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Samstag, den 15. Februar 1929.

Wenn diese Maßnahmen durchgeführt sein werden, dann wird sich auch allmählich der Baumarkt, der uns heute die in­nere Schwäche des Staatssozialismus mit so großer Grausam­feit offenbart, wieder beleben und den bedauernswerten Opfern einer verfehlten Wirtschafts- und Finanzpolitik wieder Arbeit geben, ohne wie bisher die übrige Wirtschaft zu benachteiligen.

Die christliche Welt gegen den Religionsfrieg in Rußland.

,, Die Verfolgungen der römischen Kaiserzeit verblichen...".

Gegenüber den Religionsverfolgungen in Rußland ist eine rasch wachsende Front der christlichen Kirchen und Organisatio­nen in allen Ländern im Entstehen. Kundgebungen und Auf­rufe von überallher lassen die tiefe Beunruhigung und leiden­Zeug­schaftliche Empörung der christlichen Welt erkennen nisse eines Gemeingeistes und eines Verbundenseins durch ge­meinsame Heiligtümer, die aufrichtend und ermutigend wirken.

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Die Bewegung in England ist dadurch gekennzeichnet, daß an ihrer Spitze so namhafte Führer stehen, wie der anglikanische Bischof von London und der durch sein verdienstvolles Wirken für alle religiösen Minderheiten in der ganzen Welt bekannte Ehrensekretär des Weltbundes für internationale Freundschafts­arbeit der Kirchen Sir Willoughby Dickinson. In Frankreich hat der Protestantische Kirchenbund am vergangenen Sonntag einen feierlichen öffentlichen Gottesdienst für die verfolgten Gläubigen und für die Wiederhersteliung der Gewissensfreiheit in Rußland abgehalten. Auch der französische Zweig der, evan­gelischen Allianz" hat zur Fürbitte für die in Fesseln Geschla= genen ,, als ob wir mit ihnen gefesselt wären" aufgerufen. In der Schweiz ist auf Anregung des Schweizerischen Kirchen­bundes in das sonntägliche Kirchengebet eine Fürbitte für die Verfolgten eingefügt. Starke Beachtung fand eine kirchliche Rundgebung im überfüllten Reformationssaal in der Völker­bundsstadt Gens. Besonders wuchtig und mitreißend ist ein Aufruf der Schwedischen Pfarrerversammlung, der an sämtliche evangelischen Gemeinden in Schweden erging. Er zeichnet ein Gesamtbild der Verfolgung, durch die, die Religion, der Mensch­heit/ tiesstes, innerstes Besitztum, ihre höchste Lebensäußerung, ihr edelstes Bildungsmittel ausgerottet werden soll". Das Welt­gewissen und alle Träger der Weltkutur müssen dagegen auf­stehen. In Deutschland ist neben dem bekannten Schritt des Präsidenten des Deutschen Evangelischen Kirchenausschusses, der bei den Landeskirchen eine gottesdienstliche Fürbitte für die russischen Christen angeregt hat, und dem Aufruf der General­superintendenten der größten deutschen Landeskirche neuerdings eine Rundgebung der Vereinigung evangelischer Freikirchen" bekannt geworden.

Die russisch- orthodoxe Kirche selbst ist durch den Mund des Metropoliten Antonius, des Vorsitzenden des erzbischöflichen Synods der russisch- orthodoxen Kirche im Ausland, in erschüt­ternder Weise zu Wort gekommen. Und endlich hat die in den letzten Tagen bekannt gewordene Kundgebung des Papstes das Bild vervollständigt: daß die christlichen Kirchen und Konfessio­nen im Angesicht eines Kampfes auf Leben und Tod sich um das gleiche Banner sammeln.

