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Samstag, den 17. Mai 1930.

der Münzgarität gesichert wissen. Diesen Erfordernissen wird durch ein besonderes Gesetz zur Aenderung des Bankgesetzes vom 30. August 1924 Rechnung getragen.

Mit der Annahme der oben kurz besprochenen Gesetze ist der Streit um den neuen Plan vorläuf. zur Ruhe gekommen. Die Aufgaben der innerdeutschen wirtschaftspolitischen Auswirkung dieser neuen Regelung harren noch der Lösung. Nach Klärung der außenpolitischen Lage wird es nunmehr notwendig, unver­züglich die entsprechenden Maßnahmen zur Belebung der deut­schen Wirtschaft in Angriff zu nehmen.

Der Pariser Sachverständigenplan hat angesichts des vor­geschlagenen Wegfalls der Industrieobligationen und der vor­gesehenen Verringerung des Beitrags aus dem Reichshaushalt im Vergleich zum Dawesplan schon darauf hingewiesen, daß sich nunmehr eine sofortige Wiederaufnahme des seit 1924 in Angriff genommenen Steuererleichterungsprogramms ermögli­chen ließe. Es braucht keiner weiteren Beweise mehr, um zu zeigen, unter welchem Steuerdruck die deutsche Wirtschaft lei­det. Das vorliegende Höchstmaß an Konkursen und Verglei­chen sowie die starke Arbeitslosigkeit zeigt es leider nur zu dent­lich. So muß denn die nicht mehr aufzuschiebende Steuerreform zu einer Erleichterung der gesamten Wirtschaft führen. Sie muß zugleich einen starken Anreiz zur Steigerung der Spar­tätigkeit abgeben, um hiermit die so notwendige innerdeutsche Kapitalbildung zu fördern. In den Kreis der Reform ist un­bedingt auch die vom Handwerk seit jeher bekämpfte Gewerbe­steuer einzubeziehen, die sich zu einer nicht mehr erträglichen Sonderbelastung ausgewachsen hat. Nur eine Heranziehung aller Steuerpflichtigen zu den kommunalen Lasten wird hier eine wirksame Senkung und zugleich einen gerechten Ausgleich nach sich ziehen. Das starke Ansteigen der steuerlichen Ge­samtbelastung zeigt ein Vergleich. Die Steuereinnahmen des Neiches, der Länder und Gemeinden betrugen 1913 rund vier Milliarden RM, für 1928 werden sie mit rund 12 Milliar­den RM angegeben.

Hinzu tritt noch die starke soziale Belastung, die für 1928 mit 5,9 Milliarden RM geschätzt wird. Rechnet man noch die Ausgaben für Wohlfahrtspflege und die Fürsorge für Kriegsopfer hinzu, so dürfte ein Betrag von 8,8 Milliarden RM nicht zu hoch gegriffen sein. Auch auf sozialem Gebiet werden sich die Ausgaben mehr als bisher der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft angleichen müssen. Wir denken hier in erster Linie an die Reform der Arbeitslosenversicherung, bei der ja die Kämpfe um die so notwendige Umstellung nicht abbrechen wollen und deren gegenwärtige Regelung leider zu sehr die nachteiligen Auswirkungen auf Arbeitsmoral und Reichshaus­halt zeigt. Die Sanierung der Reichsanstalt für Arbeits­vermittlung und Arbeitslosenversicherung muß von innen heraus erfolgen.

Wir verweisen weiter auf die ebenso dringende Verwal­tungsreform, eine Aufgabe, die zwar seit Jahren eine ausführ liche theoretische Erörterung gefunden hat, ohne indessen auch nur einen Schritt voran gekommen zu sein. Deutschland kann sich bei der großen oben besprochenen Reparationsverschuldung den Verwaltungsapparat in seinem bisherigen Ausmaß und Umfang einfach nicht mehr leisten.

Gießener Zeitung

Sparsamkeit am richtigen Platz.

