsches Malz oder tschechisches?
Wie Bata künftig in Deutschland seine tschechischen Schuhe produzieren und damit den deutschen Markt überschwemmen will, so hat die Erhöhung des deutschen Malzzolles auf 28 Mart pro Doppelzentner einige tschechische Malzfabriken zu ähnlichem Vorgehen veranlaßt. Sie haben bereits Pacht- und Lohnmalzverträge in Deutschland abgeschlossen, um dadurch die Zollschranken zu überspringen. Es dürfte für den Reichstag eine lohnende Aufgabe sein, solchen Tendenzen einen Riegel vorzuschieben.
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Durchführung des Gesetzes
über die Bereinigung der Grundbücher.
Nach einer Bekanntmachung des Hessischen Justizministeriums haben die Gläubiger solcher Hypotheken, Grundschulden, Rentenschulden und Reallasten, die nach dem Aufwertungsgesetz aufgewertet sind, deren Auswertung im Grundbuch aber och nicht eingetragen ist, den Antrag auf Eintragung der Aufwertung des Rechts spätestens bis zum 31. März 1931 bei dem zu
Der bezeichnete Rechtsverbust bedroht insbesondere alle im Grundbuch eingetragenen noch auf( Papier-) Mark lautenden Rechte, die( weil keine Rückzahlung erfolgt war), ohne eine Anmeldung bei der Aufwertungsstelle kraft Gesetzes aufgewertet sind, und ferner die Rechte, mögen sie gelöscht oder noch ein getragen sein, für die( weil eine Rückzahlung bereits erfolgt war) zwar die Anmeldung des Anspruchs auf Aufwertung bei der Aufwertungsstelle erfolgt, aber fein Antrag an das Grund buchamt auf Eintragung des Aufwertungsbetrags in das Grundbuch gestellt worden ist.
Bett in den Vereinigten Staaten besonders interessant, bie eben jetzt in einer zusammenfassenden Uebersicht des arbeitsstatistischen Büros behandelt wird. Vor dem Kriege arbeiteten die meisten Betriebsabteilungen der Eisen- und Stahlindustrie im Zweischichtensystem. Während des Krieges trat eine gewisse Neigung zur Anwendung des Dreischichtensystems ein. Jedoch fehrte man bald wieder zum Zweischichtensystem zurück. Erst im Jahre 1923 begann eine Bewegung, die zur Einführung des 8- Stundentages bei zahlreichen Betrieben führte. Typisch für die amerikanischen Verhältnisse ist dabei, daß dieser Uebergang nicht schematisch durch einen gesetzlichen Eingriff erfolgte, sondern daß die einzelnen Werke je nach ihrer Organisation und technischen Einrichtungen allmählich von der einen zur anderen Arbeitszeit übergingen. Auch heute ist bei dem Fehlen einer einheitlichen gesetzlichen Regelung in den Vereinigten Staaten der 8- Stundentag feineswegs allgemein eingeführt, sondern bei den einzelnen Firmen wird die verschiedenste Arbeitszeit je nach dem praktischen Bedürfnis verfahren. So kommt es auch, daß in zahlreichen Betrieben seit 1926 bis zum letzten Berichtsjahr 1929 wieder eine Verlängerung der wöchent lichen Arbeitszeit eingetreten ist. Bei den Hochofenwerken arbeitete 1% der Arbeiter 48 Stunden und darunter, 72% arbeiteten 48-60 Stunden, 26% ar beiteten über 60 Stunden je Woche. In den SiemensMartin- Stahlwerken ging die Zahl der Arbeiter, welche 48 Stunden und darunter arbeiteten, von 14 auf 7% zurück, während der Prozentsatz der 48 bis 60 Stunden arbeitenden Arbeiter von 64 auf 72 stieg. Der Rest der Arbeiter hatte eine darüber hinausgehende Arbeitszeit. Besondere Beachtung verdient in dem Bericht die Darstellung der Zahl der regelmäßig wöchentlich verfahrenen Schichten. Es zeigt sich ganz besonders hier die Möglichkeit der Amerikaner, die wöchentliche Ar beitszeit den wirtschaftlichen Bedürfnissen anzupassen. Wenn auch die tägliche Arbeitszeit verkürzt wurde, so fanden die Werke durch Einführung von Sonntagsarbeit einen Ausgleich in der Vermehrung