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Mittwoch. den 15. Mai 1930.

,, Gießener Zeitung"

Turnen, Sport und Spiel.

Deutschlands großer Fußballtag. Deutschland England unentschieden 3: 3.

Zu einem ungeahnten Erfolg für den deutschen Fußball­¡ port gestaltete sich der Länderwetikampf gegen England. Das Remis, mit dem dieses fünfte Zusammentreffen beider Natio­nen schließlich endete, beweist deutlich die gewaltigen Fort­schritte, die der Fußballsport in den letzten Jahren in Deutsch­land gemacht hat. Ist uns der ersehnte Sieg über den Lehr­meister auch diesmal noch nicht beschieden gewesen, so ist das Unentschieden, gegen die wohl beste Mannschaft der Welt dennoch ein Erfolg, auf den wir mit Recht stolz sein können.

Das Spiel: Um 17.42 Uhr stößt Englands Mittelstürmer an. Das größte Spiel des deutschen Nachkriegsfußballs hat be­gonnen! Die deutsche Mannschaft ist sehr aufgeregt, kann sich aber damit entschuldigen, daß auch die Engländer sich zunächst noch nicht gefunden haben. So kann bereits nach 3 Minuten Deutschland die erste Ede erzielen, die von Bergmaier hinter das Tor gegeben wird. Doch während bei den Deutschen kein Verständnis und Zusammenspiel aufkommen will, klappt es bei den Engländern weit besser. Von Mann zu Mann geht der Ball. Nach 8 Minuten, nachdem ein Vorstoß des deutschen Sturms ergebnislos verpufft ist, legt der linke Verteidiger der Engländer den Ball weit seinem Sturm vor. Bradford sendet mit Bombenschuß zum Führungstor für England ein. Auch jetzt ist noch kein System in der deutschen Mannschaft zu bemer­fen. Trotzdem kommen die Träger des Reichsadlers zu ihrer zweiten Ecke, die wiederum von Bergmaier vergeben wird. Die englischen Läufer und Verteidiger haben keine große Mühe, gelegentliche Vorstöße des deutschen Sturmes abzuwehren. Der erste herzhafte Schuß, den der deutsche Sturm dann abzugeben in Der Lage ist, erfolgt von Kuzorra. Ganz knapp streicht dessen Geschoß am Pfosten vorbei. Wenig später gibt es eine auf­regende Szene: Jack sucht sich den Ball in der Mitte des Feldes, cumspielt beide deutsche Verteidiger und auch den herauslaufen­iden Torwächter Kreß, zieht unbehindert auf das offene Tor zu und schießt weit vorbei!

Der einzige Mann in der deutschen Mannschaft, der von Anfang an seine Ruhe bewahrt, ist gleichzeitig der wichtigſte: nämlich der Torwächter Kreß. England drückt außerordent­Lich stark aufs Tempo. Minutenlang kommt der Ball nicht über Die Mittellinie hinaus. Die deutschen Verteidiger und die Läuferreihe haben schwere Abwehrarbeit zu verrichten. Aus einem vereinzelten Vorstoß erzielt zwar Deutschland in der 19. Minute seine dritte Ecke, aber auch diese wird wiederum ins Aus geschossen. Endlich, in der 23. Minute ein zügiger Angriff: Der linke Läufer Mantel legt an Hofmann- Dresden vor, dieser Stoppt den Ball und läßt aus dem Stand von 25 Meter eine Bombe los., die der englische Torwächter passieren lassen muß. Deutschland hat 1: 1 ausgeglichen.

Die Engländer erzielen im Gegenstoß sofort ihre erste

Um die Westdeutsche Meisterschaft.

-

In Köln: SpVg. 07 Sülz längerung 4: 2( 1: 1, 2: 2).

Fortuna Düsseldorf nach Ber­

Die Spielogg. 07 Köln- Sülz ist demnach dritter Vertreter Westdeutschlands und tritt am nächsten Sonntag bei der Vor­runde um die Deutsche Meisterschaft gegen Titania Stettin in Stettin an.

