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Nr. 72.

Mittwoch, den 10

Mittwoch, den 10. September 1930...

herigen Ausgaben gesetzlich unterbunden werden. Die Haus: zinssteuer ist im Grunde nur eine Enteignung gewesen, weil sie einen großen Teil des Hausertrages und damit des Haus: wertes wegnimmt. Die Steuer muß daher vom Standpunkte des Privateigentums aus grundsäglich bekämpft weredn.

Frage: Die Realsteuern, insbesondere die Grundsteuer, lasten mit ihren überhöhten kommunalen Zuschlägen überaus schwer gerade auch auf dem mittelständischen Haus- und Grundbesitz. Eine Reform der Realsteuern ist seit Jahren von den jeweiligen Reichsregierungen geplant und auch vorbereitet worden, bisher blieb es aber immer bei Regierungsentwürfen. In welcher Weise glauben Sie, Herr Reichsminister, in der Frage der Realsteuersenkung den berechtigten Forderungen des Mittel­standes entgegenkommen zu können?

Reichsjustizminister Prof. Dr. Bredt: Es bleibt gar nichts anderes übrig, als den Gemeinden wieder ein Zuschlagsrecht zur Einkommensteuer zu geben, damit wieder jedermann in der Gemeinde an den Ausgabe- Bewilligungen und ihrer Deckung interessiert ist. Die neue ,, Kopfsteuer" mit ihrer Staffelung ist nur ein erster Ansatz in dieser Richtung. Die Höhe der heutigen Realsteuern ist in erster Linie darauf zurückzuführen, daß diese Steuererhöhungen bewilligt worden sind von Mehrheiten von Stadtverordneten, die selbst an der Tragung dieser Steuern nicht teilzunehmen brauchen. Ein Zuschlagsrecht zur Einkommen­steuer wird die Lasten auf alle Bürger legen und damit das rechte Verantwortungsgefühl in den Gemeinden wieder hochkom: men lassen.

Lokales.

Zur Reichstagswahl.

,, Gießener Zeitung"

Dinge von einer hohen Warte aus behandelte, fand ungeteilten Beifall.

Jubiläumsfeuerwehrfest.

Unter Beteiligung zahlreicher Feuerwehren aus ganz Ober­hessen und von Feuerwehrvertretungen aus den beiden anderen Hessischen Provinzen sowie aus den benachbarten preußischen Kreisen fand am Samstag und Sonntag die Feuer des 75jäh­rigen Bestehens der Freiwilligen Gailschen Feuerwehr und der Gießener Freiwilligen Feuerwehr statt. Im Anschluß an einen Fackelzug vereinigten sich die beiden Freiwilligen Feuerwehren am Samstag abend auf der Liebigshöhe" mit vielen Gästen zu einem Kommers, in dessen Verlauf Provinzialdirektgr Graef namens der Provinz Oberhessen und des Kreises Gießen den beiden Wehren Dank und Anerkennung für ihr bisheriges Wir­fen aussprach und zugleich im Auftrag der hessischen Staatsre­gierung eine Anzahl Auszeichnungen für langjährige treue Feu­erwehrdienste verlieh. Viele hessische und preußische Feuerweh­ren bekundeten ihre Wertschätzung für die beiden hiesigen Ju­biläums- Feuerwehren durch Ansprachen ihrer Vertreter und durch Jubiläumsgeschenke. Am Sonntag vormittag fand eine große Uebung auf dem Oswaldsgarten statt und der Nachmittag vereinigte alle in der Volkshalle.

