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Samstag, den 13. September 1930.

,, Sarrajani fommt"

ist überall ein Zauberwort, ein Magnet von rätselhafter Kraft. Wer Sarrasani's Riesenschau vor Jahren sah und sie heute wiedererlebt, wird erstaunt und überwältigt werden von den gewaltigen Fortschritten Sarrajani's in circensischer Kunst und modernster Technik, von den immer neuen, vielseitigen Eindrül­ten, die jede Vorstellung dieses folossalen Unternehmens ver­mittelt. Sarrajani tommt zu uns! Die Presse aller Länder be­schäftigt sich fortwährend mit Sarrasani, und vor Kurzem er­flärte beispielsweise die größte amerikanische Fachzeitschrift, zu= gleich die größte Ueberhaupt,( ,, Billboard") in einer ausführ­lichen, objektiven Abhandlung über europäische Zirkusse unum­wunden, daß in Europa Sarrasani den schönsten Zirkus besitze.

Dieser Sarrasani will nun demnächst seine riesige, fliegende Zeltstadt bei uns aufbauen. Den Gastspieltagen sieht man mit lebhaftestem Interesse entgegen. Sarrasani fommt das heißt: Sarrajani bringt auch Geld in die Stadt. Lieferanten aller Art müssen Berge con Material beschaffen, um den gewaltigen Apparat lebensfähig zu erhalten. Zum Schluß sei auf den hohen volksbildnerischen Wert der Sarrajani- Schau hingewiesen. Viele Schreiben von Schulbehörden und Stadtverwaltungen haben be= stätigt, daß eine Stunde bei Sarrajani glatt zehn Stunden Tier­und Völkerkunde ersetzt. In allen Gastspielstädten hat man tie Schulen flossenweise zu Sarrasani geführt; nie hat man ciwas von einer Enttäuschung gehört. Aus den angeführten Gründen fönnen wir das kommende Sarrasani- Gastspiel nur als unbe­dingten Gewinn für unsere Stadt und die Umgebung buchen.

Aber wie wird Sarrajani hier einziehen? Auf über 200 eigenen Automobilen rollt das Weltunternehmen Sarrajani ein. Jm Glanze von 15 000 elektrischen Lampen wird seine Zelt: stadt der Zehntausend wie ein Wunder aus Tausend und eine Nacht" aufleuchten. Dieses Viermastenzelt, das größte bisher fonstruierte, werden mächtige Stallbauten für hunderte der sel­tensten, exotischen Tiere, Garderoben für Künstler aller Rassen und Farben umgeben. Und- Sarrasani führt alles nur in einer Manege, einem großen Rund von 17 Metern Durch­messer, vor. Er ist ein Gegner des amerikanischen Dreimanegen­systems geblieben und hat recht behalten.

Was bringt uns Sarrajani??? Mit dem größten Zirkus­direktor kommen 500 Artisten und 400 Tiere aus aller Herren Ländern. Wir nennen hier nur: 22 Indische Elefanten, Kolosse des Dschungels, 14 Königstiger, 56 Löwen, Kamele, Eisbären, Zebras, Zebroid, Nilpferde, 250 Pferde, hunderte von Chinesen, Indern, Negern, Indianern, Japanern, Marokkanern, Tscher­bessen, Grusiner, Mulattinnen, Samoanerinnen usw. Mit einem Wort: Sarrajani, Deutschlands populärster Zirkusdirektor, wird in unserer Stadt die beste Zirkuskunst, Volkskunst in ihrer letzten Vollendung, erstehen lassen. Volkstümliche Preise werden es jedem Bürger ermöglichen, diesen sehenswerten Zirkus, der nicht seinesgleichen hat, zu besuchen. So erwarten wir mit ge= spanntestem Interesse Sarrasani's Kommen!