Ein rheinhessischer Patenfriedhof in Frankreich.

Auszug aus einem Artikel von Oberregierungsrat Fald- Mainz. Um der Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfür­jorge e. V. mehr Inhalt und Antrieb zu geben, stellte die Be­zirksgruppe Mainz bei dem Bundesvorstand in Berlin den Antrag, ihr die Patenschaft des Deutschen Kriegersammelfried­hofs Servon in Frankreich zu übertragen. Ende vorigen Jahres wurde diesem Antrag entsprochen.

So ist nun ein symbolisches Band zwischen unserer engeren Seimat und einem deutschen Kriegerfriedhofe in einer räumlich berhältnismäßig nahen ehemaligen Kampfzone der Westfront geknüpft. In Verbindung mit dem Friedhof Servon treten bie Namen wie Argonnerwald, Champagne, Four de Paris, Tahure, Massiges, Höhe 191 mit all ihrem Grauen in die Erinnerung. Todesmutiges Leiden in Angriff und Abwehr, treueste Kamerad­chaft, höchste Pflichterfüllung, Opferbereitschaft und Not durch bier Jahre hindurch in einem Maße, wie es die Weltgeschichte zuvor nicht gekannt, heiligen für uns Deutsche diesen Boden ebenso sehr, wie die Tatsache, daß er Ruhestätte der Toten ist.

In einem Bericht ,, An den Gräbern unserer Gefallenen im Westen", den der Schreiber dieser Zeilen im Oktober 1928 über eine Besichtigungsreise erstattete und der Presse übergab, hieß es mit Bezug auf den Friedhof von Servon:

,, Am Rande der Argonnen nach der Champagne zu hinter dem zum Teil wieder aufgebauten Dorfe Servon wurde der dortige deutsche Sammelfriedhof besucht. Er ist schön am Hang gelegen, eine völlig neue Anlage, die nach planmäßiger. liebevoller Ausgestaltung verlangt. Das Sammelgrab war noch nicht geschlossen, da fast täglich noch der eine oder andere unbekannte Tote aus dem Kampfgebiet um Tahure hinzuge= bettet wurde. Die Reste von 3508 bekannten und mehreren Tausend unbekannten deutschen Soldaten birgt dieser Fried­hof. Auf den Grabkreuzen kehren besonders häufig die Be­zeichnungen heimischer Truppenteile wieder, so der Inf.- Regi­menter 116, 118, 168, 81, 88( teils attiv, teils Reserve) usw. Haben doch gerade in dieser Gegend heimatliche Truppen be­sonders oft und lange gefochten und einige, wie Landwehr­Inf. Regt. 118 jahrelang im Stellungskrieg gelegen."

Schwerlich dürfte an der ehemaligen Westfront ein Friedhof zu finden sein, der durch seine Toten mehr an unsere engere Heimat, an Hessen und Nassau und an die ehemaligen Garni­Somen Mainz und Worms, geknüpft wäre, als der deutsche Sam­meelfriedhof von Servon. So erklärte sich die Uebernahme der Boatenschaft gerade dieses Friedhofs durch die Bezirksgruppe Mainz und seine Bezeichnung als Rheinhessischer Patenfried­hoof". Zur Durchführung der Patenschaft hat sich die Bezirks­gruppe Mainz des Volksbundes als Hauptpate mit den übrigen in Rheinhessen tätigen Organisationen des Volksbundes als fitpaten zu einer Arbeitsgemeinschaft, zusammengeschlossen. Es sind dies die Bezirisgruppe Worms. Vorsitzender Herr Re­gierungsbourat Gerlach, und die unter Leitung der Herren Arneisschulräte stehenden losen Kreisgruppen zu Alzey, Bingen,