In verschiedenen Aufrufen wird festgestellt, daß die russische Christenverfolgung in der Geschichte ihresgleichen nicht hat. Die Schwedische Pfarrversammlung spricht von Verfolgungen ,,, vor denen die Verfolgungen der römischen Kaiserzeit verbleichen". Zugleich wird deutlich, daß die Bewe­täglich wachsende gung eine rein religiöse Bewegung ist, geboren aus Gewissens­not und aus dem Bewußtsein religiöser Verbundenheit mit den

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Opfern der Verfolgung; eine der Kundgebungen hebt ausdrüc lich hervor, daß die Proteste mit Politik nichts zu tun haben. Aber auch davon wissen die Kundgebungen zu sagen, daß die Treue bis zum Tod, die die russischen Christen bewähren, das beste Zeugnis ist für die Unsterblichkeit der Religion, und daß darum heute wieder wie vor 1900 Jahren das Blut der Märtyrer der Samen der Kirche ist".

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Zum Begriff des Handwerks.

Lokales.

Die Harmonielehre in der Küche.

Nr. 13.

Manchmal nennt man die Küche die Seele des Hauses. Trotzdem finden wir oft wenig Harmonie zwischen den beiden, daß man an der Beseeltheit der hauptsächlichen Küchenarbeit, den Werken der Kochkunst, zweifeln kann. Es wird munter drauflos gefocht, und die Familie, alt und jung, stark und schwächlich, robust oder angegriffen, muß mit allem vorlieb nehmen, was die Kelle mit sich bringt. Dadurch entstehen Disharmonien zwischen Küche und Familie, zwischen Absicht und Aus­führung und schließlich auch zwischen Essen und Ver­werten. Zwischen kochen und kochen ist ein himmel­weiter Unterschied. Die Kochstunde kann niemals mehr geben, als die Vorstuse zur Kochweisheit. Erst pein­liches Aufmerken, wie die Gerichte von der Familie ver­tragen werden, ob sie dabei frisch und vergnügt ist oder arbeitsunlustig und müde durch den Tag schleicht, schließt das Verständnis auf für die Harmonie, die zwischen Ernährung und Erfolg herrschen muß.

Das hat mit Feinschmeckerei nichts zu tun! Es ist nur das Bestreben der tüchtigen Hausfrau, ihr Amt als Ernährungsminister so gut zu verwalten, wie es irgend dürften. Die Wirtschaft ist, populär gesprochen, der Dumme gewesen, sie hat sich mit den Steuererhöhungen in dem guten Glauben abgefunden, daß die Einsparun­gen der öffentlichen Hand nun folgen würden, aber da­von ist nichts zu spüren, und allem Anschein nach ist nicht einmal dafür eine Sicherheit geschaffen, daß die Steuererhöhungen des Sofortprogramms nur etwa ein halbes Jahr, bis zur Auffüllung des Tilgungsfonds, in Kraft bleiben und alsdann durch die der Wirtschaft ver­sprochenen Steuersenkungen abgelöst werden. Man braucht kein Psychologe zu sein, um zu prophezeien, daß bereits heute bei der Finanz- und Sozialbürokratie der eiserne Entschluß besteht, die Steuererhöhungen zu ver­ewigen und die Steuersenkungen zu hintertreiben. Dem­gegenüber muß die Deffentlichkeit, die längst erkannt hat, daß das Schwergewicht jeder verständigen Finanz­reform auf der Einschränkung der öffentlichen Ausgaben liegt und daß demgegenüber die sonstigen Grundprin­zipien der Finanzreform, insbesondere die Verlagerung des steuerlichen Echwergewichts von den direkten auf die indirekten Steuern, nur eine Nebenrolle spielen, immer wieder mit allem Nachdruck fordern, daß nun endlich auch der Staat sein Scherflein zur Gesundung unserer wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse beiträgt und rationalisieren und rechnen lernt, wie das die Pri­vatwirtschaft schon lange zu lernen genötigt war.

