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Nr. 4.

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Todesfall!"

Mittwoch, den 15. Januar 1930.

,, Gießener Zeitung"

Turnen, Sport und Spiel.

Ockershausen mit 0: 1 bezwungen!!

FV. Odershausen 1. Bil.- VfB. Gießen 1. Bf. 0: 1( 0: 0)

Die größte Bedeutung kam diesmal naturgemäß dem Spiel in Odershausen zu. Zu einem Verbandsspiel um zwei wertvolle Punkte stellte sich den Platzbesitzern eine starke Mannschaft der Gäste. VfB. Gießen siegte verdient. Das Wetter war sehr einladend, so daß etwa 1000 Zuschauer den Weg zu dem wenig verlodenden Platz gemacht hatten.

Gegenüber dem knappen Torergebnis, mit dem die Gieße­ner über die Marburger Vorstädter siegreich blieben, sind einige ruhige Ueberlegungen angebracht:

Daß die Gäste siegreich blieben, stand bis zur letzten Spiel­minute nicht fest.

Die Gäste konnten auf dem kleinen Odershausener Platz ihre technischen Feinheiten nicht zur rechten Ausnutzung brin­gen, und daß das zahlenmäßige Ergebnis gar so knapp aus­fiel, war an sich durchaus dem Spielverlauf entsprechend und es hätte bei einer etwas glücklicheren Zusammenstellung der Plazelf sehr leicht umgekehrt lauten können.

Es wäre aber sicher zu einem deutlicheren Sieg der Gäste ge= kommen, wenn nicht die Bodenverhältnisse den natürlichen Vorsprung der heimischen Mannschaft einen solchen Kampf außerordentlich stark unterstrichen hätten. Bei normalen Boden­verhältnissen hätte man sicher ein besseres Bild über die der­zeitigen Stärkeverhältnisse der Mannschaften bekommen.

Da­

rum hält es schwer, aus dem sonst sehr einheitlichen und über­legenen Mannschaftsgebilde der Gäste den einen oder anderen, der sich in seiner Spielweise nicht wie gewohnt, entfalten fonnte, schwach zu bezeichnen. Man darf aber wohl sagen, daß das Stürmer- Innentrio Böttcher- Haupt- Leuthäuser am meisten in Erscheinung trat. Der Tormann Vöckler hatte dazu wirklich ge= fährliche Lagen zu überstehen, in denen er durch sicheres Stel­lungsvermögen und Entschlossenheit sich voll bewährte.

Bei Odershausen

verdient die engere Hintermannschaft viel Anerkennung. Aller­dings herrschte zwischen R. Naumann und Hildebrand nicht im­mer das rechte Verständnis. Hildebrand hatte die Lage sehr schnell begriffen und gegen diesen Techniker konnte nur sofortiges unentwegtes Angreifen helfen. Durch diese Taktik erreichte er viel. Die Läuferreihe leistete insgesamt dem Sturm wie der Verteidigung viel Unterstützung. In dem Sturm waren Diefen­bach und Peil die Besten, wobei diese das Pech hatten, bei eini­gen hübschen Schüssen an dem gegnerischen Torwächter zu schei= tern. Der Mittelläufer Diefenbach hatte es besonders schwer, da er bei der guten Bewachung durch Henrich und Bingel nicht zur Geltung tam. Die Außenstürmer waren im Abspiel nicht immer glücklich genug.

Dieses Spiel hat wieder gezeigt, daß es für die Mann­schaften, die gute und große Plätze gewohnt sind, noch viel zu lernen gibt, um bei anderen Platzverhältnissen siegreich be= stehen zu können.

Das Spiel war ein Kampfspiel im richtigen Sinne des Wortes und wurde von dem Schiedsrichter Christ- Horas gut geleitet und verdient uneingeschränkte Anerkennung. Es stellten sich diesem folgende Mannschaften: Odershausen:

R. Naumann Schneider Zimmermann Fischer

Hildebrand

Muth

Haupt

Diefenbach

K. Naumann Peil Seip Lehrmund Leuthäuser Böttcher Haupt Wilhelmi Kreß I

Hausrath

Bingel

BjB. Gießen:

Henrichs

Vöckler

Schneider

Der Stammtisch.