Der Friderikus" erzählt folgende Geschichte: ,, Ein armer Berliner Straßenbahnführer ist gestorben. Als er vor vielen Jahren bei der damaligen Berliner Pferdebahn- A.- G. eintrat, deren Rechtsnachfolger die Stadt Berlin bezw. die B. V. G. wurde, mußte er eine Kaution von 50 Goldmark hinterlegen. Diese Kaution möchten die unbemittelten Erben gerne wieder­haben, weil sie sie gut für die Bestattungskosten brauchen kön­wen. Sie ist ja s. 3t. in Goldmark eingezahlt worden, nicht etwa durch die spätere Inflation entwertet, sondern im Stra­ßenbahnbetrieb verwendet und deshalb wertbeständig geblieben in Gestalt des Wagenparks, der Gebäude und sonstiger Anlagen. Aber die Berliner Verkehrs- Gesellschaft" braucht ihr Geld nötiger für die hohen Gehälter ihrer Direktor. Der wohlge­nährte Herr Brolat allein erhält ja wohl jährlich 85 000 Mark! Also will die B, V. G. mit den armen Hinterbliebenen han­deln und ihnen ohne Anerkennung irgendwelcher gesetzlicher Verpflichtungen" gerne 40 Prozent, also 20 Mark, gegen Ab­findungserklärung gnädigst auszahlen!" Furchtbar nobel!

Wir haben uns hinsichtlich der Besprechung der vorzu­

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Die deutschen Landkreise in München.

Am Donnerstag traien in München sämtliche deutschen Landkreise zu ihrer diesjährigen Haupt- Tagung zusammen. Sie ist besonders bedeutungsvoll, weil sie die einzige große fommunalpolitische Kundgebung in diesem Jahre ist. Diese Tatsache und die Wichtigkeit der Beratungsgegenstände hatte über 1000 Delegierte nach München geführt. Nach einer An­sprache des bayerischen Ministerpräsidenten Held führte der preußische Innenminister Dr. Waentig u. a. folgendes aus: ..... Die Entwicklung der kommunalen Kreisverwaltmng ist charakteristisch für die Selbstverwaltung überhaupt. Sie ist nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zwed." Landrat Dr. Schöne führte u. a. aus: Die Landkreise sind eine besonders glückliche Verwirklichung des Selbstverwaltungsgedankens im Steinschen Sinne... Die Grenze zwischen Selbstverwaltung und Wirtschaft wird vom Standpunkt der Landkreise in dem Sinne gezogen, daß die Verwaltungstätigkeit sich in dem zu erschöpfen hat, was zu unternehmen im Interesse der öffent­lichen Ordnung und Fürsorge unbedingt nötig ist und was der Privatwirtschaft deshalb nicht überlassen werden kann, weil feine Gewähr besteht, daß es wirklich getan, oder falls in An­griff genommen, nicht freiwillig oder unfreiwillig wieder ein­gestellt wird." Die Abgrenzung des Aufgabengebietes zwischen Landkreis und Stadtkreis wirft erneut die Frage der Entbehr­lichkeit von Eingemeindungen auf. Vielerorts ist bereits mit großem Erfolg der Versuch gemacht worden, die Lösung gemein­samer Aufgaben durch Zweckverbände zu ermöglichen..."

Die Lage in Vienenburg noch weiter ungewiß. Vienenburg, 16. Mai. Jm großen Krater am Harlyberge erfolgten weitere Abstürze in großem Ausmaß. Die Wirkungen dieser gewaltigen Abstürze werden sogar in dem über einen Kilometer entfernten Schacht II verspürt. Es sind bereits meh­rere tausend Kubikmeter abgestürzt.