Ecke, die ebenfalls nichts einbringt. Drei Minuten später er­zielt der deutsche Sturm seine 4. Ede. Ergebnislos. Bei deut­licher Ueberlegenheit der Engländer vergehen die Minuten. In der 31. Minute geht Watson durch, schießt, so daß Kreß keine Rettungsmöglichkeit mehr bleibt. 2: 1. England erzielt in der 39. Minute seine 2. Ede. Drei Minuten vor Schluß der ersten Halbzeit scheint es noch eine glüdliche Wendung für Deutschland geben zu sollen. Deutschland erzielt zunächst seine 5. Ede. Gleich nach der Pause gibt es den ersten Strafstoß gegen England. Schon die erste Aktion der deutschen Mannschaft macht nach Wiederbeginn einen ganz anderen Eindruck, als in den ersten 45 Minuten. Es liegt erheblich mehr Angriffsfreudigkeit dar­in, und ehe man es sich versieht, nämlich in der vierten Minute, gibt Bergmaier eine ausgezeichnete Flanke zur Mitte. Kuzorra, für den das Leder ursprünglich bestimmt ist, verpaßt, Hoffmann­Dresden nimmt aber geistesgegenwärtig den Ball auf und sendet unhaltsam zum 2: 2- Ausgleich ein. Jeder Vorstoß der Deutschen wird von ohrenbetäubenden Anfeuerungsrufen begleitet. Die Deutschen drehen mächtig auf. Es gibt jetzt Schüsse auf das englische Tor, mit denen der Torwächter schwere Arbeit hat. Hofmann läßt wieder eine Bombe los, die höchstwahrscheinlich ein Tor bedeutet hätte, doch im letzten Augenblid wirst sich der englische Verteidiger dazwischen, fängt den Ball auf und liegt am Boden. Er erholt sich jedoch nach einer Weile, dafür aber verläßt der Läufer Marsden, dem die gleich am Spielbeginn durch seinen Kameraden Blenkinsop zugefügte Verletzung doch mehr zu schaffen macht, das Spielfeld und kommt nicht wieder. Eng­land also nur mit 10 Mann. Nach einer Viertelstunde, während der die deutsche Mnnschaft ein ausgezeichnetes Angriffsspiel ge=" liefert hat, gelingt dem Münchener Hofmann eine gute Vor­lage an seinen Dresdenez Namensvetter. Dieser täuscht geschickt den Verteidiger, und es steht 3: 2 für Deutschland. Die deutsche Mannschaft liegt in Führung. Während in die deutsche Mann­schaft mehr Einheitlichkeit hineingekommen ist, haben die Eng­länder im gleichen Maße nachgelassen. Am rechten Flügel ist Bergmaier in großer Form, und er ist es dann auch, der die meisten gefährlichen Angriffe Deutschlands einleitet, aber da er an seinem Nebenmann Pöttinger keine Unterstützung findet, verpuffen die meisten seiner gutgemeinten Angriffszüge. Die Minuten verstreichen. Es besteht durchaus die Möglichkeit, daß Deutschland bis zum Schlusse diesen Vorsprung hält. Stubb und Schütz stellen ihren Mann. Plötzlich eine Flante des eng­lischen rechten Flügels. Die deutsche Verteidigung ist sich einen Augenblick unschlüssig, Jack köpft den Ball im Fallen. Sieben Minuten vor Schluß ist das 3: 3 hergestellt. Die deutsche Mann­schaft spielt jetzt verständlicherweise auf Halten, versucht Zeit zu gewinnen. Es wird geschafft. Ein Vorstoß bringt noch einmal eine Ede ein und dann ist Schluß.

Ergebnisse aus dem Bezirk.

