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Mittwoch, den 9. Juli 1930.

Mutterlande in einem langen Jahrzehnt. Ihnen verdanken wir die Wiedergeltendmachung des Ausspruchs eines Ernst Moritz Arndt vor mehr denn 100 Jahren:

Gießener Zeitung

* Ein Negerdorf. Wir werden in den nächsten Tagen Ge­lagenheit haben, endlich einmal wieder ganz reine, unver­fälschte und doch nach modernsten Gesichtspunkten zusammen­

,, Der Rhein, Deutschlands Strom, aber nicht Deutschlands gestellte Circuskunst genießen zu können. Der Riesencircus Grenze.". Auf zum Rhein!

Lokales.

800- Jahrfeier auf dem Schiffenberg.

Am Samstagabend und Sonntagnachmittag fand unter Beteiligung von zahlreichen Besuchern aus nah und fern die 800- Jahrfeier der Gründung des ehemaligen Klosters Schiffen­berg statt. Am Samstagabend wurde zur Erinnerung an den bekannten Kulturhistoriker Wilhelm Heinrich Riehl eine Ge­denktafel am Hauptgebäude des Schiffenbergs eingeweiht.

Der Sonntag brachte nach einem Massenchor der vereinig ten Gießener Gesangvereine die Begrüßungsansprache des Vor­sitzenden der Heimatvereinigung Schiffenberg, Forstrats Niko= I aus. Anschließend sprachen Landesforstmeister Hesse na­mens der hessischen Staatsregierung als Eigentümerin des Schiffenbergs und der Hessischen Obersten Forstverwaltung, so­wie Beigeordneter Dr. Hamm für die Stadt herzliche Grüße und Glückwünsche. Das Festspiel brachte in lebendigen Bil­dern die Hauptereignisse aus der 800jährigen Geschichte des Schiffenberges.

* Fünf- Rentenmark- Scheine. An einzelnen Stellen ist die Meinung aufgetreten, daß die Fünf- Rentenmark- Scheine un­gültig seien. Dies trifft nur zu, hinsichtlich der Fünf- Renten­mart- Scheine mit dem Ausfertigungsdatum vom 1. November 1923, die ein Kopfbildnis nicht tragen und die am 20. Sep­tember 1926 aufgerufen sind. Dagegen sind die Fünf- Renten-| mart- Scheine mit dem Kopfbildnis eines Landmädchens nach wie vor vollgültige Zahlungsmittel.

* Einkommen- und Körperschaftssteuer. Wer der Auffor­derung des Finanzamts, eine Steuererklärung abzugeben, nicht nachkommt, hat zu gewärtigen, daß das Finanzamt ihn ,, einschätzt". In diesem Falle hat der Steuerpflichtige den Nachteil, daß ihm der ordentliche Rechsmittelweg bis zum Reichsfinanzhof verschlossen ist; es ist ihm nur die Beschwerde beim Landesfinanzamt möglich.

* Fundsachen im Monat Juni 1930. Das Verzeichnis über die im Monat Juni 1930 gefundenen bezw. abgelieferten Gegen­stände fann an der Anschlagtafel im Flur des Polizeiamts, Landgraf- Philipps- Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangs­berechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte inner­halb zwei Monaten beim Fundbüro während der Dienststunden geltend zu machen.

* Von der Universität. Der ordent. Prof. für Alte Ge­schichte, Dr. Rich. Laqueur, hat den an ihn von der Universität Tübingen zum 1. Oktober ds. Js. ergangenen Ruf angenom

men.

*

Oeffentliche Versammlung. Der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund veranstaltet heute abend, 8.30 Uhr, in der Turnhalle am Oswaldsgarten eine Versammlung, in der der Nationalsozialist Werner von Frankfurt über das Thema ,, Faschismus und Nationalsozialismus" sprechen wird.

Der Kampf um Guillemont.