Allen Wählern und Wählerinnen sei nachdrücklich einge­prägt: Die Reichstagswahlen am 14. September 1930 haben für das deutsche Volk eine Bedeutung, die an sein Lebensmark geht. Seit dem Ende des Krieges ist wohl kaum eine Wah! von so vitalem Einfluß gewesen für die deutsche Zukunft, ja, man kann sagen, für die Existenz des deutschen Reiches, wie gerade diese. Darum keine Wahlmüdigkeit, sondern lebhaftes Interesse! Man verfolge täglich genau die inner- und außer= politischen, sowie die wirtschaftlichen Tatsachen und Ereignisse, man bilde sich in aller Ruhe anhand des laufenden Materials seine eigene, persönliche Meinung, und man vergesse nie, daß das Wohl und Wehe des ganzen Staates in erster Linie maẞ­gebend ist für das Schicksal des einzelnen Bürgers. So kann ein jeder am 14. September an die Wahlurne treten mit dem stolzen und sicheren Gefühl, seine Staatsbürgerpflicht zu er­füllen nach bestem Wissen und Gewissen.

Wahlversammlung der Wirtschaftspartei.

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staltet vom 6. bis 11. Oktober in seinem Erholungsheim Orbis: höhe bei Zwingenberg an der Bergstraße einen Lehrgang für Leiterinnen und Helferinnen der Mädchenbünde.

* Dienststunden des Polizeiamts. Dienſtſtunden des Polizei­amts für den Publikumsverkehr ab 15. September ds. Js. sind von 8 Uhr vormittags bis 12% Uhr mittags und von 15 Uhr bis 17 Uhr nachmittags. Samstags von 8-12% Uhr mittags. Für Samstag- Nachmittags ist in der Zeit von 16½ bis 17 Uhr ein Eildienst eingerichtet, bei dem aber nur Anträge, die un­aufschiebbar sind, erledigt werden können.

* 5. Kongreß für Heilpädagogik. Die Gesellschaft für Heil­pädagogik veranstaltet vom 7. bis 10. Oftober 1930 in Köln den 5. Kongreß für Heilpädagogik. Der Kongreß wird über den neuesten Stand der wissenschaftlichen Forschung und der Praxis auf dem Gesamtgebiete der Heilpädagogik unterrich ten. Das ausführliche Programm ist durch die Geschäftsstelle der Gesellschaft für Heilpädagogik, München 9, Voßstr. 12, et hältlich.

* Mieten in staatlichen Gebäuden. Der hessische Finanz­minister hat angeordnet, daß in allen Städten und Gemeinden, in welchen eine Erhöhung der gesetzlichen Miete erfolgt ist, diese Erhöhung auch bei der Berechnung der Mieten für die Dienst- und Mietwohnungen in staatlichen und vom Staat ge­mieteten Gebäuden, Schulhäusern usw. zu berücksichtigen ist.

Die Deutsche Gesellschaft für Meeresheilkunde E. V. hält am 23.- 25. September 1930 unter dem Vorsiz von Heren Ministerialdirektor i. R. Wirkl. Geh. Obermedizinalrat Prof. Dr. Dietrich ihre diesjährige Jahresversammlung in Westerland auf Sylt ab.

* Ein beachtungswerter Rat. Der praktische Arzt Dr. Hind­hede, der während des Weltkrieges Dänemark als Ernährungs­minister erfolgreich beraten hat, gab kürzlich in einer auf Fünen abgehaltenen Versammlung den jungen Mädchen folgenden Rat: ,, Wenn ihr alt aussehen und jenen modernen schlaffen Mädchen­gestalten gleichen wollt, die sich nicht zum Heiraten und Kinder­bekommen eignen, so müßt ihr rauchen!"

* Vieheinfuhrverbot nach Hessen. Nach einer Bekannt­machung des hessischen Innenministers gelten die Gebiete Mecklenburg- Schwerin, Mecklenburg- Strelitz, Lübeck, der Lan­desteil Lübeck, Anhalt, die preußischen Regierungsbezirke Pots­dam, Stettin, Köslin, Breslau, Magdeburg, Schleswig, Hanno­ver, Hildesheim, Lüneburg, Stade, Kassel, der bayerische Re­gierungsbezirk Schwaben, sowie der württembergische Donau­kreis bis auf weiteres als stark verseucht im Sinne der Anord­nung vom 13. Januar 1928. Alles aus diesen Gebietsteilen nach Hessen eingeführte Zucht- und Nutzvieh( Rinder, Schafe, Schweine, Ziegen) unterliegt demnach der fünftägigen Abson­derung nach Maßgabe der in der genannten Anordnung gege= benen Vorschriften.

