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Samstag, den 15. November 1930.

R.- Mark ausgegeben wurden, während die öffentliche Verwal­tung rund 23 Milliarden R.- Mark verschlingt. Wenn so­viel von unseren inneren Feinden" gesprochen wird, so muß darauf hingewiesen werden, daß diese ,, inneren Feinde" sind: 1. die ungeheure Verwaltungsaufblähung, 2. das Rasen der Gesetzgebungsmaschine,

3. die Ueberspannung des sozialen Gedankens, 4. die Bewilligungsfreudigkeit der Parlamente,

die nach dem Grundsatz zu verfahren scheint: Wenn es uns nichts kostet, zahlen wir alles. Diese Tributlasten" drücken die Wirtschaft und das gesamte deutsche Volk am allermeisten. Die Not besonders im gewerblichen Mittelstand, sowie im Hand­werk ist riesengroß. Die Steuerrückstände allein betragen etwa 623 Millionen Mark. Die Konkurse steigen, der Lebensspiel raum für den gewerblichen Mittelstand wird täglich geringer. Vor dem Kriege nahm z. B. die öffentliche. Hand von je 100 Mark Volkseinkommen 16,91 Prozent in Anspruch. Im Jahre 1930 dagegen rund 42 Prozent. Das ist die ,, kalte" Sozialisierung in Reinkultur. Von den 27 Millionen Steuer­pflichtigen sind rund 11 Millionen vom Steuerabzug befreit. In Wirklichkeit zahlen nur 16 Millionen direkte Steuern.

Wenn die letzte Regierung im Reichstag die Erklärung abgegeben hat, daß sie von ernster Sorge erfüllt sei über die Notlage des gewerblichen Mittelstandes und daß sie alle Kräfte einsetzen wolle, dem Artikel 164- der Reichsverfassung Geltung zu verschaffen, so kann bisher nicht behauptet werden, daß diesen Worten auch Taten gefolgt sind.

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Das Handwerk ist oft genug totgesagt worden, es lebt aber noch. Und zweifellos hat es als Volksganzes eine weitaus grö­ßere Bedeutung als seine Gegner ihm zusprechen möchten. Ins­gesamt dürften Handwerk, Handel und Gewerbe immerhin rund 12 Millionen Angehörige haben und müßten, wenn der Wille zur Macht und Geltung wirklich vorhanden wäre, entsprechend dieser Zahl einen größeren Einfluß in den Parla­menten haben, als es bisher der Fall ist. Die Stärke des Handwerks in seiner Vielhaftigkeit sowie in seiner Beweglichkeit und Anpassungsfähigkeit. Von dem auf 50 bis 60 Milliarden Mark geschätzten jährlichen Gesamtwert der Gütererzeugung entfallen auf das Handwerk mindestens 8 bis 10 Milliarden. Trotz allem ist das selbstständige Handwerk immer ein Stief­kind des Volkes in der Gesetzgebung und Verwaltung geblieben Wir müssen endlich einsehen, daß uns weder die Regierung noch sonst jemand hilft, wenn wir uns nicht selber helfen. Es gibt mancherlei Wege, die hier eingeschlagen werden könnten. So gehört z. B. das sauer verdiente Geld des Handwerks nicht mehr in die Großbanken, sondern in die Genossenschaftsbanken des Mittelstandes. Schon deshalb, um uns dadurch eine Ka­pitalmacht zu schaffen, denn schließlich bleibt das Geld die erste Macht.

Das Handwerk lebt und wird leben, wenn es will und sich einmal klar darüber geworden ist, daß es der Berufsstand des so­zialen und wirtschaftlichen Ausgleichs und Aufstiegs ist, jener Stand, der am meisten zur Bildung von Persönlichkeiten eige­ner, wertvoller Art beiträgt. Unser Grundsatz wird noch immer lauten: ,, Lieber ein kleiner Herr als ein großer Knecht zu sein!" Und diese heilige Ueberzeugung muß uns auch die Kraft und Ausdauer geben, mit allen Mitteln unsere Selbstbehauptung zu betreiben. Wir stehen zu diesem Staat, auch wenn er uns bis heute nicht viel oder gar nichts gegeben hat. Wir wissen, daß dieser Staat das Mittel zur Sicherung des Gemeinschafts­lebens ist. Wir wissen, daß dieser Staat sein sollte das Sinn­bild der Arbeitsgemeinschaft, während das Volk die Lebensge­meinschaft darstellt. Aber dieser Staat muß auch alles ver­suchen, daß er uns seelisch nähertritt, denn letzten Endes wird der Staat gehalten durch die freien, selbstbewußten und verant­wortlichen Persönlichkeiten, die ihm selbstlos und treu dienen. Jetzt geht es darum, daß die Wirtschaft erhalten bleibt, die das Primäre im Staat ist. Der Staat kann nur leben wenn die Wirtschaft intakt ist, u. die uns Regierenden sollten sich darüber klar werden, daß, wenn sie den selbstständigen Mittelstand zer­schlagen, sie diesem Staat selber das Rückgrat brechen."

