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Mittwoch, den 17. Dezember 1930.

rücksichtigung ihrer Position und im Vertrauen auf ihre Lei­stungsfähigkeit werden sie es wohl auch tun.

In der Gruppe Lahn der 1. Bezirksklasse hat Breidenbach durch den Sieg über Wiesenbach seinen 3. Tabellenplatz stark befestigt; die Marburger Germanen tamen tampflos zu zwei Punkten, indem„ Oranien" Frohnhausen auf eine Fahrt nach Marburg verzichtete. Es ist auch eine verzwickte Sache, wenn ein Verein auf eigenem Plazze keine Spiele abhalten darf, also auch keine Einnahmen erzielen bann und dann soundsooft nach auswärts fahren soll, nicht nur um die dort angesetzten, sondern auch noch die ehedem auf eigenem Plazze angesetzten Spiele auswärts auszutragen. Aber solche Maßnahmen sind immer und überall nur die Folgen davon, daß zuhause Unru­hen und tätliche Angriffe die ordnungsmäßige Durchführung der Spiele gefährden oder verhindern. In§ 3 der Fußball- Ordnung heißt es:„ Das Spielfeld ist von allen Seiten gegen das Ein­dringen der Zuschauer zu schützen. Für alle Ausschreitungen, die durch unsportliches Verhalten der Zuschauer infolge unge­nügender Aufsicht und Platzordnung eintreten, haftet der Platz­verein".

Der Fußballbund beschloß..

Die Dresdener Spesen bleiben. Schalke 04 vor der Begnadigung.

Der Gesamtvorstand des Deutschen Fußballbundes hielt am Sonnabend und Sonntag in Hannover eine Sitzung ab. Ueber diese unter Ausschluß der Oeffentlichkeit abgehaltene Tagung gibt der Bund folgenden Bericht heraus:

Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand die Erörterung über die allgemeine Lage, sowie die Durchberatung des Ent­wurfes zum Berufsspielerstatut. Zur allgemeinen Lage machte der Vorsitzende Linnemann eingehende Ausführungen. Der er­weiterte Vorstand schloß sich den Ansichten des geschäftsführenden Vorstandes einstimmig an. Jede Pauschale von Spesenvergütung ist unzulässig, mag die Summe noch so klein sein. Nur Ersatz für tatsächliche Auslagen darf vergütet werden, und zwar keines= falls über die in Dresden beschlossenen Höchstsäße hinaus. Den Vereinen kann jederzeit die Pflicht des Nachweises für veraus­agte Gelder auferlegt werden. Vom Bund ist inzwischen den Sportbehörden und den Vereinen ein Merkblatt über Steuer­fragen zugeleitet worden. Die eingehende Beratung über das Berufsspielerſtatut konnte nicht zu Ende geführt werden. Die weiteren Beratungen erfolgen auf einer Vorstandssitzung im Januar. Die Aussprache über die Kernpunkte ergeben eine er­freuliche Annäherung der Ansichten.

Der Antrag auf Begnadigung von Schalke 04 wurde nach Anhören des Vertreters von Schalke für den Augenblick ab= gelehnt, doch ist zu erwarten, daß in absehbarer Zeit im Hin­blick auf die Amnestie und im Einvernehmen mit dem westdeut­schen Spielverband eine wesentliche Milderung beschlossen wird. Von einer Besprechung des Bundes mit den Großvereinen verspricht man sich zur Zeit keinen Nutzen. Die Aussprachen haben inzwischen in den Landesverbänden teils mehrfach stattgefunden und bei der großen Mehrzahl der Vereine besteht nach den Aussagen der Landesverbände der Wunsch nach einer direkten Aussprache mit dem Bund nicht mehr.

Die Ausführungen über die Vorbereitungen zum Fifa- Kon­greß vom 21. bis 23. Mai 1931 in Berlin wurden zur Kennt nis genommen. Im Anschluß an den Kongreß kommt das Län­derspiel gegen Desterreich zur Austragung. Bei Spielabschlüssen mit ausländischen Berufsspielermannschaften wird in Zukunft von der Rückspielverpflichtung abgesehen. Der Bund folgt hier einem berechtigten Wunsch der Vereine, da sich in der Praxis die Rückspielverpflichtung des öfteren als schwer durchführbar erwiesen hat.

