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Samstag, den 15. November 1930.

Schiffe mußte eiligst auf Strom gehen, da auch die stärksten Fahrzeuge dem ungeheuren Druck nicht standhielten.

Schwierige Bergungsarbeiten in Lyon.

Lyon, 14. Nov. Ueber die Zahl der Toten bei dem Berg­rutsch herrscht noch vollkommene Ungewißheit. Die Bergungs­arbeiten werden stark behindert. In den Morgenstunden mußten die Hilfsmannschaften ihr Rettungswerk vollkommen einstellen. Niemand weiß genau, wie viele Leute in den Gebäuden schlie­fen, die zerstört wurden. Von einem Hotel in dem betreffenden Bezirk, das ebenfalls vernichtet wurde, sind nur zwei Dienst­mädchen gerettet.

Schreckenstat eines amerikanischen Banfiers. Uniontown( Pennsylvanien), 14. Nov. Unter dem Druck wirtschaftlicher Sorgen hat hier der angesehene Bankier Blay­ford durch Revolverschüsse zwei seiner drei Kinder getötet und seine Frau sowie das dritte Kind schwer verletzt. Blayford beging sodann Selbstmord.

Räuberplage in China.

Hongkong, 14. Nov. Räuberbanden haben die Stadt Ssingyn im östlichen Kiangsu überfallen und ein furchtbares Blutbad unter den Bewohnern angerichtet. Hunderte von Menschen wurden niedergemacht und die Stadt in Brand ge­steckt. 2000 Häuser sind zerstört. 5000 Einwohner sollen von den Banden verschleppt worden sein. Der Schaden wird auf 4 Millionen beziffert.

Ein bedeutsamer Parteiaustritt.

Prof. Hans Müller in Jena, der einst der Bewegung der Konsumvereine große Dienste geleistet hat, ist kürzlich aus der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands ausgetreten, weil der Widerspruch zwischen der programmatischen religiösen Neu­tralität und der praktischen Bekämpfung von Religion und Kirche und der Unterstützung der Freidenkerbewegung sich für einen religiösen Sozialisten bis zur Unerträglichkeit gesteigert habe.

Außenhandel im Zeichen der Wirtschaftskrise. Unter dem nachhaltigen Einfluß der Weltwirtschaftskrise hat sich das Bild des deutschen Außenhandels wesentlich gewan­delt. Auf der Einfuhr- sowohl wie auf der Ausfuhrseite sind die Spuren der Krise zu finden allerdings, und das ist be= sonders bemerkenswert, nicht in gleicher Schärfe.

Zunächst die Einfuhr. In den ersten neun Monaten dieses Jahres belief sie sich auf 8,1 Milliarden RM. gegenüber 10,2 Milliarden in der gleichen Zeit des Vorjahres. Diese starke Abnahme ist zum Teil eine Folge des beträchtlichen Preissturzes auf den Weltmärkten. Rohstoffe und Agrarerzeugnisse insbe sondere sind unter dem ehernen Druck wachsender Absatzschwierig­feiten wesentlich billiger geworden. Damit allein ist jedoch der Rückgang der Einfuhrziffern nicht hinreichend erklärt. Nicht nur dem Werte, auch der Menge nach war nämlich der Waren­strom, der vom Auslande her über Deutschlands Grenzen flutete, geringer als in der Zeit vom Januar bis September 1929. Das ist, alle Anzeichen sprechen dafür, ein Ergebnis der starken Ab­hängigkeit des Importumfanges von der inländischen Wirt­schaftslage. Ausländische Rohstoffe und Halbzeug, z. B. Güter also, die regelmäßig über die Hälfte der Gesamteinfuhr aus­machen, werden in Zeiten lebhafter Produktion und regen Ge­schäftsgangs naturgemäß in größeren Mengen verarbeitet als in einer Epoche der Betriebseinschränkungen und stillegungen

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sowie des stockenden Absatzes. Darum liegt namentlich die Roh­stoffeinfuhr in diesem Jahre auch mengenmäßig wesentlich unter dem Stand des Vorjahres. Der Rückgang des Imports fremder Fertigerzeugnisse tritt ebenfalls im Gefolge der schlechten Ab­satzlage auf dem Binnenmarkt auf. Und was schließlich die Einfuhr von Lebens- und Genußmitteln aller Art betrifft, so ist hier, auch mengenmäßig, eine Abschwächung unverkennbar. Wie steht es nun um den für Deutschland besonders wich­tigen Export? Seine Abnahme ist wesentlich geringer als die des Imports: von 10,0 Milliarden in der Zeitspanne von Ja­nuar bis September 1929( davon Reparationsjachlieferungen: 603 Millionen RM.) ist er auf 9,1 Milliarden RM.( davon Reparationssachlieferungen: 541 Millionen RM.) in den ersten neun Monaten 1930 eingeschrumpft. Schaltet man auch hie den Preisrückgang aus, so stellt sich die Schrumpfung wesentlich geringer. Bei der Fertigwarenausfuhr, dem Kernstück des Ge­samtexports, erreicht sie mengenmäßig gegenüber dem Vorjahrs­stand nur etwa 3 Prozent. Der deutsche Export hat also, unter diesem Gesichtswinkel gesehen, trotz der schweren Absatzkrise in allen Teilen der Welt nur relativ geringe Einbußen erlitten und sich in dem überaus verschärften Konkurrenzkampf auf den inter­nationalen Märkten jedenfalls besser gehalten als die Ausfuhr anderer wichtiger Industriestaaten. Die Vereinigten Staaten 3. B., auch England haben, soweit sich das heute übersehen läßt, verhältnismäßig höhere Einbußen in ihrem Auslands= absatz zu verzeichnen als Deutschland.

Die beträchtliche Einfuhrminderung, der ein wesentlich ge­ringerer Exportrückgang gegenübersteht, hat zu einem hohen Ausfuhrüberschuß geführt: die deutsche Handelsbilanz ist in der Zeit vom Januar bis September 1930 mit einem Gesamtbetrage von etwa 1 Milliarde RM. aktiv. Jm Vorjahre war hingegen bis Ende September eine Passivität von rund 140 Millionen Reichsmark zu verzeichnen.

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Regimentsgeschichte des Feld- Artillerie- Regiments Nr. 92. Demnächst erscheint die Regimentsgeschichte des Feld- Artillerie­Regiments Nr. 92. Das Regiment wurde Mitte 1915 aus den mobilen Ersatz- Abteilungen Feldart.- Regt. 23, 27, 44 im Felde gebildet. Die Unterlage zur Regimentsgeschichte boten die Af­ten des Reichs- Archivs zu Potsdam, und viele persönliche Auf­zeichnungen. Das Buch enthält die Namen aller Gefallen, so­wie Karten und Bilder. Alle Regimentskameraden werden aufgerufen, ihre genaue Anschrift an Theoder Wolff, Wesel­Rhein, Rheinstraße 3, anzugeben.

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