Nahrhaft, gut und billig.

Von Ober- Reg.- Rat Prof. Dr. Rost- Berlin. Der Geldwert unserer Nahrungsmittel läßt durchaus nicht immer einen Rückschluß auf ihren inneren Wert zu. Was un­sere Nahrungsmittel für uns in Wirklichkeit sind, an Nährwert, Genußwert und Gesundheitswert, das lehrt uns die Ernäh­rungswissenschaft. Nicht ein Sparen im Sinne eines Einkau­fens der Lebensmittel zum niedrigsten Preise ist das Gebot der Stunde, sondern der Wirtschaftlichkeit. Oberster Grundsatz muz dabei sein, daß uns eine wohlschmeckende, sättigende, bekömm­liche und abwechslungsreiche Kost geliefert wird, die uns ermög­licht, zu arbeiten und gesund zu bleiben. Wer bei der Ernährung mit Verständnis spart, wird diese Wirtschaftlichkeit an seinem Geldbeutel in erfreulicher Weise spüren; denn ein Drittel bis die Hälfte oder mehr der Gesamtausgaben für unseren Lebens­unterhalt werden für die Bestreitung der Ernährung beansprucht.

Zum ABC der Hausfrau sollte u. a. folgendes gehören: Jedes Land stützt sich bei der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln zunächst auf seine eigenen Erzeugnisse. Letz­ten Endes am billigsten sind auch für uns im allgemeinen die einheimischen Erzeugnisse. Für Deutschland kommt als Ernäh­rung der gesamten, 63 Millionen Esser umfassenden Bevölke­rung, von der fast die Hälfte in Städten von mehr als 15 000 Einwohnern lebt, eine gemischte, vorwiegend pflanzliche Lebens­mittel, aber auch solche tierischen Ursprungs berücksichtigende Ernährung praktisch allein in Frage. Die Hausfrau wird zweck­mäßig jeweils diejenigen Lebensmittel bevorzugen, die in den betreffenden Jahreszeiten besonders reichlich auf den Markt kommen und deshalb verhältnismäßig wohlfeil sind.

In genügender Menge verfügbare deutsche Erzeugnisse sind vorwiegend Roggen, Kartoffeln und Zucker, daneben Gemüse und Obst. Brot ist noch immer das Rückgrat unserer Ernährung. Roggenbrot ist niedriger im Preis als Kleingebäck aus Weizen. Mit Brot führen wir uns Kohlehydrate( Stärkemehl, Zucker) als Energiespender und Eiweißstoffe zu; das Eiweiß des Weizen­mehls ist zwar ein wenig besser im Organismus ausnutzbar, da­

,, Gießener Zeitung"

Soll die Knappschaftsreform wieder vertagt werden?

Zum Plan einer Knappschaftssubvention aus Lebensmittelzöllen.

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Sieben Jahre Reichsknappschaftsgesetz sieben Jahre Knappschaftskrise. Das ist das seitherige Ergebnis der Ver­einheitlichung der Sozialversicherung im deutschen Bergbau( ab­gesehen von der Unfallversicherung) in der knappschaftlichen Ge­setzgebung.

