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Samstag, den 17. Mai 1930.

Mädchens schließen lassen. Unter dem dringenden Verdacht ist der 20jährige Metgergeselle Otto Krombach aus Klafeld ver­haftet worden.

Etat ohne Steuererhöhung.

Limburg. Der Magistrat hat nunmehr den Haushaltsplan für 1930 vorgelegt. Er schließt in Einnahme und Ausgabe mit 2 045 800 RM ab gegenüber 1 900 919 RM im Vorjahre. Es bleibt bei den bisherigen Gemeindesteuern, und zwar 330 Pro­zent Zuschlag zur Grundvermögenssteuer, 360 Prozent Zuschlag zu den Steuergrundbetrtägen nach dem Gewerbeertrag und 400 Prozent Zuschlag zu den Steuergrundbeträgen nach dem Kapital, außerdem 70 Prozent Mehrzuschlag zur Gewerbeertragssteuer und 80 Prozent Mehrzuschlag zur Gewerbekapitalsteuer für Filialbetriebe.

Trier. Am 19., 20. und 21. Juli ds. Js. findet in der alten Garnisonstadt Trier eine Wiedersehensfeier der Kameraden des Inf. Regt. 29 mit Denkmalsfeier statt.

Regenstein. Am Sonntag hält der Königin Luise- Bund seinen Landesverbandstag auf der alten Burg Regenstein bei Heimburg ab. Aus diesem Anlaß wird der Hirz- Huy- Gau ein historisches Trachtenspiel zur Aufführung bringen.

8 Mark für einen Zentner Maitäfer. Braunschweig. Die braunschweigische Regierung hat den Maitäfern den Krieg angesagt. Mit Hilfe des zuständigen Dezernats der Braunschweigischen Landwirtschaftskammer soll dieser Krieg durchgeführt werden. Und da die Jugend auf die Maikäferjagd geht, soll sie im Kampfe gegen die braunen Tiere zu Hilfe gerufen werden. Der Zentner Maikäfer wird mit 8 Mark bezahlt. Die Maikäfer müssen beim Gemeindevorsteher oder beim Polizeipräsidium in Braunschweig abgeliefert werden. Befreiungsfeier in Kärnten.

Klagenfurt und Kärnten begehen bald die zehnjahrseier der Befreiungs- und Abstimmungskämpfe. Als Eröffnung der geplanten Festlichkeiten findet auf Einladung des Stadtrates von Klagenfurt Samstag, den 21. Juni 1930 der Bundestag Es werden des Desterreichisch- Deutschen Volksbundes statt. große Vorbereitungen getroffen zu einer machtvollen Anschluß­fundgebung. Am Abend werden auf allen Kärtner Grenzbergen Höhenfeuer leuchten. Die Fläche des Wörthersees wird zum erstenmale im Lichte von Scheinwerfern und von vielen tau­senben von Glühlampen erstrahlen Reise und Aufenthalt wird zu besonders ermäßigten Preisen ermöglicht. dungen, auch von Nichtmitgliedern, sind an die Hauptgeschäfts­stelle des Desterreichisch- Deutschen Volksbundes, Wien 9, Wäh­ringerstraße 25a, zu richten. Ameldeschluß am 25. Mai 1930. Festfolge und Einzelheiten der Reisedurchführung sind erhält lich bei der Landesgruppe Hessen und Hessen- Nassau der Deutsch­Desterreichischen Arbeitsgemeinschaft, Frankfurt a. M., West­endstraße 18.

Anmel­

Aufständische kommunistische Streitkräfte überfallen eine chinesische Stadt. Hier eingetroffenen Nachrichten zu­Santau, 16. Mai. folge haben aufständische kommunistische Streitkräfte die Stadt Simatau am Han- Kiang unerwartet überfallen und ausge= plündert. Nach den vorliegenden, allerdings noch unbestätig­ten Meldungen, sollen bei dem Ueberfall etwa 200 Einwohner der Stadt getötet worden sein.

Man beachte die billigen Sommerpreise!

,, Gießener Zeitung"

Sportliches Allerlei.

Großer Preis von Deutschland für Motorräder.

Die Oberste Motorradsport- Behörde( O. M. B.) hat die Ausschreibung für den Großen Preis von Deutschland für Mo­torräder auf dem Nürburgring am 29. Juni 1930 verschickt. Die­ser Wettbewerb ist das bedeutendste Motorradrennen der ganzen Saison und ist das einzige motorradsportliche Ereignis Deutsch­lands, das auf dem internationalen Terminkalender der klassi= schen Ereignisse steht. Ausschreibungen können von der Ober­sten Motorradsport- Behörde, Berlin W. 62, Kurfürstenstr. 118, bezogen werden.

Um den Fußball- Kampfspielpotal.

Berlin gegen Südostdeutschland.

Da Norddeutschland in diesem Jahre auf die Teilnahme am Kampfspielpokal verzichten mußte, da der Norden wegen seines Jubiläums bereits feste Verpflichtungen eingegangen war und nicht in bester Besetzung in Breslau hätte antreten können, mußte nach der diesjährigen Regelung in der Kampfspielpokal­frage der Südosten einspringen. Am Haupttage der 3. Deut­schen Kampfspiele, am Sonntag, den 29. Juni, wird nun auf der Schlesierkampfbahn der sensationelle Kampf des Südostdeutschen Fußballverbandes gegen den Verband Brandenburgischer Ball­spielvereine erfolgen.

Neue Bücher.

Heimatbildung.