*

* Nachtferngespräche mit fleineren Orten. Vom reisenden Publikum, besonders auch von den Geschäftsreisenden wird oft bedauert, daß es von kleinen Orten aus nicht möglich ist, nach 8 Uhr abends mit größeren Plätzen Ferngespräche zu führen, weil der Dienstschluß an kleineren Ämtern um 20 Uhr erfolgt. Wie wir erfahren, bestehen jetzt Möglichkeiten, mit kleineren Orten Nachtferngespräche zu führen. Die Hotels an solchen Plätzen können sich sogenannte Dauernachtverbindungen ein­richten lassen, die es ihnen gestatten, die ganze Nacht hindurch sowohl Gespräche aus größeren Städten entgegenzunehmen, wie auch mit diesem bezw. mit einzelnen Teilnehmern verbunden werden zu können. Die Gebühren für die Dauernachtverbin­dungen betragen je Nacht 40 Pfg. Es würde wohl im Inter­esse der Hotels wie des reisenden Publikums liegen, wenn die Gaststätten an kleineren Orten von der Möglichkeit der tele­fonischen Dauernachtverbindungen Gebrauch machen würden.

* Kommerzienrat Klingspor 60 Jahre. Seinen 60. Ge= burtstag beging Kommerzienrat Adolf Klingspor, 3igarren­fabrikant und ehrenamtlicher Beigeordneter der Stadt. Der Handelskammer gehörie er als Mitglied und stellvertretender Vorsitzender mehr als 25 Jahre an. Die Universität ernannte ihn für seine Verdienste durch eifrige Förderung ihrer Ein­richtungen zum Ehrensenator.

* Von der Universität. Zu Beginn des Winter- Semesters wird das neuerrichtete Studentenhaus seiner Bestimmung über­geben werden. Trotz der überaus schwierigen wirtschaftlichen Lage ist es gelungen, die Mittel zu beschaffen, um das Ge­bäude so weit bezugsfertig zu machen, daß die studentische

Flurnamen der Gemarkung Beuern.

Von Wilhelm Arnold- Beuern. 1. Fortsetzung.

Wie auf dem gegenüber sich hinziehenden entfernten ,, Struth­berg" befand sich auch hier, den Anzeichen nach, ein ausgedehn­tes Gräberfeld. Durch die Anrodung des früher bewaldeten Geländes sind aber die sogen. Hünengräber zum großen Teil verschwunden. Gegenwärtig sind nur noch wenige im Wald­bestand in der Nähe nach der hohen Straße" hin erhalten. Auf der erwähnten Abtriebsfläche waren es zuletzt noch drei Grabhügel). Da ihre Schleifung nicht zu umgehen war, hat man dieselben wenigstens der wissenschaftlichen Forschung nuz­bar gemacht und die Ergebnisse sind sehr von Belang für die Geschichte unserer Urzeiten. Da auch nach glaubwürdigen Be­richten auf dem an die Grunbach10) anschließenden ,, Schweiging" Gräber gefunden worden sind, so ist dessen Gebiet auch in besag­

Nach den Funden gehören zwei solcher der rei­nen Steinzeit an. Sie bestanden in einem Steinbeil und Ton­gefäßen. Der dritte Grabhügel zeigte vier Bestattungen. Es fanden sich hier bronzene Halsringe und Armspangen, die die Grabstätte nach dem Urteil von Prof. Helmkes, des Leiters der Ausgrabungen, in die mittlere Hallstadtperiode verweisen.

10) Während das Volk in Beuern noch ganz richtig ,, Grun­bach" spricht( vergl. Grunenberg, Grimmerg, Grünberg) ist in der Karte unbegreiflicherweise das entstellende Krombach" ein­gezeichnet.

11) Eine Stelle am Egelspfuhl" heißt der Teufels­Sprung". Dort soll der Böse über die Talschlucht hinweg auf den Sonnberg gesprungen sein.

,, Gießener Zeitung"

Speisung darin stattfinden und auch die Aufenthalts- und Arbeitsräume und die Studentenwohnungen in Benutzung ge= nommen werden können.

* Fußball- Lokalkampf. Die Ligamannschaften der beiden hie­figen Fußballvereine treffen sich morgen nachmittag auf dem Waldsportplatz des VfB. Ueber den Ausgang ist nichts voraus­zusagen. Das letzte Spiel vor vier Wochen konnten die Spiel­vereinigungsleute 1: 0 gewinnen.

* Werbespieltag. Auf dem Sportplatz des Männer- Turnver­eins findet morgen der diesjährige Werbespieltag des Turn­gaues Hessen( DT) im Faustball und Handball statt.

* Gaujugend- Leichtathletik- Wettkämpfe. kommenden Sonntag Vormittag kommen auf dem Sportplatz der Sp. Vgg. 1900, Trieb, die Gaujugend- Meisterschaften derWSV.- Vereine zum Austrag.