Das Reichsknappschaftsgesetz vom Jahre 1923 trug den Keim der Krise in sich. Es hatte eine eigenartige Entstehungs­geschichte. Sein Entwurf war von den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern des Bergbaues vereinbart; er war so aufgestellt, daß die Versicherungsleistungen der Leistungsfähigkeit des Bergbaues angepaẞt werden konnten. Die Reichsregierung übernahm ihn als Regierungsentwurf. Als das erste Reichs­fnappschaftsgesetz verabschiedet wurde, sah es im Gegensatz zu allen früheren Abmachungen- Versicherungsleistungen vor, die eine ungewöhnlich hohe soziale Belastung des Bergbaues herbeiführen mußten. Das Reichsarbeitsministerium griff ein. Das Gesetz war noch nicht in Kraft getreten, als der Reichs­arbeitsminister an die Führer der politischen Parteien heran­trat, um sie zu einer Vereinbarung darüber zu bewegen, daß die zu weitgehenden Vorschriften über die Höhe der knappschaftlichen Pensionen geändert würden. Die Verständigung wurde durch die ablehnende Haltung der Parteien, die den Gewerkschaften nahestehen, unmöglich gemacht. Damals gab der Reichsarbeits­minister die Erklärung ab, daß die Reichsknappschaft nur Min­destleistungen gewähren dürfe, wenn die Einigung scheitere; das bedeutete, daß die Krankenhilfe für die Familienmitglieder der Versicherten nicht gewährt werden durfte. Die Arbeitgeber lehnten infolgedessen zwangsläufig die Einführung der Fami­lienhilfe in der Krankenversicherung ab. Im Jahre 1925 brachte der Reichsarbeitsminister den Entwurf einer Knapp­schaftsnovelle heraus. Die hierin vorgeschlagene Abänderung des Reichsknappschaftsgesetzes sollte einen Ausgleich zwischen den berechtigten wirtschaftlichen Notwendigkeiten des Bergbaues ( also den Abbau der sozialen Belastung des Bergbaues) und den sozialen Bedürfnissen der Bergarbeiter und ihrer Familien ( im wesentlichen also die gesetzliche Einführung der Familien­krankenhilfe) schaffen. Der angebliche Kampf der Unternehmer gegen die Familienfürsorge in der bergbaulichen Krankenver­sicherung, der auf der Grundlage der ausdrücklichen Erklä­rungen des Reichsarbeitsministers- nichts anderes war, als ein Kampf um die soziale Entlastung des Bergbaues, wurde weidlich ausgenutzt. So brachte das Reichsknappschaftsgesetz von 1926 wohl eine Reihe von Verbesserungen gegenüber dem früheren Zustand, auf der anderen Seite legte es jedoch Mehr­belastungen fest, die in schroffem Gegensatz zu den von der Re­gierung angefündigten Zielen der Novelle standen. Der Tri­umph der Gewerkschaften war die Beseitigung der seit alters in der Knappschaft bestehenden Gleichberechtigung der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer in der Verwaltung und die Uebertragung der Macht in der Knappschaft an die Bergarbeitergewerkschaften, die nicht nur gegenüber den Arbeitgebern, sondern auch gegen­über einer gelegentlichen Einheitsfront von Arbeitgebern und Angestellten,( die man wohl befürchtete) stets die Mehrheit

Eine Reihe von Versuchen, die knappschaftliche Versicherung zu festigen, konnten ihren letzten Zweck nicht erfüllen. Nach langem Zögern berief wiederum das Reichsarbeitsministerium Ende 1928 Vertreter des Bergbaues und der Knappschaft zu einer Besprechung der Frage zusammen, in welcher Weise die Senkung der Beiträge zur knappschaftlichen Versicherung vorge­nommen werden könne. Klipp und klar wurde von Regierungs­seite erklärt, daß eine Reichshilfe für die Knappschaftsversiche­rung nicht in Betracht komme. Das Reichsarbeitsministerium arbeitete eine neue Knappschaftsnovelle aus. In der Reichs­fnappschaft suchte man nach einer Lösung durch Sparmaßnah­

für ist der Preis der Weizenmehlgebäcke aber wesentlich höher als der des Roggenbrotes. Deshalb mehr Roggenbrot und we­niger Weizenkleingebäcke! Die Kartoffel hat im Laufe der Zeit eine steigende Wertschätzung erfahren. Im wesentlichen zwar nur ein Spender von Kohlehydraten, ist die Kartoffel, da sie mannigfach zubereitbar, täglich genossen werden kann, auch ein Lieferant von Eiweiß und von Vitaminen. Mit 1 Pfund Kar­toffeln zum Preise von wenigen Pfennigen kann der einzelne ein Siebtel bis ein Sechstel seines gesamten täglichen Energie­bedarfs decken. Auch der Zucker, der aus der Zuckerrübe in gro­Ber Reinheit gewonnene, billige Rüben- oder Rohzucker, der er­nährungswissenschaftlich in keiner Weise dem Zuckerrohrzucker nachsteht, steht uns zu niedrigem Preise zur Verfügung. Könnten wir nur von Zucker leben, so würden 30-35 Pfennig, in diesem Lebensmittel angelegt, schon zwei Drittel und mehr des täg­lichen Energiebedarfs liefern. Andere Kulturvölker, wie die Engländer und die Bewohner der Vereinigten Staaten von Amerika, genießen viel mehr Zucker, auf den Kopf der Bevölke rung 90 und mehr Gramm täglich, während in Deutschland nur eiwa 60 Gramm im Durchschnitt vom einzelnen verbraucht werden.

