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Nr. 38.

Mittwoch

Mittwoch, den 15. Mai 1930.

Lokales.

Tagung des Verkehrsbundes Oberhessen.

Gießener Zeitung

Frankfurt werden neue beschleunigte Bezirkszüge verkehren: Zwischen Frankfurt- H.- Offenbach- Hanau- H. zwei Zugpaare, weitere Zugpaare zwischen Frankfurt- Ost und Hanau- H. Auch auf der für Oberhessen besonders wichtigen Strecke der Main­Weser- Bahn ist mit Verbesserung der Bezirksverbindungen ein recht kleiner Anfang gemacht worden, indem ein beschleunigt geführtes Zugpaar Bad Nauheim- Friedberg- Frankfurt- H. und zurück verkehrt.

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* Die Fünfmarkscheine der Rentenbank haben ihre Gültig­feit, wie irrtümlich verschiedentlich behauptet wurde, nicht ver­loren.

Unter Leitung des Bundesvorsitzenden, Beigeordneten Dr. Hamm, hielt der Verkehrsbund Oberhessen hier seine dies­jährige ordentliche Jahreshauptversammlung ab, die von den Vertretern der oberhessischen Verwaltungsbehörden, der In­dustrie- und Handelskammern, der Verkehrsvereine usw. zahl­reich besucht war. Der Vorsitzende erstattete zunächst den Ge­schäftsbericht über das Jahr 1929, in dem er von einer recht ersprießlichen Tätigkeit im Laufe des Berichtsjahres auf den verschiedensten Aufgabengebieten des Bundes Mitteilung machen konnte. Der Fremdenverkehr in der Provinz Oberhessen habe sich im verflossenen Jahre ansehnlich gehoben. Anschließend erstattete der Bundesrechner Mengel- Schotten den Kassenbericht für 1929, der bei einer Einnahme von 3011 RM und einer Aus­gabe von 2453 RM einen Ueberschuß von 558 RM aufweist. Bei der sazungsgemäß alle drei Jahre vorzunehmenden Neu­wahl des Bundesvorstandes wurden die bisherigen Vorstands­mitglieder nach anerkennenden Worten des Provinzialdirektors Graef für die bisher vom Bundesvorstand entfaltete Tätig= keit einstimmig auf drei Jahre wiedergewählt. Der Voranschlag für 1930 wurde in Einnahme und Ausgabe mit 2450 RM vor­gelegt und genehmigt. Anschließend besprach der erste Vor­sitzende des Verkehrsverbandes, Kaufmann Stemmer­Darmstadt, eine Reihe von bedeutsamen Fragen und Aufgaben zur künstigen Verkehrswerbung für Oberhessen. Sodann sprach der zweite Vorsitzende des Hessischen Verkehrsverbandes, Dr. Rösener, über Fahrplanfragen der Provinz Oberhessen und des Frankfurier Wirtschaftsgebiets. An diese Darlegungen knüpfte sich eine rege Aussprache an. Besonders scharfe Kritik wurde dabei an den außerordentlich unzulänglichen Betriebs­verhältnissen bei der Butzbach- Licher Eisenbahn, einem Privat­unternehmen, geübt, und dagegen schärfste Schritte bei der Auf­sichtsbehörde ins Auge gefaßt.

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Der neue Fahrplan.

* Bekämpfung der Tuberkulose. Die Sprechstunden der Fürsorgestelle für Lungenkranke in der Medizinischen Poli­klinik finden für die Besucher aus den Landgemeinden jeden Montag nachmittag von 4 bis 5 Uhr statt.

* Kraftpostverkehr. Mit Einführung des Sommerfahr­planes am 15. Mai treten in den Fahrplänen der Kraft­posten Gießen Krofdorf und Gießen Wißmar keine Aenderun­gen ein. Auf der Linie Gießen- Gambach treten folgende Aenderungen in Kraft: Die Abfahrt der bisher um 8,46 von Gießen, Bahnhof ist auf 8,25 verlegt worden und wird bis zum Bahnhof Gambach durchgeführt. Die Fahrten ab Gießen Bahn­hof 13,02 und 19,05 sind auf 12,45 bezw. 19,00 festgesetzt wor­den. Die in Gambach entspringende Kraftpost( bisher 9,50) verkehrt für die Folge werktäglich schon vom Bahnhoi Gam­bach ab( 9,40) und die bisher am Bahnhof Gambach beginnende Fahrt 18,02 verkehrt nur von Gambach Ort aus( 17,50).