Am Montag abend hatte die Reichspartei des deutschen Mittelstandes( ,, Wirtschaftspartei") zu einer Wählerversamm­lung in das Caffee Leib eingeladen, in der Prof. Dr. Hor­neffer, der Spitzenkandidat für Hessen über das Thema ,, der Hunger kommt" sprach. Die gegenwärtigen Verhältnisse sind die Folgen des Krieges, der Niederlage, des Umsturzes und der 10jährigen Herrschaft der Sozialdemokratie, die alle Entscheidungen im Reich und in der Verwaltung der Einzel­länder maßgebend beeinflußte. Die große Aufgabe der nächsten Zeit ist die Wiederaufrichtung der Privatwirtschaft. Die gro­Ben politischen Entscheidungen müssen gelöst werden durch Ab­kehr von den weltanschaulichen Parteien durch eine berufs­ständische Politik. Wir fordern eine erbarmungslose Einspa­tung und die Beseitigung aller Gesetze, die die freie Wirtschaft hemmen. Wenn das nicht erreicht wird, wenn die Zahl der Arbeitslosen immer mehr zunimmt, dann kommt der Hunger. Darum, deutsches Bürgertum, erwache. Der Vortrag, der die

Flurnamen der Gemarkung Beuern.

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Von Wilhelm Arnold Beuern. 1. Fortsetzung.

* Eine ,, Reichs- Schuhwoche". Vom 11. bis 17. September wird der Schuhhandel in seinen Läden, in der Oeffentlichkeit, in Wort und Bild um Aufmerksamkeit für den Wert guten Schuhwerks werben. Die Reichs- Schuhwoche wird unter der Devise stehen: Ein neues Wort gilt heute: Schuhe machen Leute!"

Straßensperrung,

Ergebn

2013

Gefellschaftsspiele: VFB. Gießen Spogg. 1900 6 Tura Kaffel VFR. Kaffel Spogg. Götting Spfr. Warburg Bezirksliga, Gruppe FB. Odershaus Hermannia Ka Germania Ful 9 Bezirksliga, Gruppe FC. Großalmer FC. Grone 1. Bezirksklasse, Grup 1900 Gießen Wetlar Frohnhausen Germania Ma Gruppe Fulda: Elm- Alsfel Bebra Lauterbach Gruppe Kaffel: Sportfreunde S Gruppe Südhanno Spyr. Einbed BFB. Northeir Holzminden Wizenhausen 2. Bezirksklasse: Weilburg 1. Laubach Burg 1.

Sch.

mitgeteilt vom Oberhessischen Automobilclub E. V.( A. v. D.) Die Provinzialstraße Londorferstraße in Grünberg" wird ab 15. September 1930 für jeglichen Verkehr gesperrt. Um­leitung erfolgt zunächst über Ortsstraßen, später über Stangenrod- Lehnheim.

* Der Hessische Landesverein für Innere Mission und Landesverband der Inneren Mission in Hessen gedenken in die­sem Jahr ihre Jahresversammlung am 26. und 27. Oktober in Erbach und Michelstadt abzuhalten.

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Lehrgang für Leiterinnen hessischer Mädchenbünde. Der Verband der evangelischen weiblichen Jugend in Hessen veran­

Wähle

die Marke Büdo

Schuhpflege Bodenpflege Metallputz

Die Straßensperre Ortsdurchfahrt Laubach" wird ab 7. Sep­tember 1930 aufgehoben.

Die Straßensperre Hartmannshain September wieder aufgehoben.

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Gedern" wird ab 10.

Ermäßigung der Einkommensteuer bei außergewöhnlichen Belastungen.

