Einzelbild herunterladen

Nr.9

Die Bolts: führt dem tiche Reichspo

nube zu made e einen imme rat zur Verfi Belange alle ng ihres Perje

fördern.

rgang, Heraus

Gießener Zeitung

Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. - Für Aufbewahrung oder Rüd­

Konkordia- Be Redaktionsschluß früh 8 Uhr.-

ahrgang die fendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

ertes überrajd

in freundliche

in ihrer inter

n läßt. Die

otto dieses Ro

der 29 Reichs Den Grenzbahn um geflügelten

n durch deutsche

men Deutschland

Original- Bei nd mit Verjen

1931. Verlag Mt.- Diefer Freude und Be en unserer Zeit tarischem Wert

me verdient.

iedenartig die denen sie sich

Große Wunsch dieren Sie den en erschienenen

Heft 50 der hulkindern aus

Sffentlicht. Sie

vor dem Fest

talien" und die

- 3. Nr. 50 be allgemeine Be

in Gießen.

l!

dern

Groß

chsen,

halten. Bstädte

unser

als

inzu­

S

xon"

rtikeln,

Bilder

bellen.

gend­

Costen

e Ver

exikon

unsch,

Werke

Tie An­

ehlung

Be 28

Be 28

ist:

クチ

43. Jahrg.

Bolitische Rundschau.

( Gießener Tageblatt)

Zwischen den österreichischen Parteien laufen Verhandlungen über die Einsetzung eines Handelspolitischen Ausschusses im Nationalrot, dem die Aufgabe zufallen soll, die österreichisch­deutschen Wirtschaftsbeziehungen zu studieren und Vorschläge zur Borbereitung eines engen Wirtschaftsbündnisses bezw. eine Zoll­union mit dem Deutschen Reiche zu erstatten.

Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M.

Mittwoch, den 17. Dezember 1930

Im Berliner Westend- Sanatorium verschied der sozialdemo­fratische Reichstagsabgeordnete Johannes Hoffmann- Kaisers­lautern.

Die Gehaltsverhandlungen im Berliner Einzelhandel sind gescheitert. Die Arbeitgeber erklären in den Verhandlungen, die Gehälter der Angestellten um 10 Prozent fürzen zu müssen. Der einzige Vorschlag, der gemacht werden könne, sei der, daß das bestehende Gehaltsabkommen bis zum 31. Januar verlängert würde und daß dann neue Gehaltsverhandlungen stattfinden.

Nach freundlicher Aufnahme durch die spanische Bevölkerung und die deutsche Kolonie hat Kreuzer Emden" Montag Vigo ( Spanien) verlassen. Er wird am 23. Dezember in der Suda­Bucht auf der Insel Kreta erwartet.

к

In der Bundesversammlung des Bundes Oberland" in München wurde Fürst Starhemberg, der Bundesführer der Desterreichischen Heimatwehren zum Bundesvorsitzenden gewählt.

*

In ganz Polen herrschten am Sonntag und Montag sowie in der Nacht zum Dienstag gewaltige Schneestürme. Ueber 40 Züge sind im Schnee steden geblieben. In manchen Gegenden liegt der Schnee bereits zwei Meter hoch.

( Neueste Nachrichten)

Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reklame- Petitzeile 96 Pfg. Platz­vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung.

Nummer 100

nahme eines mittelfristigen, ab 1932 in mehreren Jahren abzu Was schenken wir zum Weihnachtsfeit.

deckenden Kredits, in Höhe des Restes von 31 600 000 Mark durch Uebernahme auf das Rechnungsjahr 1931.

In der litauischen Gesandtschaft in Berlin wurden die vom Völkerbund vorgesehenen polnisch- litauischen Verhandlungen er: öffnet, in denen die Fragen der Grenzzwischenfälle grundsäglich geregelt werden sollen.

51 Nationalsozialisten in Frankfurt a. M. verhaftet. Trotz des Verbotes des Polizeipräsidenten versuchten die Nationalsozialisten in Frankfurt a. M. am Montagabend, eine angekündigte Versammlung im Zoologischen Garten abzuhalten. Die Polizei schritt ein und verhinderte die Abhaltung der Ver= sammlung. Darauf versuchte ein Teil der Nationalsozialisten, trotz des polizeilichen Verbots, einen Demonstrationszug zu bil­dew. Die Polizei griff mit einem starken Aufgebot ein und zer­streute wiederholt die Demonstranten. Bis 22.30 Uhr waren 51 Personen festgenommen worden. Davon sind 45 in das Polizeigefängnis eingeliefert worden. Sechs Personen sind nach Feststellung ihrer Personalien wieder entlassen worden. Zwei Verhaftete, die auf der Wache epileptische Anfälle erlitten, muß­ten durch die Rettungswache ins Krankenhaus gebracht werden. Infolge der Unruhen mußte der Straßenverkehr im Innern der Stadt zum Teil umgeleitet werden.