Bezirksliga und Bezirksklassen:

-

Spielogg. 1900 Gießen BC. Frankf.- Oberrad 4: 0( 1: 0) Hessen 09 Kassel- VfB. Gießen 6: 0( 3: 0) Germania Marburg Alemannia Worms

FV. Würzburg

1

-

SV. Alsfeld 2: 4 VfB.-K. Marburg 4: 2 Kurhessen Kassel 9: 3( 2: 3)

Spielogg. 02 Griesheim

-

Borussia Fulda 5: 4( 3: 1)

Oppenheim, Worms und Mainz. In jahrelanger Arbeit, vor allem in den stillen Landgemeinden, wurde bereits ein finan­zieller Grundstock für die Ausgestaltung des Patenfriedhofs geschaffen.

Die Kriegerfriedhöfe sind nach dem Willen der Reichsregie­rung und des Volksbundes so auszugestalten, daß sie würdige, bleibende Ehrenstätten unserer Toten werden und nur ein Min­destmaß an Pflege erfordern. Jeder Prunk ist zu vermeiden. Er entspräche nicht dem Ernste der Lage Deutschlands und nicht unserem Volksempfinden. An die Errichtung von Denkmälern, wie sie auf den französischen, englischen und amerikanischen Kriegerfriedhöfen zu finden sind, ist nicht zu denken. Ein Krie­gerfriedhof mit seinem Wald von Kreuzen und mit seinen, die Gebeine der unbekannten Soldaten bergenden Sammelgräbern, redet eine so ernste, erschütternde Sprache, daß es eines Dent­mals nicht bedarf. Die Pflege des Friedhofs soll aber zeigen, daß die Toten, die da in Einzelgräbern oder ungenannt im Sammelgrabe ruhen, von ihren Volksgenossen nicht vergessen sind. Ein Unterschied nach Rang und Stand der Toten darf selbstverständlich nicht gemacht werden. Wie sie Schulter an Schulter fämpften, litten und fielen, so ruhen sie nun als Volksgenossen und Kameraden ohne äußerlichen Unterschied, so wie der Zufall des Schicksals sie in die fremde Erde bettete.

Der Bundesvorstand hat bereits durch einen seiner besten Garten- Architekten Entwürfe für die Ausgestaltung des Fried­hofs Servon ausarbeiten lassen und dem Hauptpaten zugesandt. Die Verhandlungen über Plan und Kostenanschlag sind im Gange. Haben sich Hauptpate und Mitpaten mit dem Bundes­vorstand geeinigt, dann wird der Entwurf durch den Kunstbei rat begutachtet, der gemeinsam von dem Auswärtigen Amt und dem Volksbund eingesetzt ist, und dem eine Reihe hervorragen­der deutscher Künstler angehören. Nach Zustimmung des Kunst­beirats wird das nach dem Vertrage von Versailles erforderliche Einverständnis der französischen Regierung auf amtlichem Wege erwirft. Erwähnt sei hier, daß die französische Regierung ihrer Verpflichtung aus dem Vertrage von Versailles zur Instand­haltung der deutschen Kriegerfriedhöfe bisher in loyaler Weise nachgekommen ist. Die Friedhöfe machen aber, wenn sie auch tadellos sauber gehalten sind, durch die spärliche Bepflanzung einen trostlosen, liebeleeren, geradezu schaurigen Eindruck. Hier gilt es vor allem durch Bepflanzen mit Bäumen, Sträuchern, Blumen und Rasen dem Friedhof eine deutschem Empfinden ent­sprechende liebevolle Ausgestaltung zu geben. Auf Klima und Bodenbeschaffenheit muß dabei weitgehend Rücksicht genommen

werden.

Im kommenden Herbst soll mit dem Setzen der Bäume be­gonnen, eine lebende Hecke von Zaunrosen gepflanzt und ein würdiges Eingangstor geschaffen werden. Bis der Friedhof einigermaßen ausgestaltet ist, werden mindestens 2 Jahre ver­gehen.

Eine andere aus der Durchführung der Patenschaft ent­springende, nicht minder wichtige Arbeit soll aber noch in die­sem Jahre zu Ende geführt werden. Es muß nämlich ermittelt werden, woher die auf dem Friedhof von Servon ruhenden, dem Namen nach bekannten Toten stammen, wie ihre genauen Per­sonalien und wer ihre Angehörigen sind. Es handelt sich ja nicht um einen während des Krieges sorgsam angelegten Fried­

Tura Kassel 7: 1( Sa.)

