Einzelbild herunterladen

Mittwoch, den

Mittwoch, den 17. Dezember 1930.

milienvater in diesen Festtagen nicht voll Kummer in die Zu­kunft sehen brauchen; mancher Arbeitslose wird dann wieder Hoffnung haben können auf neue Arbeitsmöglichkeit.

Beherzigen wir diese Erkenntnis! Stelle ein jeder seine Weihnachtseinkäufe unter das Motto Zum deutschen Weih­nachtsfest nur deutsche Waren!"

In der Schule

könnte vieles getan werden, um Aufklärung zu schaffen auf den Gebieten, die in den Blättern vielfach zum Gegenstande kurzer Besprechungen gemacht worden sind. Wenn die schulent­wachsende Generation es als etwas Selbstverständliches kennt, daß der Deutsche deutsche Erzeugnisse zu kaufen hat, so kommt sicher der Tag, an dem es nicht mehr notwendig sein wird, reife Menschen dauernd mit der Nase darauf zu stoßen, daß sie in den Tag hineinleben! Wie kommt es überhaupt, daß so gedankenlos darauf losgewirtschaftet wird, wie man es immer und immer wieder sehen muß? Sollte da nicht ein ganz ge­wöhnlicher Egoismus die Hauptrolle spielen?! Gewiß ist es menschlich verständlich, daß wohl ein jeder das Bestreben hat, sich sein kurzes Leben im Rahmen der zur Verfügung stehenden Einkünfte so angenehm wie möglich zu gestalten, obgleich dabei leider gar zu häufig übersehen wird, daß es vielen, vielen Volksgenossen denkbar schlecht geht. Außerdem wird leider gar zu oft vergessen, daß man sein Wohlleben letzten Endes ganz einfach auf dem Rücken unserer nationalen Volkswirtschaft formt. Wer überlegte es sich wohl ernsthaft, morgens am Frühstückstisch, daß das knusperige Brötchen aus ausländischem Weizenmehl gebaden wurde obgleich der deutsche Bauer Millionen Tonnen unverkauften Roggen unter sich hat?! Oder ob das Ei zum Frühstüc etwa aus Dänemark kam

oder ob es deutschen Ursprungs ist? Es ist schon so häufig und so viel darüber geschrieben worden, daß der ganze Tageslauf ,, eines Menschen von Kultur" hier nicht nochmal wiedergegeben werden soll.

,, Gießener Zeitung"

gegend um Xheim besuchen kann? Wie beschäftigt es den Ge­schäftsmann mit Hunderten von Briefgängen, daß die Post An­meldungen zum Rundfunk entgegennimmt?

Welchen Nutzen hat der ausländische Briefempfänger da­von, aus dem Poststempel zu ersehen, daß in Deutschland Reise­schecks rechtzeitig bestellt werden müssen? Um der Allgemein­heit zu helfen, mag die Reichspost fürs große Ganze etwas tun. Unerschöpfliche Möglichkeiten sind hier auszuwerten, Stempel wie: Deutsche, kaufe bei Deutschen", Kauft deutsche Ware", ,, Deutsche Ware stets obenan", Jede Mark in deutscher Hand, tommt zugute dem ganzen Land", Hinein in den Deutschen Wirtschaftsverein", alles ohne parteipolitischen Geist, nur ge­tragen von der Jdee, die deutsche Wirtschaft voranzubringen.

Um aufs Thema zurückzukommen: Wie wundervoll wäre cs, wenn beispielsweise in der Geographiestunde ein kurzes Eingehen auf wirtschaftspolitisches Gebiet erfolgen müßte. Es könnte dann vielleicht geschehen, daß das stolze Wort des Bri­ten ,, British goods are best" auch in Deutschland einen Sinn gewönne. Vielleicht könnten wir es dann erleben, daß jeder, aber auch wirklich jeder, nur noch ,, Deutsche Ware stets obenan" propagiert und selbst danach handelt! Die Führerschicht muß sich dann aber zuvor gründlich umstellen. Kann man es dem Volk überhaupt übelnehmen, wenn es sündigt Führer selbst gegen all das verstoßen, was eigentlich Selbstver­ständlichkeiten sind? Ein Führer muß vorleben erst dann kann ihm die breite Masse nacheifern!

wo

-

Zur Vertretung des Handwerks im Deutschen Reichstag.