der Zahl der Schichten, die regelmäßig von den Arbeitern in der Woche verfahren werden mußten. Insbesondere ist dabei be= merkenswert der hohe Prozentsatz der Arbeiter, die regelmäßig 7 Schichten fuhren, ohne daß ihnen die Möglichkeit zu einem freien Sonntag gegeben wurde. Und zwar trifft das nicht nur für die Hochosenwerke zu, die ihrer Natur nach auch Sonntags durcharbeiten, sondern auch in den Siemens- Martin- Stahlwerken arbeitete die Mehrzahl der Arbeiter 7 Schichten je Woche ohne freien Sonntag. Durch diese Beweglichkeit in der Gestaltung der Arbeitszeit hat die amerikanische Industrie weit gehend: Möglichkeiten, ihre Betriebsweise den wirtschaftlichen Verhältnissen anzupassen. Man sieht, die Arbeitszeit in dem reichen Amerika ist, was die Eisenindustrie anlangt, durchschnittlich länger als in den armen Deutschland, wo sie für die wichtigsten und zahlreichsten Gruppen 48 Stunden, für einzelne Kategorien bis zu 52 Stunden beträgt und wo eine Beweglichkeit wie in Amerika leider nicht gegeben ist.
Wirtschaftskrise und Weltspartag.
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Welt errichten.
teht er erhaben bald gilt er al Viele Mur als des Mensch Menichen Täti Wirksamkeit. und berechnet die Erde und h Kräfte der Waf fondern als 61 des Lebens err Zusammenwivte Menschen, so m einem Organis jung, diese Geg jorgt oft am b betraut. Die Zusam auch die Lehre
Wer in einer Zeit größter Arbeitslosigkeit und des Dar niederliegens der Wirtschaft vom Sparen spricht, muß auf den Einwand gefaßt sein, daß ein Hinweis auf das Sparen in solchen Zeiten nicht recht am Platze sei. Sparen könne erst dann in Frage kommen, wenn der notwendige Lebensunterhalt, das Existenzminimum, gesichert ist. Diesem Einwand läßt sich naturgemäß nicht viel Stichhaltiges entgegenhalten, man kann nur sagen, daß in solch schweren wirtschaftlichen Zeiten der Nutzen einer rechtzeitig geübten Spartätigkeit, der Zweck des Spar pfennigs als Notgroschen, offenkundig wird. Die starke Un sicherheit der wirtschaftlichen Konjunktur zwingt den Einzelnen, etwas zur Sicherung seiner Zukunft zu tun, und eine Sparrücklage ist nun einmal die beste vorsorgliche Zukunftssicherung. Zweifellos wäre die Auswirkung der gegenwärtigen Wirtschaftskrise noch fühlbarer, wenn nicht das in den letzten Jahren neu gebildete Sparkapital vielen einen gewissen Rückhalt geboten hätte und noch bietet. Gerade in Notzeiten, wie der gegenwärtigen, zeigt sich deutlich, daß die Hilfe, die die All: gemeinheit dem Einzelnen gewähren kann, immer nur begrenzt sein kann und durch seine Vorsorge ergänzt werden muß. Die Beziehungen zwischen Sparkapitalbildung und Wirtschaftskrise haben jedoch noch eine andere wichtige Seite. Von überallher ertönt der Ruf nach Kapital zur Ueberwindung des wirtschaft lichen Tiefstandes. Es wird Kapital zur Ankurbelung der Wirt schaft, zur Durchführung des Arbeitsbeschaffungsprogramms und zur Wiedereingliederung des Arbeitslosenheeres in das Erwerbsleben gefordert. Da genügend Kapital nicht zur Ver fügung steht, müssen Kredite gefordert werden, oder man rich tet den Blick auf das Ausland, das jedoch selbst unter Krisen: erscheinungen zu leiden hat. So ergibt sich von selbst die Not wendigkeit der heimischen Kapitalbildung bei den inländischen Sparinstituten sie ist die geeignetste und billigste Form der Kapitalbeschaffung. Sie gewährleistet auch die richtige Ver wendung der Kapitalien an der richtigen Stelle. So erweist schon diese kurze Ueberlegung die Berechtigung des Weltspar tages auch in diesem Jahr. Der Weltspartag foll zum Nach denken über die Lebensfrage unserer Wirtschaft, die Spar fapitalbildung, anregen.
