Einzelbild herunterladen

Nr. 81 Gamstag, den 11. Oktober 1930.

ist ist die

eren Be ftelle hat Rechtsmit

fofortige en deffen as Ober

eine Ver:

erde fann

elegt wer

Lokales.

Sonntagsgedanken.

Es ist Herbst geworden, der Sommer hat Abschied ge­nommen Blatt für Blatt fällt vom Baum und die Zeit der Lieder ist vorbei. Wie war er doch so schön, der Frühling des Jahres mit seinen Blüten und Blumen, mit seiner Maien­pracht in Flur und Wald! Und der Sommer brachte dann die Höhe aller Prachtenfaltung und die gesegnete Reise der Früch fe. Noch einmal blüht es in allen Gärten auf in tausend Farben, ehe es Abend wurde in der Natur. Nicht lange währte dieses Leben. Denn für alles auf dieser Welt gibt es ein Ster­

ngsstelle, ben. Der Herbst ist Mahner dafür. Wo du hinschaust, da siehst

ücher.

en Geses

eben, das

ngsgejet ie Rang Nicht ollständig pertungs

Aufwer

Des Gläu en. Um

getragen der Un

Aufwer

r bis t der An lifcht eine

ch noch in

t.

, fo fann ftelle eine

ften über

Rang

undbuchs

nübersicht hverkehrs

Eintragun chführung en der bei

inavischen Ausnahme Dvor fur Det. Auch I die Ver

Fatitiche

8 Mil

elbft aus

nig gün

nie ge

ohne

Le älter

- von eine Be

a 10 000

Aufschluß

je in an 5 Deutje

Getri

nd u

Maja

ewahr

iberlade

tiger&

Der abge

leife b

mer fre

ensftoff

rden fo

Abla

en Ur

Alters

a dh fin

ewinne

er fold

el hera

wievi

caube, d

eln uni

igen i

und rei

m Abla

fe, mei

erden in

im Ro

Derftopfes

da mu

rung un

üchte,

bi

anders a

ofen, bi

Der Dri

heblich an

im Men dhend und

t unnük

alfoboli

rung bei

eprefter

bor dem

mahlzeit

caft und

du ein Verwelken und ein Vergehen.

Memento mori!

Der Herbst ruft es auch dir zu! der kahle Ader, wo vor Wochen noch die Früchte im Sonnenlicht reiften, Anger und Wiese mit ihren welkenden Blumen, der Wald, wo es ſtill geworden ist das sind die deutlichen Schriftzeichen in der Natur, mit denen der Schöpfer all' seinen Wesen Jahr für Jahr sein Memento mori in Erinnerung bringt.

Sonntagswanderer, stehe still und schau das große Sterben in der Natur! Auch auf dich wartet der Herbst; auch du wirst einst müde werden von deiner Tagfahrt! Früher oder später. Das weiß nur einer, der über uns wacht. Schau, daß deine Früchte rechtzeitig reisen und gut werden! Ehe es Abend wird, fannst du gerufen werden! Der Sonntagsschreiber.

Vergessen.

Denke ich zurück an die Zeit anfangs des Krieges, mit welcher oft rührenden Sorgfalt das Volk die Kriegsbeschädigten behandelte, so überläuft es mich, wenn ich sehe, wie wenig Rüd­ficht auf die Opfer des Krieges heute genommen wird.

Damals hatten unsere Mitmenschen in der Heimat noch das Gefühl, eine Dankespflicht abtragen zu müssen, sie halfen dem Amputierten in die Fahrzeuge, sie führten noch Blinde und trugen auch dem Armverletzten einmal einen Koffer.

Gehen Sie heute in die Eisenbahnzüge und sehen Sie sich die Beschädigten ohne Sitzplatz an, während es sich tapfere Heim­frieger, junge Männer u. Mädchen, ohne nach der Qual der Be­schädigten zu fragen, bequem machen. Mir selbst ist es vor einigen Jahren im D- Zug Hamburg- Frankfurt a. M. passiert, daß mir selbst der Schaffner teinen Sitzplatz vermitteln konnte, obwohl ich vollends gehunfähig auf einem Koffer im Gang saß. Ein älterer Herr, der anscheinend die Suche des Schaffners nach einem Plaz nicht bemerkt hatte, bot mir endlich einen Plaz an, den ich zuerst aus Achtung vor dem Alter nicht annehmen wollte. Der Herr aber nahm mich furz entschlossen am Arm und brachte mich mit Hilfe des Schaffners auf den Plaz. Meinen Dani lehnte er in französischer Sprache sehr höflich ab. Ich habe mich in diesem Augenblick auf's tiefste geschämt für meine deutschen Mitreisenden, die dem Ausländer den Vortritt in der Höflichkeit und in der Achtung vor dem Leid des Mitmenschen Tießen. Das ist nur ein Beispiel.