An seine Verbände richtet der Bund die dringende Bitte, in ihrem Bereich dafür einzutreten, daß an Erwerbslose von Vereinen die Plätze zum Ueben unter Leitung so bald als mög­lich zur Verfügung gestellt werden. Der Jugendtag 1931 wurde auf den 3. Mai 1931 festgelegt.

Aus Gießen und Umgegend.

Hermannia Kassel VfB. Gießen 5: 2( 3: 1).

,, Gießener Zeitung"

Garbenteich 1. Daubringen 2. 8: 2( 4: 0).

Im Verbandsrückspiel standen sich am vergangenen Sonn­tag in Garbenteich obige Mannschaften gegenüber. Daubrin­gen verzichtete schon vor dem Spiel auf die Punkte. In einem Gesellschaftsspiel, das der Gastgeber mit 8: 2 für sich entschei­den fonnte, bewies er, daß er seinem Gegner in Ballbehandlung und Schußvermögen überlegen war und auf eigenem Platze feinen Gegner zu fürchten braucht. Das Spiel stand unter der vorzüglichen Leitung von Schiri Kreiling- VfB. Gießen.

Auf einem Platz, der unter aller Kanone war, fand dieses Treffen statt. Der Spielleiter, Markert- Kassel, erwog ernstlich, ob der Platz überhaupt spielfähig sei, daß dabei von flüssigem Kombinationsspiel keine Rede mehr sein konnte, ist selbstver­ständlich. Der Spielverlauf war äußerst spannend und sah die glücklicheren Hermannen siegreich.

Aßlar 1. Großen- Bused 1. 3: 0( 0: 0).

-

Kommenden Sonntag spiel Garbenteich's Erste in Leih­gestern und muß derselbe Eifer aufgebracht werden, wenn die Mannschaft die Punkte gewinnen will..

Heuchelheim 1. Jgd. Großen- Bused 1. Jgd. 5: 0( 3: 0). Großen- Bused trat nur mit 9 Spielern an, trotzdem waren sie nicht so schlecht, wie das Resultat vermuten läßt. Der Kampf war fair und technisch reif. Heuchelheims Sieg stand außer Frage. Schiri Bed- Gießen gut.

Ein schönes, faires Spiel obiger Mannschaften, das nur unter den wenig guten Plagverhältnissen litt, mit denen sich besonders die Gäste nicht abfinden konnten. In der 1. Halb­zeit hielten die Gegner das Spiel noch offen und unentschieden, was hauptsächlich auf die gute Arbeit der Hintermannschaft zu= rückzuführen ist. Auf beiden Seiten wurden sichere Torchancen nicht verwertet. Kurz nach der Pause kann Aßlar in Führung gehen. Die Plazmannschaft bleibt auch weiter leicht im Vor­teil und erhöht bald auf 2: 0. Kurz vor Schluß verbessert Aß­lar durch eine recht harte Elfmeterentscheidung des Schiris auf 3: 0. Der Schiri war im übrigen sehr gut. Alles in allem ein verdienter Sieg Aẞlars.

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Süddeutschland- Norddeutschland 3: 1( 1: 0)., Edenverhältnis 8: 8( 7: 2).

Vor nicht ganz 20 000 Zuschauern fand am Sonntag nach­mittag im Frankfurter Stadion unter Leitung von Schiri Fuchs Leipzig das Repräsentativspiel zwischen Nord- und Süddeutschland statt. Die Leistungen des Südens waren die besseren und das Spielresultat ist gerecht. Wohl sah man bei den Norddeutschen prachtvolle Einzelleistungen, aber der flüssige Spielaufbau der Süddeutschen fehlte. Nach leicht über­legenem Spiel konnte der Süden in der letzten Minute der ersten Halbzeit durch seinen R. A. Welder in Führung gehen. Sechs Minuten nach der Pause erhöhte Haringer durch Fern­schuß auf 2: 0 und aus dem Gewühl vor dem Tore 4 Minuten später auf 3: 0 für Süddeutschland. Norddeutschland gibt den Kampf nicht auf. In der 57. Minute holte Ritter an Kreß vorbei das erste Tor für den Norden auf. Das Spiel wird härter und interessanter. Der Norden wird gefährlich, kann aber gegen die sichere Hintermannschaft der Süddeutschen nichts mehr erreichen.

