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Samstag, den 16. August 1930.

Lokales.

Vom Urlaub zur Arbeit,

Von Dr. med. Curt Kayser- Berlin- Wilmersdorf.

Für die große Mehrzahl der Bevölkerung sind die Tage Des Sommerurlaubs und der Badereise vorüber. Neu gestärkt ist man zu frohem Schaffen wieder in die Heimat zurückgekehrt. Treten aber manchmal schon nach kurzer Zeit Müdigkeit und Arbeitsunbust oder die alten Beschwerden, um derentwillen eine teure Badereise unternommen wurde, wieder ein, dann pflegt fälschlich zu folgern: ,, Die Kur hat wieder nichts

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genützt".

Der Wechsel der Tätigkeit und der Umgebung, die regel­mäßige und zwedmäßige Ernährung, evtl. unter Innehaltung einer besonderen Diät, der ausreichende Schlaf, das tägliche Baden in verschiedenen Heilquellen, an der See und dergl., alles dies verfehlt meist nie seinen 3wed, wenn es auf Anraten oder unter Kontrolle des Arztes vorgenommen wurde. Wer aber glaubt, daß eine vierwöchige Kur ausreicht, um dann die elf übrigen Monate des Jahres ungestraft gegen die Gesundheit wie ehedem sündigen zu dürfen, der mag sich auch über das Wiederauftreten früherer Beschwerden nicht wundern. Gerade wer im Urlaub Erholung, im Kurort Besserung oder Heilung gefunden hat, der sollte jetzt doppelt auf die Erhaltung seiner Gesundheit bedacht und bestrebt sein, seine Lebensführung, so­weit als möglich, der des Kuraufenthaltes anzupassen. Eine solche sogenannte Nachkur" ist nicht nur etwas für reiche Leute, sondern sie kann und sollte sich jedermann leisten!

Zunächst vermeide man einen zu schroffen Wechsel zwischen Urlaub und Arbeit. Man kehre nicht erst am Abend vor dem Urlaubsende heim, sondern möglichst schon etwas früher. Ganz falsch ist es, sich im Gefühl vermehrter Arbeitskraft Hals über Kopf in die Arbeit zu stürzen, um alles Liegengebliebene wo­möglich in wenigen Tagen aufzuarbeiten. Maßhalten und zweckmäßige Verteilung der Arbeit für die Erhaltung der im Urlaub wieder gewonnenen Kräfte ist vielmehr von ganz be= sonderer Bedeutung. Wem im Urlaub das Liegen und Baden gut getan, der versuche, wenigstens noch eine Zeit lang, zu Hause das gleiche. Für regelmäßige und ausreichende Nacht­ruhe kann man auch zu Hause Songe tragen, und im Essen und Trinken, entsprechend ärztlicher Vorschrift, sich so verhalten, wie im Kurort. Auch zu Hause kann man Luft- und Sonnenbäder nehmen oder für Verdauung und Schlaf nutbringend einen Spaziergang unternehmen. Kurz, man ziehe aus den gesund­heitlichen Erfolgen der Urlaubszeit die nötige Lehre und lebe auch die übrige Zeit des Jahres möglichst so, wie in den schönen Tagen der ,, goldenen Freiheit"!

Angemalter Kragen und Reißverschluß.

Es geht eine revolutionäre Welle durch die Männerwelt. Es ist der Männerwelt zu heiß geworden. Sie fürchtet, zu er­stiden. Sie protestiert gegen Weste und steife Brust. Sie deutet neidisch und eifersüchtig auf die Damen. Die neuerdings sogar auf die Strümpfe verzichten. Allenthalben iun sich Vereine zur Reform der Herrenkleidung auf. Die fühnsten Vorschläge werden gemacht. Aerzte und Wissenschaftler, Wandervögel und Lehrer, Kellner und sogar Beamte treten in vieler Herren Län­der für Bluse, Schillerkragen, Kniehose und Reißverschluß ein. Mit Wort und Schrift. Mit den Ansprüchen der Hygiene und der Aesthetik. Mit dem Hinweis auf das schwächere Geschlecht, das dank seiner vernünftigen Gewandung, schon das stärkere ge­worden sei. Und trotzdem! Trotzdem! Alle diese Proklamatio­nen, Anläufe und Entschlüsse haben noch nicht zu großen Resul­taten geführt. Man sah wohl zuweilen einen Herrn mit Knie­hose in der Straßenbahn und man erschraf, man sah wohl einen vereinzelten Kragenlosen mit weitgeöffneter Brust, und diese homerische Brust war nicht eben ästhetisch.

