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Samstag, den 16. August 1930.

Um den Kirchenzusammenschluß.

In Frankfurt fand unter Leitung des stellvertretenden Vor­sitzenden D. Dr. Frhrn. Heyl zu Herrnsheim eine Sitzung des Vorstandes der Vereinigung für Bibel und Bekenntnis statt. Auf der Tagesordnung stand die Stellungnahme zu den Vereini­gungsbestrebungen der Landeskirchen von Hessen- Darmstadt, Hessen- Kassel, Nassau, Waldeck und Frankfurt. Der Vorstand faßte nach eingehender Beratung folgende Resolution:

,, Die Vereinigung für Bibel und Bekenntnis in Hessen tritt dafür ein, daß die Landeskirchen von Hessen- Darmstadt, Hessen- Kassel, Nassau, Frankfurt und Waldeck sich nicht nur zu einem Zweckverband, sondern zu einer Kirche zusammen­schließen. Hier würde ein Kirchenbezirk geschaffen, der sich auf eine geschichtlich und kulturell begründete Eigenart seiner Bevölkerung stützen würde. Unumgängliche Voraussetzung ist dabei, daß der Bekenntnisstand völlig unangetastet bleibt und die ihn verbürgenden Bestimmungen in der neuen Kir­chenfassung in keiner Weise geschwächt werden. Die Vereini gung hofft und wird sich mit allen Kräften dafür einsetzen, daß die geistliche Führung der Kirche zu ihrem vollen Recht tommt. Ebenso ist ihr der Austausch und die dadurch mögliche richtige Verwendung der geistlichen Kräfte von besonderer Wichtigkeit. Falls der finanziellen und verwaltungsmäßigen völligen Vereinheitlichung zurzeit noch Hindernisse im Wege stehen, könnte eine gewisse Selbständigkeit der fünf Kirchen mit einer Uebergangsbestimmung für etwa fünf Jahre er­halten bleiben."

Gießener Zeitung"

das Gelsenkirchener Wohlfahrtsamt betrogen hatte. Er legte Berufung ein, die jetzt vor der Essener Strafkammer verhandelt wurde. Der Mann hatte ein glänzendes Geschäft gemacht; ein­mal bezog er Erwerbslosenunterstützung, dann arbeitete er neben­bei, ohne daß es jemand wußte und schließlich spielte er auch gleichzeitig den Kranken und erhielt Krankenunterstützung. Nur durch viele Geldausgaben war der Angeklagte schließlich auf: gefallen, sonst hätte er das Geschäft noch lage fortsetzen können. Die Berufung wurde zurückgewiesen. Das Gericht war der Auf­fassung, drei Wochen Gefängnis sei eher zu milde als zu hart. Wie oft mag es vorkommen, daß Leute, die aus mehreren Quel­len Unterstützung beziehen, nicht auffällig werden und ihr Ge­schäft ungestört betreiben können?

Evangelische Wählerwünsche an die Parteien. Eine Reihe führender evangelischer Verbände, die Millio­nen wahlberechtigter Mitglieder umfassen, haben an die Partei­leitungen ein Schreiben gerichtet. Sie weisen darauf hin, daß bei allem Verständnis für die drängenden wirtschaftlichen Auf­gaben es sie doch mit großer Sorge erfüllen müsse, wie in dem beginnenden Reichstagswahlkampf die wirtschaftlichen Gesichts­punkte und Interessen ganz und gar in den Vordergrund treten. Demgegenüber hält die evangelische Wählerschaft es für erfor= derlich, daß neben den Fragen der äußeren Daseinssicherung unseres Volkes die geistigen Ziele in ihrem verpflichtenden Ernst klar herausgestellt werden. Es müsse deutlich werden, daß es auch in der Politik am letzte Fragen und höchste Ziele gehe. Unter diesem Gesichtspunkt wird die Forderung erhoben, daß die seit Jahren in Angriff oder in Aussicht genommenen Kul­turgesetze, insonderheit, soweit sie dem Wiederaufbau der deut­schen Familie und der Zukunft unserer Jugend gelten, endlich ihrer Vollendung entgegengeführt werden. Hierfür sei Vor­aussetzung, daß neben den Vertretern der wirtschaftlichen Kräfte­gruppierungen in unserem Volk die Anwälte der kulturellen Interessen, besonders solcher Männer und Frauen, die mit dem evangelisch- kirchlichen Leben verwachsen sind und über gründ­liche Sachkunde in kulturellen wie in firchlichen Fragen ver­fügen, auch an guter Stelle aufgestellt werden.