Wie achtlos geht die Jugend an dem Armamputierten vor­bei, der sich mit dem Tragen eines Paketes abquält, wie oft Sieht sie zu, wenn ein Beschädigter vergeblich versucht, seinen Fahrstuhl auf den Bürgersteig zu bringen. Dabei braucht man nur einmal den dankbaren Blick des Beschädigten nach einer Hilfe gesehen zu haben. Man brauchte nur einmal zu beobachten, wie freudig es der Kriegsbeschädigte aufnimmt, wenn ihm seine Mitmenschen durch Vorlassen an den Schaltern helfen.

Denkt daran, Deutsche, daß es möglich ist, daß ihr einmal dankbar sein müßt, wenn ihr in die gleiche Lage gekommen, eine Hilfeleistung in Anspruch nehmt. Und wenn es nicht für Euch selbst ist, denkt an Eure Kinder.

Der Kriegsbeschädigte will kein Mitleid, er will Mitgefühl. Er will fein Almosen, er will nur das Gefühl haben, daß ihn der gesunde Volksgenosse achtet, ihm hilft und ihm das Pein­liche seiner Lage dadurch nimmt, daß er ihn nicht ratlos vor einem Hindernis stehen läßt.

Helft unseren Beschädigten sich unter Euch wohlzufühlen, statt das sie die Menschen meiden, weil sie sich ungern gesehen fühlen. Habt Mitgefühl, nicht lautes Mitleid.

Daß oft Menschen mich begaffen,

Sich am Kopfe tragen wie die Affen,

Jst mir peinlich bis zur Qual.

Denn sie glauben: Lautes Mitleid

König Wilhelms alter Waffenmeister

im Kriege 1870-71.

Still und bescheiden, wie es seinem Wesen entsprach, hat der treue Waffenmeister des alten Königs Wilhelm am Kriege teilge­nommen. Die Waffen waren geschmiedet; er wußte, daß sie die Feuerprobe bestehen würden. In der feinen Maschinerie der Mobilmachungs- Vorbereitungen war alles genau überlegt und überdacht worden. Wenn der Hebel die Maschine in Bewegung sette, so mußte und würde jedes Rädchen laufen! Das wußte Albrecht von Roon.

Als er am Nachmittag des 15. Juli 1870 mit dem Kron­prinzen, Bismard und Moltke dem König bis nach Branden­burg entgegengefahren war, standen die Dinge auf des Messers Schneide! Nachdem der Zug abends auf dem Potsdamer Bahn­hof eingelaufen war, eilte Unterstaatssekretär von Thile dem König entgegen, um ihm die inzwischen eingetroffene Mittei lung zu machen, daß in Paris der Krieg beschlossen sei. Da Herr von Thile den König und Bismard, die beide von den Um­stehenden umringt waren, zunächst nicht erreichen konnte, um feine Meldungen zu machen, so wandte er sich zuerst an Roon, der eben den Eisenbahnwagen verließ, und gab ihm leise von den Depeschen Kenntnis. ,, Nun, dann wollen wir es ihnen bestens besorgen," war Roons, von den Umstehenden vernom­

mene Antwort.

Als der König sich auf die eingelaufenen Nachrichten hin enischloß, die Mobilmachung anzuordnen, da vernahm man Roons besonders tiefe, dröhnende Stimme: Jawohl, Majestät, das hat keine Schwierigkeiten, es ist alles vorbereitet, Majestät!" Und furz nach Mitternacht flog nach dem letzten entscheidenden Vorirag beim König der von Roons eigener Hand geschriebene Befehl durch den Telegraphen hinaus in alle deutschen Gaue.