Straßensperrungen,

mitgeteilt vom Oberhessischen Automobilclub e. V.( A. v. D.) Die Provinzialstraße Großen- Linden- Lang- Göns wird vom 15. Mai 1930 bis auf weiteres für jeglichen Verkehr ge­sperrt. Umleitung erfolgt über Leihgestern.

* Hilfe für Schwerhörige. Zu den Anordnungen zweds Hörverbesserung bei Schwerhörigen zählt der bekannte, Sie­mens- Phonophor" der auf elektrischem Wege eine einwandfreie Uebertragung der Sprache bewirkt. Verbesserungsarbeiten haben neuerdings zur Ausgabe von Apparaten mit regulier­barer Lautstärke geführt, so daß für jeden Grad der Schwer­hörigkeit ein geeigneter Hörapparat zur Verfügung steht. Ko­stenlose Vorführung durch Spezialisten in Gießen.( Siehe In­serat in heutiger Nummer.)

* Sie können billiger sprechen. Im Fernsprechverkehr mit Nordamerika sind die Gebühren vom 11. Mai ab um 60 Mark ermäßigt worden. Sie betragen alsdann nach der amerikanischen Zone 1 mit Newyork 147, 3one 2 159, 3one 3 171, 3one 4 183, Zone 5 195, 3ome 6 207 Mark. Die Benachrichtigungsgebühr für ein Gespräch von Person zu Person beträgt anstatt bisher 28 nur noch 19,50 Mark.

Mitgeteilt u. a. vom Hessischen Verkehrsverband. Der neue Fahrplan der Reichsbahn, der am Donnerstag, den 15. Mai 1930 in Kraft tritt, steht im Zeichen einer wesent­lichen Belebung des Bezirks- Eilverkehrs. Die allgemeine For­derung auf Einführung eines Bezirkseilverkehrs ist zum ersten Male auf der Hauptversammlung des Hessischen Verkehrsver­bandes am 19. Juni 1929 zu positiven Vorschlägen verdichtet worden. Im weiteren Verfolg der Frage übermittelte der Hess. Verkehrsverband im November 1929 den in Betracht kom­menden Stellen weitere Vorschläge, die den Gedanken bis zu ins einzelne gehenden Fahrplanentwürfen verdichteten. Der neue Fahrplan enthält somit auf den nachstehend genannten Strecken eine Reihe neuer, besonders beschleunigt geführter Eilzüge. Die Strecke Wiesbaden- Mainz- H.- Rüsselsheim­Frankfurt ist mit zwei neuen Eilzugspaaren ausgestattet, wäh­rend auf der Strede Wiesbaden- Mainz- Kastel- Höchst- Frank­furt ein neues Eilzugspaar verkehrt. Auf der Strecke zwischen Frankfurt und Darmstadt sind drei neue Eilzugspaare vorge­sehen, zwischen Darmstadt und Mainz- Wiesbaden verkehren während des Sommers zwei Paare neuer Eilzüge. Jm Bezirk

Werft das Stener herum.

* Maienblasen. Heute werden vom Turm der Johannis­kirche, um 7 Uhr beginnend, folgende Lieder vorgetragen: ,, Wie groß ist des Allmächtigen Güte", Chor aus Nachilager von Granada und Die Lindenwirtin".

Aus Nah und Fern.

Offenbach a. M. Der Stadtrat hat beschlossen, die Haus­angestelltensteuer einzuführen. Die Steuer wurde auf RM 25 für jede Hausangestellte festgestellt.

* 50jähriges Arbeitsjubiläum. Herrn Valentin Dit­mar aus Osthofen a. Rh., welcher z. Zt. Hier bei seinem Sohne, Herrn Val. Dittmar, Gleibergerweg 81, weilt, wurde von der Hess. Industrie- und Handelskammer Worms, sowie von dem Herrn Reichspräsidenten die Ehrenurkunden für 50jährige pflichttreue Tätigkeit als Werkmeister bei der Firma Rhein. Dampf- Roßhaar- Spinnerei, Hch. Siegel G. m. b. H., Osthofen am Rhein, verliehen.