Von Otto Ahrends, gef. an der Somme am 26. 11. 1916. Am 29. August, da fängt der Tanz früh an. Punkt 9 Uhr krachen die Schweren und schlagen über unseren Köpfen herum, daß man ganz irr wird in seinen Gedanken. Keiner kann hin­aus. Schon der Flieger halber. Die kreisen zu mehreren un­ermüdlich über unserm Käfig, ganz niedrig, und wo sie etwas erspähen, schlägt, durch ihren Zuruf geleitet, das schwere Ar­tilleriefeuer alles zu Boden. Oder sie jagen den sich Bewegen­den mit ihrem knatternden Maschinengewehr. So machen sie Jago auf unsere Meldegänger, die in ihrem eiligen Lauf durch spritzenden Kugelregen aus der Luft erschrecken werden. Hin­legen, Bewegungslosigkeit das einzige Mittel. Erheben sie sich nach kurzer Zeit, sigt ihnen gleich der riesenhafte Raub­vogel wieder im Naden. So verschwindet mancher in einem Erdloch, und nie kommt eine Kunde von ihm wieder. Wir müs­sen immer wieder die Zeltbahnen vor unsern Stolleneingang ziehen, um unsere Höhle den Augen dieser Späher nicht zu ver raten. Und doch hat einer uns wohl erkannt, denn jetzt tanzt ein wildes Feuer einen Ringelreihen um unsern Eingang, nur der Kernschuß fehlt noch, der alle zudeckt für immer. Ver­schüttete kommen, ringen nach Luft und bitten um einen Plaz. Eine unheimliche Fülle drängt sich in diesem engen Raum zu­fammen, eine schreckliche Size verbreitet sich, jeder Schritt triit auf einen Menschenleib. Und dazu der Durst. Dieser un­heimliche Durst Der ist noch schlimmer als Granaten. Die meisten sprechen schon gar nicht mehr, um ihn nicht zu ver­größern. Wieder kommen Verwundete, die Treppe klebt von Blut, und dazu immerwährend dies furchtbare Hämmern. Was wir an Getränk noch haben, trinken gierig die Verwundeten. Was soll heute abend werden, wenn feine neue Zufuhr kommt. Dazu von allen Seiten der Schrei: Bringt uns zu trinken, wir fönnen nicht mehr!"

Jeder Mann an der Treppe Spaten in die Hand!"

Aus Vorsicht, wenn wir eingeschossen werden. Und es dauert nicht lange, da schlägt mit einem Bombenkrach eine schwere Erdscholle in den Eingang das Tageslicht verschwindet. Ein unerschütterlicher Witbold ruft: Wer wirft da mit Mar­melade?"

,, Ausschaufeln, wollt ihr wohl machen!" Die Spaten flie­gen, allmählich dämmert das Licht. Draußen tobt der Gra= natensturm, Treffer auf Treffer in unmittelbarer Nähe. Die Sache wird unheimlich. Ich nehme die Leuchtpistole, drei weiße Kugeln zischen aus dem Eingang. Leuchifugeln sind unsere Sprache in der Not. Für die Artillerie. Dahinten irgendwo steht einer, der ausschaut nach den Notsignalen. Drei weiße Sterne heißt: Gebt uns Entlastung, feuert wieder, schießt, wir werden hart bedrängt" Steigt aber eine rote Kugel in die Höhe, so reißen 100 Hände auf einmal am Abzug der Geschütze, und wie Werwölfe rasen unsere Lagen zu den Gegnern.

Das ist Sperrfeuer.

Auch jetzt antwortet unsere Artillerie stärker, aber mit un­verminderter Kraft schießen die Engländer. Zum zweiten Male, zum dritten Male poltern schwere Erdmassen in unsere Tiefe, und überall rudt und zuckt es von den gewaltigen Explosionen. ,, Maschinengewehr klar?" Jawohl. Alles in Ordnung."

Wir stehen in unsern Stahlhelmen oben am Eingang. Es ist 5 Uhr nachmittags. Das ist die kritische Stunde. Jede Minute springt einer hinaus in den Höllenbrand, wir müssen sehen, was da vorgeht. Leutnani Leuschow, der Gewehrführer. und ich wechseln uns ab. Jetzt raus. Umgegudt. Nichts. Mit einem Sag hinein. Immer Ruhe, immer abpassen, selbst im Trommelfeuer sind noch Eisenlücken! Und dieses Spiel eine Stunde, immer wieder, immer wieder. Wir lassen uns von euch Engländern nicht überraschen.

