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Mittwoch, den 15. Januar 1930.

Die Arbeitszeitfrage in Genf.

Genf, den 11. Januar 1930. Zu den der zur Zeit tagenden vorbereitenden Kehlenkonferenz unterbreisten Fragen über die internationale Angleichung der Arbeitsbedingung, insbe= sondere der Arbeitszeit, machte der deutsche Unternehmerver­treter Dr. Jüngst- Essen, bemerkenswerte Ausführungen. Er wies u. a. darauf hin, daß die Weltkohlenkrise seit 1925 erheb­lich gemildert sei; mit Ausnahme von England habe die Förde­rung das Ausmaß von 1913 überschritten und die Absatzverhält­nisse hätten eine Besserung erfahren. Auch für die Arbeiter­schaft hätten sich die Verhältnisse wesentlich gebessert. Die Ar­beitszeit sei gekürzt und auch die Arbeitslosigkeit habe im Koh­lenbergbau nachgelassen. Dem Versuch, eine wirtschaftliche Er­frankungserscheinung mit sozialpolitischen Mitteln durch Ver­minderung der Arbeitszeit und Vereinheitlichung der Löhne heilen zu wollen, könne er nicht beipflichten. Es sei vielmehr not­wendig, die Kohlenkrise durch eine internationale Kohlenver­ständigung zu heilen. In Bezug auf die besondere Lage Deutsch­lands erklärte Jüngst etwa folgendes: ,, Wir sind völlig im Unge= wissen, wie sich der Youngplan auf unsere Wirtschaft auswirken wird; deshalb können wir uns nicht die Hände binden und auf die Anwendung eines der Mittel, die uns gegebenenfalls die Erfüllung der uns auferlegten Verpflichtungen ermöglicht, nämlich die Mehrarbeit, verzichten. Aus diesem Gesichtspunkt heraus hat das deutsche Unternehmertum dem Washingtoner Abkommen nicht zugestimmt. Eine Verkürzung der Arbeitszeit würde einen Leistungsrückgang und Erhöhung der Kohlenpreise und damit Verteuerung, insbesondere in der internationalen Produktion, herbeiführen. Eine Folge hiervon wäre die Stei­gerung des amerikanischen Wettbewerbs und damit wieder Ver­minderung des europäischen Absages und neue Kohlenkrise. Je­denfalls wisse man nichts über die Auswirkung der geplanten Maßnahmen, so daß sie einen Sprung ins Dunkle bedeuten würden. Trotz ihrer Bedenken seien aber die Unternehmer bereit, für die Fertigstellung des vorliegenden Gesetzeswerkes ihre sach­verständige Unterstützung zur Verfügung zu stellen."

Wie bereits gemeldet, hat inzwischen die vorbreitende Koh­lenkonferenz eine internationale Regelung der Lohnfrage sowie der Gewährung von Urlaub und Deputatkohle von der weiteren Behandlung ausgeschlossen.

Neue Wohnungskredite für Schwerkriegsbeschädigte.

Der Reichsarbeitsminister hat aus Rücklagen des Reichs­wohnungsfürsorgefonds zur Förderung des Wohnungsbaues für Schwerkriegsbeschädigte noch einen Betrag von 350 000 Rmf. über die bereits verteilten Beträge hinaus zur Verfügung ge= stellt. Diese Mittel dürfen nur Schwerkriegsbeschädigten zugute kommen, die einen Bewilligungsbescheid oder einen bindenden Zwischenbescheid über eine Kapitalabfindung erhalten und mit dem Bau begonnen haben, wegen Mangel an Mitteln die Ab­findungssumme aber nicht erhalten können. Die neuen Reichs­mittel sollen vorzugsweise in schwierigen Gebieten, besonders in Grenzgebieten und in Fällen verwendet werden, in denen der Kriegsbeschädigte durch das Ausbleiben der Kapitalabfin­dung in eine Notlage geraten würde. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die neuen Beträge Zwischenkredite darstellen. Die Rückforderung der Darlehen bei Auszahlung der Kapitalab­findung ist ausdrücklich vorbehalten.

Kleinrentnerfragen.

