Samstag, den 11. Januar 1929.
Büdingen. Die vor etwa 2½ Jahren gegründete Genossenschaft Oberhessische Obstwerte in Büdingen hat den damals so hoffnungsfroh beigetretenen Genossenschaftsmitgliedern eine schwere Enttäuschungen gebracht. Durch die ungünstige Obsternte im Jahre 1928 und auf größere Lieferungen abgeschlossene Verträge zur Herstellung von Apfelmarmelade mußte ausländisches Obst verarbeitet werden, wodurch die Kosten sich bedeutend steigerten. Das Unternehmen wurde vor wenigen Wochen von der Landesgenossenschaftsbank in Darmstadt übernommen. Die Sanierung der Genossenschaft machte es erforderlich, die Höhe des Geschäftsanteils, die bei der Gründung auf 100 M festgesetzt war jetzt auf 500 M zu bestimmen und das Mehr von 400 M pro Anteil von den Genossenschaftsmitgliedern unverzüglich einzuziehen. Zahlreiche Mitglieder der Genossenschaft, die ohnehin in schwerem wirtschaftlichen Ringen stehen, werden von dieser erhöhten Zahlungsverpflichtung empfindlich ge'roffen.
Vom Westerwald. Eine glückliche Gemeinde, die nicht mit finanziellen Sorgen sich umzutragen hat, ist Freirachdorf. Auch in diesem Jahre wieder wurde den Bürgern ein Weihnachtsgeschenk in Gestalt von 50 Rmt. zuteil.
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Ueberfall auf Tariführer.
Mannheim. Am Donnerstag abend mieteten drei gutgekleidete junge Leute im Alter von 22 bis 26 Jahren eine Auto
„ Gießener Zeitung"
Drei Millionen Arbeitslose in den Vereinigten Staaten.
Newyork, 10. 1. Der Präsident der amerikanischen ArbeitsFöderation teilte in einer Vorstandssitzung mit, daß es gegenwärtig in den Vereinigten Staaten mehr als drei Millionen Arbeitslose gäbe.
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15 000 Todesopfer der Kälte in China. Newyork, 10. 1.„ Associated Preß" aus Schanghai meldet: Die Nachrichten- Agentur Kuomin berichtet aus Peiping, daß in der Mongolei 15 000 Menschen infolge der herrschenden Kälte umtamen.
Winterarbeit der Feuerwehr.
Wenn ich nun auch in diesem Jahr wieder mit der Warnung komme: ,, Nur keinen Winterschlaf", so hat der vorige Winter gezeigt, wie notwendig dieser Hinweis war. Ich will auch in diesem Jahr diese Warnung wiederholen.
Bedeutende Fingerzeige hierzu bietet uns das neueste Werk von Branddirektor Petersen- Düsseldorf: ,, Die Auswirkung der außergewöhnlichen Frostperiode im Winter 1928-29 auf die Tätigkeit der Feuerwehren". Dieses Werk ist zum Preise von 2, Rmk. durch unsere Geschäftsstelle zu beziehen.
droschke zu einer Fahrt nach dem Karlsstern im Käferthaler gewissenhaft nachzusehen und auf ihre Leiſtungsfähigkeit zu prü
Wald. Kurz vor dem Ziel ließen sie halten, stiegen aus und fragten nach dem Fahrpreis, der mit 6 M genannt wurde. Einer der Burschen gab dem Chauffeur 7 M. Gleich daraus wurde der Kraftwagenführer überfallen und gefesselt. Die Burschen entflohen mit dem Auto; der Führer wurde von später des Weges kommenden Passanten befreit.
Einstellungssperre in Mannheim.
Mannheim. Die schwierige Finanzlage der Stadt macht einschneidende Sparmaßnahmen notwendig. Es wurde eine Einstellungssperre sür Beamte, Angestellte und Arbeiter verfügt und die Jnangriffnahme von Arbeiten, die neu zu beschaffende Darlehensmittel erfordern, einstweilen zurückgestellt. Da= gegen hat sich die Einstellung der bereits in Ausführung begriffenen Arbeiten sowie die beschlossenen Notstandsarbeiten nicht als notwendig erwiesen.