Häufig hat Roon es damals und später ausgesprochen, daß die nach dieser denkwürdigen Nacht folgenden vierzehn Tage für jein Ressort fast die sorg- und arbeitslosesten seines Dienstlebens gewesen seien. Und in der Tat: Die Mobilmachungsmaschine arbeitete so musterhaft sicher und so völlig ohne alle Reibungen, daß Roon und sein Ministerium in der ganzen Mobilmachungs­Periode auch nicht eine Anfrage des Generalkommandos oder der anderen Instanzen zu beantworten hatte; und das, obwohl der Mibilmachungsbefehl so völlig ohne alle Vorbereitungen erlassen worden, und obwohl viele gerade der hochgestellten Ge neräle und Offiziere sich in jener Hochsommer- Periode noch auf Urlaub, zum Teil sogar im Auslande befanden.( Vergl. Roons Dentwürdigkeiten, 3. Band, S. 168.)

Roons ganze Familie zog in den Krieg! Seine Söhne Wilhelm, Waldemar, Bernhard und Arnold, seine Schwieger­föhne Eugen von Wizmann und Heinrich von Brauchitsch. Wäh­rend des Krieges weilte Roon beständig in der unmittelbaren Nähe des Königs im Großen Hauptquartier".

Schon bei Spichern wurde sein Sohn Wilhelm, Premier­Leutnant und Kompagnieführer im Infanterie- Regiment, ver­wundet. Roon berichtet nach Hause: Er ist der Ehre teilhaftig geworden, sein Blut zu vergießen."

,, Gießener Zeitung"

Verberge Neugier und die Dummheit Ihrer Phrasen hohl und schal. Eines Kindes Mitleid lernt ich fühlen, Ich sah es mit andern spielen. Plöglich hob es das Gesicht.

Einen Apfel reicht es meinem Pfleger, da, Heimlich, so, daß ich's nicht sah:

Gib's ihm gelt, mehr hab ich nicht!" Das war Mitleid tief und doch bescheiden, Eines Kindes Achtung vor dem Leiden, Lernet Gaffer von den Kindern."

*

* Vom Polizeiamt. Am 30. Mai ds. Js. fand ein An­wohner der Schillerstraße in seinem Hofe einen Spazierstock und ein Bund Schlüssel. Im gleichen Anwesen wurden am 22. Sep­tember ds. Js. ein Paar fast neue schwarze Herrenhalbschuhe mit Gummiabsätzen gefunden. Am 29. 9. 30 wurde vor der Wirtschaft ,, Germania" eine Fahrradlaterne entwendet, die bei der Kriminalabteilung sichergestellt ist. Eigentümer der Gegen­stände, oder Personen die zur Sache Angaben machen können, wollen bei der Kriminalpolizei, Zimmer 24, dies mitteilen.

-

* Bom Elektrizitätswert. Infolge Vornahme dringender Betriebsarbeiten wird am Sonntag, den 12. Oktober, vorm. von 9 bis 12 Uhr, die Stromlieferung in den Straßen Mäus­burg, Sonnenstraße( zwischen Neuen Bäue und Kreuzplatz), Kreuzplatz, Neuenweg, Kaplansgasse und Seltersweg( zwischen Kreuzplatz und Plockstraße) unterbrochen.

* Wochenmarkt. Der Verkauf von Kraut, Kartoffeln und Obst auf Wagenladungen findet nur auf dem Oswaldsgarten an den nächsten Samstagen statt.

* Hochwasser. Lahn und Wiesed waren in den letzten Tagen zu einer beängstigenden Höhe angestiegen, sind aber seit gestern wieder in ständigem Sinken.

* Die Jagd auf weibliches Rehwild und Rehtize( männ­liches und weibliches) hat schon am 1. Oktober begonnen. Die Schußzeit für Hasen, Fasanen( Hahnen und Hennen) beginnt am 16. ds. Monats. Außerdem können Enten, Schnepfen und

Nr. 81

in kleinen, für unser Geistesleben aber ebenfalls bedeutsamen Orten, gegenseitige Förderung und Unterstützung der Bildungs­arbeit in Angriff genommen werden. Am Vormittag wird Dr. h. c. Johannes Tews einen Vortrag über ,, Gegenwarts­fragen der freien Volksbildungsarbeit" halten.