Die Vorarbeiten des Reichsarbeitsministeriums zur Ver­besserung der Kleinrentnerfürsorge sind fertiggestellt. Die ent= sprechenden Gesetzesvorlagen sollen nunmehr dem Reichskabinett zugehen. Sie betreffen Personenkreis, Leistungen und Verfah­ren. Jm einzelnen werden folgende Verbesserungen vorge­schlagen:

Männer mit vollendetem 60. und Frauen mit vollendetem 55. Lebensjahre sollen fünftig im allgemeinen als erwerbsunfä­hig gelten. Den Kleinrentnern sollen Eltern, die wegen der Aufwendungen für die Vorbildung oder Ausstattung ihrer Kin­

Kirchliches.

Kirchliche Auslandsarbeit.

In Ilsenburg im Harz wurde vor kurzem das kirchliche Auslandsseminar, das seit 1911 besteht, eröffnet, nachdem es in den letzten Jahren in Stettin- Grünhof untergebracht war. Das Seminar bildet in dreijährigem Lehrgang evangelische Theolo­gen für den kirchlichen Dienst im Auslandsdeutschtum und zwar vorzugsweise in Südamerika aus.

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Die russische Christenverfolgung.

Nach den offenen Feindseligkeiten gegen das Weihnachts­fest kommen immer neue Nachrichten aus Rußland, die von weiteren Verfolgungen und Verhaftungen, der Wegnahme von Kirchen, Glocken und Klöstern und Verboten religiösen Lebens berichten. So wurde gerade am Heiligabend die evangelische Kirche in Margstadt, dem früheren Katharinenstadt der wolga­deutschen Republik in einen Kulturpalast", d. h. in ein Volks= haus mit Bühne umgewandelt, nachdem Glocken und Kreuz ent­fernt worden waren. Die Orgel blieb dagegen erhalten und mußte bei der Feierlichkeit auch ihren Dienst verrichten. Die Postbeamten in Charlow haben sich geweigert, den Geist­lichen und anderen Kulturdienern, die ja in Sowjetrußland rechtlos sind, weiterhin Postsendungen irgendwelcher Art zu übermitteln, und ihnen u. a. auch die Fernsprechanschlüsse ab­genommen. Allerdings sind auch hier und da derartige anti­religiöse Machenschaften auf erheblichen Widerspruch gestoßen. Als z. B. im Donezgebiet eine Kirche beschlagnahmt werden sollte, erschienen die Arbeiter aus dem nahen Hüttenwerk und es entspann sich ein Kampf, in dem es 15 Tote und 14 Schwer­verwundete gab. Die Einwohner eines Dorfes, und zwar Män­ner und Frauen, rückten mit Eisenstangen, Sensen und Gabeln an, als das Kreuz von ihrer Kirche heruntergeholt wurde, so daß schließlich die zuständige Behörde den Befehl zum Wieder­anbringen des Kreuzes gab.

Die Protestversammlungen in England haben in Rußland baum Erfolg gehabt, da sie eben doch nur als private Kund­gebung verliefen und englische Politikerkreise vorläufig eine Einmischung ablehnten. Die russische Zeitung Jswestija" be=

Gießener Zeitung

der die Mittel für eine Altersversorgung nicht aufbringen konn­ten, gleichgeachtet werden, ebenso Personen, die in häuslicher Gemeinschaft mit einem Kleinrentner unentgeltlich eine Tätig­feit von erheblicher Dauer ausgeübt haben, für die sonst ein Entgelt üblich ist. Zur besseren Anpassung der Leistungen an das wirtschaftliche Bedürfnis soll in Zukunft der Einfluß der obersten Verwaltungsbehörde bei der Festsetzung von Richtsätzen verstärkt werden. Vorgesehen ist ferner eine Vertretung der Kleinrentner in den Ausschüssen, die über etwaige Ansprüche zu entscheiden haben, mit vollem Stimmrecht. Schließlich sollen die Erstattung von Fürsorgeleistungen und die Sicherstellung von Erstattungsansprüchen nunmehr beseitigt werden, da hier­durch in der Praxis unbillige Härten vorgekommen sind.

Lokales.