Nachdem der bisherige Abg. Dr. Rhode, Frankfurt am Main, sein Reichstagsmandat niedergelegt hat, ist nunmehr un seine Stelle Maurerobermeister Ruhl( WP.), Frankfurt am Main, getreten. Damit steigt die Gesamtzahl der handwerker­lichen Abgeordneten im Reichstag auf 23.

Wenn heute die Schule erkennt, eine wie große Aufgabe ihr zufällt, wenn sie planmäßig Aufklärung schafft, so viel und so oft es nur geht, dann sind wir einen bedeutenden Schritt vor­angekommen auf dem Wege, den zu beschreiten wir seit langem für richtig gehalten haben.

Zur Vertretung des Handwerks im Preuß. Landtag.

Durch Tod des Abgeordneten Beuermann( Deutsche Volkspartei) ist nunmehr Bäckerobermeister Fris Heinrich in Grünberg i. Schles. Mitglied des Preußischen Landtags für den Wahlkreis Liegnitz geworden. Damit steigt die Zahl der Vertreter des Handwerks im Preußischen Landtag auf 29.

Uebrigens kann uns bei der Arbeit die Reichspost in ge­radezu glänzender Weise im Dienste des Volksganzen, besonders jedoch zum Nutzen der Wirtschaft( von der sie lebt) helfen. Was fümmert es uns, daß man mit dem Postauto die Um­

Die Lohnsenkungspsychose.

Aus Nah und Fern.

Lohnabbau in der oberhessischen Metallindustrie.

Nr. 100.

dent Haufen schießen." Das Gericht ließ sich aber durch diese Drohungen nicht einschüchtern und verurteilte den Angeklag­ten, der bereits zehnmal vorbestraft ist, zu drei Jahren und drei Monaten Gefängnis.

Mit der Tariffündigung des Arbeitgeberverbandes der Me­tallindustrie im Lahngau und Oberhessen beschäftigte sich der Schlichtungsausschuß. Es wurde ein Schiedsspruch dahin ge­fällt, daß die Tariflöhne und Afforde ab 1. Januar bis 31. Juli 1931 um 6 Prozent ermäßigt werden. Ueber die Stellungnahme der Parteien zu dieser Schlichtungsausschuß- Entscheidung ist noch nichts bekannt.

Dillenburg. Während der Beamte der Fahrkartenausgabe auf dem Bahnhof Sechshelden sich zur Abfertigung eines Zuges auf den Bahnsteig begeben hatte, raubte ein Einbrecher die Kasse. Kassel. In der letten Sigung der Stadtverordneten wurde der von der deutschnationalen Fraktion eingebrachte Mißtrauens: antrag gegen den Oberpräsidenten Haas abgelehnt.

Schotten. Für den Ausbau des oberhessischen ,, Nürburg­ringes", so wird auch die Rennstrede ,, Rund um Schotten" ge= nannt, stehen etwa 2500 Mark zur Verfügung. Das nächste Ren­nen findet wiederum um die Pfingsttage statt.

Drei Schwerverlette.

Wiesbaden. Der Deutsche Rodelbund wird zum erstenmal die Deutsche Rodelmeisterschaft in Wiesbaden auf der neuen Rodelbahn Hohe Wurzel" zum Austrag bringen. Als Termin ist der 25. Januar vorgesehen.