Nr. 39.

suchenden von 1 080 000 Mitte Dktober 1928 auf etwa über Millionen Ende Februar 1929. Ueber die Entwicklung in den einzelnen Monaten gibt nachstehende Tabelle Auskunft: Jahr Zahl der am Schlusse des Berichtsmonats bei den Arbeitsnachweisen noch verfügbaren arbeitssuchenden Personen

Monat 1929

2 483 937

insgesamt

arbeitslos

Januar Februar März

2 895 893

2 820 214

3 115 868

3 049 706

2 555 094

April

I 835 475

I 711 665

Mai

I 488 551

I 349 833

Juni Juli

I 382 999

I 260 044

I 355 027

I 251 452

August

I 359 677

I 271 990

September Dktober November Dezember

I 403 251

I 323 603

I 627 439

I 557 146

2 100 910

2 894 798

2 035 667 2 850 849 Das Gesamtkontingent der zugelassenen ausländischen Landarbeiter betrug für das Jahr 1929 113 925. Den Hauptanteil hiervon erhielt der Landesarbeitsamtsbezirk Mit­teldeutschland mit 33 900. An letter Stelle steht der Landes­arbeitsamtsbezirk Bayern mit 1 250.

Auf dem Gebiete der Berufsberatung und Lehrstellenver mittlung trat der Geburtenrückgang noch nicht allgemein in dem Umfange in Erscheinung, wie man nach den Berechnungen hätte annehmen können. Der Zuwachs an Jugendlichen für das Kalenderjahr 1929 verminderte sich um 23 Prozent gegen­über dem Zuwachs aus dem Jahre 1928. Bei der Lehrstellen­vermittlung machte sich eine gewisse Abneigung gegen den Bäcker, Schlachter- und Schneiderberuf bemerkbar. Außer­ordentlich stark begehrt waren die Berufe des Autoschlossers, Buchdruckers, Schriftseters, Elektroinstallateurs, Friseurs, Feinmechanikers, Kochs und Konditors. Der Zustrom hierzu mag sich vielleicht aus der Vorliebe für körperlich leichte Ar­beit erklären. Auch das Baugewerbe fand von den schulent­lassenen Knaben eine starke Bevorzugung. Die Neigung zum Zimmerberuf trat etwa zurück. Beim Dachdecker-, Glaser­und Töpferhandwerk machten sich sogar erhebliche Schwierig­keiten der Lehrlingsbeschaffung bemerkbar. Die Berufsbera­tungsstellen wurden im Berichtsjahr 1928-29 von 223 180 männlichen und 166 692 weiblichen Ratsuchenden in Anspruch genommen. Von den in einen Beruf Eingetretenen wurden 95 819 männliche Jugendliche und 51 604 weibliche Jugend­liche in offene Lehr- oder Anlernstellen vermittelt.

Der Haushalt der Reichsanstalt schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 1 351 604 402 RM, davon waren eigene Mittel 1 021 029 402 RM, der Rest durchlaufende Mittel. Der Ausgleich war nur durch den Ansaz eines Reichsdarlehns in Höhe von 168 760 000 RM auf der Einnahmeseite zu er­reichen. An dem durchschnittlichen monatlichen Beitragsauf­kommen von rund 72 Millionen RM beteiligten sich die In­nungskrankenkassen mit 2016 000 RM. Der Aufwand der Reichsanstalt für die Arbeitslosenversicherung und berufsübliche Sonderfürsorge einschl. der Maßnahmen zur Verhütung und

Reichsmark.

Die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung Beendigung der Arbeitslosigkeit betrug 1 158 530 107,60 und Arbeitslosenversicherung in 1929.

nehmenden Reformen größter Einschränkung befleißigt, allein Die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung

die umrissenen Gebiete zeigen schon die großen Aufgaben, die Regierung und das Parlament nach der vorläufigen Klärung der Reparationsfrage einer Lösung zuführen müssen. Hier wird uns nur praktische Arbeit voran bringen können. Immer wird auch die Gesundung unserer Finanzen, verbunden mit einer erheblichen Lastensenkung, die erste Voraussetzung für eine Belebung der deutschen Wirtschaft bleiben. Dr. Br.

Eingestandene Kriegsgreuel der Andern.