Lollar 1. 2: 2( 0: 2) Steinberg 1. Am vergangenen Sonntag gelang es Lollar die Steinberger plötzlich zu überraschen, was obiges Resultat beweißt. Schon in den ersten zehn Minuten führte Lollar mit 2: 0. Dadurch wurde die Steinberger Mannschaft sehr nervös und es gelang ihnen nicht bis zur Pause einen Treffer zu erzielen, obwohl Steinberg sehr oft im Angriff lag. In der zweiten Halbzeit zeigten die Steinberger mehr Eifer und stellten bald durch ihren Rechtsaußen das Resultat auf 2: 1. Etwa 10 Minuten vor Schluß glich dann Steinberg noch mit einem verwandelten Elfmeter aus. Schiri Böcher Gießen leitete korrekt.

=

Odershausen 1.- Sport Kassel 1. 3: 8( 2: 4).

In Ockershausen war Schützenfest. Sport gewann verdient, wenn man auch in der ersten Viertelstunde an ein solch hohes Resultat nicht gedacht hätte. Odershausen fing recht vielver­sprechend an, hatte manch gute Chance, jedoch der Schuß fehlte. Sport bekam immer mehr die Oberhand und konnte bis zur Pause die Partie schon auf 4: 2 stellen. In der 2. Hälfte hatte dann Odershausen nichts mehr zu bestellen und Sport schoß noch weitere 4 Tore, denen Ockershausen nur eins entgegensetzen konnte. Das Spiel wurde seitens der Platzbesitzer recht hart durchgeführt und manchem Zuschauer dürfte die Lust an solchem Fußballspiel vergangen sein. Unverständlich war das Ver­halten des Schiedsrichters, da er fast nichts ahndete. Wer nicht ritterlich fämpfen kann, gehört nicht auf das Spielfeld. Die Zuschauer ließen mitunter auch den guten Ton vermissen. Die Kasseler Elf war mitunter im Spiel recht laut, was selbstver­ständlich unschön wirkte.

Hessen Hersfeld Germania Fulda 0: 0.

Das Unentschieden ist für die Fuldaer eine anerkennens­werte Leistung, denn es ist sehr schwer, in Hersfeld nicht zu verlieren, umsomehr, als die Fuldaer nach der Pause durch Verletzungen um zwei Spieler geschwächt wurden. Das Spiel selbst bot wenig Schönheiten, beide Mannschaften waren durch die Bodenverhältnisse behindert.

Borussia Fulda- Hanau 93 2: 5.

Ein faires Gesellschaftsspiel vor mehr wie 1000 Zuschauern, die allerdings durch die Leistungen ihrer Plazmannschaft ein wenig enttäuscht wurden. Hielt Borussia das Spiel in der ersten Halbzeit noch offen, so tamen später die Hanauer mehr und mehr auf. Der stärkste Mannschaftsteil der Gäste war ihr rechter Sturmflügel, bei Borussia der Mittelstürmer.

Kurhessen Kassel Hessen 09 Kassel 3: 0.

Die Bodenverhältnisse waren nicht günstig. Die Kurhessen fanden sich aber besser damit ab wie ihre Gäste und konnten mühelos gewinnen.

FC. Groß- Almerode 1: 1.

Nr. 100.

sem Wege z. B. allerlei Hautkrankheiten übertragen. Ganz be­sonders gefährlich ist es, wenn Familien, in denen eine an­steckende Krankheit herrscht, Wäschestücke oder dergl., weil sie zu groß oder zu klein sind, zum Umtausch bringen. Hier liegt eine Gefahrenquelle für die Allgemeinheit vor, auf die mit allem Nachdruck hingewiesen werden muß. Man stelle sich nur ein­mal vor, was man wohl dazu sagen würde, wenn man gezwun­gen wäre, ein Kleidungsstück zu kaufen, das bereits ein anderer getragen hat, von dem man nicht weiß, ob er gesund oder krank iſt.

SC. Grone Ueberraschend wurde Groß- Almerode mit dem Tabellen­letzten, der sich bravourös hielt, nicht wie gedacht, fertig. Auch hier fand die Gästemannschaft sich mit den Platzverhältnissen nicht ganz zurecht."

SpVgg. Göttingen SC. 03 Kassel 3: 6.