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10. Bertretertag der Gewerkschaft hess. Gemeindebeamten. Im städtischen Saalbau in Darmstadt findet am 18. Mai 1930 die Zehnjahrestagung der Gewerkschaft hessischer Gemeinde­beamten statt. Herr Dr. Kraus- Mainz wird einen Vortrag halten über ,, Der Organisationsgedanke im neuen Staat". Außerdem spricht Herr Meurer- Berlin über Die Beamtenschaft und ihre Organisionen.

* Die Reichsjugendwettkämpfe 1930 in Hessen. Der hessische Minister für Kultus und Bildungswesen weist die hessischen Schulen darauf hin, daß auch in diesem Jahre Wettkämpfe der Schuljugend in den nächsten Sommermonaten veranstaltet wer­den.

* Verein Hundesport für Gießen und Umg. e. V. Der Ver­ein begeht am Samstag, den 17. Mai 1930, abends 8.15 Uhr, im Saal des Café Leib sein 30jähriges Stiftigungsfest. Außer­dem veranstaltet der Verein am Sonntag, den 18. Mai ds Js. ebenfalls im Café Leib eine Werbeschau für Hunde aller Rassen.

Darmstadt.

Die diesjährige Tagung, Delegiertentagung

und Hauptversammlung des Landesverbandes Hess. Ev. Mv. finder Sonntag, 18. Mai, bezw. Samstag, 17. Mai in Bad Nauheim statt. Ein Neuland"!, da in Oberhessen bis jetzt der Gedanke der Männervereinigungen noch nicht so recht Boden gewonnen hat. Was wollen die Ev. Mv.? Sie wollen das religiös- kirchliche Leben innerhalb der Einzelgemeinden wecken, pflegen und fördern, ein festes Bollwerk und eine Abwehrfront gegen alle kirchenfeindlichen Bestrebungen und Anstürme bilden.

Der Griesheimer Sand vor der Räumung! Am Dienstag erklärte der Kommandant des Truppen­übungsplatzes auf der Bürgermeisterei Griesheim, daß er den bisher beschlagnahmten Teil des neuen Friedhofs an die Ge­meinde Griesheim zurückgebe. Aus verschiedenen Maßnahmen vermutet man, daß außer den vier Feldgendarmen die Be­jagungstruppen bereits am Sonntag das Lager verlassen werden.

Groß- Gerau. Der hiesige Gärtner Schwab machte sich am Sonntag in Anwesenheit seiner Frau und seines Sohnes mit dem Zünder einer Granate zu schaffen, den er vom Kriege her noch im Besitz hatte. Dieser tam zur Explosion, Schwab wurde dabei zerrissen und starb nach wenigen Augenblicken. Sein 20jähriger Sohn erlitt ziemlich schwere, seine Frau leichtere Verletzungen. Frau und Sohn wurden ins Städtische Kranken­haus gebracht.

Mainz. Einen deutschen Gemüsebautag veranstaltet der Reichsverband des deutschen Gartenbaus vom 1.- 19. Mai in Mainz.

Heidelberg. Eine Pfalzbefreiungsfeier wird am 29. Juni im Schloßhof veranstaltet.

zu entlasten, sei ein Finanzsystem aufrechterhalten wor­den, von dem der Kölner Universitätsprofessor F. K. Mann als von einem konzentrischen Generalangriff auf Erwerb und fundiertes Einkommen" spreche. Das Steueraufkommen betrage im Haushaltsjahre 1928/29 rund 14,5 milliarden Reichsmark gegenüber 10 Mil­liarden Reichsmark im Jahre 1925/26. Aber die ein­zelnen Steuern seien an dieser Gesamtsteigerung sehr unterschiedlich beteiligt. Die steuerlichen Forderungen decken sich im allgemeinen mit den ,,, in der Denkschrift des Reichsverbandes:" Aufstieg oder Niedergang" for­mulierten Vorschlägen. In der Handelspolitik wendet sich der Bericht gegen eine zu optimistische Frisierung der deutschen Handelsbilanz, die in Wirklichkeit passiv sei, sowie gegen die bisherige Anwendung der Meistbe­günstigungsklausel, unsere Handelspolitik müsse nicht mehr die überseeischen Länder, sondern die osteuropä ischen Agrarstaaten als Hauptmärkte unseres industri­ellen Exportes ansehen Die Arbeitslosigkeit erscheint dem Bericht nicht so sehr als ein Problem der Sozial­politik, sondern der Wirtschaftspolitik. Nachdem das staatliche Arbeitsbeschaffungsprogramm gescheitert sei, bliebe es nun Aufgabe der freien Wirtschaft, das Pro­blem der Arbeitsbeschaffung zu lösen, wozu vor allem eine günstige Entwicklung der Wirtschaft selbst gehöre. Der Bericht wird gerade jegt, da der fatalistische Bes­simismus der letzten Jahre der optimistischen Ent­schlossenheit, mit der auch das neue Kabinett an seine Arbeit geht, zu weichen scheint, besonderen Anklang finden, denn es zeigt positive Wege und Ziele an.