Der Schauplatz der Heimatbildung scheint unbegrenzt zu sein. Er geht in alle Dimensionen, auch in die unsagbaren und unsichtbaren des Metaphysischen. Darum muß der Hand- und Kopfarbeiier, der Mann aus dem Volke wie aus der Gesell­schaft an ihr teilhaben, in ihr aufgehen können. Und darum müssen alle Stellen, die Heimatbildung vermitteln und steigern können, sich in diesen Dienst begeben. Dann begegnen wir mit Erfolg der Entwurzelung unseres Daseins, dann begegnen wir auch der bösartig um sich greifenden Vernichtung der Landschaft und Volkheit durch die Technik. Unter ihrem Regiment ver= schwinden Berge, Wälder gleiten nieder, Seen werden Ma­schinenspeise, Flüsse werden Sklaven, Bäche müssen austrodnen, Tälerwerden gesperrt und ertränkt, alles unier der rechnerischen Gewalt des Kilowatt. Die Vögel meiden ohnedies schon die verdrahtete Landschaft. Was für ein Schicksal erwartet da den Menschen? Man sage nicht, die heue Generation wachse in die gegebenen Verhältnisse hinein und wisse nichts mehr von che dem. Niemals fann etwas Zerstörtes die Spur seiner Gewalt verwischen. Verwenden wir daher besondere Kräfte der Hei­matbildung auf das Problem des Heimat- und Naturschutzes, dort brennt's.- Obige Ausführungen entnehmen wir dem vor kurzem aus Anlaß eines Vierteljahrhunderts Arbeit der deutschen Heimatschutzbewegung von der Gesellschaft der Freunde des deutschen Heimatschutzes herausgegebenen Buche Der deut­sche Heimatschutz, ein Rückblick und Ausblick" Das Buch, dessen eigentlicher Zweck es ist, die Heimatschutzarbeit zu einer ful­turellen Angelegenheit des ganzen Volkes zu machen, verdient die Beachtung und Anteilnahme jedermanns, der noch Sinn und Liebe hat für Heimat, Volkstum und Gemeinde. 240 S. Preis 4,80 M, es kann nur von der Geschäftsstelle des Bundes Heimat­schutz in Berlin- Schöneberg, Grunewaldstraße 6-7, bezogen werden.

Heizt

Nr. 39.

In der Reihe der wissenschaftlichen Jahresbände des Volks­verbandes der Bücherfreunde, Wegweiserverlag G. m. b. H., Berlin- Charlottenburg 2, erscheint demnächst ein hochinter­essantes Werk, das das weite und so bedeutungsvolle Arbeits­gebiet der Psyoanalyse eingehend behandelt: Ernst von Aster, Die Psychoanalyse".( 295 Seiten in Halbleder gebunden, 2,90 RM.) Ein verständlich geschriebenes Werk.

C. Opiz: Verkehrs- Taschenatlas von Deutschland. 25. Aufl. Preis 7,50 RM, Verlag J. J. Arnd, Leipzig C 1. Man sollte es nicht für möglich halten, was in diesem famosen Atlas alles enthalten ist. Zunächst 57 farbige Landkarten im Taschen­format. Sie umfassen das Deutsche Reich mit allen Grenzge= bieten, Desterreich und die Tschechoslowakei. In dem 324 Sei­ten starten Ortsverzeichnis sind nicht weniger als 57 000 Orts: namen enthalten. Dort ist auch leicht festzustellen, zu welcher Provinz er gehört. Aus den Bezeichnungen ist auch zu ersehen, ob ein Ort Bahnstation ist. Das handliche Werk sagt uns fer­ner, welche Bahnlinien mit oder ohne Schnellzugsverkehr sind. Recht wertvoll ist die Kennzeichnung der Kraftfahrlinien, die zunehmende Bedeutung gewinnen. Für Versand, Dispo­sitionen, Propaganda, Zusammenstellungen von Reiserouten und Vertreterbezirken ist das Werk wie geschaffen.

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,, Marburg und seine Wälder", so betitelt sich ein neuer Führer durch Marburg, der von dem Vorsitzenden des Verkehrs­vereins, Verlagsbuchhändler G. Braun, verfaßt ist. Der Führer hat sich zur Aufgabe gestellt, jedem, der Marburg be= sucht oder sich dauernd dort aufhält, einen schnellen Ueberblick und eine gute Auskunft über alles zu geben. Preis 50 Pfg., mit Stadtplan 75 Pfg., und ist durch jede Buchhandlung er­hältlich.

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Das 5. Hesi der im Verlag von Elwert in Marburg er­scheinenden Heimatzeitschrift Hessenland" ist vor kurzem erschie= nen, diesmal im wesentlichen der Siadt Marburg gewidmet mit Beiträgen über die Entwicklung der Stadt in den letzten Jahren, über die seitherigen Festspieljahre und die in Kürze beginnenden Festspiele, Als Musikbeilage ist beigefügt die Komposition eines Marburgliedes von Otto von Pfister, kom­poniert von Professor Arnold Mendelssohn.

Preisausschreiben, die neben den ausgeschriebenen Gewin­nen jedem denkenden Leser von Nutzen sein können, sind verhält nismäßig selten. Besonderes Interesse dürfte daher das bis zum 25. Mai lausende Ausschreiben in Nr. 4 der Monatsschrift ,, Sonnenschein, Freude für Alle", Verlag Gustav Thomas, Biele­feld, erwecken. 60 Pfg. das Heft. Durch jede Buchhandlung, die Post oder direkt vom Verlag zu beziehen.

Ausgestellter Krach. Können Sie sich selbst rasieren? Wer zieht sich länger an, Mann oder Frau? Ja, was ist denn das alles? Das ist die Hygiene- Ausstellung in Dresden! Lesen Sie, was darüber in der Woche" steht im Heft 20.

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