Man dachte plötzlich darüber nach, daß ein Lehrer mit Reiß­verschluß komisch wirken, daß ein Finanzbeamter mit angemal­tem Kragen allen Respekt verlieren würde. Man begriff plötz­lich, daß sich so viele Männer genau so fleiden, wie es ihre Väter zu tun gewohnt waren. Man begriff, daß sie nicht auf Panzer und Schlauch( Hosen) verzichten wollten, konnten.

Ja, wenn sie einmal alle dem Apollo von Belvedere glei­chen! Die Frauen sind in diesen Dingen hemmungsloser. Sie halten sich alle für die leibhaftigte Aphrodite und wenn es ihnen auch sonst niemand bestätigt, der Spiegel bestätigt es ihnen!

* Kauft nur deutsche Ware! heißt es jetzt umso dringlicher, wo Holland zum Kampf gegen deutsche Waren rüstet. Wir dür­fen daher nur deutsche Butter, deutschen Käse, deutsches Obst und Gemüse und deutsche Eier kaufen. Das ist die Pflicht der Selbsterhaltung.

* 15½ Prozent der gesamten Einwohnerschaft unserer Stadt in öffentlicher Fürsorge. Nach einer Ausstellung auf Grund von Ziffern des städtischen Wohlfahrtsamtes waren am 1. Juli in Gießen von rund 36 000 Einwohnern insgesamt 5 412 Per­sonen in öffentlicher Fürsorge, das sind 15% Prozent der ge­samten Bevölkerung. Von den Unterstützten waren 2676 Haupt­unterstützungsempfänger und 2736 Zuschlagsunterstützungsemp­fänger. Jm Rechnungsjahr 1929-30 hat die Stadt allein für öffentliche Fürsorge 782 218 Mark aufzubringen gehabt= 22,35 RM auf den Kopf der Bevölkerung. Aus diesen Ziffern iſt ersichtlich, wie stark der Einfluß der Erwerbslosigkeit auf die öffentliche Fürsorge auch hier geworden ist.

*

Neue Reichsbanknoten. In einigen Wochen wird die Reichsbank zwei neue Noten in den Verkehr bringen, einen Der Zehnmark­Zehnmark und einen Zwanzigmart- Schein. schein wird ein Sinnbild der Landwirtschaft, der Zwanzigmark­schein der Industrie darstellen. Die Zehnmartnote trägt das Bild des landwirtschaftlichen Theoretikers Thaer und die Fi­gur einer Schnitterin, während der Zwanzigmarkschein das Bild Werner von Siemens und die Figur eines Industrie­arbeiters zeigt. Die neuen Scheine werden in einer besonders widerstandsfähigen Papierart hergestellt werden.

* Aus dem Gerichtssaal. Ein von auswärts stammender junger Mann stand unter der Anklage der schweren Urkunden­

,, Gießener Zeitung"

fälschung und des Betrugs. Dem Angeklagten konnte nur die Unterschlagung nachgewiesen werden u. wurde er zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Einem Mühlenbauer wurde zum Vor­wurf gemacht, daß er einem auswärts wohnenden Mühlenbe= sitzer durch Vorspiegelung falscher Tatsachen über seine Vermö­gensverhältnisse und durch Fälschung von Wechselakzepten finan­ziell geschädigt habe. Der Angeklagte wurde mangels ausreichen­den Beweises freigesprochen.

* Luftpostverkehr. Mit dem um 8,20 Uhr hier ankommenden ( Richtung Frankfurt a. M.) und um 8,30 Uhr hier abgehenden ( Richtung Hannover) und um 18,25 Uhr( Richtung Frank­furt a. M.) hier abgehenden Flugzeugen werden Luftpostsendun­gen( gewöhnliche und eingeschriebene Briefe, Postanweisungen und Pakete mit der Bezeichnung Luftpost") weiterbefördert. Schlußzeiten: 1, für die Luftpostsendungen in nördlicher Richtung ( Hannover usw.) a) für gewöhnliche Briefe spätestens 8,20 Uhr bei der Posthilfsstelle Flughafen, spätestens 7,30 Uhr beim Post­amt 1; b) für die übrigen Sendungen spätestens 7,20 Uhr beim Postamt 1. 2. für die Luftpostsendungen in südlicher Richtung ( Frankfurt a. M.) a) für gewöhnliche Briefe spätestens 18,25 Uhr bei der Posthilfsstelle Flughafen, spätestens 17,35 Uhr beim Post­amt 1; b) für die übrigen Sendungen spätstens 17,25 Uhr beim Postamt 1.