Drei rote Leuchtpatronen stecke ich zu mir. Aus Vorsicht.

Barum fündigt für die nächste Zeit ein kurzbefristetes Gast­spiel in den Mauern unserer Stadt an. Circus Barum kommt mit seinem vollkommenen, ungeteilten Programm, mit seinem gigantischen Viermasten- Zelt, das sechstausend Besucher faßt, mit seiner unvergleichlichen Tierschau, mit seinem Massenauf gebot von erstklassigen Artisten aller Nationalitäten. Seine größte Sensation aber ist vielleicht seine großartige Völker­schau: Barum bringt ein ganzes Negerdorf nach hier. Vor seinem Eintreffen werden die Kunstflieger Barums ihre Sturz­und Schleifenflüge über Gießen vollführen, eine Art Hohe Schule im Doppeldecker", die gleichzeitig ein hyper- modernes Reklamemittel und eine hochklassige Circuskunst in ihren Spitzenleistungen bieten und dabei oder daneben eine Revue der Welt, eine Parade der Völker unserer Erde geben. Die­ses Programm wird sicher auch in Gießen Sensation erregen.

Aus Rah und Fern.

Alten- Buseck( Kt. Gießen). Der Gemeinde- Voranschlag liegt eine Woche zu jedermanns Einsicht auf der Bürgermeisterei offen.

Ulrichstein. In der Gastwirtschaft zur Traube", hier, wurde an einem der letzten Sonntage den jungen Gesellen, die sich den vorausgegangenen Handwerkskammerprüfungen unter­zogen hatten, die Gesellenbriefe überreicht. Zu dem feierlichen Afte hatten sich eingefunden: die Junggesellen, die Eltern, die Vorsitzenden der verschiedenen Vereine, ferner Bürgermeister Appel- Ulrichstein und der Syndibus der Kammer- Nebenstelle, Dr. Reif. Der Vorsitzende des hiesigen Ortsgewerbevereins, Schuhmachermeister Schott, begrüßte die Erschienenen und gab die Zahl der Prüflinge bekannt. Hierauf überreichte der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Buchbindermeister Kim- pel, die Diplome. Den Gesellenbrief erhielten: Schindler­Otto Hansel, Helpershain und Karl Korell, Ulrichstein; Schrei­ner: Otto Röder, Sellnrod und Karl Wingerfeld, Boben­hausen II; Metzger: Engelbert Traut, Herbstein und Otto Eimer, Groß- Eichen; Maurer: Heinrich Schmelz, Ulrichstein; Mühlen­bauer: Wilhelm Weber, Wohnfeld; Schneider: Heinrich Gün­ther 9., Köddingen; Schmied: Otto Seipel, Ulrichstein. Ein ge= mütliches Zusammensein beschloß die Feier.

Evangelische Kundgebung in Lauterbach. Lauterbach. Die 87. Hauptversammlung des Hessischen Gustav- Adolf- Vereins in Lauterbach gestaltete sich zu einer großen Rundgebung für den evangelischen Glauben.

Paratyphus in Darmstadt.

Darmstadt. Im Elisabethenstift sind nach dem Genuß von Grießpudding 50 Patienten erkrankt. Bisher sind drei Todes­fälle zu beklagen. Der weitaus größte Teil der Erkrankten be­findet sich auf dem Wege der Besserung.

Die Braut ermordet.

Erbach i. Odw. In der Nacht auf Montag wurde die

Handgranaten liegen an der Treppe. Es kann losgehen, Aber nichts kommt, nur das Artilleriefeuer wütet weiter. Blutüber­strömte taumeln vorüber. Verschüttete klettern zu uns herunter. ,, Eingang freibleiben, immer gefechtsklar!" Und wieder springen wir in den Krater und sausen zurück. Wie lange ge­lingt das noch?

uns.

at du noird es ganz dunkel, ein Gewitter flammt über

Schwarz wird der Horizont, eine gelbe Lücke steht wie eine Brandfacel am Himmel. Eine Regenböe flammt über das Gelände. Das Feuer läßt nach.

,, Verwundete und Verschüttete raus," schnell die Pause be­nuzen. Alles, was nicht gefechtsfähig ist, wird abgeschoben. Wir stehen in einem Krater und äugen über die zerwühlte Ebene.