Der finnische Reichstag hat einen Gesegesvorschlag ange= nemmen, wonach wieder Getränke mit einem Alkoholgehalt von 2,25 Gewichtsprozenten hergestellt und gehandelt werden dürfen.

Das Präsidium des Hauptvollzugsausschusses der Sowjet­union hat beschlossen, sämtliche Innenkommissariate der Sowjet­russischen Republik aufzulösen.

*

In Madrid herrscht wieder völlige Ruhe. Auch sämtliche Gewerkschaften haben die Arbeiten wieder aufgenommen. Da aus den Provinzen keine beunruhigenden Nachrichten vorliegen, fönnen die Umsturzversuche als gescheitert betrachtet werden. Der Belagerungszustand wird jedoch noch zunächst aufrecht erhalten.

181 Bankiers unter Anklage.

Paris, 16. Dezember. Das französische Justizministerium veröffentlicht folgende Note: Nach Ankündigung des Justizmi­nisters stehen in Paris zurzeit 181 Bankiers unter Anklage. Da­von befinden sich 35 im Gefängnis.

Ueber ganz Südanatolien tobt ein furchtbares Unwetter mit Sturm und Dauerregen, der besonders auch in den Städten Adana, Mersina und Adalia große Ueberschwemmungen verur: jacht hat. Im Sandschad Kosan stehen weite Streden unter Was­jer. Ueber das Schicksal von 18 abgeschnittenen Dörfern weiß man zur Stunde noch nichts.

Die Summe

der deutschen Reparationszahlungen.

Freiwilliger Arbeitsdienst.

Ueber die Einführung einer Arbeitsdienstpflicht wird seit langem viel geredet und geschrieben, je größer die Zahl der Erwerbslosen, dosto brennender ist die Angelegenheit gewor= den. Und doch stehen einer Arbeitspflicht außerordentliche, vor allem finanzielle Bedenken ernstester Art entgegen. Jetzt hat die Fraktion des Christlich- sozialen Volksdienstes im Reichstag einen Antrag eingebracht, der von der Reichsregierung ver­langt, daß sie bis zum 1. April 1931 einen Gesetzentwurf über die Einführung eines freiwilligen Arbeitsdienstes fordert.

Im englischen Unterhause wurde erklärt, daß die Gesamt­summe der als Reparationen und Besatzungskosten von Deutsch­land an die verbündeten Mächte geleisteten Zahlungen sich am 15. Dezember 1930 auf 19 711 Millionen Goldmark beläuft, d. h. 966 Millionen Pfund Sterling, von denen 571 Millionen Pfund Sterling in Sachlieferungen oder für den Zinsendienst bezahlt worden sind.

Internationale der Gottlosen.

Jif allen Tageszeitungen nehmen, einem natürlichen Zwange folgend, Besprechungen der wirtschaftlichen Schwäche Deutsch­lands einen erheblichen Raum ein. Damit wird jedem kritisch eingestellten Beobachter immer wieder mit aller Deutlichkeit vor Augen geführt, im welche verzweifelte Lage zahlreiche Ein­zelunternehmungen, die im Endeffekt und in ihrer Gesamtheit Träger der Volkswirtschaft sein müssen, geraten sind. Mit Ga­nierungen, Reformbestrebungen, Rationalisierungsmaßnahmen und dergleichen ist aber zu einer grundlegenden Besserung der Verhältnisse nicht zu kommen, wenn nicht das Uebel an der Wurzel gepackt wird. Das wesentlichste Moment, das immer wieder aus allen Schilderungen hervorsticht, ist zweifelsohne die ständig zunehmende Ueberfremdung auf allen Wirtschafts gebieten. Hiergegen können wir uns, wenn wir die Sache von der politischen Seite betrachten, schlecht oder nur unzureichend zur Wehr setzen, denn die Handelsverträge, an die wir gebunden sind, geben uns nicht die Möglichkeit, unsere Grenzen einer überreichlichen Wareneinfuhr zu erschließen. Die Grenzen. könnten aber trotzdem mit einem starken Wall umgeben sein, wenn sich jeder einzelne dagegen einstellte, ausländische Er­zeugnisse zu verwenden, wo es gleichartige oder ebenbürtige inländische Erzeugnisse gibt. Die heimische Erzeugung kann dem Käufer genau so viel Vorteile bieten, wie ausländische Unter­In dieser Hinsicht nehmungen auf ausländische Erzeugnisse.