* Vus der Hundezucht. Der seit über 30 Jahren bestehende Verein für deutsche Schäferhunde( SV), Hauptgeschäftsstelle Augsburg 3, hat im Monat September seine diesjährigen Hauptveranstaltungen abgehalten, die sich wie bisher immer eines starten Zuspruchs und der Unterstützung der Reichs-, Staats- und städtischen Behörden erfreuten. Anfang September war in Wiesbaden eine Siegerausstellung, dann wurde kürzlich zwei Jahreshauptpreishüten abgehalten, eins für norddeutsche Hüteweise in Niethnordhausen und eins für süddeutsche Hüte­weise in Pforzheim. Den Abschluß bildete die Schutzhund­Hauptprüfung am 27. und 28. September in Görlitz. Der Verein für deutsche Schäferhunde, der fast an allen Orten Deutschlands Ortsgruppen besitzt, sorgt in ausgiebigster Weise für die Aus­G. bildung der Hunde in den verschiedensten Dienstzweigen.

* Aus dem Stadttheater. Ein Gastspiel des Deutschen Künstlertheaters Berlin findet am kommenden Sonntag statt und gelangt Maughans Komödie ,, Wasserscheu" zur Auf­führung.

* Goethebund. Am Sonntag nachmittag um 5 Uhr findet in der Aula der Universität ein Lichtbildervortrag von Prof. Dr. B. Schmid über Sprache und Spiele der Tiere" statt. * Männerturnverein. Auf der Liebigshöhe" wird am Sonntag nachmittag die Ehrung des Sieger und Siegerinnen des Jahres 1930 gefeiert, verbunden mit turnerischen Auf­führungen.

* Radfahr- Club ,, Germania" 1899. Der Verein hält heute, Samstag, abend 8,30 Uhr im Café Leib sein 31. Stiftungs­fest ab..

2139

Rebhühner geschossen werden. Auerhennen, Birkwild, Trutwild, Herbstpflanzung von Bäumen u. Sträuchern.

Haselwild und Muffelwild haben das ganze Jahr über Schon­zeit.

* 100 Jahre Forstinstitut. Das 100- jährige Bestehen des Forstinstituts an der Universität wird mit Beginn des nächsten Sommersemesters, im April 1931, gefeiert. Das Institut ist die älteste Stätte und somit die Wiege der deutschen Forstwissen­schaft; hier hat einst der berühmte Forstmann Hundeshagen den Grund zu unserer heutigen Forstwirtschaft gelegt. Das neu aus­gebaute Institut wurde vor drei Jahren unter Leitung von Professor Dr. Borgmann im ehemaligen Militärlazarett in der Braugasse eingerichtet und durch eine forstliche Versuchsanstalt

erweitert.

* Weidmanns- Glück. Ein seltenes Jagdglück hatte der Gastwirt Peter Gaub, der in seinem Jagdrevier im Laubacher Wald einen kapitalen Zwölfender, sog. Kronenhirsch, erlegte, der aufgebrochen reichlich zwei Zentner schwer war.

* Voltsbildungstag. Am Sonntag, den 12. Oktober findet in unserer Stadt auf Anregung der Gesellschaft für Volks­bildung, Berlin, und des Goethe- Bundes ein Volksbildungs­tag statt. Zu dieser Tagung werden die Vertreter des öffent­lichen wie des freien Volksbildungswesens aus dem Gebiete Hessen und Hessen- Nassau erwartet. Zweck dieser Versammlung ist, die engere Zusammenarbeit dieser Bildungsstellen anzure­gen, die durch die Not der Zeit für die Erhaltung unseres Bildungs- und Geisteslebens dringend erforderlich ist. In diesem Sinne soll vor allem Ausbau einer volftumhaften Bil­dungspflege, Wirtschaftlichkeit und Planmäßigkeit im Vortrags­wesen, Aufbau einer leistungsfähigen Vortragstätigkeit auch

Mit seinem Neffen Moritz von Blandenburg blieb er auch während des Krieges in ständigem Briefwechsel Blandenburg schrieb am 7. August nach den Siegesnachrichten von Weißen­burg und Wörth die prophetischen Worte an Rcon:

,, Daß die Bayern unter unseres Kronprinzen Führung den ersten entscheidenden Schlag mitgetan haben, ist die Lösung der deutschen Frage. Die Einheit ist die beste!" Nach den großen Schlachten um Mez( 14. bis 18. August) berichtet er der treuen Gattin ausführlich über die gewaltigen Kämpfe, deren Zeuge er war:

Die Bedeutung der Schlacht vom 18. Auguſt besteht da= rin, daß die nach Metz hineingeworfene französische Haupt­armee von allen ihren Verbindungen mit Chalons und Paris abgeschnitten und auf die Hilfsquellen von Mezz allein angewiesen ist."