Troß der vorhandenen Fülle von Denkschriften ufw. wird der soeben veröffentlichte Geschäftsbericht des Langnamvereins in Düsseldorf allgemeines In­teresse finden, da er ein ungewöhnlich klares Spiegel­bild der wirtschafts-, sozial- und etatpolitischen Pro­bleme bildet, mit denen die deutsche Wirtschaft zu rin­gen hat. Das Vorwort enthält einen wirkungsvollen Aufruf Dr. Schlenkers, der unter dem Motto: Werft das Steuer herum" das Führerrecht und die Führer­pflicht des Unternehmers in den Vordergrund stellt und die Möglichkeiten eines nationalen Aufstiegs aus­drücklich davon abhängig macht, daß wieder dem ver­antwortungsvollen Führerwillen Freiheit des Handelns" gewährt wird. Weiten, immer weiter werdenden Krei­sen der deutschen Deffentlichkeit wird das aus der Seele gesprochen sein Die wirtschaftliche Not zeugt nicht gegen die Unternehmerleistung, sondern lediglich gegen die Kräfte, die in Verkennung der wirtschaftlichen Zu­sammenhänge überspannten Bedürfnissen des Konsums vor den Forderungen der Wirtschaft den Vorzug geben. Was der deutsche Unternehmer troh dieser staatlichen und bürokratischen Hemmungen für den Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft geleistet hat, wird im Auslande allgemein anerkannt, es wäre zu wünschen, daß das > auch bei uns geschähe und daß auch bei uns der Unter­nehmer als Pionier und Träger der nationalen Wirt schaftsgröße angesehen würde, anstatt angefeindet und verdächtigt zu werden. Gewiß ist die Wirtschaft nicht der Unternehmer allein: ohne eine intelligente und leistungsfähige Arbeiterschaft ist auch er machtlos. Aber wenn man den Unternehmer, wie das in den letzten Jahren geschehen ist, von der Leitung der Wirtschaft zu verdrängen sucht und direkt oder indirekt soziali­sierenden Tendenzen nachgibt, sind schwere Störungen des wirtschaftlichen Organismus unvermeidlich. Wir fennen sie zur Genüge, und aus dieser Kenntnis ergibt sich die Forderung Werft das Steuer herum" mit zwingender Notwendigkeit.

Der Bericht gibt nach diesen einleitenden grund­säglichen Feststellungen eine sehr interessante Analyse der wichtigsten deutschen Wirtschaftsprobleme, der Re­parationsfrage, der Finanz-, der Handels- und endlich der Sozialpolitik. Den Versuch einer wirtschaftlichen Lösung des Reparationsproblems sieht der Bericht auch angesichts des Youngplans als gescheitert an und for­dert eine systematische Vorbereitung seiner Revision. Eine besonders eindringliche Schilderung und kritische Würdigung finden natürlich die deutschen Finanzver­hältnisse. Der Bericht stellt fest, daß die finanzpoli­tische Tat der Währungsstabilisierung und-erhaltung ohne die notwendige Ergänzung durch eine kluge und maßvolle Finanzpolitik geblieben sei. Anstatt die den Voranschlag im Haushaltsjahre 1924/25 um 40% über­schreitenden Einnahmen an Steuern und Zöllen dazu zu benutzen, die Wirtschaft durch Steuererleichterung

Bitamine in der Kantine.