Unsere deutsche Land- und Viehwirtschaft liefert uns Fleisch der Schlachttiere, Milch nebst Milcherzeugnissen( Käse usw.) und Eier. Tierische Lebensmittel stehen höher im Preis als pflanz­liche; dafür ist aber das Eiweiß, besonders das des Fleisches, hochwertig für die Ernährung; dazu kommt, daß das Fleisch sich besonders schmackhaft und vielseitig füchenmäßig herrichten läßt und einen hohen Sättigungswert aufweist. Die Hausfrau wird die Ausgaben für Fleisch und Fleischwaren einschränken können, wenn sie diese hochwertigen und deshalb teuren Lebensmittel nur nach Maßgabe des Inhalts des Geldbeutels einkauft und dabei berücksichtigt, daß nach ihrem inneren Wert beurteilt, die Milch stets ein wohlfeiles Lebensmittel ist. Sie enthält eben­falls hochwertige Eiweißstoffe, Vitamin enthaltendes Fett und Mineralsalze, besonders Kalksalze. Aehnliches gilt für Mager-, Halbfett- und Vollfett- Käse, die, da im Handel nach dem Fett­gehalt gekennzeichnet, ihren inneren Wert die Hausfrau er­fennen lassen. Unsere deutschen Käsesorten sind ausgezeichnete

Nr. 91

men der knappschaftlichen Selbstverwaltung, um eine Aende­rund des Reichsknappschaftsgesetzes zu umgehen. Dann kam die ,, ler Brüning" von 1929. Die Knappschaftsreform wurde ver= tagt. Das Reich sanierte die Reichsknappschaft, der es aus der Lohnsteuer soweit sie mehr als 1300 Mill. RM. jährlich einbringen würde eine Summe bis zu 75 Mill. RM. in Aussicht stellte. Jetzt ist diese Quelle versiegt. Das Reichs­arbeitsministerium hat der Knappschaft mitgeteilt, daß sie Mit­tel aus der, ler Brüning" bei vorsichtiger Vermögensverwal­tung nicht mehr in Rechnung stellen kann. Der Knappschaft wurde auferlegt, die Spannung zwischen den Einnahmen und Ausgaben durch Maßnahmen der Selbstverwaltung zu mildern." Es ist kein Geheimnis, daß der Fortfall der Mittel aus der ,, lex Brüning" eine Einschränkung der Leistungen der knapp­schaftlichen Pensionsversicherung um 45 Prozent erzwingen müßte. Es fiel auf, daß der Reichsarbeitsminister in seinem Erlaß an die Reichsknappschaft die Durchführung von Sparmaß­nahmen, welche die Reichsknappschaft im vorigen Jahre bera­ten hatte, als notwendige Voraussetzung für eine etwaige ge setzliche Hilfe bezeichnete.

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Die entscheidenden Beratungen in der Reichsknappschaft stehen bevor. Und schon hat das Reichsarbeitsministerium nach bisher unwiderlegten Pressenachrichten erklärt, daß Reichstnappschaft eine neue Subvention in Aussicht stellen könne. Die durch Verordnung vom 25. Oktober 1930 eingeführten Zoll: erhöhungen für Weizen, Gerste und Spelz sollen dazu dienen, die Reichsknappschaft zu sanieren. Bei der vorjährigen Knapp­schaftssubvention hatten die Länder im Reichsrat Einspruch er­hoben, weil sie hierin eine Abänderung des Finanzausgleichs zu ungunsten der Länder erblickten. Wer wird gegen den neuen Plan zur Sanierung der Reichsknappschaft im Reichstag und im Reichsrat ankämpfen? Daß seine Durchführung, wenn es wirk­lich dazu kommt, nichts anderes als eine Vertagung der Knapp: schaftsreform bewirkt, braucht man kaum des näheren auszu­führen. Man kann heute, wenn die ernsthafte Reform der Knappschaftsversicherung wieder hinausgeschoben wird, immer noch nicht übersehen, ob diejenigen Versicherten, welche jetzt Bei­träge zahlen, die Gewähr dafür haben, daß sie später tatsächlich in den Genuß der Versicherungsleistung kommen, der ihren hohen Beiträgen entspricht. Das ist der entscheidende Punkt bei der Beurteilung des Knappschaftsproblems. Man sollte sich davor hüten, die Lebensfragen der bergbaulichen Sonderver­sicherung unter anderen Gesichtspunkten zu betrachten. Ver­hängnisvoll wäre es, wenn man die Grubenkatastrophen der letzten Zeit mit der Knappschaftsreform in Verbindung bringen wollte. Die Unfallversicherung hat ihren besonderen Träger in der Knappschaftsberufsgenossenschaft, deren Kosten die Un­ternehmer allein aufbringen. Hier geht es um anderes.