Und für die Familie:

,, Meine geliebten Schwiegertöchter können mit uns Gott preisen für die Erhaltung ihrer Eheherren. Leider ist der jüngste Langenbed( Bruder seiner Schwiegertochter Helene) dessen Auch Conrad Hindenburg schwer verwundet. ist zwei­trener Bruder Paul am 16. August gefallen! mal verwundet."

Hier muß eine Verwechselung vorliegen; einen zweiten Paul von Hindenburg, außer unserem ehrwürdigen Reichs­präsidenten und Generalfeldmarschall habe ich nicht ermitteln fönnen!

Im Gefolge des Königs hat Roon dem gewaltigen Schlach­ten- Drama von Sedan auf der Höhe von Frénois beigewohnt. Die Mitteilungen, welche Roon seiner Gattin hierüber sandte, sind niemals an ihre Adresse gelangt. Jener Brief ist mit dem ganzen Kourier- Beutel des Großen Hauptquartiers verloren ge­gangen, wahrscheinlich vom französischen Kommandanten von Verdun aufgefangen worden.

In den Kämpfen bei Daigny, nordöstlich Sedan, wurde Roons Sohn, Bernhard, der die 5. schwere Gardebatierie fom­mandierte, tödlich verwundet. Er war mit seiner Batterie tapfer ins feindliche Tirailleur- Feuer hineingefahren, um den Aufmarsch unserer Infanterie möglich zu machen. Hiervon er­fuhr Roon erst am Abend des 1. September, als er von der historischen Höhe von Frénois nach Vendresse zurückkehrte. Am 2. September früh, sonst einem Freudentage im Hause Roons, hatte er doch am 2. September 1836 seine geliebte Anna Rogge eilte der er aus dem Pfarrhause in Groß- Tinz heimgeführt schütterte Vater an das Schmerzenslager des Sohnes. Nach sehr beschwerlichen und langen Jrrfahrten fand er seinen Sohn. Mit schwerem aber festem Herzen nahm er von dem tapferen Offizier Abschied. In der folgenden Nacht hat der wadere Kämpfer in den Armen seines Bruders Waldemar und seines gleichfalls herbeigeeilten Onfels, des Divisions- Predigers Bern­hard Rogge, seine Seele ausgehaucht. Im Schloßgarten des Grafen de Viry bei la Moncelle wurde er beerdigt. Roons Hoffnung, daß seines Heldensohnes Gebeine dort ihre bleibende Ruhestätte finden würden, hat sich nicht erfüllt. Vielmehr stellte ihm jener Graf Viry, dem das Schlößchen und der Park von La Moncelle gehörten( er war im Kriege Oberst der Mobilgarde) nach dem Friedensschluß das Ersuchen, die Leiche von dort zu entfernen, da das Preußengrab seine und der Seinen Gefühle

Theoretisch kann man Bäume und Sträucher bei frostfreiem Boden bis März, ja bis in den April hinein pflanzen, doch ist die Herbstpflanzung entschieden vorzuziehen. Neben dem Vor­teil der besseren Auswahl unter den vollen Beständen der Baumschulen, sind bei frühzeitig gepflanzten Bäumen die Aus­sichten auf rasches, sicheres Anwachsen größer.

Wesentlich für gutes Anwachsen und reichliche Wurzel­bildung ist, daß die Erde, die in das Pflanzloch kommt, zur Hälfte mit Torfmull vermischt wird, der vorher mit Jauche oder einer Nährsalzlösung angefeuchtet sein sollte( kein Kompost, Fäulnisgefahr!). Durch zahlreiche Versuche maßgebender Stellen ist die überaus günstige Wirkung der Beimischung von qualita= tiv gutem Torfmull( Moostorfmull, nicht etwa Brenntorf oder erdiges Material) auf die Wurzelbildung frischerpflanzter Bäume und Sträucher erwiesen. Zu beachten ist, daß sich der lockere Boden stark setzt, deshalb hoch genug pflanzen. Tüchtiges Angießen nicht vergessen! Unerläßlich ist als Schutz gegen star­fe Fröste ein Abdecken der Baumscheiben, was man auch bei älteren Bäumen nicht versäumen sollte. Man bedeckt die Erde zweckmäßig mit einer handhohen Schicht Torfmull, wodurch Frostschäden verhindert werden. Auch wird so die Feuchtigkeit besser gehalten und im Sommer die Verunkrautung der Baum­scheiben mit Sicherheit vermieden.