Nic ist der Wirtschaftskampf intensiver, furchtbarer geführt worden, als heute. Jeder versucht, zu verein­fachen, an Unkosten zu sparen, zu rationalisieren, zu unterbieten. Man erfand das rollende Band, die Fließ­arbeit. Wie kann weiter rationalisiert werden? Dock, nur durch Steigerung der Leistungsfähigkeit der Men­schen, nicht nur durch Mechanisierung der Arbeitsvor­gänge das tun alle sondern durch Hebung des Ge­sundheitsniveaus, der inneren Kraft.

zipien arbeitet, entstehen täglich Bergehen gegen die Er­nährungsgesege, die sich summieri im Laufe der Jahre unbedingt in einer allmählichen Schwächung der Kon­stitution äußern müssen. Wenn sich die Allgemeinheit intensiver mit den Richtlinien der modernen Ernäh­rungslehre befassen würde, stände es sicherlich weitaus besser um die Volksgesundheit.

Gesundheit durch Ernährung.

F. Riemer.

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Neulich erzählte eine Hausfrau ein Erlebnis das wegen seiner schlaglichtartigen Beleuchtung für die All­gemeinheit wiedergegeben zu werden verdient: Ein Elektromonteur, der in der Küche arbeitete, sah, daß das Gemüsewasser abgegossen werden sollte. Er ver­hinderte diese Maßnahme mit den Worten: Sie werden doch nicht das beste vom Gemüse fortschütten?" Auf die erstaunte Frage der Hausfrau, was denn an dem Gemüse so besonders wertvoll wäre, hielt der Monteur einen Vortrag über den lebenswichtigen Mineralstoff­gehalt des Gemüsewassers und daran anschließend, er­muntert durch die Wißbegier der Hausfrau, begründete er eingehend die gesundheitlichen Vorteile neuzeitlicher Ernährung, deren Hauptbestandteil frisches Obst und Gemüse ist. Er selbst sei das beste Beispiel für Gesund­heit durch richtige Lebensweise, er äße fast ausschließlich begetarisch und ließe keinen Tag ohne frisches Obst vor­übergehen. Krankheit tenne er nicht. Dieser Mann bildet leider eine rühmliche Ausnahme.

Der Weg weist sofort auf die Ernährung, da ein schlecht ernährter Körper unbedingt unterlegen ist. Man schuf Kantinen und bot preiswert warme Speisen an. Der Erfolg bleibt aus, weil die Kantinenkost minder­wertig ist. Man legt nur Gewicht auf warme" Speisen, nicht aber auf vollwertige Zusammenseßung. Es fehlen die frischen Früchte die Vitamine. Wenn die Kan­tinenküche nach modernen Ernährungsprinzipien ge= leitet würde, müßte der große Rationalisierungsprozeß der Maschine Mensch gelingen.

Den Beweis liefert der anspruchslose polnische Erntearbeiter, der sich hauptsächlich von Kartoffeln, Brot und Milch nährt und dabei hervorragendes leistet. Da sowohl die Kantine, als auch die Durchschnittsküche des bürgerlichen Haushaltes nach unzulänglichen Prin­

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Es stände besser um unsere Volksgesundheit, wenn alle so handelten, wie dieser Elektromonteur. Wieviel Krankheit und Elend lönnte, besonders in den Familien der Werktätigen, vermieden werden, wenn diese ein­sehen würden, wie ungeheuer wichtig der tägliche Ge­nuf von frischen Früchten ist. Es wird immer betont, daß Obst zu teuer sei, um es täglich auf den Tisch brin­gen zu können. Die Wahrheit ist, daß es nur unwesent­lich im Preise gegen die Vorfriegszeit gestiegen ist. Für eine gute Apfelsine zahlte man früher auch 10 Pfg. Die frischen Früchte erscheinen nur deswegen teuer, weil sie nicht ihrer Bedeutung entsprechend andere weniger lebenswichtige Lebensmittel verdrängen, son­dern außer diesen genossen werden. Die gesunde Zu­fost zum Butterbrot ist nicht der Aufschnitt, sondern der Apfel oder die Tomate Das Hauptgericht ver­schiedener Wochentage sei nicht immer Fleisch, sondern etwa Gemüsereis, oder Aepfelkartoffeln. Den Durst lösche man mit Obstsäften( Zitrone) oder durch eine er­frischende Apfelsine.

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Wenn auch in den Kantinen und Massenspeisungen auf diese Gesundheitsfragen im Speisezettel Rücksicht genommen würde, wäre der Gesundheitszustand besser und die Leistungsfähigkeit um vieles gehoben. Hier Itegt eine Rationalisierungsmaßnahme, deren tiefe Be­deutung weder die Arbeitgeber noch Arbeitnehmer nur annähernd erfaßt haben.

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