Eine Humoreske aus Gießen. 3. Fortsetzung.

,, So?" fragt der Fechner ,,, wodurch denn?" Er hat ja so das Reißen im Kreuz. Vor anderthalb Stunden schon hat er hergeschickt."

,, Nun, mir ohne Verdruß!" sagt der Assessor Winkler. ,, Der Kehrbach ist ja ein guter Kerl, aber wenn er so einen bösen Tag hat, ist er schocksschwernotlangweilig."

,, Das kann ich nicht finden," versetzt der Fechner. ,, Karlin­chen, ein Seidel!"

Und somit setzt er sich breit in den Rohrsessel. Während all' dieser Reden hat keiner von der ganzen Bande auch nur eine Miene verzogen.

Ganz gleichgültig haben sie da gehockt und nicht die ge­ringste Notiz davon genommen, daß ich, der leibhaftige Apotheker Kehrbach, daneben gestanden bin und ein Gesicht gemacht habe wie ein Schöps, wenn's donnert.

Ich muß nun ehrlich bekennen: es ist mir wirklich mit jedem Augenblide unbehaglicher und beklommener geworden. ,, Himmeldonnerwetter," hab' ich gedacht ,,, was kann das be­deuten? Entweder sind die alle verrückt geworden, oder ich hab eine Art von Halluzination oder ich träum. Himmel, Herr­gott, ich träume!"

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Und dabei hab ich mich kräftig am Kopf gefaßt und im stillen für mich gesprochen: Kehrbach, wach' auf, du träumst nur!" Sie ersehen daraus, daß ich wirklich bereits in einem Stadium der Aufregung angelangt war, das zu einer Dosis Kali bromatum berechtigt hätte. Wie ich aber trotz aller An­strengung nicht aufgewacht bin, hab' ich mich doch überzeugt, daß ich nicht träumte.

Schon war ich wieder geneigt, die ganze Geschichte etwas leichter zu nehmen, als der Wirth, der alte Lotz, auf mich zutrat, ein überaus höflicher Mann, der sich gegen mich und meine Verhältnisse nie das geringste erlaubt hatte. In seiner etwas gezierten Weise beginnt er mich anzureden.

,, Guten Abend, Herr Doktor," sagt er ,,, wie steht's mit Ihrem werten Befinden? Rasch, Karlinchen, bring' dem Herrn Doctor Erdmann sein Stammseidel!"

Spielverlauf:

Die erste Viertelstunde war der Kampf sehr verteilt. Zwei Eden für Gießen und eine für Odershausen verlaufen ergebnis­los. Ein geschickt eingeleiteter Vorstoß der VfBer endet mit einem Strafstoß, den Böttcher gut gemeint vors Tor legt, aber Hildebrand greift schnell ein und im Nu ist der Ball am Gegen­tor, wo der Ball die zweite Ede Odershausens bringt. Sehr gut wird der Ball vors VfB- Tor gelegt, doch bei dem Gedränge gelingt es Kreß, diesen wieder ins Feld zu befördern. Die restliche Zeit bis zur Pause steht im Zeichen von Ockershausen. Böckler meistert einen scharfen Flankenschuß, kann aber in der Uebereilung den Ball nicht weit genug wegbringen und alles glaubte schon an ein Tor doch der Ball geht knapp über das Net ins Aus. Schon wenige Minuten später schafft Ockers­hausen wieder eine heitle Situation, doch Vöckler klärt auf, den 3. Edball. Dann geht es in die Pause