Ein geschäftstüchtiger Erwerbsloser. Er bezieht Erwerbslosenunterstügung, Krantenunterstüßung und arbeitet nebenbei.

Die Krankenkasse zahlt!

Im Kreise Friedeberg wurden, wie in der Deutschen Tageszeitung Nr. 33 berichtet wird, von der Forstverwaltung eines größeren Gutes Ende Juni bis Anfang Juli beim Hacken der Kiefernkulturen( saisonmäßige Arbeit) 22 Frauen und Mäd­chen beschäftigt. Drei Tage vor Beendigung der Arbeit mel­deten sich nun bei dem Revierverwalter von den 22 Frauen und Mädchen 20 Frauen und forderten einen Krankenschein, welcher den 20 Personen nach den geltenden gesetzlichen Bestimmungen auch ausgehändigt wurde. Da dieser Vorfall mit Sicherheit vermuten läßt, daß die 20 Krankenscheine nicht wegen Krank­heit, sondern wegen der Geschäftstüchtigkeit der betreffenden Personen ausgegeben sind, wäre es sehr wünschenswert, wenn die in Frage kommenden Behörden sich mal äußern würden, welche Schutzmaßnahmen und welche Kontrolle gegen derartige Ausbeutung der sozialen Einrichtungen vorgenommen werden.

Bedauerlicherweise haben sich die Gerichte fast täglich mit Fällen unberechtigten Bezugs der Erwerbslosenunterstützung zu befassen. Daß aber ein Erwerbsloser aus drei Quellen Ein­nahmen bezieht, ist ein Fall, der doch nicht alle Tage vor­kommt. Der Maurer F. aus Gelsenkirchen hatte vom Gelsen­firchener Amisgericht drei Wochen Gefängnis erhalten, weil er

Die Arbeitslosenfürsorge als Zentralproblem.

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Die Gasthausangestellten

gegen die Einführung einer Gemeindegetränkesteuer.

Der dem Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften Deutschlands angeschlossene Bund der Hotel-, Restaurant- und Café- Angestellten äußert sich zu der durch die Notverordnung gegebenen Möglichkeit der Einführung eine Gemeindegetränke­steuer in folgender Entschließung der Haupiverwaltung:

Es ist in hohem Maße bezeichnend, daß bei all den zahllosen Phasen der Verhandlungen über die Deckungs­vorlagen der Streit in letter Linie immer wieder um die Sozialversicherung im allgemeinen und um die Ar­beitslosenversicherung im besonderen geht. Zwar wird natürlich die Notwendigkeit der Arbeitslosenversicherung bon feiner Seite bestritten: es handelt sich eben nur um den Gegensatz zwischen den beiden hier in Frage kom­menden Grundauffassungen, der sozialistischen, die ver­langt, daß der Staat ohne weiteres die zur Unterhal­tung der Erwerbslosen erforderlichen Geldbeträge be­reitstellt( ,, nicht ob, sondern wie diese Summen auf­gebracht werden sollen, ist die Frage", so formulierte noch kürzlich der Vorwärts" in sehr treffender Weise seinen Standpunkt), und der bürgerlichen, die die auch ihr selbstverständliche Versorgung der Arbeitslosen mög­lichst als eine reine Versicherungsangelegenheit zu be­handeln wünscht. Daß die sozialistische Grundauffassung gesiegt, daß der Staat, trotz einer gewissen versiche­rungstechnischen Handhabung der Arbeitslosenfürsorge, im wesentlichen die allgemeine Arbeitslosenunterstützung eingeführt hat, ist klar und wird von Niemandem mehr bestritten. Das hat praktisch zur Folge, daß der Lohn­regulator, der früher in Gestalt der Arbeitslosen be­stand, ausgeschaltet wird und daß heute nicht mehr in Zeiten sinkender Konjunktur neben den Preisen und Un­ternehmergewinnen auch die Löhne so weit sinken, bis sich auf neuer Grundlage wieder die Möglichkeit eines neuen wirtschaftlichen Aufstiegs zeigt. Eben deshalb waren die Gewerkschaften, die früher selbst die arbeits­losen Mitglieder zu unterstüßen hatten, was eine ganz erhebliche finanzielle Belastung bedeutete, im Frieden weit stärker daran interessiert, die Zahl der Arbeits­losen möglichst tief zu halten, mochte es unter Umstän­den auch unter stillschweigender Duldung untertarif­licher Bezahlung sein. Es liegt nun in der Natur der Dinge, daß heute, nachdem der Staat den Gewerkschaf= ten die Last der Arbeitslosenunterstützung abgenommen hat, das Gewicht der Verantwortung für die Gewerk­schaften wesentlich geringer geworden ist. Selbst ein ge­wissenhafter, Gewerkschaftsführer ist heute nur schwer in der Lage, Lohnforderungen gegenüber zu bremsen, selbst wenn er sich völlig klar darüber ist, daß Betriebs­stillegungen die Folge sein müssen. Was tut's schließlich, venn der Betrieb stillgelegt wird? Der Arbeiter erhält ja seine Arbeitslosenunterstüßung, und nicht alle Ar­beiter denken so weit, um zu begreifen, daß der Staat oon der Wirtschaft lebt und daß schließlich, wenn die Schornsteine zu rauchen aufgehört haben, niemand mehr