Korpulenz macht alt

Korpulente und zum Starkwerden Veranlagte nehmen früh, mittags und abends 2-3 Tobula- Kerne, die in Apotheken zu haben sind.

zu sehr verletze, es sei denn, daß General Roon vielleicht vorzöge, die ganze Besizung von ihm fäuflich zu erwerben! So fam es, daß die irdischen Reste Bernhard von Roons im Herbst 1871 wieder in die deutsche Heimat zurüdgebracht wur­den, und daß sie jetzt neben denen seines Vaters in der stillen Familiengruft zu Krobniz ruhen.

Ueberaus tragisch ist es, daß König Wilhelm seinem alten Waffenmeister in derselben Stunde zu Vendresse die höchste Anerkennung aussprach, da in La Moncelle der tapfere Bern­hard von Roon seinen letzten Seufzer aushauchte. Damals grüßte der greise König seine drei Paladine mit den Worten:

., Sie, Kriegsminister von Roon, haben unser Schwert ge­schärft; Sie, General von Moltke, haben es geleitet, und Sie, Graf Bismard, haben seit Jahren durch die Leitung der Politik Preußen auf seinen jetzigen Höhepunkt ge­bracht."

Unermüdlich hat er während des ganzen Feldzuges seinen verantwortlichen Dienst getan, täglich seinen Vortrag beim König gehalten, allen Beratungen beigewohnt. Immer wieder setzte er sich mit Bismark zusammen für den baldigen Beginn des Bombardements von Paris ein. Endlich konnte er am 27. Dezember 1870 nach Hause schreiben:

,, Alle künstlichen und absichtlichen Hindernisse glaube ich nun endlich hinweggeräumt zu haben; wer weiß freilich, ob der Teufel nicht doch noch damit sein Spiel hat,- er ist ein schlauer Patron."

Am 1. Januar folgt dann die Meldung:

,, Das Forts auf Mont Avron haben die Franzosen nach faum vierundzwanzigstündiger Beschießung schleunigst_ge­räumt unter Zurüdlassung von zwei Geschützen. vieler Mu­nition und Toten."

Am 6. Januar erkrankte Roon, so daß die von seinem König für ihn zum Tage des fünfzigsten Militär- Jubiläums geplanten Feierlichkeiten in Wegfall kommen mußten. Nur die herzlichen Glückwünsche des Königs, des Kronprinzen, Bis­mards und Molttes tonnte Roon in Person entgegennehmen Der alte Wrangel schrieb treffend:

,, Unser treuer, heldenmütiger König, dem Du immer und immer wieder neue schlagfertige Armeen zuzuführen ge­wußt hast, der wird Dein Jubiläum nach Verdienst zu feiern wissen, wozu dann die Armee und Dein Dich verehrender alter Freund mit vollem Serzen jubeln wird."

Die schlagfertige Armee, das war das richtige Wort. Für jie hatte Roon gefämpft, ihren Triumph durfte er im Kriege gegen Frankreich schauen!

Infolge seiner Erkrankung konnte er an der Kaiser- Prokla­mation am 18. Januar nicht teilnehmen; erst einige Tage später fonnte er dem König seine Glückwünsche darbringen. Treu hielt er auf seinem Posten aus, unermüdlich tätig, bis er Mitte März mit seinem kaiserlichen Herrn nach Berlin zurüdkehrte.

Am 16. Juni 1871 riti er unmittelbar vor dem siegreichen Kaiser neben Bismard und Moltke in die jubelnde Hauptstadt ein. Am gleichen Tage erhob ihn sein König in den Grafen­stand mit dem Wappenspruch:

,, Aecht und recht in Rat und Tat." Mit diesen Worten hat sein greiser König aufs schönste ge­kennzeichnet seinen treuen Waffenmeister Albrecht von Roon.