* Gesangverein Heiterkeit. Heute Samstag, abends 8,30 Uhr Zusammenkunft im ,, Schipkapaß"". Der für am morgigen Sonn­tag geplante Ausflug fällt aus.

& Regimentsfest der 80er. Am 5. Oktober findet in Wies baden die feierliche Enthüllung des Denkmals für die Ge­fallenen des aktiven, des Reserve- und Landwehr- Infanterie­Regiments Nr. 80, der Reserve- Infanterie- Regimenter Nr. 223, 253, der Infanterie- Regimenter Nr. 186, 353, 365 und 390 statt. Damit ist verbunden eine Wiedersehensfeier, in den Tagen vom 4-6. Oktober. Wer an dem Fest teilzunehmen beabsichtigt, soll seine Adresse umgehend an Herrn Hildner, Wiesbaden, Fried­richstraße 22, bekanntgeben.

* Eine hochinteresonte Bilderbeilage ,,, Sarrajani- Illustrier­te" finden Sie in der heutigen Ausgabe. Eine ganz einzig­artige Illustrierte, die in über hundert Bildern und inter­essanten Artikeln auf 16 Seiten ein Bild vom Zirkus und Zir­fusleben gibt, wie es lebendiger nicht gedacht werden kann. Die Zeitung wird hier besonders begrüßt werden, da der Zirkus Sarrasani, der schönste und größte Zirkus Europas" vom 25.- 28. Gept. ein Gastspiel in unserer Stadt geben wird.

*

Vor der Reichstagswahl! Leider hört man oft von Wahl­müdigkeit. Es steht zuviel auf dem Spiel, als daß man aus den erlebten Enttäuschungen der Vergangenheit ein gewisses. Recht ableiten dürfte für die Versäumnis seiner staatsbürgerlichen Pflicht. Jeder Wähler versäume nicht, an der Wahlurne zu er­scheinen und sein Wahlrecht auszuüben,

es kommt auf jede einzelne Stimme an!

Aus Nah und Fern.

Annerod bei Gießen. Die bekannte Anneröder Kirmes nimmt morgen, Sonntag, ihren Anfang.

Eiserne Hochzeit.

Wiebelsbach Kr. Dieburg. Hier konnten in noch leidlicher Körper und Geistesfrische die Eheleute Georg Hild IV. und Frau Anna M. geb. Gunst das Fest ihrer eisernen Hochzeit begehen. Der Jubilar einer 65 jährigen Ehegemeinschaft wurde am 3. September 89, seine Gattin im April d. J. 85 Jahre alt.

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Ladenhausdiebinnen an der Arbeit,

Darmstadt. In den Nachmittagsstunden des Freitag sind in einem hiesigen Kaufhaus zwei etwa 20-25jährige gerissene Ladendiebinnen aufgetreten, die sich zuerst fertige Kleider und dann Stoffe zur Auswahl vorlegen ließen. Sie veranlaßten die Verkäuferin, immer wieder neue Stoffe aus dem Lager zu ho­len. Nach ihrem Weggang wurde bemerkt, daß sie ein Stück Stoff, bestehend aus 18 Meter Seide, gestohlen hatten. Die Die­binnen sind unerkannt entkommen.

Worms. Hier wurde ein Verbreiter von falschen 20 Mark­scheinen verhaftet.

Dillenburg. Im Dillkreise gibt es zurzeit zehn Gemein­den, die keine Steuern erheben. Es handelt sich in der Haupt­sache um Ortschaften auf dem Westerwald, die einen großen Waldbesitz haben und hier eine gute Einnahme finden.

Meerholz, Kreis Gelnhausen. Hier findet am 7. Dezem ber d. J. die diesjährige Provinzialschau der Geflügelzüchter Kurhessens statt.