,, Links rote Leuchtrakete", schreit einer.

Maschinengewehr heraus, zum Donner wollt ihr machen!" Wie die Panther springen die Kerle mit dem schweren Ge­wehr heraus. Einfach tadellos. Ich lade rote Leuchtrakete. Noch nichts zu sehen. Links prasselt ein Maschinengewehr. Ein Augenblick unheimlicher Spannung. Wo kommen sie? Links wieder rote Leuchtraketen."

Das ist bei der Kiesgrube, da liegt die erste Kompagnie. Die wird schon machen. Machte auch. Wie wir nachher hör­ten, waren die Engländer ganz dicht vor ihren Stellungen, aber sowie sich einer zum Handgranatenwurfe erhob, saß ihm eine Kugel von unseren Leuten schon im Leibe. Und die feind­lichen Maschinengewehre kamen nicht zum Schuß. Da haute jetzt unsere Artillerie gewaltig dazwischen.

Wir aber im Ungewissen, stehen und warten. Aus jedem Granattrichter ragt der trotzige Stahlhelm. Ein Bild aus dem Mittelalter: Die Burgverteidiger"."

Der Delville- Wald taucht aus dem dunstigen Schleier auf, wie ein schwarzes Meer brandet die zerwühlte Ebene heran und schlägt an unsere Feste, im flammenden Gelbrot glüht der Him­mel. Dazu unsere famosen Kerle, jeder in der höchsten Span­nung, den Gegner hervorbrechen zu sehen, dabei jetzt wieder ein Ueberfall pfeifender, sausender Geschosse. Trotz alledem ein wundervoller Augenblick. Der Tod nimmt selbst den Bogen in die Hand und spielt dem Leben auf, und wie die höchste Lebensspannung die stärksten Energien schafft, wie die größten Gegenjäze, Leben und Tod, so unmittelbar sich gegenüberstehen. wird alles zu einem wilden Rhythmus, ja zur Musik, zu einem wilden Rausch von Seligkeit und Lust.

Die Engländer kommen nicht. Da sie links schon angehal­ten wurden, wagen sie sich bei unserer zurückspringenden Ecke nicht heran. Nur das Artilleriefeuer verdoppelt und verdrei­facht sich. Wir nehmen unseren Springpostendienst wieder auf und sind von neuem auf der Wacht. Gerade fragen wir un= seren draußen lugenden Posten, Butenschön heißt er: Gibt's was zu sehen?" da stürzt er schon mit hochgehobenen Armen auf uns zu. Verwundet. Wie ich ihm den Kopf halte, ist er schon tot.

,, Neuer Posten raus!"

Von links wird gerufen: Maschinengewehr verschüttet!" ,, Der Posten der 5. Kompagnie ist gefallen." ,, Neuer Posten raus!

Unser Maschinengewehrposten kommt blutend zurück. Auch schon wieder verwundet.

, Neuer Posten raus!"

So geht's immerfort. Nerven behalten. Ruhe. Punkt 8 Uhr abends links wieder rote Leuchtraketen. Sperrfeuer setzt ein. Mit einem Rud steht das Maschinengewehr an seinem Play in irgendeinem Trichter. Schon wieder ein neuer Trich­ter, die ganze Gegend ist wieder umgepflügt in den zwei Stunden. Links fnattern Schüsse. Es wiederholt sich dasselbe vom Nach­mittag. Bei uns wird's wieder nichts. Mit der Dunkelheit wird es etwas ruhiger, für heute ist das Schauspiel aus. Aber

Nr. 54

Gendarmerie nach dem sogenannten Blechgraben gerufen. Do hatten Passanten die Leiche der 29 Jahre alten Dina Flechsen haar aus Michelstadt gefunden. In der Nähe saß ihr Bräuti gam, der 21 Jahre alte Georg Konrad aus Erbach. Diese hat zugegeben, die Flechsenhaar im Verlauf eines Streites ge würgt zu haben. Er will aus Eifersucht gehandelt haben. Trachtenfest in Marburg.