* Zur Versendung von Betäubungsmitteln ins Ausland muß der Absender gleichzeitig der Post den von der Zollstelle be­scheinigten Betäubungsmittelbegleitschein oder das Postausgangs­buch sowie einen Ausfuhrschein nebst Zweitschrift vorlegen. Es muß daraus hervorgehen, daß das Reichsgesundheitsamt die Aus­fuhr mit der Post nach dem Bestimmungsort genehmigt hat.

* Von der Universität. Der Leiter des Instituts für experi­mentelle Psychologie und Pädagogik, Prof. Dr. Friedr. San= der, wurde zum planmäßigen außerordentlichen Professor für Psychologie und Pädagogik an der Universität ernannt.

* Aus dem Stadttheater. Mit Shakespeares Liebesleid und Lust" wird am 24. August, nachmittags, die Gießener Wald­bühne wieder eröffnet.

* Der Hessische Evangelische Bund wird seine diesjährige Hauptversammlung vom 30. August bis 1. September in Schlitz abhalten. Die Schlitzer Tagung wird erneut zur politischen Aktivierung des evangelischen Volksteils Stellung nehmen. Im Hinblick auf die bevorstehenden Reichstagswahlen ist diese Tat­sache besonders beachtlich.

* Der Hessische Schlossermeister- Verbandstag, der am 24. Au­gust stattfinden sollte, ist auf den 21. September verlegt worden. Die Tagung findet nach wie vor in Dieburg statt.

* Geflügel: und Vogelzuchtverein Gießen u. Umg. 1897 e. V. Beim Gastwirt Henkel findet heute, Samstag, abend 8,30 Uhr eine Monatsversammlung statt.

* Eine ADAC.- Wanderfahrt nach Italien für Motorräder und Kleinwagen wird vom 10. bis 21. September in Form einer zwanglosen Gesellschaftsfahrt durchgeführt.

* Ehem. Artilleristen. Am 30. und 31. August d. J. treffen sich in der alten Garnisonstadt Mainz die ehemaligen Angehö­rigen der Feldartillerie- Regimenter 27 und 63, Fußartillerie­Regimenter 3 Gfz. und 18, sowie deren Kriegsformationen bei einem großen Wiedersehenstag. Anfragen an folgende Kame= raden: F. A. R. 27: Martin Meyer, Mainz, Stahlbergstr. 33, F. A. R. 63: Obertel. Sefr. Bigalfe, Mainz- Kastel, Friedrichstr., FB. A.R. 3: Naffin, Mainz Langenbeckstr. 28, FB. A. R. 18: Gustav Metzke, Mainz, Ludwigstraße( Annoncenexped. Frenz).

Straßensperrung,

mitgeteilt vom Oberhessischen Automobilclub E. V.( A. v. D.)

Gießen.

Die. Provinzialstraße Brauerschwend Reuters" im Zuge der Straße Alsfeld- Lauterbach wird vom 18. August ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Wallenrod- Hergersdorf Brauerschwend.

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Aus Nah und Fern.

Zuchtviehmarkt in Pfungstadt.

Der Pfungstädter Zuchtviehmarkt, verbunden mit Prämiie­rung der aufgetriebenen Bullen, Kühe, Rinder, Schweine und Ziegen, findet am 23. August 1930 statt. Mit dem Zuchtvieh­markt ist eine Gewerbeschau verbunden.

Schlüchtern. Der Verein für hessische Geschichte und Lan­deskunde hält hier in den Tagen vom 29. bis 31. August d. J. seine diesjährige Hauptversammlung ab. Die Haupimitglieder­versammlung des Vereins ist auf den Samstag morgen an­beraumt.

Vilbel. Der Einspruch der Kommunistischen Partei gegen den Voranschlag wurde vom Kreisausschuß kostenpflichtig ab­gewiesen.