könnten wir vom Auslande viel lernen. Glaubt etwa jemand im Ernst, daß beispielsweise in Frankreich jemals deutsche Par= fümerien bevorzugt werden könnten, daß der Franzose jemals unser stärkster Weinabnehmer werden könnte?;

Am Anfang dieses Jahres hat die bolschewistische Regie­rung in Moskau zur Ausrottung des immer noch im russischen Volke trotz aller Verfolgung sich regenden religiösen Lebens Bataillone der Gottlosen eingerichtet. Diese werden in Kur­sen unter Leitung dazu besonders befähigter Bolschewisten für diese Christenverfolgung ausgebildet. In erster Linie soll diese Christenverfolgung sich auf die rote Armee beschränken. Aber wenn genügend Bataillone der Gottlosen zusammengestellt werden können, soll ihre Tätigkeit insbesondere auch auf die Bauern ausgedehnt werden. Da in Deutschland durch die ver= schiedensten Maßnahmen der Kommunisten wie auch der Frei­denker und Sozialisten in der Agitation für den Kirchenaustritt gegen den christlichen Religionsunterricht in der Schule den Bolschewisten die Ernte auch für Deutschland reif zu sein scheint, haben sie beschlossen, die Zentrale der Internationale der Gott­losen nach Berlin zu verlegen. Der Christlich- soziale Volksdienst hat im Reichstag folgende Interpellation eingebracht: ,, Nach Zeitungsmeldungen aus Moskau will die russische Internatio­nale der Gottlosen ihren Sitz nach Berlin verlegen. Die Sow­jetunion erklärt, bei dieser Internationale eine ständige Ver­tretung unterhalten und sie durch Geldmittel unterstützen zu wollen.

Was gedenkt die Reichsregierung zu tun, um die Freiheit der Religionsgesellschaften zu sichern und so die Ruhe und Sicher: heit des Staates gefährdende Unternehmen zu verhindern?"

Weihnachten-

eine Angelegenheit bolschewistischer Agitation?

daß jemals ein Engländer die erstklassigen Fabrikate unserer deutschen Tuchindustrie kaufen würde?;

daß der Italiener aus Deutschland Produkte beziehen würde, die sein eigenes Land hervorbringt?;

Im Preußischen Landtag ist eine bezeichnende ,, Kleine An­frage" eingebracht worden, es heißt in ihr: ,, Durch die Presse geht eine Nachricht, wonach in der evangelischen Schule in Bötzow( Krs. Osthavelland) der Hauptlehrer K. mit evange­

das Urteil im Kleinen Bombenleger Prozeß" lischen Schulkindern ein lustiges Weihnachtsspiel" einübt, in

Altona, 16. Dezember. Das hiesige Schwurgericht hat heute im sogenannten ,, Kleinen Bombenleger- Prozeß" folgendes Ur­teil gefällt: Dr. Heilmann wird zu fünf Jahren und einem Mo­nat, und v. Wilamowitz- Moellendorf zu fünf Jahren Zuchthaus, Sambrock zu einem Jahr Gefängnis( unter Anrechnung von sie­ben Monaten drei Wochen Untersuchungshaft), Kroeger zu 150 RM. Geldstrafe( an Stelle von zwei Monaten Gefängnis) und Ammermann zu 200 RM. Geldstrafe( an Stelle von zwei Monaten zwei Wochen Gefängnis) verurteilt. Roch erhält we­gen Beihilfe ein Jahr Gefängnis( unter Anrechnung von zwei Monaten zwei Wochen Untersuchungshaft).

71,6 Millionen Defizit der Stadt Berlin. Berlin, 16. Dezember. Der Haushalts- Ausschuß der Stadt­verordneten- Versammlung stellte heute den Nachtragsetat für 1.930, wie folgt, fest: In der Einnahme auf einen Minderertrag pon 38 500 000 Mark und in der Ausgabe auf einen Mehrbetrag Don 33 100 000 Mart. Der ungedeckte Betrag von 71 600 000 Mark wird gedeckt in Höhe von 40 Millionen Mark durch Auf­

das es der deutschen Automobilindustrie jemals gelingen würde, den amerikanischen Markt mit deutschen Kraftfahrzeugen zu überschwemmen?

dem das Weihnachtsfest zu einem Werkzeug des Klassenkampfes erniedrigt wird.

Auf alle diese Fragen kann man nur mit einem ehrlichen ,, Nein" anworten.