Liegen Verhältnisse vor, die die Leistungsfähigkeit des Pflichtigen wesentlich beeinträchtigen, so kann bei der Ver­anlagung der Einkommensteuer eine Ermäßigung oder Erlaß dieser Steuer eintreten. Das Gesamteinkommen des Pflichtigen darf aber 30 000 RM nicht übersteigen. Als Verhältnisse dieser Art gelten insbesondere außergewöhnliche Belastungen durc Unterhalt oder Erziehung einschließlich der Berufsausbildung der Kinder, durch gesetzliche oder sittliche Verpflichtung von mittellosen Angehörigen, auch wenn sie nicht zum Haushalt des Pflichtigen zählen, weiter Krankheit, Unglücksfälle usw.

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Der Reichsfinanzhof ist in seiner Rechtsprechung für die Anwendung dieser Ermäßigungsvorschriften nicht kleinlich vers fahren. So kommt u. a. in einem Urteil vom 26. Februar 1930 VI A 912/29 zum Ausdruck, daß auch die Kosten für die Berufsausbildung von Geschwistern durch Ermäßigung der Einkommensteuer Berücksichtigung finden. Wenn z. B. eine Schwester die Kosten für das Studium ihres Bruders bezahlt, so bestreitet sie damit auch seinen Unterhalt; denn gerade beim Unterhalt erfordert das Studium den Hauptteil der Kosten. Die sittliche Verpflichtung zum Unterhalt mittelloser Ange­höriger ist wie oben erwähnt gesetzlich als Ermäßigungs­grund ausdrücklich anerkannt. Da ferner die Ermäßigungs­gründe im§ 56 EStG. nicht abschließend aufgezählt sind, und er ganz allgemein verhindern will, daß der Pflichtige von der Einkommensteuer über seine steuerliche Leistungsfähigkeit hin­aus betroffen wird, können auch Ausgaben von Pflichtigen, welche Geschwistern das Studium ermöglichen, als außerordent­liche Belastung zu einer Ermäßigung der Einkommensteuer füh­ren, wenn die steuerliche Leistungsfähigkeit dadurch beeinträch tigt worden ist.

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Dillenburg

Niederscheld Marbach­Gladen bach Funtenberg Wommelshause

Gau Gießen Weglar:

Unterhalb der Grube führt ein Wiesengrund die Benen­nung ,, Esp", gekürzt aus Espich Espengestrüpp ,,, Esp" in der Reinhardsh. Gemarkung ,,, Asbusch"( fälschlich Eichbusch) in der Alten- Busecker Gemarkung. In der Nähe liegt die ,, Geh­matswiese"( Schreibart 1773,, Gaimat"). Sicher schält sich hier die ursprüngliche Namensgestalt Girmeßwiese" heraus( mund­artlich: Giämetswiese). Daß Girmeze eine sumpfige Tiefstelle bezeichnet, bestätigt sich hier ganz besonders, da noch jetzt Spu­ren einer solchen bemerkbar sind. Eine teilweise Entsumpfung ist durch die Fassung einiger Quellen und ihrer Zuführung in die Wasserleitung des Orts erreicht worden. An die, Geh­metswiese schließt sich die Pfingstweide" an. Hier wurde in früherer Zeit, als die Viehhut noch eine große Rolle spielte, am 1. Pfingstfeiertage früh das Vieh zum erstenmal ausgetrieben und dabei tapfer gezecht. Wer zu spät kam, wurde gehänselt, war der Pingstlümmel". Eine spätere Pfingstweide war am Sonnenberg, oberhalb der Mönchmühle. ,, Mönchweide" in der Nähe, wie Mönchbaum", Mönchwald,-mühle, wiese", er innern noch an ehemalige klösterliche Besitzungen. Steinbühl": Bühel, Buckel, stärkerer Hügel, Steinbühl in der Großen- Bu­secker Gemarkung, desgl. bei Nürnberg, Bollenbach und vielen anderen Orten. Weiter aufwärts: Am Schlagacker". Hier, an der einzigen Durchfahrtsstelle nach dem benachbarten ehemals furhessischen Treis, befand sich einst eine 3ollschranke. In den kirchlichen Zinsregistern( 1773) wird das davor liegende Pfarr­grundstück als Acker beim Schlag" bezeichnet.( Melch. Linden­struth tommt noch im vorigen Jahrhundert als Zöllner vor, früher noch erscheint Kaspar Stein als hess.- nass. Zöllner.) Be­sagtes Pfarrgrundstüd wird von der Fünfhäuser Hohl" durch­schnitten. Unterhalb derselben: Die Gilbach", ursprünl. ein klei nes Wasserflüßchen, dessen Name, wie eingangs schon erwähnt sich auf das umgebende Gelände übertragen hat. Seine Benen nung rührt daher, daß es in früherer Zeit schlammiges Wasser