Ein Buch des Schriftstellers Charles Vale Harrison, das den Titel, Generäle sterben im Bett" führt, erregt, wie das Hamburger Fremdenblatt berichtet, soeben in England beträcht­liches Aufsehen. Es bringt Enthüllungen über die Kriegsfüh= rung der kanadischen Truppen im Weltkriege. Selbstverständ­lich bestreitet man die Wahrheit der geschilderten Vorgänge, aber der Verfasser hat seinem Verleger gegenüber die feierliche Erklärung abgegeben, daß er alles, was er in seinem Buche be= hauptet, durch Zeugen belegen könne. Wir teilen aus dem Buch folgende Schilderung mit:

Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung hat Ende April ds. Js. den zwei­ten Bericht der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Ar­beitslosenversicherung für die Zeit vom 1. Januar 1929 bis zum 31. Dezember 1929 herausgegeben. Nach dem Bericht stieg die Zahl der bei den Arbeitsämtern verfügbaren Arbeits­

,, Im Sommer 1928 befand sich das kanadische Korps in der Nähe von Amiens. Vor einem großen Angriff hielt ein General eine längere Rede am die Soldaten, in der er an die Taten der Unterseeboote erinnerte und dann ausführte: Ich möchte nicht sagen, daß Ihr keine Gefan­genen machen sollt, das wäre gegen die internationalen Regeln. Ich will nur zum Ausdruck bringen, daß, wenn Ihr Gefangene macht, wir sie aus unseren eigenen Rationen füttern müssen." Der Angriff begann. Hunderte von Deut­schen, die durch das vorangegangene Trommelfeuer zer­mürbt waren, warfen ihre Arme in die Lust und liefen auf die Kanadier zu, um sich zu engeben. Und nun folgte das Schlachten, das sich nach der Schilderung des Verfassers, der selbst in der kanadischen Armee gedient hat, in der fol­genden Weise abspielte: Die Gestalten laufen auf uns mit komisch frampshaften Schritten zu, indem sie die Arme über die Köpfe halien. Wir eröffnen das Gewehrfeuer, indem sie vorrücken. Die Silhouetten beginnen zu stürzen. Das alles ist gerade so wie eine Schießübung. Wir rücken vor. Sie fommen näher, Hunderte von ihnen. Sie sind unbe­waffnet. Gile öffnen weit ihren Mund, als ob sie etwas von großer Wichtigkeit zu schreien haben. Zweifellos bitten Sie um Mitleid. Wir aber geben darauf nicht acht. Wir fahren fort zu feuern. Nun sind sie fast über uns. Ein Ausdrud von maßlosem Entsetzen ist auf ihren Gesichtern, während wir schießen. Weiter und weiter fallen die grauen Gestalten, einer nach dem anderen, bis nur noch eine Hand­voll übrig ist. Sie erkennen, daß ihre letzte Stunde ge­schlagen hat. Sie werfen sich in den Krater eines Kranat= loches. Sie fauern sich da zusammen. Einige unserer

Leute gehen an den Rand des Loches und schießen in die zusammengefnäulte Masse von Deutschen hinein. Jneinan­dergekrampfte Hände recken sich empor. Sie bitten beredt um Mitleid. Es gibt keinen Pardon. Unsere Leute schießen in den Krater. In wenigen Sekunden ist nur noch eine sich frümmende Masse geblieben."

Beim Lesen dieser Schilderung muß man an die Kriegs­lügenpropaganda der Entente denken, die das Märchen von dem gefreuzigten Kanadier erfand( Raport officiel anglais 29. 4. 1915) und damit die Welt in ungeheuere Erregung versetzte. Ein ehrlicher Franzose, Oberst Demartial, schrieb in seinem Buch ,, Wie unser Haß organisiert wurde: Wir unterdrückten unsere eigenen Greweltaten und machten aus den Deutschen die wilden Tiere Europas".