Nr. 64/65

Ausgaben nach ausgleichenden Gesichtspunkten und nicht durch eine erneute Sonderbelastung des Gastwirtsgewerbes erfolgt. Jm übrigen erwartet der Bund, daß diese Ver­ordnung, die eine derart ruinöse und einseitige Besteuerung des Gastwirtsgewerbes ermöglicht, bald wieder aufgehoben wird. Die Ortsgruppen des Bundes werden aufgefordert, gegenüber den Gemeindeverwaltungen dafür einzutreten, daß die unsoziale Gemeindegetränkesteuer für die Dauer des Bestehens der Verordnung auf ein Mindestmaß be­schränkt bleibt oder überhaupt nicht in Kraft tritt."

Die Ledigensteuer tritt am 1. Gedtember 1930 in Kraft.

Nach der Notverordnung des Reichspräsidenten vom 26. Juli 1930 treten ab 1. September 1930 bei ledigen Arbeitnehmern Zu­schläge zur Lohnsteuer in Kraft. Das Nähere hierüber ergibt sich aus einem amtlichen Merkblatt, das bei den Finanzämiern unentgeltlich abgeholt werden kann.

Vom 1. September ab hat also jeder ledige Arbeitnehmer einen Zuschlag von zehn vom Hundert zu seinem Lohnsteuerbetrag zu leisten, wenn der Arbeitslohn 2640 Reichsmart übersteigt. Als ledig gelten alle, die nicht verheiratet sind; ferner ver­witwete oder geschiedene Personen, wenn aus ihrer Ehe Kinder nicht hervorgegangen sind. Ausgenommen von dem Zuschlag sind Ledige, die einen Zuschuß zum Unterhalt von Angehörigen leisten, der zehn vom Hundert ihres Einkommens übersteigt. Die beiden anderen in den Notverordnungen des Reichspräsidenten sind bereits in Kraft getreten. Die Reichshilfe der Personen des öffentlichen Dienstes ist mit dem Tage der Verkündung, also am 27. Juli in Kraft getreten. Die Neuordnung der Tabat steuer am 1. August.

,, Die Hauptverwaltung des Bundes der Hotel-, Restau­vant- und Café- Angestellten erblickt in der durch die Not­rerordnung vom 26. Juli 1930 angeordneten Einführungs­möglichkeit einer Gemeindegetränkesteuer eine erneute und ungerechtfertigte Sonderbelastung des Gastwirtsgewerbes, die durch den damit eintretenden Konsumrückgang eine weitere Erschwerung der Arbeitsmöglichkeiten für die gast­wirtschaftlichen Arbeitnehmer und somit auch eine neue Be­lastung des Arbeitsmarktes zur Folge haben kann. Diese neue Sonderbesteuerung eines Gewerbes ist unsozial und schädigt nicht nur das Gastwirtsgewerbe unmittelbar, son­dern belastet auch ungerechterweise alle wirtschaftlichen Schwachen, die aus persönlichen, wirtschaftlichen oder be­ruflichen Gründen auf den Verzehr in den Gaststätten an­gewiesen sind; während begüterte Kreise, die sich den Luxus großer Wohnungen erlauben und dort ihre gesellschaftlichen Veranstaltungen treffen können, also weniger auf den Aufenthalt in den Gaststätten angewiesen sino, völlig un­besteuert bleiben. Auch ist sicher zu erwarten, daß diese Steuer den Fremdenverkehr, dessen hohe wirtschaftliche Be­deutung außer Frage steht und an dessen Erträgnissen viele Gewerbezweige beteiligt sind, ungünstig beeinflußt. Der Bund der Hotel, Restaurant- und Café- Angestellten er­wartet von den Gemeinden, daß anstatt der Einführung der Gemeindegetränkesteuer notwendigenfalls eine Deckung der