"

Erge

2

Hermannic

Odershaufe Heffen Her Verein BB- A. Marburg Sport Raffel beffen- Hersfeld Boruffia Fulda bermannia Kaffe V. f. B. Gießen Spielverein Germania Fulda Odershausen

Köln. Jm Winter- Semester 1930-31 zählt die Universis tät Köln 5961 eingeschriebene Studierende. Hiervon haben 5613 Studierende Vorlesungen belegt, 345 Studierende sind be urlaubt. Außerdem haben 563 Gasthörer, 256 Studierende der Universität Bonn und 76 Studierende der Musikhochschule Köln private Vorlesungen belegt; an den öffentlichen Vorlesungen nehmen 640 Hörer teil, so daß die Gesamtzahl der Hörer 7496 beträgt.

Offenbach. Nach einer nationalsozialistischen Versammlung fam es auf der Sprendlinger Landstraße zu einer schweren Schlä­gerei. Hier fiel ein Trupp von Kommunisten über Teilnehmer an der nationalistischen Versammlung her, die sich auf dem Heim­weg nach Neu- Isenburg befanden. Drei Nationalsozialisten wur­den durch Stiche schwer verletzt. Die Polizei fand beim Ein­treffen Kommunisten nicht mehr vor und mußte sich darauf be­schränken, den Verletzten Hilfe zu leisten.

Wezlar. Als bei einer Verhandlung vor dem hiesigen Schöffengericht der Oberstaatsanwalt gegen einen 23jährigen jungen Mann aus Wetzlar, der sich wegen Rückfalldiebstahls zu verantworten hatte, eine dreijährige Zuchthausstrafe beantragte, erwiderte der Angeklagte: ,, Der Oberstaatsanwalt ist verrückt, wenn ich einen Revolver zur Hand hätte, würde ich ihn über

-

*

Die deutschen Bäder während des Winters. Wo ist Kurbetrieb?

Bad Nauheim hat ganzjährige Kurzeit( Bade- und Trink fur, Inhalatorium).

Bad Homburg. Die Winterkur( Bade- und Trinkkur) ist bis 31. März in gleicher Weise durchführbar wie im Sommer. Bad Soden am Taunus führt auch während des Winters Bade-, Trink und Inhalationsturen durch. Die Tennispläke werden im Winter als Spriteisbahn benutzt.

Königstein im Taunus. Sämtliche zum Kurbetrieb gehören den Häuser, Sanatorien, Hotels and Pensionen sind während des ganzen Jahres geöffnet.

Wiesbaden hat auch im Winter durchgehend vollen Kur betrieb für Bade, Jahalations-, Wärme- und Wasserturen. Bad Ems hat vollen Winterfurbetrieb( Bade-, Trink und Inhalationskur;. Pneumatische Kammern). Kurtare wird nicht erhoben.

Staff

Borujjia Kurheffen SpVgg. G

Grone

Einbed 05 Verein Großalmerode EC. 03 Kaffel SC. 05 Göttinge Aurheffen- Kaffel beffen 09 Kaffel SV. 05 Einbed Spvgg. Göttinge Fr. Grone

Bad Kreuznach hat ganzjährigen Kurbetrieb. Der Winter kurbetrieb dauert bis 30. April. Während des ganzen Winters, mit Ausnahme einer etwa 14tägigen Pause zur Jahreswende ,, stehen im Zentral Bäderhaus der Kurverwaltung jämt liche Kurmittel sowohl Radiumstartbäder, fohlensäure ,. Sauerstoffbäder, Solb- Inhalationen und Elisabethquelle- Trint zur Verfügung.