Die Frage, ob jemand Handwerker im Sinne des§ 4 HGB. ist, muß in jedem einzelnen Falle nach der besonderen Beschaf= fenheit des gewerblichen Unternehmens und seiner gesamten Einrichtung geprüft werden, wobei auch den wirtschaftlichen Anschauungen und dem herkömmlichen Begriffe des Handwerks­Rechnung zu tragen ist. Maßgebend muß stets der Gesamt­charakter des Betriebes sein. Die gesamte Art, wie der Be­trieb geführt wird, ist entscheidend. Hierbei kommt besonders, aber nicht ausschließlich in Betracht das Verhältnis des Unter­nehmers zu seinen Gehilfen, Art und Umfang seiner eigenen Mitarbeit, vor allem in der Richtung, ob sie handwerksmäßig oder handwerksüblich ist; ferner Art und Maß der Arbeits­teilung, die Verwendung von Maschinenkraft, die Benutzung und Gewährung von Krediten, sowie die Unterhaltung von Bank und Wechselverkehr. Wenn der Betrieb nach seinem Ge­samtcharakter, wozu neben der technischen auch die kaufmännische Seite gehört, kein handwerksmäßiger ist, so ist es auch unerheb­lich, wenn er einige Wesenszüge des Handwerks aufweist. Ein­zelne Merkmale können für sich allein niemals entscheidend sein. Daraus folgt aber, daß die Berufsausbildung des Inhabers sowie die Art und der Umfang seiner Mitarbeit für sich allein die Einordnung des Betriebes in das Handwerk nicht rechtfer­tigen können. Darauf allein hat aber das Landgericht seine Entscheidung gestützt. Dabei hat es vor allem die Frage nicht gestellt und nicht beantwortet, ob der Betrieb des 3. als Mol­fereibetrieb nach den geltenden wirtschaftlichen Anschauungen und dem herkömmlichen Begriffe des Handwerks überhaupt als Handwerksbetrieb angesehen werden könne. Gerade diese grund­legende Frage aber ist zu verneinen. Es kann hierbei nicht darauf ankommen, daß Molkereierzeugnisse ursprünglich mit der Hand hergestellt worden sind, was in primitiven Betrieben auch heute noch der Fall sein wird. Denn nicht jede Arbeit, die mit der Hand Erzeugnisse herstellt, ist Handwerk. Der Begriff des Handwerks ist eben wirtschaftsgeschichtlich erwachsen und beruht so gut wie ganz auf Herkommen. In Deutschland war und ist noch heute das wichtigste äußere Zeichen des Hadwerks die Ver­einigung der einzelnen Handwerkergruppen zu Zünften und In­nungen. Ein weiteres wesentliches äußeres Kennzeichen des Handwerks ist, daß seine Angehörigen in die Gruppen der Lehr­linge, Gesellen und Meister zerfallen und aus der einen Gruppe in die nächsthöhere nur nach Ablegung bestimmter Prüfungen gelangen. Alles dies ist bei Molkereien nicht der Fall. Es entspricht denn auch weder den jetzigen wirtschaftlichen An­schauungen noch dem herkömmlichen Begriffe des Handwerks, Molkereien dem Handwerk zuzurechnen. Schon diese Erwägung schließt es aus, den Betrieb des 3. als handwerklichen anzu­sehen; denn ein Unternehmen, das nach Herkommen und wirt­schaftlichen Anschauungen nicht als handwerkliches gilt, stellt eben seinem Gesamtcharakter nach keinen Handwerksbetrieb dar. ( KG.- Beschluß vom 21. Febr. 1929.)

* An die gesamte hessische Beamtenschaft wurde eine Ver­fügung erlassen, in der um pünktliche Einhaltung der Dienststun= den ersucht wird, wenn auch darauf hinzuweisen ist, daß bei der Verschiedenartigkeit des Dienstes und der Arbeit die genaue Einhaltung der Dienstzeit nicht immer möglich ist.

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In den Ruhestand treten: Die Gendarmeriewachtmeister Heinrich Biehl zu Buzzbach und Heinrich Eichenauer zu Zwingenberg a. d. B.