Bad Schwolbach. Fünf Handwerksburschen gingen auf einen Förster los und wollten ihn mißhandeln. Der Förster schlug mit dem Gewehr einen der Angreifer auf den Kopf. Im gleichen Augenblick lösten sich zwei Schrotschüsse und töteten den Bur­schen.

tes Gräberfeld einzureihen. Der Flurname ,, auf der hohen Straße" läßt wohl den Schluß zu, daß zwischen den Ansied­lungen der alten Völker schon ein Straßenneh den Verkehr ver­mittelte. Von der hohen Straße aus, dem höchsten Punkt auf der Ostseite der Gemarkung, hat man eine wundervolle Fern­sicht, die sich vom Dünsberg aus über den Stoppelberg bis zum großen Feldberg hin erstreckt, ja sogar noch Teile des Vogels­berges umfaßt. Vor uns breitet sich das Stöckenfeld" aus ( von ,, ausstoden", anroden) und geht die Lorsbach" zu Tal, ein in alter Zeit durch niedergehende gewaltige Wassermassen ausgehöhlter, beträchtlicher Graben. Unterbenennungen des Stöckenfeldes sind: Egelspfuhl", Sauloch", am alten Grün­berger Weg" ,,, am Opperacer". Letzterer ist noch kennbar und diente einst zur Besoldung des Oppermanns( Glöckners). Jen­seits des Lorsbachtales") treten die Flurnamen ,, auf der schwar­zen Erde" ,,, auf dem Gleichen" ,,, auf der Scheer" 13); weiterhin: ,, im hohen( fälschlich hohlen) Graben", vor dem Bersröder Wald",, im kalten Brunnen"( noch vorhanden). Die Quelle

12) Nach der Bodenart Tuff, Los, Lors, Löz benannt. Lors­bach bei Hanau, Lorsbachertal i. Taunus bei Soden. In einer Reiskirchener Kostenrechnung vom Jahr 1702 heißt es: einen Graben gemacht, da eine Pfarrwieje mit Kislos überfahren, sehr verderbt.

13) Wie roden( Sinnerod), ausstöden( Stöderfeld), so be­zieht sich auch der Flurname ,, auf der Scheer" auf die Urbar­machung von wüstem Gelände. Von der Wurzel scheeren, zer­teilen, irennen, umarbeiten, leiten sich ab scharren( Schorn), schoren( technische Form, eine Steinfläche aufarbeiten), auch wohl bas bergmännische schürfen, Schorf. In der Gemarkung Großen­Bused Scheerbrand( Herenverbrennungsstätte).

14) Michelbach, große Bach; althochdeutsch mihil, mächtig.

Nr. 73.

Kassel. Hier tagte unter dem Vorsitz von Dr. H. c. Laugs der Musikausschuß des Deutschen Sängerbundes. In zweitägiger Sigung fam eine Reihe wichtiger Fragen zur Besprechung, die in der Hauptsache die bevorstehende Sängerwoche und das geplante große XI. Deutsche Sängerbundesfest in Frankfurt am Main betrafen.

Lohngeldräuber erschießen einen Fabrikboten.

Köln. Am Freitagmittag wurde in Köln ein frecher Raub­überfall verübt. Zwei Motorradfahrer erschienen furz vor 12 Uhr in der Geißelstraße in Köln Ehrenfeld. Der Führer blieb mit der Maschine, die er in Gang hielt, an einer Straßen­freuzung stehen, während der Mitfahrer auf der Straße war­tend auf und ab ging. Der Kassenbote einer Fabrik in der Geißelstraße, der 1800 RM. Lohngelder bei sich führte, näherte sich seinem Ziele, als der eine Motorradfahrer auf ihn mit er­hobener Pistole zutrat und ihm ,, Hände hoch!" zurief. Der Bote hielt die Aktentasche krampshaft fest. Darauf schoß ihm der Räuber eine Kugel durch den Hals. Der Getroffene, der an der Schlagader schwer verletzt wurde, starb nach wenigen Minuten. Der Räuber eniriß dem am Boden Liegenden die Aktentasche mit dem Gelde und entkam mit seinem Komplicen auf dem Motorrade.

Fünf Wohnhäuser niedergebrannt.

Trier. In Bünderich brach am Mittwochabend in einem der ältesten Häuser Feuer aus, das sich rasch auf die benach­barten Häuser ausbreitete, so daß in kurzer Zeit fünf Wohn­häuser und eine Scheune in Flammen standen.

Gifträuber in Berliner Apotheken.

Bekanntlich) erregte vor einigen Tagen der Einbruch in eine Apotheke, bei dem Giftmengen entwendet wurden, Auf­sehen. In der Nacht zum Freitag ist abermals ein Einbruch in eine Apotheke erfolgt. Der oder die Diebe erbrachen zwei Türen und es gelang ihnen, bis zum Giftschrank vorzubringen. Durch das Eingreifen eines Wachtbeamten waren die Einbre­cher gezwungen, die Flucht zu ergreifen.