beschäftigt gebliebenen Arbeitnehmer zugunsten der bis­her arbeitslos gewesenen und nun neu eingestellten Kräfte. niemals aber eine Steigerung der Kaufkraft unseres Volkes bewirkt und damit die Grundlage einer vermehrten Produktion gelegt werden würde Das alles kann nur durch Senkung der Selbstkosten, d. h. in erster Linie der Löhne erreicht werden: es ist keine Lohnsen­fungspsychose, sondern die Feststellung einer Tatsache, wenn man davon redet. Im übrigen bedeutet praktisch etne Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich und nur von einer solchen ist die Rede- einen mindestens 16prozentigen Verdienstausfall für die Arbeiterschaft. Wenn schon die Arbeiterschaft bereit ist, einen solchen Verdienstausfall auf sich zu nehmen, so ist der andere Weg, für den sich auch die Reichsregierung eingesetzt hat: der Weg einer mit Preissenkungen verbundenen Lohnkürzung geringeren Ausmaßes ohne eine Aen­derung der Arbeitszeit für die gesamte Wirtschaft zwed­mäßiger, weil dadurch gleichzeitig eine Senkung der Selbstkosten herbeigeführt werden kann, die die Arbeits­zeitvorschläge der freien Gewerkschaften nicht ermög­lichen. Eine solche Verbilligung der Produktion ist und bleibt nicht nur der einzige Weg zur Absatzbelebung, sondern auch das einzig wirksame Mittel zur Ueberwin­dung der Arbeitslosigkeit.

Die Anträge der Parteien zur Behebung der Wirt­schaftsnot überstürzen einander. Kaum hat die sozial­demokratische Reichstagsfraktion einen Gesezentwurf verlangt, der zum Zwecke der richtigen Verteilung der Arbeitsgelegenheiten für die Dauer der außerordent­lichen Arbeitslosigkeit die vierzigstündige Arbeitswoche borsieht unter gleichzeitiger Verpflichtung zur Ein­stellung neuer Arbeitskräfte und außerdem noch eine ,, durchgreifende Preissenkung, insbesondere bei den Grundstoffen der Industrie, der Lebensmittel und an­derer Gegenstände des Massenbedarfs" gefordert, so er­klärt auch schon der Gewerkschaftsbund der Angestellten. daß das Regierungsprogramm eine schnellwirkende Hilfe nicht bringe. Angefeuert durch eine kurzsichtige Wirt­schaft jage die Regierung dem Phantom der Herbei­führung von Preissenkung durch vorherige Lohn- und Gehaltskürzung nach. Mit einer nur der eingesparten Lohnsumme gleichkommenden Breissenkung sei aber der Wirtschaft nicht geholfen. Nicht Lohn- und Gehaltsab­bau, sondern allgemeine Arbeitszeitverkürzung sei das sicherste Mittel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. ,, Schluß mit der wirtschaftsschädigenden Lohnsenkungs­psychose und Einführung des siebenstündigen Arbeits­tages oder der Fünftagewoche". Man kann diese An­träge nicht lesen ohne ein Gefühl des Neides darauf, wie klar und einfach sich die Dinge und die Probleme in diesen Köpfen spiegeln. Wenn wir in der Tat die Möglichkeit besäßen, das Problem der Arbeitslosigkeit, das für Deutschland noch weit bedrohlicher ist als für fapitalfräftige Länder wie England und Amerika, ein­fach durch Streckung der angeblich vorhandenen Arbeit zu lösen, so wäre es ja mehr als seltsam, wenn wir diese Mittel nicht längst angewandt hätten. Wir haben es auch seltsam, daß das die Gewerkschaften nicht zu nissen scheinen längst angewandt, ohne daß es ir­gendwelchen Erfolg gehabt hätte. In den meisten In­dustrien werden schon jetzt Kurzarbeit und Feierschichten in erheblichem Umfange angewendet. In der Metall­industrie z. B. leisteten im August d. J. 22,4 Prozent aller gewerkschaftlich organisierten Arbeiter Kurzarbeit, in der Textilindustrie waren es sogar 36,9 Prozent, und im Ruhrbergbau tamen in der gleichen Zeit auf jeden Bergarbeiter monatlich drei Feierschichten. Alle diese Betriebszahlen scheiden für die Anwendung der Arbeitszeitverkürzung natürlich von vornherein aus, da weder den Betrieben eine weitere Steigerung ihrer Selbstkosten, wie sie jede Arbeitszeitverkürzung mit sich bringt, noch den Arbeitern eine weitere Senkung ihrer Löhne, die sicher unter das Niveau der Arbeitslosen­unterstüßung sinken würde; zugemutet werden kann. Selbst wenn man im übrigen die sehr verwickelten Fragen nach der technischen Möglichkeit der Arbeits­zeitverkürzung einmal beiseite läßt, so ist es klar, daß im Falle einer allgemeinen Arbeitszeitverkürzung ledig­lich eine Verschiebung der Rauftraft der bisher noch