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Nach Wiederbeginn drängen die Gäste und erzielt Böttcher in der 51. Minute den unhaltbaren Siegestreffer. Ockershausen erzielt vom Anstoß weg seine 4. Ecke und Vöckler vollbrachte seine Glanzleistung des Tages. Es folgt die 4. Ede für VfB. und zeigt sich auch Muth hierbei von der besten Seite. Dann Elf­kommt eine große Torgelegenheit in der 60. Minute δια meter für VfB. Alles hält den Atem an Muth fängt den Ball in Brusthöhe ab. Ockershausen, angefeuert von seinen zahlreichen Freunden, erzielt dann eine Reihe von Eck­bällen, die 5., 6., 7. und 8. Ecke, die auch keine Resultatände­rung bringen. Bei der Austragung dieser wird das Spiel überaus hart und Fischer von der Plazmannschaft muß das Feld verlassen. Dazu kommt kurz danach noch ein Zwischenfall im Publikum. Auf einer Seite des nicht abgesperrten Spielfeldes wollen einige Zuschauer in das Feld eindringen, geraten dabei mit Andersdenkenden zusammen. VfB. drückt darauf, er­reicht aber nur eine Verbesserung des Edenverhältnisses, seine 5. Ecke. Das Gästeinnentrio ist wieder im Ansturm, da stößt Leuthäuser mit R. Naumann zusammen und muß ersterer auch das Spiel sich nun von außen mitansehen. Odershausen greift wuchtig an, aber die Verteidigung der VfBer arbeitet zäh, aber auch mit manchem Glück. Die letzten Minuten nahen. Eine glänzende Kombination Böttcher- Haupt bringt Ockershausens Tor noch einmal in arge Gefahr, dann ertönt der Schlußpfiff.

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1900 Gießen 1. BC. Siegen 1. 1: 3( 1: 1).

Das Vorspiel in Siegen ging 2: 0 für Siegen aus, allerdings mit Glück für die Südwestfalen. So nahm man an, daß die Hiesigen, vor allem nach ihrem schönen Spiel in Wetzlar am Vorsonntag, Revanche nehmen würden. Das am kommenden Sonntag stattfindende schwere Verbandstreffen gegen VfB. Gießen veranlaßte aber die Spielvereinigung ihre Ligaelf zu schonen, und so trat die Mannschaft mit Ersatz an, der nur teil­weise den Erwarungen entsprach. Siegen war komplett.

1900 spielte zunächst gegen Sonne und Wind und riẞ trotz­dem die Führung des Spieles an sich. Schnelles, weites Flügel­spiel brachte die einheimische Mannschaft dauernd vor das Gästetor, wo der Innensturm viel Pech entwickelte und die schön­ſten Gelegenheiten nicht zu zählbaren Erfolgen umgestalten konnte. Erst nach halbstündigem Spiel konnte Adelberger einen kurz von Heilmann zugespielten Ball zum Führungstor ein­senden. Kurz vor der Pause machte ein Gießener vorm Straf­raum Hand, den zuerkannten Strafstoß verwandelte aus 20 Me­ter Entfernung der ganz vorzügliche Siegener Mittelläufer di= rekt und unhaltbar zum Ausgleichstor für seine Mannschaft.

Nun hab' ich factisch gedacht, der Schlag soll mich rühren! Langsam hab' ich mich auf den Stuhl gesetzt; die Gurgel ist mir trocken gewesen bis hinunter ins Zwerchfell. Die Kell­nerin bringt mir das Stammseidel des Doktor Erdmann, den dicken Mönch mit dem vergnügten Lächeln, und dabei zuckte das durchtriebene Frauenzimmer nicht mit der Wimper! Nun, ich tu also aus dem Erdmann'schen Biermönch einen schüchternen Schluck, und dann noch einen, um mich etwas zu restaurieren, und dann sprech' ich mit meiner Stimme, die trotz' all' meiner guten Vorsätze ein wenig gezittert hat:

,, Meine Herren," sag' ich ,,, der Casus muß nun endlich zum Austrag gebracht werden! Hier geht eine Verrücktheit vor, und ich möchte nur wissen, ob die Gehirnweichung auf Ihrer Seite ist, oder auf meiner!"

,, Er ist unverbesserlich," sagt mein Fechner und wirft dem Korsetten- Wöhler einen Blick zu, der was bedeuten sollte.

Die andern taten alle furchtbar verwundert, bis mein Fech­ner ihnen die Sache nach Gebühr explisierte, gerade so, wie er sie eben erst dem Wöhler auf der Gasse auseinandergesetzt hatte.

Zwei oder drei von den Herren haben nun laut aufge­lacht; der Assessor Winkler hat ,, Au!" geschrieen; der Zahn­Wolf hat mir aber auf die Schulter geklopft und im Tone der Ueberzeugung zu mir gesprochen: Herr Doktor," hat er ge= sagt ,,, der Witz ist so übel nicht. Im Ernste, kopieren Sie uns mal den Kehrbach bis ins Detail! Sie sind ja ein Mimiker von allbekannter Begabung! Machen Sie den Kerl einmal nach wie er so sein Töpfchen an's Maul setzt! Wissen Sie, wenn er so labbert, daß ihm rechts und links die Brühe herunter­Läuft!"