eine Anzahl von Hünengräber birgt, und dem ,, Krappennickels" eine steil abfallende Bergwand, die mit den Abhängen des Struthberges eine rundliche, muldenartige Vertiefung, die Grube" genannt, einschließt. Nach Ansicht des Prof. Sireng zu Gießen befand sich hier in den Urzeiten ein Kratersee von be­deutender Tiefe, der sich in ungeheuren Zeiträumen durch Ab­lagerungen von tierischen und pflanzlichen Gebilden auffüllte und die jetzt sogen. Kieselgur bildet. Diese tritt an einer ge­ringen Stelle zu Tage, wodurch sie, beim Schürfen nach Braun­kohlen, von hiesigen Bergleuten um 1880 entdeckt wurde, ver­breitet sich aber in Kesselform nach den umgebenden Höhen hin und hat, soweit bis jetzt( 1920) festgestellt wurde, eine Mächtig­feit von einigen 20 Metern. Sie wird bedeckt und durchzogen von Kohlenschichten, die zum Teil mulmartig sind und von weichen Pflanzenmassen herrühren, teilweise aber auch Reste von Harthölzern( wie es scheint von Weiden, Sahnen oder Espen) einschließen. Sehr beachtlich ist auch die, die Oberfläche bedeckende Tonschicht, in welche ebenfalls Reste von Baum­stämmen eingelagert sind, und zwar einzeln, kreuz und quer, so daß es den Anschein hat, als seien dieselben vorzeitlich durch gewaltige Fluten mit der gelösten Tonmasse angeschwemmt wor­worden. Ob man es nun hier mit einem wirklichen Kratersee zu tun hat, kann ja wohl noch nicht ganz einwandfrei festgestellt werden, aber ein gewaltiger Tiessee war es, der wie die beson­ders in den unteren Schichten der Kieselgure sich vorfindenden Abdrücke bewiesen, von Fischen und anderen Lebewesen bevöl­kert war. Was nun die Masse des Kieselgur selbst anbetrifft, so ist von den Wissenschaftlern schon viel darüber gestritten wor­den. Früher nannte man sie Infusorienerde, weil man an­nahm, daß es die Ablagerungen der Kalke oder Kieselpanzer von winzig kleinen, tierischen Lebewesen, den Infusorien, sei. Neuerdings räumt man aber auch der Pflanzenwelt einen we­sentlichen, wenn nicht den Hauptanteil an ihrer Bildung bei. Vornehmlich sollen hier verschiedene Algenarten( Diatomeen) in Betracht kommen.