-

-

Preissenkung bis zum letzten Verbraucher.

turen

-

-

Bad Godesberg hat ganzjährigen Kurbetrieb. Das Bade haus ist in den Wintermonaten täglich außer Sonn- und Feiertagsgeöffnet. Ebenso ist täglich Gelegenheit zur Durch führung einer Trinkfür vorhanden.

Hersfeld hat Winterkurbetnieb eingerichtet( Trink- und Badekur). Konzerte und Tanztees finden im Kurhotel skatt: Eisenach. Bis 30. April werden im Sophienbad Bäder der Karolinenquelle abgegeben und Trintfuren vorgenommen.. Als Wintersportveranstaltungen sind vorgesehen: Am 26. Des zember Schauspringen, am 28. Dezember Jnselbergfahrt, am 4. Januar großes Sportfest.

Wiesenba Frohnhau

Verein Germania Mark Wallau Breidenbach 1900 Gießen Wiesenbach Sp. V. Weglar Frohnhausen

Niederzu Corbach VFR. K

Blau- we Sp. 1.

VfB. W

SB. La

Niederg

Laubad

Aglar

Verein

Niedergirmes Löhnberg Butzbach Ehringshaus Aglar Gr. Bused Weilburg

Laubach

Dille

Burg

Nied

Mert

Ver

Dillenburg

Burg

Sechshelden

Niederscheld

Offenbach

Manderbach Merkenbach Offdiln

Wenn m verlernt hätte

zeß, der sich

Ferdinand( g folgreicher un

Köln- Sülz

Grund der K Höhe von je

Wenn ein

jein wirkliche ter ungewöhn Arbeitnehmer flagen zu feh richtsnotorisch Natürlich ichichte. G Jahr und Ta feine Schritte entweder als Fähigkeiten f

es das? Do

denen sich eine Senkung der Verkaufspreise ohne Sen fung der Löhne durchführen läßt( allzu häufig sind sie ,. soweit man bisher die Dinge überblidt, bestimmt nicht): aber Fälle, in denen man zugleich die Löhne erhöhen und die Preise senten tann, fommen in Deutschland überhaupt nicht vor. Nicht einmal in den Vereinigten Staaten sind, abgesehen von der Ford'schen, unter beson deren Bedingungen arbeitenden Automobilindustrie, derartige Dinge möglich. Jm allgemeinen aber ist die Tendenz der Reichsregierung, die Wirkungen der Herab setzung der Kohlenpreise soweit wie möglich zu erstreden, umso mehr zu begrüßen, als nach den Feststellungen des Institutes für Konjunkturforschung die Verbilligung der Hausbrandkohle eine Verminderung der Konsumen tenausgaben um jährlich 90 bis 100 Millionen bedeu ten würde. Dieser Betrag dürfte nach Ansicht des In­stitutes zum Teil einer Zunahme des Hausbrandbe darfes an Kohlen zugute fommen, zum weitaus größe ren Teil aber für andere Verbraucherabgaben zur Ver fügung stehen. Fast noch wichtiger und bedeutungsvoller als die Bemühungen der Regierung um Herabſekung der Kohlenpreise für Hausbrand scheint uns indessen das gleichfalls in dem ministeriellen Schreiben ausge sprochene Verlangen zu sein, daß die Herabsetzung der Kohlenpreise auch in der Tarifpolitik der Kommuna betriebe( Gas, Wasser, Kraft- und Lichtstrom usiv.) in geeigneter Weise zum Ausdrud gelangt. Es ist ja nicht unbekannt, daß auf diesem Gebiet es sei nur an die Berlir. Zustände erinnert außerordentlich viel ge sündigt wird. Der Verbraucher fann es einfach nicht verstehen, daß er bei einem Gaspreis, der sich für den Erzeuger frei Behälter je nach Anlagegröße auf etwa 3 bis 5 Pf. stellt, beispielsweise in Berlin 18 Pf. bezahlen muß. Selbstverständlich muß man dem in diesem Preis neben den Verteilungskosten enthaltenen Steuerbetrag, der etwa von einem Privatbetrieb er hoben würde, als berechtigt anerkennen. Azu oft hat aber diese als Finanzzuschlag" bezeichnete Steuer eine gang anormale Höhe erreicht, weil gewisse Kommunen leinen anderen Weg sehen, ihre Fehlbeträge zu deden. Bei dem elektrischen Strom liegen die Verhältnisse ähnlich. Auch hier hat, wie das Berliner Beispiel zeigt, sich eine Entwidlung herausgebildet, die die be rechtigte Kritik der Deffentlichkeit herausfordert. Noch auffallender als in Berlin liegen übrigens die Verhält nisse z. B. in Potsdam, wo der Preis einer Kilowatt stunde 45 f. beträgt, während er sich in Berlin auf 16 Pf. hält. Man fann sich demgegenüber nur der Forderung des Reichswirtschaftsministers.inschließen, daß die Versorgungsbetriebe der öffentlichen Hand end­lich zu einer Breispolitik zurückkehren, die den verän derte Zeitverhältnissen Rechnung trägt. Die Senfung der kommunalen Tarife müßte allerdings beträchtlic über die durch Kohlenpreissenkung erzielte Ersparnis hinausgehen, denn wirklich der Verbraucher eine we sentliche Entlastung spüren soll.