Sozialdemokratie zur Demokratie.

Sozialdemokratische Blätter, wie die Volksstimme" in Frankfurt a. M., schreiben über die scheidende demokratische Partei folgendes:

,, Gott, dem Allmächtigen hat es gefallen. Der Demokratische Verein Frankfurt hat wie uns sein Vorstand mitteilt es in seiner gestrigen Mitgliederversamm lung ,, begrüßt mit Freuden", daß die Deutsche Staatspartei" gegründet wurde und die Demokraten dort unterschlupfen konn ten.

da ist, der für den Unterhalt der Erwerbslosen Sorge trägt. Die Zahl der verantwortungsbewußten Gewert schaftsführer, die bei jeder Lohnforderung sich die Kon sequenzen vergegenwärtigen, ist deshalb dem Frieden gegenüber gesunken. Unter dem Druck der immer stei­genden wirtschaftlichen Not gerade der letzten Zeit ist bei den christlichen, zum Teil auch bei den freien Ge­werkschaften wieder ein Teil jenes Verantwortungs­gefühls erwacht, das sie im Frieden auszeichnete. So­lange durch die allgemeine staatliche Unterstützung der Arbeitslosen der Lohnregulator ausgeschaltet und eine Steigerung der Löhne troh sinkender Konjunktur er­möglicht wird, was die Wirtschaft zu Rationalisierungs­maßnahmen mit geborgtem Kapital zwingt, solange ist eine Besserung nicht zu erhoffen, wie denn auch eine Sanierung des Reichsetats unmöglich ist, solange das Defizit der Arbeitslosenversicherung über ihm schwebt. Die Arbeitslosenversicherung muß selbständig werden und sich selbst erhalten wie dies das Versicherungs­prinzip erfordert. Man sollte sie Unternehmern die ja auch manche Vorteile von ihr haben- und Gewerk­schaften gemeinsam überlassen und überdies eine Ar­beitspflicht für Arbeitslose unter 21 Jahren sowie für Krisenunterstützte einführen. Nur von diesem einen Bunkte aus kann Etat, Wirtschaft und Volksmoral sa­niert werden.

Gefahren des Sommers.

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Zu dieser großen Freude haben die Frankfurter Demokraten allerdings auch allen Anlaß! Es muß Ihnen jetzt wohl ums Herz sein, denn das Finden eines solchen Schlupfwinkels erscheint ihnen schon als befreiende Tat!

Man denke: Einst bildeten sie eine große mächtige Partei, die die Stadt allein beherrschte. Nun sind sie zum kleinen Häuf­lein zusammengeschmolzen und nicht einmal ein G. Keller findet sich, für sie ein liebenswürdiges Fähnlein der sieben Aufrech­ten" zu schreiben. Am kommenden Wahltag wären sie voll­ständig aufgerieben worden und hätten mit dem Wahlresultat ihre eigene Todesanzeige notifizieren müssen: Gott, dem All­mächtigen, hat es gefallen...

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Nun, so kurz vor dem drohende Ende noch einen rettenden Unterstand zu finden, daß ist allerdings Anlaß zur Freude!