Bier Berliner Schulen wegen Diphtheritisgefahr geschlossen.

Berlin. Wegen einer drohenden Diphtheritis- Epidemie hat sich die Berliner Gesundheitsbehörde veranlaßt gesehen, in der Elbestraße vier Schulen zu schließen und eine umfassende Desinfektion vorzunehmen.

Biccards Start wiederum verschoben. Berlin, 12. 9. Professor Piccard hat mit Rücksicht auf die ungünstige Wetterlage den für morgen angesetzten Aufstieg zu seinem Höhenflug erneut verschieben müssen. Ein Termin für den Start ist noch nicht wieder festgesetzt worden.

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11 Wirtschaftsgebäude eingeäschert.

In Beelitz( Kreis Pyriz) entstand ein Großfeuer, dem ein großer Teil des Dorfes zum Opfer fiel. Nicht weniger als elf Wirtschaftsgebäude wurden eingeäschert. Dabei haben vier Besitzer die gesamte Ernte eingebüßt. Ein weiteres Groß­feuer entstand auf dem Gute Lepzin im Kreise Rummelsburg, wo die gesamten Hofgebäude mit Erntevorräten eingeäschert wurden.

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Die Lager der Franklin- Expedition entdeckt. London: Die beiden Lager der Franklin- Expedition, die vor mehr als 80 Jahren im arktischen Eismeer verschollen ist, sind auf der King- Williams- Insel in Nordkanada durch den Kana­dischen Forscher Major Burwards aufgefunden worden. Wert­volle Einzelheiten sind der Regierung in Ottawa übermittelt worden. Major Burwards war zu einem Flug nach dem Mag­netischen Nordpol aufgestiegen.

Bundestag Deutscher Justizamtmänner in Danzig.

Der 10. ordentliche Bundestag des Bundes Deutscher Justizamtmänner( Deutscher Rechtspflegertag) tagte in der Zeit vom 5. bis 8. September in den Mauern der Freien Stadt Danzig. Den Auftakt bildete am 5. September ein Empfang des Senats in Danzigs schönstem Festsaal, dem Artushof. Am

Wählerinnen

Wählt

Wahl Büdo

zur Schuh- und Bodenpflege

mündet in nächster Nähe in die Michelbach), ein in der Bers­röder Gemarkung sich ansammelndes Wasserlein, nach welchem das umgebende Tal benannt ist. In der Richtung nach dem Ort dehnt sich der ,, rote Holzberg" hin, benannt nach einer dor­tigen niederen Holzart. Der ältere Name war Kirnberg". ( ,, Kirn" Fels.) Am Fuße der Anhöhe der Gewann ,, am Hof­ader"( ganerblich). In der Umgebung des Ortes begegnen wir noch den Flurnamen ,, die Azenwiese"( alter Weideplatz, jetzt bebaut). Auch der Ziegel", richtiger Ziegenberg", hatte einst wohl den gleichen Zwed. Der ,, Oppergarten" hat noch seine ur­sprüngliche Bestimmung als Nutzung für die Lehrerschaft, der früher der Dienst beim Opfer( Messe) zustand. Ein Zeuge der beträchtlichen Niederschläge in früherer Zeit ist ,, der ausgehöhlte Graben", der hohen( mundartl. Honn) bach" und die Son­bachshoh!". Was unter ,, Wannberg" und ,, unter der Wanne" zu verstehen ist, ist nicht leicht ersichtlich. War es ein abgegrenztes Gelände oder war es nur die Oberflächengestalt des Geländes, die den Namen verlieh( Wanne flacher, runder Korb). ,, Bechels:( entstellt in Beckers") garten" sind Pfarreigrund­stücke. Nehmen wir nun die nahe, nach Bersrod führende Kreisstraße auf, so erscheinen rechts der große Born" und ,, der Aetterrain 3aun" oder Sedenrain".( ,, Attenberg" in der Großen- Buseder Gemarkung, auch Jtter" und ähnliche Formen gehören wahrscheinlich hierher.) Ferner in der erwähnten Michelbach ,, Mommenrod". Ein Beweis für die Tätigkeit

=

des Wassers in alter Zeit liefert die Benennung einer Stelle ,, im Einfall"( 1711:, im Jnfall", auch am Furtweg" in den firchlichen Zinsregistern).

Fortsetzung folgt.