Gießens Verkehrsveranstaltungen im Jahre 1930. Auch im Jahre 1930 finden in Gießen eine Reihe größerer Verkehrsveranstaltungen statt. Im Mittelpunkt dürfte die mehrtägige Jubiläumsfeier des 800jährigen Bestehens des ehe­maligen Klosters und jetziger Domäne Schiffenberg bei Gießen stehen. Der ehemalige Sitz der Deutschordens- Ritter zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Ausflugsstätten Oberhessens und des Lahntales. Vom 30. Februar bis 6. April wird die große Gießener Frühjahrsschaumesse abgehalten, und vom 20. bis 22. Mai tagt der Rhein- Main- Gastwirteverband. Für Mitte Juli sind die Ruderregatten auf der Lahn vorgesehen. Am 21. Juli beginnt der diesjährige Ferienkurs der Landesuniversität Im August finden anläßlich des 30jährigen Bestehens der Spiel­vereinigung 1900 leichtathletische Wettkämpfe großen Stiles statt. Der VfB. plant um dieselbe Zeit nationale Jugendwett== kämpfe. Vom 31. August bis 7. September hält der Landes­kriegerverband ein Kleinkaliber- Preisschießen ab, in der Volks= halle wird im September eine Gartenbau- Ausstellung eröffnet und im November von der Landesgeflügelschau des Hessischen Landesverbandes der Geflügelzüchtervereine abgelöst.

* Die Rentenbankscheine zu 1000, 500 und 100 Rentenmark mit Ausstellungsdadum vom 1. November 1923( ohne Kopf­bilder), sowie die Rentenbankscheine zu 50 Rentenmark( mit Kopfbildnis eines Landmannes), zu 10 Rentenmark( mit Kopf bildnis einer Landfrau) und zu Rentenmark( mit Kopfbild­nis eines Landmädchens) sind nicht aufgerufen, also nach wie vor gesetzlich zugelassene Zahlungsmittel.

* Postkarten. Es ist darauf zu achten, daß Postkarten nicht in zu großem Format hergestellt werden, weil sie sonst von der Post als Briefe behandelt und mit Ergänzungsgebühr belegt werden. Nach der Postordnung dürfen Postkarten das Ausmaß von 14,8X10,5 cm nicht überschreiten.

* Das Kreisamt Gießen weist erneut darauf hin, daß die Amtstage des Kreisamts nur Dienstags vormittags und Frei­tags vormittags jeder Woche sind. Während der übrigen Zeit sind die Dienstzimmer des Kreisamts für das Publikum ge= schlossen.

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Betriebsunfall auf dem Gießener Bahnhof. Am Sonntag nachmittag geriet der 39 Jahre alte Rangierer Baumann aus Allendorf( Lahn) beim Umstellen eines D- Zugwagens vom Berliner an den Trierer Abend- D- Zug zwischen die Puffer der Wagen und erlitt so schwere Brustquetschungen, daß sein Tod nach wenigen Minuten eintrat. Der Bedauernswerte hinterläßt Frau und drei Kinder.

* Akademische Kurse für Kaufleute usw. Die Industrie­und Handelskammer Gießen und die Gießener Hochschulgesell­schaft laden zu vom 16. Januar bis 20. März dauernden Kur­sen für Kaufleute und Gewerbetreibende ein. Der Besuch ist sehr billig und jedermann gestattet.

* Aus dem Stadttheater. Heute, Mittwoch, wird Der Geisterzug" zum ersten Male wiederholt. Freitag: Kyritz­Pyrit", Posse mit Gesang. Sonntag: Mittags und abends Senta Maria, die bekannte Tänzerin, in ihren Tänzen und Pan­

| richiet darüber mit folgender Illustration: Der liebe Gott liest beim Pfeifchenrauchen gemütlich die englische Zeitung Mor­ningpost" und findet darin auch den Aufruf gegen die Bolsche­wisten. Er knüpft daran die Betrachtung: Gott regiert nicht mehr in Kraft und in der ,, Wahrheit"( Prawda), sondern nur noch in der ,, Morningpost"

Nicht nur Worte und Gefühle, sondern auch Taten wollen unsere deutschen Brüder in Rußland von uns sehen, die mit unserer Hilfe rechnen. Das Konto ,, Rußlandhilfe" bei der In­neren Mission erwartet noch viele große und kleine Zahlungen, mit denen man das grausige Leid ein wenig lindern kann.