Wie aber liegen die Verhältnisse in unserem wirtschaftlich schwachen Deutschland? Man braucht die Gedanken gar nicht einmal weit schweifen zu lassen, um festzustellen, daß stets und ständig ein bedenklicher Prozentsatz aller Deutschen ausländische Erzeugnisse bevorzugt. Es tostet kaum Mühe, festzustellen, was in vielen Haushaltungen und Gewerbebetrieben, ferner in Wirtschaften usw. an ausländischer Ware verkonsumiert wird. Das Ergebnis ist erschreckend.

Müssen es zum Beispiel ausgerechnet französische Seifen und Parfüms sein, die viele deutsche Frauen bevorzugen? Müssen sich die Männer mit amerikanischen Rafierappara­ten rasieren?

Müssen wir englische Stoffe, Schweizer Uhren, tschechisches Schuhzeug kaufen?

Dem satten Bürgertum in den Personen des Bankdirektors Hamstersack, des Oberstudienrats Schnüffel und des Kommer­zienrats Nasehoch, deren Kindern die Engel elektrische Puppen­herde und neue Autos bringen, wird die Welt der Arbeiter gegenüber gestellt, für die nicht einmal ein Weihnachtsbaum übrig ist. Ja, der Schupo nimmt dem armen Jungen sogar seine bescheidenen Spielsachen und der armen Frau den Kinder­wagen und verfolgt den Knecht Ruprecht mit dem Gummi­fnüppel. Ferner erscheint in dem Stück ein katholischer Pfarrer, der einen Engel ohrfeigt, und schließlich wird den Zuschauern erzählt, wie man früher in der Schule Prügel bekam, wenn man die biblischen Geschichten nicht auswendig konnte."

Die Abgeordneten des Christlich- sozialen Volksdienstes fragen nach dieser Schilderung des Vorganges: ,, 1. Sind der Staatsregierung diese Vorgänge bekannt? 2. Sind sie in der Presse richtig geschildert? 3. Was gedenkt die Staatsregierung

Müssen amerikanische Büromaschinen unsere Berufsarbeit verrichten helfen?

Müssen ausländische, vor allem amerikanische Autos in den Großstädten das Straßenbild beherrschen?

Müssen sich unsere Frauen mit Pariser Moden putzen? Müssen französische Weine aus belgischen Kristallgläsern getrunken werden?

Können wir es uns überhaupt leisten, ausländischen Luxus zu importieren?

Dürfen wir Jahr für Jahr Milliarden für Genußmittel­zwecke( also wiederum für etwas durchaus Entbehrliches) ins Ausland geben?

Wiederum kann eine ehrliche Antwort nur Nein lauten! Fehlt uns Deutschen eigentlich jedes Gefühl für Wirtschafts­fragen, daß wir trok unserer geradezu katastrophalen wirtschaft­lichen Lage einen großen Teil unserer Aufträge dem Auslande zuweisen? Ist es nicht bezeichnend, daß auf etwas Derartiges überhaupt hingewiesen werden muß, zumal schließlich jeder im Berufsleben stehende Deutsche genau wissen müßte, wie stark Unter diesen Umständen passiv unsere Handelsbilanz iſt? können wir bestimmt nicht an eine grundlegende Besserung der wirtschaftlichen Lage denken, so lange nicht jeder einzelne unse­res Volkes endlich einsehen lernt, daß wir mehr denn jedes andere Volk der Erde darauf bedacht sein müssen, so wenig wie möglich aus dem Auslande zu beziehen.

Leider Gottes gibt es eine ganze Anzahl von Rohstoffen, die wir aus dem Auslande beziehen müssen. Aber es ist kein Grund vorhanden, ausländische Fertigwaren zu kaufen. Ge­rade zum Weihnachtsfest, wo bekanntlich in Deutschland die größten Einkäufe in vielen Dingen getätigt werden, sollte sich jeder diese Gedanken vor Augen halten und sich sagen, daß jede Bevorzugung ausländischer Waren vor deutschen Erzeugnissen neue Wirtschaftsnot in Deutschland, also neue Arbeitslosigkeit schafft. Und wer fönnte es verantworten, speziell durch seine Weihnachtseinkäufe neues Elend über ungezählte Deutsche her­aufzubeschwören? Wenn jede Familie sich entschließt, unter den deutschen Weihnachtsbaum nur deutsche Erzeugnisse, deutsches Obst und sonstige Leckereien als Geschenk für die anderen Fa­

zu tun, um solchen Mißbrauch der Schule unmöglich zu machen?" milienangehörigen zu legen, dann wird mancher sorgende Fa­