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Todesurteil in Karlruhe.
Karlsruhe. Das Schwurgericht hat den 21 Jahre alten Küfer Karl Bindl aus Kronau( Amt Breisach) wegen Mordes zum Tode verurteilt. Bindl hat am Abend des 31. Dezember 1928 ein faum 17jähriges Mädchen in den Kraichbach gestoßen, wo es den Tod durch Ertrinken fand. Er hatte mit ihr Bezie hungen unterhalten, die nicht ohne Folgen geblieben waren
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Koblenz. Hier donnern seit Tagen Granaten. Es sind die Blindgänger, welche die Franzosen zurückgelassen haben und die unschädlich gemacht werden.
Trier. In einem Café fand ein Angestellter eine Geldbörse mit 1000 M Inhalt, die er dem Besitzer ablieferte, wofür er die ,, fürstliche" Belohnung von 2 M erhielt.
70 Millionen Defizit in Berlin.
Berlin, 9. 1. Die Stadt Berlin hat einen Nachtragsetat für das Haushaltsjahr 1929-30 eingebracht. Dieser Nachtragsetat enthält eine Gesamtforderung von fast 70 Millionen Mark. Die Ausgaben sind um rund 47 Millionen höher geworden. Hiervon entfallen allein auf Wohlfahrtsausgaben 49 Millionen. Diese Wohlfahrtsausgaben sind also auch in Berlin der größte Posten im Nachtragsetat. Für das Unterstügungswesen werden allein 16 Millionen angefordert.
Zunächst zu den Geräten. Alle vorhandenen Geräte sind fen, damit das, was als schadhaft erkannt wird, sofort sachgemäß repariert und wieder hergestellt werden kann.
Da ist zunächst die alte gute Handdrucksprize, welche auseinanderzunehmen, zu säubern und leicht zu fetten ist, damit ein Einfrieren unmöglich ist.
Den Motorspritzen ist ein ganz besonderes Augenmerk zuzuwenden. Der Hauptwert wird hier besonders auf die frost freie Unterbringung der Motorsprige zu legen sein.
Die Schläuche sind gründlich zu reinigen, auf ihren Druck zu prüfen und gleichmäßig aufzurollen.
Die Leitern sind nachzuprüfen, evtl. Splitter sind zu entfernen und das Holz ist leicht zu ölen.
Die Fackeln, Laternen, elektrischen Lampen sind aufzufüllen, in Ordnung zu bringen und zurechtzustellen, denn sie werden im Winter mehr denn je gebraucht.
Die Beilpicken, sind zu schärfen, Spaten und Aerte leicht zu fetten.
Wo Wasserleitung im Drte liegt, ist Sorge zu tragen, daß die Hydrantendeckel gut eingefettet werden und stets frei bleiben. Auch ist darauf zu achten, daß die Hydranten nach jedem Gebrauch von Wasser entleert werden. Alle diese Anordnungen und Beobachtungen muß der Feuerwehrführer zur Bearbeitung unter die Kameraden verteilen und sich bei jeder Zusammenkunft berichten lassen. Hierdurch werden die Kameraden zur Mitarbeit herangezogen und gewinnen Lust und Liebe.
Das Gerätehaus ist auf seinen Bauzustand zu untersuchen, Türen, Fenster müssen gut verschließbar sein und das Dach darf keinerlei Schaden aufweisen, damit alles vor Regen und Schnee verschont bleibt.
Um auch im Winter die Schlagfertigkeit der Wehr zu prüfen, ist dringend notwendig, auch bei Frost und Schnee eine Angriffsübung abzuhalten. Wasser braucht bei diesen Uebungen nicht gegeben zu werden. Aber die Uebungsidee muß vollständig durchgeführt werden. Es ist deshalb ein genauer Plan aufzustellen, und mit den Kameraden vor wie nach der Uebung eine Besprechung hierüber abzuhalten. Eine Winterübung bringt immer viel Anregung und wird von den Kameraden gern gesehen. Wo es irgend möglich ist, sind auch im Winter von den Feuerwehren Leibesübungen abzuhalten. Es wird sich sicher auch in jeder Landgemeinde erreichen lassen, daß ein Saal oder ein großes Schulzimmer zu diesem Zweck kostenlos zur Verfügung gestellt wird.