Mittels einer geistigen Blockade wird heute noch von der Ententepresse das Bekanntwerden der Wahrheit unterdrückt. Durch Filme und sogar durch Schulbücher erhält man noch heute die Greuellügen, besonders aber die Kriegsschuldlüge aufrecht und vergiftet die Seelen der fommenden Generationen. Es ist ein Gebot der Selbstachtung, daß das deutsche Volk nicht gleich­gültig an diesen Tatsachen vorübergeht. Nur wenn dem Haß der Nährboden entzogen wird, kann der deutsche Außenhandel aufblühen und zur Beseitigung der furchtbaren deutschen Ar­beitslosigkeit beitragen. Die Ententepresse verhindert, wie wir bereits erwähnten, das Bekanntwerden der Wahrheit. Die Totschweigetaktik, die die Ententepresse neuerdings gegenüber den Enthüllungen des Lord Carnods anwandte, zeigt das aufs deutlichste. Die Auslandsdeutschen, die gleichsam als Pioniere des deutschen Gedankens wirken, sind besonders berufen, diese Totschweigetaktik zu durchbrechen. Den tatoräftigen Männern fehlt es auch nicht am Willen. Wir müssen ihnen jedoch die geistigen Waffen zur Verfügung stellen. Nur wollen sie ver schont bleiben von den üblichen dickleibigen Büchern, über die ein Leiter des französischen Propagandadienstes treffend schrieb, sie böten Schimmelpilzen reichliche Nahrung. Willkommen sind aktuelle Zeitungsartikel über Kriegsschuld- und Greuellügen, die nicht genug von den Lesern unseres Blattes an ausländische Freunde und Bekannte geschickt werden können. Man schicke seine Zeitung an die in Frage kommenden Persönlichkeiten und kreuze die Artikel auffällig an. Gelegentlich der Bekämpfurg der Haßpsychose bietet auch der Deutsche Fichte- Bund in Hamburg ( Colonnaden 47) mit seinen rund 150 deutschen und fremdspra=

"

Gelbe Raucherzähne. Nach langem Suchen endlich das Richtige für meine Zähne. Nach dreimaligem Gebrauch blendend weiße Zähne, trotzdem dieselben durch vieles Rauchen braun und unschön wirtten. Ich werde nichts anderes mehr gebrauchen, als Chlorodont." B., Horst Berg. Chlorodont: Zahnpaste, Zahnbürsten, Mundwasser Einheitspreis 1 Mt. bei höchster Qualität. In allen Chlorodont­Berkaufsstellen zu haben.

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Kampf gegen die Kriegsschuldlüge.

Zehn Jahre sind nunmehr vergangen, Seitdem die Schuld uns aufgedrückt; Was hat das deutsche Volk begangen, Daß man es so darnieder drückt? Es fämpfte nur um seine Ehre,

Um sein Dasein, um das Vaterland, Weshalb schob man diesem stolzen Heere Lug und Trug zu und bedeckt's mit Schand!? Schamlos flingt es, wirklich unverfroren, Dieses schmähliche Versailler Dittat, Aus Haß und Neid ward es geboren, Das uns erdrüdet früh und spat! Soll es stetig weiter so bestehen? Nein, das will kein deutscher Mann, Lieber mit Ehren untergehen, Als ertragen solch' elenden Wahn! Das deutsche Heer zog zum schweren Kriege Im Vertrauen zu seinem güt'gen Gott, Er führte es von Sieg zu Siege Und dämpfte der Feinde Hohn und Spott. Es schlug sich stets mit reinen Waffen, War ringsum tief in Feindesland; Gott war mit ihm und ließ es schaffen, Daß unversehret blieb das Vaterland! Nun will man euch, ihr tapfern Helden, Einbrennen diese Lügenschuld; Die ihr bekämpfet viele Welten Truget die Leiden mit solch Geduld! Die Feinde haben euch nicht bezwungen, Drum fort mit diesem tückischen Vertrag, Durch Gewalt ward er uns aufgezwungen An dem ewig fluchwürdigen Tag!

Drum, deutsche Männer, deutsche Frauen, Ein heiliges Gebot ruft euch auf, Seid einig, fommt aus allen Gauen Kämpft für die Wahrheit in großem Hauf! Es darf die dunkle, schwarze Wolke Nicht weiter schmachvoll auf uns ruhn, Gott gibt schon Kraft dem deutschen Volke Daß es sich regt gegen der Feinde Tun!

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Konrad Scheel.

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