SV. Jena Vimaria Weimar SV. 05 Einbed FV. Melsungen

-

Tura Kassel 4: 3

Nr. 38.

Hermannia Kassel 0: 5( 0: 2) SpV. Niederzwehren 4: 1 Hessen- Preußen Kassel BV. 06 Kassel 3: 2( 1: 1) Spvg. Göttingen Preuß. Grün- Weiß Hameln 4: 1( 2: 0) Germ. Fulda Sportfreunde Kassel 4: 2( 3: 0) Blau- Weiß Göttingen Hellas Münden 0: 0 BfB. Azlar VfB. Wetter 1: 0

Gau Gießen- Weglar:

Der Sonntag ist verregnet. Die Mehrzahl der ange­sagten Spiele mußte wegen Spielunfähigkeit der Plätze abgesagt werden.

-

Wetzl. SpV. 2. Büblingshausen 1. 5: 3( 1: 1) Lollar 1. Odershausen 2. 2: 4( 0: 2) Grünberg 1. Oberndorf 1.

Wehl. SpB. 3. Oberndorf 2. Nidda 2.

Jugend:

Dreihausen 1. 0: 4( abgebr.) Tiefenbach 1. 2: 4

Büblingshausen 2. 3: 1( 1: 0) Tiefenbach 2. 3: 3

Lich 1. 1: 1( abgebr.)

Wetzl. SpV. 2. Weilburg 1.

Steindorf 1. 4: 0

1900

Gießen 2.- 3. 4: 2

Weilburg Schüler

Garbenteich Sch. Flensungen- Mücke 1.

Niedergirmes Schüler 1: 0

Gau Marburg:

1900 Schüler 0: 1

Großen- Bused 1. 2: 2

Niederwalgern 1. Marbach 2. 1: 6

VfB.-K. Marburg 1. Jgd.- 1900 Gießen 1. Jgd. 1: 2

Westfälischer Bezirk:

#

Westdeutschland.

Arminia Bielefeld Duisburger SpV. 3: 5

Hammer Spielvereinigung

-

Duisburger Spiela 2: 2

SpVgg. Herten- SpVgg. Barmen 4: 1

SpVgg. Gütersloh Westfalia Ahlen 5: 2 SpuSp. Ahlen Union Herford 3: 1

SpVgg. Minden 09 Hamm

Weitere Spiele:

-

08 Unna 2: 1 09 Greven 5: 0

Duisburg 08( Ga.) 6: 3 Borussia M.- Gladbach 6: 4 Schwarzweiß Barmen 2: 5 Eintracht M.- Gladbach 3: 1

TURU Düsseldorf Ratingen 04 Viktoria Barmen Borussia M.- Gladbach Rheydter Spielv.

-

-

- Homberger SV. 5: 3 Vittoria Rhendt- SC. 03 Düren 2: 2 Preußen Duisburg SC. M.- Gladbach 1: 2 Sportfreunde Essen Castrop 02 0: 1 Altenessen Essen 99 3: 4 SC. 08 Münster

-

-

VfL. Benrath 2:11

Hessen 09 Kassel BfB. Gießen 6: 0

Eine recht große Ueberraschung brachte dieses Resultat den Gießenern, doch für den Unterrichteten weniger, denn die VfB.­er waren mit nicht weniger als fünf Ersatzleuten nach Kassel gefahren. Dazu kam noch, daß die Kasseler Mannschaft einen ganz anderen Kampfgeist beseelte und mit großem Elan gingen diese gleich von Anfang an los und wenn auch in der Vertei­digungsarbeit manche schöne Leistung zu sehen war, so konnte eine Niederlage mit dieser VfB.- Mannschaftsaufstellung nicht ausbleiben.