Nahrung mit unsichtbaren Stoffen.
Wir leben vom Leben, das ist das Wunderbare in unserer Ernährungslehre; nicht vernichten wir das Leben der Nahrung, indem wir sie zu uns nehmen, sondern wir lassen es einfließen in unser Leben, und wir lassen die feinen Ströme und unsichtbaren Kräfte und Stoffe in unserer Pflanzennahrung besonders im Obst über Stoffe, die unsere Gesundheit und unser Leben erhalten, mit denen wir uns ernähren und die wir doch nicht sehen, ja nicht einmal ihre chemischen Grundstoffe kennen und noch weiter, wir erkennen sie nur an den guten Wirkungen, wenn sie zugegen sind und an den Krankheiten, die entstehen, wenn sie in der Nahrung fehlen. Wir kennen auch nicht den Chemismus, das ist der chemische Einfluß, den diese Stoffe im Kreislauf der Säfte im menschlichen Körper haben und dennoch, das Menschengeschlecht würde in kurzer Zeit degeneriert, verfallen und hinsiechen, wenn es nicht in seiner Nahrung jene wirksamen und heilsamen, aber unsichtbaren Stoffe vorfände.
Wir kennen diese Stoffe zunächst als Vitamine, über die in heutiger Zeit jeder Laie, jedes Kind schon einigermaßen Bescheid weiß. Es sind ferner feine che mische Stoffe, hormonartiger Natur, die auf die Drüsen im menschlichen Körper nachhaltigen Einfluß ausüben, es sind chemische, jedoch in ihrem Aufbau unbekannte feine Stoffe, die vor allen Dingen auf den Kreislauf des Blutes und weiterhin auf die Drüsentätigkeit Ein fluß haben. Hierhin gehören die Fermente und die ge heimnisvollen Spannkräfte der Mineralstoffe, die teils efektrischer, teils chemischer Natur sind, teils in biolo gischer Zusammenwirkung mit den Vitaminen ihre wohl taende Wirkung entfalten.
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auf dem Gebie die Bedeutung Innern, welch
Es erhebt sich nun die Frage, in welchen Nah rungsmitteln wir diese Stoffe in erster Linie zu suchen haben. Da müssen wir sagen, daß es die Obst- und Ge müsearten sind, in denen sie am reichlichsten vorkom men. Prof. Scheunert hat fürzlich ein Büchlein ge schrieben, in welchem er auf den Gehalt unserer Nahrung an Vitaminen hinweist. Wir finden dort, daß wir sowohl in unseren deutschen Früchten, wie insbesondere in den Apfelsinen, Zitronen und Tomaten ganz beson ders wertvolle Nahrungsmittel haben, die jene unsicht baren Stoffe und Kräft mit sich führen. Wie ich schon sagte, treten alle möglichen Krankheiten beim Menschen auf, wenn er sich nicht richtig ernährt und es steht fest, daß sich mancher Mensch in voller Mäßigkeit( jedoch reich an jenen feinen Lebensstoffen) besser ernährt, als die sich übersättigen und nur Brennwerte in sich hineinessen ohne jene Lebenswerte. Es ergibt sich also das Gesetz der Ernährung: Eßt täglich zu dem ge wohnten Essen, das jedoch in Mäßigkeit genommen werben soll, reichlich frisches Obst, damit die Nahrung bollwertig ist und die höchsten Gesundheitswerte in sich schließt. Eine solche Nahrung schüßt vor Krankheit und frühem Alter.
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