Darmstadt. Die Odenwälder Hartsteinindustrie hat ihren Be­trieb wegen Mangels an Aufträgen stillgelegt.

Mainz. Eingehenden Meldungen zufolge werden die inter­nationalen D- Zügen auf den Rheinstrecken seit Wochen von einer Bande internationaler Taschendiebe heimgesucht. Bei den zu­ständigen Reichsbahndirektionen laufen täglich Verlustanzeigen von Brief- und Geldtaschen mit oft sehr hohen Beträgen ein. Troz des schärfsten Ueberwachungsdienstes konnte man die Diebe noch nicht fassen, da sie mit größter Vorsicht zu Werke gehen. Schweres Schadenfeuer.

Brandoberndorf( Kr. Usingen.) Am Mittwochabend brach in der Lederfabrik Ernst Luckhaus A.-G. Feuer aus, das an dem erheblichen Lager an rohen und fertigen Lederwaren reichliche Nahrung fand und das Dach und das dritte Obergeschoß ver nichtete. Der Schaden ist sehr erheblich, aber durch Versicherung gedeckt.

Ein Toter, zwei Verlegte.

Dillenburg. Auf der Frohnhäuser Landstraße bei Dillen­burg tam es am Donnerstag zu einem Zusammenstoß zwischen einem Motorradfahrer und einem Radfahrer. Hierbei wurde der

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Beifahrer des Motorrades, der Dentist Schmitz aus Wahlbach ( Kreis Siegen) vom Soziussitz geschleudert. Er erlitt einen Schädelbruch und verstarb an der Unfallstelle. Der Motorrad­fahrer selbst erlitt leichtere Verletzungen. Der Radfahrer, ein Gärtnerlehrling aus Dillenburg, erlitt schwere innere und äußere Verletzungen und mußte dem Dillenburger Krankenhaus zuge­führt werden.

Tat einer Wahnsinnigen.

Dillenburg. Im nahen Frohnhausen tötete die Ehefrau des Landwirts Otto Müller ihr vierjähriges Töchterchen durch Er­würgen. man nimmt an, daß die Tat in einem Wahnsinns­anfall verübt worden ist. Die Frau wurde nach dem Landgerichts= gefängnis in Limburg überführt.

Limburg( Lahn). Die neue Jugendherberge, die als leben­dige Ehrenstätte für die Gefallenen errichtet wurde, wird am 31. August eingeweiht.

Nassau. Von einer Lokomotive erfaßt und getötet wurde ein Bahnschaffner aus Diez.

Bad Ems. Am 17. August werden die 2. Schüler- und Jugendregatta, sowie die 8. Herbstregatia des Mittelrhein. Re­gattaverbandes hier auf der historischen Rennstrecke, die im Juni dieses Jahres die 50. Jubiläums- Regatta sah, abgehalten. Es haben 26 Vereine gemeldet.

Kirchhain. Die Stadverordnetenwahl wurde für ungültig erklärt, da das Wahllokal nicht den Vorschriften entsprach.

Gelnhausen. Der Kreisfeuerwehrtag des Kreises Gelnhausen findet anläßlich der 10- Jahr- Feier der Freiw. Feuerwehr Rothen­bergen am 31. August in Rothenbergen statt.

Ein Dieb unbeabsichtigt erschossen.

Frankfurt a. M., 15. August. In den frühen Morgenstunden überraschte ein Kaufmann in seinem Garten mehrere junge Burschen beim Obstehlen. Er führte die Diebe bis an den Tor­weg seines Hauses, um sie der Polizei zu übergeben. Die Diebe gingen aber gegen den Kaufmann tätlich vor. Dabei entlud sich die Waffe, die der Kaufmann in der Hand hatte, und ein Schuß drang dem 19jährigen Schreiner Otto Schmidt, dem An­führer der Diebesgesellschaft, ins Herz, so daß er auf der Stelle starb.

Wohnungen, aber keine Mieter,

Hanau. Als ein besonderes Zeichen auf dem Gebiete des Wohnungsmarktes kann verzeichnet werden, daß in der benach­barten großen Gemeinde Groß- Krogenburg Wohnungen in Neu­bauten zu vermieten sind, jedoch Wohnungssuchende aus dem Landkreis Hanau gesucht werden, da in dem Ort selbst wegen der großen Erwerbslosigkeit zahlungsfähige Wohnungssuchende nicht vorhanden sind. In diesem Sinne hat das Bürgermeister­amt eine öffentliche Bekanntmachung erlassen. Die Mieten be­tragen 30-35 Mark monatlich.