Bei ihrer Ankunft war er im Begriff, sich zu enikleiden und sich niederzulegen, in der Meinung, er sei zu Haus. Hier endete auch der betrunkene J. L. aus Beuern in einer falten Aprilnacht. Aus der Niederung des Siegens steigt eine steile Bergwand ,,, der Hängil( mundartlich Hinkil") empor, die dem dahinter liegenden, bis in die Gemarkung Großen- Bused sich ausdehnenden großen Gemarkungsteil, den Namen gab. Wen­den wir uns nun nordwärts, so gelangen wir in die ,, Gräben", alte Wasserrinnen, und von da auf den Eselspfad und den alten Alten- Busecker- oder Gießener Weg. Der Flurname Esels­pfad" hält die Erinnerung wach an jene romantischen Zeiten, wo das arme Langohr, schwer beladen, stundenweite Wege in seines Herrn Dienst stapfen mußte, ohne besonderlichen Dank zu ernten. Die engere Benennung ,, auf der Landwehr"( mund­artlich früher ,, Ladwehring") soll dagegen erst in neuerer Zeit geprägt worden sein und nach glaubwürdiger Ueberlieferung nicht eine ehemalige Wehranlage, sondern nur den Uebungs­platz jener, nach den Freiheitskriegen eingerichteten und von 1814 bis 1818 bestandenen militärischen Organisation ,,, die Landwehr", bezeichnen. Etwas aufwärts haben wir den höch sten Punkt an der Westgrenze unserer Gemarkung erreicht, das mit den Großen- Buseckern gemeinsam ,, am scheelen Kirschbaum" benannie Gebiet. Von hier aus überschaut man links das ge= samte Stirnfeld" und darüber hinaus in weiter Ferne be­grenzt unsern Gesichtskreis das wundervolle Hochgelände des Vogelsberges, von der Ulrichsteiner Höhe, südlich über den Taufstein und Hoherodskopf hinweg sich ausbreitend. Die Gegenüberseite zeigt den Dünsberg und andere Höhen. Destlich umjäumt wird das Stirnfeld von dem Struthwald" ³, der noch

3 Struth( althochdeutsch Struot- Wald) findet sich einzeln und in Zusammensetzungen, wie Lindenstruih, Altenstruth usw. ungeheim häufig in der Provinz.

* Nickel, steiler Abhang( althochd. hnigan). Von neigen. In der Gemarkung fommt noch eine Nickelskaut" vor. Vgl. ,, Nad" oder Näckchen" auf dem Hunsrück. Man beachte auch Naden Rücken und die volkstümliche Benennung der weib­lichen Brüste: ,, die Nickel".

5 Die Kieselgure wurde im Tagebau gefördert. Das Ge­lände wurde s. 3t. von einem gewissen Wildenhain zu Gießen von der Pfarrei um 10 000 Mt. für 10 Morgen erworben, ging dann in den Besitz des Gießener Herrn Wilson über, Sohn des früheren dortigen Bergwerksdirektors W. Später hat eine Mannheimer Gesellschaft das Werk übernommen. Die Auf­schlüsse sind, besonders für den Geologen, sehr von Belang.

" Früher Lehnsgut, den Herren v. Schwalbach gehörig. Es wird erzählt, daß dasselbe samt dem Mönchwald und dem sogon. Hinkelacker, der Gemeinde um die Summe von 9000 Mt. zum Kauf angeboten war. Man habe sich aber nicht gleich entschließen können und so sei das schöne Besitztum in fremde Hände übergegangen. Weiter will man noch wissen, daß auch die Selbstsucht und der Eigennutz einiger Gemeindeglieder eine Rolle dabei gespielt hätten, die sich lieber selbst den Erwerb

gegönnt hätten.

Weglarer Sp Weilburg 2. Laubach 2. SV. Harbach Quedborn 1.

Bijfenberg 1

Nauborn 1.

Schwalbach

Stochaujen

Burgjolms

Oberbiel 2.

Merenbach

Hermannite

Weglarer G

Niederbiel 1 Weklarer S

beide n Lohnberg

SV. Harbo

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Gau Dill:

Herborn 2

Dillenburg

Dillenburg

Nanzenbad

Medenbach

Würgendor

Dillenburg

Gau Marburg:

Odershau Germania

zu Tal führte

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Jauche, Pfu

für Miststätte; G

Wenden wir uns

alten Allendorfe begegnen uns di Seg". Eriterer Untultur, letter

eine Heege als tracht, vielleicht

Von hier aus waldumjäumter Sinnrod". Vo

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mit Abgaben nia mehr gebräuchlich. über die Hagenba erblich wie ein be anderer Stelle

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