Blutiger Bauernaufstand in Rußland?

Riga, 14. 11. Nach Blättermeldungen von der russischen Grenze haben in den Gebieten von Ostrow und Otschka, im Bezirk Pskow, blutige Zusammenstöße zwischen Bauern und Kommunisten stattgefunden. Infolge der Beschlagnahme von Getreide und der Kollektivierungsmaßnahmen ist es in mehre ren großen Dörfern zu einem Aufstand gekommen. Die Ort­schaften Jelino und Dubki wurden durch einen Panzerzug be­schossen und völlig zerstört. Auch andere Ortschaften wurden durch Geschützfeuer schwer mitgenommen. Viele Bauern wurden hingerichtet und Hunderte von Familien in die Gefangenschaft abgeführt.

Erhöhte Steuer für Tanzvergnügen gefordert.

Die Landvolkpartei verlangt im Reichstag die Vorlegung eines Gesetzentwurfs, durch den zur Behebung dringender finan­zieller Notstände alle Tanzvergnügen einer erhöhten Steuer unterworfen werden sollen. Oeffentliche Bälle sollen mit einer Steuer von 100 Prozent des Eintrittsgeldes und alle sonstigen Tanzvergnügen mit einer Steuer von mindestens 1 Mark pro Person belegt werden.

Eiweißspender in Abwechslung mit Fleisch und Fleischwaren. Das Ei enthält das nach ihm benannte Eiweiß und den vitamin haltigen Dotter und ist ausgezeichnetes Mittel, Mahlzeiten schmackhaft und die Ernährung mit vollwertig zu machen. Aber selbst mit einer fleischfreien, sogar Milch und Ei ausschließender Kost kann der einzelne auskommen. Auch Fisch, insbesonder Seefische( die Konsumsische Kabeljau, Schellfisch und der Fett und Vitamin enthaltende Hering, auch geräuchert als Bückling sind trotz ihres meist niedrigen Preises Lebensmittel von hohen inneren Wert. Gute Margarinen können Butter weitgehend ersetzen.

Frische Gemüse, grüne und andere rohe Salate( aus Ror fraut, Weißkraut, Tomaten usw.), Küchengewächse( Schnittlauch, Zwiebeln, Küchenkräuter) sollten als Mineralstoff- bezw. Vito minlieferanten weitgehend berücksichtigt werden; einzelne da von stehen fast das ganze Jahr hindurch billig zur Verfügung und lassen sich z. T. auf kleinstem Raum vom einzelnen bauen.

Bei einer nach vorstehenden Grundsätzen zusammengestellter Kost enthält die Nahrung ausreichende Mengen von Nährsto fen, von Mineralbestandteilen, von Rohfaser und schließlich auch von den sogenannten Ergänzungsstoffen oder Vitaminen. Nicht jeden Tag, nicht zu jeder Mahlzeit bedarf es selbst für Kinder eines besonderen Vitaminreichtums in Speisen und Getränken. Allerkleinste Mengen reichen nach dieser Richtung hin schon aus. Des ausländischen Obstes in den Mengen, wie es schon genos­sen wird, bedarf es keineswegs. Die als Genußmittel notwen digen Gewürze sind nur in geringen Mengen nötig und belasten den Etat nicht nennenswert. am wenigsten das Kochsalz, von dem bei guter Köchenführung nur geringe Mengen nötig sind.

So baut sich also die Wirtschaftlichkeit in der Ernährung ganz wesentlich auf der Erkenntnis des inneren Wertes dessen auf, was wir täglich essen und trinken. Jeder kann dazu bet tragen, daß seine Ernährung sich nicht nur sachgemäß gestaltet, sondern mehr und mehr wirtschaftlich wird und dabei- soweit wie irgend möglich bodenständig bleibt, zum allgemeinen Nutzen, aber auch ganz besonders zu seinem eigenen wirtschaft­lichen Vorteil.

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