Nr. 3.
Nun zur Verwaltungsarbeit. In den meisten Feuerwehren wird wohl die Hauptversammlung in den Wintermonaten stattfinden, da ja das Geschäftsjahr am vorteilhaftesten mit dem Kalenderjahr zusammenfällt. Durch Vorbesprechung ist diese Hauptversammlung gut vorzubereiten. Aus den Erfahrungen des verflossenen Jahres ist ein Tätigkeitsbericht abzufassen, aus dem dann die Erfordernisse für das neue Jahr festzustellen sind. Hierbei müssen an erster Stelle die laufenden Geldbedürfnisse errechnet werden und ist es von großer Wichtigkeit, daß einflußreiche Gemeindevertreter im Vorstande sizen, welche bei Aufbringung der Geldmittel hilfreich zur Seite stehen.
Die Verbandsbeiträge für Kreis- und Provinzialverband sind pünktlich abzuliefern.
Das Versicherungswesen ist zu ordnen und mit den Kameraden durchzubesprechen und zwar: Feuer- Unfall- Kasse, Haftpflichtversicherung, Pferdennfallversicherung und Sterbe- Kasse. Jede Feuerwehr müßte in unserer Feuerwehr- Sterbe- Kasse sein, damit auch den wirtschaftlich schwächeren Kameraden geholfen werden kann. Wir warnen dringend vor den sogenannten ,, Kameradenhilfen" oder ,, Umlagekassen", da diese ein Trugbild geben und die Erfahrungen erwiesen haben, daß den letzten ,, die Hunde beißen". Ich bin jederzeit gern bereit, nähere Auskunft über unsere Feuerwehrsterbekasse zu geben.
Zur Fortbildung der Kameraden müssen Vorträge ge= halten werden. Stoff hierfür ist in der ,, Hessischen FeuerwehrZeitung" und in der einschlägigen Literatur reichlich vorhanden.
,, Saure Wochen, frohe Feste". Niemand wird es den Feuerwehren verargen, wenn sie nach gewissenhafter Arbeit für das Wohl der Nächsten auch einmal ein Vergnügen abhalten. Auf keinen Fall vergesse man treue Kameradschaft zu pflegen. Ein Familienabend zum Weihnachtsfest und ein Kränzchen zur Fastnachtszeit wird die Zusammengehörigkeit und die Kameradschaft fördern.
Hierbei bitte ich aber, auf keinen Fall humoristische Vorträge halten zu lassen, welche den Feuerwehrmann oder die Tätigkeit desselben verhöhnen. Die Feuerwehr darf auf keinen Fall zu diesem Ulk die Hand bieten.
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Pflege und ernähre dein Kind richtig. Von Kinderarzt San. Rai Dr. M. Wollenweber, Verlag von Wilhelm Stellfuß Born Preis 0,75 Rmt. In gemeinverständlicher Weise werden hier Ratschläge von autoritativer Stelle für die so hochwichtige Frage von Pflege und Ernährung im ersten Lebensalter gege= ben. Ein Büchlein, das jede Mutter haben sollte, um danach ihr Kind zu behandeln.
Krankenpflege. Ueber Pflege und Ernährung der Kranken ( von Apotheker J. Kokorols) bringt der Verlag Wilhelm Stollfuß in Bonn ein kleines Schriftchen in der Sammlung„ Hilf dir selbst“ heraus. Preis Rmt. 0,75. Eine überaus volkstümliche Schrift, die über alles Wissenswerte der Krankenpflege wichtige Ratschläge erteilt.
Wie entferne ich Flecken aller Art? Verlag Wilh. Stollfuß, Bonn,( Preis Rmt. 0,75). Ein bewährtes Hilfsbüchlein für alle Hausfrauen bringt die Sammlung„ Hilf dir selbst" in neuer Auflage. Der Verfasser hat die erprobtesten Mittel in einer Form zusammengestellt, die es in jedem Falle ermöglicht, sich Rat zu verschaffen.
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Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen.
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