Na, was soll ich Sie jetzt noch länger mit der Aufzählung all' der Kniffe und Ränke ermüden, die von der rücksichts­losen Bande zu meiner gänzlichen Düpierung in Szene gesetzt wurden? Beim heiligen Nepomuk, ich habe zuletzt nicht mehr gewußt, wo mir der Kopf stand. Bald hat der was gesagt und bald jener; bald ging's toll her, und bald gefiel man sich in erheucheltem Ernste. Kurz, es war haarsträubend. Endlich hab' ich in meiner Verzweiflung mit der geballten Faust auf den Tisch geschlagen und ganz heiser vor Ingrimm ausgerufen:

,, Sie Schafsköpfe, verzeihen Sie den unparlamentarischen Ausdruck, aber ich kann mir nicht helfen! Wenn Sie mir

Nr. 4.

Nach der Halbzeit mußte der rechte Verteidiger der Gie­Bener verletzt ausscheiden. Jetzt konnte Siegen das Spiel offen gestalten, ohne aber jemals überlegen zu werden. Auch die Torchancen waren jetzt verteilt. Allerdings hatte Siegen dabei mehr Glüd wie die Blau- Weißen. 20 Minuten vor Schluß konnte der HR. der Gäste aus einem Gedränge vor dem Tore das Resultat auf 2: 1 für Siegen stellen und zehn Minuten spä­ter das Ergebnis nach erfolgreichem Durchbruch auf 3: 1 er­höhen. 1900 hatte die Partei nie verloren gegeben und spielte bis zum Schluß ohne nachzulassen eifrig weiter allerdings mit viel Schußpech. Das Resultat entspricht nicht dem Spiel­verlauf. Der Schiri Grünewald war gut.

Die Siegener spielten schnell und hart auf Sieg, sie be­vorzugen weite, halbhohe Vorlagen. Gut waren in der Mann­schaft der Mittelläufer, Tormann und linke Sturmflügel.

Die Gießener zeigten wieder famose Technik, besonders in der ersten Halbzeit. Der Innensturm muß aber zu gegebener Zeit den Ball auch einmal an die freistehenden Flügel abgeben können und darf nicht nur das engmaschige Innenspiel betrei­ben. Gut waren der Tormann, die Läuferreihe und der Innen­sturm. Der Außenstürmer Best fiel gänzlich aus.

1900 Gießen A. H. BC. Siegen A. H. 1: 1( 1: 0). Obige Mannschaften standen sich vor dem Ligatreffen am letzten Sonntag im Freundschaftsspiel gegenüber. Es war das typische Alte- Herrenspiel gemütlich und ohne viele Tücken, wobei allerdings nicht vergessen werden soll, daß die alten Kämpen in einzelnen Momenten zu ganz großer Form auflie­fen und frühere Größe ahnen ließen. Die Siegener konnten die erste Halbzeit für sich mit dem Ergebnis 1: 0 buchen. Nach der Pause holte 1900 schnell auf. Aventi" stellte mit Prachtschußz die Partie remis allerdings kostete ihn das eine Stauchung im Fuß und mußte er, wenn auch ungern, ausscheiden. Leicht überlegen spielte Siegen, ohne zu Erfolgen zu kommen, weiter bis zum Abpfiff des guten Schiri Fischer.

Niederweisel 1. Großen- Bused 1. 0: 4( 0: 1). Ein spannendes Spiel, das Großen- Bused als die bessere Mannschaft verdient gewann. Durch den Vorteil des eigenen Platzes legen die Heimischen mächtig los, aber an der Gäste­Hintermannschaft scheiterten ihre Durchbrüche. Inzwischen hat sich auch Bused gefunden. Sein Sturm arbeitet gut und N.-W. Tormann muß öfters eingreifen. Aber einer der vielen Gäste­vorstöße brache dann doch ein schönes Tor. In der zweiten Hälfte waren die Gäste weiter gefährlich und konnten zwei Strafstöße zu Toren verwandeln. Ein Elfmeter für N.-W. wurde verschossen. Dann kann Buseck noch ein 4. Tor erzielen. Schiri Klier- Wetzlar leitete vorzüglich.