Der Bezirksmeister hat erwartungsgemäß Sieg und Punkte aus Göttingen mitgenommen. Der Sieg war aber erst in der Bis zur Pause konnten die eif­zweiten Halbzeit errungen. rigen Göttinger ihrem Gegner mit 2: 2 die Stange halten.

Krankheit durch Umtausch.

Was vom Umtausch gilt, gilt bis zu einem gewissen Grade

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auch vom Anprobieren. Auf diesem Gebiete leistet sich ja un- Redaktionsschluß früh

sere Frauenwelt häufig ganz besonderes. Man denke nur an das stundenlange Auswählen und Anprobieren von Hüten in den Hutgeschäften. Der Uebertragbarkeit von Erkrankungen auf diesem Wege ist in neuester Zeit durch kleine praktische Maß­nahme Rechnung getragen worden. In vielen Hutgeschäften hat sich die Sitte eingebürgert, den Kopf zunächst mit einer, nur für den betreffenden Kunden bestimmten Papierhülle zu bedecken und dann das Anprobieren der Hüte vorzunehmen. Man sieht also, daß bei einigem guten Willen auch auf diesem Gebiete Wandel geschaffen werden kann.

Von Dr. Curt Kayser, Berlin- Wilmersdorf. Wenn die Weihnachtstage vorüber sind, dann geht's noch einmal in hellen Scharen in die Kaufläden, aber nicht zum Einkauf, sondern zum Umtausch! Warum soll man nicht den Regenschirm gegen ein Opernglas, die Kaffeetassen gegen Grammophonplatten, den Photoapparat gegen einen Füllfeder­halter umtauschen? Aber dies war doch ausdrücklich gekauft unter der Zusicherung„ Umtausch vorbehalten". Gewiß wird man gegen solches Entgegenkommen der Geschäftsinhaber gegen­über dem Käufer nichts einzuwenden haben. Anders liegt da= gegen der Fall, wenn es sich um den Umtausch von Kleidungs­stücken handelt, zumal von solchen, die mit dem Körper in un­mittelbare Berührung kommen. Nur zu leicht werden auf die­

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Was soll meine Tochter werden?

,, Natürlich nur etwas ganz vornehmes" sagen sicher viele Mütter. In die große Stadt muß die Tochter, Sekretärin beim Herrn Minister, bei einem Generaldirektor oder so etwas ähn­lichem. Wenn dann aus all den schönen Träumen nichts wird, dann geht sie eben in die Fabrik. Man hat dann wenigstens die Freude, daß man eine Tochter hat, die seidene Strümpfe trägt und auch sonst ganz ,, modern" ist. Daß die Tochter eigent­lich auch etwas lernen sollte, was sie in ihrem ganzen Leben brauchen wird, nämlich einen Haushalt führen, das vergißt man sehr leicht, wenn man nur an das„ Vornehme" denkt.

So ganz langsam wird in manchen Familien doch wieder der Gedanke erwogen, die Tochter Hausangestellte werden zu lassen. Wenn sie in einer guten Familie Dienst tut, dann lernt sie vieles fürs praktische Leben. Nicht nur Kochen und Sau­bermachen. Warum soll in einer Arbeiterfamilie der Tisch nicht gerade so schön gedeckt sein als in einer guten Bürger­familie.? Geld gehört nicht dazu, aber Erfahrung und Geschick. Eine ausgezeichnete Anleitung für Hausangestellte ist soeben im Druck erschienen. Das kleine Heft heißt:„ Sausangestellte und Hausfrau", eine Anleitung von Elsa von Römheld.( Zu beziehen durch Frau v. Römheld, Darmstadt, Alexanderweg 14, für 1, R.-Mt. und Porto.) Die Verfasserin hat es verstan­den, den ganzen Tageslauf einer Hausangestellten lehrreich durch­zusprechen, wobei alle Fragen einfacher und größerer Haushal tungen ausgiebig erwähnt werden. Man kann die belehrende kleine Schrift auch als Nachschlagewerk für Angestellte und Hausfrauen betrachten, denn beiden gibt sie manchen praktischen Rat. Nicht unerwähnt bleiben darf der Unterton, der auf je= der Seite zu finden ist: Vertrauen der Angestellten zur Haus­frau und die Pflicht der Hausfrau, der ihr Anvertrauten eine Führerin zu sein. Die kleine Schrift kann sehr empfohlen wer­den auch solchen, die schon alles zu können glauben!

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