Mittwoch, den 9

Nun das Rhein Poilu feinen Weg gebeten vor zwölf J Stimme die etzener ift es eine Ehrenpfli Schwestern und Bri ften Dank zu entbie Denn sie, die G allererster Linie gen Fremdherrschaft zu Reimzellen und Mi Standes, jah Eroberu zentren der Abwehr

Der Marburger Schloßpark erstrahlte in seiner ganzen Schönheit und stellte dem Schlußtag der Festspielwochen einen prächtigen Rahmen. Um die Mittagsstunde nahm das Fest sei nen Beginn. Etwa 2000 Menschen sammelten sich im Schloß parktheater, das für diesen Tag dem hessischen Lied und dem Volkstanz und der mundartlichen Dichtung gehören sollte. Ein Schwälmer Brautzung eröffnete den Reigen der Veranstaltungen Voran die Musik echte Schwälmer Kirmesmusik. Hinter ihnen schreitet die Braut, von zwei weißgekleideten Braut führern geleitet. Dann kommt der Bräutigam, den die Braut: jungfern führen, und schließlich der Gäste große Schar. Die blonden Mädels mit Rotkäppchen und und einer Anzahl sich bauschender Röcke, die Burschen mit flotten, pelzverbrämten Tschakos und wehenden Kitteln. Ein entzückendes Bild. Die Glocken läuten; Böller knallen gen Himmel. Das Hochzeits: fest beginnt. Ein alter Schwälmer spricht. Braut und Bräu­tigam heben das erste Glas an die Lippen, das klirrend am Boden zerschellt. Ein frommes Lied erschallt. Dann schreitet das junge Volk zum Tanz. Ein Rheinwalzer, ein Polka­Mazurka, dann der vom Publikum mit rauschendem Beifall begrüßte Schwälmer Tanz. Die Mädchen drehen und beugen sich, daß die 18 Röcke im Winde fliegen. Die Burschen führen sie geschickt zum Takt der Schwälmer Weisen. Auf die Schwäl mer folgen die Erksdorfer Mädels, von ihrem Lehrer Grune wald geführt, mit entzückenden uralten Volkstänzen, die sie selbst mit Mandoline und Gitarre sehr hübsch zu begleiten wissen. Lange rote Gewänder mit bunten Borten tragen sie. Darüber grüne und blaue, reich bestickte Brusttücher; und ihre Tänze haben etwas wie Erinnerung an das Rokoko mit seiner leichten, schwingenden Behendigkeit. Im Anschluß an die Tänze der Erksdorfer Jugend sahen wir e hessisch Stickche", Die uhleidlich Ellemutter" der Marburger Mundartdichterin Martha Frohwein- Büchner. Der volkstümliche Humor des reizenden Werfchens wurde von Laienspielern und spielerinnen in urwüchsigem und natürlichem Ton interpretiert. Die Ty pen des Hessendorfes, die Ellemutter, der Bauer, die Bäuerin, die Mädels und die Burschen standen lebensecht und wahr vor dem begeisterten Publikum.

15 Wohnhäuser eingeäschert.

Fulda. In dem etwa 1200 Einwohner zählenden Rhön­städtchen Tann brach am Samstag mittag ein Brand aus, der sich infolge der Trockenheit mit großer Schnelligkeit ausbreitete. Es sind 15 Wohnhäuser mit Stallungen und Scheunen nieder­gebrannt. Es handelt sich meist um kleinere Leute, die kaum versichert sind.

Büdo Salonwachs

für den Fussboden

wie hat es gewütet, welch ein Jammer, welch ein Elend. Wie sind die armen Kerle, die da im Freien lagen, zusammenge schossen! Aber wir sind die Herren von Guillemont, trotz Tod und Teufel, trotz aller Ströme von Blut.

Die Ueberlebenden brechen vor Erschöpfung zusammen. Es war zuviel.

Gebt uns zu trinken!" rufen sie.