hof, über dessen Tote eine von deutscher Seite genau geführte Belegungsliste Auskunft geben könnte, sondern um einen erst nach dem Kriege von der französischen Regierung neu angeleg­ten Sammelfriedhof. Man hat auf ihn aus weitem Umkreis die Gebeine der auf kleineren Kriegsfriedhöfen oder in ver­einzelten Gräbern beigesetzten oder in der Stellung verschütteten und nunmehr bei der Aufräumung der ehemaligen Kampfzone aufgefundenen deutschen Soldaten überführt. Die dem Haupt­paten Ende vorigen Jahres übersandte, von der französischen Behörde aufgestellte und von dem Deutschen Zentralnachweis= amt für Kriegerverluste überprüfte Belegungsliste nebst Be­legungsplan ist unvollkommen und verrät den der deutschen Sprache und der deutschen Heeresorganisation untundigen Schreiber. Nach der Liste sind auf dem Patenfriedhof 3567 Deutsche in Einzelgräbern, 295 benannte Deutsche in fleineren Sammelgräbern und 4261 unbekannte Deutsche in zwei großen Sammelgräbern beigesetzt worden. Die Namen sind zum Teil falsch geschrieben, die Truppenteile und Todestage sind vielfach ungenau, falsch oder überhaupt nicht wiedergegeben. Der Ort der ersten Bestattung ist dagegen bei allen Toten eindeutig an­gegeben. Nicht weniger wie 50 solcher Ortsnamen weist die Liste auf, darunter Binarville, Butte du Mesnil, Four de Pa­ris, La Harazée, Massiges, Maison de Champagne, Ripont, St. Marie au Py, Vienne le Chateau, Ville sur Tourbe, um nur einige zu nennen. Die französische Liste entbehrt überdies jeg­licher systematischer Ordnung und gibt die Toten lediglich in der Reihenfolge wieder, wie sie zufällig auf dem Sammelfried­hof neu beigesetzt wurden. In wochenlanger mühsamer Arbeit hat der Hauptpate die Liste zergliedert und eine alphabetisch geordnete Kartei hergestellt. An Hand dieser Kartei ist es nun leicht möglich, festzustellen, ob ein Heeresangehöriger, der in der Gegend von Servon gefallen ist, auf dem Sammelfriedhof be­erdigt ist und in welchem Grabe. Die Kartei liegt an Werk­tagen vormittags in der Geschäftsstelle der Bezirksgruppe Mainz des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Bezelsstraße 18, zur fostenlosen Einsicht offen. Es ergeht an alle, welche einen Angehörigen oder Freund unter den Toten des Patenfriedhofs Servon vermuten, die Bitte, zur Vervollständigung der Kartei beizutragen.

Die Durchführung der Patenschaft in dem oben gezeichneten Rahmen wird auf Jahre hinaus erhebliche Mittel beanspruchen. Hauptpate und Mitpaten rechnen auf die Unterstügung von zahlreichen Einzelpersonen und Körperschaften, sei es durch Er­werb der Mitgliedschaft oder durch Einzelspenden. Erwähnt sei, daß die Ortsgruppe Weylar des Volksbundes bereits einen lau­fenden Jahresbeitrag zugesagt hat. Jeder gebe so viel er tann, nicht nur aus Dankbarkeit gegen die Toten, sondern auch zur Wahrung deutscher Ehre und deutschen Ansehens im Auslande! In seinem Geleitwort zum Voltstrauertag im Jahre 1926 sagie der Herr Reichspräsident:

,, Für uns sind sie in den Tod gegangen. An den Gräbern unserer Gefallenen, die sich für uns alle opferten, soll die Zwietracht schweigen. Mahnend steht vor uns das deutsche Leid, das heilige Opfer der im Kriege Gebliebenen, die starben, damit Deutschland lebe."

Mögen diese Worte fürderhin Beachtung finden. Dann ist der Arbeit des Volksbundes in schwerer Zeit schöner Erfolg gewiß.