Auslandsdeutschtum

Siebenbürgen.

Die Bedeutung des Auslandsdeutschtums für das deutsche Reich und seine Belange wird immer mehr erkannt und ge= würdigt. Diese, zum Teil schon seit Jahrhunderten vom Mutter­lande losgelösten Splitter sind die natürlichen Mittler zwischen der alten Heimat, dem deutschen Reich, und dem Ausland. Sie sind die Träger deutschen Geisteslebens, die Vorposten des deut­schen Handels, die werktätigen Künder deutscher Tüchtigkeit in Gewerbe und Industrie. Die Beziehungen zwischen der Heimat und den auslandsdeutschen Siedlungen erfahren naturgemäß hierdurch einen bedeutenden Ausbau, eine weitgreifende Ver­tiefung. Ueber diese Frage, die heute in den Mittelpunkt des allgemeinen Interesses, ja der Weltpolitik gerückt ist, über das Problem des Auslandsdeutschtums, mit besonderer Berücksichti= gung der Siebenbürgen- Sachsen wird heute am Mittwoch, abends, der Leiter des deutschen Kulturamtes in Rumänien, Herr Proj. Dr. Richard Csati- Hermannstadt im Rahmen des vom Zentral­instituts für Erziehung und Unterricht veranstalteten Lehrganges in der Aula der Universität sprechen. In diesem Zusammen­hang möchten wir nicht vergessen, auf die vom deutschen Kultur­amt in Hermannstadt veranstaltete Osterfahrt nach Siebenbür­gen hinzuweisen.

Weniger ,, Amtsdeutsch"?

Der deutsche Sprachverein hat es in steigendem Maße ver­standen, sich bei seinem Bestreben nach einer guten Gesetzes= sprache das Vertrauen derjenigen Körperschaften und Behörden

Nr. 4.

tominen. Nachmittags Désiré", Komödie in 3 Akten von S. Guitry. Unter der Leitung des Intendanten ist das Drama ,, Die andere Seite" als Neuaufführung in Vorbereitung.

* Auslandsdeutscher Abend. Wir verweisen nochmals auf den heute abend in der Aula der Universität bei freiem Ein­tritt stattfindenden Auslandsdeutschen Abend.

* Die Gießener Theater- Vereinigung ladet für kommenden Sonntag zu ihrem Winterfest mit Tanz ein. Zur Aufführung gelangt ein dreiaftiger Schwant, betitelt ,, Die Frau des Andern".

* Vortragsabend. Der Ortsgewerbeverein und der Kauf­männische Verein veranstalten morgen abend einen heiteren Abend. Vortragender ist A. Starke, ein Humorist und Vor­tragskünstler, dem ein guter Ruf vorausgeht.

* Türen zu! Immer und immer wieder muß man in diesen falten Tagen den Kindern manchmal auch Erwachsenen zurufen: Schließt die Türen!" Wenn die Bewohner manchen Hauses wüßten, wie sehr durch entstehende Zugluft offener Tü­ren die Wohnung auskühlt, sie würden vielmehr Sorge tragen, daß der Hausflur zugfrei bleibt!

Aus Nah und Fern.

Bad Nauheim. Wie verlautet, soll das hiesige Amtsgericht im Rahmen der Abbaumaßnahmen, aufgehoben werden. Ledig­lich eine Nebenstelle des Amtsgerichts Friedberg soll bestehen bleiben.

Schotten. Die Einsprüche gegen die Schottener Stadtrats­wahlen im November sind vom Kreisausschuß des Kreises zu­rückgewiesen worden. Die Wahl ist somit, da keine weitere Be­rufung eingelegt wurde, rechtsgültig geworden.

Alsfeld. Als ein Arbeiter mit Benzol Feuer anzünden wollte, entstand eine Explosion, die ihn selbst schwer verletzte und Sachschaden anrichtete.

Michelstadt i. Odw. Von den 195 Kandidaten, die sich für den hiesigen Bürgermeisterposten gemeldet hatten, trug Genosse Beigeordneter und Gastwirt Neff aus Michelstadt i. Odw. den Sieg davon. Neff ist geboren in Michelstadt, 48 Jahre alt, gelernter Küfer und betreibt seit 20 Jahren eine Gastwirtschaft.