Gebt uns zu trinken," stöhnen die Verwundeten. Und ich habe nichts, nichts für mich, nichts für andere. Und feine Hilfe tommt. Wiederum muß ich unsere schneidigen Jun­gen hinausschicken mit dringenden Meldungen. Die Truppe muß abgelöst werden, die Truppe muß zu trinken haben. Selbst der Meldegänger sieht mich traurig an Aber es muß sein, er muß gehen. Er geht. Es wird 10 Uhr, es wird 12 Uhr, 1. 2 Uhr. Keine Antwort. Das Licht schwelt im tiefen Keller, unbeweglich liegen die Körper der Leute, und ich halte die Wacht wie unter den Toten. Endlich kommen welche. Träger für Verwundete, Meldungen. An Ablösung ist nicht zu denken. Zu trinken gibt es etwas. Ein Tropfen auf einen heißen Stein. Die Ordonnanzen jagen zu ihren Kompagnien. Das Schießen wird wieder stärker, immer wieder müssen die Kerle durch's Feuer laufen. Und morgens 5 Uhr liegt noch ein Schwerver wundeter bei uns, den niemand abgeholt hat, der jammert und ſtöhnt und ruft um Hilfe. Da muß ich noch einmal an meine Jungens appellieren, da müssen sie mit dieser furchtbar schweren Last noch einmal durch das Feuer. Und gehen und tun ihre Pflicht und kommen wieder. Hätte ich die Ehrenzeichen zu ver geben, einem jeden von ihnen einen Eichenkranz aus reinem Gold auf's Haupt.

Etwas Schlaf gibt es Und wir träumen: Wir sind die Herren von Guillemont, unter Königreich, das ist von Blut durchtränkt und ist von Mord und Brand versengt. Arm und Nerven sind von Stahl für den, der sich an uns vergreifen will. Wir sind die Herren von Guillemont.

Der Tag dämmert mit trüben Regenwolken; eine dunkle Wand steht zwischen denen, die sich nach dem Leben trachten. Die zwingt gebieterisch zur Ruhe. Wir atmen auf und danken dem glücklichen Einfall der Natur, die diesen Regenschleier still zur Erde senkt. Aber abends heilt es auf, und sofort sind die Eisenfresser wieder bei der Arbeit. Bald darauf kommt's von allen Seiten:

Handgranatenangriff der Engländer!"

Wie die Teufel sind die Leute draußen. Ich liege mit der Leuchtpistole in einem tiefen Loch, und zischend fliegen die Ra feten. Zu erkennen ist nichts. aber höllisch ungemütlich ist es wieder, wie ein Sturm heulen die Granaten über unsere Köpfe. Leutnant Leuschow schaut aus, ich schieße ununterbrochen. Nichts zu sehen. Nach einiger Zeit steigen links die weißen Kugeln, gleich darauf kommt die Meldung:

Handgranatenangriff abgeschlagen!

Na also. Dann kommen die ersten Ablösungen, ein Gefühl der Erlösung überschleicht uns. Aber noch sind wir nicht her aus. Der Stab fommt erst um 5 Uhr morgens an die Reihe. Das Feuer der Engländer steigert sich wieder ins Grauenhafte. An der Ecke beim Eisenbahndamm werfen wir noch einen Blid zurück. Gerade fladkert der Schein einer Leuchtkugel über das Gelände. Leb wohl, Guillemont, noch sind wir deine Herren!" Dann kommt der schreckliche Marsch auf der Granatenbahn. Verwundete flehen am Weg, sie mitzunehmen. Mit Wachs muß man seine Ohren verkleben, wie einst Odysseus es tat, um die Regungen der menschlichen Seele zu übertäuben. Gehezt wie Bestien, muß man selbst zur Bestie werden und es über sich gewinnen, die Aermsten in dieser grauenvollen Welt verkommen zu lassen, zu verraten, nur um sich selbst zu reiten. Helfen kann man nicht. Die prasselnden Einschläge übertönen die Jammer­rufe. Wir winden uns durch und sind schließlich am Ziel. Hin­ter uns die Sintflut...

Mit der Verord sember 1920 fing es lich von militärische fenbandwerk", vom in feiner Kautschuffa man ihm noch schne Bereine aufgelöst w die Sicherheit der es schien" sehr fußballspielende De gefährdeten... Schon allein d Anlaß, die Sicherh Heerlagers, berühr fannte Sport- Club ren Befehl in S.

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3. Kelber( Jugendtlaffe C. 5,10 m; 2. G

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