Aus Grünberg.

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Grünberg 1. Laubach 1. 0: 4( 0: 2). Grünberg 2. Geilshausen 1. 2: 0( 2: 0).

Die Laubacher ,, Teutonen" weilten zum Rückspiel in Grün­berg. Dank der vorzüglichen Leitung des Herrn W. Henkel= Wetzlar artete das Spiel, das an und für sich einem Lokal­Derby glich, nicht weiter aus. Grünberg spielte mit Ersatz für seinen Torwächter, welcher nach dem 2. Erfolge der Gäste ver­letzt wurde. Durch einen Elfmeter und ein Eigentor Grünbergs erhöhte sich das Resultat auf 4: 0 für die Gäste.

Vorher traf sich die zweite Mannschaft der Schwarz- Weißen mit der 1. Elf von Geilshausen. Schiri Schmidt- Queckborn leitete gut.

Lollar 1. Jgd.- Garbenteich 1. Jgd. 8: 1( 3: 0). Am Sonntag löste Garbenteich ein fälliges Rückspiel ein. Lollars Jugend war die bessere Mannschaft und konnte mit dem hohen Torerfolg von 8: 1 das Spiel gewinnen.

denn so frech in's Gesicht meine Identität abstreiten, dann will ich Ihnen den Beweis ad oculos demonstrieren! Kommen Sie mit nach der Apotheke! Ich will Ihnen zeigen, daß es erstunken und erlogen ist, wenn der Herr Zahn- Wolf gesagt hat, der Apotheker Kehrbach also ich hätt' im Kreuz so das Reißen, und wär' um dessentwillen daheim geblieben! Go ein dummes, abgeschmacktes Narrengeschwätz ist mir, bei Gott, noch nicht vorgekommen, seit ich die Ehre habe zu leben!"

So hab' ich gesprochen, und mit aller Energie hab' ich's ' rausgefrischen, um die eigentümliche Beklemmung zu meistern, die mir immer seltsamer und bänglicher über das Herz kroch. ,, Ach, was werden wir uns nach der Apotheke bemühen!" sagt mein Fechner und bestellt sich ein frisches Seidel.

,, Ja, nicht wahr, wenn's an's Beweisen geht, da sind Sie hinten! Uzen können Sie die Leute und foppen; aber sobald man ihr Intriguenspiel bloßlegen will, nachher sperren Sie sich! Das ist nicht schön von Ihnen, Herr Fechner, und mit solchen Prinzipien werden Sie nicht weit tommen im Leben!"

So haben wir uns eine Weile noch hin und her gestritten. Endlich hat der Zahnwolf gerufen: ,, Nun, wenn er denn absolut drauf besteht' s heißt zwar wirklich die gute Zeit vergeuden, aber die Sache hat sich jetzt einmal zugespitzt wie gesagt-"

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,, Gut, gut," fällt ihm der Tageblatt- Redakteur in die Rede. ,, Gehen wir nach der Hirsch- Apotheke! Aber das sag' ich Ihnen, Herr Doktor, wenn der Kehrbach uns jetzt, Guten Abend' her­unter rust, dann fährt Ihnen ein kreuzsiedendes Donnerwetter in'n Leib, und Sie bezahlen heut' Abend eine riesige Punsch­Bowle!"

,, Das will ich!" hab ich geschrien; denn das hab' ich doch positiv gewußt, daß ich nicht gleichzeitig unten auf der Gasse stehen und oben aus meinem Fenster herrunter rufen konnte: , Guten Abend', und ich wär' daheim und hätt'' s Reißen im Kreuz.

Wir haben uns also in corpore aufgemacht nach der Hirsch­Apotheke. Unterwegs wollten die Redereien kein Ende neh­men; es ist mir ganz blümerant geworden, und einmal hab' so ein Stechen hinter der Stirne verspürt, daß ich' grad ge= meint hab': halt, Kehrbach, jetzt wirst du ein bißchen verrückt! ( Fortsetzung folgt.)