* Straßensammlung. Der Landesverband Hessen des Reichs­bundes der Kinderreichen veranstaltet am 11. Mai 1930 eine Straßensammlung zugunsten bedürftiger Mütter.

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Das Flüchtlingslager in Prenzlau.

Vom Verein für das Deutschtum im Ausland geht uns fol­gender Bericht über den Besuch zweier Vertreter der Haupt­leitung des Vereins im Flüchtlingslager in Prenzlau zu:

Die deutsch- russischen Flüchtlinge stammen hauptsächlich aus Sibirien, der Ukraine und aus der Krim. Ihrem Bekenntnis nach sind sie Mennoniten, Lutheraner und zum kleinen Teil Katholiken. Der Grund der Auswanderung ist in erster Linie religiöse Bedrückung und Zerstörung des Familienlebens, dann gewaltsame Sozialisierung des Landbesitzes. Der größte Teil der deutsch- russischen Flüchtlinge wurde mit der Eisenbahn über Riga- Eydtkuhnen nach Deutschland gebracht. Nach Erledigung der ersten sanitären Maßnahmen an der deutschen Grenze wur­den die Flüchtlinge weitergeleitet in das große Lager Hammer­stein. Von hier erfolgte dann die Ueberführung in die weite­Ten Unterkunftsorte Prenzlau und Mölln.

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Um mit den rußlanddeutschen Flüchtlingen persönlich Füh­lung zu nehmen und auch die Unterbringungsverhältnisse fen­nen zu lernen, hatten wir uns im Auftrage des VDA. nach Prenzlau begeben. In der ehemaligen Militärkaserne sind rund 1700 Männer, Frauen und Kinder die Zahl der letzteren beträgt etwa 600 untergebracht. Das Betreten des Flücht­lingslagers ist nicht allgemein gestattet, vielmehr bedarf es da­zu einer besonderen Genehmigung des Reichskommissars für die Deutschrussen- Hilfe. Wir meldeten uns bei dem Lagerdirektor, Major a. D. Rautmann, der sich in liebenswürdiger Weise bereit erklärte, uns alle Räume zu zeigen.

Die Familien sind, hier und da auch zwei zusammen, in schönen, großen und hellen Räumen untergebracht. Betten sind genügend vorhanden, auch hat jedes Zimmer die notwendigen Tische und Stühle, bezw. Bänke. Gekocht wird in der großen Küche, die einen sauberen und gepflegten Eindruck macht. Die Lagerinsassen erklärten uns, daß sie mit der Verpflegung durch­aus zufrieden seien. In den unteren Räumen der Kaserne be­finden sich Bade- und Waschräume, die gerne und oft benutzt werden.

Besonders interessierte uns der inzwischen eingerichtete Schulbetrieb. In den oberen Stockwerken sind vier Räume bereitgestellt und Schulbänke und Katheder herangeschafft wor­den. Für jede Klasse ist ein berufsmäßiger Flüchtlingslehrer vorhanden. Die eine Hälfte der Kinder wird vormittags, die andere nachmittags unterrichtet. Die erforderlichen Lesebücher werden von der Hauptleitung des Vereins für das Deutschtum im Ausland geliefert. Die Kinder erhoben sich bei unserem Eintritt von ihren Plätzen und begrüßten uns mit einem fröh­lichen ,, Guten Tag". Durch Einsichtnahme in die Schreibheste etwa 8, 9- oder 10jähriger Kinder konnten wir uns überzeugen von der schönen und verhältnismäßig fehlerfreien Schrift. Alle sprechen deutsch und zwar in der Schule hochdeutsch, zu Hause Dialekt.