Hirschhorn. Der Hauptgewinn der Dombaulotterie zur Wie­derherstellung des Mainzer und Wormser Domes ist mit 40000 Rmf. nach Hirschhorn gefallen. Von dem vierteiligen Hauptlos waren bereits zwei Teile von dem Hirschhorner Lotterieein­nehmer verkauft, als ein Bekannter des Kollekteurs gerade Verlobung feierte. Er schenkte dem Brautpaar die zwei an­deren Teile als Verlobungsgeschenk, das mit 20 000 Rmt. sicher reichlich ausfiel. Das Glück ist diesmal bei der rechten Stelle eingekehrt.

Mainz. Der erste weibliche Rechtsanwalt in Hessen. Mon­tag vormittag wurde vor der Ersten Zivilkammer Fräulein Dr. jur. Gertrude Meinzinger, eine Tochter des bekannten Rechts anwalts Phil. Meinzinger in Mainz vereidigt und dadurch als Rechtsanwalt am Land- und Amtsgericht in Mainz zugelassen. Es ist dies der erste weibliche Rechtsanwalt in Mainz und im Volksstaat Hessen.

Frankfurt a. M. 18 Bauunternehmer wurden in Verbin­dung mit den aufgedeckten Betrügereien bei Vergebung und Ausführung von Bauten für Behörden verhört.

Frankfurt a. M. Hier wurde ein D- Zugkofferdieb gefaßt, der seit Wochen sein Unwesen treibt. Ein Teil des Diebesgutes fonnte noch gerettet werden.

Kassel. Drei Mitglieder der Proletarischen Freidenker wurden wegen Gotteslästerung zu drei Monaten Gefängnis verurteilt.

Die Brüder Saß aus der Haft entlassen.

Montag mittag sind die Brüder Saß aus der Haft entlassen worden, weil die Ausgrabung des Stollens, bei der sie ertappt wurden, als vorbereitende straflose Handlung zu werten ist. Ob ihre Tätigkeit mit dem Einbruch in der Diskonto- Gesellschaft zusammenhängt, ist Gegenstand weiterer Untersuchungen.

zu gewinnen, die an der Gestaltung der Gesetze mitwirken. Der preußische Minister des Innern spricht daher in einem Erlaß an die nachgeordneten Behörden die Erwartung aus, es möchte darüber hinaus bei allen amtlichen Verlautbarungen, die sich an einen größeren Personenkreis wenden, der Rat der örtlichen Zweigvereine des deutschen Sprachvereins eingeholt werden, um Mängel der überlieferten Amtssprache zu beseitigen und eine schlichte, klare und schöne Ausdrucksweise an ihre Stelle zu setzen. Sehr anerkennungswert.

Lustige Ecke. Metamorphose.

,, Nun, Frau Specht, was macht denn Ihr Mann?" ,, Der ist Verwandlungskünstler."

Inwiefern?"

,, Wenn ich den abends mit meinem Pudel' runterschicke, kommt er mit' nem Spitz zurück, legt sich mit' nem Affen ins Bett und erwacht morgens mit' nem Kater!"

Verdächtig.

Ist das nicht Santiago, der dort mit dem verbundenen Gesicht geht, der Verlobte der kleinen Helene?"

,, Ja, aber weißt du, nach seinem Aussehen zu urteilen, schein er schon mit Helene verheiratet zu sein!" ( Mundo Uruquayo Malitiös.

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Montevideo.)

,, Sieh mal, Eveline, mein Bräutigam hat sich auf seiner letzten Afritareise mit einem zahmen Affen photographieren las= sen."

,, Sehr nett! Welches ist denn dein Bräutigam?" Widerspruch.

,, Vati, darf mich der Lehrer schlagen wegen etwas, das ich nicht gemacht habe?"

,, Nein, mein Junge, das dürfte er nicht."

, Er hat mich aber heute doch gehauen, weil ich meine Rechenaufgabe nicht gemacht hatte!"

Ein Geschäftsmann.

,, Du, Aron, Mutter schreibt mir, daß unser Vetter Moriz gestorben isi."

,, Nu, wern wer machen a Ausverkauf wegen Todesfall!"

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