Kassel. Hundert neue Wohnungen sollen in kurzer Zeit auf dem Rothenberg errichtet werden.

Kassel. Gegen den sozialdemokratischen Bürgermeister Lu can der Gemeinde Harleshausen bei Kassel wurden in der letz­ten Gemeinderatssigung Beschuldigungen erhoben, daß Lucan einige Gemeindeabgeordnete durch Versprechungen und Geschenke beeinflußt hat, ihre Stimme im Jahre 1928 für ihn bei der Bür­germeisterwahl abzugeben. Von Amts wegen ist nunmehr eine strenge Untersuchung angeordnet worden.

Guntersblum.( Ein ,, Beerdigter" wieder aufgetaucht.) Eine gewisse Irma Vollert aus Nürnberg hat hier eine im Jahre 1927 geländete und beerdigte Leiche nach den Kleidungsstücken als die ihres Mannes anerkannt. Jetzt ist auf einmal der ,, Be­erdigte" wieder aufgetaucht, so daß die Sache von damals unter­sucht werden muß. Die ,, Witwe" hat sich inzwischen wieder ver­heiratet.

Leeheim. Während eine hiesige Familie in der Küche beim Mittagessen saß, brach die Kellerdecke ein und die ganze Familie fiel mit Tisch und Stühlen durch den Küchenboden in den Keller. Mit Hilfe von Gästen aus einer nahen Wirtschaft konnten die ,, Abgestürzten" wieder geborgen werden.

Mergentheim. Am 24. August findet ein Reit- und Spring­turnier und am 9. September eine Beethoven- Gedenkfeier in Mergentheim statt.

Drei Viertel der Ortseinwohner arbeitslos. Wittigsthal bei Schwarzenberg. In der Gemeinde Wittigs­thal sind nicht weniger als drei Viertel der Einwohner arbeits­los. Seit beinahe 100 Jahren war das Eisenwert von Nestler u. Breitscheid die Stätte, an der sich die fast nur aus Arbeitern bestehende Bevölkerung ihr Brot verdiente. Der DKW.- Kon­zern, an den die Firma vor zwei Jahren übergegangen ist, hat inzwischen die Ofenfabrikation völlig stillgelegt.

Veruntreuungen von über 40 000 Mart festgestellt. Magdeburg. In der Gemeinde Völpke, Bezirk Magde­burg, wurden durch den Revisionsbeamten des Sparkassen- und Giroverbandes Magdeburg Unterschlagungen amtlicher Gelder in Höhe von 40 790 RM. festgestellt. Der der Sozialdemokra tischen Partei angehörende Gemeindevorsteher Schäfer hat mit dem ebenfalls der Sozialdemokr. Partei zugehörigen Rendanten Lange Hand in Hand die Unterschlegungen begangen. Es war einmal.

Eine Geschäftsgründung mit echt Talern. Kamenz. Das 75jährige Bestehen seines Geschäfts konnte Ratsuhrmachermeister und Stadtrat Paul Reißmann begehen. Das Geschäft wurde im Jahre 1855 von dem späteren Sächsischen Landtagsabgeordneten und langjährigen Stadverordneten­Vorsteher Uhrmacher August Reißmann gegründet. Das ihm damals zur Verfügung stehende Kapital betrug ganze 8 Taler 2 Neugroschen, eine Summe, mit der heute wohl niemand den Miut haben würde, ein Geschäft zu gründen.

Zwei junge Mädchen verschwunden.

Eine aussehenerregende, noch nicht geflärte Angelegenheit hat sich in diesen Tagen in Herford( Westfalen) zugetragen. Seit Dienstag abend werden die beiden in einem dortigen Arzthaus­halt angestellten Dienstmädchen vermißt, und man weiß sich ihr Verschwinden bis jetzt noch nicht zu erklären.

Ausdedung eines großen Kaffeeschmuggels. Hamburg. Durch die Aufmerksamkeit eines Zollbeamten ist man einer Bande von Kaffeeschmugglern auf die Spur ge­kommen, die im Hamburger Freihafen seit mehreren Monaten