In den letzten Wochen sind eine Schusterwerkstatt und Schneiderstube eingerichtet worden. In der ersteren sind etwa 15, zum Teil richtiggehende Schustergesellen tätig, die fleißig das Schuhwerk ihrer Leidensgenossen ausbessern. In der Schnei­derstube saßen etwa 12 Mädchen an Nähmaschinen und flicten Kleider und Wäsche. Einen besonderen Eindruck machte auf uns die in einem großen Saal eingerichtete Kinderstube. Schön geheizt, bildet sie einen ausgezeichneten Aufenthaltsort für die fleine Schar bei schlechtem Wetter. Bei unserer Anwesenheit spielte eine große Zahl von Kindern auf dem Hofe unter der Leitung von Pflegeschwestern. In den wenigen Wochen, die die Kleinen hier sind, haben sie sich schon recht an die Schwestern gewöhnt und warten sehnsüchtig auf die Stunde des Beginns der Spiele. Puppen und Spiele aller Art sind vorhanden, aber gerade an diesen Dingen sind doch noch weitere Spenden er­wünscht. Ein anderer großer Raum ist zur Verteilung der Lie­besgaben eingerichtet. Auf langen aneinander gereihten Tischen lagen ausgebreitet Kleidungsstücke, Wäsche und Schuhe. Täg­lich werden etwa 45-50 Frauen, Männer und Kinder abgefer­tigt, d. h. es werden ihnen die fehlenden Sachen ausgegeben. Zuletzt begaben wir uns in ein Lesezimmer, wo wir uns mit einigen Führern der Prenzlauer Flüchtlingsabteilung ein­gehend unterhielten. Alles, was der Verein für das Deutsch­

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tum im Ausland im Rahmen seines Aufgabenkreises für unsere deutschen Brüder in Not tun kann, wurde zugesagt. Sie wurden aufgeklärt über die Ansiedlung und Lebensverhältnisse in Ka­nada und Brasilien. Auf die Frage, ob noch besondere Wünsche vorhanden seien, erklärten die Männer, daß sie bereits so gut aufgenommen und reich beschenkt worden seien, daß sie nicht mehr verlangen könnten. Eine Bitte hätten sie: Tabat und Zigarren. Wir geben daher hiermit diese Bitte weiter, nach Möglichkeit Tabat, Zigarren und Zigaretten und Spielsachen in das Lager in Prenzlau, wie auch an diejenigen in Hammer­stein und Mölln zu schicken.

Jm allgemeinen werden die Arbeiten durch die Flüchtlinge selbst verrichtet bis auf die ärztliche und Schwesternfürsorge. Zur Sicherheit gegen Belästigungen von außen her befindet sich auch ein kleines Schupokommando im Lager, das den Insassen mit Rat und Tat Beistand leistet.

Durch Befragen stellten wir fest, daß es sich durchweg um Familien handelt, deren Vorfahren schon vor über 100 und noch mehr Jahren nach Rußland ausgewandert waren. In Si­birien betrug der Landbesitz einer Familie etwa 7 Hektar je Kopf, für eine 7töpfige Familie also etwa 50 Hektar. In der näheren Umgebung der Stadt war der Besit kleiner. In der Ukraine betrug die Durchschnittsgröße eines Landbesizes 15 bis 30 Hektar. Die Leute waren in ihrer Gesinnung durchaus deutsch geblieben. Wenn auch hier und da mal einer darunter ist, der die deutsche Sprache nur mangelhaft versteht, so bereitete es uns doch besondere Freude, festzustellen, daß sich, abgesehen von diesen wenigen, alle fließend in ihrer Muttersprache unter hielten.

Durch die Besichtigung gewannen wir die Ueberzeugung, daß alles geschieht, was geschehen kann. Alle Insassen erkann­ten das auch uneingeschränkt an und waren voll des Lobes und Dantes für ihre Aufnahme und Behandlung.

Zum Schlusse soll nicht unterlassen werden, lobend anzu­erkennen das große Interesse und die Wärme, mit der sich der Lagerdirektor, Major a. D. Rautmann, unserer deutschen Brü­der und Schwestern annimmt.