Obgleich nach der zutreffenden Bemerkung Steger­walds von einem behördlichen Preisabbau nicht ge= sprochen werden darf, da ein Preisabbau nur organisch aus der Wirtschaft selbst herauszuwachsen vermag, ist es doch dankenswert, daß die Reichsregierung sich be­müht, den von der Wirtschaft durchgeführten Preis­senkungen auch ihrerseits zu einer möglichst weitgehen­den Auswirkung zu verherlfen. So wird die Auffor­derung des Reichswirtschaftsministers an die Länder, dafür zu sorgen, daß die vom Kohlensyndikat beschloi­sene Ermäßigung der Kohlenpreise sowohl beim in­dustriellen wie beim Hausbrandverbraucher restlos zur Auswirkung kommt, sicher allgemeine Zustimmung fin­den. Die Preissenkung muß sich in der Tat, wie es in dem ministeriellen Schreiben heißt, bis zum letzten Ber­braucher durchsetzen: nur dann erfüllt sie ihren Zweck, nur dann kann sie als ein wirkungsvolles Mittel gegen die Arbeitslosigkeit angesehen werden. Ob es freilich den zuständigen Landesbehörden gelingen wird, der Anregung des Ministers entsprechend die örtlichen Koh. lenhandelsorganisationen zu entsprechenden Breisherab­Segungen zu veranlassen, ist nicht so ganz gewiß. Denn wenn z. B. von der Regierung an den mitteldeutschen und ostelbischen Braunkohlenbergbau die Forderung einer Herabseßung der Preise für Industrie- wie für Hausbrandbrifetts gestellt, gleichzeitig aber dem Braun­fohlenbergbau eine Erhöhung der Schichtlöhne aufer­legt wird, so ist nicht recht abzusehen, wie sich beides miteinander vereinigen läßt. Es mag Fülle geben, in

aus den Reil

ballspieler, a Er und

den Kölnern als auf eine was jonit ge eine Angeleg

abmachte. Das gin Sülzer, deren

fannt war, m

tüchtigsten de Bis dan

betamen es n

ihmisen ihr Straße und

Rüdfehr zum ging zum R

an Hand vo

liegen eines natsgehalt i

tag fand nu

tehender Dr

Bei

führer

gen öft

als Ala

ner Ar