In den hochsommerlichen Tagen treten erfahrungs­gemäß immer wieder Nahrungsmittel- Vergiftungen auf, die die Folge von Paratyphus- Bazillen sind. Bieten doch gerade bei der Hitze die eiweißhaltigen Nahrungs­mittel wie Fleisch, Fleischwaren, Fische, Vanillespeisen, Torten und Gefrorenes den schuldigen Krankheitser­regern guten Nährboden. Jm Fleisch sind die Erreger, was oft der Fall ist, schon im Nahrungsmittel vorhan­den, da das Tier bereits frank war, oder aber sie fom­men erst von außen in das Nahrungsmittel oder in die Speise hinein. Eine besonders verderbliche Rolle spielen die sogenannten Bazillenträger, welche die er­regenden Reime beherbergen, ohne selbst akut erkrankt zu sein, und durch unsauberkeit wird die Nahrung ver­unreinigt. Es ist also in diesen Tagen die erste aller Pflichten, sich beim Umgehen mit Nahrungsmitteln ganz außerordentlicher Sauberkeit zu befleißigen und man sollte aus diesem Grunde nur da kaufen, wo wirk­lich peinlichste Sauberkeit beobachtet wird.

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Das ist der Dank der Sozialdemokraten an die Demokra ten, die ihnen seit zehn Jahren treueste Bundesgenossen waren. Aber auch die Stunde des Marxismus wird einmal bombensicher fommen!

Ein besonders wichtiger zweiter Bunft im sommer­lichen Verhalten ist der, daß man Sorge trägt für die Entsäuerung des Blutes, denn die Hige verhindert den

verstärkt notwendigen Abbau. Man kann hier beobach ten, wie das Kind mit natürlichem Instinkt das Richtige trifft, indem es für die Nahrung Obst, Salate und Ge­müse bevorzugt, denn gerade die eiweißreichen Nah­rungsmittel wie Fleisch, Eier, belasten den Stoffwechsel mit vermehrter Harnsäure- Ausscheidung. Der Körper hat aber in der heißen Zeit ein besonders starkes Ver­langen nach Mineralien und basischen Stoffen, die wir im Obst und in den Gemüsen finden.

Besonders die Erwachsenen haben meistens durch den schädlichen Säureüberschuß zu leiden, dessen Vor­handensein meist Hautaffektionen und Furunkelbildung ankündigen. Da ist der einzige Weg, zum Obst zu greifen, das ein natürliches Hilfsmittel gegen diese Dinge darstellt. Viel wird auch gesündigt gerade bei Ausflügen und Wochenendfahrten, wo ein größerer Teil der Verpflegung als Proviant mitgenommen wird. Frü her war es absolut üblich. Brote mit Wurst, Eiern und Fettaufstrichen mitzunehmen und dadurch den Verdau­ungsorganen eine Ueberlastung zu schaffen. Heute sind ja die Menschen in dieser Hinsicht viel vernünftiger ge worden, sie wenden sich frischem Obst zu, das in erster Linie der beste Reiseproviant ist. Nur eines vergess man nicht. Auch hier größte Sauberkeit, denn durc viele Hände sind oft die Früchte gegangen, und wer sid einmal überlegt, was alles die Hand an einem Tag er ledigt, der wird begreifen, welche Infektionsquellen aus gehen von Dingen, die durch viele Hände laufen bis si verbraucht werden. Nicht alle Früchte sind so günsti in dieser Hinsicht wie die Banane, die sozusagen in Reißverschluß verpackt ist, ganz abgesehen davon, daj sie mit eine der vitaminreichsten und nährkräftigste Früchte darstellt, die wir zudem das ganze Jahr zu Verfügung haben. Mag es vielleicht daran liegen, da sie für die Reise- und Wanderzeit dadurch prädestinie ist, daß sie eine zehntausend Kilometer lange Fahrt bil zum Vertrauch zu uns hinter sich hat, sie ist also scherzhaft gesprochen- das Reisen und Wandern g wöhnt und weiß, worauf es ankommt.

Zum Schluß noch ein Wort über das Eisessen. sich ist dieses absolut unschädlich, wenn man mit Ve nunft, d. h. langsam genießt, nur muß man sich imma dabei klar sein, daß der Magen außerordentlich abge kühlt wird und dadurch die Blutzirkulation im Mag gehemmt wird. Das kann, wenn es zu stark betriebe wird, zu Katarrhen führen. Deswegen ist die Haupt regel beim Eisessen: Kleine Portionen. Das eigentli Durstlöschen geschieht eben immer am besten durch kühl aber nicht kalte Erfrischungsgetränke, deren uns Milch, saurer Milch, Tee und anderen Getränken i eine große Auswahl zur Verfügung steht.

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